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Aber Jesus warnt doch mehrfach vor falschen Propheten und Menschen die in seinem Namen Wunder tun?


Jesus warnt an mehreren Stellen der Bibel vor falschen Propheten und Leuten die in seinem Namen Wunder vollbringen und Dämonen austreiben. Das zeigt doch deutlich, dass die Lehre von Heilung nicht von Gott kommt.

Wie immer erstmal die besagte Bibelstelle in Bezug auf die Wunder:
Matthäus 7,21-23 (Schlachter 2000):Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut. Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wundertaten vollbracht? Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, ihr Gesetzlosen.


Wichtig ist, dass wir auch hier diese Bibelstelle wieder genau lesen, nichts wegnehmen und vor allem nichts hinzufügen was hier nicht steht. Jesus sagt hier, dass "viele" in seinem Namen Wunder tun werden, welche ihn nicht kennen. Er sagt nicht, dass Wunder grundsätzlich nicht sein Wille sind oder generell nicht mehr stattfinden und er sagt auch nicht, dass er alle Menschen welche in seinem Namen Wunder tun, ablehnt.
Wir dürfen hier nicht verallgemeinern. Jesus bzw. Gott sagt an keiner Stelle der Bibel, dass Zeichen und Wunder nicht sein Wille sind. Ansonsten könnte man mit der gleichen Argumentation auch behaupten, dass es nicht Gottes Wille sei, dass wir ihn "Herr" nennen, denn Jesus sagt hier ja auch (Vers 21), "Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen." Wenn man diese Bibelstelle also hernimmt um zu "beweisen" dass Wunder nicht im Willen Gottes liegen, der der "beweist" gleichzeitig damit, dass es nicht in seinem Willen liegt, dass wir ihn "Herr" nennen.

Aber wer ist hier gemeint?


Wen meint Jesus in dieser Bibelstelle? Können damit überhaupt wiedergeborene Christen gemeint sein? Leute die daran glauben, dass Jesus für Ihre Sünden gestorben ist?
Nun, wir lesen hier davon, dass im Namen Jesu Wunder getan wurden, es steht hier aber nichts davon, dass diese Personen auch an Jesus selber, an sein Erlösungswerk geglaubt haben. Im Johannes-Evangelium gibt uns Jesus mehrfach sehr einfache Kriterien dafür, was nötig ist, um gerettet zu werden.
Johannes 3,16 (Schlachter 2000):Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.

Jeder, der an Jesus Christus als seinenen Erlöser glaubt, jeder der glaubt, dass Jesus für seine Sünden gestorben ist, wird ewiges Leben haben. Nicht "manche", die an ihn glauben... Nicht "einige" die an ihn glauben, sondern JEDER (oder nach Luther "alle")! Wenn also jemand an ihn glaubt, wird er gerettet werden und Jesus wird ihn nicht von sich weisen. Ob diese Person nun im Namen Jesus Zeichen und Wunder getan hat oder nicht, spielt keine Rolle. Da nirgendwo in der Bibel zu lesen ist, dass Zeichen und Wunder an sich etwas negatives sind, wir aber auch an keiner Stelle lesen, dass Zeichen und Wunder unbedingt erforderlich sind, sind sie einfach nicht wichtig wenn es um das Thema "Erettung" geht und in obiger Bibelstelle in Matthäus 7 geht es eindeutig darum, ob jemand in das Himmelreich kommt, oder nicht.
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Wir sehen also, dass Jesus hier mit großer Wahrscheinlichkeit Leute meint, die seinen Namen missbrauchen, Leute die keine Beziehung zu ihm haben.
Einen weiteren Hinweis finden wir am Ende des Verses 23:
Matthäus 7,23 (Schlachter 2000):Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, ihr Gesetzlosen.


Hier nennt Jesus die betroffenen Menschen "Gesetzlose". Das heißt, dass es sich hier um Leute handelt, die nicht nach dem Gesetz Gottes leben. Ein wiedergeborener Christ kann aber per Definition nicht "gesetzlos" sein, denn er hat Gottes Gesetz in Form des Heiligen Geistes in seinem Herzen:
Hebräer 10,16-17 (Schlachter 2000):»Das ist der Bund, den ich mit ihnen schließen will nach diesen Tagen, spricht der Herr: Ich will meine Gesetze in ihre Herzen geben und sie in ihre Sinne schreiben«, sagt er auch: »An ihre Sünden und ihre Gesetzlosigkeiten will ich nicht mehr gedenken

Wessen haben sich diese Leute also schuldig gemacht?
Ganz einfach: Sie haben den Willen des Vaters nicht getan:
Matthäus 7,21 (Schlachter 2000):Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.

Man darf hier also nicht die Ursache und Wirkung verdrehen. Der Grund dafür, dass Jesus die genannte Gruppe von sich weist liegt also nicht darin, dass sie in seinem Namen Wunder getan haben sondern darin, dass sie den Willen des Vaters nicht getan haben.
Jetzt könnte man natürlich leicht behaupten, dass der Verstoß gegen Gottes Willen ja gerade in dem Vollbringen von Wundern in Jesu Namen bestand - das hieße aber zwangsweise, dass Zeichen und Wunder generell nicht Gottes Wille sind.
Hierfür finden wir allerdings keinen biblischen Beleg. Jesus, der uns in allem ein Vorbild war (Johannes 13, 15), hat keine Gelegenheit ausgelassen um Zeichen und Wunder zu tun und Leute zu Heilen. Wenn es also nicht Gottes Wille gewesen wäre, hätte Jesus gesündigt und gegen Gott rebelliert. Wenn Jesus aber gesündigt hätte, wäre das ganze Erlösungsprojekt schon im Anfang gescheitert gewesen. Jesus konnte nur für uns sterben, weil er selber ohne Sünde war (2. Korinther 5, 21).
Aber Jesus macht noch viel mehr, er gibt uns sogar den direkten Auftrag, Wunder zu tun, Dämonen auszutreiben und Kranke zu heilen:
Matthäus 10,8 (Schlachter 2000):Heilt Kranke, reinigt Aussätzige, weckt Tote auf, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr es empfangen, umsonst gebt es!

oder im bekannten Missionsbefehl, der auch heute noch allen Nachfolgern von Jesus gilt:
Markus 16,15-18 (Schlachter 2000):Und er sprach zu ihnen: Geht hin in alle Welt und verkündigt das Evangelium der ganzen Schöpfung! Wer glaubt und getauft wird, der wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.
Diese Zeichen aber werden die begleiten, die gläubig geworden sind: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, sie werden in neuen Sprachen reden, Schlangen werden sie aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nichts schaden; Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden.

Hier führt Jesus genau die Dinge aus Matthäus 7 als "Zeichen" auf welche jedem Gläubigem folgen sollten. Zeichen und Wunder sind also eher der Normalzustand als die Ausnahme - so jedenfalls war es von Jesus ursprünglich gedacht.

Der Name Jesus?


Interessant ist aber, dass sich hieran zeigt, wie mächtig der Name Jesus ist. Er funktioniert auch bei Leuten, die nicht wiedergeboren sind, die nicht an ihn glauben. Es ist möglich, dass Ungläubige Leute im Namen Jesus Christus Wunder wie z.B. Heilungen bewirken können. Ein Beispiel davon finden wir auch in der Bibel im Lukas- sowie im Markusevangelium:
Lukas 9, 38 (Schlachter 2000):Johannes aber antwortete und sprach: Meister, wir sahen jemand, der in deinem Namen die Dämonen austrieb, und wir wehrten es ihm, weil er [dir] nicht mit uns nachfolgt. Und Jesus sprach zu ihm: Wehrt ihm nicht! Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.


Hier haben wir also genau die Gruppierung welche Jesus ursprünglich gemeint hat: Leute welche in seinem Namen Wunder tun, die ihm aber nicht nachfolgen. Interessanterweise sieht Jesus diese Sache dort sogar relativ entspannt und holt die Jünger die schon ziemlich am Hyperventilieren waren erstmal wieder auf den Boden herunter.

Sind wir heute nicht manchmal auch so wie die Jünger damals? Dass wir schnell dabei sind, andere Leute und Gruppierungen zu verurteilen? Ist es Zufall, dass Jesus direkt vor der Warnung vor den falschen Propheten in Matthäus 7 zu allerst vor dem Richten warnt (Matthäus 7,1-6)... davor, mit dem Finger auf andere zu zeigen?

Ich glaube nicht...
Wir sehen also, dass wir eine Gruppierung oder Gemeinde nicht einfach verurteilen können, nur weil dort zu viele (oder zu wenig) Wunder passieren. Jesus hat uns hier in diesem Zusammenhang nur ein einziges Beurteilungskriterium mit auf den Weg gegeben: Wir werden diese Leute den Früchten erkennen (Matthäus 7,16). Sind die Früchte gut? Bekommt Gott für die Wunder die Ehre? Übergeben Leute durch die Wunder ihr Leben an Jesus? Dann sind es gute Früchte. Bekommt jemand anderes die Ehre? Werden Menschen von Jesus abgebracht? Dann sind es schlechte Früchte.
Bevor wir andere richten sollten wir uns also zuerst immer fragen: "Was bringe ICH für Früchte? Bin ICH besser als der da? Bin ich nur eifersüchtig, dass Gott jemanden wie den benutzt?" Ist es meine Aufgabe dafür zu sorgen, dass vor jemandem wie dem gewarnt wird?
Ich finde es immer sehr traurig, wenn ich Prediger sehe die es sich offensichtlich zur Lebensaufgabe gemacht haben vor charismatischen Gemeinden zu warnen. Ist das unsere Berufung als Christ? Selbst wenn ich der Meinung bin, dass eine bestimmte Kirche oder Denomination in bestimmten Punkten falsch liegt - muss ich dann mit aller Kraft gegen diese Geschwister ankämpfen? Wäre es nicht vielmehr richtig ins Gebet zu gehen und für diese Geschwister zu beten, als sie öffentlich zu diffamieren vor ihnen zu warnen weil die dortige Lehre "vom Teufel" kommt?
Natürlich läuft in vielen Gemeinden vieles falsch, aber KÖNNTE es sein, dass es zwischen "göttlich" und "satanisch" noch eine Abstufungen gibt, nämlich "menschlich"???

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