EVOLUTION – EINE BEWIESENE TATSACHE?

Zoltan Takacs ( zoltan at takacs-online dot de )

 

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(Update: 15. März 2008)

 

 

Literatur

 

Titel

 

ISBN Nummer

 

Evolution – ein kritisches Lehrbuch
Reinhard Junker
6. Auflage 2006

3-921046-10-6

Leben – woher? - Reinhard Junker, Siegfried Scherer
1. Auflage 2002

3-89436-342-8

 

Das ist Evolution – Ernst Mayr
2. Auflage 2005

3-442-15349-2

 

Kampf um Wahrheit - David A. Noebel
1. Auflage 2007

978-9-3519-741-0

 

Der Gotteswahn - Richard Dawkins
1. Auflage 2007

978-3-55008-688-5

 

Der Atheismuswahn - Alister McGrath
1. Auflage 2007

978-3-86591-289-3

 

Hat die Wissenschaft Gott begraben? – John Lennox
7. Auflage 2007

978-3417243581

 



 

Vortrag auf dem Regionaltreffen Korntal am 19.4.97

 

Das Wort Evolution· kommt aus dem Lateinischen und heißt Entwicklung, Entfaltung·. Auf der Abb. 1 ist zu sehen, dass Evolution die Entstehung von etwas Niedrigem hin zu einem Höheren beinhaltet, und zwar innerhalb großer Zeit. Der Begründer der Evolutionstheorie war Charles Darwin (1809 - 1882). Im Jahre 1859 erschien seine Arbeit mit dem Titel Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl·. In Deutschland hat Ernst Haeckel (1834 - 1919) Darwins Evolutionstheorie verteidigt und erweitert. Die zeitgenössischen Evolutionstheoretiker haben ihn so sehr verehrt, dass sie ihn zum atheistischen Gegenpapst für Rom erklärten. Die Evolutionstheorie umfasst vier wissenschaftliche Bereiche: Den kosmischen, den geologischen, den chemischen und den biologischen. Im Folgenden gehe ich auf den letztgenannten Bereich ein. Das soll in Verbindung mit meinem eigenen Werdegang geschehen.

Ich habe von 1979 - 1984 Biologie studiert. An meiner Universität lehrte ein sehr bekannter Professor die Evolutionstheorie: Hubert Markel. Herr Markel leitete von 1986 bis 1991 als Präsident die Deutsche Forschungsgemeinschaft·. Heute ist der 56jährige Biologie-professor der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, und er wurde dadurch zu Deutschlands mächtigstem Forscher·. Er übt durch seine Beiträge zur Sozial-Evolution auf unsere Gesellschaft sicherlich einen meinungsbildenden Einfluss aus.

Die Abb. 1 stammt aus einem Schulbuch. Sie ist mir als naturwissenschaftlich feststehende Tatsache gelehrt worden. Bei einer Klausur über diesen Bereich mussten wir Biologiestudenten einen Stammbaum von 14 Pferden kennen mit deren zoologischen Namen und damit zusammenhängenden Evolutionsmechanismen. Das hatten wir genauso zu lernen wie für das Fach Biochemie die Umsetzung bestimmter Stoffe durch Proteine. Ich muss gestehen, dass ich dabei niemals den Gedanken hatte, dass alles eventuell nur eine Hypothese sein könnte. Als solche ist der Stoff nicht vermittelt oder hinterfragt worden. Die Evolutionstheorie ist als eine bewiesene Tatsache gelehrt worden.

EINIGE LEHRINHALTE

Was wurde noch alles so gelehrt?

Dazu einige Hinweise. Die Abb. 2 zeigt einen Schnitt durch geologische Schichten. Diese Schichtfolge wird in der Evolutionstheorie als eine Zeitskala interpretiert, welche aufgrund von Ablagerungen entstanden ist. Dadurch vertritt jede Schicht ein bestimmtes Erdalter, und dementsprechend kann über einen Fund in irgendeiner Schicht gesagt werden: Dieser Fund müsste so oder so alt sein Bei der Eichung der Schichten wird davon ausgegangen, dass sich pro Million Jahre einige Meter Material abgesetzt haben. So gelangt man zu der Geologischen Zeittafel· (Abb. 3, rechts oben).

Zeit Skala

Natürlich beschäftigte ich mich während meiner Universitätszeit ausführlich mit dem bekannten Archaeopteryx, dem Urvogel· (Abb. 4). Dieses Tier wird als Mosaiktier· bezeichnet - ein Tier mit sowohl vogelartigen als auch reptilartigen Merkmalen. Zu sehen sind die Umrisse einer gefundenen Versteinerung. Die Evolutionstheorie stellt dieses Tier als Vorfahren der Vögel vor, das vor etwa einhundertfünfzig Millionen Jahren gelebt hat. Es habe sich aus den Reptilien heraus entwickelt.

Zur Begründung einer Evolution ist es auch geläufig, die Chromosomen verschiedener Spezies miteinander zu vergleichen. Mithilfe von molekulargenetischen Methoden kann man die Information der Erbanlagenabschnitte auf den Chromosomen untersuchen. Vergleicht man einander entsprechende Erbanlagen bei zwei verschiedenen Tieren oder die vom Menschen mit einem Tier und zählt die Informationsunterschiede, kann man daraus einen Verwandtschaftsgrad ableiten und dann einen gewissen Stammbaum aufstellen. Die Abb. 5 zeigt einen solchen. Diese Aufstellung der Anzahl von Bauunterschieden des Cytochroms passt natürlich in ein evolutionstheoretisches Weltmodell sehr schön hinein. Je weiter ich in der Stammesentwicklung vom Menschen weggehe, desto größer müssen auch die Informationsunterschiede sein.

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Sehr bekannt ist der Grundsatz von Ernst Haeckel, dass der menschliche Embryo während seiner Entwicklung die gleichen Stadien durchlaufe, die innerhalb der gesamten Evolution vorgekommen sind. Der Heackelsche Grundsatz erscheint auch in dem Schulbuch Abiturswissen Evolution·. Hier bekenne ich als einstiger Evolutionstheoretiker erst einmal, dass diese These eines meiner Hauptargumente war. Die Darstellung, dass die Embryonalentwicklung von neun Monaten ein Marsch durch die drei bis vier Milliarden Jahre der gesamten Lebensentwicklung bis hin zum Menschen sei, hat mich während meiner Universitätszeit sehr beeindruckt. Ich meinte, dass diese These eigentlich jedem vernünftigen Menschen einleuchten müsse.

Vor fünf Jahren bin ich einem Christen begegnet, der heute noch mein Arbeitskollege ist. Mit ihm habe ich heftige Diskussionen über das Thema Evolution· geführt. Er wies mich auf verschiedene Bücher von Christen hin, die sich auch mit der Thematik auseinandergesetzt hätten. Doch ich wehrte damals ab: Vergiss es! Ich lese diese Bücher nicht; das brauche ich nicht, denn die Evolution stimmt einfach

Mittlerweile weiß ich, dass sich auch führende Evolutionsbiologen v on dem Grundsatz Heackels distanzieren. Ernst Haeckel war zwar ein sehr guter Beobachter und Zeichner, aber am Ende des 19. Jahrhunderts besaß er nun einmal nicht heutige Forschungsmöglichkeiten. Wenn man die Morphologie des menschlichen Embryos anschaut (Abb. 6), meint man tatsächlich, Kiemen und auch eine Schwanzanlage erkennen zu können. Aber beides ist weder morphologisch noch anatomisch haltbar. Darum müsste Haeckels Satz eigentlich aus den Schulbüchern und Köpfen herausgestrichen werden. Aber was einmal drin ist, ist immer drin. Jedenfalls erscheint Haeckels Grundsatz im Grundwissen der Evolution als eingerahmter Lehrsatz, den man in der Schule auswendig lernen muss.

MODELLE VERIFIZIEREN

Um besser beurteilen zu können, was die Evolutionstheorie mit Wissenschaft zu tun hat, füge ich einen Exkurs zur Frage ein: Was ist überhaupt Naturwissenschaft Dazu sei der Vergleich erlaubt, den die Abb. 7 aufzeigt.

Abb. 7

Angenommen, ich will von einer Landschaft ein Modell anfertigen: Ich gehe zu einem Kartographen, der die Vermessung beherrscht, also etwas von der Materie Landschaft· versteht. Er versucht, das Verhalten· dieser Landschaft durch Versuche· kennenzulernen, indem er exakte Messungen an der Landschaft macht. Das Ergebnis dieser Messungen fasst er in Form von Informationen zusammen, welche er auf eine Landkarte überträgt. Diese Landkarte ist das Modell. Als Radfahrer kann ich nun anhand der Karte einen geeigneten Weg von Stuttgart nach Korntal aussuchen und ihn entlangfahren. Wissenschaftlich ausgedrückt heißt das: Ich reproduziere die Informationen Dabei verlasse ich mich darauf, dass der Kartograph seine Arbeit zuverlässig getan hat. Komme ich anhand der Karte jedoch nicht an das gewünschte Ziel, sondern vielleicht in Heilbronn an, kann ich dem Kartographen berechtigt vorhalten: Deine Informationen stimmen mit der Landschaft nicht überein

Naturwissenschaft wird also so betrieben, dass von etwas Messbarem zunächst ein Modell angefertigt wird. Dieses wird dann zu verifizieren versucht, indem man mit ihm Experimente durchführt und Voraussagen trifft, die das Modell liefert. Noch eins ist von entscheidender Bedeutung: Exakte Naturwissenschaft wie Physik und Biologie funktioniert immer in der Gegenwart. Experimentelle Modellüberprüfung muss immer neu im Heute geschehen. Übertragen auf das Modell von Landschaft und Karte heißt das, dass ich zum Beispiel eine Karte von vor zweitausend Jahren heute nicht mehr zuverlässig gebrauchen kann. Denn es hat sich in der Landschaft sicherlich vieles verändert.

Wenn man in gerade noch lesbarer Schrift alle biochemischen Abläufe einer einzigen Zelle, die der heutigen Wissenschaft bekannt sind, diagrammartig auf ein Blatt Papier schreibt, muss dieser Bogen Papier etwa eineinhalb Meter im Quadrat groß sein. Das ist ein Modell, das ich zum Beispiel befragen kann: Wie wird in der Zelle Zucker abgebaut Das Modell antwortet, welche Proteine dafür notwendig sind und welche Endprodukte daraus entstehen. Alles dieses haben Biochemiker durch Experimente herausbekommen. Diese können jederzeit reproduziert werden. Das Blatt Papier müsste jedoch noch wesentlich vergrößert werden, wenn man auch all das aufschreiben wollte und könnte, was bisher noch unerforscht blieb.

WELCHE BRILLE AUFSETZEN?

Von diesem naturwissenschaftlichenArbeiten mit einem Modell her soll die Evolutionstheorie nun beurteilt werden. Auch sie muss von vorliegenden Befunden ausgehen, von Organismen, die als Fossilien gefunden wurden. Das sind die ausgemessenen Modelle·, von denen ich oben sprach. Sie sind auf der Abb. 8 in verschiedenen Symbolen am linken Rand erkennbar.

 

Die können jetzt durch Vergleichen und nach abgestuften Ähnlichkeiten sortiert werden - der Pfeil nach rechts. Ab hier muss jeder, der weitere Aussagen über den Zusammenhang der Lebewesen treffen will, das Fundament der Naturwissenschaftlichkeit verlassen und sich eine Brille aufsetzen -die Scheibe mit dem durchdringenden Pfeil. Die Brille des Evolutionstheoretikers ist die eines langen Zeitablaufs. Sie veranlasst ihn, bestimmte Striche nach der Regel zu ziehen: Diese drei hier sind sehr ähnlich und könnten daher einen gemeinsamen Vorfahren gehabt haben Dieser Vorgang wird solange fortgesetzt, bis alles auf einen ursprünglichen gemeinsamen Vorfahren zusammengezogen werden kann.

Auch ein Schöpfungstheoretiker muss von denselben Ausgangssubstanzen, den gefundenen Fossilien, ausgehen. Er kann sie ebenso nach Ähnlichkeiten anordnen; dann verlässt auch er das Fundament der Naturwissenschaftlichkeit und setzt sich eine Brille auf, jedoch eine andere als der vorgenannte. Seine Brille ist die eines Schöpfungsaktes. Durch sie gelangt er zu einem anderen Ergebnis, nämlich dass es zu Beginn der Schöpfung eine Reihe von Grundtypen gab, durch deren allmähliche Veränderung die heutigen Lebewesen herausgebildet wurden.

Nachdem ich vor fünf Jahren zum Glauben an Jesus Christus als meinem Retter gekommen war, habe ich Angst davor bekommen, dass mich jemand darauf hinweisen würde: Schau mal, auf der ersten Seite der Bibel steht, dass Gott alles schuf.· Wenn man als Atheist aufgewachsen und sein Leben lang davon geprägt worden ist, hat man an dieser Stelle ein Problem. Wie sollte ich denn jetzt mit meiner bisherigen Anschauung der Evolution umgehen? Am meisten fürchtete ich, dass ein Theologe mit dieser Frage auf mich zukommen würde. Denn der hätte sich mit mir nicht auf der naturwissenschaftlichen Ebene auseinandersetzen können. Er hätte meine speziellen Fragen, etwa diese: Was mache ich nun mit dem Archaeopteryx, mit den Zeiten der geologischen Skala, mit der menschlichen Embryonalentwicklung und mit dem Grundsatz von Ernst Haeckel, überhaupt nicht befriedigend beantworten können.

Diese Fragen sind mir vor drei Jahren mit Werner Gitts Buch Schuf Gott durch Evolution beantwortet worden. Dieses Buch hat mich darum so sehr angesprochen, weil hier ein Ingenieur und Wissenschaftler sprach. Und er ging auf alle Fragen ein, die in mir solange vor sich hinschlummerten. Durch diese Erklärungen erhielt ich darauf Antwort, wie ich denn als Biologe und Christ an die Schöpfung glauben könnte. Mir wurde zum ersten Mal bewusst, dass die Evolutionstheorie eigentlich nur auf gewissen Annahmen basiert; das war mir während meiner Universitätszeit völlig verschlossen geblieben. Darum möchte ich im Folgenden auf diese Grundannahmen näher eingehen.

2) GRUNDANNAHMEN

A) DER EVOLUTIONSTHEORETIKER

* Das Grundprinzip (Makro-)Evolution wird vorausgesetzt. Das in Klammern hinzugesetzte Makro-· bedeutet, dass in der Regel große Veränderungssprünge angenommen werden. Diese erste Annahme kann nicht durch einen Versuch gemessen· werden, sondern ist zunächst wirklich nur eine Annahme. Die vorliegenden Funde zieht man danach als eine Art Beweis heran. Das heißt also, ich nehme schon etwas an, was ich eigentlich erst noch beweisen will.

* Evolution ist ein universelles Prinzip. Dieser Satz schließt den gesamten Kosmos in das Grundprinzip Evolution ein. Somit werden alle sichtbaren Bereiche mit einer Evolution erklärt, und zwar mit einer kosmischen, einer geologischen, chemischen und biologischen Evolution.

* Ein Schöpfer darf nicht ins Spiel gebracht werden. Das ist wie ein Verbot. Evolutionstheoretiker müssen unbedingt einen Schöpfer ausschließen.

* Diese Welt einschließlich aller Erscheinungsformen des Lebens hat ausschließlich eine materielle Basis. Diese Annahme ist natürlich bereits in der ersten Grundannahme enthalten. Wohlgemerkt: Der Evolutionstheoretiker weiß es zwar nicht, ob das so ist, sondern er sagt, dass er es einfach so annehme.

* Die Materie wird als vorhanden vorausgesetzt. Aber über die Herkunft der Materie soll keine Aussage gemacht werden. Diese Frage soll bewusst ausgeklammert bleiben. Die vorhandene Materie ist der Ausgangspunkt, ab dem das Modell der Evolution anzuwenden versucht wird.

* Bezüglich der naturgesetzlichen Wirksamkeit gibt es keinen Unterschied zwischen der Entstehung der Welt und alles Lebendigen und ihren Abläufen. Das bedeutet, dass alle Prozesse mit heute beobachtbaren Naturgesetzen erklärt werden. Die Anwendung heutiger Naturgesetze auf vorhergehende Abläufe wird vorausgesetzt. Man geht von ihnen aus, um bestimmte Interpretationen zu erreichen.

* Die Evolution setzt naturgesetzliche Prozesse voraus, die eine Höherorganisation vom Einfachen zum Komplexen, vom Unbelebten zum Belebten, von niederen zu höheren Stammesformen erlaubt. Diese Abläufe werden als Selbstorganisation der Materie· bezeichnet. Als Ursache dafür werden die unten aufgeführten Evolutionsfaktoren genannt.

* Als Evolutionsfaktoren werden angenommen: - Mutation; die Information auf einem Chromosom wird verändert - Selektion; mutierte Lebewesen werden durch veränderte Umwelt herausgesiebt - Isolation; durch Auseinanderdriften von Landgebieten konnten einzelne Lebewesen auf Inseln geraten, in dieser Isolierung ihr Erbgut verfestigen und dadurch neue Arten hervorbringen - Annidation oder Einnischung: Lebewesen können beispielsweise bei der Nahrungssuche in bestimmte Bereiche geraten sein, so dass sie zunächst nur in diesen Nischen leben konnten. Dann aber können sich ihnen auch neue Nahrungsquellen erschlossen haben und durch diesen Vorteil neue Arten entstanden sein.

* Mutation und Selektion sind die Motoren der Evolution. Mutation und Selektion, durchaus existent, werden ähnlich einem Motor in die Karosserie der angenommenen Evolution eingebaut.

* Der Tod ist ein unbedingt notwendiger Evolutionsfaktor. Das heißt, betrachtet aus der Sicht des einzelnen Individuums: Die Vorfahren dürfen nicht weiterleben, wenn ich einen Vorteil davon haben soll. Diejenigen, die jetzt in einer veränderten Umwelt einen Vorteil durch ihre neue Erbinformation genießen, sollten sich eigentlich weiter behaupten, aber diejenigen, die jetzt schlechter dastehen, müssen eliminiert werden Der Tod ist also ein ganz wichtiger Bestandteil der Evolutionstheorie. Ein Evolutionsbiologe hat das einmal deutlich auf den Punkt gebracht: Gäbe es keinen Tod, so gäbe es kein Leben

* In der Evolution gibt es weder einen Plan noch ein Ziel.

* Es gibt keinen definierten Anfangs- und Endpunkt der Zeitachse. Es hat einfach nur irgendwann einmal· angefangen, und zwar, wie aus den Medien bekannt ist, mit dem Urknall·. Es kann jede auch noch so lange Zeit für den Evolutionsprozess angenommen werden.

* Die Gegenwart ist der Schlüssel zur Vergangenheit. Wie jedoch die Endphase sein wird, weiß man nicht. Ob sich das Universum mehr ausdehnt oder schon wieder zusammenzieht, darüber wird noch spekuliert.

* Der Übergang vom Unbelebten bis zum Belebten ist fließend. Das muss eigentlich so sein, denn sowohl bei der chemischen als auch bei der biologischen Evolution ist vorhandene Materie die Grundvoraussetzung gewesen. Irgendwann muss es irgendeine Umorganisation zum Belebten hin gegeben haben.

* Evolution ist ein noch in weiter Zukunft anhaltender Vorgang. So wie dieser in der Vergangenheit gewirkt hat, so wirkt er auch in die Zukunft hinein.

Ich hatte einmal eine Diskussion mit einem Evolutionstheoretiker zu führen. Er hat diese Basissätze bejaht. Auch ich hätte mich früher als Evolutionstheoretiker ohne Probleme stolz hinter die Sätze stellen können. Doch gibt es unter den Befürwortern auch gewisse Schattierungen. Einer meiner Arbeitskollegen findet sie zu übertrieben und wehrt ab: So hart kann man das eigentlich nicht sagen Dennoch: Diese Sätze sind jedenfalls Arbeitsgrundlagen.

B) DER SCHöPFUNGSTHEORETIKER

Die Basissätze der Schöpfungslehre entnehme ich der Bibel. Darin wird gesagt, dass Gott diese Welt schuf. Das setze ich in meiner Denkweise als Schöpfungstheoretiker ebenfalls voraus:

* Das Grundprinzip Schöpfung wird vorausgesetzt.

* Schöpfung ist ein universelles Prinzip. Alles ist erschaffen worden; an dieser Stelle kann ich keine Ausnahme machen.

* Es gibt einen Schöpfer. Dieser Schöpfer ist der Gott der Bibel.

* Die Materie des gesamten Weltalls ist ohne die Verwendung vorhandenen Ausgangsmaterials erschaffen worden. Das geschah in den von der Bibel geschilderten sechs Tagen.

* Bezüglich der naturgesetzlichen Wirksamkeit gibt es einen grundlegenden Unterschied zwischen der Erschaffung der Welt und alles Lebendigen und den Abläufen nach Beendigung der Schöpfung. Dieser Satz sagt aus: Die Naturgesetze, die heute herrschen, galten während der Schöpfung nicht. Es gibt nämlich einen Unterschied zwischen den Naturgesetzen während der Schöpfung und den in der heutigen Welt geltenden.

* Das Erschaffungshandeln Gottes in der Schöpfung ist mithilfe der Naturgesetze weder erklärbar noch in diesem begrenzten Rahmen deutbar. Die Naturgesetze sind auf unsere dreidimensionale Welt begrenzt. In dieser erkennen wir sie und können mit ihnen experimentieren. Aber, und das sagt dieser Satz, wenn wir anfangen würden, das Leben, die Schöpfung mit diesen dreidimensionalen Naturgesetzen zu beschreiben, versagen unsere bekannten Naturgesetze. Ich kann sie auf keine Schöpfung anwenden.

* Die Bibel nennt folgende Schöpfungsfaktoren:

Die Zusammenfassung dieser Faktoren besteht in dem Satz des Schöpfungsberichtes: Gott sprach... und es ward·.

* Zwecke verlangen einen Zielgeber

* Es gibt einen definierten Anfangs- und Endpunkt der Zeitachse. Wer als Schöpfungstheoretiker an die Erklärung des Lebens herangeht, weiß, dass es einen definierten Anfang, eine Schöpfung, gegeben hat und dass es gemäß der Offenbarung des Johannes auch einen definierten Endzeitpunkt geben wird.

* Die Vergangenheit ist der Schlüssel zur Gegenwart. Die Welt und die Situation, in denen ich heute lebe, lässt sich ohne die Vergangenheit nicht erklären.

* Der Tod ist eine Folge der Sünde der ersten Menschen. Diese Aussage steht im Gegensatz zur Evolutions-Grundannahme, dass der Tod ein unbedingt notwendiger Evolutionsfaktor sei. Dagegen drückt die Schöpfungsgrundannahme aus, dass das Leben überhaupt nichts mit dem Tod zu tun hat, sondern dieser erst durch die Sünde der ersten Menschen in die Welt gekommen ist; er ist eben nicht von Gott erschaffen worden.

* Es gibt einen deutlichen Unterschied zwischen Unbelebtem und Belebtem.

* Die Erschaffung der Lebewesen (Grundtypen) ist abgeschlossen. Wohl kennen wir Selektionsfaktoren, aber heute werden keine neuen Grundtypen mehr erschaffen. Dieses Verhalten kann heute auch experimentell beobachtet werden.

Abb. 9

 

Im Vergleich dieser Basissätze von Evolutions- und Schöpfungslehre werden die grundlegenden Unterschiede deutlich. Zusammengefasst kann man sagen (Abb. 9), dass die Methoden der Evolution wesenlos verlaufen, nämlich ohne Schöpfer, ohne Willen, ohne Plan, ohne Ziel und darum ohne Sinn. Sie setzen Materie und sehr, sehr große Zeiträume voraus. Die Methoden der Schöpfung dagegen gehen von der Wesensart Jesu Christi aus, beinhalten eine Planung, Ausführung, Zielorientierung, Abgeschlossenheit und darum Sinngebung.

WIE ALT?

Die Abb. 10 ist einem Buch von Werner Gitt entnommen. Sie verdeutlicht an einem Beispiel, dass Naturwissenschaft bei gewissen Fragestellungen in die Vergangenheit einfach versagt. Auf dem Bild ist die Wachstumskurve von zwei Kindern, Rona und Carsten, dargestellt. Angenommen, jemand wüsste nicht, dass ein Mensch durch Geburt auf die Welt kommt, und er ginge vom Körpergrößen-Zuwachs der letzten fünf Jahre der Frage des Lebensalters dieser Kinder nach. Dann würde er aufgrund des Aktualitätsprinzips die gemessene Wachstumslinie zurückextrapolieren und antworten: Rona ist 26, Carsten 27 1/2 Jahre alt Doch Rona, die mit 50 cm geboren wurde, ist jetzt 14 Jahre alt, und Carsten, der bei seiner Geburt 56 cm lang war, ist jetzt 15 1/2 Jahre alt. Dieser Vergleich mag konstruiert erscheinen, doch das liegt daran, dass jeder die Geburt wie selbstverständlich voraussetzt. Jedenfalls macht der Vergleich sehr deutlich, wieviel Gewicht der richtigen Wahl der Grundannahme auch hinsichtlich der Altersbestimmung der Erde zukommt.

Abb. 10

 

Eine immer wieder gestellte Grundfrage lautet: Woran erkenne ich eigentlich, dass es eine Schöpfung gegeben hat?· Die Antwort kann mit der Gegenfrage gegeben werden: Woran erkenne ich denn, dass Rona und Carsten so jung sind?· Ich kann es nur durch den Glauben erkennen, dass sie durch ganz normale Geburt auf die Welt gekommen sind. Bei der Erkenntnis, dass es eine Schöpfung gegeben hat, ist ebenfalls Glaube die Voraussetzung: Durch den Glauben erkennen wir, dass die Welt durch Gottes Wort gemacht ist, so dass alles, was man sieht, aus nichts geworden ist· (Hebr. 11, 3). Zwar wünsche ich mir als Naturwissenschaftler den Aufruf Gottes: Zoltan, führe anhand einer exakten Versuchsbeschreibung einen biochemischen Versuch durch, und dann erkennst Du, dass ich der Schöpfer bin Jedoch steht hier etwas ganz anderes: Durch den Glauben erkennen wir...·.

Sämtliche Argumente oder Darstellungen für eine Schöpfung gehen durch den Glauben hindurch. Entweder glaube ich daran oder nicht. Von daher ist es schwierig, mit einem Evolutionstheoretiker zu diskutieren. Ich weiß noch, wie wenig ich einmal bereit war, über Schöpfungstheorie und -lehre zu reden oder wenigstens die Argumente einmal anzuhören. Das Einzige, was mir gefehlt hat, war der Glaube. Weil ich von den Grundannahmen einer Schöpfung einfach weggesehen habe, habe ich auch überhaupt nicht glauben können.

WAS IST WIRKLICHKEIT?

Kann man denn den Glauben so einfach annehmen? Ja, man kann es, denn Gott schenkt den Glauben dem, der sich ihm öffnet. Dazu schenkt Gott, im Glauben zu erkennen, wo ich mich befinde. Auf der Abbildung 11, ist das, was durch ein naturwissenschaftliches Weltbild überhaupt zu erfassen ist, mit dem schraffierten Kreis D dargestellt. Der darum gezogene große Kreis B gibt die dreidimensionale Welt wieder, in der wir leben. Die Ellipse C ist der Teil der Welt, den die Bibel beschreibt. Dieser ist durch die naturwissenschaftliche Beobachtung nicht erkennbar, abgesehen von einer kleinen Schnittmenge. Außerdem beschreibt die Bibel auch einen Teil der dreidimensionalen Welt und schließlich einen Teil der Gesamtwirklichkeit A.

 

Abb. 11

 

Durch den Glauben kann ich erkennen, dass es einen absoluten Mittelpunkt gibt; er liegt jedoch außerhalb meiner naturwissenschaftlich fassbaren Möglichkeiten. Die Bibel ist meiner Ansicht nach eine Liebeserklärung Gottes an die Menschen und speziell an mich. Dabei denke ich an den Lehrsatz Jesu: Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben· (Joh. 3, 16). Die Bibel ist also kein naturwissenschaftliches Buch; jedoch lässt sich in ihr einiges in naturwissenschaftlichem Sinn entdecken. Doch dabei kann man immer wieder Gottes Zurechtweisung heraushören: Ihr könnt euch anstrengen, so sehr ihr wollt, ihr werdet das gesamte Universum mit euren kleinen dreidimensionalen Hirnzellen nicht pa-cken können.· Gott ließ seinem Volk sagen: Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr, sondern soviel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken· (Jes. 55, 8.9). Ich kann Gott mit meinen menschlichen Möglichkeiten einfach nicht erfassen.

Ein kleines naturwissenschaftliches Häppchen· bietet die Bibel mit d em Lebensalter der Menschen an. Die Abb. 12 stellt das dar. Auf ihr ist das Alter der Menschen vor und nach der Sinflut eingetragen. Das Durchschnittsalter vor der Sintflut beträgt 912 Jahre. Nach der Sintflut sinkt das Lebensalter in 3,6 Generationen rasant ab, vermindert sich dann weiter durch die Jahrhunderte in Form einer Exponentialfunktion und pendelt sich schließlich nach Psalm 90, 10 auf siebzig bis neunzig Jahre ein. An dieser Stelle stehen wir Heutigen. Wie nachdenkenswert ist das!

Abb. 12

 

Heute gibt uns die Zellbiologie eine mögliche Erklärung, warum wir nicht älter als 70 bis 90, maximal nur 120 Jahre alt werden können. Da gibt es vermutlich eine echte Grenze, die mit den Chromosomen zu tun hat. Deren Teilung geschieht bei fortschreitender Lebenszeit nicht durchgängig, sondern nach jeder Teilung wird immer ein kleines Stück weniger verdoppelt. Wenn diese fehlenden Stücke eine bestimmte Länge erreicht haben, hört die Zelle auf, sich zu teilen, und sie stirbt. Ausgenommen davon sind die Keimzellen, weil diese einen Reparaturmechanismus besitzen, der die komplette Teilung immer wieder ermöglicht. An dieser Stelle spreche ich mit folgender Frage eine Spekulation aus: Könnte es eventuell sein, dass mit der gigantischen Katastrophe der Sintflut unsere Atmosphäre eine Veränderung erfuhr, so dass dadurch die Erbsubstanz stärker als vor der Sintflut geschädigt wurde, wo durch die andere Atmosphäre eventuell ein geschützter Raum vorhanden war?

3) SCHöPFUNG - HEUTE NOCH ERNST ZU NEHMEN?

Dem Biologen, der die Bibel als Informationsquelle für den Ablauf der Schöpfung heranzieht, fällt zunächst die ständige Wiederholung auf, dass jedes nach seiner Art· geschaffen wurde. Der heutige biologische Artbegriff ist nicht einheitlich definiert, und der im Schöpfungsbericht stehende Begriff Art muss auf jeden Fall in biblischem Sinn verstanden werden. An dem dritten Schöpfungstag waren jedes Gras, Kraut und alle Bäume nach seiner Art·, am fünften Tag Wassertiere und gefiederte Vögel und am sechsten Tag lebendiges Getier, Vieh, Gewürm und Tiere des Feldes. Mit dieser kurzen Aufzählung wird beispielhaft an die Vielfalt erinnert, die Gott erschaffen hat. Die Bibel ist kein na-turwissenschaftliches Buch. Wenn hier Lebewesen ungenannt bleiben, heißt das nicht, dass sie nicht erschaffen worden wären.

Der erste Biologe· war Adam: Gott hat sämtliche Geschöpfe zu ihm h ingebracht und ihn mit der Benennung beauftragt. Dass Gott Adam mit dieser Aufgabe betraut hat, zeigt, wie ernst Gott den Menschen nimmt. Nur von diesem einen Geschöpf, dem Menschen, heißt es nicht, dass er nach seiner Art· erschaffen worden sei. Der Mensch ist zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes· erschaffen worden (1. Mose 1, 27). Dadurch ist der Mensch von ganz anderer Qualität als die übrigen Geschöpfe.

GRUNDTYPEN

Wie aber lassen sich denn aus der in der Bibel vorgegebenen Sicht die unzählig vielen Lebewesen der Gegenwart erklären? Das skizziert die Abb. 13 mit dem Teil B, und zwar im Vergleich zum Teil A, dem Evolutionsmodell. Gott hat wenige Grundtypen erschaffen. Ich greife einmal den Grundtyp der Hundeartigen heraus. Es gab einmal einen Urhund, der die Chromosomen und Gene aller Hundeartigen, die wir heute kennen, trug. Das kann man sich gut vorstellen, denn auch heute können Tiere genetisch verändert werden, sowohl durch Abspaltung als auch durch Mutation und Selektion. Zu den Hundeartigen gehören beispielsweise der Haushund, der Wolf, der Fuchs, der Cojote und der Schakal. Die Abgrenzung der Arten voneinander kann man so vornehmen, dass man alle die zu einem Grundtyp zusammenfasst, die man miteinander kreuzen kann. Mit dieser sinnvollen Zusammenfassung der Lebewesen zu bestimmten Grundtypen kann das Schöpfungsbild auch angesichts des heutigen Artenreichtums beibehalten werden.

Hier erhebt sich die Frage, wie jemand den schon oben erwähnten Archaeopteryx (= Urvogel) erklärt, der an die Schöpfung glaubt. In meinen Augen ist das kein Mosaiktier·, denn bezeichnenderweise trägt dieser Archaeopteryx Federn, und zwar in der bei modernen Vögeln üblichen Form. Das sind komplett ausgebildete Federn; kein vorheriger Fund weist irgendeine Federstruktur auf, doch auf einmal ist da dieses Wesen mit einem hochkomplexen Federkleid. Es ist unerklärbar, wie diese Federn wohl entstanden sind. Jedenfalls ist eine Entstehung aus den Schuppen der Reptilien schwer vorstellbar, weil diese morphologisch und anatomisch von völlig anderer Art sind. So trägt dieser Archaeopteryx Strukturen, die echte Vogelmerkmale sind. Wohl ist es ungewiss, ob dieses Tier mehr gehüpft oder geflogen ist, denn im Steinabdruck liegt es einfach flach da. Doch wenn man dieses Lebewesen als einen erschaffenen Vogel ansieht, nicht aber als Zwischenform, werden vorgenannte Fragen gegenstandslos.

Mir als einstigem Evolutionsanhänger hat am meisten die Tatsache wehgetan, dass die Zwischenformen, die Bindeglieder, fehlen. Das ist wirklich einer der Hauptreibungspunkte. Wieso gibt es diese nicht? Eins wird darauf auch heute immer noch geantwortet: Wir haben eben insgesamt zu wenig Funde Doch das stimmt nicht. Es liegen sehr viele Funde vor. Aber aus der Sicht der Evolutionstheoretiker gedacht sind diese vielen Funde alles solche, die nicht in ihr Modell hineinpassen; darum sind es eben nur wenige Funde·.

Auch an menschlichen Funden mangelt es nicht. Ich habe mich gefreut, dass kurz nach dem oben erwähnten Artikel, in dem der Papst erklärte, Evolutionstheorie und Glaube seien kein Widerspruch, der Knochenfund eines Vorfahren des homo erectus· besprochen wurde. Letzterer soll ja vor 300.000 Jahren ausgestorben und vom homo sapiens·, dem intelligenten Menschen, abgelöst worden sein. Doch nun solle ein Vorfahre des homo erectus· gefunden worden sein, und das Alarmierende daran sei, dass dieser zur selben Zeit gelebt haben müsse wie sein eigentlich von ihm abstammender Nachfahre. Außerdem gibt es bis zu 4,5 Millionen Jahre alte Fossilien, die dem modernen Menschen völlig ähnlich sind. Das heißt, dass echte Menschen schon existiert haben, als die ersten Vorfahren· der Menschen in den Fossilien auftauchten.

Das wirft ein sehr schwieriges Problem für die Evolutionstheoretiker auf, welches auch mich früher sehr beunruhigt hätte. Es muss irgendein Ausweg gefunden werden. Entweder ist die Schicht nicht so alt oder die Knochen sind an der falschen Stelle·, lauten die ersten Erklärungsversuche. Weiteres darüber wird aber nicht veröffentlicht. Allenfalls werden solche Funde in wissenschaftlichen Fachzeitschriften als Fragezeichen geführt. Das bedeutet: Wir wissen es noch nicht, sondern arbeiten daran, ob die geologische Schicht nicht ein bisschen jünger datiert werden muss·. Die Datierungen basieren ja auf Isotopen·, radioaktiven Zerfallsprodukten, die aber nicht eindeutig zu eichen sind. Sie ergeben keine absoluten, sondern nur relative Werte, nämlich durch geologische Vergleiche.

GUTE UND SCHLECHTE KARTEN

Auf der anderen Seite soll aber auch ein Fundbeispiel genannt werden, in dem die Evolutionstheorie gute Karten· hat. Die geologische Untersuchung ergibt, dass in den unteren Schichten die einfacheren Lebewesen vorkommen, im Jurabereich dann die Dinosaurier und in den oberen Schichten endlich die Säugetiere gefunden werden. Warum ist das so? Wir von der Schöpfungslehre wissen es nicht, arbeiten jedoch daran. Ein Evolutionstheoretiker antwortet hier: Das ist doch logisch! Es ist ja alles in dieser Reihenfolge entstanden

Es gibt also Argumente für und gegen beide Theorien. Beide stehen an verschiedenen Stellen mit kurzen Hosen· da. Beide lassen sich wissenschaftlich, etwa durch Funde oder Ähnliches, nicht beweisen. Sondern ebenso, wie jemand nur durch den Glauben erkennen kann, dass es eine Schöpfung gegeben hat, kann ein anderer auch nur durch Glauben erkennen, dass es eine Evolution gegeben hat. Ein interessanter Satz von Arthur Keith lautet: Evolution ist unbewiesen und unbeweisbar. Wir glauben daran, weil die einzige Alternative dazu der Schöpfungsakt eines Gottes ist, und das ist undenkbar Solche ehrlichen Aussagen findet man nicht oft. Dieses Bekenntnis schildert, was einmal mein persönliches Denk- und Gefühlsmodell war. Ich wusste: Wenn ich einen Schöpfer annehme, habe ich daraus unliebsame Konsequenzen zu ziehen. Darum muss ich irgendein Nichtschöpfermodell haben und an ihm festhalten, kurz: Daran glauben.

Durch die heutigen Medien wie Presse und Fernsehen wird täglich Evolutionstheorie verbreitet. Auch in den Schulen wird sie gelehrt. Wäre ich als Christ heute Schüler, würde ich wie andere auch durch eifriges Lernen versuchen, in der Klassenarbeit eine Eins zu schreiben; den Lernstoff der Evolution würde ich jedoch dort einordnen, wohin er gehört, nämlich in den Bereich der Theorien und Glaubensbekenntnisse. Wieviel positiver ist jedoch das biblische Glaubensbekenntnis: Durch den Glauben erkennen wir, dass die Welt durch Gottes Wort geschaffen ist, so dass alles, was man sieht, aus nichts geworden ist· (Hebr. 11, 3)!

EIN THEMA MIT FOLGEN

Die Evolutionstheorie ist kein Hobbythema. Paulus warnte die Christen in Kolossä: Sehet zu, dass euch niemand einfange durch Philosophie und leeren Trug, gegründet auf die Lehre von Menschen und auf die Mächte der Welt und nicht auf Christus· (Kol. 2, 8). Die Evolutionstheorie ist Menschenlehre, die Schöpfungslehre demgegenüber Lehre von Gott. Auch zieht die Evolutionslehre gesellschaftliche Konsequenzen nach sich. Einige bekannte und einflussreiche Persönlichkeiten seien hier erwähnt, die sich auf die Evolutionslehre stützten. Nietzsche schreibt: Die Schwachen und Missratenen sollen zugrundegehen. Das ist der erste Satz unserer Menschenliebe Zwei Personen, die das Prinzip der Auslese schmerzvoll umgesetzt haben, waren Hitler und Mussolini. Karl Marx und Stalin, die ihre marxistisch-leninistische Lehre in die Praxis umsetzten, sind Ergebnisse des Evolutionsdenkens. Für dieses Denken hat die menschliche Gesellschaft zuletzt einen hohen Preis bezahlen müssen.

Für mich persönlich hatte die Evolutionstheorie die Konsequenz, dass ich weder einen Sinn für mein Menschsein noch einen befriedigenden Plan für mein Leben besaß. Wie ich mich fühlte, das hat Jacque Monod so ausgedrückt: Ich wandle als ein Zigeuner am Rande des Universums Mein Leben mit der Evolutionstheorie war ein Leben ohne Gott: Sinnlos, einsam und verlassen. Darum möchte ich den Leser dieser Zeilen einladen, sich auf Gott einzulassen, denn das hat positive persönliche Folgen: Das Leben bekommt einen Sinn und einen Plan. Durch den Glauben darf ich mich vertrauensvoll an Gott als an meinen Vater wenden, weil er mich durch Jesus Christus als sein Kind angenommen hat.

Mein persönliches Bekenntnis am Schluss dieses Vortrags möge als Aufruf verstanden werden, die Evolutionstheorie nicht einfach hinzunehmen, sondern sich aktiv mit ihr auseinanderzusetzen und zu begreifen, dass sie nichts weiter als ein Glaubensbekenntnis ist. Zugleich möchte ich demgegenüber einladen, an den Schöpfer zu glauben. Es lohnt sich, durch den Glauben ein Kind Gottes zu werden.

Literatur:

Werner Gitt: Das biblische Zeugnis der Schöpfung·, Schuf Gott durch Evolution und In sechs Tagen vom Chaos zum Menschen·

Reinhard Junker/ Siegfried Scherer: Entstehung und Geschichte der Lebewesen· Evolutionswissen·, Klett-Verlag 1993

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