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Austreibung aus dem Paradies, Cherubim und das Schwert

Themen die das Alte Testament betreffen könnt ihr hier diskutieren.

Austreibung aus dem Paradies, Cherubim und das Schwert

Beitragvon SK35483 » 4. Januar 2012 02:57

Hallo liebe Geschwister,

beim Betrachten von 1. Mose 3, 21-24 kamen mir ein paar unkonventionelle Gedanken, die ich hier zur Diskussion stellen möchte.

1. Mose 3, 21-24 (Schlachter 2000):Und Gott der Herr machte Adam und seiner Frau Kleider aus Fell und bekleidete sie. Und Gott der Herr sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner, indem er erkennt, was gut und böse ist; nun aber — daß er nur nicht seine Hand ausstrecke und auch vom Baum des Lebens nehme und esse und ewig lebe! So schickte ihn Gott der Herr aus dem Garten Eden, damit er den Erdboden bearbeite, von dem er genommen war. Und er vertrieb den Menschen und ließ östlich vom Garten Eden die Cherubim [g] lagern und die Flamme des blitzenden Schwertes, um den Weg zum Baum des Lebens zu bewachen.


Konventionell verstehen wir den Text alle so, als wenn Gott Adam aus dem Paradies vertrieb, damit er nicht vom Baume des Lebens esse. Und damit Adam dies auf keinen Fall gelinge, Gott die Cherubim vor die Tür stellte um ihn mit dem Schwert zu vertreiben oder nötigenfalls kurz und klein zu hauen. Ich vermute aber, dass der Text genau das Gegenteil sagt.

Schauen wir uns die Verse noch etwas genauer an. Dazu möchte ich gerne die Elberfelder zitieren.
1. Mose 3, 22 (Elberfelder):Und Jahwe Gott sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unser einer, zu erkennen Gutes und Böses; und nun, daß er seine Hand nicht ausstrecke und nehme auch von dem Baume des Lebens und esse und lebe ewiglich!

Wir verstehen den folgenden Vers
1. Mose 3, 23 (Elberfelder):Und Jahwe Gott schickte ihn aus dem Garten Eden hinaus, um den Erdboden zu bebauen, davon er genommen war;

in Verbindung mit der Aussage Gottes in Vers 22. Also die Erfüllung der Bekanntmachung.

Ich halte für möglich, dass Vers 23 keine Erfüllung der Bekanntmachung aus Vers 22 ist, sondern die Bekanntmachung keine Bekanntmachung im Sinne einer Ankündigung göttlicher Konsequenzen ist. Anders zu verstehen wäre es dann so, dass der Mensch seine Hand nicht zum Baum des Lebens ausstrecken wird, weil er in der Lage ist Gutes und Böses zu erkennen, das heisst, der Mensch durch seine Gesinnung gar kein Verlangen nach diesem Baum mehr hat. Mit anderen Worten, der Mensch will nicht ewig leben, was auch einerseits die logische Schlussfolgerung ist, warum es überhaupt zum Sündenfall kam, andererseits Gott dem Volk Israel genau diese Frage mit vorwurfsvollem Unterton stellt : "Warum wollt ihr sterben, Haus Israel?" (Hesekiel 18, 31 - Hesekiel 33, 11). Die Sünde verursacht aus Gottes Verständnis heraus also eine bewusste oder eher unbewusste Todessehnsucht.

Weiter mit der genaueren Betrachtung von Vers 23
1. Mose 3, 23 (Elberfelder):Und Jahwe Gott schickte ihn aus dem Garten Eden hinaus, um den Erdboden zu bebauen, davon er genommen war;

Steht hier, dass Gott Adam aus dem Paradies vertrieb, damit er nicht vom Baum des lebens essen solle ? Nein, das steht hier ebenso wenig.
Betrachten wir auch noch mal die Ankündigung Gottes aus 1. Mose 3, 17-19
1. Mose 3, 17-19 (Elberfelder):Und zu Adam sprach er: Weil du auf die Stimme deines Weibes gehört und gegessen hast von dem Baume, von dem ich dir geboten und gesprochen habe: Du sollst nicht davon essen, so sei der Erdboden verflucht um deinetwillen: mit Mühsal sollst du davon essen alle Tage deines Lebens;und Dornen und Disteln wird er dir sprossen lassen, und du wirst das Kraut des Feldes essen.Im Schweiße deines Angesichts wirst du dein Brot essen, bis du zurückkehrst zur Erde, [g] denn von ihr bist du genommen. Denn Staub bist du, und zum Staube wirst du zurückkehren!

Gott verfluchte Adam insofern, dass er es schwer haben soll seinen Lebensunterhalt zu beschaffen. Dazu musste er aus dem Paradies vertrieben werden, weil der Garten Eden, wenn man die Schöpfungsberichte aus Kapitel 1 und 2 der Genesis richtig in Einklang bringt, von Gott als ein fertig bewohnbares Biotop auf die Erde gesetzt wurde, inmitten einer noch unwirtlichen Welt, weil ja noch nichts (aus)gewachsen war.

Ich glaube wir sind uns alle einig, dass der Baum des Lebens ein Symbol für Jesus Christus sein sollte, womit ich nicht sagen will, dass der Baum kein tatsächlicher Baum war. Gott würde dem Menschen den Zugang zum Leben doch nicht verwehren. Der Tod ist der Feind des Lebens und Gott würde den Menschen dem Tod nicht hoffnungslos überlassen. Auch Adam hatte die Chance zurück zu Gott zu kommen, wenn er sich für das Leben entscheidet. Dieser Rückweg zu Gott ist Umkehr, Buße, ein Loslassen von der Todessehnsucht.
Jeder sollte sich fragen, ob er sein Gegenüber verstehen will, oder nur eine Begründung sucht, sich über ihn mit Recht aufregen zu dürfen, einfach nur weil er anders ist und denkt.
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Re: Austreibung aus dem Paradies, Cherubim und das Schwert

Beitragvon SK35483 » 4. Januar 2012 02:57

Und jetzt kommt etwas sehr Interessantes. Gott setzte die Cherubim vor den Garten Eden. Aber damit sie den Menschen nicht mehr reinlassen ? Das sagt der Text nicht
1. Mose 3, 24 (Schlachter 2000):Und er vertrieb den Menschen und ließ östlich vom Garten Eden die Cherubim [g] lagern und die Flamme des blitzenden Schwertes, um den Weg zum Baum des Lebens zu bewachen.

Die Cherubim sollten den Weg bewahren. Wozu wenn niemand diesen Weg gehen darf ? Selbstverständlich sollten sie den Zugang nicht verwehren, sondern frei halten für Menschen die sich für das Leben entscheiden. Und es ist bis heute so, dass bei aller Verderbnis der Welt, Gott doch seinen Geschöpfen immer irgendeinen Weg zur Umkehr frei hält. Die Bibel, das Evangelium haben trotz aller Anfeindungen durch die Welt überlebt, und das wird auch so bleiben.

Erinnert sich jemand daran wie das Evangelium im NT noch genannt wird ? Das zweischneidige Schwert ! (Hebräer 4, 12 - Offenbarung 1, 16 - Offenbarung 2, 12)

Neben den Cherubim plazierte Gott noch das "kreisende Schwert" wie die Elberfelder es ausdrückt. Da steht nicht, dass die Cherubim das Schwert führen, aber das scheint mir jetzt auch nicht so wichtig. Was versteht man unter einem kreisenden Schwert ? Da könnte man ja fast an eine Motorsäge denken, damit der Weg zum Garten nicht überwuchert, also bewahrt werden kann.
Nur glaube ich nicht, dass dieses Wort ein permanentes Kreisen um sich selbst meint. Ein kreisen um die eigene Achse zwar, aber ein einmaliges. Ein Umkehren. Ein Schwert das mit Umkehr zusammenhängt, ist das Evangelium doch auch. Durch das Evangelium erkennen wir die Sünde in uns und sind bestrebt wieder ein Leben in Gemeinschaft mit Gott zu führen. Uns selbst umzukehren durch das Wort Gottes.


Gruß, Sven
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Re: Austreibung aus dem Paradies, Cherubim und das Schwert

Beitragvon SK35483 » 4. Januar 2012 03:09

Einen Gedanken muss ich noch schnell anhängen. Und zwar sehen Ausleger die Cherubim aus Hesekiel 1, (dort werden die sie nur Lebewesen genannt, aber weiter hinten heissen sie auch Cherubim), in Verbindung mit den 4 Evangelien des NT. Und zwar ihre Gesichter. Mensch, Löwe, Adler und Ochse jeweils ein Symbol für die Art und Weise wie die Evangelien Jesus unterschiedlich darstellen.
Mensch = Menschensohn (Lukas), Löwe = König (Matthäus), Adler = Gottessohn vom Himmel (Johannes), Ochse = Knecht (Markus).

Ich war nie so sicher, dass die Evangelien wirklich so und ausschliesslich so zuzuordnen sein sollen. Denke, dass jeder der Aspekte sich in jedem Evangelium mehr oder weniger widerspiegelt. Aber dass es da einen gewissen Zusammenhang zwischen den Evangelien und den Cherubim gibt, kann man kaum leugnen, und mit meiner oben geschilderten Sichtweise würde das auch noch mal verstärkt Sinn machen.
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Re: Austreibung aus dem Paradies, Cherubim und das Schwert

Beitragvon SK35483 » 4. Januar 2012 08:15

Ich erwähnte den Begriff "Todessehnsucht" den ich an dieser Stelle noch mal aufgreifen und ausführen möchte.

Dazu verweise ich zusätzlich auf folgenden Beitrag von mir in einem anderen Thema, wo es um Hebräer 2, 14 ging, des Teufels Macht des Todes und seiner Ausserkraftsetzung
ist-der-teufel-unverzichtbar-t6549-10.html#p173409

Ich zitiere noch mal die ganze Aussage des Schreibers im Kontext
Hebräer 2, 14-15 (Schlachter 2000):Da nun die Kinder an Fleisch und Blut Anteil haben, ist er gleichermaßen dessen teilhaftig geworden, damit er durch den Tod den außer Wirksamkeit setzte, der die Macht des Todes hatte, nämlich den Teufel, und alle diejenigen befreite, die durch Todesfurcht ihr ganzes Leben hindurch in Knechtschaft gehalten wurden. 

Wichtig also, dass es nicht um den Teufel allein geht, sondern viel mehr um die Befreiung der Todesfürchtigen.
Sagt der Schreiber, dass ALLE Menschen befreit werden ? Sagt er, dass ALLE Menschen unter Todesfurcht leiden ? Nein, beides sagt er nicht.

Durch die Ausserkraftsetzung der Todesgewalt des Teufels werden die befreit, die unter Todesfurcht der Sünde verfallen. Steht hier, dass ALLE Menschen der Sünde verfallen sind, WEIL sie unter Todesfurcht leiden ? Nein, auch das nicht. Und bitte jetzt nicht daraus rückschließen, dass es sündlose Menschen gäbe.

Jesus befreite alle die, die unter Todesfurcht leiden, indem er ihnen neue Hoffnung gab, durch seine Bezeugung des Lebens und der Auferstehung der Toten. Vorher wollten diese bestimmten Menschen die hier gemeint sind weder sterben noch sündigen. Aber durch die Angst vor dem Tod und aufgrund der verbreiteten Irrlehren über den endgültigen Tod entstandenen Hoffnungslosigkeit, da die Welt den Todesängstlichen ja gar keine Alternative bietet, ausser den gleichen Weg wie die Welt zu gehen. Ein Leben nach der Lust zu führen und ohne Gott.

Die Todesfürchtigen handeln also aus Angst gegen ihr Gewissen, betäuben es, was ihre eigentliche Sünde ist. "Alles aber, was nicht aus Glauben geschieht, ist Sünde" sagt Römer 14, 23. Ist das ein Alibi für die Todessehnsüchtigen, dass sie nicht gegen ihr Gewissen handeln ? Nein, denn diese haben ihr Gewissen einfach schon in früherer Zeit ihres Lebens betäubt oder betäuben lassen. Sie sind in gleicher Weise schuldig, aber haben auch in gleicherweise die Möglichkeit zur Umkehr, weil auch sie das Evangelium hören werden
Römer 10, 17 (Schlachter 2000):Demnach kommt der Glaube aus der Verkündigung [g], die Verkündigung aber durch Gottes Wort. 



Gruß, Sven




PS : Bevor jemand anders was sagen will, bitte ich darum noch etwas zu warten. Ich werde im Laufe des Tages noch den Gedanken zu den Cherubim im Zusammenhang mit den Evangelien ausführen.
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Re: Austreibung aus dem Paradies, Cherubim und das Schwert

Beitragvon SK35483 » 5. Januar 2012 23:30

Wie versprochen die Fortsetzung, wenn auch mit etwas Verspätung ;-) Ich werde versuchen mich etwas kürzer zu fassen.

Von der Idee, dass die Cherubim mit den Evangelien zusammen hängen, lässt sich noch mehr ableiten. Evangelium bedeutet gute Botschaft, aber der die Bezeichnung ist ja für uns auch ein fester Begriff für die Schriften der sogenannten Evangelisten. Wer oder was sind denn diese Evangelisten im Sinne der Bibel ? Sie sind Zeugen. Zeugen Jesu Christi, da sie ihn und seinen Wandel uns bezeugen wollen. Jemand der etwas bezeugen will, muss nicht zwangsläufig ein Augenzeuge sein, so wie Lukas es ja auch nicht war, aber er ist jemand der das Geschehen beobachtet, es interpretiert, es rückvollzieht und auf seine Art bezeugt. Wichtig ist, der Zeuge ist ein Beobachter, auf die ein oder andere Weise.

Jetzt schauen wir uns mal an, was die Cherubim Figuren auf der Bundeslade machen bzw. wozu sie angebracht wurden :
2. Mose 25, 20 (Schlachter 2000):Und die Cherubim sollen ihre Flügel darüber ausbreiten, daß sie mit ihren Flügeln den Sühnedeckel beschirmen, und ihre Angesichter sollen einander zugewandt sein; die Angesichter der Cherubim sollen auf den Sühnedeckel sehen. 


Die Bundeslade selbst ist ein Symbol für Christus der in sich selbst den Maßstab Gottes trägt, die 10 Gebote. Die Cherubim Figuren stehen als Symbol für den Schutz des Wortes Gottes dessen sie selbst Zeugen sind, indem sie ihn, ihm ihre Gesichter zugewandt, beobachten, aber auch sich selbst einander zugewandt sind, weil sie in ihrem Zeugnis eine Einheit sind, aber den Christus von verschiedenen Blickwinkeln aus betrachten.

Die Cherubim auf der Bundeslade waren zwar nur 2, aber nach dem Gesetz heisst es ja, dass 2 oder 3 Zeugenaussagen etwas gelten. Es hätte also nur 2 Evangelisten gebraucht als wirksames Zeugnis. Dass es aber 4 sind, macht das Zeugnis um so kräftiger.

Auf der Bundeslade stehen also 2 Zeugen Christi. Wo haben wir noch 2 Zeugen ? In Offenbarung 11. Meiner Meinung nach sind diese 2 Zeugen damit absolut identisch mit den Zeugen die auch durch die Cherubim auf der Bundeslade symbolisiert werden. Mit dem Zeugnis Christi, was uns überliefert ist. Die Evangelien in der Bibel, auf Grundlage des alten Testaments. Wir haben also neues und altes Testament als Zeugnis Jesu und gleichzeitig auch als Beschützer und Bewahrer (die beschirmenden Flügel) des Wortes Gottes. Die Zeugen heissen im griechischen Text Martusin von Martura, was im lateinischen mit Testibus übersetzt wird. Testibus kommt von Testament, das bedeutet Zeugnis oder Bund.


Gruß, Sven
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