Sonntag,1.September 5.Mose 1,29-31; 20,1-4.
Zur Tapferkeit des Glaubens gehört, dass man den Ausgang einer Sache Gott überlässt. Der Rat eines Mitchristen half uns in schwieriger Lage: Sie müssen alles aus der Hand legen und wissen: Jetzt liegt es in Gottes Hand, denn von ihm haben wir das Versprechen: Ich bin der Herr, dein Gott, der deine rechte Hand fasst und zu dir spricht: Fürchte dich nicht, ich helfe dir (Jes.41,13). Die drei Männer in Babel, die um ihres tapferen Bekenntnisses willen in den Feuerofen geworfen wurden, wussten nicht, wie es für sie ausgehen würde. Aber sie vertrauten Gott, und er blieb bei ihnen. Der König Nebukadnezar ... sprach zu seinen Räten: Haben wir nicht drei Männer gebunden ins Feuer geworfen? ... Siehe, ich sehe vier Männer frei mitten im Feuer wandeln, und keine Verletzung ist an ihnen; und das Aussehen des Vierten ist gleich einem Sohn der Götter (Dan.3,17.18.23-26). Mose gab den Männern für ihr gewagtes Unternehmen, Kanaan zu erforschen, das Wort mit: Seid mutig! (4.Mose 13,20). Dieses Wort wollen wir als Gottes Zuspruch an uns aufnehmen. Bei allen Spannungen und Hindernissen, die wir auf dem Glaubensweg erfahren, wollen wir mutig vorwärtsgehen, uns dem Feind stellen, um ihn in der Kraft Gottes zu überwinden. Gott sei der Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus. Den Geist der Furchtsamkeit, der uns oft zaudern lässt, wollen wir im Einssein mit Jesus zurückweisen: Der Herr ist für mich, ich werde mich nicht fürchten. Der Herr ist mein Helfer, und ich will mich nicht fürchten! (Lies Ps.23,4; 56,4.5; Jes.12,2.) Was immer auch geschieht, es muss an Gott vorbei! So berg ich mich in ihm - von Angst und Zwängen frei. Was immer auch geschieht, es steht in Gottes Rat: Kein Unglück, keine Not trennt mich von seiner Gnad (L.Weingärtner).
Montag,2.September 5.Mose 31,8; 33,3a.
Der Herr wird die Hand nicht von dir abtun. Brauchen wir uns noch um das zu sorgen, was in Gottes Hand ist? Nein! Das Wissen, dass Gottes Hand über uns ist, dass er selbst uns festhält, schafft Ruhe und Geborgenheit. In der Bibel wird die Hand Gottes oft genannt. Seine rechte Hand hilft mit Macht. Lass mich nicht und tue deine Hand nicht von mir ab. Salomo sagte in dem Einweihungsgebet des Tempels: Ziehe deine Hand nicht von uns ab. (Lies Ps.20,7; 31,15.16; 109,26.27; 138,7.) Esra bezeugt mehrfach, dass die gute Hand Gottes über ihm war. Verantwortung und Gefahr lagen auf ihm, aber er rechnete mit dem Handeln Gottes und erfuhr Hilfe, Schutz und Leitung. Ich ward getrost, weil die Hand des Herrn, meines Gottes, über mir war. Gott schützte und leitete ihn, bis er mit seinen Getreuen in Jerusalem ankam. Das genaue Datum ihres Ankommens, der fünfte Monat des siebten Jahres, ist festgehalten (Esra 7,6; 8,18.22b.31). Könnten wir nicht auch Daten vorweisen, die belegen, was wir unter Gottes schützender Hand erlebt haben? Die Erinnerung an solche Erfahrungen sollte ein Grund zum Danken sein, und sie könnte uns ermutigen, dass wir uns weiter der guten Hand Gottes anvertrauen. Meine Seele hängt an dir, deine rechte Hand hält mich. Stark ist deine Hand und hoch deine Rechte. - Bei einer Umfrage zum Thema Was halten Sie von Gott? gab ein Vorübergehender spontan die Antwort: Was ich von Gott halte? Dass er mich hält und mich beschützt, denn: Stark ist meines Jesu Hand, und er wird mich ewig fassen, hat zu viel an mich gewandt, um mich wieder loszulassen! (Lies Ps.37,23.24; 89,9.14; Joh.10,28.29.)
Dienstag,3.September 5.Mose 31,6-8; Psalm 16,8.
Nachdem Mose Josua drei Ermutigungen zugesprochen hatte, sprach er ihm - wie am Anfang dem Volk Israel - noch ganz persönlich sein Fürchte dich nicht! zu. Dieses Wort wollen wir heute ganz bewusst für uns nehmen. Wir erschrecken ja so schnell. Wir jammern auch schnell. Wir haben vor vielem Angst, weil wir meinen, wir könnten unseren Weg oder unsere Arbeit, das Vielerlei unseres Alltags nicht bewältigen. Am liebsten würden wir uns den Anforderungen - oder sind es Herausforderungen für unseren Glauben? - entziehen. Der Teufel legt es darauf an, uns zu erschrecken und uns damit den Blick auf unseren gegenwärtigen Herrn zu verstellen. Das ist seine List, denn erschrockene, ängstliche Leute sind eine leichte Beute für ihn. Die Jünger erschraken sogar, als sie in einer Sturmnacht Jesus auf dem Meer wandeln sahen, bis er zu ihnen sagte: Seid getrost, ich bins. Fürchtet euch nicht! (Lies Ps.62,6-9.12; Jes.43,1-5.) Corrie ten Boom sagte einmal: In welch einer Zeit leben wir! Wenn ich in die Zeitung schaue, dann steigt schnell eine gewisse Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit in mir auf. Angst, Furcht macht sich in meinem Herzen breit, und ich frage mich, wohin soll das alles führen? Wir können das Ende der heutigen Entwicklung nicht absehen. - Welch ein Trost ist es dann für mich, wenn ich in der Bibel lese und feststelle, dass Gott die Fäden der Weltgeschichte und auch mein kleines Leben in seiner Hand hat. Nichts ist dem Zufall überlassen: Fürchte dich nicht, sagt er mir. Du kannst dich unter allen Umständen darauf verlassen: Ich werde meine Hand nicht von dir abtun. Ich werde mit dir sein und dich niemals verlassen! - Gottes Treue ist unwandelbar. Seine Ermutigungen sind keine leeren Worte, denn des Herrn Wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das hält er gewiss! (Lies 4.Mose 23,19; Hebr.13,5b.6.)
Mittwoch,4.September Psalm 78,1-4; Jesaja 51,4.7.
Unser Psalm beschreibt in Auszügen die Geschichte Israels vom Auszug aus Ägypten bis zur Zeit Davids. Er trägt die Überschrift: Eine Unterweisung Asafs. Können wir als neutestamentliches Gottesvolk aus der Geschichte Israels im Alten Testament lernen? Wenn alles zu unserer Unterweisung geschrieben ist (Röm.15,4), dann bringen wir uns um vieles, wenn wir uns nicht damit befassen. Wie das Volk Israel, so sind auch wir errettet durch das Blut des Lammes. Und wie Israel damals, so gehen auch wir einem Ziel entgegen, dem verheißenen Land, unserem ewigen Erbe. Auf dem Weg dahin sollen wir die Unterweisungen aus dem Wort Gottes ernst nehmen - für unser persönliches Leben und im Blick auf die Gemeinde Jesu. Geht hin und lernt, was es heißt... Lernt! -Jünger bleiben Lernende. (Lies Matth.9,13; 11,29; 24,32a; Tit.3,14.)
Höre, mein Volk, auf meine Weisungen; gib Acht auf das, was ich sage! Hören gehört zum Wichtigsten in der Nachfolge unseres Herrn Jesus. In der Bibel ist das Hören auf Gott entscheidend für ein Leben. Der Weise wird hören und an Erkenntnis zunehmen. Höret, meine Söhne, dass ihr lernt und klug werdet! Glückselig der Mensch, der auf mich hört! (Spr.1,5; 4,1; 8,32; lies Jes.50,4; Ps.40,7-9). Wir haben einen redenden Gott, und er möchte, dass wir Hörende sind. Höret mich, und ihr werdet leben! In den Propheten lesen wir oft von Gott, der zu seinem Volk redete: Versammelt euch und hört! ... Wenn du doch heute hörtest! ... Höret auf meine Stimme, so werde ich euer Gott sein, und ihr werdet mein Volk sein; und wandelt auf dem ganzen Wege, den ich euch geboten habe, dass es euch wohlgehe (Jer.7,23). Auf Gottes Stimme bewusst zu hören, darum geht es bis heute: Er, der Redende, wir die Hörenden und Gehorchenden! (Lies Hebr.1,1.2; 2,1; 3,7.8a; 4,7; 12,25.)
Donnerstag,5.September Psalm 78,1-7.12-16; 1.Petrus 5,7.
Asaf spricht von dem langen Weg Gottes mit seinem Volk von Ägypten bis Kanaan. Das sollte die zu seiner Zeit lebende Generation auf ihrem weiteren Weg ermutigen. Er spaltete das Meer und führte sie hindurch ... bei Tag und Nacht leitete er sie. Gott machte für sein Volk Unmögliches möglich. Tag und Nacht verließ er es nicht. - Bedenke: Wie der Herr war, so ist er noch heute. Bei allen Unmöglichkeiten, die sich uns in den Weg stellen, und den Dunkelheiten, in die wir leicht hineingeraten, verändert er sich nicht. Micha sah, wie der unvergleichliche Gott zur Rettung und Hilfe seines Volkes eingreifen wird: Er wird als ein Durchbrecher vor ihnen herziehen... (Micha 2,13). Bedenke: Er spaltete den Felsen... Er ließ Bäche aus dem Felsen hervorspringen. Ausgerechnet aus dem, was steinhart war, für Israel ein unbezwingbarer Widerstand - aus diesen Felsblöcken ließ Gott Bäche und Ströme entspringen. Wer von uns erlebt nicht immer wieder Härte und unvorhergesehene Widerstände? Das sind die Felsbrocken, die Jesus spalten will, damit aus ihnen Lebensströme in unser Leben fließen. Aus Schwierigkeiten entspringen Segensströme. Das ist Gottes Weg. Wir wollen, dass alles glatt verläuft und keine Hindernisse unseren Weg sperren. Bedenke: Gottes Weg jedoch ist höher und oftmals ganz anders. Das Lernziel einer solchen Situation besteht darin, Härten anzunehmen und zu bejahen, auch wenn sie unserem Naturell entgegen sind. Du hast uns geprüft... aber du hast uns herausgeführt zu überströmender Erquickung. Aus vielen Lebensbildern erfahren wir, dass Gott Menschen gebrauchen konnte, die auf sehr steinigen Wegen lernten, Hindernisse im Glauben zu überwinden. (Lies Ps.44,1-5; 77,11-21; 2.Kor.1,8-10.)
Freitag,6.September Psalm 78,19.20; Jeremia 32,27.
Sollte Gott in der Wüste einen Tisch bereiten können? Er hat zwar den Felsen geschlagen, dass Wasser herausflossen, aber kann er auch Brot geben? Wird er seinem Volk Fleisch verschaffen? Es ist kaum zu fassen, dass Israel nach allen wunderbaren Erfahrungen solche Worte aussprach. Asaf nennt es ein Reden gegen Gott: Sie redeten wider Gott! Sind uns solche Worte fremd? Regt sich nicht auch bei uns Zweifel, wenn wir vor einem unlösbaren Problem stehen? Oder wenn wir hilflos und ohnmächtig der Not anderer und dem eigenen Wesen gegenüber sind? Angst und Tränen können unser Gemüt verdunkeln, und der Glaubensblick gelingt nicht. Schleicht sich nicht leicht neben dem Zweifel das Misstrauen ein: Kann Gott helfen? Und will er uns aus der Not führen oder gar befreien? Es fällt uns leichter, unseren Glauben vor anderen zu bekennen als ihn zu praktizieren. Selbstverständlich denken und sagen wir: Gott kann! Aber wenn wir in Bedrängnis geraten wie Israel damals, dass Wasser und Brot ausbleiben, glauben wir dann dennoch, dass der Herr uns einen Tisch bereiten kann in der Wüste? Das Lernziel aus der Unterweisung Asafs sollte sein, dass wir vertrauend festhalten: Ja, er kann es! Er kann es auch in meinem Fall. Bis jetzt hat er mein Vertrauen nicht enttäuscht, auch wenn ich im Warten geübt wurde. Vertrauen wird belohnt! (Lies Röm.4,17-21; Hebr.11,17-19.) David bittet Gott: Gib mich nicht preis dem Willen meiner Feinde! Denn es stehen falsche Zeugen wider mich auf und tun mir Unrecht ohne Scheu. Und während des Betens bricht sich der Glaube Bahn: Ich glaube aber doch, dass ich sehen werde die Güte des Herrn im Lande der Lebendigen (Ps.27,12.13; lies Ps.23,1.5; 31,14-25; 35,8.9; Matth.9,19-22).
Samstag,7.September Psalm 78,19.20; 1.Petrus 5,8.9a.
Kann Gott wohl...? In einer anderen Übersetzung heißt es: Sollte Gott wohl können? Misstrauen liegt in dieser Frage, als ob Gottes Macht begrenzt wäre und er nicht vollenden könnte, was er begonnen hat. Die folgenden Verse in Psalm 78 zeigen die tiefe Verletzung des liebenden Gottes: Da der Herr das hörte, ergrimmte er, und Feuer entzündete sich gegen Jakob, und Zorn stieg auf gegen Israel, weil sie Gott nicht glaubten und nicht auf seine Rettung vertrauten. Nehmen wir glaubensloses Reden, zweifelndes Denken zu leicht? Denken wir nicht an Golgatha, an die Erlösung und die bisherige Fürsorge und Leitung? Wagen wir bei all dem, was der Herr schon für uns getan hat, gedankenlos zu fragen: Kann Gott? Kann er mir den rechten Weg zeigen, den rechten Platz geben? Kann er neues Leben erwecken, wo so viel Widerstand und so viel geistlicher Tod ist? Kann er nur andere gebrauchen? Bitten dürfen wir jederzeit, wir dürfen unsere Ängste vor den Herrn bringen, aber glaubensloses Reden hat seine Folgen. (Vgl.4.Mose 13,25-14,28.) In Vers 41 lesen wir: Immer wieder forderten sie ihn heraus und beleidigten den Gott Israels. - In einer englischen Übersetzung heißt der letzte Satz: ... und sie setzten dem Heiligen Israels Grenzen. Das ist das Erschütternde, dass unser Unglaube Gott Grenzen setzen kann. Das glaubenslose Reden ist nicht vom Teufel oder Menschen ausgesagt, die Gott nicht kennen, vielmehr von Gottes Volk, das ihm misstraut, seine Wohltaten vergisst und ihn auf diese Weise in seinem Handeln begrenzt. (Vgl.5.Mose 6,12-19; Hebr.3,7-14; 12,15.) Wir wollen es immer besser lernen, Gott zu vertrauen, ihm keine Grenzen durch Unglauben zu setzen. Er allein hat unbegrenzte Weisheit, unbegrenzte Macht, unbegrenzte Möglichkeiten! Haben wir das nicht schon oft erlebt? (Lies Ps.103,1.2; Jes.63,7.)
Ist ein Ding unmöglich, Gott erhört Gebet! Ist kein Ausweg möglich? Gott kann, und es geht.
Gott kann, Gott kann! Nichts ist ihm zu wunderbar. Gott kann, Gott kann! O vertrau ihm ganz!
H.E.AlexanderSonntag,8.September Psalm 78,41; Matthäus 9,27-30.
Sie setzten dem Heiligen Israels Grenzen! Vermutlich setzten auch wir Gott schon Grenzen mit unserem Unglauben. Vielleicht schraken wir vor seinen Forderungen zurück und zögerten, als wir Verantwortung übernehmen sollten. Satan will uns in der Nachfolge aufhalten, unseren Lauf behindern. Aber wir können wissen, dass Jesus für uns betet, wie er für Petrus gebetet hat, dass sein Glaube nicht aufhörte. (Lies Luk.22,31.32.) Gott ist bereit, jede Situation durch sein Eingreifen zu verändern. Wir sollten ihm nicht durch Glaubenslosigkeit und Mutlosigkeit Grenzen setzen. Ich weiß, Herr, dass du alles vermagst, und dir kein Vorhaben verwehrt werden kann! In Matthäus 9,27 treffen wir zwei Menschen, die Jesus keine Grenzen setzten. Es waren zwei Blinde, die ihn anriefen: Jesus, du Sohn Gottes, erbarme dich unser! Jesus spricht zu ihnen: Glaubt ihr, dass ich dieses tun kann? Sie sagten ihm: Ja, Herr! Eine wundervolle Antwort, die es Jesus ermöglichte, sie zu heilen. Euch geschehe nach eurem Glauben. Wenn Jesus uns auf einen Mangel oder ein Gebrechen anspricht: Glaubt ihr, dass ich das ändern kann? Würde er ebenso schnell von uns die Antwort hören: Ja, Herr? (Lies Matth.8,10.13; 9,18.25; 15,21-28; Apg.27,25.) Die Schriftstellerin H.W.Smith, die in jeder Not eine Herausforderung sah, Gottes Macht und Größe zu erfahren, schreibt: Du findest es nicht schwer, hinsichtlich der Lenkung des Weltalls Gott zu vertrauen. Kann denn dein Fall so viel komplizierter und schwieriger sein, dass du Angst haben musst, er werde mit dir nicht fertig? Hinweg mit solch unwürdigen Zweifeln. Stelle dich auf die Kraft und Vertrauenswürdigkeit Gottes, und du wirst sehen, wie schnell die Schwierigkeiten verschwinden vor der standhaften Entschlossenheit, zu glauben. (Lies 2.Chron.25,8; Hiob 26,12; Ps. 93,3.4; 115,2.)
Montag,9.September Markus 6,1-6; 9,22-24.
Erschütternd merken wir, dass Jesus in seiner Heimatstadt Grenzen gesetzt wurden: Er konnte daselbst keine Wunder tun, außerdass er einigen Schwachen die Hände auflegte und sie heilte. Und er verwunderte sich über ihren Unglauben. Muss Jesus sich bei uns nicht über manches Wort und Verhalten, das nicht aus Glauben geschieht, ebenfalls wundern? Warum zweifelst du, du Kleingläubiger? (Matth.14,31; 17,20; Mark.16,12-14). Der Evangelist Markus berichtet, wie ein Vater seinen Sohn zu Jesus bringt und sagt: Wenn du kannst, so erbarme dich unser und hilf uns! Jesus gibt darauf eine Antwort, die uns viel zu sagen hat: Das wenn du kannst, ist, wenn du glauben kannst. Dem Glaubenden ist alles möglich. Die Grenzen liegen nicht im Können Jesu, die Grenzen liegen in uns. Der Vater des Kindes rief mit Tränen: Ich glaube. Hilf meinem Unglauben! Es ist tröstlich, dass man bei Jesus Hilfe gegen den Unglauben suchen kann. Wir wollen die Lektion lernen, die der Vater bekam. Jesus soll durch uns nicht aufgehalten werden. Denken wir an die Bitte, die Jabez aussprach: O dass du mich segnen und meine Grenzen erweitern wolltest... Und Gott ließ kommen, was er erbat (1.Chron.4,10; lies Jes.41,17-20; Jer.33,3; Matth.7,7-11). Jeftah sprach das glaubensstarke Wort zu dem Amoriterkönig: Nimmst du nicht das in Besitz, was Kemosch, dein Gott, dir zu Besitz gibt? So auch alles, was der Herr, unser Gott, vor uns ausgetrieben hat, das wollen wir besitzen (Richt.11,24). Das Wirken Gottes darf nicht durch unseren Zweifel und Unglauben begrenzt werden. (Lies 5.Mose 2,24.25.31-36.) Wir sollten in die Liedzeile einstimmen: Der Glaube nimmt, was Gott verheißt. Auch in den Nöten er ihn preist. Nichts unmöglich! Kühn er wagt zu nehmen, was Gott zugesagt!
Dienstag,10.September Psalm 78,23-25; Johannes 6,32.33.
Gott ließ Manna auf sie herabregnen, Himmelsgetreide gab er ihnen zu essen... Er gab ihnen genug zum Sattwerden. Das Manna ist uns ein Bild von Gottes Wort. Wie die wandernden Israeliten durch das täglich in der Wüste empfangene Manna am Leben blieben, so brauchen wir, die wir noch unterwegs sind, das Brot des Lebens für unseren inneren Menschen. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht (5.Mose 8,3; Matth.4,4). Jeden Morgen war Manna in reicher Fülle da, nicht rationiert, nicht ärmlich. Jeder konnte sammeln nach seinen Bedürfnissen (2.Mose 16,15.16). Obwohl das Manna vom Himmel kam, war es leicht aufzunehmen. Das ist das Wichtigste und Entscheidende in unserem Glaubensleben, dass wir täglich von dem Himmelsbrot essen. Unser neuer Mensch muss täglich vom Himmel her ernährt und gestärkt werden. Wie sollten wir als Kinder Gottes den Anforderungen und Auseinandersetzungen unserer Tage gewachsen sein, nach Gottes Wohlgefallen zu leben, wenn wir nicht am Morgen aus Gottes Wort Kraft und Wegweisung bekämen. Sein Wort nährt und stärkt, es hilft uns richtige Entscheidungen zu treffen. Deine Worte waren vorhanden, und ich habe sie gegessen, und sie wurden mir zur Wonne und Freude meines Herzens. Paulus schreibt den Kolossern: Lasst das Wort Gottes reichlich unter euch wohnen. Und Petrus schreibt den Christen in der Zerstreuung, die unter Menschen lebten, die Christus nicht kannten: Wie ein neugeborenes Kind nach der Milch schreit, so sollt ihr nach dem unverfälschten Wort Gottes verlangen. Dann werdet ihr im Glauben wachsen und das Ziel erreichen (Kol.3,16; 1.Petr.2,2; lies 2.Tim.3,16.17; Ps.119,43-45.92.93.147).
Mittwoch,11.September Psalm 78,37.38; Apostelgeschichte 13,38.39.
Ihr Herz war nicht aufrichtig gegen Gott, und sie hielten nicht treu an seinem Bund. Er aber war barmherzig und vergab die Schuld. Trotz der Untreue Israels blieb Gott der Barmherzige, der Sünde vergab, sodass sie weiterziehen konnten. Wenn Gott nicht barmherzig wäre, könnte wohl keiner von uns das Ziel erreichen. Es ist seine Güte, dass er uns bis heute in Jesus Christus Vergebung schenkt. Wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher beim Vater, Jesus Christus, den Gerechten. Er ist das Sühnopfer für unsere Sünden (1.Joh.1,9; 2,1.2; lies Eph.1,7; Jes.43,24b.25). Wir müssen nicht wegen einer Sünde, in die wir bewusst oder unbewusst einwilligten, verzweifeln und den Glaubenslauf aufgeben. Leider kommt es immer wieder vor, dass wir als Nachfolger Jesu durch Sünde belastet sind. Wir sollten sogleich unser Versagen vor Jesus bekennen - manchmal wird es notwendig sein, dies auch vor Menschen zu tun, damit wir Vergebung erlangen und sie glaubend annehmen können. Wenn du, Herr, Sünden anrechnen willst, Herr, wer wird bestehen? Doch bei dir ist Vergebung... Denn bei dem Herrn ist die Gnade und viel Erlösung, viel Vergebung ist bei ihm. Welch eine Gnade liegt in der Sündenvergebung! Als Freigesprochene dürfen wir unbelastet auf dem Glaubensweg weitergehen. Eindrücklich lesen wir bei David - und diese Lektion sollten wir nie vergessen: Erst wollte ich dir, Herr, meine Schuld verheimlichen. Doch davon wurde ich so schwach und elend, dass ich nur noch stöhnen konnte... Da endlich gestand ich dir meine Sünde; mein Unrecht habe ich nicht länger verschwiegen. Ich sagte: Ich will dem Herrn meine Vergehen bekennen. Und wirklich, du hast mir meine ganze Schuld vergeben (Ps.32,1-5; 51,1-6a.9.12-14).
Donnerstag,12.September Psalm 78,52.53; Jesaja 63,11-14.
Er leitete sie wie eine Herde in der Wüste und führte sie sicher, dass sie sich nicht fürchteten. Der Weg des Volkes Gottes nach dem verheißenen Land war ein bedrohter. Sie fürchteten sich. Aber der Herr erwies sich als treuer Hirte, der das Volk Israel sicher ans Ziel brachte. Mit den Feinden nahm er den Kampf persönlich auf und das Meer bedeckte sie. So sollen auch wir es erleben, wenn plötzlich innere Feinde wie Egoismus, Lieblosigkeit, Eifersucht, Neid, Geiz oder Habsucht uns bedrängen und lähmen wollen. Wie begegnen wir einem solchen unvermuteten Überfall? Wir brauchen uns nicht zu fürchten, wir dürfen den Sieg unseres Herrn Jesus darüber ausrufen. Jesus hat den Feind besiegt, und er muss von uns fliehen, wenn wir uns bei Jesus bergen. Dann werden meine Feinde zurückweichen, wenn ich dich anrufe! Als die feindlichen Heere das Volk Israel fast erreicht hatten, sprach Mose: Fürchtet euch nicht vor ihnen. Stehet und sehet die Rettung des Herrn, die er euch heute schaffen wird. Denn die Ägypter, die ihr heute seht, die werdet ihr fortan nicht mehr sehen ewiglich (2.Mose 14,13.14). Wenn wir in Gefahr sind, von Feinden umringt, haben wir den Sieger bei uns, er verlässt uns nicht! Kein Feind kann größer sein als Jesus Christus. Weil er zu meiner Rechten steht, werde ich nicht wanken. Die Rechte des Herrn tut mächtige Taten, die Rechte des Herrn behält den Sieg! Keine noch so gefährliche und bedrohliche Macht kann uns von Jesus trennen. Der in euch ist, ist mächtiger als der, der in der Welt wirksam ist. In Jesu Siegeskraft wird das erkaufte Volk das erkaufte Erbe erreichen! (C.H.Spurgeon). Durch dich werden wir niederstoßen unsere Feinde. (Lies Ps.18,30-41; 118,11-16.)
Freitag,13.September Psalm 78,70.71; Johannes 10,11-15.
Die letzte Lektion, die Asaf mit uns durchnimmt, bezieht sich zunächst auf David und seinen Hirtendienst. Der Herr nahm den jungen David von den Schafen weg und machte ihn zum Hirten über sein Volk. Später rief Jesus Petrus vom Fischen weg und machte ihn zum Menschenfischer. Amos sagte von sich: Ich bin ein Hirte, der Maulbeeren züchtet. Aber der Herr nahm mich von der Herde und sprach zu mir: Gehe hin und weissage meinem Volk (Luk.5,8-10; Amos 7,14.15). So will der Herr jeden von uns zum Menschenfischer machen, damit das Heil in Jesus unseren Mitmenschen gesagt wird. (Lies Joh.4,35.36; 1.Kor.9,19-23.) - David wurde zum Hirten für sein Volk berufen. Wie viel mehr ist Jesus Christus der gute Hirte, der die Seinen weidet mit aller Treue und sie leitet mit kluger Hand. Es gibt wohl wenige Bilder in der Bibel, die unser Verhältnis zu Jesus so treffend und umfassend ausdrücken, wie das Bild vom guten Hirten. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe. Das ist der Ausgangspunkt, dass es dieses Leben überhaupt für uns gibt. (Lies Joh.10,14.15; 1.Petr.2,24.) In dem Hirtenkapitel von Johannes 10 wird uns gesagt, was der Hirte für seine Schafe tut. Er ruft sie und führt sie. Er geht vor ihnen her, kennt sie mit Namen und versorgt sie mit allem Lebensnotwendigen. Und die Schafe folgen ihm, weil sie seine Stimme kennen und zu ihm gehören. Das Wohl seiner Herde und das persönliche Wohl eines jeden Einzelnen liegt ihm am Herzen. Darum können wir uns getrost ihm anvertrauen. Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln... Er führt mich auf rechter Straße um seines Namens willen. (Lies 1.Mose 48,15; Ps.23,1-6; 121,4; Hebr.13,20.21.)
Wie ein Hirt dein Volk zu weiden, ließest du dich mild herab;
reich an Segen, reich an Freuden weidet uns dein Hirtenstab.
O wie könnt ein Mund erzählen, was du deiner Herde bist!
Welch ein Gutes kann uns fehlen? Unser Hirt ist Jesus Christ.
E.B.GarveSamstag,14.September Offenbarung 21,9-14; Epheser 2,13.17-22.
Jeder hat vom Himmel seine eigenen Vorstellungen. Doch im Himmel wird es ganz anders sein, als wir es uns jetzt denken können. Johannes berichtet: Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde, denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen. Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. (Lies 1.Kor.15,26.54-57; Jes.25,8; 35,10.) Ein Engel sprach zu Johannes: Komm, ich will dir die Frau zeigen, die Braut des Lammes. Wer ist sie? Die Braut des Lammes ist die erlöste Gemeinde des Herrn Jesus. Zu ihr gehören Menschen aus allen Völkern, auch aus Gottes erwähltem Volk Israel; Menschen, die Jesus lieben, weil er sie mit seinem Blut erkauft und für ihre Schuld bezahlt hat. (Lies Kol.1,12-14; 1.Petr.2,24.25.) Schon durch Hosea hatte Gott seinem Volk verheißen: Ich will dich mir verloben in Ewigkeit. Ich will dich mir verloben in Treue (Hos.2,21.22). Das galt zunächst Israel. Doch Jesus Christus hat uns durch sein Sterben so nahe zu Gott gebracht, dass wir als Gottes geliebte Kinder in diese Verheißung mit eintreten dürfen. So eng kann unser Verhältnis zu Gott sein. Noch lebt die Braut auf Erden und erwartet den wiederkommenden Herrn als ihren Bräutigam. Durch alle Anfechtungen und Leiden folgt sie Jesus nach. Du hältst an meinem Namen fest und hast den Glauben an mich nicht verleugnet. (Lies Offb.2,10; 3,10.22; 7,13-17; 14,4.5.) Johannes darf die Gemeinde in ihrer Vollendung sehen, sie hat ihr Ziel erreicht. Ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; sie werden Wonne und Freude erleben, Kummer und Seufzen werden entfliehen (Jes.35,10).
Sonntag,15.September Offenbarung 21,10; Hebräer 12,22-24.
Und er führte mich hin im Geist auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem herniederkommen aus dem Himmel von Gott. Hier wird zunächst von dem Geheimnis gesprochen, dass Johannes schauen konnte, was kein Mensch sonst je gesehen hat: Es geschah im Geist. Schon am Anfang der Offenbarung spricht Johannes davon: Ich war im Geist am Tag des Herrn. Er beschreibt einen Zustand, in dem Gott ihm besonders nahe war. Gott nahm ihn in seine Welt hinein. Mit geschärften Sinnen nahm Johannes auf, was er schauen durfte. Er konnte dabei schreiben und empfing Eindrücke aus der unsichtbaren Welt Gottes. Er bekam Aufträge und Wegweisungen für diese sichtbare Welt, damit die Gemeinde Jesu für die Zeit der Anfechtung Stärkung und Durchblick erhielt. (Lies Offb.1,10.11.) Was zeigte der Engel dem Johannes? Er zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem herniederkommen aus dem Himmel von Gott, die hatte die Herrlichkeit Gottes. Im Bild der heiligen Stadt Jerusalem schaut Johannes die Gemeinde ihrem Wesen und Charakter nach. Warum wird hier Jerusalem genannt? Im Alten Bund stand dort der Tempel. Jerusalem ist gleichsam Kristallisationspunkt des Wirkens Gottes in der Welt. Auf dem Hügel Golgatha vor den Toren Jerusalems hat Jesus den Preis bezahlt, durch den für uns der Weg frei ist, schon jetzt in Gottes Reich zu leben. (Lies Hebr.13,12-14.) Von hier ging das Heil für alle Menschen aus und das Evangelium wurde hinausgetragen in die ganze Welt. (Lies Apg.1,4.8.) Doch schon Abraham wartete auf die Stadt, welche die Grundfesten hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist. (Lies Hebr.11,9.10.13-16.) Das himmlische Jerusalem ist also ein Bild für das ewige Gottesreich, in dem gerettete Menschen leben, die Jesus lieben. Freut euch, dass eure Namen im Himmel eingeschrieben sind (Luk.10,20). Ist das unsere Gewissheit, unsere Freude?
Montag,16.September Offenbarung 21,10.11; Philipper 3,20.21
Im Bild des himmlischen Jerusalem schaut Johannes die Braut des Lammes. Wie ist sie zur Braut des Lammes geworden? Die Antwort ist einfach: Weil Jesus für sie das Lamm geworden ist. Das ist für alle Ewigkeit zum Freuen, dass er die himmlische Herrlichkeit verließ, um uns zu suchen und zum Vater zurückzubringen. Wir alle sind eingeladen, die Staatsbürgerschaft im himmlischen Jerusalem anzunehmen und damit auch zur Braut des Lammes zu gehören. (Lies Joh.1,12; 1.Tim.2,4-6.) Meist ist es schwierig, eine andere Staatsbürgerschaft zu erhalten. In einigen Ländern muss eine hohe Summe dafür gezahlt werden. Was kostet das Bürgerrecht im himmlischen Jerusalem? Bezahlen können wir es nicht in irdischen Währungen. Nur eine Währung gilt, um hineinzukommen: das Blut des Lammes. Ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, losgekauft worden seid von eurem eitlen, von den Vätern überlieferten Wandel, sondern mit dem kostbaren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes (1.Petr.1,18.19). Jesus hat für uns den Preis bezahlt. Über dem Leben aller Menschen steht: Sie haben gesündigt und die Herrlichkeit verloren, die Gott ihnen zugedacht hat (Röm.3,23; 1.Mose 6,5-7). Aber Gott hat einen Weg gefunden: So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. (Lies Röm.5,8; 1.Tim.1,15.) Jesus zeigte uns den Weg und wurde selbst der Weg für uns. Er hat uns das Bürgerrecht im himmlischen Jerusalem, die Staatsangehörigkeit des Himmels erworben. Wer seine Einladung annimmt und sich auf das Blut des Lammes beruft, erhält das Bürgerrecht. (Lies Joh.14,6; Gal.1,3.4; 2.Kor.5,1; 1.Petr.1,3.4.)
Dienstag,17.September Johannes 1,29.36; 3.Mose 4,32-35.
Dass es nur durch das Blut des Lammes Rettung gibt, hat Gott im Alten Bund durch eine ergreifende Handlung dargestellt. Wenn ein Israelit Schuld auf sich geladen hatte, dann konnte er mit einem Lamm nach Jerusalem in den Tempelvorhof zum Priester kommen. Dieser wies ihn an, seine Hand auf den Kopf des Tieres zu legen. Damit übertrug der Sünder seine Schuld auf das Tier. Dann musste das Lamm getötet werden. Der Priester nahm von dem Blut und bestrich damit die Hörner des Brandopferaltars als Zeichen, dass das Opfertier sein Leben gelassen hatte. Für den Opfernden wurde auf diese Weise deutlich, dass er seiner Sünde wegen den Tod verdient hatte. (Lies Röm.6,23; Hes.18,4.) Es war Gottes Gnade, dass er nicht das Leben des Sünders forderte, sondern den stellvertretenden Tod des Opfertieres zur Vergebung der Schuld anerkannte. Alle Tieropfer, die im Lauf der Jahrhunderte zuerst in der Stiftshütte, später im Tempel in Jerusalem dargebracht wurden, gipfelten in dem Opfer des einen, der das wahre Lamm Gottes war, und empfingen ihre Gültigkeit von ihm her. Johannes der Täufer wies auf Jesus und sagte: Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt! (Lies Hebr.13,11-13.) Am Karfreitag vor fast 2000 Jahren starb Jesus vor den Toren Jerusalems als Opferlamm für die Sünden der ganzen Welt. Wer im Glauben seine Hände auf den Gekreuzigten legt, seine Schuld ihm bekennt und sie damit auf ihn überträgt, der empfängt Vergebung, wie der Israelit im Alten Bund. (Lies Hebr.9,13-15; 1.Joh.1,9-2,2.) Der Tod Jesu an unserer Stelle hat Bedeutung bis in alle Ewigkeit. Deshalb wird Jesus auch im Himmel als das Lamm geschaut und deshalb heißt die Gemeinde die Braut des Lammes. (Lies Offb.5,6.9.10.12; 12,11; 15,2-4.)
Auf dem Lamm ruht meine Seele, betet voll Bewundrung an.
Alle, alle meine Sünden hat sein Blut hinweggetan!
Mittwoch,18.September Offenbarung 21,10.11; Johannes 17,22.24.
Er zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem herabkommen aus dem Himmel von Gott. Die Stadt, die Johannes sieht, ist nicht von Menschen gebaut. Sie kommt von oben, von Gott. Was von unten erbaut wird, zerfällt wieder, was von oben gebaut ist, das bleibt. (Lies Joh.3,3.6.31; 8,23.) In dieser Stadt ist Gott mit seinen erlösten und geliebten Menschen zusammen. In den ersten Kapiteln der Offenbarung sah der erhöhte Herr noch ihre Schäden und Schwächen (Offb.2 und 3). Nun strahlt sie Gottes Herrlichkeit, Gottes Wesen wider, weil sie ganz und gar zu ihm gehört, heilig und rein ist. In ihr gilt Gottes Wille. (Lies 2.Kor.3,18.) - Die Herrlichkeit Gottes wird immer wieder als Lichtglanz beschrieben (2.Mose 24,17; Luk.2,9). Dieser Lichtglanz ist nicht nur etwas Äußeres, sondern zeigt zugleich Gottes Wesen. Gott ist Licht und gar keine Finsternis ist in ihm. Jesus sagt: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben. Jesus möchte uns in sein Licht hineinnehmen. Ob wir als Lichter leuchten kann für Menschen unserer Umgebung, die im Dunkel ohne Orientierung unterwegs sind, Leben oder Untergang bedeuten. Mitten in einem verkehrten und entarteten Geschlecht sollt ihr leuchten wie Himmelslichter, wie Sterne - mitten in der Welt eine lebendige Verkörperung des göttlichen Lebenswortes (Phil.2,14.15; Jes.43,21.) Licht sein, Licht verbreiten können wir aber nur, wenn wir uns von Sünde trennen. Sünde verbreitet immer Finsternis. Jeder, der solche Hoffnung auf ihn hat, reinigt sich, wie auch er rein ist. Lebt als Kinder des Lichts. (Lies 1.Joh.1,5-7; 3,3; Eph.5,8-12; Matth.5,14-16; Joh.8,12.)
Donnerstag,19.September Offenbarung 21,11.19.20; Hebräer 12,6.10.11.
Johannes sagt von der heiligen Stadt: Ihr Licht war gleich dem alleredelsten Stein, einem Jaspis, klar wie Kristall. Der überwältigende Lichtglanz der Stadt wird hier mit einem Diamanten verglichen. Ungeschliffen, das heißt als Rohling, ist ein Diamant nur einen Bruchteil von dem wert, was er geschliffen wert sein könnte. Der Rohling ist ohne Glanz. Das Schleifen macht den Rohling erst zum Diamanten. Doch er ist so hart, dass er nur von einem Diamanten geschliffen werden kann. Dabei kann es sein, dass ein Teil seiner Größe verloren geht, weil so viel weggeschliffen werden muss. Trotzdem ist er, obwohl kleiner, aber geschliffen, sehr viel mehr wert als der große Rohling. In Vers 19 und 20 werden noch andere Edelsteine genannt. Sie entstehen unter großem Druck und hohen Temperaturen im Erdinneren. Ähnlich geht es mit Gottes menschlichen Edelsteinen. Durch wie viel Leiden und Druck geht es oft hindurch, bis ein Edelstein entsteht, von dem Gottes Lichtglanz ausgeht! Ein Fachmann erläutert: Die meisten Edelsteine erhalten ihre wertbestimmende Leuchtkraft erst durch die Bearbeitung in den Edelsteinschleifereien. Vielleicht bearbeitet Gott uns gerade in seiner Edelsteinschleiferei, damit wir seinen Lichtglanz widerspiegeln können. In Hebräer 12 lesen wir von Gottes Edelsteinschleiferei: Wen der Herr lieb hat, den erzieht er ... Er erzieht uns zu unserem Besten, damit wir seiner Heiligkeit teilhaftig werden. Alle Erziehung aber, wenn sie da ist, scheint uns nicht zur Freude, sondern zur Traurigkeit zu dienen. Danach aber gibt sie eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geübt sind. Danach aber - in der Herrlichkeit - werden wir ganz von Gottes Wesen durchdrungen sein. Sie hat die Herrlichkeit Gottes! (Lies 2.Kor.4,16-18; Joh.15,2; 1.Petr.4,12-14; Offb.3,19; Ps.119,71.75.)
Freitag,20.September Offenbarung 21,12-14; Epheser 2,11-22.
Groß ist die Mauer und hoch, die die Heilige Stadt umgibt - unübersteigbar! In das himmlische Jerusalem führt kein Weg der menschlichen Anstrengung. Man muss durch die eine Tür eingehen, von der Jesus sagt: Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich eingeht, der wird gerettet werden - zu mir gehören für Zeit und Ewigkeit! (Lies Joh.10,9; 3,3; Matth.7,13.14.) Nichts Unreines, nichts was Gräuel oder Lüge tut, kann eingehen, sondern allein, die geschrieben stehen in dem Buch des Lebens des Lammes (Offb.21,27). In die Herrlichkeit wird nichts Böses mehr eindringen können, denn das Erste ist vergangen. In unseren Tagen aber werden wir immer wieder aufgefordert zum Wachen: Die Sünde lagert vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen. (Lies Ps.34,13-15; 140,1-6; 1.Tim.6,20.21.) - Auf den Toren stehen die Namen der zwölf Stämme Israels. Gottes Heilsgeschichte läuft über sein Bundesvolk Israel. Wir, die Gemeinde aus den Heiden, waren nicht zuerst da, sondern das Heil kommt aus den Juden. So sagte es Jesus der Samariterin am Jakobsbrunnen. (Lies Joh.4,22-24.) Deshalb ist für uns das Alte Testament als Gottes Offenbarung und Gottes Anmarschweg zum Heil für die Völker wichtig. Der Alte Bund führt hin zum Neuen Bund. Die Gemeinde ist eingepfropft in den Ölbaum Israel. Israels Aufgabe in der Heilsgeschichte war, Tor zu sein. Doch es wollte nicht Tor sein und verschloss sich gegen seinen Messias und den Neuen Bund, der die Völker mit in das Heil einschließt. Aber Gott wird auch mit seinem Volk Israel zum Ziel kommen. (Lies Röm.11,17-36.) Die Tore der Stadt sind nicht verschlossen (V.25). Sagen uns die in alle Himmelsrichtungen offenen Tore, dass heute alle Welt das Heil Gottes sehen soll? (Lies 2.Kor.5,19.20; Matth.28,20.)
Samstag,21.September Offenbarung 21,15-21; 1.Petrus 2,5.9.10.
Ein Engel mit einem goldenen Messstab misst die Maße der Stadt. Alle Zahlenangaben drücken aus: Das himmlische Jerusalem, das Gottesvolk, entspricht ganz den Maßstäben Gottes und ist vollkommen. (Lies 1.Kor.13,10.) Diese Vollkommenheit wird dadurch ausgedrückt, dass Länge, Höhe und Breite der Stadt gleich sind. Zeigen diese irdischen Maße etwas von der unvergleichlichen Größe unserer himmlischen Stellung und Segnung, die wir schon jetzt besitzen? Ihr sollt mit allen Heiligen begreifen, welches die Breite und die Länge und die Höhe und die Tiefe ist, auch die Liebe Christi erkennen, die alle Erkenntnis übertrifft (Eph.3,18.19). - Die Stadt ist aus reinem Gold, das ist wie durchscheinendes Glas. Gott will uns hier schon reinigen und zubereiten wie Gold. Dazu schreibt Petrus: Ihr seid jetzt ein wenig, wo es sein muss, traurig in mancherlei Anfechtungen, damit die Bewährung eures Glaubens, die viel kostbarer ist als vergängliches Gold, das durchs Feuer erprobt wird, Lob, Preis und Ehre zur Folge habe bei der Offenbarung Jesu Christi. Paulus, der durch viele Leiden und viel Verfolgung ging, bezeugt: Ich bin überzeugt, dass die Leiden der jetzigen Zeit nicht in Betracht kommen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll (1.Petr.1,6.7; Röm.8,18). - Es wird keinen Tempel mehr geben in Gottes Herrlichkeit. Er selbst wohnt unter seinem Volk. Dann werden wir vollkommene Gemeinschaft mit ihm haben, seine Liebe vollkommen erfahren und ihm unsere Liebe vollkommen zeigen können. (Lies Offb.22,3-5.) - Noch leben wir auf der Erde, noch sind wir Bürger zweier Welten. Unsere ewige Heimat kündigte Jesus schon an, als er sagte: Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht. Vertraut auf Gott und vertraut auf mich... Ich werde euch zu mir nehmen, auf dass auch ihr seid, wo ich bin (Joh.14,1-3).
Sonntag,22.September 1.Johannes 2,12-17; 1.Timotheus 2,4-6a.
Ich schreibe euch Vätern, ich schreibe euch jungen Leuten, ich schreibe euch Kindern! Es gab keine Zeit, so scheint es uns, in welcher der Gegensatz der Generationen, auch in der Gemeinde Jesu, sich so bemerkbar machte wie heute. Gibt es denn Gemeinsames, das alle brauchen und haben können? Wenn wir ernsthaft nach Gott fragen und nicht nur die Bestätigung der eigenen Ansicht suchen, werden wir erkennen, dass alle Menschen Vergebung der Sünden brauchen ohne Unterschied des Alters, der Reife und der Erfahrung. (Lies Röm.3,22b.23; 4,7.8.) So wird das Bekenntnis: Jesus starb für mich zum Zeugnis und Kennzeichen eines jeden Christen, dem mit der Vergebung seiner Sünden, die ihn von Gott trennten, das neue Leben geschenkt wurde. (Lies Kol.1,13.14; Eph.1,7; 1.Joh.1,9.) Waren unter den Briefempfängern des Johannes vielleicht solche, die die Vergebung ihrer Sünden noch nicht im Glauben fassen konnten, obwohl sie ihre Schuld vor Jesus bekannt hatten? Johannes lag sehr viel daran, dass sie innerlich zur Ruhe kamen: Ich schreibe euch, dass euch die Sünden vergeben sind um seines Namens willen. Dieser Zuspruch gilt allen. Weil Jesus unsere Schuld auf sich nahm, darum kann sie uns vergeben werden. Die vergebenen Sünden sind uns wirklich abgenommen. Im Wort Gottes haben wir verschiedene Bilder, die Entscheidendes über die völlige Entfernung der Sünden aussagen: dass sie in die Tiefe des Meeres versenkt werden, dass sie so weit von uns entfernt werden wie der Osten vom Westen, dass eine Wandlung von blutrot in schneeweiss geschieht, dass sie sich auflösten wie Wolken und Nebel. (Lies Ps.103,8-12; Jes.l,18; 43,25; 44,22; Micha 7,18.19.) Dem, der uns liebt und uns von unseren Sünden gewaschen hat in seinem Blut ..., ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen (Offb.1,5b.6; 5,9.12).
Montag,23.September 1.Johannes 2,12-14; 2.Petrus 3,18.
Nachdem Johannes die Gläubigen in ihrer Gesamtheit als Kinder angesprochen hat, unterteilt er sie nun in verschiedene geistliche Altersstufen: Väter, junge Leute, Kinder. Diese Stufen sind nicht abhängig vom Lebensalter, wohl aber von der Länge der Nachfolge. In welche Rubrik gehören wir? Ist unser Leben mit Jesus gewachsen oder gibt es Wachstumsschwierigkeiten? Der Apostel Petrus spornt uns an: Wachset in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus. (Lies Kol.2,6; 2.Thess.1,3; Phil.3,12b.13.) - Ich schreibe euch Vätern. Die Väter, die Johannes zuerst anspricht, waren innerlich reife Gemeindeglieder, die Verantwortung für andere übernahmen. Sie waren nicht nur gerettet, sondern offen für Gottes Unterweisung und Erziehung. So blieb ihr Wissen von Jesus und dem Leben mit ihm nicht nur an der Oberfläche. Auf ihrem Weg mit Jesus machten sie Glaubenserfahrungen, durch die sie innerlich stark wurden. (Lies Hebr.12,5.9; Ps.77,12-21; 23,1-6.) - Ihr kennt den, der von Anfang war. Damit meinte Johannes nicht den Anfang ihres Glaubens, sondern er erinnerte an den Beginn seines Evangeliums: Im Anfang war das Wort... Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns. Die Väter kannten Jesus. Während der Zeit ihrer Nachfolge lernten sie ihn immer besser kennen und erlebten seine unveränderliche Treue. Ich hab ihn treu erfunden, könnt ich nur sagen, wie; ich möcht die Knie beugen und immer neu bezeugen: Es mangelte mir nie (A.von Viebahn). (Lies Ps.89,2; 2.Tim.2,13a.) Gott schenke unseren Gemeinden Väter in Christus und Mütter in Christus, zu denen junge Leute gern gehen, weil sie wissen: Hier müssen wir uns keine moralischen Ermahnungen anhören, hier hören wir von Erfahrungen echter Gottesnähe, der Blick für Jesus und seine Sache wird uns durch sie erweitert. (Lies 1.Kor.4,14-16; Eph.4,7.12-16.)
Dienstag,24.September 1.Johannes 2,13; Psalm 119,63-66.
Zu der Aussage über die VäterIhr kennt ihn! sagt H.Brandenburg: Das kann der Reichtum unseres Alters sein, wenn uns eine tiefe Jesus-Erkenntnis zuteil wurde. Es geht da nicht nur um eine flüchtige Begegnung mit einigen Jesusgeschichten aus dem Evangelium oder um das Auswendiglernen einiger fettgedruckter Worte aus Jesu Mund. Es ist mehr. Jesus-Erkenntnis haben heißt Gemeinschaft mit ihm haben. (Lies Hos.6,3; Eph.3,14-21; Kol.2,1-3.9.10.) Jesus-Erkenntnis haben heißt das Leben mit Jesus leben. Leben aus seiner Gnade. Leben unter seiner Leitung und in der Erleuchtung seines Geistes. Leben voller Hoffnung auf sein Kommen. Leben mit erleuchteten Augen des Verständnisses, um seinen Plänen nachzudenken und seinen Wegen im Leben der Seinen nachzuforschen. Ein Leben ohne diese Erkenntnis ist arm und dürftig, auch wenn man äußerlich alles hat, reich ist an den Gütern dieser Welt, auch reich an Intelligenz. Johannes kannte die Worte aus dem hohepriesterlichen Gebet Jesu: Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, Vater, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. Können wir antworten: Wir haben geglaubt und erkannt, dass du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes? (Joh.17,3; 6,69; 8,31.32; 1.Joh.5,20). In ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig, und an dieser Fülle habt ihr teil in ihm. Ich will mich eintauchen in die Gnade und Liebe meines Heilandes, mich niemals von ihm fernhalten, bis ich zu der echten Jesus-Erkenntnis durchgedrungen bin. Dem liebenden Herzen, das den Heiligen Geist nicht betrübt, wird er sich selbst, wird er seine Geheimnisse offenbaren. (Lies Ps.100,3-5; Jer.9,22.23.)
Mittwoch,25.September 1.Johannes 2,13.14; Epheser 6,10-18.
Ich schreibe euch jungen Männern; denn ... ihr habt den Bösen überwunden. Neben die Väter im Glauben stellt Johannes die jungen Menschen in der Gemeinde. Er sagt von ihnen, dass sie den Bösen überwunden haben. Das ist ein großes Wort. Denn Christen stehen im Kampf mit dem Fürsten dieser Welt. Aus diesem Kampf werden wir nie entlassen, weil der Teufel beständig umhergeht wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge. Junge Christen, d.h. solche, die erst kurze Zeit zu den Glaubenden gehören, sind das besondere Angriffsziel Satans. Was für Kämpfe mögen es wohl gewesen sein, aus denen diese jungen Männer als Überwinder hervorgingen? Waren es Kämpfe gegen Gleichgültigkeit, gegen Selbstsucht, gegen unbeherrschte Begehrlichkeit, gegen Empfindlichkeit oder Antipathie, gegen falsche Ehrsucht, gegen Geiz, gegen Lieblosigkeit und Härte? Ihr habt den Bösen überwunden! Sie sind Sieger geworden! Woher hatten sie ihre Siegeskraft? Ihr seid stark, und das Wort Gottes bleibt in euch. Gott ist der starke Gott. Der Herr, stark und mächtig, der Herr, mächtig im Streit! Leben wir in der Gemeinschaft mit dem Herrn Jesus, dann bleiben wir auch im Gespräch mit ihm über die Angst vor dem Feind. Bei unserem Herrn finden wir Schutz in allen Lagen und empfangen die nötige Kraft für den Kampf. (Lies Jos.1,5-9; 1.Chron.29,12b; Jes.41,10.) Ihre Stärke empfingen die jungen Männer aus Gottes Wort. Es hatte Raum in ihnen. Dadurch wurden sie ermutigt, Dinge zu tun oder zu unterlassen, auf jeden Fall den Kampf nach Gottes Willen zu führen. Nehmt das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. Die Waffen unseres Kampfes sind nicht menschlicher Art, sie sind göttlich mächtig, sodass wir mit ihnen die feindlichen Bollwerke zerstören können. (Lies 2.Kor.10,3-5; Hebr.4,12.)
Donnerstag,26.September 1.Johannes 2,14; Epheser 6,17b.
Ich habe euch jungen Männern geschrieben; denn ihr seid stark, und das Wort Gottes bleibt in euch, und ihr habt den Bösen überwunden. Diese jungen Männer sind stark. Dem Bösen gegenüber hilft natürliche Stärke nicht. Man braucht eine andere Kraft, um zu siegen. Sie hatten diese Kraft, wenn und weil das Wort Gottes in ihnen blieb. Das war entscheidend, dass sie das Wort Gottes nicht nur hörten, sondern dass das gehörte Wort in ihnen blieb und seine Lebensmacht in ihnen entfaltete. (Lies Ps.19,8-12; 119,11.) Wir haben dabei zu bedenken, dass man damals noch keine Bibel hatte. Sollte das Wort in ihnen wirken, dann musste es im Gedächtnis fest aufgenommen werden und aufbewahrt sein und immer neu innerlich bewegt werden. - Das Wort Gottes würde anders in uns wirken, wenn auch wir es uns viel mehr gedächtnismäßig einprägen und zum Stoff unseres Nachsinnens machen würden. Der Satz des Apostels zeigt uns jedenfalls, dass das Lesen der Bibel nicht nur eine gewisse Pflicht eines Christen, sondern die Bedingung seiner Kraft und seines Sieges in Anfechtungen ist. Wo das Wort Gottes so in Menschen bleibt, da haben sie den Bösen besiegt (W.de Boor). (Lies 2.Tim.3,14-17.) Das Wort Gottes ist die Waffe, die uns im Kampf gegen den Feind zum Sieg verhilft. Wer nicht weiß, wie diese Waffe zu gebrauchen ist, bleibt leicht auf der Strecke. Wenn auch jemand kämpft, so wird er doch nicht gekrönt - wir können auch sagen: so siegt er doch nicht, er kämpfe denn recht. Gottes Wort gegenüber ist der Feind ohnmächtig. Als Jesus in der Wüste vom Teufel versucht wurde, besiegte er ihn immer wieder mit den Worten der Schrift: Es steht geschrieben! (Lies Matth.4,1-11.)
Freitag,27.September 1.Johannes 2,14a; Galater 4,4-6.
Ich habe euch Kindern geschrieben; denn ihr kennt den Vater. Was für ein Wunder ist es jedesmal, wenn ein gottferner Mensch durch Jesus Christus sich Gott zuwendet und in ihm einen liebenden Vater gewinnt. Gott wollte uns für sich selbst, für sein eigenes Herz haben und hat uns von Ewigkeit her vorausbestimmt, dass wir seine Kinder sein sollten durch unseren Herrn Jesus Christus (Eph.1,5-7; 2,13.14; 4,6). Durch den Glauben an Jesus Christus werden wir Gottes Kinder. Sein Vater wird unser Vater. Nach seiner Auferstehung ließ Jesus den Jüngern sagen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater. Während Jesus als Mensch auf der Erde lebte, betete er auch laut zu seinem himmlischen Vater: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. Vater, verherrliche deinen Namen. Vater, rette mich aus dieser Stunde. Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist. - Mit allen Anliegen dürfen wir bittend vor den Vater treten, denn die Tür zu ihm ist weit offen. Da ist ein neuer, lebendiger Weg zu ihm: Jesus (Joh.14,6). Abba, lieber Vater, dürfen wir sprechen. In dieser Anrede drückt sich Vertrauen, Geborgenheit wie auch Abhängigkeit und herzliche Verbundenheit mit dem Vater aus. (Lies Röm.8,15.16; Hebr.10,19-22.) - Unser Abschnitt will uns zum Nachdenken darüber bringen, wo unser geistlicher Standort ist: Gehören wir zu den Vätern, den Müttern, jungen Glaubenden oder Kindern? Unser Leben als Wiedergeborene, als Christen begann mit dem Kindsein: Wie die neugeborenen Kindlein... (1.Petr.2,2). Aber wir sollten nicht Kinder bleiben, sondern heranwachsen und Menschen des Wortes werden: Der aus dem Wort gezeuget und durch das Wort sich nährt und vor dem Wort sich beuget und mit dem Wort sich wehrt (Ph.Spitta). Nicht mehr Unmündige wollen wir sein, sondern heranwachsen zu ihm, der unser herrliches Haupt ist, Christus. (Lies Hebr.5,11-6,1; 1.Kor.13,11.12; Eph.4,12-16; Kol.1,28.29.)
Samstag,28.September 1.Johannes 2,15-17; Epheser 5,11.
Johannes hat ein besonderes Wort für alle Generationen, sie sollen sich nicht an die Welt verlieren. Habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters. Jesus sagte seinen Jüngern: So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Gewiss bleibt dieses Wort von Gottes Liebe zu unserer Welt bestehen, denn Jesus ist der Welt Heiland und das Lamm Gottes, das der Welt Sünde hinwegträgt (Joh.1,29; 4,42b). In seinem letzten Gebet jedoch bat Jesus den Vater: Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen. Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin (Joh.17,15.16). Christen haben einen Auftrag an die Welt, weil Jesus Hilfe für die ganze Welt hat. Er ruft seine Leute nicht zu Richtern über die Welt auf, sie sollen vielmehr Salz und Licht sein, um die Welt vor Fäulnis und Dunkelheit zu bewahren. (Lies Matth.5,14-16; Joh.8,12; 9,5; Apg.13,47.) Leider besteht auch die Gefahr, sich an die Welt zu verlieren, sich erneut mit ihr zu verbinden, sich wieder in sie zu verlieben. Manchen Christen erscheint Weltliebe harmlos, und deshalb versuchen sie ihre Haltung mit Worten wie ich bin eben nicht so eng, ich bin weltoffen, zu begründen. Das Kostbarste, das wir haben, ist unsere Liebe. Die sollten wir nicht an die vergängliche Welt verschenken. Der Herr richte eure Herzen auf die große Liebe, mit der Gott uns liebt, und auf die Ausdauer, mit welcher Jesus Christus für uns besorgt ist. Lasst uns ihn lieben, denn er hat uns zuerst geliebt (2.Thess.3,5; 1.Joh.4,19; lies Matth.6,21.24; Jak.4,4.5; Spr.23,26).
Sonntag,29.September 1.Johannes 2,15-17; Kolosser 3,5-10.
Dreierlei hebt Johannes hervor, was die Welt kennzeichnet: Des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Fleisch meint jeden Menschen in seiner natürlichen Art, die durch die Lust gekennzeichnet ist... Was die Praktiken des Fleisches sind, stellt Paulus eindrucksvoll zusammen: Offenkundig sind die Werke des Fleisches, als da sind: Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung, Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Hader, Eifersucht, Zorn, Zank, Zwietracht, Spaltungen, Neid, Saufen, Fressen und dergleichen (H.Krimmer). (Lies Gal.5,19-21; 6,8; 1.Thess.4,3-8.) Gott warnt uns davor, uns unserer natürlichen Lust hinzugeben. Selbst wenn es Ketten der Sünde sind, die uns binden, Jesus will uns befreien. Der Name Jesus heißt Retter, Erlöser. Er wird sein Volk retten von ihren Sünden. Ihr Erlöser ist stark, er heißt Herr der Heerscharen (Matth.1,21; Jer.50,34a). Wer sich im Glauben an Jesus hält, kann von allem, was ihm noch so begehrenswert erscheint, gelöst werden, und er wird erfahren, dass Jesus weit mehr zu geben hat als die Welt in ihren Verlockungen. (Lies 1.Kor.2,9; Ps.16,5.6.) Der Augen Lust erlag Eva im Paradies. Beinahe das gesamte Reklamewesen basiert heute auf dem Prinzip der Augenlust. Lass deine Augen stracks vor sich sehen und deinen Blick geradeaus gerichtet sein! Behüte dein Herz mit allem Fleiß, denn daraus quillt dein Leben (Spr.4,23.25; vgl.1.Mose 3,6; 2.Sam.11,2; Ps.16,8). Zur Weltliebe gehört auch hoffärtiges Wesen, das eingebildete, prahlerische Verhalten. Es ist eine Anmaßung, wenn wir mit Begabung und Wissen und anderen Vorzügen groß tun. Haben wir vergessen, dass alle Gaben von Gott kommen? Wachsamkeit ist nötig, damit der hoffärtige Geist nicht Raum bei uns gewinnt. (Lies 1.Kor.4,7; vgl.Jes.2,8-17.)
Montag,30.September 1.Johannes 2,17; 2.Petrus 3,10-14.
Johannes zeigt uns, warum es gefährlich ist, das Herz an die Welt zu hängen: Die Welt vergeht mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit. Wir wollen uns an die Vergänglichkeit erinnern lassen, von der Jesus in seiner Rede über die Endzeit sprach: Himmel und Erde werden vergehen. Und in der Bergpredigt werden wir gewarnt: Wer sich von der Begierde der Welt treiben und ziehen lässt, der vergeht mit ihr. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel (Matth.7,21.24-27). Das Leben eines Christen - unser Leben - soll nicht mehr von begehrlichem, selbstsüchtigem Wollen bestimmt werden. Wir sollten nach Gottes Willen fragen, im Großen und im Kleinen, wie Jesus es tat: Vater, nicht mein, sondern dein Wille geschehe! Treffen wir diese eindeutige Wahl, dann werden wir gegen den Strom der Zeit und den Sog dieser Welt schwimmen müssen. Das kann unter Umständen sehr anstrengend sein. Doch der Herr lässt uns nicht allein. Das sollt ihr wissen: Ich bin immer bei euch, jeden Tag, bis zum Ende der Weltzeit. Als Jesus-Nachfolger sind wir unzertrennlich mit unserem Herrn verbunden, keine Macht kann uns ihm entreißen. Er verbürgt sich für uns: Ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie mir aus meiner Hand reißen (Matth.28,20; Joh.10,28; lies Joh.5,24.28.29; Röm.6,23; 8,38.39). Wenn wir unsre Tage wach durchleben, merken wir, wie die Finsternis zunimmt. Deshalb ist es gut, dass wir uns fragen: Wohin richte ich mein Leben aus? Lebe ich diesseitsorientiert, oder lebe ich ewigkeitsorientiert? Das Wort, den Willen Gottes tun, gestaltet uns um, hinein in die Jesus-Art und führt damit zum Jesus-Ziel, zum ewigen Leben (H.Krimmer). (Lies Hebr.11,24-26; Phil.3,7-10; Ps.73,25-28.)
Ewigkeit, in die Zeit leuchte hell hinein, dass uns werde klein das Kleine und das Große groß erscheine, selge Ewigkeit!
M. Schmalenbachzur Verfügung gestellt von: bibel.com der Homepage von Christen für Christen.