HORIZONT - der etwas andere Gottesdienst in Filderstadt - Bernhausen vom 21. 4.2002 :


Thema: Hauptsache gesund ! ?


Begrüßung durch Andrea Hausmann:

Herzlich willkommen liebe Kinder und liebe Erwachsene bei unserem Horizont-Gottesdienst. Ich freue mich, dass wir heute wieder diesen etwas anderen Gottesdienst feiern dürfen und lade Sie jetzt ein, dass wir dies miteinander tun, im Namen und zur Ehre Gottes des Vater, des Sohnes Jesus Christus und des Heiligen Geistes. Amen!

Hauptsache gesund!? Diese Aussage begegnet uns immer wieder. Oft auch als Antwort auf die gut gemeinten Geburtstagswünsche: Alles Gute und viel Gesundheit! Ich höre dann sehr oft, ja, des isch´s wichtigste. Oder vor der Geburt eines Kindes. Es ist egal was es wird, Hauptsache gesund!

Doch was ist, wenn das Kind nicht gesund zur Welt kommt. Oder was wünschen wir zum Geburtstag, wenn wir wissen, die guten Wünschen treffen jemanden, der nicht gesund ist und auch nie wieder gesund werden wird? Stehen wir dann nicht oft hilflos da und wissen nicht was wir überhaupt wünschen sollen, denn das was für Gesunde so selbstverständlich und deshalb auch leicht zu wünschen ist, wird plötzlich zu leeren Worten!

Die vermeintliche "Hauptsache" des Lebens "die Gesundheit" ist weg, einfach ausradiert? Und dann? Ich stelle deshalb jetzt ganz bewusst die Frage: Hauptsache gesund!? Ist das das wichtigste in meinem Leben? Die Antwort fällt aus der Sichtweise eines Kranken betrachtet bestimmt ganz anders aus, als aus der Sicht eines Gesunden. Vor allem kann ich mich als Gesunder denn überhaupt in die Lage versetzen, wie ist es, wenn ich unheilbar krank wäre? Vermutlich nicht so einfach. Trotzdem lohnt es sich bestimmt immer, sich rechtzeitig mit diesem wichtigen Thema auseinanderzusetzen, denn heute gesund bedeutet noch lange nicht für immer gesund. Ich wünsche uns, dass wir durch diesen Gottesdienst dazu angeregt werden, diese Aussage für unser Leben neu zu überdenken und vielleicht auch eine neue Sichtweise zu erhalten!  


Weitere Gedanken zum Thema von Jürgen Hausmann:

 

Hauptsache gesund! Ja das war schon auch mein Motto im Leben. "Lieber reich und gesund als arm und krank" habe ich öfter gesagt. Das hat sich dann durch meinen Glauben an Jesus geändert.Wer mich kennt, der weiss, dass ich das dann auch konsequent durchziehe. Wenn ich also dann jemandem zum Geburtstag gratulierte: "Alles Gute, viel Gesundheit und Gottes Segen fürs nächste Jahr" kam dann oft die Zustimmung "Ja Gesundheit ist doch das Wichtigste" Darauf habe ich dann meist geantwortet: "Ich glaube nicht, dass Gesundheit das Wichtigste ist" Das wurde oft überhört, hat zu mancher Diskussion geführt, doch für mich am eindrücklichsten war die Antwort meiner Mutter vor ein paar Jahren: "Alles Gute, ... "Ja, Gesundheit ist doch das Wichtigste .. "Ich glaube nicht, ... Meine Mutter dachte nach und sagte: Jürgen, ich glaube Du hast recht, ich habe schon viele kranke Menschen, auch im Rollstuhl beobachtet und da haben manche eine so positive Ausstrahlung das ist fast unbegreiflich. Andererseits kenne ich Menschen, die sind kerngesund aber machen einen keinesfalls glücklichen Eindruck. Die Gesundheit kann da nicht das Ausschlaggebende sein. Das gab mir sehr zu Denken - bis heute. Ja - Hauptsache gesund - oder nicht Hauptsache gesund ! Dazu werden wir noch mehr von unserem heutigen Referenten hören. Den möchte ich Ihnen jetzt kurz vorstellen.

Unser heutiger Referent ist Diplom Biologe und er arbeitet in der Medizinelektronik. Er hat eine Frau und 2 Kinder. Ich hatte das Vergnügen, einige Jahre mit ihm als Kollegen zusammenzuarbeiten. Er zählt zu meinen besten Freunden und daher möchte ich Sie bitten, mich zu entschuldigen, wenn ich ihn duze. Der Name unseres Referenten ist : Zoltan Takacs.

 


Ansprache : "Hauptsache gesund ! ?" von Diplom Biologe Zoltan Takacs aus Tübingen.

 

1) Was heisst eigentlich "Hauptsache gesund"?

 

Wir leben in der Zeit des Körperkultes, in der Aussehen und Outfit zunehmend an Bedeutung gewinnen. Der Körper muss perfekt inszeniert und entsprechend kultiviert werden. Keiner ist vor dieser Entwicklung gefeit, auch Christen nicht. „Gesundheit weiß der Mensch besonders dann zu schätzen, wenn er sie gerade nicht hat" ..– was nun, wenn der Gesunde und Fite plötzlich krank wird? Krank zu sein bedeutet nicht nur, körperlich Schmerzen erleiden zu müssen – Nein, wer krank ist, fühlt sich von der Welt der Gesunden ausgeschlossen. Gilt auch dann der Slogan: „Hauptsache gesund?".

In den letzten Jahren hat sich die Gentechnik als der Lieferant für Gesundheit zur Hauptsache in unserer Gesellschaft hochgearbeitet. Schöner, glücklicher, gesunder durch Gentechnik! Aber auch Stimmen werden laut, die sagen: unsterblich durch Gentechnik. Ja - genau, das wollen wir sein - Sieg über den Tod durch Gentechnik.

Unser Vorrat an Lebenszeit verkleinert sich ständig und der Weg in die Ewigkeit verläuft über einem körperlichen Verfall mit vielen negativen Nebenerscheinungen. Eigentlich wird das einem selten bewusst auch wenn viele eine ganze Menge gegen das Altern unternehmen und es bereit sind, dafür einige körperliche Torturen auf sich zu nehmen und manches Geld auszugeben um möglichst lang jung, gesund und fitt zu bleiben.

Aber auch die Forscher unterliegen zur Zeit fieberhaft dem Traum des ewigen Jungseins und sehen in Zukunft einen neuen Sapiens kommen, der buchstäblich biblisches Alter erreicht und mit hundert Jahren gerade den Zenit seiner Jugendzeit erleben wird.

 

2) Wo geht es denn hin mit uns, wenn unsere Ansicht "Hauptsache gesund" ist?

 

1. Mose 1, 27 "Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Weib."

1. Mose 1, 31 "Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut."

 

Der Mensch schuf den Menschen nach seinem Bilde - von Marnfred Fischer aus "Licht und Kraft 27-Januar-2002"

"Der Mensch sprach: Lasst uns die Gene erforschen und die Informationen enträtseln, die sie enthalten. Lasst uns finden, wo Krankheit und Gestörtheit begründet sind. Lasst uns den Menschen schaffen, der nicht versagt, nicht falsch funktioniert, einen unverführbaren, nicht alternden Menschen. Und so schuf der Mensch Menschen nach seinem Bilde, als ängstliche, gehorsame Arbeits- und Nutz-tiere schuf er sie, als aufbegehrende Außenseiter, als vollgefressene Fernsehalkoholiker, als abgeschobene Kinder, als Flüchtlinge und Kriegsopfer. Nach keinem Bilde mehr, sondern nach einer Karikatur und Fratze schuf er sie: einsam, gehemmt und gemein, hübsch, gepflegt und ohne Liebe, oberflächlich und anspruchsvoll, Männer und Frauen, die nicht mehr fruchtbar sein wollten. Und der Mensch verfluchte die Menschen auf übervölkerter Erde und sprach: Seid ja nicht mehr fruchtbar und mehret euch nicht mehr, sondern haltet allenfalls den Bestand mit Pille und Sterilisation. Darum herrschet übereinander, die Wissenden über die Unwissenden, die Fortgeschrittenen über die Unterentwickelnten, und macht euch gegenseitig untertan.

Und der Mensch sah an alles, was er gemacht hatte. Und siehe da, es war gut und aussichtslos schlimm zugleich. Da ward zwischen Abend und Morgen die Krise der Erde und unter der Menschheit: der Auftrag und die Gaben Gottes vertan, die Zukunft verdunkelt und die Sinnfrage brennend."

 

3) Was bedeutet "Gesundwerden" im biblischen Sinne?

 

Immer wieder muss ich staunen, wie „gesund" die biblische Botschaft ist, nicht zuletzt was auch die Gesundheit betrifft. Alte Sätze strahlen eine Weisheit aus, die nicht überholt sondern nüchtern wirken.

Was für Gott zählt ist allein die Beziehung zu ihm, in der die Vergangenheit, die Gegenwart aber auch die Zukunft miteingeschlossen ist. Für mich wirklich eine gute, schöne und vor allem gesunde Botschaft!

Doch wie bekomme ich eine Beziehung zu dem lebendingen Gott, den Schöpfer von Himmel und Erde? Dazu eine Geschichte aus Lukas 17, 11ff:

Es war, als Jesus nach Jerusalem wanderte, im Grenzgebiet zwischen Galiläa und Samaria.
Da begegneten ihm bei einem Dorfeingang zehn aussätzige Männer. Sie blieben in einiger Entfernung stehen und fingen laut zu rufen an: "Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns!"
Als er sie sah, sagte er zu ihnen: "Geht, zeigt euch den Priestern", und unterwegs wurden sie gesund.

Einer von ihnen kehrte um, als er sah, dass er geheilt war. Laut lobte er Gott, warf sich vor Jesus nieder und dankte ihm. Es war ein Mann aus Samaria.
Da fragte Jesus: "Es sind doch zehn gesund geworden. Wo sind die andern neun? Ist also von allen nur dieser Fremde zurückgekehrt, um Gott zu danken?"
Und er sagte zu ihm: "Steh auf und geh. Dein Glaube hat dich gerettet.".

Zu dem Gesundwerden der zehn Aussätzigen gibt es also noch eine Steigerungsmöglichkeit: die Rettung. Diese wird durch Umkehren erlangt, die den Wechsel der Wegrichtung bedeutet. Der Eine kehrt zu Jesus um und dankt ihm für sein "Gesundwerden".

Wir dürfen Gesundheit als Gabe Gottes verstehen und fröhlich annehmen. Doch sollten wir bedenken, dass die Umkehr zu Jesus und der Glaube an Ihm als unseren Herrn das Leben rundum "gesund macht".

Amen.

 


 

Segen von Andrea Hausmann:

Vater,

Dein Segen umstrahle uns wie die Strahlen der Sonne, die uns erwärmen.

Dein Segen belebe uns wie der Wind, der uns über die Haut streicht, und der Regen, der alles erfrischt.

Dein Segen umgebe uns, wie Licht und Dunkelheit, die uns Leben und Ruhe schenken.

So segne Du uns Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist.