Samstag,1.September Psalm 145,20; Judas 20.21.

"Der Herr behütet alle, die ihn lieben." Wie friedevoll klingt diese Aussage doch! Aber die Gefahr wird nicht übersehen: für alle, die den Herrn lieben, gibt es einen gefährlichen Feind, der auf Zerstörung aus ist. "Seid nüchtern, seid wach; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge." David hat erfahren, dass der Herr in der Gefahr behütet. Vielleicht erkennen wir selbst nicht, wo wir besonders gefährdet sind und Behütung brauchen. Die Gefahr kann in unserer Veranlagung liegen, vielleicht reden wir viel und kommen dadurch in Gefahr, Unwahres zu sagen oder uns über Dinge auszulassen, die uns nicht gefallen, die eher ein Stillesein oder Überwinden von uns fordern. (Lies Ps.37,7.8; Spr.10,19.) Die Gefahr kann auch von Menschen ausgehen, mit denen wir zusammen arbeiten oder wohnen. Sie lenken uns von der konsequenten Nachfolge ab, sie nehmen unter Umständen den Platz ein, der Jesus gehört. Eine andere Gefahr kann in der Arbeit liegen, die uns ganz belegt und uns vergessen lässt, dass wir "ohne ihn nichts tun können". Es gibt viele Gefahren für die, die sich einmal entschlossen haben, Jesus von ganzem Herzen zu lieben, ihm den ersten Platz einzuräumen. (Lies Dan.3,8-18; 6,5ff; 1.Mose 39,7-12.) Wir müssen wach sein, dass wir Gefahren nicht übersehen. Lassen wir uns vielleicht durch kleinliche Dinge gefangen nehmen und merken dabei nicht, dass der Feind uns auf diese Weise für das Wichtigere blind macht, unser Leben ganz auf Jesus auszurichten? Reden wir etwa über einen Fehler unseres Nächsten und sehen nicht, dass wir das kostbare Gut der Gemeinschaft aufs Spiel setzen? Wichtig ist es, Gefahren zu erkennen, und zugleich den Herrn zu bitten, dass er uns bewahrt. "Bewahre mich, Gott, denn ich traue auf dich!" (Lies Ps.17,5-8; 25,20; 97,10; Jes.26,3.4.)

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Sonntag,2.September Psalm 145,20.21; Jesaja 27,3.

"Der Herr behütet alle, die ihn lieben!" Er behütet überall - behütet uns wie seinen Augapfel - behütet auf dem ganzen Weg. Im Hohepriesterlichen Gebet spricht Jesus vom Behüten und Bewahren auf unserem Weg: "Solange ich bei ihnen war... habe ich sie bewahrt... Nun aber komme ich zu dir... Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt wegnimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen." Wir haben uns die Gefahren vor Augen gestellt, die überall lauern. Vielleicht ist bei manchem Furcht aufgestiegen: Werde ich denn wirklich zur Ehre Gottes durchkommen können? Die beiden letzten Verse im Judasbrief sollen uns Ermutigung sein. "Dem aber, der euch zu bewahren vermag, dass ihr nicht zu Fall kommt, und der es euch schenken kann, vor seiner Herrlichkeit tadellos und mit jubelnder Freude zu erscheinen - dem alleinigen Gott, unserem Retter durch unseren Herrn Jesus Christus, ihm gebührt Herrlichkeit und Majestät, Macht und Gewalt wie vor aller Zeit, so auch jetzt und in alle Ewigkeit! Amen" (Jud.24.25). Petrus kann es bestätigen, dass wir "aus Gottes Macht geschützt und durch den Glauben bewahrt" hindurchkommen können bis zum Ziel. (Lies 2.Petr.1,3-11; vgl.1.Mose 28,15; 5.Mose 32,10; 33,26.29.) Jesus ist uns nahe auf dem Weg, und wir erfahren, wie er uns liebt, stützt und aufrichtet, wie er uns hört und erhört und uns beschützt. "Mein Mund soll des Herrn Lob verkündigen, und alles Fleisch lobe seinen heiligen Namen immer und ewiglich!" Loben und Preisen verwandelt auch uns. Wenn wir uns von uns selbst abwenden, um auf den Herrn zu sehen und ihn zu rühmen, werden wir beschenkt und gesegnet. Loben schafft Bahn für neue Taten Gottes. "Ich will dich erheben, mein Gott und mein König! Täglich will ich dich loben und deinen Namen rühmen." (Lies Ps.104,1.33-35; 105,1-5; 107,1-8.)

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EINE STÄDTETOUR DURCH DIE APOSTELGESCHICHTE - Kapitel 14

Montag,3.September Apostelgeschichte 14,1-7; Römer 8,14.

Wir begleiten Paulus und Barnabas nach ihrer Vertreibung aus Antiochia auf dem Weg zur nächsten Stadt: Ikonion. Auf der Höhe des Gebirges legten sie eine beachtliche Strecke zurück, und zwar in Richtung Osten. Sie ließen sich durch die Verfolgung in Antiochia den Mut nicht nehmen. "Was uns ganz und gar einnimmt und die treibende Kraft in unserem Leben bildet, das ist die Liebe, mit der der Herr Jesus uns liebt. Wir denken nämlich so: Einer ist für alle gestorben, weil alle im Tode lagen - um sie alle zum Leben zu bringen. Und er ist deshalb für alle gestorben, damit die, welche zum neuen göttlichen Leben durchgedrungen sind, nicht mehr für sich selbst, nicht mehr ihren eigenen Interessen leben, sondern einzig und allein ihm, der für sie gestorben und auferstanden ist" (2.Kor.5,14.15; lies 1.Tim.2,5.6; Joh.1,29). Über die Strapazen unterwegs wird kein Wort verloren, auch nicht über die erfahrenen Ungerechtigkeiten durch die Verfolger oder über die Vertreibung. Es ist wohl anzunehmen, dass sie die weite Wegstrecke intensiv zur Selbstprüfung und zum Gebet nutzten und über ihren weiteren Dienst mit Gott sprachen. Hatten sie etwas falsch gemacht? Hatten sie die Erlösungstat Jesu und das Heil in seinem Namen deutlich genug erklärt, sodass diese Wahrheiten verstanden wurden? Was wollte der Herr weiter von ihnen? Das sind Fragen, die auch uns immer wieder bewegen werden, wenn wir den Zeugendienst, der ja uns allen aufgetragen ist, recht ausrichten wollen. (Lies Ps.139,23.24.) Wir hören nicht, nach welchem Gesichtspunkt Paulus und Barnabas die Wahl für ihren weiteren Weg trafen oder wie sie vom Herrn nach Ikonion geleitet wurden. (Vgl.Apg.16,9.10.) Sie vertrauten wohl darauf, dass Gott sie an den Platz brachte, wo er "die Tür des Glaubens auftun" wollte (Apg.14,27b; lies Jes.30,21; 42,16; 2.Mose 13,21.22).

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Dienstag,4.September Apostelgeschichte 14,1; Psalm 25,4.5.

Lukas beginnt seinen Reisebericht mit den Worten: "Es geschah aber zu Ikonion..." Wenn wir im Gehorsam mit Jesus vorwärts gehen, nimmt er uns in seinen Plan hinein. Manchmal merken wir es, manchmal erfahren wir es erst später, welche Gedanken er mit uns - seinen Zeugen in unserer Zeit - hatte. Die Geschichte des Evangeliums muss weitergehen: "Der Herr will nicht, dass jemand verloren werde, sondern dass jedermann zur Buße finde" (2.Petr.3,9; lies 2.Kor.2,14-16; 1.Thess.2,1-4.13). Paulus und Barnabas nahmen in Ikonion mit erstaunlicher Frische wieder ihren Dienst der Verkündigung auf. In einigen Übersetzungen wird die erfreuende Tatsache vom Einssein der beiden Boten hinzugefügt: "Es geschah aber zu Ikonion, dass Paulus und Barnabas 'zusammen', 'miteinander' in die Synagoge gingen." In den Stunden der Übermüdung und des unsicheren Programms hätte es manche Möglichkeit der Entzweiung geben können, aber sie hielten zusammen. Miteinander waren sie horchend und bereit, dem Willen Gottes zu dienen. Das einte sie und schlug die Brücke zwischen diesen beiden so grundverschiedenen Männern. Das befähigte sie zum gemeinsamen Zeugnis und Gott bestätigte es offensichtlich. "Wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen ... dort verheißt der Herr den Segen und Leben bis in Ewigkeit." (Lies Ps.133; Röm.15,5.6.) Dass sie wieder in der Synagoge begannen, darf nicht als eingefahrene Methode verstanden werden, es entsprach dem Auftrag des Paulus nach Römer 1,16: "die Juden zuerst und ebenso die Griechen." Obwohl sie in Antiochia die Feindschaft der Juden erlebt hatten, ließen sie sich nicht abschrecken, auch in Ikonion in die Synagoge zu gehen. Dort waren Juden und Nichtjuden anwesend. Ihre "Liebe, die sich nicht erbittern ließ", brachte Frucht: "Eine große Menge Juden und Griechen wurde gläubig." (Lies 1.Kor.13,1.4.5.)

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Mittwoch,5.September Apostelgeschichte 14,1-3; 1.Korinther 1,22-25.

"Paulus und Barnabas predigten so, dass eine große Menge von Juden und Griechen gläubig wurde." Dieser Satz enthält das kleine Wort "so", das der helle Mittelpunkt des ganzen Verses ist. Es lässt uns etwas von der Art der Verkündigung ahnen. Bewegend war nicht nur das Thema, über das die beiden Boten sprachen, es war auch die Art, wie sie es sagten. "So" Zeugnis geben, "so" sprechen, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft und Bildung zum Glauben finden, ist eine besondere Gnade. Der Glaube kommt aus der Botschaft, die wir weitergeben. "Das Evangelium ist die Kraft Gottes, die alle selig macht, die daran glauben" (Röm.1,16). Aber sprechen wir "so", dass Menschen zum Glauben finden? Das setzt ein persönliches Erfasstsein von Jesus und seinem Erlösungswerk voraus. Paulus gibt im Korintherbrief seine eigene Auslegung zu diesem Wort "so". Nicht eine besondere Redegabe, nicht Logik gaben seinen Worten die Wirkung. Er schreibt: "Meine Rede und meine Verkündigung bestand nicht in überzeugenden Worten der Weisheit, sondern in Wirkungen des Geistes und der Kraft" (1.Kor.2,1-4.12.13; vgl.Apg.8,5-8; 2.Kor.4,5.6; Jer.1,7-9). Dass wir das Zeugnis von Jesus Christus "so" weitergeben können, dass der Heilige Geist es in den Herzen lebendig machen kann, darum dürfen wir auch für die Gespräche mit Menschen, die wir gern gerettet wüssten, immer wieder bitten. Es besteht ein Zusammenhang zwischen der Person des Zeugen und der Wirkung seines Zeugnisses. "Nicht nur ihre Worte haben zu mir gesprochen, es war vor allem ihr Leben, das ihre Worte unterstrich und mich zu Jesus hinzog", sagte eine Kranke von ihrer Schwägerin. Dem Apostel Paulus war es ein wichtiges Anliegen, dass er in Christus erstarkte um der Menschen willen, für die er sich verantwortlich wusste. (Lies Kol.1,28.29; 1.Kor.4,17; 9,24-27.)

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Donnerstag,6.September Apostelgeschichte 14,2; Matthäus 23,13.

Auch in Ikonion fielen die Entscheidungen nach der einen und nach der anderen Seite. Das war zur Zeit Jesu so, das war zur Zeit des Paulus so und das ist auch in unseren Tagen so. Juden gab es in der Stadt, "die ungläubig blieben". Eigentlich hätten sie als Glieder des auserwählten Volkes Gottes die Ersten sein sollen, die ihr Leben für Jesus öffneten. Sie waren mit dem Alten Testament aufgewachsen. Sie kannten die Prophetie und die Verheißungen, die auf Jesus wiesen. So bedurfte es eigentlich nur eines kleinen Schrittes des Willens und des Gehorsams, um zum Heil und zum neuen, ewigen Leben durchzudringen, das Jesus uns erworben hat. Aber gerade diesen kleinen Schritt verweigerten sie. (Vgl.Jos.24,15; 5.Mose 30,15-20.) Wohin ihr Unglaube führte, berichtet Lukas. "Die Juden, die ungläubig blieben, nicht gehorchen wollten, stifteten Unruhe und hetzten die Seelen der Heiden auf gegen die Brüder." Es handelte sich nicht um eine spontane Reaktion der jüdischen Hörer, sondern um ein Gewordensein. Ihr Unglaube war lange unter dem "Schein der Frömmigkeit" versteckt; durch die Verkündigung von Jesu Erlösungstat wurde offenbar, was schon Jesaja sagte: "Dies Volk ehrt mich mit seinen Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir..." (Jes.29,13; vgl.Matth.7,14.21; 2.Tim.3,5; Tit.1,16). "Sie hetzten die Heiden auf..." Es wird immer so sein: Solange wir dem Wort Gottes gegenüber ungehorsam bleiben, können unsere Äußerungen darüber auch nicht positiv sein. Wie schnell werden andere dadurch innerlich vergiftet. Misstrauen oder Opposition wird in ihnen geweckt. Das Wort Jesu erfüllte sich in Ikonion: "Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich, wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut" (Luk.11,23; lies Hebr.3,12-19; vgl.Mark.15,10.11; 1.Thess.2,15.16a).

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Freitag,7.September Apostelgeschichte 14,2.3; Psalm 32,8.

Paulus und Barnabas überließen das Feld nicht dem Feind. Sie standen erneut vor der Entscheidung: fliehen oder bleiben. Obwohl sie starken Widerstand erlebten, "dennoch blieben sie eine lange Zeit dort und lehrten frei und offen im Vertrauen auf den Herrn". "Dennoch" blieben die Apostel in der gespannten Situation. Nicht der Erfolg war der Grund dieses längeren Aufenthalts, sondern die Schwierigkeiten. Sie blieben und standen den Neubekehrten bei. Jesus hatte sie vor einer Fehlentscheidung bewahrt. (Lies Ps.86,11.) Trotz der Verleumdungen durch die Ungläubigen konnten Paulus und Barnabas sich in der Stadt aufhalten. Sie mussten sich ihr Bleiben auch nicht durch Zurückgezogenheit oder mit der Zustimmung zu einem Redeverbot erkaufen. Von dem Herrn beschützt, erfüllten sie ihren Auftrag. Die drohende Gefahr konnte sie nicht in Angst und Schrecken festhalten. Sie rechneten mit der Macht des Allerhöchsten, zu dem sie beten durften, wie es die Gemeinde in Jerusalem getan hatte: "Herr, sieh an ihre Drohungen und gib deinen Knechten, dein Wort zu reden mit aller Freimütigkeit, indem du deine Hand ausstreckst zur Heilung und dass Zeichen und Wunder geschehen durch den Namen deines Knechtes Jesus" (Apg.4,18-31). Aus der Gefangenschaft in Rom gab Paulus den Christen in Ephesus als Gebetsanliegen weiter: "Betet besonders auch für mich, dass es mir geschenkt werde, meinen Mund aufzutun und zu reden, sodass ich mit freiem Mut den Menschen das Geheimnis der frohen Botschaft kundtun kann. Dazu bin ich ja in meinen Ketten ein von Gott Gesandter. Ich möchte doch in dieser wichtigen und großen Sache ganz freimütig reden, so wie es mein Auftrag ist" (Eph.6,18-20; lies Apg.13,45.46; 28,30.31; 2.Thess.3,1.2; Kol.4,2-4). Viele Christen sind heute weltweit in einer solchen Lage. "Betet!" ist ihre Bitte an uns.

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Samstag,8.September Apostelgeschichte 14,3; Markus 16,17-20.

Gott stellte sich zu Paulus und Barnabas. "Lukas berichtet von einer doppelten 'Rückendeckung', die Jesus der Verkündigung seiner Boten zuteil werden ließ. Es heißt: 'Der Herr bezeugte das Wort seiner Gnade und ließ Zeichen und Wunder geschehen durch ihre Hände'" (H.W.Neudörfer). Eine große Offenheit für das Evangelium und das Vertrauen zu Jesus setzte sich bei vielen Zuhörern in Ikonion durch. Welch ein Sieg! (Lies 1.Joh.5,4; Eph.3,20.21.) Was es für Zeichen und Wunder waren, die in der Stadt geschahen, wissen wir nicht. Auf alle Fälle bestätigte der Herr das Wort mit begleitenden Zeichen, wie dies einst bei Mose vor Pharao der Fall war. Gottes Mitwirken verwirrte die Gegner und stärkte seine Knechte (2.Mose 7-10). Gott ermutigt uns zum Zeugendienst und wir dürfen wissen, dass wir dabei nicht allein gelassen sind. Während wir von außen her unseren Auftrag erfüllen, wirkt er in den Herzen. Wir streuen den Samen aus, und er lässt ihn aufkeimen. Von den Jüngern, die sich nach der Himmelfahrt Jesu auf den Weg machten, lesen wir: "Und der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch die mitfolgenden Zeichen." Auch der Schreiber des Hebräerbriefes unterstreicht Gottes Mitwirken. "Und Gott hat dazu Zeugnis gegeben durch Zeichen, Wunder und mancherlei mächtige Taten und durch die Austeilung des Heiligen Geistes nach seinem Willen" (Hebr.2,4; lies Röm.15,16-19; 1.Thess.1,5-9). Gott will heute "durch unsere Hände" seine Zeichen tun. Es müssen nicht immer außergewöhnliche Dinge geschehen. Für einen Nachbarn oder eine Nachbarin wäre es vielleicht schon ein Wunder, wenn eine Hand mit anfassen würde beim Betten eines Schwerkranken. Oder wenn wir ihnen beistehen würden bei einer Arbeit, die bisher ganz ungewohnt für sie war. Was kann Jesus durch unsere Hände tun, dass Menschen wach und fragend werden für ihn? (Lies Apg.9,36-39; 1.Thess.1,3; Matth.25,34-40.)

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Sonntag,9.September Apostelgeschichte 14,3; Römer 3,23.24; 5,20.21.

"Das Wort seiner Gnade" war auf der ganzen Reise das Thema der Apostel. Ihre Dienste mögen sich in den einzelnen Städten verschieden gestaltet haben, aber ihr Thema änderten sie nicht. Und so kamen sie bis nach Lystra mit derselben frohen Botschaft, die sie in Antiochia in Pisidien und in Antiochia in Syrien und in Jerusalem verkündigt hatten: "Die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend für alle Menschen." In Jesus Christus hat Gott uns seine Gnade zugewandt, mit der unser Leben das Heil findet. Mit Jesu Kommen ist das Licht Gottes erschienen, damit die Menschen ihre Gottesferne erkennen und sich von ihrer Gottlosigkeit abwenden. Er brachte sein Leben zum Opfer, damit schon jetzt die Gemeinschaft mit Gott möglich wird, die sich erst in der ewigen Herrlichkeit vollenden wird. Voll Freude schreibt Paulus darüber im Römerbrief: "Durch Jesus haben wir Frieden mit Gott..., durch ihn haben wir auch den Zugang im Glauben zu der Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben wird" (Röm.5,1.2; lies Joh.14,2.3.6; 2.Kor.5,1.8). - "Die Gnade sollen wir verkündigen und nicht Gesetz. Wie oft kann man hören, dass man zuerst allerlei drangeben muss, wenn man Christ werden will. Ich bin überzeugt, dass ein entschiedener Christ seine Gebundenheiten drangibt. Aber unser Heil ist nicht daran gebunden, dass wir dies und das aufgeben, sondern dass wir das Opfer Jesu Christi annehmen, das für uns geschehen ist wie auch für alle Menschen" (E.Modersohn). (Lies Joh.3,16; Röm.6,23.) Gnade ist für alle da, die um ihre Schuld wissen, darunter leiden und sie bekennen. Gott verlangt keine Wiedergutmachung. Die Vergebung und Befreiung, die er in Jesus gibt, ist ein Geschenk, und als solches sollten wir es froh und dankbar annehmen. (Lies Eph.1,7; 2,4.5; Tit.3,3-7.)

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Montag,10.September Apostelgeschichte 14,4-7; Lukas 2,34.

Auch in Ikonion war Satan nicht untätig. Seine Giftsaat reifte zur Spaltung aus. Die einen hielten's mit den Juden, die anderen mit den Aposteln. Die von ihm angestifteten Auseinandersetzungen steigerten sich zum "Sturm". Was die Gegner der Apostel wollten, blieb nicht verborgen. Die "Unruhestifter" sollten misshandelt und gesteinigt werden, damit wieder Ruhe und Frieden einkehrte. Aber Ruhe und Frieden ohne Gott ist keine wahre Ruhe und kein wahrer Friede. (Lies Jes.48,18.22; 57,20.21.) Erneut standen die Apostel vor der Frage: Bleiben oder Fliehen? Dieses Mal war Flucht die richtige Entscheidung. Der Herr wird uns in "Sturmzeiten" zeigen, wann wir ausharren sollen oder ob der Weg zur Flucht das Richtige ist. Wären Paulus und Barnabas aus Feigheit geflohen, hätten sie in der nächsten Stadt ihren Dienst nicht wieder aufgenommen. Sie zögerten keinen Augenblick, "in Lystra und Derbe und in deren Umgebung das Evangelium zu verkündigen". Alfred Christlieb erinnert an drei Abwege, die in solchen Stunden naheliegen. 1. Die Apostel vermieden den Abweg falscher Gegenwehr, sie versammelten nicht die Einwohner der Stadt, die zu ihnen hielten, um Macht gegen Macht zu entfalten. Das lag ihnen fern. 2. Sie vermieden auch den Abweg der völligen Untätigkeit. Es wäre Gott versucht gewesen, wenn sie auf eine wunderbare Bewahrung und auf Schutz von oben gehofft hätten, wo es in ihrer Macht lag, für ihre eigene Sicherheit zu sorgen. Sie kannten Jesu Wort: "Wenn sie euch aber in einer Stadt verfolgen, so flieht in die andere" (Matth.10,23). 3. Sie mieden auch den Abweg der Furcht und der Verzagtheit. Durch den Hass der Feinde hätten sie ihre Freudigkeit und ihren Mut zu weiterer Missionstätigkeit verlieren können. Aber sie überwanden, weil sie wussten: Die Botschaft der Rettung durch Jesus Christus muss weiterverkündigt werden. (Lies Apg.4,12.20; 20,24; 2.Tim.1,7; 2.Kor.4,7-13; Phil.1,12-14.)

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Dienstag,11.September Apostelgeschichte 14,8-10; Jesaja 35,6.

Lukas spricht von einer völlig anderen Situation in Lystra, wohin Paulus und Barnabas kamen. Dort waren keine Juden, daher auch keine Synagoge. Lystra war eine griechisch-heidnische Stadt, und vom Heidentum war die Atmosphäre geprägt. Der Bericht des Lukas konzentriert sich auf einen Einzelnen. Wie Paulus auf diesen Mann stieß, bleibt unerwähnt. Offensichtlich hatte sich eine Zuhörerschaft um die Apostel gesammelt, denn die Erfahrungen von Antiochia und Ikonion konnten sie in keiner Weise abhalten, auch in Lystra das Evangelium zu verkündigen. Vermutlich predigten sie auf dem Marktplatz vor dem Tempel des Zeus. Unter den Zuhörern befand sich der Gelähmte, der von Verwandten oder Freunden gebracht worden war. Seine Krankheit wird von Lukas, dem Arzt, auf dreifache Weise geschildert: Er hatte schwache Füße, d.h. er war kraftlos. Er war lahm von Mutterleib an, also schon immer. Er konnte nur sitzen, mehr nicht. Eine Elendsgestalt! Oder sah Lukas mehr? Sah er in diesem Mann einen Elenden, dem das Wort Jesu in besonderer Weise galt: "Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid"? (Matth.11,28). Paulus erkannte das innere Verlangen des Lahmen. War er der Erste, in dessen Herz das Evangelium ein Echo fand? Der Hilflose, Unheilbare, der nie etwas selbständig hatte unternehmen können, erfasste, wer Jesus war. Paulus mutete ihm eine Gehorsamsprobe zu, indem er ihn mit lauter Stimme aufforderte: "Stell dich aufrecht auf deine Füße! Und er sprang auf und konnte gehen." Die Versammelten in Lystra erlebten: Wer Glauben hat, dem kann geholfen werden. Darauf hatte Jesus Marta hingewiesen: "Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?" (Lies Matth.9,29.30; Hebr.11,6; Joh.5,24.) - Durch sein Eingreifen stellte sich Jesus erneut zu Paulus und Barnabas. Wollte er es den Heiden mit dieser Wundertat leichter machen, dem verkündigten Wort zu glauben?

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Mittwoch,12.September Apostelgeschichte 14,8-10; Psalm 107,20.

"Der Gelähmte hörte Paulus reden!" Gott gebraucht ganz verschiedene Mittel und Wege, um Menschen zum Glauben zu führen. Der Glaube des Lahmen entstand beim Hören des Evangeliums von dem gekreuzigten und auferstandenen Heiland (V.7). Durch das Hören der Taten Gottes entstand auch in Rahab der Glaube an Gott. "Wir hörten es, und unser Herz zerschmolz, ... denn der Herr, euer Gott, ist Gott im Himmel oben und auf der Erde unten." (Lies Jos.2,8-13.) Unter der Auslegung von Jesaja 53 erwachte in dem äthiopischen Finanzminister lebendiger Glaube. "Philippus tat seinen Mund auf... und verkündigte ihm das Evangelium von Jesus ... und er antwortete und sprach: ... Ich glaube, dass Jesus der Sohn Gottes ist" (Apg.8,26-40). Lydia, der Geschäftsfrau in Philippi, tat der Herr das Herz auf, "dass sie achthatte auf das, was von Paulus geredet wurde. Als sie aber samt ihrem Hause getauft worden war, bat sie und sprach: Wenn ihr davon überzeugt seid, dass ich an den Herrn gläubig geworden bin, so kommt in mein Haus" (Apg.16,13-15; vgl.Vers 30-34). Im Römerbrief spricht Paulus deutlich aus: "Wer den Namen des Herrn anruft, der soll gerettet werden. Wie sollen die Menschen ihn aber anrufen, ohne dass sie an ihn glauben? Und wie sollen sie an ihn glauben, wenn sie nicht von ihm gehört haben? Der Glaube erwächst aus der Verkündigung." "Ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben." Das soll uns ermutigen, Gottes Wort immer und überall weiterzugeben. Wir wollen uns auch nicht scheuen, zum Hören des Wortes Gottes einzuladen. Es ist ein lebendiges Wort, das nicht leer zurückkommt, es will Glauben wirken! (Lies Röm.1,16; 10,13-17; Jes.55,10.11; Eph.6,15; 1.Petr.3,15.)

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Donnerstag,13.September Apostelgeschichte 14,11.12; 1.Korinther 8,5.6.

Wie die Heilung eines Lahmen in Jerusalem (Apg.3,1f), so erregte die Heilung des Lahmen hier in Lystra großes Aufsehen. Das Publikum in Lystra verhielt sich jedoch anders als in Jerusalem, die Menschen reagierten auf ihre griechisch-heidnische Art. Sie hielten Paulus und Barnabas für Götter, die sich in Menschengestalt unter das Volk gemischt hatten. Wenn das stimmte, so folgerten sie, musste ihnen göttliche Verehrung dargebracht werden. Mit Entsetzen erkannten die Apostel, dass die Wirkung ihrer Predigt in eine verkehrte Richtung ausschlug. "Schütteln wir den Kopf über so viel Unglauben oder Aberglauben? Gibt es nicht auch heute viel Menschenvergötterung bei uns? Wie selten wird Gott die Ehre gegeben, doch umso mehr den Helden der Technik oder des Sports und des Films. Handlungsweisen wechseln, aber die Sache bleibt sich gleich" (H.Brandenburg). - Paulus erregte sich nicht, wenn seine eigene Ehre angetastet wurde, wie später in Athen, wo ihn die Philosophen einen "Schwätzer" nannten (Apg.17,18). Aber hier, wo sie ihm und Barnabas göttliche Ehre geben wollten, wehrten sie sich mit allen Mitteln. Wie verhalten wir uns, wenn wir erleben, dass Gottes Ehre angegriffen wird? Sind wir nicht oft viel mehr um unsere Ehre besorgt? Gott allein gehört die Verehrung, der Dank und das Lob, denn "jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts". "Dass niemand mehr von sich halte, als sich's gebührt zu halten, sondern dass er maßvoll von sich halte..." (Röm.12,3.16; Spr.16,17-19). Der Herr Jesus sagt: "Wie könnt ihr glauben, wenn ihr Ehre voneinander nehmt." Es ist heidnisch, wenn wir bei uns selbst oder den Boten hängen bleiben und das wunderbare Tun Jesu uns nicht näher zu ihm führt. (Lies Joh.5,41.44; 7,18; 1.Kor.3,4-8).

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Freitag,14.September Apostelgeschichte 14,15-17; Jesaja 55,6.7.

Paulus und Barnabas hatten große Mühe, die Zeuspriester und das Volk von ihrem Vorhaben abzubringen und ihre Aufmerksamkeit auf den lebendigen Gott zu richten, "der Himmel und Erde und das Meer und alles, was darin ist, gemacht hat". Zum zweiten Mal nahm der Apostel die Gelegenheit wahr, den Heiden die rettende Botschaft von der Erlösung durch Jesus zu sagen. Ihr Anliegen war, dass sich ihre Zuhörer von den falschen Göttern wegwandten, hin zu dem lebendigen Gott. Wir werden an ein Wort erinnert, das Paulus den Christen in Thessalonich schrieb: "Ihr habt euch bekehrt zu Gott, weg von den Abgöttern, um nun ihm, dem lebendigen und wahren Gott zu dienen." Gott hatte in den vergangenen Zeiten die Völker ihre eigenen Wege gehen lassen. Aber auch sie hätten ihn erkennen können, denn auch ihnen hatte er viel Gutes erwiesen. In Vers 17 zählt er es auf: "Er hat euch vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben, er hat euch ernährt und eure Herzen mit Freude erfüllt." Das, was sie von ihren Göttern erbeten hatten, war in Wirklichkeit ein Geschenk des lebendigen Gottes, den Paulus ihnen verkündigte. In Jeremia 14,22 lesen wir: "Ist denn unter den Götzen der Heiden einer, der Regen geben könnte, oder gibt der Himmel Regen? Bist du es nicht, Herr, unser Gott? Und wir hoffen auf dich; denn du, du allein hast dieses alles gemacht." (Lies Jer.10,12-16; Ps.104,24-28.) Wollen wir uns nicht heute einmal wieder bewusst machen, wie viel Gutes der Herr uns beständig tut? Erleben wir nicht tagtäglich seine Freundlichkeit und Güte? "Vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat!" "Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, denn seine Güte währet ewiglich!" (Ps.103,1.2; 106,1; 136,1; 5.Mose 8,10).

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Samstag,15.September Apostelgeschichte 14,19.20; Matthäus 5,10-12.

Paulus hat früh gelernt, dass der Siegesweg der Botschaft Jesu zugleich der Leidensweg der Boten ist. Als die Steine fielen und Paulus unter ihnen zusammenbrach, stand ihm vielleicht in den letzten bewussten Augenblicken eine andere Steinigung vor Augen, zu der er selbst seine Stimme gegeben hatte. "Sie steinigten Stefanus, welcher betete und sprach: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf... Saulus aber willigte in seine Tötung ein" (Apg.7,58-60). War nun auch für ihn das Ende seines Glaubensweges gekommen? Ob auch er in seinem Herzen Gott um Vergebung für seine Peiniger bat? (Lies Matth.5,44-48.) "Sie meinten, er wäre gestorben." Das aber war ein Irrtum. Paulus lebte, und zwar mit ungebeugtem Mut, mit unerschrockener Bereitschaft, den Weg des Evangeliums weiterzugehen. "Ich werde nicht sterben, sondern leben und die Taten des Herrn verkündigen" (2.Sam.22,17-20; lies Ps.56,2-5.10-14). Wie sicher waren die Hohenpriester Hannas und Kaiphas, als sie die Nachricht vernahmen: Jesus ist tot. Aber sie irrten. Am Ostermorgen mussten sie erfahren: Jesus lebt! Immer wieder versuchte es seither der Feind, die Sache Jesu auszurotten, aber nicht er behält das letzte Wort, sondern Jesus! Er ist und bleibt Sieger! Die Pforten der Hölle werden seine Gemeinde nicht überwältigen. Darum wollen wir auch in unseren Tagen nicht verzagt und mutlos werden. Die Sache Jesu geht nicht unter! Sie geht wohl an vielen Orten, wie es auch bei Jesus, ihrem Herrn der Fall war, durch Tod zum Leben, durch Unterliegen zum Siegen. (Lies Luk.10,19; 1.Kor.15,24.25; Offb.15,1-4.) Zu unserer Ermutigung erinnern wir heute an das alte Glaubenslied:

Die Sach ist dein, Herr Jesu Christ, die Sach, an der wir stehn;

und weil es deine Sache ist, kann sie nicht untergehn...

Send Boten aus in jedes Land, dass bald dein Name werde erkannt,

dein Name voller Herrlichkeit! Auch wir stehn dir zum Dienst bereit

zum Dienst in Kampf und Streit.

R.Preiswerk, F.Zaremba

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Sonntag,16.September Apostelgeschichte 14,20-28; Hebräer 3,13.14.

In Derbe, ihrem nächsten Reiseziel, hatten Paulus und Barnabas einen guten Eingang. Sie konnten das Evangelium verkündigen und "viele zu Jüngern machen". Die Reise bis zu dieser Stadt war durch Druck und Leiden gezeichnet. Sollten sie nun nicht auf dem schnellsten Weg nach Jerusalem zurückkehren? Aber sie wählten nicht den direkten und leichten Weg, sondern kehrten noch einmal nach Lystra, Ikonion und Antiochia zurück. Der Mut der beiden Männer ist beeindruckend. Warum nahmen sie das Risiko auf sich, diese Städte noch einmal zu besuchen? Auf diesem gefährlichen Boden, wo die Jungbekehrten lebten, hatten sie eine wichtige Aufgabe: "Sie befestigten die Jünger und ermahnten sie, im Glauben zu verharren, und sagten, dass wir durch viele Trübsale in das Reich Gottes eingehen müssen". (Lies Jes.35,3.4a; Apg.11,22.23.) Auf das Kommen zu Jesus muss das Bleiben bei ihm folgen, das Wachsen in der Erkenntnis des Herrn, das Leben in einer Welt des Widerstandes und der Gefahr. (Lies Eph.3,16-21; Kol.1,9-11; 2,1-7.) - Wenn wir uns in Lystra, Ikonion und Antiochia umsehen könnten, würden wir Tempel, Götzen, Bazarstraßen, Menschenansammlungen sehen, und - wie in unseren Städten - viel Luxus und viel Unmoral finden. Städte ändern sich im Grunde nie. In dieser Welt lebten die Nachfolger Jesu. Sie mussten den Versuchungen widerstehen, die das nahe Zusammenarbeiten und Aufeinanderwohnen mit Andersdenkenden mit sich brachten. - Wie kann man unter solchen Umständen Jesus treu nachfolgen? "Verharrt im Glauben!", sagt Paulus. Als Glaubende können wir uns in Schwierigkeiten an Jesus anklammern, als sähen wir ihn, den Unsichtbaren. Wir brauchen uns nicht unter die Gewalt der Dinge zwingen zu lassen, die so viele Menschen tyrannisieren! "Wie kann ein junger Mann"- ein Christ - "seinen Weg recht gehen? Wenn er sich nach deinem Wort richtet!" "Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwindet!" (Lies Hebr.11,24-26; 6,11.12; 2.Tim.2,20-22.)

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Montag,17.September Apostelgeschichte 14,22; 1.Petrus 5,8-11.

Was die Christen an Paulus mit Schrecken und tiefem Mitleiden gesehen hatten, hatten manche wohl inzwischen selbst erlebt. Deshalb sagten die Apostel ihnen, dass sie durch Bedrängnisse in das Reich Gottes eingehen müssen. Es ist wichtig, dass wir nicht harmlos von der Nachfolge reden. Wer mit dem Glauben an Jesus ernst macht, wird Gegenwind und Feindschaft erleben. Das gehört auch zur Verkündigung. Amy Carmichael schrieb einmal: "Wir besitzen das Versprechen unseres himmlischen Vaters, dass alles, was wir um Jesu willen ertragen, zu einer unvorstellbaren Herrlichkeit führen wird: 'Dulden wir, so werden wir auch mit ihm herrschen' (2.Tim.2,12). Er will jede Form des Leidens in etwas Herrliches verwandeln." (Lies Jak.1,2-4.12; 1.Petr.4,12-16; 1.Kor.10,13). Der Weg zur Herrlichkeit geht für viele "durch Trübsale". Der Herr Jesus sagt: "Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach." "Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen." Durch Schwierigkeiten und Leiden sollen wir uns nicht irremachen und entmutigen lassen. Gottes Wort ruft uns zu: "Fürchte dich nicht vor dem, was du leiden wirst." Das zeigt uns, dass in den Bedrängnissen ein Segen verborgen liegt, der auf keinem anderen Weg zu uns kommt. "Denn davon bin ich überzeugt, dass die Leiden dieser Zeit nicht der Rede wert sind im Vergleich mit der Herrlichkeit, die Gott uns schenken will" (Röm.8,18). "Ihr werdet durch euren Glauben für ein Heil bewahrt, das sich nun bald am Ende der Tage offenbaren soll. Dann werdet ihr jubeln, wenn ihr auch, wo es nötig ist, eine kleine Zeit betrübt seid durch mancherlei Prüfungen und Anfechtungen." (Lies 1.Petr.1,3-9; 2.Kor.4,16-18.)

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Dienstag,18.September Apostelgeschichte 14,24-28; Johannes 4,34.35.

Auf ihrem Weg kamen Paulus und Barnabas wieder nach Perge, wo Johannes Markus sie verlassen hatte. Was wäre ungeschehen geblieben, wenn auch sie vor den Schwierigkeiten zurückgewichen wären? "Sie aber zogen weiter!" (Apg.13,13.14). In Attalia schifften sie sich ein nach dem syrischen Antiochia, "von wo sie der Gnade Gottes anbefohlen worden waren zu dem Werk, das sie erfüllt hatten" (Apg.13,2). "Nun war lebendige Geschichte geworden, was damals nur als Plan oder gar als völlig unbekannte Zukunft vor ihnen lag... Wie ein Wunder musste es ihnen erscheinen, dass sie so weit in die Völkerwelt hinausgelangt waren und dass dort nun wirklich eine erste Lichterkette von Gemeinden Jesu stand" (W.de Boor). Welch ein Reichtum kommt in das Leben, wenn wir Jesus Herr sein lassen und er uns führen kann! (Lies Kol.4,17; vgl.1.Tim.4,16; 2.Kor.4,1-8.) Die Gemeinde in Antiochia hatte Paulus und Barnabas ausgesandt und sie betend begleitet. Nun erzählen sie. Sprachen sie über die Schwierigkeiten? Über die Verfolgungen, die Steinigung? Das alles war in ihrem Bericht enthalten. Aber wir hören vor allem den Klang des Sieges aus ihren Worten heraus: "Sie erzählten alles, was Gott mit ihnen getan und wie er den Nationen eine Tür des Glaubens aufgetan habe." Das Tun Gottes stand im Mittelpunkt ihres Erzählens. Sie brachten der Gemeinde die frohe Nachricht, dass ihre Gebete wunderbar erhört worden waren. (Vgl.Apg.21,17-19; Röm.15,17.18; Ps.145,21; 35,27.28.) "Sie erzählten, was Gott mit ihnen getan hatte." Gott will etwas mit uns tun, er will uns zu Menschenfischern machen. Er braucht Menschen, um an Menschen heranzukommen. Ein Menschenfischer muss bereit sein, sich von Jesu Hand lenken zu lassen, weil er es ist, der etwas mit ihm tun will! So standen Paulus und Barnabas Jesus zur Verfügung, und so wurde der Sieg Jesu in den verschiedensten Situationen auf dieser Reise offenbar. (Lies Jes.45,1.2; 2.Kor.3,5.6; Joh.15,16.)

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GOTTES GEDANKEN - HÖHER ALS UNSERE GEDANKEN

Mittwoch,19.September Psalm 40,6; Jesaja 55,8.9.

Geht es uns nicht wie dem Psalmisten, der über Gottes Gedanken und Pläne staunte, vor allem darüber, dass Gott sie uns kundtut und nichts für sich behält? Die Bibel spricht auch von unseren Gedanken und dass es darauf ankommt, was wir denken. Die Größe der Gedanken Gottes ist gewaltig, noch gewaltiger sein Tun, weil dem Höchsten nichts gleichkommt und er unvergleichlich ist. Der unvergleichliche Gott, der Allerhöchste, der Allmächtige denkt seine Gedanken nicht für sich, wie es die meisten von uns tun, sondern er richtet sie auf uns und unsere Wege. (Lies Ps.92,2-6; 139,6.17.18.) Wir können uns den höheren Gedanken Gottes öffnen. Ein Liederdichter betete: "Sieh, ich öffne dir meine Herzenstür. Komm, erfüll mich ganz, reiner Himmelsglanz." Leider beschäftigen sich unsere Gedanken oft mit unseren Wegen, wir grübeln, wir rechnen, wir vergleichen, wir verklagen. Gottes Absicht ist, uns auf die Höhe seiner Gedanken mitzunehmen und uns auf seinen beabsichtigten Wegen zu führen. Ganz persönlich hat er die Führung jedes Einzelnen von uns in seiner Hand. Habakuk vertraute in schwerer Zeit: "Der Herr ist meine Kraft, er wird ... mich über die Höhen führen" (Hab.3,19). Gott will, dass wir nach seinem Wort unsere oft so menschlichen Überlegungen ablegen, um uns auf seine Höhen führen zu lassen. "Verlass dich auf den Herrn von ganzem Herzen... Er wird dich recht führen." "Gott, dein Weg ist heilig! Wo ist ein so mächtiger Gott, wie du, Gott, bist?" "Gottes Wege sind vollkommen... Gott rüstet mich mit Kraft und macht meine Wege ohne Tadel" (Spr.3,6; Ps.18,31-33; 77,14; lies Ps.20,7.8; Phil.4,6.7).

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Donnerstag,20.September Jeremia 29,11; Psalm 136,23.

Durch den Propheten Jeremia lässt Gott uns wissen: "Ich weiß wohl, was für Gedanken ich über euch habe, Gedanken des Friedens und nicht des Leides, ich will euch Zukunft und Hoffnung geben." Gottes Gedanken bringen einen unerschöpflichen Hoffnungsvorrat zu uns. Gott hat ein großes Ziel mit uns. Dadurch gewinnt unser Leben Sinn. Das macht froh und zieht Kreise, denn nur so haben wir ein mutmachendes Wort für unsere Mitmenschen. - Die Bibel sagt von einzelnen Menschen, die in einer besonderen Not waren: "Gott gedachte an..." Wenn wir eine tiefe Ausweglosigkeit, eine dunkle Stunde erleben, dann denkt Gott trotzdem an uns. (Lies Ps.78,39.52.53; Jes. 63,7-9.) Gott gedachte an Noah, als er sich in der Arche auf dem Wasser befand, scheinbar ausgeliefert dem Sturm und den Wellen. Niemand lebte mehr außer Noah und seiner Familie. Hatten sie keine Angst? "Gott gedachte an Noah und die Tiere auf dem Schiff." Gott hatte sie nicht vergessen - ,"er sorgte, dass ein Wind aufkam, der das Wasser zurückgehen ließ... Am ersten Tag des ersten Monats sahen die Spitzen der Berge hervor." Dann kam der Tag, an dem Noah dem Herrn einen Altar auf der Erde baute (1.Mose 8,1-5.13.20). Die Verbindung zum Herrn riss nicht ab. "Gott sprach zu Noah: Wenn es kommt, dass ich Wetterwolken über die Erde führe, so soll man meinen Bogen sehen in den Wolken ... Darum soll mein Bogen in den Wolken sein, dass ich ihn ansehe und gedenke des ewigen Bundes" (1.Mose 9,13-17). Der Regenbogen am Himmel will uns daran erinnern: Gott denkt an mich. In Jesus Christus hat er einen ewigen Bund mit mir geschlossen. Sein sichtbares Zeichen am Himmel sagt, dass wir ohne Sorgen leben dürfen, auch wenn dunkle Wolken heraufziehen, denn Gottes Bund mit den Seinen ist ein ewiger Bund. (Lies Jes.49,14-16; 54,10; 2.Mose 2,23-25; Ps.103,13.14.)

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Freitag,21.September 1.Mose 19,24-29; Psalm 3,5.

Abrahams Not um Lot war groß. Über Sodom war Gottes Gericht hereingebrochen. "Abraham machte sich früh am Morgen auf an den Ort, wo er vor dem Herrn gestanden hatte." Er fand keine Ruhe. Waren seine Gebete umsonst gewesen? (1.Mose 18,16-33). Gott ließ Abraham nicht allein in seinen Fragen, seiner Angst um Lot, der im Gerichtsfeuer umkommen musste. "Es geschah, als Gott die Städte in der Gegend vernichtete, gedachte er an Abraham und geleitete Lot aus den Städten." Gottes Gedenken entlastete Abraham. (Lies Ps.9,7-11; 34,16.18.) - Weiter lesen wir in der Bibel von Frauen, die in Nöte gerieten, weil sie keine Kinder bekamen. "Gott gedachte" - an Rahel, an Rebekka, an Hanna. Gottes Gedenken hatte schöpferische Kraft: Kinder wurden geboren, durch die Gott Geschichte machte (1.Mose 25,21; 30,22; 1.Sam.1,19b). Umfassende Verheißungen lesen wir beim Propheten Jesaja: "Juble, du Unfruchtbare, und brich in Jubel aus und jauchze... Denn die Kinder der Einsamen sind mehr als die Kinder der Vermählten, spricht der Herr." Gott denkt an die Einsamen und Unvermögenden und wirkt Frucht in ihrem Leben. Er löst seine Gedanken nicht von denen, die ihn suchen. (Lies 5.Mose 4,7; 2.Chron.14,6.10.11; 26,5.) Wenn er seine Gedanken und Pläne an uns erfüllt, entsteht Frucht. In der Bibel heißt es nicht nur, dass "Gott an Noah, an Abraham gedachte", es heißt auch: "Der Herr denkt an uns und segnet uns" (Ps.115,12a; lies Eph.1,3-6). Sein An-uns-Denken bringt Erfüllung und Segen in unser Leben. Wie glücklich macht es, von Gott nicht vergessen zu sein! Wenn ich von niemandem etwas erwarten kann, er will mich segnen. Das will er heute und morgen und auch übermorgen tun. Jede Wohltat, jede Freude, jede Korrektur will mir sagen: Mein Herr denkt an mich.

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Samstag,22.September Epheser 4,24; Philipper 2,5-8.

Gott hat hohe Gedanken für das Leben seiner Kinder. Aus Liebe arbeitet er an uns. Sein Handeln mit uns geschieht nicht aus einer Augenblickslaune heraus und nicht ohne Ziel, er hat einen guten Plan für unser Leben. Das Bild, das er vor Augen hat, wird uns im Kolosserbrief beschrieben: "Der neue Mensch, der erneuert und zur vollen Erkenntnis geführt wird entsprechend dem Bilde dessen, der ihn gemacht hat" (Kol.3,10). - Lukas berichtet von einer kritischen Situation: "Es kam ein Gedanke unter den Jüngern auf, wer von ihnen der Größte sei." Dieser Gedanke ist nicht überholt, immer wieder kommt er auf, auch da, wo eine Gemeinschaft ist, die Gott dienen will. Jesu Gedanken für seine Nachfolger sind anderer Art. "Als Jesus den Gedanken ihres Herzens erkannte, nahm er ein Kind und stellte es neben sich und sprach zu ihnen: ... Denn wer der Kleinste unter euch ist, der ist in Wirklichkeit groß" (Luk.9,46-48; lies Matth.23,5-12; Röm.12,3; Phil.4,8). Großseinwollen, Karrierestreben gehen oft einher mit auf Abwege führenden Gedanken. Der Feind kennt unsere Schwachstellen. Sie haben die verschiedensten Namen. Kurt Scherer schreibt von dem Propheten Elia: "Es hätte bei Elia nahegelegen, dass der Feind ihn mit Hochmut versuchte. Gott hatte sich zu ihm bekannt mit Feuer aus dem Himmel. Aber der Widersacher Gottes wusste, dass er bei Elia nicht mit Hochmut kommen konnte. Er wusste, dass Elia ein demütiger Mann war. Demütige Leute versucht der Widersacher damit, dass er sie verzagt macht." Gottes Gedanken suchen in jedem Fall einen Weg der Umgestaltung. Wenn Elia seinen Weg zurück verfolgt hätte, dann hätte er das Handeln und Eingreifen Gottes in seinem bisherigen Leben erkennen können. Verzagtheit hat oft Vergesslichkeit oder Undankbarkeit zur Folge. (Lies Ps.143,3-10; 19,15.) - Wenn Gedanken Macht gewinnen, die uns zu Hochmut oder Verzagtheit verleiten wollen, verlieren sie ihren Einfluss, wenn wir in Jesus geborgen sind. (Lies Ps.119,25.92.97.98.174.175a.)

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Sonntag,23.September Hebräer 11,17-19; Epheser 3,20.21.

Gottes wunderbare Gedanken und ihre Verwirklichung bei Menschen, die ihm glaubten und sich bittend an ihn wandten, haben wir kennen gelernt. Die Bibel spricht auch über unsere Gedanken und über das, was sie vermögen, wenn sie sich den Gedanken Gottes anschließen. Von Abraham lesen wir: "Abraham dachte: Gott kann auch noch von den Toten erwecken." Dieser Gedanke befähigte Abraham, im Gehorsam den schweren Weg zur Opferung Isaaks zu beschreiten und zu Ende zu gehen. "Deshalb bekam er ihn auch als Zeichen wieder..." Im Römerbrief liegt der Akzent auf der Verheißung: "Abraham hat geglaubt auf Hoffnung, wo nichts zu hoffen war ... Er wurde nicht schwach im Glauben ... Er zweifelte nicht an der Verheißung Gottes durch Unglauben, sondern wurde stark im Glauben und gab Gott die Ehre und wusste aufs allergewisseste: was Gott verheißt, das kann er auch tun" (Röm.4,21). Dieses Beispiel, dass Abraham dachte: "Gott kann!", kann unseren grauen Alltag erhellen. Halten wir uns an dieses Wort "Gott kann!", so werden wir erleben, dass es stimmt: Gott ist ein wirklicher "Könner", er ist "mächtig zu helfen" (Jes.63,1). Er hilft, wenn wir durch Tiefen gehen. Er kann auch für uns aus Steinen Kinder erwecken, Unmögliches möglich machen. "Unser Gott ist im Himmel, er kann schaffen, was er will!" (Lies Ps.33,4-6.18; Jer.10,6; Matth.19,26; Hebr.11,3.) "Gott kann!" Diesen Gedanken darf ich zum Gebet machen. "Gedenke meiner nach deiner großen Barmherzigkeit, Herr, um deiner Güte willen." "Herr, gedenke meiner nach deiner Gnade, die du deinem Volk verheißen hast; erweise an uns deine Hilfe!" (Lies Ps.73,23-28; Hiob 42,2.)

Ist ein Ding unmöglich? Gott erhört Gebet!

Ist kein Ausweg möglich, Gott kann und es geht.

Kannst du den Weg nicht sehen? Gott kann, es wird licht.

Kannst du nicht verstehen? Glaub, was er verspricht.

Gott kann, Gott kann! Nichts ist ihm zu wunderbar!

Gott kann, Gott kann! O vertrau ihm ganz.

H.E.Alexander

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Montag,24.September Jona 2,8; Psalm 80,6.7.12.13.

Auf Hoffnung ausgerichtetes Denken ereignete sich im Bauch des Fisches: "Ich dachte, ich wäre verstoßen von deinen Augen... Als meine Seele in mir verzagte, gedachte ich an den Herrn, und mein Gebet kam zu dir in deinen heiligen Tempel." Das hören wir von Jona, der in hoffnungsloser Lage seine Gedanken zu Gott schickte. Jona wusste kaum, wo er sich befand, und er wusste auch nicht die Tageszeit. Dunkelheit umgab ihn. Aber eines war plötzlich wieder da: Ich kann beten, und Gott wird mich hören. Und Jona erfuhr, dass sein Gebet Gottes Herz erreichte und rührte. "Der Herr sprach zu dem Fisch, und er spie Jona an das Land." - Hat auch dich Dunkelheit überfallen? Fühlst du dich von Gott gestraft oder verstoßen? Denke an den Herrn! Dein Gebet dringt durch die dunkelsten Wolken und dicksten Betonmauern. (Lies Ps.65,3; 89,14-18; 91,15.16; Hebr.10,19-22.) Bist du in Angst - ratlos und voll Unruhe? Denke an den Herrn! Bist du am Ende deiner Kraft? Denke an ihn! "Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der Herr, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, ... Er gibt dem Müden Kraft, und Stärke genug den Unvermögenden... Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft!" Der Herr lässt Anfechtungen zu, aber er zeigt uns auch seine Macht, wenn wir zu ihm aufschauen. Ich mag versagen oder versagt haben - der Herr versagt nie. "Ich sprach wohl in meinem Zagen: Ich bin von deinen Augen verstoßen. Doch du hörtest die Stimme meines Flehens, als ich zu dir schrie. Liebet den Herrn, alle seine Heiligen! Die Glaubenden behütet der Herr!" (Ps.31,23-25; lies Jes.59,1; Klagel.3,54-58). Sein Wort will uns für den heutigen Tag ermutigen:

Ergreif die Hand, die sich dir bietet, vertrau dich Jesu Führung an!

Ist auch mit Wogen überschüttet dein Weg, der Herr spricht doch: Ich kann.

Du sollst erfahren Gottes Liebe, du sollst erfahren Gottes Macht,

wenn nur Vertrauen dir noch bliebe, so bist du sicher Tag und Nacht.

Der Glaubende, er wird erfahren: Ich bin bei dir zu aller Zeit.

Ich bin bereit zu offenbaren all meine Macht und Herrlichkeit.

Diakonissenmutterhaus Aidlingen

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Dienstag,25.September Markus 14,66-72; 2.Chronik 7,14.

Einmal meinte der mutige Jünger Petrus, mit Jesus überallhin gehen zu können. Feige hatte er versagt. Dreimal verleugnete er Jesus. Als er sich an das Wort Jesu erinnerte: "Wahrlich, ich sage dir: Heute, in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen ... fing er an zu weinen." Jesu Worte waren eingetroffen (Mark.14,29-31). Über sich musste Petrus weinen. Wie gut, dass er in dieser Stunde an Jesu Worte dachte! Tiefen der Buße und des Zerbruchs hatte Petrus zu durchleiden, aber der Gedanke an seinen Herrn half ihm und führte ihn zur Umkehr, dass er von seiner stolzen, selbstsicheren und doch so wankelmütigen Art geheilt wurde. Wir sollen nicht denken, dass wir tüchtig aus uns selbst sind, "sondern dass wir tüchtig sind, ist von Gott", schreibt Paulus den Korinthern (2.Kor.3,5; lies 2.Kor.7,9.10; Jes.57,15). Jesus kennt die Gedanken seiner Nachfolger und möchte sie zurechtbringen. Das geschieht vor allem durch sein Wort. "Das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. Kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern es ist alles bloß und aufgedeckt vor den Augen Gottes, dem wir Rechenschaft geben müssen." "Du verstehst meine Gedanken von ferne" (Hebr.4,12.13; Ps.139,1.2). In den Sprüchen wird uns der Rat gegeben: "Verlass dich auf den Herrn von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand, sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen. Halte dich nicht selbst für klug, sondern fürchte den Herrn!" (Lies Ps.37,3-5; 62,9; 146,3-6.)

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Mittwoch,26.September Jesaja 49,4; Hiob 36,5.15.16.

Einen Gedanken, der bei manchen von uns vorkommt, greift Jesaja auf: "Ich dachte, ich arbeite vergeblich und brächte meine Kraft umsonst und unnütz zu, wiewohl meine Sache des Herrn und mein Amt Gottes ist." Pfarrer Walter Lüthi schreibt dazu: "'Ich dachte' - o diese Gedanken! Es ist ja recht, wenn einer nicht gedankenlos lebt. Sicher nicht umsonst hat uns der Schöpfer die Möglichkeit zum Denken geschenkt. Aber wenn wir ehrlich sein wollen, so sind unsere Gedanken doch recht oft eine Last auf dem Weg. Man kann tatsächlich nicht nur zu wenig denken, man kann auch zu viel denken. Dieses 'ich dachte' ist es doch, das uns vorzeitig die Haare grau macht, denn unser Denken ist unser Sorgen! (Lies Ps.127,2; Matth.6,31-34; Phil.4,6.7; 1.Petr.5,7.) Wie ein schleichender Mehltau legt sich die 'Seuche der Fragen' über die Seele des Gottesmannes, der bekennt: 'Ich dachte, ich arbeite vergeblich...' Es ist Gedankenanfechtung, die sich hier meldet, Anfechtung, die uns unseren Dienst überschwer, fraglich und aussichtslos scheinen lassen will, sodass man am liebsten alles an den erstbesten Nagel hängen möchte. Man meint, es nütze ja doch alles nichts, und am Ende tauge man auch gar nicht zur Arbeit für den Herrn. Diese Gedankenanfechtung meldet sich vor allem dann, wenn man tatsächlich einige Male erkennt, dass man ein rechter Stümper ist und Stückwerk liefert. Gott aber antwortet: Hör auf, tiefsinnig zu fragen, und geh frisch ans Werk. Den Willen Gottes tun und in seiner Sache stehen heißt niemals, lauter glänzende Meisterwerke in die Welt zu setzen, deren man sich hernach rühmen könnte. Den Willen Gottes tun heißt: Tue ich's gern, so wird mir gelohnt, tue ich's ungern, so ist mir das Amt doch befohlen." (Lies 1.Kor.4,1.2.9-12; 2.Kor.4,2; 1.Petr.4,10.) An anderer Stelle schreibt Paulus: "Ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn" (1.Kor.15,58).

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Donnerstag,27.September Hebräer 12,3; Matthäus 11,29.

Der Schreiber des Hebräerbriefs ermutigt uns: "Gedenkt an den, der so viel Widerspruch von den Sündern erduldet hat, damit ihr nicht matt werdet und den Mut nicht sinken lasst." An Jesus denken bedeutet uns Hilfe, gibt uns Kraft. An Jesus denken wirkt gegen Ermüdung und Entmutigung. Martin Luther schreibt zu diesem Vers bestätigend: "Nichts ist wirksamer gegen die Sünde und die Versuchung als das Gedenken an Christus, wie es in 4.Mose 21,9 in der ehernen Schlange abgebildet wird. 'Mose machte eine Schlange von Erz und tat sie auf eine Stange. Und es geschah, wenn eine Schlange jemand gebissen hatte, und er schaute auf zu der ehernen Schlange, so blieb er am Leben.' Daher sagt auch Petrus kühnlich: 'Wappnet euch mit demselben Gedanken', und verkündigt, dass Christi Gedächtnis die Waffenrüstung der Seele sei." (Lies 1.Petr.2,21-23; Eph.5,2.) Unsere Gedanken sollen bei Jesus sein. "Ihr Gefährten Christi ... schaut auf Jesus" oder "richtet eure Gedanken auf Jesus" (Hebr.3,1). Ihm wollen wir Einfluss auf unser Denken geben. "Lass das Sinnen meines Herzens wohlgefällig sein vor dir, Herr, mein Fels und mein Erlöser!" "Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne meine Gedanken. Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Weg!" (Ps.19,15; 139,23.24). David sagte: "Wie von Mark und Fett wird meine Seele gesättigt werden, und mit jubelnden Lippen wird mein Mund loben, wenn ich deiner gedenke auf meinem Lager, über dich nachdenke in den Nachtwachen." "Ich erwache und bin noch bei dir." Paulus schreibt den Korinthern: "Wir nehmen jeden Gedanken gefangen und machen ihn Christus untertan" (2.Kor.10,5; 11,3). Wollen nicht auch wir den Kampf um die rechten Gedanken kämpfen? Jesus wird uns beistehen.

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EIN MANN, DER DIE GEMEINDE LIEBTE - EPAPHRAS

Freitag,28.September Kolosser 1,7; 4,12.13; Römer 12,11.

Paulus erwähnt im Kolosserbrief zweimal Epaphras, eine anziehende Gestalt der ersten Christenheit. Wir wissen wenig aus seinem Leben, wissen nicht, ob er alt oder jung war, ob er verheiratet war oder nicht. Stand er im Beruf oder hatte er seinen Beruf aufgegeben, als er in die Nachfolge Jesu trat? Wahrscheinlich hat er, als die Erweckung über Ephesus hinaus die ganze Umgebung erreichte, zum Glauben gefunden. Man nimmt an, dass er der Mann war, der die Gemeinde in Kolossä gründete. Weil er die Gemeinde liebte, wollte er die Gläubigen weiterführen. Sie sollten den ganzen Reichtum Christi und das Wort der Wahrheit kennen lernen. Paulus schreibt von ihm: "So habt ihr's gelernt von Epaphras, ... der ein treuer Diener Christi für euch ist ... Einer von den Euren." Er "machte sich viel Mühe" um die Gemeinde, er war ein unablässiger Beter für sie. Epaphras wäre wohl ein unbekannter Mann geblieben, wenn er sich nicht dem Herrn Jesus zur Verfügung gestellt hätte. Das hat seinem Leben die große Linie gegeben. (Lies 1.Kor.6,20; 2.Kor.3,5.6; 4,1; 6,3.4a.) Im Philemonbrief grüßt Paulus aus der Gefangenschaft in Rom von Epaphras, der sein Mitgefangener in Christus Jesus war. (Lies Philem.23; Gal.6,2.) Diese Kurzbiografie von Epaphras stellt uns persönlich vor Fragen: "Wie weit geht meine Liebe für die Gemeinde? Wie normal ist es für mich, alle Kinder Gottes zu lieben? Was trage ich dazu bei, dass die Einzelnen in ihrem Glaubensleben gefördert werden? Ist das Gebet für die Gemeinde eine Sache, die ich nicht so wichtig nehme, oder nehme ich mir Zeit, für die Gemeinde zu beten? Wenn ich mit anderen über die Gemeinde spreche, rede ich dann von ihren Fehlern, oder spreche ich zuerst davon, wie viel Liebe es dort - noch immer - gibt?" (M.Bönig). (Lies Ps.16,3; Joh.13,34.35; Eph.4,15.16.)

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Samstag,29.September Kolosser 4,12.13; Jakobus 5,16.

Die Gebetsanliegen, die Epaphras hatte, waren beachtenswert. Paulus schreibt von ihm: "Der allezeit in seinen Gebeten für euch ringt, damit ihr fest steht, vollkommen und erfüllt mit allem, was Gottes Wille ist." Wofür beten wir, wenn wir für andere beten? Epaphras betete darum, dass die Kolosserchristen fest standen. Damit ist er ganz in der Spur biblischer Anliegen, wie sie zum Beispiel auch der Prophet Elia für Israel hatte; er rief dem Volk zu: "Wie lange hinket ihr auf beiden Seiten?" - ihr solltet wissen, wohin ihr gehört, und fest stehen. "Es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde." Das Wanken liegt in unserer Natur. Wir können am Morgen hocherfreut über ein Wort des Herrn sein, und schon nach wenigen Stunden haben wir uns wegziehen lassen von dem, was wir festhalten wollten. Paulus betete für die Epheser: "Er möge es euch nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit verleihen, dass ihr stark, fest werdet an Kraft durch seinen Geist am inneren Menschen. (Lies Eph.3,14-19; Ps.16,8; 21,8; 46,5.6; 125,1.) Die Bitte um Festigkeit auf dem Weg der Nachfolge ist ein Gebetsanliegen, das wir vor Gott bringen wollen für junge und ältere Menschen, die zum Glauben gekommen sind. - Das zweite Anliegen war, dass die Kolosser heranreiften, dass sie vollkommen wurden. Das hat Jesus selbst ausgesprochen: "Ihr sollt vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist." (Lies Matth.5,44-48; Kol.3,14; Jak.3,2.) Es lag Epaphras daran, dass die Glaubenden nicht stillstanden, sondern Glaubens- und Gehorsamsschritte taten und so heranreiften nach dem Plan Gottes. "Wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel." (Lies Kol.2,6.7; 1.Petr.1,14-16.)

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Sonntag,30.September Kolosser 4,12.13; Matthäus 6,10.

Das dritte Gebetsanliegen, das Epaphras für die Gläubigen hatte, war, dass sie "erfüllt wurden mit allem, was der Wille Gottes ist". Jesus sagte: "Meine Speise ist die, dass ich tue den Willen dessen, der mich gesandt hat, und vollende sein Werk." "Ich bin vom Himmel gekommen, nicht dass ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat." Ist das nicht oft unser Problem, dass wir den Willen Gottes tun wollen, es uns aber nicht gelingt, weil wir unseren eigenen Gedanken folgen. (Vgl.1.Sam.15,19-22; Matth.7,21; 16,21-23.) Dass der Wille Gottes der Maßstab im Leben der Christen in Kolossä wurde, das erflehte Epaphras mit allem Ernst. (Lies Apg.13,22.36; Hebr.13,20.21.) Paulus schreibt noch von ihm: "Ich gebe ihm das Zeugnis, dass er sich viel Mühe gibt um euch und um die in Laodizea und Hierapolis." Viel Opfer an Zeit, an Kraft hat Epaphras eingesetzt. Wie sehr braucht man im Reich Gottes solche Brüder und Schwestern, die in Liebe und Fürbitte ihre Aufgabe erfüllen. Durch unser Gebet können wir alle mitarbeiten. Wir sollen darauf achten, dass nicht einer an der Gnade Gottes Mangel leide. Zielbewusstes und anhaltendes Gebet kann viel ausrichten. Die Finsternis muss weichen, und Gottes Licht wird in den Einzelnen durchbrechen. Wir wollen uns heute fragen: Bete ich ernstlich für die Einzelnen in der Gemeinde? - Laodizea wird erwähnt, eine der sieben Gemeinden, der Jesus Schuld aufdeckte und die er zur Umkehr aufforderte. War es eine Erhörung der ernsten Gebete des Epaphras, dass der Herr sich ihnen so persönlich zuwandte? (Lies Offb.3,14-23; Kol.4,18; Joh.14,12-14.) Epaphras liebte die Gemeinde in Kolossä. Sein Anliegen war, dass die Glaubenden Tag für Tag von ihrem Herrn gesegnet wurden bis zum herrlichen Ziel. (Lies Eph.6,18.19; Joh.14,12-14.)

zur Verfügung gestellt von: bibel.com der Homepage von Christen für Christen.

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