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Wie kann Gott (in der Bibel) Sklaverei gutheißen?


Im Alten Testament steht viel über Sklaven. Unter anderem steht dort, dass Leute sich als Sklaven verkaufen konnten. Ist Gott etwa für die Sklaverei? Ist es nicht grausam von Gott zu erlauben, dass sich Leute in die Sklaverei verkaufen?

Dass Gott die Versklavung von Menschen gutheißen würde, steht so nirgendwo in der Bibel. Man sollte die Bibelstellen in denen von Sklaverei die Rede ist aber im Kontext der damaligen Zeit sehen.
Wenn wir heute an Sklaven denken, denken wir an Menschen die von ihren Peinigern grausam zur Arbeit gepeitscht werden. Davon kann aber in der Bibel keine Rede sein (es gibt übrigens auch Bibelübersetzungen in denen nicht von "Sklaven" sondern von "Knechten" die Rede ist). Zum einen hat Gott hier auch sehr ausführliche Anleitung gegeben wie man mit israelischen Sklaven umzugehen hatte, wie man zum Beispiel in 2. Mose 21, 1-11 lesen kann. Dort heißt es unter anderem
2. Mose 21, 5 (Schlachter):Wenn aber der Sklave erklärt: "Ich liebe meinen Herrn, meine Frau und meine Kinder, ich will nicht freigelassen werden" [...]


Diese Bibelstelle zeigt deutlich, dass es damals wohl öfter vorgekommen sein muss, dass ein "Sklave" gar nicht freigelassen werden wollte. Das lässt sich schlecht mit unserem heutigen Bild der Sklaverei vereinbaren. Denn welcher schlecht behandelte und mißhandelte Sklave würde schon freiwillig bei seinem Herrn bleiben? Ein unfreiwilliger Dienst eines Sklaven für seinen Herrn war also in der damaligen Gesellschaft eindeutig unerwünscht.
Interessant in diesem Zusammenhang ist auch folgende Stelle:
3. Mose 25, 47-49 (Schlachter):Wenn die Hand eines Fremdlings oder Beisassen bei dir etwas erwirbt und dein Bruder neben ihm verarmt und sich dem Fremdling, welcher ein Beisasse bei dir ist, oder einem Abkömmling von seinem Stamm verkauft, so soll er, nachdem er sich verkauft hat, das Loskaufsrecht behalten; einer von seinen Brüdern soll ihn lösen; oder sein Vetter oder seines Vetters Sohn mag ihn lösen, oder sonst sein nächster Blutsverwandter aus seinem Geschlecht kann ihn lösen; oder wenn seine Hand so viel erwirbt, so soll er sich selbst lösen.


Sklaven haben also folglich etwas verdient und konnten sich selbst freikaufen.
Das Wort Sklaverei klingt erstmal sehr grausam. ABER es galt auch, dass man nach spätestens sechs Jahren im sogenannten Sabbatjahr wieder freigelassen werden musste:
2. Mose 21, 2 (Schlachter):Wenn Du einen hebräischen Sklaven kaufst, soll er sechs Jahre lang dienen, und im siebenten soll er unentgeltlich freigelassen werden.


5. Mose 15, 12 - 18 (Schlachter):Wenn dein Bruder, ein Hebräer oder eine Hebräerin, sich dir verkauft hat, so soll er dir sechs Jahre lang dienen, und im siebten Jahr sollst du ihn als Freien entlassen. Und wenn du ihn als Freien entlässt, so sollst du ihn nicht mit leeren Händen ziehen lassen; sondern du sollst ihn reichlich von deiner Herde und von deiner Tenne und von deiner Kelter ausstatten und ihm geben von dem, womit der Herr, dein Gott, dich gesegnet hat. Und denke daran, dass du ein Knecht warst im Land Ägypten, und dass der Herr, dein gott, dich erlöst hat; darum gebiete ich dir heute diese Dinge. Wenn er aber zu Dir sagt: "Ich will nicht von dir wegziehen!", weil er dich und dein Haus lieb hat und es ihm gut geht bei dir, so nimm einen Pfriem und durchbohre ihm sein Ohr an der Tür, und er sei auf ewig Dein Knecht; und mit deiner Magd sollst du ebenso verfahren.
Es soll dir nicht schwer fallen, ihn als Freien zu entlassen; denn das Doppelte des Lohnes eines Tagelöhners hat er dir sechs Jahre lang erarbeitet; so wird der Herr, dein Gott, dich segnen in allem was du tust.


Was viele nicht wissen: In der Bundesrepublik Deutschland wurde dieses System eins zu eins übernommen und ist noch heute Teil unserer Gesetzgebung. Nur heißt das bei uns heute eben nicht "Sklaverei" sondern Eidesstattliche Versicherung (ehemals Offenbarungseid).
Nach einer Eidesstattlichen Erklärung wird alles bis auf ein Minimaleinkommen gepfändet und an die Gläubiger weitergegeben, man muss (wie ein Sklave) JEDE zumutbare Arbeit annehmen. Das Ganze geht sechs Jahre und dann ist man wieder (schulden)frei.

Fazit

:
Dass man im damaligen Israel auf einem Kriegszug Sklaven erbeutet hat (üblich war damals übrigens, dass man seine Feinde bei einem gewonnen Krieg einen Kopf kürzer gemacht hat) oder, dass Gott es gutheißt, wenn sich Leute selber als "Sklave" verkauft haben hört sich nach unseren heutige Vorstellungen sehr grausam an. Sieht man sich aber die genaueren Umstände an und liest sich die Bibelstellen unvoreingenommen durch (ohne sie aus dem Zusammenhang zu reißen) stellt man schnell fest, dass die "grausame Bibel" oft gar nicht so grausam ist.
Bild
Ich persönlich finde die Sache mit dem Sabbatjahr sogar eine ziemlich praktische Sache. Die heutige Gesellschaft ist da (trotz eidesstattlicher Versicherung) oft nicht so gnädig. Wer einmal in einem Armutsstrudel gefangen ist, kommt dort oft nicht wieder raus...

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