DIENSTAG, 1.SEPTEMBER

JESAJA 49,2; APOSTELGESCHICHTE 9,15.16; 20,24

Ist ein Diener Gottes einer, der von einer Aufgabe zur anderen hetzt? Jemand, der sich um die eigene Achse oder Ehre dreht? Wohl kaum! Ein Diener Gottes ist einer, der im Aufblick zu seinem Herrn arbeitet und sich von ihm gebrauchen lässt. Es mutet eigenartig an, wenn Jesaja sagt: „Er, Gott, hat meinen Mund wie ein Schwert, … und mich zum spitzen Pfeil gemacht!“ Der Diener Gottes – ein spitzer Pfeil? Worauf soll er denn zielen, wen treffen? Jesus will uns doch als Friedensstifter haben und als solche, die das Evangelium verkündigen. Wenn wir wie ein „spitzer Pfeil“ sind, meint das zuerst: Wir sind in Gottes Hand und bereit, uns von ihm gebrauchen zu lassen, wo und wie eres will. Es meint zum andern, dass wir in einen geistlichenKampf gestellt sind. Davon spricht auch das Bild vom Schwert. Gottes Wort in unserem Mund ist wie ein Schwert: Hebräer 4,12. Wo auch immer Gottes Wort weitergegeben wird, macht sich Satan auf, uns zu schaden, zu verletzen, ja zu töten. Erinnern wir uns an das Wort von Jesus: „Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie euch auch verfolgen.“ Die Feindschaft gegen den Herrn trifft auch den Knecht. Die Kämpfe des Herrn sind die Kämpfe des Knechtes. (Vgl. Joh.15,18-20; 2. Kor.4,1.8-12; 6,1-10.) Wir sind aber auch „versteckt im Köcher“. Das Leben des Knechtes Gottes braucht das Verborgen-Sein „unter dem Schatten seiner Hand“ oder „versteckt und wartend im Köcher“. Wir brauchen die Bereitschaft, uns zu „verbergen“, damit Gott mit uns ins Gespräch kommen kann. Wir sind „verborgen mit Christus in Gott“. Darum sind wir auch bei ihm für immer geborgen. (Lies Kol.3,1-3; 4,2.)

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MITTWOCH, 2.SEPTEMBER

JESAJA 49,4; HEBRÄER 12,3

Wir tun nun plötzlich einen Blick in die Gedanken des Knechtes. „Ich aber hatte gedacht, ich habe mich vergeblich abgemüht und meine Kraft nutzlos und umsonst verbraucht.“ Gedanken, die auch uns vertraut sein mögen. Ich dachte: Es hat ja doch keinen Wert. Ich dachte: das ist nichts für mich, das kann ich nicht. Ich dachte: man kann mich nicht leiden. Ich dachte: ich bin zu nichts nütze. Pfarrer Lüthi schreibt zu den Gedankengängen des Knechtes: „Ich dachte – o diese Gedanken! Es ist ja recht, wenn einer nicht gedankenlos ist. Sicher nicht umsonst hat uns der Schöpfer die Möglichkeit zum Denken geschenkt. Aber wenn wir ehrlich sein wollen, so sind uns unsere Gedanken doch recht oft eine Last auf dem Weg. Man kann tatsächlich nicht nur zu wenig, man kann auch zu viel denken! Dieses ‚ich dachte’ ist es doch, das uns vorzeitig die Haare bleicht, denn unser Denken ist unser Sorgen! Wie ein schleichender Mehltau* legt sich die Seuche des Fragens über die Seele des Gottesmannes, der bekennt: ‚Ich dachte, ich arbeite vergeblich, brächte meine Kraft umsonst und unnütz zu.’ Es ist Gedanken-Anfechtung, die sich hier meldet, Anfechtung, die uns unser Amt, das uns aufgetragen ist, überschwer, fraglich und aussichtslos erscheinen lässt, so dass man am liebsten seinen Dienst an den ersten besten Nagel hängen möchte, weil man innezuwerden meint, es ‚nütze doch alles nichts’, und am Ende tauge man ja auch gar nicht zur Arbeit im Weinberg Gottes.“ Paulus sagt uns: „Weil wir diesen Dienst haben, so lassen wir uns nicht entmutigen!“ (2.Kor.4,1; vgl. 1.Kön.19,14-18; Jes.40,30.31; 2.Kor.10,4.5; Hebr.10,23). * Sammelbezeichnung für verschiedene durch Pilze verursachte Pflanzenkrankheiten, die in der Regel durch einen weißen Belag (Pilzrasen) auf Blattoberflächen in Erscheinung treten.

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DONNERSTAG, 3.SEPTEMBER

JESAJA 49,4; 2.KORINTHER 12,9.10

„Ich aber habe gedacht: Ich habe mich vergeblich abgemüht ...“ „Diese Gedankenanfechtung meldet sich vor allem dann, wenn man tatsächlich einige Male innewird, dass man ein richtiger Stümper ist und Stückwerk liefert. Die Unmöglichkeit, den Willen Gottes zu erfüllen, berechtigt niemals, überhaupt nicht weiterzuschaffen. Den Willen Gottes tun und in seiner Sache stehen, heißt niemals, lauter glänzende Meisterstücke in die Welt setzen, deren man sich nachher rühmen könnte, sondern den Willen Gottes tun heißt: Tue ich’s gern, so bin ich zuversichtlich und froh, tue ich’s ungern, so ist mir das Amt doch befohlen. Gott antwortet: Hör auf mit verschränkten Armen und tiefsinnig zu fragen. Geh frisch ans Werk!“ (W. Lüthi; lies 1.Petr. 4,10.11; 1Kor.3,11-15.) „Wer im Kleinsten treu ist, der ist auch im Großen treu!“ Darauf kommt es an, dass ich die kleinen oder größeren Dinge tue. Wenn es schon Stunden gab, in denen der Knecht solchen Gedanken nachhing, wandte er sich doch entschlossen von solchem Denken ab: „Doch steht mein Recht bei meinem Herrn und mein Lohn bei meinem Gott!“ Er zieht seine Gedanken weg von der sichtbaren Erfolglosigkeit und richtet sie auf die noch unsichtbaren Verheißungen des Herrn! Es ist so wichtig, dass unser Glaube immer wieder durchstößt und sich klammert an ein Wort unseres Gottes, wenn wir in einer solchen Gedanken-Verfassung sind! „So soll man uns betrachten: als Christi Diener und Verwalter göttlicher Geheimnisse. Im Übrigen wird von Verwaltern nur verlangt, dass einer treu erfunden werde.“ (Lies 1.Kor.4,1.2.9-12; Röm.12,1.4-8; Kol.3,23.24.)

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FREITAG, 4.SEPTEMBER

JESAJA 49,4-6; HIOB 36,10.11

Statt seinen entmutigten Knecht aus dem Dienst zu entlassen, gibt Gott ihm einen noch weitreichenderen Auftrag. Der Knecht erfährt, dass Gott „zu ihm spricht“. Das ist immer neu etwas Gewaltiges: Der Herr hat Mittel und Wege, zu seinem Diener zu sprechen, sich ihm kundzutun. Ein Wort, ein neuer Auftrag, eine kleine Gebetserhörung, eine überraschende Hilfe, es kann auch ein Misslingen oder eine schlimme Nachricht sein, aber plötzlich sind wir gedrängt, uns im Vertrauen dicht an ihn anzuschließen. Dann bemerken wir, dass seine Stimme unser Herz erreicht, und er uns neu befähigt, auf ihn zu hören: „Es ist zu gering, dass du mein Knecht bist, um die Stämme Jakobs aufzurichten und die Geretteten Israels wiederzubringen; darum will ich dich zum Licht der Heiden machen!“ (Lies Jer.15,19-21; 1.Sam.3,1.21; Hiob 42,2-6.) Nun hören wir ganz andere Töne: „Ich bin geehrt in den Augen des Herrn, und mein Gott ist meine Stärke!“ Die Sonne ist durch das Dunkel der verzagten Gedanken durchgebrochen; er weiß wieder: Mein Herr liebt mich. Er steht zu mir, er gibt mir Vollmacht und Fähigkeit zum Dienst, er gibt mir, was ich an diesem Tag, in dieser Situation brauche. Ich bin ihm wertvoll, ich, der ich mir unnütz und wertlos vorkomme, so bedeutungslos, dass ich dachte, warum entlässt Gott mich nicht? Ein anderer könnte meinen Platz viel besser ausfüllen! – Das Scheitern an uns selbst soll Ausgangspunkt und Fundament für eine neue, erweiterte Aufgabe werden. „Ich bin nicht wert, ein Apostel zu heißen, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe. Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin, und seine Gnade gegen mich ist nicht vergeblich gewesen!“ (Lies Luk.5,8-10; Jes.43,18.19.)

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SAMSTAG, 5.SEPTEMBER

JESAJA 49,3; 43,21

Wir haben uns gefragt: Wer ist gemeint, wenn in Jesaja 49 vom Knecht des Herrn die Rede ist? Und wir haben zuerst den Einzelnen gesehen, der hier sprach: „Der Herr hat mich berufen ...“ Vers 3 gibt uns dann eine zweite Antwort; „Israel, du bist mein Knecht, durch den ich mich verherrlichen werde.“ Jetzt ist von einem Volk die Rede, das im Dienst des Heilsplans Gottes steht. Wenn dieser „Knecht“ versagt, dann tritt aus Gottes Welt, aus dem geheimnisvollen Hintergrund alles göttlichen Handelns der wahre Knecht hervor, der in der Geschichte des Volkes Gottes von Anfang an verborgen wirksam ist. (Lies Jes.52,13; 53,10; Sach.3,8.) Dieser eine, wahre Knecht ist „das Licht der Völker, das Heil für alle Enden der Erde“. Der Bogen spannt sich weit über den Propheten, weit über Israel hinaus. Die Gestalt des Knechtes ist für uns, die wir das Neue Testament haben, ein Urbild von Jesus Christus selbst. Noch einmal: „Wer ist der Knecht des Herrn? Es ist deutlich, dass mancherlei Antworten möglich sind. Es ist Israel, das auserwählte Volk, das erniedrigte, an dem sich der Herr einst noch verherrlichen wird. Es ist weiter die Schar der Stillen im Land, der Elenden und Verachteten, die sich immer neu an der Treue des Herrn aufrichten und ermutigen lassen. Es ist der Messias, den die Welt verabscheuen und zum Schmerzensmann erniedrigen wird, um dann doch an ihm die Herrlichkeit Gottes zu erkennen, dem sie die Ehre geben muss. Es ist die Gemeinde des Herrn Jesus Christus, von der er sagte: ‚Wer euch hört, der hört mich’ (Luk.10,16). Seiner Gemeinde aller Zeiten gilt die Verheißung, die Jesaja in den folgenden Versen aussprechen darf“ (H. Brandenburg). (Lies Jes.49,8-12; 34,16.17.)

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SONNTAG, 6.SEPTEMBER

JESAJA 49,6; JOHANNES 8,12

„Ich habe dich zum Licht der Heiden gemacht, dass du seist mein Heil bis zu den Enden der Erde!“ In Jesaja 53 spricht der Prophet davon, dass der wahre Knecht der leidende Gottesknecht ist. „Von ferne hat er seinen Tag geschaut, seinen Weg beschrieben, sein Amt bezeugt. Noch kennt er den Namen dessen nicht, der diesen Weg beschreiten, dieses Amt tragen, dieses Werk vollbringen soll. Wir aber kennen ihn, den Einen, den Einzigen, der nicht nur ein Bote des Lichts, sondern in seiner Person das Licht aller Heiden ist – nicht nur ein Zeuge des Heils, sondern das Heil, der Retter der Welt! ‚Einen kenne ich – wer liebt ihn genug? Einen nenne ich, der die Dornenkrone trug ... Jesus heißt er!’ Er kam in Knechtsgestalt, wurde verachtet und verabscheut und ins Elend gestoßen. Ihn schlug man ans Kreuz, und es sah wirklich so aus, als ob all seine Arbeit vergeblich gewesen wäre; aber Gott hat seinen Knecht erhöht und ihn zu Ehren gebracht. Er hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, und lässt in seinem Namen alle Völkern Heil und Frieden verkündigen.“ (H. Lamparter) Träger des Lichts und des Heils konnte er nur werden in seiner Bereitschaft, Leiden und Tod für uns zu ertragen. „Der in Gottes Gestalt war ... nahm Knechtsgestalt an, erniedrigte sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod am Kreuz!“ (Lies Jes.53,3-7; Phil.2,6-8; Hebr.10,5-10.) In dieser Demutsspur unseres Herrn sollen auch wir Träger des Lichts und des Heils für die Menschen unserer Zeit sein. Die Knechtsgestalt des Herrn ist uns Vorbild und Verheißung. „Diese Gesinnung lebe in euch, die in Christus Jesus war!“ (Lies 1.Joh.2,3-6; Eph.5,8.9.)

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MONTAG, 7.SEPTEMBER

JESAJA 49,7; KLAGELIEDER 3,22-24

Den nächsten Abschnitt ab Vers 7 in Jesaja 49 wollen wir unter der Frage betrachten: Was tut der Herr für seinen Knecht? 1.Gott bleibt seinem Knecht treu – er spricht mit ihm. „So spricht der Herr, der Erlöser Israels, sein Heiliger, zu dem, der verachtet ist von den Menschen und verabscheut von den Heiden, zu dem Knecht, der unter Tyrannen ist: Könige sollen sehen und aufstehen, und Fürsten sollen niederfallen um des Herrn willen, der treu ist, um des Heiligen Israels willen, der dich erwählt hat!“ Gott öffnet seinem Knecht den Blick für seinen Sieg am Ende der Zeit. Die Gemeinde geht immer neuen Demütigungen entgegen und erleidet die Gewalttätigkeit von den Tyrannen und Diktatoren dieser Welt. Aber sie soll wissen, dass auch ihr Leidensweg einst abgelöst wird durch das vor aller Welt offenkundige Bekenntnis ihres Herrn zu ihr. Sie sucht nicht ihre Rechtfertigung vor Menschen, sie wartet betend auf sein Erscheinen, seine sichtbare Gegenwart! – Unser Gott ist der Ewigtreue! „Der Herr ist treu, der wird euch befestigen und vor dem Bösen bewahren!“ Wir dürfen unsere ganze Zuversicht auf die Treue des Herrn setzen. Wenn auch die Umstände des Lebens oder die Stimme des Feindes uns sagen: Gott hat dich verlassen! Nein, Gott verlässt uns nicht! (Lies Ps.146,5.6; 138,1.2; 108,5; Jes.54,10.) In seiner Treue spricht der Herr mit seinem Knecht. Wir sind oft den ganzen Tag so beschäftigt, dass wir gar nicht miteinander ins Gespräch kommen. Ob das auch für unsere Beziehung zu Gott zutrifft? Er kommt so gern mit uns ins Gespräch, um uns seine Gedanken wissen zu lassen und seinen Weg zu zeigen. (Lies Jes.48,17.18; Ps.45,11.12; 143,8.)

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DIENSTAG, 8.SEPTEMBER

JESAJA 49,8; PSALM 65,3 2.

Gott erhört seinen Knecht, er hilft, er behütet. „Weiter spricht der Herr: Zur angenehmen Zeit habe ich dich erhört und am Tage des Heils dir geholfen; und ich will dich behüten und dich dem Volk zum Mittler geben, dass du dem Land wieder aufhilfst und die verwüsteten Erbteile wieder in ihren Besitz bringst!“ – Der Herr kennt die Gedanken und hört auf die Bitten und Notrufe seines Knechtes. Der Hörer des Gebets hört auf uns. Und er hört nicht nur, er ist auch mächtig und willig zu erhören! Wie glücklich macht diese Erfahrung! „Wenn ich dich anrufe, so erhörst du mich und gibst meiner Seele große Kraft!“ (Ps.138,3; 34,16.18; 91,15.16; Apg.12,5-17) „So spricht der Herr, … am Tag des Heils habe ich dir geholfen!“ Der Knecht ist nicht auf eigene Hilfsquellen angewiesen. Er hat immer seinen Herrn als Helfer. „Der Herr ist unser Richter, der Herr ist unser Meister, der Herr ist unser König, er hilft uns!“ „Hilfe hat er auf einen Mächtigen gelegt!“ „Ich habe einen Helfer erweckt, der helfen soll“ – einer, der uns behüten will. Bei allen, aber besonders bei gefährlichen Aufträgen, sind wir unter seinem persönlichen Schutz. In Versuchung und bei Angriffen sollen wir erfahren: „Ich, der Herr, behüte ihn … alle Augenblicke. Ich behüte ihn Tag und Nacht!“ „Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat … Der Herr wird dich behüten vor allem Unheil, er wird deine Seele behüten … von nun an bis in Ewigkeit!“ Alle menschliche Hilfe ist begrenzt. Gott allein kann sagen: Ich gebe dir Hilfe, ich behüte dich von heute an bis in alle Ewigkeit! (Lies 1.Mose 28,15; Jud.24.25; Offb.3,10.)

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MITTWOCH, 9.SEPTEMBER

JESAJA 49,9; 61,1

Was tut der Herr seinem Knecht? 3.Er gibt ihm die Botschaft von der Befreiung und von einem Leben im Licht Gottes! „Dass du zu den Gefangenen sagst: Geht hinaus! und zu denen in der Finsternis: Kommt ans Licht!“ (Elbf. Übersetzung) Kommt heraus aus der Dunkelheit, es ist ein Leben im Licht für euch da! (Lies Jes.42,6.7; Mark.16,15.16; Joh.12,35.36.) Vom Tag des Heils hat Jesaja in Vers 8 gesprochen. Der Apostel Paulus greift Jahrhunderte später darauf zurück: „Seht, jetzt ist die Zeit des Willkommens bei Gott; heute ist der Tag der Rettung für die Menschen“ (2.Kor.6,2). Welch ein wunderbares Heute haben wir zu verkündigen – das Heute der Befreiung. Der Mensch sucht nicht nur Befreiung von menschlicher Unterdrückung, von Ungerechtigkeit, von den Zwängen der Verhältnisse, er braucht eine tiefergehende Lösung aus den Bindungen der Eigennützigkeit und Egozentrik – Befreiung aus der Sünde, aus der Knechtschaft Satans und des Todes. Die Erlösten des Herrn verkündigen Freiheit. „Das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat mich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes!“ (Lies Apg.2,40; Joh.8,32; Röm.6,18; 8,1.2; 2.Kor.3,17.) „Viele Leute denken, das Wort ‚Freiheit’ bedeute für sie das Durchsetzen des eigenen Willens. Wenn das bei dir so ist, hat der alte Adam bereits wieder seinen Rückweg gefunden. Du wirst aber wirklich frei, wenn du dein ganzes Leben Christus überlässt … Hast du Angst davor, deine Unabhängigkeit zu verlieren? Das Kreuz bringt Befreiung statt Unterdrückung. Du beginnst, dich über eine ungewöhnliche Freiheit zu freuen. Wenn du z. B. auf jemanden zornig bist, stellst du fest, dass du ihn nun zu lieben beginnst. Die vorhandene Härte in dir erfährt eine Auflockerung. Du bist dann nicht mehr dein eigener Herr, du stehst dann unter neuer Leitung“ (nach F. Kivengere).

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DONNERSTAG, 10.SEPTEMBER

JESAJA 49,9-11; PSALM 23,1-6 4.

Gott hat für seinen Knecht eine Fülle von Fürsorge, und er gibt Führung. „Sie werden an den Straßen weiden und auf allen kahlen Hügeln ihre Weide haben. Sie werden weder hungern noch dürsten; keine trügerische Wasserspiegelung noch Sonne wird sie blenden!“ Selbst an Straßen und auf kahlen Bergen soll eine immerwährende Weide für seine Diener sein. Gott speist und tränkt sein Volk auch in der Wüste und schützt es vor Sonnenbrand und Luftspiegelungen. Es mag Zeiten im Leben geben, die von Leere und Sehnsucht gekennzeichnet sind. Man hat sich alles anders vorgestellt – interessanter, glücklicher, erfolgreicher, gesünder … Nun aber sind steile Strecken, einsame und schwere Stunden durchzuhalten. Wir kommen an die Grenze unserer Kraft und sind so müde und erschöpft. Und doch: Gott verlässt uns nicht. Er bleibt bei uns. Er hält uns an seiner Hand. Und wenn wir fallen, hilft er uns wieder auf. Gottes fürsorgende Liebe begleitet uns. „Wir werden nicht entmutigt, sondern wenn auch unser äußerer Mensch zugrunde geht, so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert … wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen!“ (Lies Ps.36,8-10; Joh.10,9.10; Röm.8,32; Phil.4,19.) „Ihr Erbarmer wird sie führen und zu Wasserquellen leiten!“ Er führt uns auf der richtigen Straße. Und er ist nicht ein Treiber, sondern ein Erbarmer, der Mitgefühl hat, der unsere Grenzen berücksichtigt! Er führt zu Wasserquellen, und wir sollen erfrischt und gestärkt werden. Gott selber nennt sich „die Quelle lebendigen Wassers“. „Das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm ein Brunnen des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt!“ (Lies Ps.110,7; Jes.12,2.3; Joh.4,14; 7,38.39.)

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FREITAG, 11.SEPTEMBER

JESAJA 49,13; PSALM 103,13.14

„Der Herr tröstet und erbarmt sich seiner Bekümmerten!“ Denken wir z. B. an Lea: Für sie war das Leben hart und schwer. Trotzdem bezeugten alle, die sie kannten, dass ihr Mund eines Tages voller Gesang, voller Dank gegenüber der Güte Gottes war. Wie konnte das sein? Die Missionarin Isobel Kuhn (1901-1957) berichtete: „In einer Schlucht lebten viele erblindete Lisu*. Aber in all den Jahren, die ich dort verbrachte, hatte ich nie einen ungläubigen Blinden getroffen, der ein Lied im Herzen getragen hätte. – Damit der Leser aber nicht denkt, Lea sei eben mit einem natürlich frohen Gemüt begabt gewesen, möchte ich von einer anderen blinden Christin erzählen, die von der gleichen Freude getragen wurde. Auch sie war beinahe blind, ihre Augen eiterten, aber auf ihrem Gesicht lag ein Leuchten, das aus dem Herzen kam. Ihre kaum zwanzigjährige Tochter ist völlig erblindet und unfähig zu irgendeiner Arbeit; die Schwägerin, mit der sie zusammenlebt, ist ebenfalls ganz blind und dazu taubstumm. So hat die arme Mutter mit ihren schmerzenden Augen alle Feldarbeit und andere Arbeiten für sich und ihre schwergeprüften Lieben zu tun, aber jede Begegnung mit ihr ist ein Segen. Ich fragte sie einmal, was sie so glücklich mache. Sie antwortete: ‚Es ist der Gedanke an den Himmel. Die Lisu-Lehrer haben mir erzählt, dass Jesus dort für immer einen wunderbaren Platz bereithalte. Dort oben gäbe es keine Krankheit mehr, keine Blindheit, dafür aber Dinge, die selbst gesunde Augen nie gesehen haben. Es freut mich, darüber nachzudenken und davon zu reden.’ (Lies Ps.94,19; Jes.29,18.19; 35,5-10; Eph.1,17.18.) Wenn das äußere Augenlicht fehlt, das Herz sich aber sehnsüchtig nach Gott ausstreckt, dann öffnet er die Augen des Herzens und hebt den inwendigen Menschen aus der Mühsal der Erde empor, um mit ihm in himmlischen Örtern zu wohnen“ (Aus: Nester über dem Abgrund). (Lies Ps.18,28.29; 63,1-9; 119,129-131.) *Die Lisu sind eine der 55 offiziell anerkannten Minderheiten der Volksrepublik China. Nach der letzten Volkszählung im Jahr 2000 zählen sie in China 634.912 Menschen. Sie leben vor allem in Yunnan und Sichuan in Südwestchina. Lisu leben auch in Myanmar, Thailand und im indischen Bundesstaat Arunachal Pradesh.

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SAMSTAG, 12.SEPTEMBER

JESAJA 49,11-13; 2.MOSE 13,17.18.21.22

Der Herr übernimmt die Wegbereitung für seine Knechte. „Ich werde meine Berge wegsam machen, und meine Fußpfade sollen erhöht, d. h. gebahnt, werden.“ „Gott lässt zu, dass es durch tiefe Täler und über Berge von Schwierigkeiten geht. Darüber muss sich jeder, der dem Herrn Jesus Christus nachfolgt und ihm dient, klar sein. Warum erschrecken wir so leicht, wenn Berge sich auftürmen? Kommen wir dann in Versuchung, diese Berge zu umgehen oder gar umzukehren? Hat Gott nicht gezeigt, dass der Weg ins Land der Verheißung durch Wüstenzeiten, durch Kälte und Hitze führt? Gerade Schwierigkeiten und Ausweglosigkeiten sollen dazu dienen, uns von Gott prägen zu lassen. (Lies 5.Mose 8,2.16-18; Spr.4,25.26; Ps.119,30.) Wenn wir den kleinen und großen Schwierigkeiten im Glauben widerstehen, wird Gott sie uns zum Segen werden lassen. Er wird das scheinbare Hindernis zu einem neuen Weg machen. „Ich will vor dir herziehen und Berge eben machen und eherne Türen zerbrechen und eiserne Riegel zerschlagen“ (Jes.45,2; 42,16; 5.Mose 32,11.12; Ps.73,23.24). Nichts ist dem Herrn unbekannt, nichts ihm unmöglich. Er will auf den Boden unserer Ratlosigkeit sein Licht säen. ‚Licht wird gesät dem Gerechten, und Freude den von Herzen Aufrichtigen.’ Ein ausgesätes Samenkorn sieht man anfänglich nicht mehr, es keimt in der Dunkelheit, und dann geht es in neuem Leben auf. Augenblickliche Traurigkeit ist das Ackerland, in das Gott Freude aussät!“ (nach H. E. Alexander) Gott braucht Knechte, die entschlossen auf seinem bereiteten Weg vorwärtsgehen, die in seiner Kraft Siege gewinnen und die er als Licht- und Heilsträger gebrauchen will. „Frohlocket, ihr Himmel, und lobsinge, du Erde! Brechet in Jubel aus, ihr Berge, denn der Herr hat sein Volk getröstet und erbarmt sich seiner Bekümmerten!“ IN GOTTES HANDFLÄCHEN EINGEZEICHNET (JESAJA 49,14-26)

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SONNTAG, 13.SEPTEMBER

JESAJA 49,14-26

Wir haben angefangen, das 49. Kapitel des Propheten Jesaja unter der Überschrift zu lesen: „Der Knecht Gottes: Lichtträger- und Heilsträger!“Nun wollen wir auf die zweite Hälfte des Kapitels hören, doch um des Zusammenhangs willen noch einmal kurz streifen, was uns schon wichtig wurde: Vers 1-3 –Die Vorbereitung des Knechtes. Vers 4– Die Gedanken des Knechtes: vergeblich, umsonst, nutzlos. Vers 5-9 – Die Hilfe durch die Verheißungen Gottes. Vers 10-13 – Die Führung durch den Erbarmer, Singen und Jubel. Zunächst stehen wir vor einer Situation, die nicht von Jauchzen und Freude erfüllt ist. Doch Gott schenkt Zion ein Wort, das nicht nur damals, sondern auch heute herausführen, ermutigen und stärken will: „Siehe, in meine beiden Handflächen habe ich dich eingezeichnet, deine Mauern sind beständig vor mir.“(Lies 5.Mose 31,6.8; 33,26.27; Matth.28,10.) Wenn wir den Zusammenhang ansehen, ist dieses wunderbare Wort eine Antwort des Herrn auf die Klage Zions: „Der Herr hat mich verlassen, der Herr hat meiner vergessen!“ Gott aber hat in seine Hände die Grundrisse Zions eingezeichnet. Er braucht seine Augen nur auf seine offenen Hände zu richten, und er hat die ganze Anlage Zions, den Grundriss und die Mauern vor sich – die Mauern der Häuser, der Wohnungen, die Mauern, die die Stadt umgeben – einfach den ganzen Plan. Ein Vergessen oder ein Verlassen ist gar nicht möglich. Gott müsste seine Hände wegwerfen, wenn er vergessen und verlassen wollte. „Israel, du wirst nicht von mir vergessen werden.“(Jes.44,21; lies 2.Sam.23,5; Joh.10,29)

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MONTAG, 14.SEPTEMBER

JESAJA 49,14; PSALM 31,23-25

„Zion sprach: Der Herr hat mich verlassen, und der Herr hat meiner vergessen!“Zion lebt in Furcht. Die Klage entbehrt jeder Grundlage. Aber sind wir nicht auch schon in solche Stunden gekommen, dass wir uns alleingelassen und vergessen fühlten? Manche stehen wirklich allein im Leben. Es gibt viel Arbeit, es gibt aber auch einsame Stunden. Man möchte mit jemand reden, wenn man nach Hause kommt. Man möchte fragen können, sich trösten lassen, wenn etwas schief gelaufen ist oder wenn man den Eindruck hat, versagt zu haben oder ungerecht behandelt worden zu sein. Man möchte angehört werden, wenn man angegriffen oder abgelehnt wurde. Man sehnt sich nach der Geborgenheit der Gemeinschaft, und der Gedanke schleicht sich ein: „Ich bin von allen verlassen, ich bin vergessen.“ – Aber nun denke daran, wie nahe Gott dir ist! Er hat deinen Grundriss in seine Hand gezeichnet, alle Details sind vor ihm. So viel bedeutest du ihm! Der Zustand, in dem du dich befindest, und der Plan, den er für dich hat, sind immer vor seinen Augen. Er kann nicht vergessen, und er hat nicht vergessen, was er einmal zu dir gesprochen hat.(Lies Jes.43,1; 40,27-31; 41,9.10.) Er vergisst nie, wozu er dich berufen hat und er denkt daran, wie viel Vertrauen und Liebe du ihm schon geschenkt hast. Und jetzt spricht er uns neu zu: „Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt, ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.“ (Jer.31,3; lies Jer.31,20; Jes.54,10; Ps.89,34.35) Er vergisst auch nicht, was wir in seinem Namen getan haben: „Denn Gott ist nicht ungerecht, dass er eurer Arbeit und der Liebe vergäße, die ihr gegen seinen Namen bewiesen habt, indem ihr den Heiligen dientet und noch dient“ (Hebr.6,10).

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DIENSTAG, 15.SEPTEMBER

JESAJA 49,14-16; JOHANNES 15,9

„Kann auch eine Mutter ihres Kindleins vergessen, dass sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie seiner vergäße, so will ich doch deiner nicht vergessen. Siehe, in die Hände habe ich dich gezeichnet!“ So feinfühlig begegnet der Herr den unglücklichen und ungerechten Gedanken derer, die sich vergessen und verlassen fühlen. Zion hat nicht recht mit ihren klagenden und anklagenden Worten, aber Gott zeigt ihr seine Liebe, die viel tiefer und weiter reicht als alle Mutterliebe. Er möchte, dass Zion wenigstens eine Ahnung von seiner großen Liebe bekommen würde. Wenn Zion es doch glauben würde, wenn sie sich dem Herrn mit Leib und Leben und allem, was sie bekümmert, neu anvertrauen könnte! Wenn Zion doch ihre düsteren Gedanken beim Herrn ablegen könnte: Ich bin vergessen, übersehen, übergangen, nicht geliebt, nicht begehrt, ich bin alleingelassen, unverstanden, ohne Gegenüber, ohne Schutz. Groß ist die Not solcher Gedanken. Sie können einem richtig zur Plage werden. (Lies Joh.5,3-7; 1.Mose 16,6-14.) – Wir erinnern an das Wort unseres Herrn Jesus Christus: „Wenn du glauben würdest, würdest du die Herrlichkeit Gottes sehen.“ Glaube an seine Liebe, an seinen guten Plan, an seine Gegenwart!Wir sollten auch daran denken, dass Satan zwei Dinge erreichen will: dass wirden Herrn vergessen in unserer Situation, ihn verlassen und beiseiteschieben, und dass wir uns dem Gedanken überlassen, wir seien von unserem Herrnvergessen. „Sollte Gott nicht hören und der Allmächtige es nicht sehen? Auch wenn du sagst, du sehest ihn nicht, so liegt die Sache doch vor ihm; warte du nur auf ihn!“ (Hiob 35,13b.14; Jes.41,17; 42,16; 46,3.4)

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MITTWOCH, 16.SEPTEMBER

JESAJA 49,14-16; MALEACHI 3,16.17

Gott hat Kenntnis von der Not seines Knechts – er nimmt unsere Gedanken wahr und spricht: „Ich will dich nicht vergessen!“ Er hat gewissermaßen eine Notiz gemacht, hat uns in seine Handflächen eingezeichnet. Wörtlich heißt es sogar: er hat uns in seine Handflächen eingegraben. Unser barmherziger Herr vergisst uns gewiss nicht! Hanna, die Frau Elkanas, baute in ihrem Gebet darauf, dass Gott sie nicht vergessen würde. Wir können die Bitte eines Menschen, der unsere Hilfe braucht, „vergessen“, aber Gott wird das Schreien der Elenden nicht vergessen! (Lies 5.Mose 4,30.31; 1.Sam.1,11.19; Ps.9,10-13; 102,2.3.19-22.) Unser Herr Jesus Christus spricht eindrücklich davon, wie wichtig es ist, dass wir uns nicht vergessen vorkommen: „Verkauft man nicht fünf Sperlinge um zwei Pfennige? Und nicht ein Einziger von ihnen ist vor Gott vergessen. Aber auch die Haare eures Hauptes sind alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht. Ihr seid mehr wert als viele Sperlinge!“ (Luk.12,6.7). Wir gehören mit allem, was wir sind und was uns bevorsteht, unmittelbar zu ihm, der uns geschaffen und erlöst hat. Er sieht, was nötig ist in unserem Leben, er bemerkt sofort, wenn er helfen muss. Wir sind ihm so nahe wie die Hand dem Auge. (Lies Ps.10,12-14; 138,3; 145,18.19.) Ein anderes Bild, das Gott gebraucht, um zu zeigen, wie nahe wir ihm sind, ist das Bild vom Augapfel: „Er umfing ihn, hatte acht auf ihn, er behütete ihn wie seinen Augapfel.“ Eingezeichnet in seine Handflächen, geschützt von ihm wie sein Auge! Man muss sich in solch ein Bild hineindenken, um den ganzen Nutzen daraus zu haben, das stärkende Bewusstsein, geliebt und geborgen in seiner Nähe, in ihm zu sein! (Lies 5.Mose 32,10; Sach.2,12b; Ps.105,15.)

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DONNERSTAG, 17.SEPTEMBER

JESAJA 49,17-26

Wenn die folgenden Verse auch deutlich in die Geschichte Zions hineingesprochen sind und für Israel ihre Bedeutung hatten und noch haben werden, so dürfen wir darüber hinaus erkennen, wie Gott mit den Glaubenden handelt, die Bürger der neuen Gottesstadt Zion sind. Der Hebräerbrief sagt: „Ihr seid gekommen zu dem Berg Zion, zu der Stadt des lebendigen Gottes“ (Hebr.12,22). Was wird Zion, die in den Handflächen Gottes eingezeichnet ist, hier zugesagt? Halten wir drei Wahrheiten fest: 1.Zion muss sich nicht vom Feind bestimmen lassen. Gott spricht: „Deine Zerstörer und Verwüster, die dich zerstört und verwüstet haben, sollen sich davonmachen! … Die dich verschlingen wollten, werden sich entfernen! … Du wirst sie suchen, aber nicht finden, die Leute, die mit dir haderten – wie nichts und gar nichts werden die Männer, die wider dich stritten.“ (Lies Jes.30,19; 38,3.5.6; 41,12.) Vielleicht haben wir in den vergangenen Tagen oder Jahren die starke Gegenmacht des Feindes gespürt: in Ehe und Familie, am Arbeitsplatz, in der Gemeinde, im ganz persönlichen Leben. Versuchungen setzten uns zu, wir gerieten in Anfechtungen, sahen keine Lösung für unsere Probleme. Zusätzlich machen uns Resignation, Streit- und Rachsucht zu schaffen. Es entspricht unserem Gegner, dass er immer neue Angriffe startet. Sicher ist, dass Gott, der uns in seinen Händen betrachtet, Sieg für uns hat. (Lies Ps.3,1-9; 6,9-11; 56,10-14.) „Deine Erbauer eilen herbei, aber die dich zerbrochen und zerstört haben, werden sich davonmachen!“ „Beide, die Baumeister und die Zerstörer, beide sind in deiner Hand, Herr. Ein Wink von dir genügt, und die Zerstörer müssen weichen. Zerbrich auch an mir, was deinem Bau im Wege steht!“ (W. Lüthi)

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FREITAG, 18.SEPTEMBER

JESAJA 49,18-23; JEREMIA 30,18-22

Die nächste Tatsache, die Zion in Aussicht gestellt wird, ist: 2.Zion wird nicht mehr einsam sein. „Hebe deine Augen ringsumher und siehe, alle diese werden versammelt kommen zu dir. So wahr ich lebe, spricht der Herr, du wirst sie wie eine Zierde anlegen und dich mit ihnen gürten wie eine Braut.“ Zion, die sich verlassen, vergessen, unfruchtbar fühlte, ist umringt von solchen, die zu ihr kommen. Gott sieht sie wie eine Braut im Schmuck der heimkehrenden verlorenen Söhne und Töchter. Das Bild der geschmückten Braut ist ein fröhliches Bild, das auf Erfüllung, auf Gemeinschaft hinweist. Überwunden ist die Verlassenheit, kein Gedanke mehr an Alleinsein, an Vergessensein. „Das Bild von der Braut ist seit Hoseas Zeiten in der Prophetie heimisch – bis hin zur Hochzeit des Lammes am Schluss der Offenbarung. Der Brautschmuck der Gemeinde ist die große Zahl der Getreuen, die ihr Gott zuführt, alle, die den Ruf Gottes hören und ihm folgen …“ (H. Brandenburg). (Lies Jer.33,10.11; Hes.36,9-11.) Wie freundlich geht der Herr mit der Klage Zions „der Herr hat mich verlassen“ um – er nennt sie Braut. Nun kann sie trotz ihrer Situation zuversichtlich glauben. Gott kann aus Steinen Kinder erwecken und aus dem Nichts etwas hervorsprossen lassen, als wäre es schon immer da. „Der Glaube ist ein Beharren auf dem, was man hofft, ein Überzeugtsein von Tatsachen, die man nicht sieht, die aber zu gegebener Zeit in die Erscheinung treten werden“ (Hebr.11,1). In einer Bibelauslegung heißt es: „Die sterbende und verfolgte Kirche lebt von vielen Auferstehungen, von Erweckungen, die bis in die Familien hoher Funktionäre eindringen. Gotteserkenntnis (d. h. Erfahrungen mit ihm) bekommt nur der, der gegen den Augenschein mit Erweckung rechnet.“ (Lies Jer.32,27; 31,16.17.)

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SAMSTAG, 19.SEPTEMBER

JESAJA 49,19-23; 54,1-4

„Die Kinder deiner Kinderlosigkeit werden noch vor deinen Ohren sagen: Der Raum ist mir zu eng!“ Welch ein Ausdruck: „Kinder der Kinderlosigkeit“! Mit einem Mal wird das Ergebnis des Einsam-Gehens sichtbar. Es wird ein Wunder sein in unseren Augen. „Alsdann wirst du bei dir selbst denken: Wer hat mir denn diese geboren, mir, der Kinderlosen und Unfruchtbaren, der Gefangenen und Verstoßenen? Siehe, ich war allein gelassen, wo waren denn diese?“ Auf die Frage Zions antwortet Gott: „Siehe, ich will mit meiner Hand den Heiden winken …“ (Lies Jes.60,4.9; 66,18.19.) Wir dürfen es vom Herrn erwarten und erbitten, dass er den Fernen winkt. Diese einladende Geste Gottes will uns zum Gebet und zum missionarischen Handeln für die Fernstehenden aktivieren! Fernstehend ist jederMensch, der fern von Gott lebt, der keine persönliche Beziehung zu ihm hat. Auch mein Nachbar, mein Arbeitskollege, Menschen im Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis können Fernstehende sein. Wir wollen uns nicht entmutigen lassen, sondern weiterbeten. Nicht wenige Jesus-Nachfolger beten schon Jahre und Jahrzehnte für den Ehepartner, eine Tochter oder den Sohn …, die noch kein Eigentum von Jesus sind. Das schmerzt unendlich tief. Übergib deine Not dem großen Nothelfer! Übergib ihm im Gebet alle Lasten! Lass dich von dem ermutigen, der gesagt hat, dass er den Fernen winkt! Denn „Gott will, dass alle gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“ „Und du wirst erkennen, dass ich der Herr bin; die auf mich harren, werden nicht beschämt werden.“ Unser Leben soll nicht fruchtlos bleiben und wir sollen nicht zuschanden werden in unserem Hoffen und mit unserer Aussaat! (Lies 1.Mose 18,22b; 19,29; Matth.21,22.) Lass Ströme der Gnade fließen, sich auf die Scharen ergießen, die sich in Irrtum und Nacht quälen müssen. Antworte, Heiland der Welt! Erbarme dich all der Müden, die ohne Hoffnung hier leben*, ohne Gewissheit, Befreiung und Frieden. Antworte, Heiland der Welt! Du siehst in die Lasterhöhlen, wo sie die Sünde erwählen, du hörst die Seufzer betrogener Seelen. Antworte, Heiland der Welt! Für Herzen, die tief verdorben, bist du am Kreuze gestorben, hast deine Herrlichkeit für sie erworben. Antworte, Heiland der Welt! H. E. Alexander * wörtlich „hinieden“

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SONNTAG, 20.SEPTEMBER

JESAJA 49,24-26; SACHARJA 9,11

Zion wird in unserem Kapitel noch eine weitere Tatsache gezeigt: 3.Der Herr ist stärker als jeder Riese. Im Gespräch Gottes mit Zion wird die Frage aufgeworfen: „Kann auch einem Riesen sein Raub genommen werden? Und können rechtmäßig Gefangene entrinnen?“ Die Antwort: „Ja, so spricht der Herr: Die Gefangenen sollen dem Riesen genommen werden, und der Raub der Tyrannen soll entrinnen; denn ich will hadern mit dem, der mit dir hadert, und deine Kinder will ich retten.“ Noch einmal: Können rechtmäßig Gefangene entrinnen? Ja, sagt Gott! Schauen wir unser Leben mit Jesus an: Machen uns nicht immer wieder bestimmte „Gefangenschaften“ zu schaffen? Haben wir dem Riesen Stolz, dem Riesen Zorn, dem Riesen Geiz oder einem anderen Riesen Rechte eingeräumt? Gab es eine Stunde, in der wir Gottes Stimme gehört, aber dem Herrn nicht gehorcht haben? Wir können in Sünde gefangen sein. „In meinen Gliedern entdecke ich ein Gesetz, das dem Gesetz meines erneuerten Sinnes widerstreitet und mich gefangen nimmt unter das Gesetz der Sünde. Ich unglückseliger Mensch! Wer wird mich erretten von diesem Todesleibe? Ich danke meinem wunderbaren Gott, er hat es getan durch Jesus Christus, unseren Herrn“ (Röm.7,23-25; lies Röm.5,17; Hebr.7,24.25). Was der Feind bei uns auch für Rechte angemeldet hat, was es auch für eine Gefangenschaft sein mag, die Tür in die herrliche Freiheit der Kinder Gottes steht offen! Der Herr spricht: „Die Gefangenen sollen dem Riesen genommen werden, der Raub des Tyrannen soll entrinnen.“ Auf dieses Wort dürfen wir uns auch stützen im Blick auf Menschen, für die wir beten, für die wir uns verantwortlich wissen. „Alles Fleisch soll erkennen, dass ich, der Herr, dein Erretter bin und dein Erlöser, der Starke Jakobs.“ (Lies Luk.4,18; 1.Kor. 6,9-11; Ps.107,10-16.)

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MONTAG, 21.SEPTEMBER

JESAJA 49,18-26; KOLOSSER 2,14.15

„Die Gefangenen sollen dem Riesen genommen werden, und der Raub des Tyrannen soll entrinnen.“ Ein Ausleger schreibt zu Jesaja 49: „Wenn es durch lauter Gedränge geht, so denke daran, dass es zugleich deines Gottes Sache sei … Du bist gefangen, aber du sollst los sein und andere losmachen! Du bist zerstreut, du sollst gesammelt werden. Du bist in hartem Dienst unter Hitze und Hunger, du sollst erquickt und an die Wasserquellen geleitet werden. Himmel und Erde sollen sich freuen mit dir … Aber – obwohl ich Zion Mut zuspreche, vernimmt es vor Klage über sein Elend und über seiner Feinde Macht kaum, was ich, dein Gott, sage. Doch dass du im Elend bist, bewirkt nicht, dass ich dich verlasse, sondern dass du mir vielmehr unaufhörlich im Herzen bist … Und wenn du dich ganz verlassen von mir meinst, so sehe ich dich schon in den glücklichen Stunden meines Hochzeitstages mit dir und all den Meinen an (Offb.19,7-9; 21,2). Sieh nicht immer auf dein Elend und auf deine Schwäche, sondern sieh von dir weg auf meine Verheißung!“ „Du wirst erfahren, dass ich der Herr bin, an dem nicht zuschanden werden, die auf mich harren. Kann auch einem Starken der Raub genommen werden? Ja, spricht der Herr!“ Der Starke ist der Teufel, der Raub sind die Menschenseelen. Keine Befreiung gibt es von diesem Elend als durch den „allein Mächtigen, den Heiland und Erlöser“! (Lies Jes. 53,10-12; 1.Joh.3,5.8; Joh.8,36.) Sieh nicht an, was du selber bist in deiner Schuld und Schwäche. Sieh den an, der gekommen ist, damit er für dich spreche. Sieh an, was dir heut widerfährt, heut, da dein Heiland eingekehrt, dich wieder heimzubringen auf adlerstarken Schwingen. Sieh nicht, wie arm du Sünder bist, der du dich selbst beraubtest. Sieh auf den Helfer Jesus Christ! Und wenn du ihm nur glaubtest, dass nichts als sein Erbarmen frommt und dass er dich zu retten kommt, darfst du der Schuld vergessen, sei sie auch unermessen. J. Klepper GOTT SPRICHT DIR ZU: MEIN ANGESICHT WIRD MIT DIR GEHEN

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DIENSTAG, 22.SEPTEMBER

2.MOSE 33,12-17; PSALM 140,14

„Mein Angesicht wird mit dir gehen!“ Diese einzigartige Zusage, die Gott Mose machte, dürfen auch wir in Anspruch nehmen. Denn „was zuvor geschrieben worden ist, das wurde zu unserer Belehrung geschrieben, damit wir durch die Geduld und durch den Trost der Schrift Hoffnung fassen“ (Röm.15,4). Gott spricht von seinem Angesicht. Wir können es ja nicht sehen – es ist eben eine unsichtbare Wirklichkeit. Mose war es so wichtig, dass das Angesicht Gottes bei ihm war, dass er davon die Fortsetzung seines Lebensauftrags abhängig machte. Der gehorsame, auf Gottes Führung achtende Mose weigerte sich, auch nur einen Schritt weiterzugehen ohne die Zusage des Angesichts Gottes. „Wenn dein Angesicht nicht mitgeht, so führe uns nicht hinauf.“ Ein kühnes Wort! (Lies Ps.5,9; 25,4.5; 27,11; 86,11.) Wir wollen uns ein Stück in die Situation Moses hineinnehmen lassen, damit wir ermessen können, was das Leben im Angesicht Gottes für ihn bedeutete. Mose hatte viel mit Gott erlebt: Rettung aus der ägyptischen Gefangenschaft in die Freiheit – Wunder der Führung und Versorgung in der Wüste. Mehr noch: der Aufstieg auf den Berg Sinai, das Leben in der Nähe Gottes, der Empfang der Zehn Gebote und die „Bau-Anleitung“ für die Stiftshütte, das Heiligtum, in dem Gott unter seinem Volk wohnen wollte. – Dann war im Tal das Fürchterliche geschehen: der Abfall des Volkes von seinem Gott und die Anbetung des goldenen Kalbs. Gott hatte zwar auf Moses Gebet hin den Weiterweg nach Kanaan ermöglicht, aber er hatte gesagt: „Ich werde nicht in deiner Mitte hinaufziehen … Ich werde einen Engel vor dir hersenden!“ Sollte Mose sich damit zufriedengeben? (Lies 2.Mose 32,1 - 33,3; Ps.106,23.)

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MITTWOCH, 23.SEPTEMBER

2.MOSE 33,7-11; PSALM 73,28

Nachdem der Herr Mose eröffnet hatte, er werde nicht mit ihm hinaufziehen, „nahm Mose das Zelt und schlug es auf außerhalb des Lagers, fern vom Lager, und nannte es: Zelt der Zusammenkunft“. Im Gericht und in der Beschämung gab es doch noch eine Möglichkeit, mit dem Herrn zusammenzukommen: „… ein jeder, der den Herrn suchte, ging hinaus zum Zelt der Zusammenkunft …“ Was Mose hier zu Gott sagte, und was Gott mit ihm sprach, ist uns zum Teil aufbewahrt: „Mose sprach zu dem Herrn … der Herr sprach zu Mose!“ Es ist unbeschreiblich natürlich und heilig zugleich, wie die Bibel vom Gespräch zwischen Gott und dem Menschen Mose schreibt. „Der Herr redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freunde redet.“ (Lies 2.Mose 33,11-23.) Hier taucht das Wort „von Angesicht zu Angesicht“ auf: Gottes Angesicht – Moses Angesicht. Mit seinen leiblichen Augen hat Mose den Herrn nicht sehen können. Aber Gott war so nahe, seine Gegenwart so offenbar, so wirklich – kein Schatten, kein Nebel – so dass das Gespräch als ein Reden von Angesicht zu Angesicht empfunden wurde. „Wie ein Mann mit seinem Freunde redet“: Es lebte eine Offenheit, eine Vertrautheit, eine Verbundenheit, eine Unmittelbarkeit zwischen Mose und Gott, wie wir es uns nur ahnend vorstellen können, wie wir es aber doch auch für uns erbitten und in Anspruch nehmen dürfen. Denn Jesus sagte zu seinen Jüngern: „Ihr seid meine Freunde … ich habe euch Freunde genannt, weil ich alles, was ich von meinem Vater gehört, euch kundgetan habe“ (Joh.15,14.15; lies Hiob 29,2-4; Ps.65,3-6; Hebr.10,19-22).

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DONNERSTAG, 24.SEPTEMBER

2.MOSE 33,11; PSALM 80,4

„Der Herr redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freunde redet.“ Von Angesicht zu Angesicht – das ist kennzeichnend für die Gebets-Gemeinschaft, in der die Freunde des Herrn mit ihm leben dürfen – damals wie heute. Es gibt einen tief erfüllenden und stärkenden Umgang mit Gott, obwohl es wie ein Blick durch einen dunklen Spiegel ist – im Vergleich zur vollen Offenbarung, die noch auf uns wartet. Es gibt eine Freundschaft mit Gott, so offen, vertrauensvoll und lebendig – eine Gemeinschaft mit ihm, so herzlich und einmütig –, dass er uns seinen Sinn offenbaren kann. (Lies 1.Kor.2,9-16.) Gott gibt sich zu erkennen und teilt sich mit, und wir dürfen kommen mit allem, was uns im Großen und Kleinen bewegt und aufwühlt. „Mein Herz hält dir vor dein Wort: Ihr sollt mein Antlitz suchen! Darum suche ich, Herr, dein Antlitz“ (Ps.27,8). – Es lohnt sich, in der Bibel nachzulesen, welche Hilfen für unser persönliches Leben mit dem Angesicht Gottes verbunden werden: » Licht, Erleuchtung ist mit dem Angesicht Gottes verbunden. „Erhebe, Herr, über uns das Licht deines Angesichts!“ „Lass leuchten dein Angesicht über deinem Knecht, hilf mir durch deine Güte!“ (Ps.4,7; 31,17) Diese Bitten Davids dürfen wir uns zu eigen machen, wenn uns etwas deprimiert, wenn wir im Dunkeln sitzen, wenn wir etwas nicht verstehen. (Lies Ps.18,7.29.) » Im Angesicht Gottes erfahren wir Heil. „Was bist du so aufgelöst, meine Seele, und stöhnst in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken für das Heil seines Angesichts.“ Heil ist Erlösung, ist Frieden, ist Erfüllung! (Lies Ps.43,3-5; Micha 7,7-9.)

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FREITAG, 25.SEPTEMBER

PSALM 90,8; 2.CHRONIK 7,14

» Vor dem Angesicht Gottes wird Sünde aufgedeckt und vergeben. Mose sagt: „Du hast unsere Ungerechtigkeiten vor dich gestellt, unser verborgenes Tun vor das Licht deines Angesichts.“ Wenn Gott das tut, geschieht es nicht, um uns unglücklich zu machen, sondern um uns Frieden zu schaffen. „Wenn mein Volk sich demütigt und sie suchen mein Angesicht … so werde ich vom Himmel her hören und ihre Sünden vergeben und ihr Land heilen.“ (Lies Spr.28,13; 2.Chron.30,8.9.) » Sein Angesicht über dir ist Segnung. „Der Herr lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. So sollen sie meinen Namen auf die Kinder Israel legen, und ich werde sie segnen.“ Gott segnet uns selbst und er macht uns zugleich zu Segensträgern – in Familie und Nachbarschaft, im Freundes- und Bekanntenkreis, am Arbeitsplatz, im Einkaufszentrum, während einer Reise … Unsere Welt braucht Segensträger! (Lies Ps.29,11; 97,11.12; 1.Petr.3,9b.) » Das Leben vor Gottes Angesicht ist Freude. „Du wirst mir kundtun den Weg des Lebens, Fülle von Freuden ist vor deinem Angesicht!“ „Du erfreust mich mit Freude vor deinem Angesicht!“ (Lies Ps.4,7.8; 63,4-8.) Was auch immer dieser Tag bringen mag: Ich will vor dem Angesicht Gottes leben! – Hiskia hat sich darin geübt, „mit ungeteiltem Herzen vor seinem Angesicht zu wandeln“. Und Jeremia bezeugt: „Was aus meinen Lippen hervorging, war vor deinem Angesicht“ (Jer.17,16; lies 2.Kor.2,17). – Etan, eine der herausragenden Persönlichkeiten des Alten Orients (1.Kön.5,11), schrieb darüber, welch ein Segen und welch eine Freude von denen ausgeht, die im Angesicht Gottes leben: „Glücklich ist das Volk, das den Jubelruf kennt! Herr, im Licht deines Angesichts wandeln sie. In deinem Namen freuen sie sich täglich, und durch deine Gerechtigkeit werden sie erhöht. Denn die Zierde ihrer Stärke bist du“ (Ps.89,16-18).

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SAMSTAG, 26.SEPTEMBER

2.MOSE 33,12-16; KOLOSSER 4,12

Wir kehren zu Mose und seinem Gespräch mit Gott „von Angesicht zu Angesicht“ zurück. Mose hält in diesem Gespräch Gott seine Verheißung vor. Das darf man tun, besonders in solch einer schwierigen Lage. Und wie viel schwere und schwierige Situationen gibt es für uns – im Persönlichen, in der Familie, im Arbeitsteam. Mose betet: „Und du hast doch gesagt: Ich kenne dich mit Namen, und du hast Gnade gefunden in meinen Augen. Wenn ich denn Gnade gefunden habe, so lass mich doch deinen Weg wissen, dass ich dich erkenne, damit ich Gnade finde in deinen Augen; und sieh, dass dieses Volk dein Volk ist!“ Es ist erstaunlich, wie schnell Gott auf Moses Erinnerung an sein gegebenes Wort eingeht. Der Herr antwortet: „Mein Angesicht wird mit dir gehen, und ich werde dir Ruhe geben.“ Es ist eine ganz persönliche Zusage: Du musst die vertraute Gemeinschaft, das Gespräch mit mir nicht vermissen. Meine Gegenwart ist dir gewährt. – Doch Mose ist mit dieser unfasslichen Antwort Gottes noch nicht ganz zufrieden. Seine Bitte war nicht nur eine persönliche; sie ging über die eigene Person hinaus: „Sieh, dass diese Nation dein Volk ist!“ Mose hatte das Angebot Gottes, nicht Israel, sondern ihn zum großen Volk machen zu wollen, nicht angenommen (2.Mose 32,10). Mose konnte den Gedanken nicht ertragen, dass er oder seine Familie auf Kosten der anderen leben und zu Ehren kommen sollten. Lieber wollte er sich für das Volk opfern. Es ging ihm um die Ehre Gottes (2.Mose 32,11-13). Das Gebet für sein Volk ist ihm so wichtig wie das Gebet für sich selbst. (Lies Dan.9,3-19; Röm.9,1-3; 10,1.)

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SONNTAG, 27.SEPTEMBER

2.MOSE 33,12-17; RÖMER 12,5.

„Herr, wenn dein Angesicht nicht mit uns geht, so führe uns nicht von hier hinauf.“ Mose nimmt die gewährte Gnade nicht für sich allein, sondern nur in Verbindung mit dem Volk, das Gott ihm aufs Herz gelegt hat. So sagt er jetzt: „Woran soll es denn erkannt werden, dass ich Gnade gefunden habe in deinen Augen, ich und dein Volk?“ Und noch einmal: „Nicht daran, dass du mit uns gehst und wir, ich und dein Volk, dadurch vor jedem Volk auf dem Erdboden ausgezeichnet werden?“ Wir werden erinnert an die Psalm-Worte: „Gedenke meiner, Herr, in der Zuneigung zu deinem Volk. Suche mich heim mit deiner Hilfe, dass ich anschaue das Glück deiner Auserwählten, mich freue an der Freude deiner Nation, mich rühme mit deinem Erbteil!“ (Ps.106,4.5; vgl. 5.Mose 9,26-29; Ps.85,5-8). – Hier ist schon ganz im Verborgenen das Geheimnis von der Einheit der Jesus-Gemeinde angesprochen: „Wir sind durch einen Geist alle zu einem Leibe getauft!“ „Ich und dein Volk!“ (Lies 1. Kor. 12,12.13.26.) – Der Herr antwortet Mose auf seine Bitte: „Auch dieses, was du gesagt hast, werde ich tun, denn du hast Gnade gefunden in meinen Augen, und ich kenne dich mit Namen.“ Fünfmal kommt in den Versen 12-17 das Wort „Gnade“ vor. In den Umständen, die, menschlich gesprochen, nicht schwieriger und auswegloser hätten sein können, öffnet Gott seinem Freund Mose die Schleusen seiner Gnade. – Dein Weg mag mühsam und beschwert sein, die Umstände verwickelt, eine Lösung nicht in Sicht – dennoch: Sein Angesicht wird mit dir gehen. Seine Liebe, sein Schutz, seine Treue dich begleiten und seine Gnade dich stärken und bewahren!

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MONTAG, 28.SEPTEMBER

PSALM 59,11a; TITUS 2,11

„Mein Gott kommt mir mit seiner Gnade entgegen!“ Manchmal fragt man sich: Wie soll das noch werden? Was wird noch auf mich zukommen? Wie soll es nur mit unserer Welt weitergehen? Als die Jünger Seenot litten, sahen sie in ihrem Schrecken ein „Gespenst“, aber es war der Herr, der ihnen auf den Wellen entgegenkam. Wir dürfen wissen: Unser Gott kommt uns mit seiner Güte und Hilfe entgegen. Der entgegenkommende Gott! Darüber wollen wir nachdenken. In Jesaja 64,3.4 lesen wir: „Von alters her hat man nicht gehört noch vernommen, hat kein Auge einen Gott gesehen, außer dir, der sich wirksam erwiese für den, der auf ihn harrt. Du kommst dem entgegen, der Freude daran hat, Gerechtigkeit zu üben, denen, die auf deinen Wegen deiner gedenken.“ Wenn er uns entgegenkommt, bringt er etwas in unser Leben, das nur Gott bringen kann: Gnade! „Er kommt uns mit seiner Gnade entgegen.“ Wer vermag auszudrücken, was dieses Wort Gnade enthält? » Gnade ist unverdiente Liebe und Zuwendung. „Ich habe dich mit ewiger Liebe geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.“ „Gott ist wunderbar reich an Barmherzigkeit. Er hat uns seine große Liebe erzeigt und uns, die wir tot waren in unseren Übertretungen, mit dem Christus lebendig gemacht. Nur Gnade ist’s, dass ihr Rettung fandet!“ (Jer.31,3; Eph.2,4.5.9.10; lies Klagel.3,21-24) » Gnade bedeutet Vergebung zu empfangen. Wenn wir versagt haben und zu ihm gehen, kommt er uns entgegen mit seiner Vergebung. Als der verlorene Sohn noch fern war, sah ihn der Vater und lief ihm entgegen. „Es jammerte ihn, er lief und fiel ihm um seinen Hals und küsste ihn“ (Luk.15,20). Wir sollten uns immer sofort aufmachen, wenn eine Sünde geschehen ist. Er kommt uns gewiss mit Gnade entgegen. (Lies Ps.79,8.9; 103,11.12.)

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DIENSTAG, 29.SEPTEMBER

PSALM 100,4.5; 117,1.2

„Mein Gott kommt mir mit seine Gnade entgegen.“ » Gnade bringt ein erfülltes Leben. Sie ist das Geschenk, das genügt. „Gott vermag auf euch überströmen zu lassen jede Gnade, damit ihr in allem allezeit alles Genüge habt und überströmt zu jedem guten Werk.“ „Meine Gnade genügt!“ (2.Kor.9,8; 12,9; lies Ps.36,6-10) » Gnade bedeutet Verwandlung und Befähigung. „Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.“ Wir müssen uns nicht mit dem abfinden, was wir von Natur sind: Gnade verwandelt, Gnade befähigt zu den Werken, die Gott durch uns tun will (1.Kor.15,8-10; Eph.2,8-10). » Gnade bedeutet Hilfe für jeden Augenblick. „Wir sollen Gnade finden zur rechtzeitigen Hilfe.“ Das steht fest bei meinem Gott. Rechtzeitig kommt er mir mit seiner Gnade entgegen. (Lies Hebr.4,16; Ps.31,20-25.) » Gnade bewirkt Freude. Der Herr schenkt uns persönlich Freude und Freude, die wir auch mit anderen teilen. Als Barnabas nach Antiochien kam, „freute er sich, als er die Gnade Gottes sah“. – Der Engel sprach zu Maria. „Du hast Gnade bei Gott gefunden …“ Und sie betet: „Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes; denn er hat angesehen die Niedrigkeit seiner Magd“ (Apg.11,23; Luk.1,30.47; lies Ps.59,17.18; 138,1.2). Es ist ein Geschenk, dass wir sagen können: „Mein Gott.“ In der größten Tiefe, wenn wir uns ganz hilflos und ganz unwürdig fühlen, dürfen wir wissen: Mein Gott kommt mir entgegen. Nicht mit Straf- und Drohworten kommt er, nein, mit seiner Gnade. Gott kommt uns in seinem Sohn Jesus Christus entgegen: „Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen Gnade um Gnade“ (Joh.1,16). Der Herr hat uns aus seinem unermesslichen Reichtum beschenkt und uns mit grenzenloser Güte überschüttet.

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MITTWOCH, 30.SEPTEMBER

PSALM 32,10.11; 89,2.14.15

„Mein Gott kommt mir mit seiner Gnade entgegen!“ Vergesst es nicht: Er kommt mir heute und morgen und übermorgen mit seiner Gnade entgegen! Er kommt uns entgegen » auf einem steilen Weg mit seiner Zuwendung und Kraft, » auf einem dunklen Weg mit seinem Licht, » auf einem bitteren Weg mit seiner Tröstung, » auf einem einsamen Weg mit seiner Liebe, » auf einem gefährlichen Weg voll Versuchung mit seinem Sieg. Wie kam der auferstandene Herr den beiden Emmaus-Jüngern in ihrer Todestraurigkeit und in ihrer Unfähigkeit zu glauben entgegen? „Ihre Augen wurden aufgetan, und sie erkannten ihn.“ So wird uns Hilfe in allen Situationen zuteil: Er kommt uns entgegen, er öffnet unsere Augen, dass wir ihn erkennen. Paulus schreibt den Korinthern, dass uns im „Angesicht des Herrn Jesus Christus der Lichtglanz der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes entgegenstrahlt“ (2.Kor.4,6; lies 2.Kor.8,9; 1.Kor.1,7). Du kommst mir mit deiner Gnade entgegen, und du sprichst: „Mein Angesicht wird mit dir gehen.“ „Du kamst ihm entgegen mit Segen und Glück.“ Wir dürfen beten: „Dein Erbarmen komme uns bald entgegen!“ (Ps.21,4; 79,8.9). Der Vater kommt uns entgegen, in Jesus kommt er auf uns zu. Er legt seine durchbohrten Hände bergend und segnend auf uns. Wenn wir noch nicht an ihn denken, dann kommt er uns entgegen, ihm noch kein Vertrauen schenken, dann kommt er uns entgegen. Wenn wir keinen Ausweg sehen, dann kommt er uns entgegen, mit der Not dann zu ihm gehen, dann kommt er uns entgegen. Wenn wir Schuld beim Namen nennen, dann kommt er uns entgegen, das Versagen ihm bekennen, dann kommt er uns entgegen. Der Vater kommt uns entgegen, in Jesus kommt er auf uns zu. Er legt seine durchbohrten Hände bergend und segnend auf uns. E. und G. Schnitter

zur Verfügung gestellt von: bibel.com der Homepage von Christen für Christen.

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