Die Analogie zwischen DNS und Informatik

Bei der Betrachtung der Information auf einer Festplatte und auf der DNS (Abkürzung für Desoxyribonukleinsäure) stellen wir sehr große Ähnlichkeiten fest:

Die Festplatte enthält Information in Form der binären Zahlen 0 und 1, und die DNS enthält die Information in Form der 4 Basepaare Adenin, Thymin, Guanin und Cytosin.

Beide speichern wichtige Informationen, die das Arbeiten überhaupt ermöglichen.

Bild 1 zeigt einen sogenannten Hexdump von einer Applikation, wie sie auf der Festplatte abgespeichert ist

 

 

Bild 2 zeigt die DNS Sequenz eines Proteins, wie sie im menschlichem Erbgut gespeichert ist. Sie kann ebenfalls als ein "Hexdump" von einem Teil des Erbguts angesehen werden, wie sie in einem Zellkern gespeichert ist.

1 GTTTCTGCTT TTAAACTACT AAATATTAGT ATATCTCTCT ACTAGGATTA

51 ATGTTATTTT TCTAATATTA TGAGGTTCTT AAACATCTTT TGGGTATTGT

101 TGGGAGGAGG TAGTGATTAC TTGACAGCCC AAAGTTATCT TCTTAAAATT

151 TTTTACAGGT CCATGAAAAA GCAGATGACT TGGGCAAAGG TGGAAATGAA

201 GAAAGTACAA AGACAGGAAA CGCTGGAAGT CGTTTGGCTT GTGGTGTAAT

251 TGGGATCGCC CAATAAACAT TCCCTTGGAT GTAGTCTGAG GCCCCTTAAC

301 TCATCTGTTA TCCTGCTAGC TGTAGAAATG TATCCTGATA AACATTAAAC

351 ACTGTAATCT TAAAAGTGTA ATTGTGTGAC TTTTTCAGAG TTGCTTTAAA

401 GTACCTGTAG TGAGAAACTG ATTTATGATC ACTTGGAAGA TTTGTATAGT

451 TTTATAAAAC TCAGTTAAAA TGTCTGTTTC AATGACCTGT ATTTTGCCAG

501 ACTTAAATCA CAGATGGGTA TTAAACTTGT CAGAATTTCT TTGTCATTCA

551 AGCCTGTGAA TAAAAACCCT GTATGGCACT TATTATGAGG CTATTAAAAG

601 AATCCAAATT CAAACTAAAT TAGCTCTGAT ACTTATTTAT ATAAACAGCT

651 TCAGTGGAAC AGATTTAGTA ATACTAACAG TGATAGCATT TTATTTTGAA

701 AGTGTTTTGA GACCATCAAA ATGCATACTT TAAAACAGCA GGTCTTTTAG

751 CTAAAACTAA CACAACTCTG CTTAGACAAA TAGGCTGTCC TTTGAAGCTT

(A = Adenin; T = Thymin; G = Guanin; C = Cytosin. 3 Basen kodieren eine Aminosäure: GTT z.B. kodiert für die Aminosäure Valin).

Diese offensichtliche Ähnlichkeit der beiden "Hexdumps" hat mich auf die Idee gebracht, Chromosomen und Informatik miteinander zu vergleichen.

Das Ziel dieser Arbeit ist es nicht, die Evolution zu widerlegen und die Schöpfung zu beweisen, oder die Informationsverarbeitung des Gehirns mit Computern zu vergleichen.

Das Ziel dieser Arbeit ist es durch Begriffe aus der Informatik die Funktionsweise einer biologischen Zelle kurz und übersichtlich aufzuzeigen und Analogien zwischen Informations-verarbeitung und -speicherung in der Zelle zu heute existierenden Computern zu bilden. Dabei sollen so wenig fachspezifische Begriffe aus Biologie und Informatik verwendet werden, wie möglich.

Wenn wir uns mit Informatik beschäftigen, dann sollten wir zuerst einmal wissen, daß die Informatik eine eigenständige wissenschaftlich-technische Disziplin ist, deren Inhalt die Sammlung, Speicherung, Umformung, Übertragung und Bereitstellung von Information mittels spezieller Maschinen ist.

Die Molekularbiologen konnten in den letzten Jahrzehnten biologische Systeme identifiziert, die sehr ähnliche Aufgaben besitzen, wie die Informatik. Die biologischen "Maschinen" sind vereinfacht gesprochen die Zellen, die diese Aufgabe Übernehmen. In Tabelle 1 sind die Komponenten der Informationsverarbeitung in einem Computer mit einer biologischen Zelle zusammengestellt:

 

TABELLE 1. Vergleich der speziellen Maschinen

Information

Computer

Zelle

Umformung

CPU

Ribosomen

Übertragung und Bereitstellung

Datenbus

Cytoplasma

Speicherung

Harddisk

DNS

Sammlung

Interface

Kanäle und Poren

 

Ich möchte mit Ihnen einen Versuch unternehmen und diese biologische "Informations-Maschine" mit den heute üblichen Begriffen aus der Informatik neu zu begreifen, und einen kleinen Einblick geben in die biologischen Mechanismen und Strukturen. Was wir heute in der Biologie wissen und verstehen, ist nur ein kleiner Bruchteil davon, wie es wohl wirklich funktioniert, aber allein dies schon reicht aus zum Staunen.

 

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