• PM
  • Friendship
  • News
ACHTUNG: Leider hatten wir in den letzten Tagen einige Datenbankprobleme, wodurch auch einige Benutzer-Accounts betroffen sind (und Login-Probleme entstehen könnten)

Hier klicken für weitere Informationen und Hilfe

War Jesus geisteskrank oder verrückt?


Es ist ziemlich schwer nachvollziehbar, dass Jesus wirklich der Sohn Gottes sein soll. Ist es nicht wahrscheinlicher, dass er das lediglich selber geglaubt hat? War Jesus vielleicht einfach nur geistesgestört und hat sich nur eingebildet Gott, bzw. Gottes Sohn zu sein?

Rein von den Fakten her betrachtet scheint diese These gar nicht so leicht von der Hand zu weisen sein, den Jesus mag tatsächlich ein wenig so gewirkt haben, als hätte er nicht alle Tassen im Schrank.

Im Markus-Evangelium steht, dass Jesus von sich behauptet hat, der Sohn Gottes zu sein - und er hat sich dafür freiwillig hinrichten lassen:
Markus 14, 61-64 (Schlachter):[...]Wieder fragte ihn der Hohepriester und sagte zu ihm: Bist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten? Jesus aber sprach: Ich bin's. Und ihr werdet den Sohn des Menschen sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen mit den Wolken des Himmels! Da zeriss der Hohepriester seine Kleider und sagte: Was brauchen wir weitere Zeugen? Ihr habt die Lästerung gehört. Was meint ihr? Und sie fällten alle das Urteil, dass er des Todes schuldig sei.

Dass er in vollem Bewusstsein gelogen haben soll, um sich als Sohn Gottes zu bezeichnen, ist mehr als unlogisch, da er sich damit sein eigenes Grab geschaufelt hat. Selbst wenn er sich durch Betrug zu einem großen Führer machen wollte, wäre er wohl kaum bereit gewesen dafür auch zu sterben. Das hätte niemand gemacht, der noch halbwegs bei Verstand ist...
Bild
Somit bleiben nur zwei Möglichkeiten: Entweder stimmt das was er gesagt hat, oder Jesus war nichts weiter als ein durchgeknallter Irrer, ein Geisteskranker, ein Gestörter, der nicht wußte was er tat und sich selbst für etwas hielt, was er gar nicht war.

Um zu ergründen, ob Jesus nur ein armer Irrer war, wollen wir uns mal ein paar Bibelstellen anschauen, die von diversen Bibelkritikern gerne herangezogen werden:

Epileptischer Anfall bei der Tempelreinigung:


Matthäus 21, 12-14 (Schlachter):Und Jesus ging in den Tempel hinein und trieb heraus alle Verkäufer und Käufer im Tempel und stieß die Tische der Geldwechsler um und die Stände der Taubenhändler und sprach zu ihnen: Es steht geschrieben (Jesaja 56,7): "Mein Haus soll ein Bethaus heißen«;ihr aber macht eine Räuberhöhle daraus. Und es gingen zu ihm Blinde und Lahme im Tempel und er heilte sie.
Hierzu wird von Kritikern immer wieder behauptet, Jesus hätte so etwas wie einen epileptischen Tobsuchts-Anfall bekommen. Nun, Jesus war sauer und er war aufgebracht - und das vollkommen zu Recht. Mal ehrlich: Ist es nicht sehr unwahrscheinlich, dass er vollkommen durchgeknallt mit Schaum vor dem Mund auf alles eingedroschen hat was nicht bei drei auf den Bäumen war und dabei nochmal eben auswendig ein paar Bibelzitate verteilt hat? Wäre es dann nicht mehr als unwahrscheinlich, dass unmittelbar nach so einem Tobsuchtsanfall auch nur ein einziger Kranker (freiwillig) auf Jesus zugekommen ist, um sich von ihm heilen zu lassen.
Dazu kommt noch: Wer glaubt, dass es einen schon gleich zu einem Geistesgestörten macht, wenn man mal etwas lauter wird und andere Leute beschimpft, der sollte sich mal eine Debatte im Bundestag in voller Länge zur Gemüte führen. Derjenige sollte dann besser möglichst schnell auswandern, denn dann würde unser Land nämlich von einem Haufen Irrer regiert...
Gleiches gilt natürlich ebenso für andere oft angeführte Bibelstellen in denen Jesus mal etwas lauter geworden ist, wie zum Beispiel die Strafrede gegen die Pharisäer und Schriftgelehrten.

Jesus vermeintliche "Depressionen" im Garten Gethsemane:


Matthäus 26, 38-39 (Schlachter):Da sprach Jesus zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibt hier und wacht mit mir! Und er ging ein wenig weiter, fiel nieder auf sein Angesicht und betete und sprach: Mein Vater, ist's möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst!

Von Depressionen kann hier keine Rede sein. Er hatte Angst zu sterben - nicht mehr und nicht weniger. Er war obwohl er Gottes Sohn war (okay, er hat es zumindestens behauptet ;-) ein Mensch und da war Angst etwas ganz Natürliches. Depressionen sind etwas vollkommen anderes - mit Todesangst hat das nichts zu tun - im Gegenteil: Jeder Psychologe wird bestätigen, dass Depressionen eher etwas mit Todessehnsucht und Suizid zu tun haben als mit Todesangst.

Halluzinationen und Visionen von Jesus


Alle übernatürlichen und transzendenten Begebenheiten wie das Herabfallen des Heiligen Geistes bei Jesu Taufe (Matthäus 3, 16-17), Jesu Versuchung (Matthäus 4, 1-11) oder Jesu Verklärung (Markus 9, 13) werden von Skeptikern und Bibelkritikern gerne als Halluzinationen abgetan.
Auf die einzelnen Stellen soll hier nicht eingegangen werden, denn es besteht ein grundsätzlicher logischer Feheler in dieser Schlussfolgerung. Um anhand der Bibel eine Aussage über den Geisteszustand Jesu machen zu können muss man nämlich auch als Kritiker eine Annahme treffen. Man muss davon ausgehen, dass die Bibel grundsätzlich im Kern wahr ist und man sie als historisch korrekt akzeptiert. Alles andere macht keinen Sinn, da man sich die historische Bewertung anhand der Bibel ansonsten gleich sparen kann.
Was aber Kritiker im genannten Beispiel machen ist, dass sie sich aussuchen, welche Stellen sie als "wahr" akzeptieren und welche nicht. Eine ernsthafte Forschung und Beurteilung ist nicht möglich, wenn man bestimmte Möglichkeiten (wie zum Beispiel das Übernatürliche) von vornherein kategorisch ausschließt. Das wäre so, als würde man bei einer Forschungsarbeit über Christoph Kolumbus vorher per Definition ausschließen, dass er jemals in Amerika war und dann am Ende zu dem Ergebnis kommen, dass er geistesgestört gewesen sein müsse, weil seine Reisen nur Halluzinationen seien.
Entweder nimmt man die Bibel als Basis für Spekulationen über den Charakter Jesus, oder man lässt es bleiben. Wenn man dazu nicht grundsätzlich bereit ist und die Bibel nur als teilrichtig ansieht, kann man diese Stellen auch nicht argumentativ benutzen, um irgendeine These zu beweisen oder zu widerlegen.

Nun wollen wir uns aber auch einmal ein paar Stellen anschauen, die Jesus in einem anderen Licht erscheinen lassen und die gegen eine Geisteskrankheit sprechen:
Johannes 8, 3-7 (Luther 84):Aber die Schriftgelehrten und Pharisäer brachten eine Frau, beim Ehebruch ergriffen, und stellten sie in die Mitte und sprachen zu ihm: Meister, diese Frau ist auf frischer Tat beim Ehebruch ergriffen worden. Mose aber hat uns im Gesetz geboten, solche Frauen zu steinigen. Was sagst du? Das sagten sie aber, ihn zu versuchen, damit sie ihn verklagen könnten. Aber Jesus bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Als sie nun fortfuhren, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.


Hier wurde Jesus eine Falle gestellt und er wurde in eine Zwickmühle gebracht. Hätte er sich gegen eine Steinigung ausgesprochen, hätte man ihn wegen Bruchs der alten Gesetze von Mose verurteilen können. Hätte er gesagt, man solle die Prosituierte steinigen, hätte er seine Glaubwürdigkeit verloren, da man seine Aussagen bezüglich Vergebung, Gnade und Erbarmen in Zweifel gezogen hätte. Diese Situation ist offensichtlich spontan entstanden, ohne dass Jesus sich groß darauf hätte vorbereiten können. Trotzdem reagiert Jesus aber mit klaren und spitz formulierten Erwiderungen, denen die Pharisäer nichts entgegenzusetzen hatten und er rettete der Frau gleichzeitig damit das Leben. So etwas lässt nicht unbedingt darauf schließen, dass Jesus vieleicht nicht ganz klar im Kopf war, sondern es zeigt eher, dass er ganz genau wusste wovon er sprach und einen messerscharfen Verstand hatte.
Ähnlich war auch die Situation als Jesus nach der römischen Steuer befragt wurde:
Matthäus 22, 15-22 (Luther 84):Da gingen die Pharisäer hin und hielten Rat, wie sie ihn in seinen Worten fangen könnten;und sandten zu ihm ihre Jünger samt den Anhängern des Herodes. Die sprachen: Meister, wir wissen, dass du wahrhaftig bist und lehrst den Weg Gottes recht und fragst nach niemand; denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. Darum sage uns, was meinst du: Ist's recht, dass man dem Kaiser Steuern zahlt, oder nicht? Als nun Jesus ihre Bosheit merkte, sprach er: Ihr Heuchler, was versucht ihr mich? Zeigt mir die Steuermünze! Und sie reichten ihm einen Silbergroschen. Und er sprach zu ihnen: Wessen Bild und Aufschrift ist das? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! Als sie das hörten, wunderten sie sich, ließen von ihm ab und gingen davon.
Auch hier wieder die gleiche Situation wie oben: Hätte Jesus dazu aufgefordert, die Steuern an Rom nicht zu zahlen, hätte er sich strafbar gemacht - hätte er sich direkt auf die Seite der Römer gestellt, hätte er sich beim Volk sehr unbeliebt gemacht. Aber auch in diesem Fall reagiert er mit erstaunlich guter Rethorik.
Dies waren nur zwei Beispiele aus Diskussionen von Jesus mit den Pharisäern, von denen es in der Bibel mehrere Stellen gibt. Jesus reagiert jedes Mal mit erstaunlich intelligenten und wohldurchdachten Kommentaren auf Fragen, die man auf den ersten Blick unmöglich beantworten kann ohne sich selbst eine Blöße zu geben. Jesus reagiert jedes Mal sehr souverän und gekonnt - rethorisch könnte so mancher Politiker noch etwas von Jesus lernen.
Auch die Bergpredigt (Matthäus 5-7) ist eine rethorisch hervorragende Rede. So schließt Matthäus diesen Abschnitt hier auch mit folgenden Versen:
Matthäus 7, 28-29 (Schlachter):Und es geschah, als Jesus diese Worte beendet hatte, erstaunte die Volksmenge über seine Lehre, denn er lehrte sie wie einer der Vollmacht hat, und nicht wie die Schriftgelehrten.

So spricht man nicht von irgendeinem Irren, der irgendwelche Halluzinationen weitergibt und nicht weiß was er tut, sondern von einem Mann mit Verstand, der weiß wovon er spricht.

Fazit


Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Jesus wirklich geisteskrank oder ein abgehobener Sektenguru war. Vielmehr stand er ziemlich fest auf dem Boden der Tatsachen! Dummerweise hatte genau das aber eben ziemlich unbequeme Folgen. Die einzig mögliche Alternative dazu ist nämlich, dass Jesus wirklich das war, für das er sich ausgegeben hat: Der Sohn Gottes! Und das passt oft nicht in unser heutiges Weltbild, nach welchem es einen Gott und Transzendenz nicht geben kann, denn dies widerspräche unserer (vermeintlich) modernen und aufgeklärten Gesellschaftsnorm. Und was nicht sein kann, das darf einfach nicht sein, und so beschränkt man sich lieber auf Hypothesen die besagen Jesus sei ein durchgeknallter Spinner gewesen - ist ja auch das einfachste - es hat nämlich keine Konsequenzen für unser bequemes Leben...

Facebook
cron