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Wo sind die Grenzen christlicher Nächstenliebe?

Allgemeine biblische Themen könnt ihr hier diskutieren.

Wo sind die Grenzen christlicher Nächstenliebe?

Beitragvon Aslan » 11. Juni 2014 18:35

Wenn von christlicher Nächstenliebe gesprochen wird, so richtigen sich Apelle in diese Richtung nicht immer an bibelorientierten Christen, sondern im Allgemeinen an das Volk des sogenannten christlichen Abendlandes. Damit wird das Gute im Menschen angesprochen, christliche Werte in Verbindung mit einem moralischen Standard.

Möchte man diesen Begriff biblisch erklären, dann fällt einem meist spontan das Gleichnis vom barmherzigen Samariter ein Lukas 10, 25-37 Aber damit ist noch nicht vollständig geklärt, wie sich christliche Nächstenliebe genau definiert und an wen sie sich genau richtet. Ich kenne kaum einen Christen, der aus dem Stand erklären könnte, was dieser Begriff genau besagt und wie dieser in der Praxis anzuwenden ist.

Christliche Nächstenliebe wird öfter auch als Schlagwort oder Totschlagargument gegenüber Christen verwendet, wenn man sie auf eine bestimmte Verhaltensweise aufmerksam machen möchte, zu der sie sich gesellschaftlich verpflichtet fühlen müssten.

Für was müssen Christen eigentlich alles herhalten, was irgendwie mit christlicher Nächstenliebe zu tun haben soll, wenn sie für ihr Verhalten dafür in der Öffentlichkeit kritisiert werden können?
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Re: Wo sind die Grenzen christlicher Nächstenliebe?

Beitragvon Belu » 11. Juni 2014 18:45

Ich denke, dass Nächstenliebe leider oft mit Humanismus verwechselt wird. So nach dem Motto: "man muss jeden machen lassen, was er möchte und auch alles tolerien...wenn man kritisiert, dann ist das keine Nächstenliebe". Aber das ist für mich keine Nächstenliebe. Das ist Gleichgültigkeit und Oberflächlichkeit.

Ehrliche Nächstenliebe sieht anderes aus. Ich hab auch die Verantwortung anderen gegenüber, sie auf ihre Fehler aufmerksam zu machen, damit ich ihnen wirklich helfen kann. So was wird einem dann oft vorgehalten. Ich denke da zB an so was: ein Bettler sitzt auf der Straße und ich gebe ihm kein Geld...aus Nächstenliebe, weil ich denke, dass er nicht aus seiner Situation heraus kommt, wenn er sich betrinkt.
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Re: Wo sind die Grenzen christlicher Nächstenliebe?

Beitragvon AltheKingBundy » 11. Juni 2014 19:26

Hallo,

bevor man über die "Grenzen" der Nächstenliebe diskutiert, muss man diese zunächst definieren. Nächtenliebe bedeutet manchmal auch, jemanden "links liegen" zu lassen (wenn er sich z.B. in der ersten Phase einer Sucht befindet, der Leugnungsphase). Nächstenliebe bedeutet auch oft, bestimmt nein zu sagen. Was ist also genau Nächstenliebe?
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Re: Wo sind die Grenzen christlicher Nächstenliebe?

Beitragvon Belu » 11. Juni 2014 20:38

Jesus sagt: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst und füge deinem Nächsten nichts zu, was du nicht selber möchtest.

Das hilft mir sehr oft. Danach richte ich mich.
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Re: Wo sind die Grenzen christlicher Nächstenliebe?

Beitragvon Abischai » 11. Juni 2014 21:01

Nächsten-Liebe

Definieren wir zunächst Liebe und Nächster, dann ist die Kombination einfach das Produkt aus beidem.

Liebe: situationsbezogenes Gemenge aus Phila, Eros, Agape und Stoika.
Nächster: nicht ich, sondern jemand in "nächster" Nähe, also von "nach" oder "nahe" abgeleitet, ich nehme an es ist wort- und sinnverwandt mit beidem.

Der Herr Jesus hat mit dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter nicht die Nächstenliebe beschrieben, sondern an einem Beispiel erklärt, wer der Nächste überhaupt ist.

Wie man den nächsten lieben soll, dafür gibt es eine ausschließlich individuelle Referenz, man kann keine allgemeingültigen Maße vorgeben.
Die Referenz ist: "wie dich selbst". Und das kann jeder auch nur für sich selbst erkennen und bezeugen, aber nie für einen anderen festlegen, wir können uns nur gegenseitig ermuntern und ermahnen, hier individuell genau hinzusehen, denn "das Maß mit dem ihr meßt, mit dem wird euch gemessen werden".

Wenn denn z.B. ein harter Bursche gewöhnt ist und für sich selbst beansprucht, keine aufs Maul gehauen zu bekommen, und wenn er beleidigt worden ist, mit einem deftigen Schlag auf die Schulter und einem: "ich geb einen aus" besänftigt zu werden, dann wird der mir auch so begegnen, auch wenn mich das persönlich nicht so erfreut. Es wäre aber seine Art, mich "wie sich selbst" zu lieben. Wenn ich das anerkenne, und das merkt man einem Menschen an, kann ich sehr gut damit leben. Und darauf kommt es doch an, oder?

Ich ahne, daß der Herr Jesus in etwa das gemeint haben könnte.
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Re: Wo sind die Grenzen christlicher Nächstenliebe?

Beitragvon Ein Kind Gottes » 11. Juni 2014 22:58

Aslan hat geschrieben: Ich kenne kaum einen Christen, der aus dem Stand erklären könnte, was dieser Begriff genau besagt und wie dieser in der Praxis anzuwenden ist.

Deshalb gibt es Samaritaner ;)
..Und ohne den Heiligen Geist kann keiner sagen: "Jesus ist Herr!".
1.Kor 12,3
Daran erkennet ihr den Geist Gottes: Jeder Geist, der bekennt: «Jesus ist der im Fleisch gekommene Christus», der ist von Gott; und jeder Geist, der Jesus nicht bekennt, der ist nicht von Gott.1.Joh 4,2
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Re: Wo sind die Grenzen christlicher Nächstenliebe?

Beitragvon 888Bibelleser » 12. Juni 2014 07:50

Hallo zusammen,

ich habe mal nem Prediger sagen gehört dass die Definition von Agape es ist, dass ich das Beste FÜR einen Menschen IN diesem Menschen suche, egal OB und WIE es MIR oder IHM weh tut....Alles andere darunter ist Heuchelei.

Diese Form von Liebe, dazu sind wir echt nicht in der Lage, denn wo ist da das Ego? Lest euch die Definition von Agape noch einmal durch. Ein Ego ist schon da, nur das Ego hat sich in dieser Definition der Agape völlig hingegeben so dass man es nicht mehr wahr nimmt. Kennt ihr das noch aus der Schule,Uni,Jugend:

"ICH will was von ihr/ihm..."?

Hier geht es darum dass ICH etwas von einer Person FÜR MICH will...Sprich: Die Person ist mir in Grunde ja latte, Hauptsache ich werde bedient, sei es einen emotinalen Mangel der in mir befriedigt werden will, sei es fleischlich, sei es für's Image, Zeitvertreib etc etc. Interessant ist hier, dass wer diese Schiene fährt er nur Zucker zu der Person von der er was will redet und NIE Wahrheit, denn es geht ihm ja darum etwas für sich zu bekommen. Eine wirkliche zwischenmenschliche Begegnung findet auf dieser Ebene NICHT statt, per Definition nicht.

Was aber in der Agape-Liebe? Da ist es mir egal wie die Person auf mich reagiert, um seine Sympathie buhle ich ja nicht sondern ich wühle IN IHM um das Beste FÜR IHN zu finden und sowas kann für beide sehr, sehr weh tun. Wie Al schon gesagt hat, manchmal muss man sogar einen Menschen "links liegen lassen"...das stimmt, manchmal muss man aber auch mit einem Vorschlaghammer auf die Seele des einen eindreschen um den Schatz in der anderen Person auszuheben, ob es weh tut ist egal...es geht mir darum das Beste für ihn zu finden.

Was ist nun Nächstenliebe? Wie ich bereits sagte glaube ich nicht dass der natürliche Mensch dazu in der Lage ist, wie denn auch? Er kennt ja diese Liebe nicht die uns begegnet ist Römer 5, 8. Wie kann ich meinen Nächsten denn lieben wenn ich die Quelle dieser Liebe im Vorfeld ablehne? Der Herr Jesus lehrt dass Gott regnen lässt auf Gerechte und Ungerechte

Matthäus 5, 44-45 (Schlachter 2000):Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, welche euch beleidigen und verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel seid. Denn er läßt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und läßt es regnen über Gerechte und Ungerechte. 


Wann sind wir Söhne (Töchter) des Vaters? Wenn wir unsere Feinde lieben etc und wie ist unser himmlischer Vater? Er läßt die Sonne aufgehen über Böse und Gute. Ist uns das klar? Unser himmlischer Vater bedient auch die Bösen und Ungerechten! Das sind die, die NICHT in der Lage sind, NICHT FÄHIG, jene zu lieben die sie hassen, für die zu bitten die sie beleidigen und verfolgen. Sie lieben so wie die Hure Gomer die nur etwas gibt wenn sie auch etwas dafür bekommt "Ich will was von ihr/ihm..." und warum? Weil sie diese Liebe nicht kennen dass egal was sie getan haben jeden Tag die Sonne TROTZDEM über sie aufgeht, auch wenn sie jeden Tag auf's Neue dem himmlischen Vater verleugnen. Wie kann so ein Mensch anders als die Hure Gomer denn lieben? Gar nicht. Es ist immer ein Mangel in der Seele, immer irgendwas nicht in Ordnung, immer alles zu wenig und nie gut genug. Das ist der Geist der Hurerei= Götzendienst (in Hosea nachzulesen)

Das ist tragisch weil sie am Gnadentisch Gottes verhungern.

Noch etwas sagt uns der Herr Jesus aber über seinen Vater. Gott bedient alle Menschen, gerecht oder ungerecht. Gleichermaßen Sonne UND Regen gibt er uns, ob wir nun zum See wollen oder nicht, danach RICHTET SICH GOTT NICHT und da können wir bitten oder fluchen wie wir wollen, wenn der Herr es regnen lässt dann geht Aktion See baden. Er gibt Sonne und Regen gleichermaßen weil wir diese brauchen, aber er gibt sie nicht nach unserem Willen.

Also....wir sollen unsere Feinde lieben und für die bitten die uns beleidigen und verfolgen aber nicht SOWIE SIE ES WOLLEN wie wir sie lieben und für sie bitten sondern wie wir es vom Vater gelernt haben. Das ist mE die einzige Grenze die ich in der Nächstenliebe sehe...

Wenn also der nächste Muslim zu uns an unseren Stand mit der selben Leier kommt "Wo sagt Jesus er ist Gooohht?" dann kriegt er von uns was und wie er braucht und nicht wie er will, wichtig ist uns nur das er das bekommt was er braucht.

Gnade und Frieden
Ps. 113,4-8
"Wer ist wie der Herr, unser Gott, der in solcher Höhe thront?
Der so tief heruntersieht auf den Himmel und auf die Erde;
der den Geringen aufrichtet aus dem Staub und den Armen erhöht aus dem Kot,"
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Re: Wo sind die Grenzen christlicher Nächstenliebe?

Beitragvon Ceily » 12. Juni 2014 08:32

Aslan hat geschrieben:Für was müssen Christen eigentlich alles herhalten, was irgendwie mit christlicher Nächstenliebe zu tun haben soll, wenn sie für ihr Verhalten dafür in der Öffentlichkeit kritisiert werden können?


Hallo Aslan,

ganz ehrlich: es gibt keine Grenzen, wenn es um christliche Nächstenliebe geht. Jedoch bedeutet Nächstenliebe nicht automatisch, dass man immer so tun soll, als sei alles Friede, Freude, Eierkuchen. Auch als Christ darf man seinen Ärger kund tun. Aber als Christ sollte man darauf achten, dass man das auf faire Art und Weise tut und nicht dem anderen eins auswischen will (auch wenn man das ab und zu mal ganz gerne täte :-7 ).

Liebe Grüße,
Ceily
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Re: Wo sind die Grenzen christlicher Nächstenliebe?

Beitragvon Pflanzenfreak » 12. Juni 2014 11:34

Auf jeden Fall hat Nächstenliebe nichts mit einem "Wie-hättest-Du`s-denn-gern-Umgang" zu tun.
Ich würde mir aber auch nicht anmassen für einen anderen Menschen entscheiden zu können was für ihn gut ist.

Aber ihn ernst nehmen, ihm zuhören, ihn nicht be- oder verurteilen ist schon mal ein grosser Schritt in die richtige Richtung. Was aber nicht heisst, dass ich ihm nicht sagen darf was ich falsch finde. Aber eben nicht ohne zu wissen weshalb er diese Entscheidung getroffen hat, denn sonst bin ich leicht dabei ihn als Mensch zu bewerten.
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Re: Wo sind die Grenzen christlicher Nächstenliebe?

Beitragvon Aslan » 12. Juni 2014 11:40

888Bibelleser hat geschrieben:Was ist nun Nächstenliebe? Wie ich bereits sagte glaube ich nicht dass der natürliche Mensch dazu in der Lage ist, wie denn auch? Er kennt ja diese Liebe nicht die uns begegnet ist Römer 5, 8.

Ich verstehe was du meinst und sehe das eigentlich auch so, aber...

Unsere lieben Mitmenschen würden das bestimmt anders sehen, weil auch sie - ohne Agape-Liebe - zur Empathie fähig sind. Das sollte man niemanden absprechen. Daher wird der Begriff "christliche Nächstenliebe" im Allgemeinen verwendet, weil dazu jeder Mensch imstande ist. Insofern müsste man die differenzieren zwischen christlicher
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