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Die andere Backe (Wange) hinhalten: Matth. 5,38-42

Wie lebt man das Christein aktiv im Alltag, worauf kommt es an? Wie geht mit Herausforderungen im Job um? Können wir als Christ einen Unterschied machen? SOLLEN wir als Christ einen Unterschied machen?

Die andere Backe (Wange) hinhalten: Matth. 5,38-42

Beitragvon Tiric » 4. März 2016 10:37

Hallo Zusammen,

in diesem Thema geht es um folgenden Abschnitt:
Matthäus 5, 38-42 (Einheistsübersetzung):Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn. 39 Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin. 40 Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel. 41 Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm. 42 Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab.

und speziell um den Vers 39.

Wie setzen wir das in der Praxis um? Wir wissen, dass Jesus tatsächlich keinen Widerstand geleistet hat. Zwar verlangte er zwischendurch nach einer Rechtfertigung für das, was man ihm antat, aber aufgehalten hat er den Gang der Ereignisse nicht.

- tiric
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Re: Die andere Backe (Wange) hinhalten: Matth. 5,38-42

Beitragvon 1Johannes4 » 4. März 2016 11:48

Hallo zusammen,

in der Bergpredigt gibt es einige Aussagen Jesu, wo er ein gegenüber dem Bestehenden abgeändertes Verhalten fordert. Bei all diesen Dingen besteht dann aber die Gefahr, dass daraus ein Gesetz in der Version 2.0 gemacht wird, statt mal darüber nachzudenken, was im Rahmen der alten Regelungen wohl schief lief und an welchem Punkt dann die Aussage Jesu ansetzt und was dadurch verändert werden soll.

Obwohl die alten Verhaltensweisen von Gott eingesetzt waren, wurden diese anscheinend auf eine Art durchgeführt, so dass letzten Endes der Mensch selber im Zentrum seines Denkens stand. Man befolgte zwar das Gesetz dem äußeren Anschein nach, aber inwendig war alles verkommen und gottlos geworden.

Matthäus 6, 33 (Elberfelder):Trachtet aber zuerst nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, und dies alles wird euch hinzugefügt werden.


Betrachtet man dagegen ein Verhalten, wo man Gleiches mit Gleichem vergilt, dann wird da eher nach der eigenen Gerechtigkeit getrachtet bzw. entspringt der Wunsch nach Vergeltung doch fleischlichen Begierden, die eine Kränkung der eigenen Ehre nicht einfach so hinnehmen können. So wird das eigene Fleisch einem zum Herrn und Jesus wird es nicht mehr sein.

Deswegen sollte man auch aufpassen, dass man aus einem Hinhalten der anderen Wange keine öffentliche Darstellung des eigenen Christseins macht. Dies entspräche nämlich der von Jesus abgelehnten Haltung wie beispielsweise beim Beten und Almosengeben.

Die Frage ist also: Will man sich also nach dem Willen Gottes richten oder Aussagen der Bibel zur Rechtfertigung einer Selbstdarstellung bzw. zur Rechtfertigung der eigenen Begierden und Lüste missbrauchen?

Grüße,
Daniel.
Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der nach seiner großen Barmherzigkeit uns wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten (1. Petrus 1, 3)
Weiteres zur Glaubensrichtung steht in meiner Vorstellung.
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Re: Die andere Backe (Wange) hinhalten: Matth. 5,38-42

Beitragvon Tiric » 4. März 2016 11:57

Danke Daniel, das sind gute Gedanken.

- tiric
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Re: Die andere Backe (Wange) hinhalten: Matth. 5,38-42

Beitragvon Helmuth » 4. März 2016 12:40

Einseitige Bibelauslegung wird es wohl immer geben. Wenn wir bereit sein sollen, die andere Backe hinzuhalten, steht dem auch gegenüber, dass Polizei und Gerichte sogar in Gottes Auftrag keine Misshandlungen dulden dürfen und ab Kenntnis einzuschreiten haben.

Noch deutlicher wird die Kontroverse für mich beim Geben. Es steht die Bereitschaft zu Geben auch der Vorsichtsmaßnahme gegenüber, seine Perlen nicht vor die Säue zu werfen. Glücklicherweise hier in gleich gemeinsam in der Bergpredigt.

Ich denke, Jesus zielt auf die Grundhaltung ab: Sei bereit, zu geben, sei bereit zu vergeben, sei bereit dir Unrecht antun zu lassen.

Es bedeutet nicht, dass es universell für jede Situation anwendbar ist. Ich könnte nicht zusehen, wie man meinen Sohn mit dem Messer attakiert und dann gebe ich als Draufgabe meine Tochter gleich der Vergewaltigung preis.

In erster Linie habe ich dies immer als grundsätzlichen Umgang mit dem Nächsten verstanden, nicht gleich bei jeder Äußerung des Gegenübers sofort dagegen zu schießen, einen Rempler nicht gleich mit einem weiteren zu erwidern. Eine Geldschuld von ein paar lumpigen Euro nicht gleich zwangszuvollstrecken und so weiter.

Die Bereitschaft dazu beginnt im Herzen, die langsam in die Tat umgesetzt werden soll, ein Werk des Heiligen Geistes in uns, ein Prozess der Jahre dauert. OmG was wäre ich ansonsten für ein Ehebrecher, weil ich schon, weiß Gott allein, viele andere Frauen angesehen habe.
Herzliche Grüße
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Re: Die andere Backe (Wange) hinhalten: Matth. 5,38-42

Beitragvon arved » 4. März 2016 12:52

Helmuth hat geschrieben:... was wäre ich ansonsten für ein Ehebrecher, weil ich schon, weiß Gott allein, viele andere Frauen angesehen habe.
Tja, und ich habe selbst die frömmsten mit bekannten Christen noch nicht mit Scheuklappen durch die Stadt laufen sehen.

Ich denke, wenn man diese Stelle mit der Backe moralisch (miss)versteht, läuft man Gefahr, sich einer bestimmten sozialen Gruppierung zuzuordnen. Wer sich im Falle eines solchen Wangenstreichs, also einer Kränkung oder Beleidigung, emotional verhält, der ist bereit, mit gleicher Münze "heimzuzahlen". Wer stattdessen die "andere Wange" hinhält, gibt dem Gegenüber die Chance, sich seines Handelns überhaupt bewusst zu werden.
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Re: Die andere Backe (Wange) hinhalten: Matth. 5,38-42

Beitragvon Helmuth » 4. März 2016 13:06

Genau, es geht um das Miteinander im alltäglichen Umgang, sehr richtig !
Herzliche Grüße
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Re: Die andere Backe (Wange) hinhalten: Matth. 5,38-42

Beitragvon Schoham » 4. März 2016 17:48

Tiric hat geschrieben:Wie setzen wir das in der Praxis um?


Indem wir es nicht nur hören, sondern tun :-). Und wenn wir es nicht können und vor Wut innerlich brennen, zu beten, damit wir die Kraft erhalten, es tun zu können.

Jakobus 1, 22 (Schlachter 2000):Seid aber Täter des Wortes und nicht bloß Hörer, die sich selbst betrügen. 

Johannes 15, 5 (Schlachter 2000):Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von mir [a] könnt ihr nichts tun. 
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Re: Die andere Backe (Wange) hinhalten: Matth. 5,38-42

Beitragvon AltheKingBundy » 4. März 2016 18:01

In Mat 5,39 geht es meiner Meinung nach um etwas ganz anderes. Der Vers sagt nicht, dass man ordentlich Prügel einstecken soll. Vielmehr meint Jesus dort, dass wir auf keine Provokationen eingehen sollen, die oft mit einer Eskalation der Gewalt einhergehen "Auge um Auge...". Die meisten Menschen sind Rechtshänder. Wenn man nun auf die rechte Backe "schlägt" muss dies mit dem Handrücken passieren. Eine klassisch-historische Herausforderung/Provokation zur Gewalt/zum Duell.
Zuletzt geändert von AltheKingBundy am 4. März 2016 19:21, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die andere Backe (Wange) hinhalten: Matth. 5,38-42

Beitragvon Pilger » 4. März 2016 19:01

AltheKingBundy hat geschrieben:Die meisten Menschen sind Rechtshänder. Wenn man nun auf die rechte Backe "schlägt" muss die mit dem Handrücken passieren. Eine klassisch-historische Herausforderung/Provokation zur Gewalt/zum Duell.

Interessant, interessant Bundy.

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Re: Die andere Backe (Wange) hinhalten: Matth. 5,38-42

Beitragvon Aslan » 4. März 2016 20:12

Ich sehe das ganz praktisch:
Wenn ich wegen meines Glaubens oder aufgrund der Verkündigung des Wortes eins auf die Zähne bekäme, würde ich mich nicht zur wehr setzen - Punkt!
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