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Warum waren Zöllner in der Bibel so unbeliebt?


Im Neuen Testament wird immer in einem Atemzug von Zöllnern und Sündern gesprochen. Was ist denn daran so schlimm Zöllner zu sein? Sind heutige Zollbeamte auch Sünder?

Hehe, nein das System funktioniert heute zum Glück etwas anders als damals.
Um das ganze zu verstehen muss man sich etwas in die damalige Zeit versetzen. Das Gebiet des heutigen Israels war damals besetzt - und zwar von den Römern, die das Land erobert hatten. Die Römer waren bei den Juden daher logischerweise alles andere als beliebt.
Damit Rom seinen Staatshaushalt finanzieren konnte, hat es an vielen Stellen Wegzoll verlangt. Das waren meistens zentral gelegene Brücken, Stadttore oder Durchgänge - in der Regel eben Örtlichkeiten die man als Reisender kaum umgehen konnte. Die Zöllner (bei Steuereinziehern wurde übrigens meist ähnlich verfahren) die Rom eingesetzt hat, waren aber in aller Regel keine römischen Bürger, sondern Leute aus dem jeweils besetzten Land - also im Falle des Neuen Testaments eben Juden. Hier haben also Juden faktisch gemeinsame Sache mit der ungeliebten Besatzungsmacht Rom gemacht und alleine das wird sicherlich nicht unbedingt zu großer Beliebtheit geführt haben.
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Diese Zolleinnehmer bekamen aber von Rom meist kein festes Gehalt, sondern durften sich ihr Gehalt quasi auf den Wegzoll aufschlagen. Also wenn ein Zöllner beispielsweise 4 Quadrans (etwa 2 Euro) an Zoll verlangt hat, musste er davon wohlmöglich nur 3 Quadrans an Rom abgeben. Ob die Zöllner den Aufschlag selber bestimmen konnten oder ob es einen fest von Rom vorgeschriebenen Satz gab ist nicht bekannt, letzteres ist aber wahrscheinlicher. Hier ist es allerdings sehr regelmäßig vorgekommen, dass die Zöllner einfach mehr verlangt haben als nötig war, bzw. als ihnen zustand. Deswegen waren die Zöllner meistens sehr reiche aber auch sehr unbeliebte Leute, da sie ihren Reichtum auf Kosten des Volkes bekommen hatten.
Das muss man sich so vorstellen, dass wenn man heute zum Amt geht und einen Personalausweis beantragt und genau weiß, dass der 16 Euro kostet, der Beamte aber 120 Euro dafür verlangt und man einfach nichts dagegen tun kann.
Somit galt das Wort "Zöllner" zur neutestamentlichen Zeit als Schimpfwort und die Leute haben deshalb über Jesus gelästert, weil er mit diesen unbeliebten Personen zusammen war und sogar bei ihnen einkehrte:
Matthäus 9, 9-11 (Schlachter):Und als Jesus von da weiterging, sah er einen Menschen an der Zollstätte sitzen, der hieß Matthäus; und er sprach zu ihm: Folge mir nach! Und er stand auf und folgte ihm nach.
Und es geschah, als er in dem Haus zu Tisch saß, siehe, da kamen viele Zöllner und Sünder und saßen mit Jesus und seinen Jüngern zu Tisch. Und als die Pharisäer es sahen, sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum ißt euer Meister mit den Zöllnern und Sündern?

Jesus hasst zwar die Sünde, aber er liebt die Sünder. Er hatte keinerlei Berührungsängste, sondern hat sogar die Gemeinschaft der Leute gesucht, die der Abschaum der Gesellschaft waren. Aus einigen von ihnen sind mächtige Streiter im Glauben geworden. Der berühmteste Zöllner ist sicherlich Matthäus, welcher das Matthäus-Evangelium verfasst hat.

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