Gedanken aus Predigt im "Horizont"-Gottesdienst
am 9.März.1997 von Ulrich Mack, Bernhausen
Wie ist das mit dem Wert - wenn das nur so klar wäre ...
Am einfachsten ist das noch bei der Briefmarke: eine 80-Pfennig-Marke ist 80 Pfennig wert. Aber was kostet ein Salat oder ein Liter Heizöl oder eine Barren Gold? Da schwanken die Preise. Spezialisten sagen dann was von Wertsteigerung und Wertverlust - und warum der Wert steigt und warum er fällt und wie er überhaupt zustande kommt. Beim Heizöl ist das manchmal schwer und beim Gold auch - und ich behaupte jetzt: Bei uns auch.
Vielleicht haben Sie noch nie so richtig darüber nachgedacht: Was bin ich eigentlich wert? Was ist an mir wertvoll?
Satz 1: Jeder Mensch lebt davon, daß er was wert ist.
Wer nur Wertlosigkeit erfährt, geht ein. Wem man jeden Tag klarmacht: Du bist eigentlich nichts wert, der verwelkt wie eine Schnittblume.Darum basteln wir jeden Tag an unserem Wert - bewußt oder unbewußt. Wir wollen gern, daß wir etwas wert sind. Und wir messen diesen Wert auch. An was?
Ein paar Maßstäbe, an denen wir ständig unseren Wert bemessen:
Satz 2: In Krisen kommen wir dann, wenn unser Wert sinkt.
In der Leistung: der junge da kann's besser als ich. Oder einfach: Ich bin alt und kann nicht mehr so (Chef: Sie bringen nur noch 60 %). Oder was, wenn einer krank wird, behindert, gelähmt?
In Krisen kommen wir dann, wenn unser Wert ins Schwanken kommt.Viele Persönlichkeitskrisen hängen mit unserem Selbstwert zusammen.Viele Ehekrisen sind Folgen von Schwankungen in der gegenseitigen Wertschätzung.Die Folgen von verlorenem Selbstwert sind in der BRD über 1800 Selbstmorde jährlich und noch viel mehr Versuche. Die Folgen von Wertverlust sind Streit und Trennung und sind Flucht in Süchte.
Wie gehen wir um mit unserem Wert und Selbstwert?
Kämpfen wir weiter? Augen zu und durch? Es wird schon abwärts gehen - Und irgendwann sind wir eben nichts mehr wert, und man trägt uns hinaus?das kann's ja wohl nicht sein.
Was dann?
Satz 3: Wir sind wertvoller, als wir uns je selbst einschätzen können.
Ich weiß es von einer Widmung. Eine Widmung macht z.B. ein Buch viel wertvoller, einmalig, zu etwas ganz Besonderem. In Ihr Leben ist eine Widmung geschrieben.Wo die steht? - Im Wort Gottes, der Bibel.
1. Widmung - aus dem Alten Testament: Du bist wunderbar gemacht - ein Geschöpf aus Gottes Hand.
Einmalig, Original, nicht geklont, nicht kopiert, kein Massenprodukt. So, wie Gott dich gemacht hat, ist es gut - mit dem Aussehen, mit den Begabungen - mach nicht dran rum. Gott hat sich was dabei gedacht - und er hat dich so gemacht - und so bist du wertvoll.
Vielleicht gibt es dagegen auch viele ABER: bei mir ist doch so viel verkorkst - da sind so viele Minuszeichen in mein Leben gekommen:
Lauter Minuszeichen im Leben, die gegen diese Widmung sprechen.Wie kann ich meinen Wert so hoch ansetzen?
2. Widmung: Ihr seid teuer erkauft
Paulus: Da kam einer - Jesus Christus - der hat den Wertverlust geblickt - und er hat das nicht wollen.
Gottes Geschöpfe sollen nicht an Wert verlieren, sollen nicht verloren werden,
darum setzte dieser eine sich ein - dieser Jesus Christus.
Nicht bloß mit guten Worten, nicht bloß mit guten Taten, er setzte sich selber ein - ihn hat es das Leben gekostet.
Und er hat selbst einmal kurz vor seinem Tod gesagt: Ich gebe mein Leben hin wie eine Bezahlung - ein Lösegeld. Er setzt sein Leben ein gegen den Wertverlust unseres Lebens.
Denken Sie sich: Sie nehmen jetzt alles, was den Wert Ihres Lebens drückt, alles was Sie bedrückt macht und wertlos, alles, was sie an sich zweifeln läßt - und legen es an das Kreuz Jesu - und er nimmt es mit in seinen Tod.
Und er - Jesus - legt Ihnen die Hand auf die Schulter, er umarmt sie und sagt: Du, ich habe deinen Wert für dich bezahlt. Du bist Gott so viel wert, daß ich für dich sterbe.Du bist so viel wert, daß ich dafür bezahle.
Trotz aller Minusse. Vielleicht hilft Ihnen das Bild: Gott hat vor die Klammer unseres Lebens ein PLUS gesetzt. (Kreuz)
Jetzt kommt es darauf an, entsprechend diesem Wert zu leben.
Paulus in 1Kor 7: Werdet nicht der Menschen Knechte - anders übersetzt: Macht euch nicht zu Sklaven menschlicher Maßstäbe.