HORIZONT
- der etwas andere Gottesdienst in Filderstadt - Bernhausen vom 23.11.2003 :Thema: Gott begegnen ! Aber wie ?
Begrüßung durch Andrea Hausmann:
Sind Sie Gott schon mal begegnet? Ich denke, mir ist Gott schon des öfteren begegnet, in ganz unterschiedlichen Situationen. Mal konnte ich das sofort erkennen, weil ein Stoßgebet prompt erhört wurde! Kaum ausgesprochen, schon klingelte das Telefon und das Problem löste sich dank „sogenannter glücklicher Umstände" in Wohlgefallen auf oder jemand bot gerade dann seine Hilfe an, wenn Mal wieder Land unter angesagt war. Das äußert sich dann meist in solchen Aussprüchen wie :"Dich schickt der Himmel!",„Du bist ein Engel!" oder „Das ist ein Geschenk des Himmels!" Doch es gab auch Augenblicke, in denen ich erst nach genauem Hinsehen Gottes Handschrift erkennen konnte und mir seine Gegenwart in dem Moment gar nicht klar war. In so einer Situation wünschte ich mir auch, dass das Telefon klingeln oder mir Gott einen schicken würde, der dann sagen sollte: "Hallo, Andrea, hier bin ich! Gott, dein Herr hat mich geschickt! Du hast ihn gerufen, du bist in Not, ich soll dir helfen. Mach ich doch gern für dich! Schau her, ich hab die Zeit für dich zurück gedreht, ich hab alles ausradiert. Jetzt ist alles wieder in Ordnung!" Leider war das überhaupt nicht so! Seine Art mir zu begegnen war ganz anders. Nicht so, wie ich es mir gewünscht hatte, aber so wie ich es zu diesem Zeitpunkt gebraucht habe. Ich ließ damals niemanden mehr an mich heran, war völlig am Ende, verzweifelt, hoffnungslos, allein! Und genau in dieser Situation, hat Gott sich in meinen Weg gestellt, ist mir auch dort begegnet - auf seine Weise!- Als ich aus eigener Kraft keinen Schritt mehr tun konnte, weil ich in der Sackgasse steckte, weil ich keinen Ausweg mehr sah, weil jeder Schritt den ich tat, ein weiterer Schritt Richtung Abgrund war. Dort hat er eingegriffen, ganz leise, aus dem Hintergrund die einzelnen Schritte zielsicher lenkend! Und später durfte und konnte ich erkennen, dass nur er es war, der mich in dieser schwierigen Situation gehalten und bewahrt hat. Dass ich ihm dort wirklich begegnet bin und dass ich vor ein paar Jahren die richtige Entscheidung getroffen habe, als ich mein Leben in seine Hände gab!
Gedanken zum Thema von Jürgen Hausmann:
Heute am Totensonntag oder Ewigkeitssonntag kann das genau die Kernfrage sein. Totensonntag, wenn unser Blick im Grab endet. Ewigkeitssonntag, wenn unser Blick über das Grab hinaus in die Ewigkeit geht. Dazwischen steht nur - Gott. Ich möchte es Ihnen selbst überlassen, ob Sie heute Totensonntag oder Ewigkeitssonntag feiern möchten.
Gott begegnen, ja diese Frage hat sich mir vor etwa 8 Jahren auch gestellt. Ich war damals schon 14 Jahre lang Athesist. Unsere Ehe war im 7. Jahr an einem Tiefpunkt angelangt. Meine Frau interessierte sich für Kirche oder so und machte einen Glaubensgrundkurs. Ich sah unsere Ehe in die Brüche gehen, weil meine Frau ihren Kurs geändert hatte. Daraufhin beschloß ich, mir die Sache mit der Kirche mal unverbindlich anzusehen. Nach ein paar Gesprächen mit dem Pfarrer war ich am Knackpunkt: Wie kann ich Gott begegnen ? Der Pfarrer gab mir eine Empfehlung: Beten Sie doch einfach jeden Tag: Gott, wenn es Dich gibt, gib mir bitte ein Zeichen. Das tat ich. Wochenlang geschah nichts. Dann bekam ich mein Zeichen. Als Naturwisenschaftler brauchte ich natürlich zur Sicherheit noch ein Zeichen. Auch das bekam ich. Ich wollte ursprünglich Gott ganz unverbindlich begegnen. Hatte ich nun meinen Erfolg ??
Nein - denn die Zeichen waren verbindlich! Gott ist zu mir verbindlich, obwohl ich ihn jahrelang verspottet habe. Da konnte selbst ich nicht mehr unverbindlich bleiben. Das ist nun 7 Jahre her und das hatte gewaltige Auswirkungen auf mein Leben. Unsere Ehe hat eine Erneuerung und Heilung erfahren. Werte haben sich verändert. Mir geht es seither nicht immer nur gut aber wenn ich jetzt hilflos am Boden liege richtet mich einer auf und das ist Gott selbst durch Jesus seinen Sohn. Und das alles begann mit dem kurzen Gebet: Gott, wenn es Dich gibt, gib mir bitte ein Zeichen.
Ansprache von Pastor Friedhold Vogel:
Gott begegnen, aber wie?
In einem Jugendzentrum gab es eine heiße Diskussion über die Bibel. „Alles Wiedersprüche" – behaupteten die Jugendlichen. Aber ich konnte ihre Argumente entkräften. Die Gesprächsrunde wurde plötzlich unterbrochen, als ihr „Boss" den Raum betrat. Als er hörte, um was es ging, begann alles noch einmal von vorn. Aber als ich ihm unvermittelt die Frage stellte, ob er Interesse daran habe, Gott persönlich kennen zu lernen, veränderte sich alles. Plötzlich stand die Frage im Raum: „Wie kann man Gott begegnen?" In einem Gebet, das wir später sprachen, machte jener junge Mann die Erfahrung der Nähe Gottes.
Die Frage „Gott begegnen, aber wie?" ist zunächst ein Beweiß für die Realität Gottes.
Wenn es keinen Gott gäbe, würde niemand nach ihm fragen. Ein Philosoph sagte: Wenn es kein Wasser gäbe, hätte niemand Durst." Durst ist der Beweiß, dass es Wasser gibt. Die Frage nach Gott, die in allen Religionen und in allen Kulturen aller Jahrtausende gestellt wurde, ist ein Beweiß, dass es Gott gibt.
Die Frage „Gott begegnen, aber wie?" lässt erkennen, dass der Mensch Gott verloren hat.
Unsere beiden Töchter haben noch nie die Frage gestellt: „Wer ist unser Vater. Wie ist unser Vater? Wie können wir ihm begegnen?" Sie haben meine Frau und mich von „der ersten Stunde an" erlebt. Wir waren für sie da, sprachen mit ihnen, spielten mit ihnen, lernten mit ihnen ... Wer nach Gott fragt, hat noch keine persönlich Beziehung zu ihm. Die Bibel zeigt am Beispiel des „Sündenfalls" dieses Urproblem der Menschheit.
Die Frage „Gott begegnen, aber wie?" kann, seit Jesus Christus kam, klar beantwortet werden.
Ich verwende dazu das Beispiel einer Glühbirne. Es gibt für eine Glühbirne zwei Möglichkeiten: Sie kann außerhalb des Stromkreises sein, oder sie kann mit dem Stromkreis in Verbindung sein. Diese zwei Möglichkeiten gibt es auch für den Menschen. Dabei geht es allerdings nicht um elektrischen Strom, sondern um Gott. Ein Mensch kann mit Gott in Verbindung sein, oder er kann getrennt von Gott sein.
Sie wissen, dass sich eine Glühbirne nicht selbst mit dem Stromkreis in Verbindung bringen kann. Sie braucht eine Hand, die sie ergreift und in die Fassung schraubt. Das gilt auch im übertragenen Sinn für den Menschen im Blick auf Gott. Hören Sie dazu einen zentralen Satz der Bibel: „Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn" (Galater 4,4). Sie können das auch so lesen: „Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seine rechte Hand" – die Hand, die Sie ergreifen möchte. Die Hand, die Sie mit dem ewigen Stromkreis – Gott – vereinen kann. Es ist die Hand, in der Gottes Herz schlägt. Die Hand, die einen Namen hat: JESUS!
Friedhold Vogel, 23.11.2003.
Wir empfehlen hier das Buch von Friedhold Vogel Gott begegnen aber wie ? Hänssler ISBN 3-7751-4037-9 . In diesem kleinen Buch bringt Friedhold Vogel auf 78 Seiten das Wichtige am Christsein auf den Punkt.
Segen, gesprochen von Andrea Hausmann
Gott, halte dich in seiner Hand, wenn die Klippen steil sind.
Gott, halte dich in seiner Hand, wenn die Nacht trostlos ist.
Gott, halte dich in seiner Hand, auf dem Weg, den du beschreitest.
Gott, halte dich in seiner Hand, und erfülle dich mit seinem Segen!
Amen!
23.11.2003 JH/ZT