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Gott und Leid/Probleme und Verantwortung

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Gott und Leid/Probleme und Verantwortung

Beitragvon Jayne » 20. März 2017 11:56

Dies ist ein Thema, das mich schon länger umtreibt - wahrscheinlich deshalb, weil ich das bin, was man allgemein einen "Kontrollfreak" nennt. Ich bemühe mich immer darum, alles unter Kontrolle zu haben und überall vorzusorgen, was natürlich nie wirklich funktioniert. Dann höre ich von Christen, man solle die Kontrolle an Gott abgeben und an sich würde ich das oft gerne, aber mich treibt immer wieder die Frage um, inwieweit ich das kann, ohne dabei verantwortunglos zu sein.
In der Vergangenheit las ich einige Bücher von Joni Eareckson Tada, die mit 17 einen Kopfsprung ins flache Wasser machte und sich das Genick brach. Seither ist sie bis zu den Schultern gelähmt, doch sie scheint überzeugt davon, dass es so sein soll, dass Gott sie ihm zu Ehren gebraucht um andere Menschen zu ermutigen und zu ihm zu führen, und ihre Geschichte gibt ihr da eigentlich recht. Sie betont immer wieder, Probleme und Leid dienten zu unserem Besten, dass Gott diese Dinge nutzt, damit wir lernen und Ihm näher kommen. So sehr mich ihre Geschichte auch immer fasziniert hat, so wurde mir doch irgendwann klar, dass diese so ermutigende Geschichte mit einer groben Verantwortungslosigkeit ihrerseits begann: Man macht keinen Kopfsprung in unbekannte Gewässer, ohne vorher zu testen wie tief das Wasser ist.

Grundsätzlich schützt Gott uns ja nicht vor den Konsequenzen falscher Entscheidungen, er nimmt uns auch nicht die Dinge ab, die wir selbst tun könnten. Wenn ich mir das Bein breche, dann muss ich mich schon selbst zu den Ärzten begeben, damit der Bruch versorgt wird und ich muss die Anweisungen der Ärzte befolgen, damit er heilt. Ich kann nicht einfach mit dem gebrochenen Bein sitzenbleiben und von Gott erwarten, dass er es heilt. Und so frage ich mich bei sehr vielen Dingen im Alltag, die irgendwie schief gehen: "Darf ich das jetzt einfach Gott abgeben, oder könnte bzw. müsste ich nicht selbst mehr tun, um die Situation zu klären?" Es gibt natürlich immer Dinge, die man klar tun kann und muss, wie die Ärzte aufzusuchen wenn man sich etwas gebrochen hat. Aber es gibt ja auch viele Grauzonen. Z. B. sprach ich kürzlich mit jemandem, der Mathe auf Diplom studiert hat und seit Ende des Studiums arbeitslos ist. Theoretisch könnte er, ohne sich dessen bewusst gewesen zu sein, einfach die falsche Entscheidung getroffen und das falsche Fach studiert haben, könnte er dann erwarten, dass Gott ihm dennoch hilft, eine Arbeitsstelle zu fnden? Oder kann er erwarten, dass Gott ihm hilft, eine Arbeitsstelle zu finden, die seiner Qualifikation entspricht, oder müsste er sich stattdessen für irgendwelche Jobs für Ungelernte in einer Zeitarbeitsfirma bewerben, weil Gott ihm nur dann weiterhelfen wird - ein wenig nach dem Motto "Hilf dir selbst, so hilft dir Gott"?

Ich finde diese Grauzonen unheimlich schwierig und tendiere oft dazu, immer nach etwas zu suchen, das ich noch tun kann (und bin oft genug versucht, in blinden Aktionismus zu verfallen um Gott zu zeigen, dass ich wirklich alles tue, was ich kann), immer mit der Angst, dass Gott mir vielleich nicht hilft, wenn ich selbst nicht genügend Verantwortung übernehme. Es ist nicht so, dass ich immer die Kontrolle haben will, ich würde sie gerne mal abgeben, aber woher weiß ich, was ich selbst tun kann bzw. soll und wo ich die Kontrolle an Gott abgeben darf und ihn bitten darf, aus einer verfahrenen Situation etwas zu machen? Hätte ich den Unfall gehabt, den Joni Eareckson Tada hatte, weiß ich nicht, ob ich mich überhaupt getraut hätte, Gott darum zu bitten, dass er diesen groben Fehler meinerseits zu meinem Besten dienen lässt. Wenn ich mir selbst mit einem unbedachten Kopfsprung alles kaputt gemacht habe, wie kann ich von Gott verlangen, dass er das zu seiner Ehre benutzt oder etwas daraus macht, das mich Ihm näher bringt? Wie kann ich das erwarten, wenn ich das falsche Fach studiert habe und nun arbeitslos bin? Oder wenn ich an irgendeiner Stelle nicht genug auf meine Gesundheit geachtet habe und deshalb krank werde?

Letzten Endes kommt man relativ schnell an einen Punkt, an dem man Gott fast nichts abgegeben kann, weil man sicher immer Dinge hätte verhindern können, die uns passieren oder die nicht so laufen wie sie sollten. Deshalb tue ich mich damit schwer und tue mich teilweise sogar schwer damit, zu Gott zu kommen und Ihn um Hilfe zu bitten, wenn aktuell gerade irgendeine schwierige Situation vorliegt - innerlich bin ich schon immer dabei zu denken, ich hätte das ja (vielleicht) selbst verhindern können, wenn... Das hindert mich auch daran, Dinge zu akzeptieren und Gott zu bitten, mir dabei zu helfen, denn vielleicht wollte er ja gar nicht, dass eine bestimmte Sache passiert, sondern ich habe es irendwo "versaut" - und kann dann eigentlich nicht erwarten, dass Gott daraus etwas Gutes macht, mir heraus hilft oder das in irgendeiner anderen Form zu meinem Besten dienen lässt.
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Re: Gott und Leid/Probleme und Verantwortung

Beitragvon joh146 » 20. März 2017 14:39

Hallo Jayne,

Dein Ansinnen, Deine Problembeschreibung ist schon sehr im "hier und jetzt", was verständlich ist, denn wir leben hier. Ich habe allerdings den Eindruck, dass je mehr ich mich mit Gottes Wort beschäftige, je mehr rückt das "hier und jetzt" in den Hintergrund, weil Die Ewigkeitsaspekte deutlicher werden.

Wir wollen immer viel von Gott, er soll uns helfen, uns den Weg weisen, uns bewahren, uns lehren usw., nur tun wir auch immer die Dinge, die er von uns möchte?

Studiere ich regelmäßig sein Wort, lebe ich in einer Ehe, habe Ich Kinder, bin ich als Mann das liebende Oberhaupt, ordne ich mich als Frau In Liebe unter, feiere ich das Abendmahl, gehe ich in eine Gemeinde, vollbringe ich des Glaubens würdige Werke, setze ich "Erkanntes" um usw?

Das trifft jetzt nicht auf jeden gleichermaßen zu, ist aber dennoch Gottes grundsätzlicher Wille. Ich will damit sagen, Gott geht mit uns oft step by step, Einen Schritt nach dem anderen. Erst wenn wir rin Ziel erreicht haben kommt der nächste Schritt und nicht immer in dem von uns gewünschten Tempo.

Also um praktisch zu werden, Kontrolle sollte Dein Mann haben und wenn Du keinen hast, dann könntest Du viel mit Schwestern und Ältesten besprechen. Wenn das Die Gemeinde nicht hergibt, dann suche Dir eine andere Gemeinde und vor allem lies selbst in der Bibel, am besten jedes Jahr einmal durch.

Gott wird Dir dann vieles klarer machen und Du kannst besser unterscheiden, was wichtig ist und was der Weg ist. Darum geht es. Gott erkennen, ihn besser kennenzulernen um zu erkennen, was er denn möchte.
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Re: Gott und Leid/Probleme und Verantwortung

Beitragvon ThomasWeritz » 20. März 2017 17:44

Hallo Jayne,

Vorsorge treffen ist immer gut. Natürlich kann man nicht immer alles bedenken. Deswegen gehst du ja auch ins Gebet, bevor du loslegst.
Philipper 4, 6-8 (Schlachter 2000):Sorgt euch um nichts; sondern in allem laßt durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden. Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus!
Im übrigen, ihr Brüder, alles, was wahrhaftig, was ehrbar, was gerecht, was rein, was liebenswert, was wohllautend, was irgend eine Tugend oder etwas Lobenswertes ist, darauf seid bedacht [a]! 

Ich interpretiere dieses "Sorget euch um nichts" aber auch nicht so, daß ich nun nichts mehr tun brauche. Nur ein fahrendes Schiff kann man steuern. Natürlich machst du alles, was dir jetzt in den Sinn kommt. Immer bedenkend, daß Gott dich auf dem einen Weg segnen aber von dem einen oder anderen Weg zurückhalten will. Das mußt du merken.
Philipper 2, 13 (Schlachter 2000):denn Gott ist es, der in euch sowohl das Wollen als auch das Vollbringen wirkt nach seinem Wohlgefallen.

joh146 schreibt:
Wir wollen immer viel von Gott, er soll uns helfen, uns den Weg weisen, uns bewahren, uns lehren usw., nur tun wir auch immer die Dinge, die er von uns möchte?

Das halte ich für bedenkenswert. Wenn wir Gott und sein Werk vergessen, dann will er uns möglicherweise auch nicht mehr so segnen.
Matthäus 6, 31-33 (Schlachter 2000):Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? oder: Was werden wir trinken? oder: Womit werden wir uns kleiden? Denn nach allen diesen Dingen trachten die Heiden, aber euer himmlischer Vater weiß, daß ihr das alles benötigt. Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit [e], so wird euch dies alles hinzugefügt werden! 

Dewegen werden wir natürlch trotzdem in den Supermarkt gehen und dür die nächsten Tage einkaufen. Ohne Vorsorge gehts einfach nicht.

Liebe Grüsse Thomas
1 Kor 13, 2 Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts.
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Re: Gott und Leid/Probleme und Verantwortung

Beitragvon Ellipirelli » 20. März 2017 22:35

Liebe Jayne,
es wirkt so auf mich - nur eine Vermutung - als hätte man dir in deinem Leben zu oft "haste selbst Schuld" gesagt.
Manche Eltern wollen ihre Kinder so zu mehr Verantwortung erziehen.
Die Rechnung geht nicht auf wenn es nach der Schuld nicht mehr weitergeht. Nach der Schuld kommt doch immer ein Neuanfang mit der Aussicht, beim nächsten Mal wird es besser.
Mit Jesus können wir uns immer wieder neu ausrichten, wir werden sogar von neuem geboren.

Wir versagen doch so oft im Leben, nicht nur das, Menschen sündigen und das nicht zu knapp.
Denk mal an Ehebruch, Drogen, Abtreibung, Betrug und Gefängnis, dann an die ganzen Gewalttaten bis hin zum Mord.
Auch diesen Menschen geht Gott nach...Er möchte jeden Menschen nicht nur für die Ewigkeit retten, nein, er möchte das es jedem Menschen gut geht.
Natürlich fällt es uns schwer zu sagen, wie kann Gott unser Bestes wollen und solche Krankheiten gleichzeitig zulassen.
Bei allem was wir denken, sollten wir nicht vergessen, wie es auch anders hätte sein können.
Nicht immer sind unsere Vorstellungen von glücklich sein, die Vorstellung die Gott mit uns hat.

Wenn wir im Reichtum und Ansehen schwelgen und uns glücklich fühlen....oder wenn wir jammernd auf dem Krankenbett die liebende Stimme Gottes hören?

Jesus nennt die Sünde gegen uns und gegen unsere Mitmenschen schon beim Namen. Ja, wir tragen eine Schuld weil wir versagt haben und nicht Gottes Willen tun.
Was macht Jesus nun mit uns, sagt er etwa:" Das haste jetzt selbst verbockt und nun musst du alles aushalten "?
Jesus kommt uns, so wie der Vater dem verlorenen Sohn, entgegengelaufen. Er freut sich um jeden der zu ihm kommt. Egal mit welchem Gewand. Er sieht dich und freut sich....möchte mit dir Gemeinschaft haben, mit dir reden und alles erklären..

Er schafft Neues, etwas das uns gut tut, Er kann aus Ungutem wieder etwas sehr Wertvolles machen.
Ein falscher Beruf ist ärgerlich, noch tragischer ein falscher Ehepartner und vieles mehr.
Was wäre Jesus, wenn Er auch hier nicht eingreifen könnte. Wir wollen zu oft die Lösung schwieriger Probleme zu schnell geklärt haben.
Manches braucht Zeit und manches geht schnell, aber unser Gott kann aus einem steinigen Weg einen wunderschönen Wanderweg machen. In seiner Begleitung erkennen wir auch sein Licht wenn es regnet und finster wird. Am Ende des Weges, in der Begleitung des guten Hirten, kommt immer das gelobte Land Kanaan.
Wir dürfen alle Fehler machen, manchmal lernen wir erst durch Fehler was gut und böse ist.
Gerade Menschen die schon tief in der Sünde lebten, erfahren mit ihrer Bekehrung den Unterschied zwischen Gut und Böse sehr intensiv.
So gesehen macht Gott aus Sünde dann wieder etwas Gutes. Wir sehen nur kleine Teile eines Puzzle, Gott sieht das ganze Universum

Liebe Grüße
Ellipirelli
 
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Re: Gott und Leid/Probleme und Verantwortung

Beitragvon Tiric » 21. März 2017 07:27

Hallo Jayne,

Dein Beitrag beschreibt uns Menschen ziemlich gut. Wir wollen alles im Griff haben, können das aber nicht. Wir wollen alles richtig machen, können das aber nicht. Wir wollen Verantwortung für unser Handeln übernahmen, können das aber nicht. Als Christen wollen wir sogar frei von sündigem Handeln sein, können es aber nicht.

Du hast in Deinem Beitrag festgestellt, dass wir für sehr viele Dinge in unserem Leben selbst schuld sind, denn Deine Worte betreffen ja nicht nur Dich. Sie betreffen alle Menschen. Wir steuern uns in ausweglose Situationen, verletzten uns und unsere Nächsten, bringen uns selbst ins Krankenhaus, in die Arbeitslosigkeit, ins Gefängnis und an Ende haben wir unseren Tod mehr als verdient.. Unter unser aller Leben könnte man getrost den Stempel "gescheitert" anbringen.

Was nun? Aus? Vorbei? Wir haben kein Recht Gott um Hilfe zu bitten? Richtig, haben wir auch nicht. Alles was wir tun können ist, uns einzugestehen, dass wir eben genau das sind: Gescheitert. Wem gestehen wir das ein? Uns selbst und Gott und bei beidem hilft er uns. Was? Gott hilft uns einzugestehen, dass wir selber gescheitert sind? Ja, genau das tut er und zwar aus Liebe. Denn nur ein Kranker braucht einen Arzt. Nur ein Kranker geht zum Arzt. Jesus ist nicht nur Gott, Messias, Erlöser... er ist Arzt. Das Du gescheitert bist, ist für ihn nicht so sehr eine Überraschung. Wer bei diesem Arzt an die Praxistür klopf wird feststellen, dass er bereits erwartet wird. Dieser Arzt wird Dich auch nicht fragen "Weshalb kommst Du erst jetzt?", denn diese Frage wirst Du Dir selber noch oft genug stelen.

Es geht gar nicht darum, alles im Griff zu haben. Denn das haben wir nicht. Es geht auch nicht darum frei von sündigen Taten zu sein, denn das werden wir nicht. Wichtig ist es zu begreifen, dass unsere Füße immer wieder schmutzig werden, ob wir wollen oder nicht.

Wer jetzt meint es wäre alles egal und man könne sich verantwortungslos verhalten wie man wollte, der irrt. Aber um solche Personen geht es hier ja nicht. Es geht um solche Personen, die gerne alles im Griff haben, gerne das Gute tun und die Sünde lassen, so weitsichtig und überlegt handeln wollen wie es geht und für ihr Handeln die Verantwortung übernehmen wollen.

Solchen Leute kann man zurufen, dass sie nie etwas im Griff hatten. Wir sind immer hilfsbedürftig, wir sind es nur in unterschiedlichen Bereichen offensichtlicher. Offensichtlich zum Beispiel beim Thema Studium.

Selbst wenn man sein Studium nur nach dem aussuchen täte, was in drei oder vier Jahren die besten Berufschancen hat, kann niemand mit Sicherheit sagen, ob dies in drei oder vier Jahren tatsächlich so ist und man zwei Jahre später aufgrund neuer Ereignisse nicht doch aufs falsche Pferd gesetzt hat. Man kann sein Studium aber gar nicht nach den Berufschancen aussuchen, weil man aufgrund eigener Fähigkeiten nicht alles studieren kann. Was helfen mir also tolle Berufsaussichten in Elektrotechnik wenn ich davon weder Ahnung noch dafür Talent habe? Soll sich eine kreative und sozialkompetente Frau die unheimlich schlecht auswendiglernen ist in ein Jurastudium stürzen, weil man da gute Berufschancen hat? Wird man das Scheitern dieser Frau dann nicht ebenfalls zurecht als "selbstverschuldet" einzustufen haben, weil sie fernab der eigenen Begabungen versagt hat?

Es geht darum, dass sich Menschen als unvollkommene, gescheiterte Sünder begreifen. Menschen, die Hilfe brauchen. Mit diesem Bewusstsein gehen wir zu Gott und fangen an zu staunen. Wir staunen darüber, dass und wie Gott aus unserem eigenen Scheitern einen Sieg machen kann. Wir staunen darüber, dass Gott verschlossene Türen öffnet und uns einen Weg zeigt. Wir stanuen darüber, dass Gott offene Türen schließt um uns von falschen Wegen abzuhalten oder um uns von unserem falschen Weg abzubringen. Wir staunen darüber, dass Gott Türen erschaffen kann und sich eine Sackgasse in einen Weg mit Perspektive verwandelt.

Genau darum geht es: Um einen Wechsel der Perspektive. Es geht um die Wahrnehmung der Realität. Denn Gott ist Realität und Menschen die Gott leugnen sind nicht realisitscher als Menschen, die nach seiner Hilfe fragen. Im Gegenteil. Es geht darum zu lernen, wo die eigenen Grenzen sind und das dies nicht Gottes Grenzen sind. Es geht um die Umsetzung von
Römer 12, 1-2 (Schlachter 2000):Ich ermahne euch nun, ihr Brüder, angesichts der Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber darbringt als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer: das sei euer vernünftiger [a] Gottesdienst! Und paßt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern laßt euch [in eurem Wesen] verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist. [b]


- tiric
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Re: Gott und Leid/Probleme und Verantwortung

Beitragvon Helmuth » 21. März 2017 07:40

Guten Morgen Jayne,

Bevor ich dir ausführlichere eine Stellungnahme schreibe hätte ich dich gerne gefragt, ob du derzeit mit einer besonderen Lebenssituation überfordert bist? Du beschreibst nicht dein Problem sondern das von Joni Eareckson Tada. Das muss dich aber migenommen haben.

Danach gehst du auf deine Situation der Ausbildung ein. Wir haben auch in Wien taxifahrende Juristen und kellnernde Ärzte. Das wäre mir nichts Neues. Ist das dein Problem, oder etwas anderes?

Anhand deiner bisherigen Beiträge hätte ich die Vermutung, dass du im Leben recht sattelfest bist. Vielleicht benötigst du ja ein neue Aufgabe, etwa Mutterschaft? ;)
Herzliche Grüße
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Re: Gott und Leid/Probleme und Verantwortung

Beitragvon Jayne » 21. März 2017 11:09

Danke für Eure Antworten.
Ellipirelli hat geschrieben:es wirkt so auf mich - nur eine Vermutung - als hätte man dir in deinem Leben zu oft "haste selbst Schuld" gesagt.
Manche Eltern wollen ihre Kinder so zu mehr Verantwortung erziehen.

Um das mal richtigzustellen - an meinen Eltern liegt das nicht, diese Gedanken kamen bei mir erst mit der Zeit. Vielleicht auch weil die Dinge, die für mich als Kind und Jugendliche so einfach klangen, mit der Zeit komplizierte werden, wenn man mehr Menschen kennenlernt, die teilweise schlimmes erlebt haben und unterschiedlich damit umgehen.

Helmuth hat geschrieben:Bevor ich dir ausführlichere eine Stellungnahme schreibe hätte ich dich gerne gefragt, ob du derzeit mit einer besonderen Lebenssituation überfordert bist? Du beschreibst nicht dein Problem sondern das von Joni Eareckson Tada. Das muss dich aber migenommen haben.

Ihre Geschichte hat mich als Jugendliche sehr beeindruckt. Erst Jahre später kam mir dann mal der Gedanke, dass sie an dem, was ihr passiert ist, eigentlich ziemlich eindeutig selbst schuld ist. Das warf mit der Zeit die oben gestellten Fragen auf, weil dadurch vieles von dem, was sie in ihren Büchern schreibt, nicht mehr ganz so einfach schien. Natürlich gibt es auch bei mir mal Situationen, in denen sich mir diese Fragen stellen oder in denen ich mich von bestimmten Dingen überfordert fühle, aber etwas so extremes wie ein Genickbruch ist mir, Gott sei Dank, bislang nicht passiert. Aber ich habe teilweise auch etwas mehr aus der Nähe mitbekommen, was anderen passiert ist, z. B. verlor ein Bekannter vor einigen Jahren seine Frau an Krebs. Und wie es ihm danach ging, das war ziemlich schlimm mitzubekommen. Er verbrachte schließlich einige Monate in einer psychiatrischen Klinik mit Gerichtsbeschluss. Von Gott wollte er dann lange nichts mehr wissen.

Helmuth hat geschrieben:Anhand deiner bisherigen Beiträge hätte ich die Vermutung, dass du im Leben recht sattelfest bist. Vielleicht benötigst du ja ein neue Aufgabe, etwa Mutterschaft? ;)

Das verwirrt mich jetzt etwas. Mutterschaft klärt doch nicht die Fragen, die manchmal zum Glauben entstehen. Und auch wenn ich mir nch nicht das Genick gebrochen oder ähnlich schreckliche Dinge erlebt habe, kenne ich genug Menschen, deren Leben teilweise sehr dramatische Einschnitte und Probleme erfuhr. Da kommt man eben manchmal ins Nachdenken. Allerdings hat es bei diesem Thema sehr lange gedauert, bis ich es geschafft habe, das einigermaßen in Worte zu fassen. Sowas köchelt mitunter lange vor sich hin, ehe es so weit ist, dass ich es zu Papier bringen kann.

joh146 hat geschrieben:Also um praktisch zu werden, Kontrolle sollte Dein Mann haben und wenn Du keinen hast, dann könntest Du viel mit Schwestern und Ältesten besprechen. Wenn das Die Gemeinde nicht hergibt, dann suche Dir eine andere Gemeinde und vor allem lies selbst in der Bibel, am besten jedes Jahr einmal durch.

An sich habe ich zwar kein Problem damit, meinen Mann das Haupt sein zu lassen, aber dass ich einfach ihm alle Kontrolle überlassen muss und dann löst sich das Problem, ist mir doch zu vereinfacht. Es gibt ja durchaus Bereiche, da kann mein Mann gar nicht die alleinige Kontrolle haben, weil diese Bereiche z. B. primär mich betreffen mal abegesehen davon, dass man in einer Ehe auch die Lasten und Pflichten teilt. Da kann ich mich als Frau nicht einfach aus der Verantwortung stehlen.

Tiric und Ellipirelli, bei Euren Antworten kann ich sonst gar nicht mehr auf einzelne Zitate eingehen, aber ich fand sie sehr aufschlussreich bzw. hilfreich. Zum Teil habe ich das auch schon umgesetzt, wenn es Situtionen gab, in denen ich um Gottes Hilfe gebetet habe und mich gleichzeitig gefragt habe, ob ich da nicht selbst schuld bin und das dementsprechend alleine auslöffeln muss. Aber ich glaube, ich habe Sünde, also eindeutig etwas tun das ich nicht soll, und Scheitern, das ja oft genug auch dann passiert, wenn man versucht alles richtig zu machen, bislang getrennt. Letzten Endes ist dann die Antwort auf meine Fragen doch viel einfacher als ich dachte. :-)
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Re: Gott und Leid/Probleme und Verantwortung

Beitragvon Tiric » 21. März 2017 11:26

Hallo Jayne,

Jayne hat geschrieben:Letzten Endes ist dann die Antwort auf meine Fragen doch viel einfacher als ich dachte.
das ist es oft. Gerade diese grundlegenden Themen über das Wesen des Menschen, das Wesen Gottes und wie er mit uns umgeht erklären schon ganz viel, wenn man sie einmal für sich klar hat.

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Re: Gott und Leid/Probleme und Verantwortung

Beitragvon joh146 » 21. März 2017 13:02

Jayne hat geschrieben:Danke für Eure Antworten.

joh146 hat geschrieben:Also um praktisch zu werden, Kontrolle sollte Dein Mann haben und wenn Du keinen hast, dann könntest Du viel mit Schwestern und Ältesten besprechen. Wenn das Die Gemeinde nicht hergibt, dann suche Dir eine andere Gemeinde und vor allem lies selbst in der Bibel, am besten jedes Jahr einmal durch.

An sich habe ich zwar kein Problem damit, meinen Mann das Haupt sein zu lassen, aber dass ich einfach ihm alle Kontrolle überlassen muss und dann löst sich das Problem, ist mir doch zu vereinfacht. Es gibt ja durchaus Bereiche, da kann mein Mann gar nicht die alleinige Kontrolle haben, weil diese Bereiche z. B. primär mich betreffen mal abegesehen davon, dass man in einer Ehe auch die Lasten und Pflichten teilt. Da kann ich mich als Frau nicht einfach aus der Verantwortung stehlen.


Natürlich teilt man sich Aufgaben, allerdings liegt die letztliche Verantwortung meist beim Mann. Auch wenn Du meinst, dass es Dich betrifft, sei es Deine Berufswahl, Kindererziehung oder sonstwas, Gott möchte, dass der Mann als Gottes Abbild in Liebe zu seiner Frau entscheidet. Das nimmt eine Menge Stress von der Frau.

Ich sehe da also nicht viele Gebiete von größerer Bedeutung, die meine Frau nicht mit mir besprechen könnte, ihre Verantwortung ist es mir dies auch mitzuteilen.

Hat eines unserer Kinder massiv über die Strenge geschlagen, so will ich das wissen, denn die Bestrafung obliegt dann mir.

Was sich jetzt ersteinmal komisch anhört ist in der Praxis absolut angenehm, denn erst seitdem wir so leben ist unsere Ehe wirklich harmonisch und wir sind jetzt 24 Jahre verheiratet. Meine Frau will überhaupt keine Entscheidungen treffen und hat so auch kein Problem etwas kontrollieren zu müssen, das überlässt sie mir.

Ich höre aus Deinen Worte heraus, dass Du Dinge nicht abgeben willst, genau das aber Ist Gottes Wille und führt sicher zu mehr Zufriedenheit.
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Re: Gott und Leid/Probleme und Verantwortung

Beitragvon Helmuth » 21. März 2017 13:46

Jayne hat geschrieben:Aber ich habe teilweise auch etwas mehr aus der Nähe mitbekommen, was anderen passiert ist, z. B. verlor ein Bekannter vor einigen Jahren seine Frau an Krebs. Und wie es ihm danach ging, das war ziemlich schlimm mitzubekommen. Er verbrachte schließlich einige Monate in einer psychiatrischen Klinik mit Gerichtsbeschluss. Von Gott wollte er dann lange nichts mehr wissen.

Änlich ergeht es meinem Ex-Pastor. Einst mein Glaubensheld, Vorbild und größter Lehrer muss ich heute zusehe wie er an Depressionen und Burn-Out darniedeliegt. Ich könnte ihm Vorwürfe machen, weil ich ebenso mitbekommen habe, dass Eigenverschulden mit ein Rolle an seinem jetzigen Zustand spielt.

Weißt du was es bei mir beiwrkt? Viel Mitleid, Barmherzigkeit und es intensiviert meine Gebet für andere. Seine Frau will einen Gebetskreis einrichten. Da werde ich wohl dabei sein und dadurch zusehen, wie ich in diesem Fall praktisch helfen kann.

Wovon ich aber Abstand nehme ist, dass wenn es mir gut geht, ich mir nun Vorwürfe oder Gewissensbisse darüber mache, warum es mir besser als anderen geht. Ich kann für die Fehler anderer nichts, die eigene reichen mir durchaus. Daran habe ich genug zu arbeiten.

Es ist auch schwer Menschen in solche Phasen mit Römer 8, 28 zu konfrontieren, wiewohl es Wahrheit ist. Wenn sie sich etwas gefasst haben und zumindest wieder etwas Mut schöpfen, dann kann man ihnen erklären, dass Gott alles zum Besten hinentwickelt. Dafür bete ich dann auch.
Herzliche Grüße
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