Auf festem Boden in den Höhen und Tiefen des Lebens – Psalm 40 (Teil 2)

Mittwoch, 1. Oktober

Psalm 40, 1-18

David gewährt uns in Psalm 40 Einblicke in ganz verschiedene Situat ionen seines Lebens. Er zeigt uns in den Versen 1-6, wie er die Höhen und Tiefen seines Lebens bewältigte. Gleich mit dem erst en Satz schaff t er für seine Leser Klarheit, woher er Halt und Hilf e f ür manche unwegsame Wegstr ecke erhielt: »Ich harrte des Herrn, und er neigte sich zu mir und hörte mein Schreien.« Wie ein Schiff mit starken Tauen am Poller im Hafen angebunden ist, so machte David sein Leben bei Gott fest. Die St ürme, die über sein Leben hinwegfegten, konnten ihn nicht aus der f esten Veranker ung bei Gott reißen. Mit ten in den feindlichen Angriffen konnte er sagen: »Ich liege und schlafe ganz im Frieden; denn allein du, Herr, hilfst mir, dass ich sicher wohne« (Ps. 4, 9; lies Ps. 3, 6; 54, 6a; 63, 9; 139, 5). In Vers 7-9 ber ichtet David nun von einer Stunde in seinem Leben, die f ür ihn von besonderer B edeutung wa r: Gott sprach zu ihm – er sprach mi t Got t. Wir erfahren a ller- dings nicht, zu welchem Zei tpunk t oder aus welchem A nl ass dies es Ge spräch stat tfand. »Schlachtopfer und Speisopfer gefallen dir nicht , aber die Ohren hast du mir aufgetan. Du willst weder Br andopfer noch Sündopfer. Da sprach ich: Siehe, ich komme; im Buch ist von mir geschrieben: Deinen Willen, mein Gott, tue ich ger n, und dein Geset z habe ich in meinem Herzen.« Eine merkwürdige Erkenntnis, von der David hier spricht: Gott will keine Opfer? Hat te Gott nicht selber seinem Volk Opfergesetze gegeben? Durch das Dar br ingen der Opfer lernten die Israeliten, die eigene Sünde ernst zu nehmen und die Notwendigkeit der Vergebung und Versöhnung mit Gott durch das Blut des Opfers zu erkennen. Und nun sollen sie plötz- lich nicht mehr gelten?

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Donnerstag, 2. Oktober

Psalm 40, 7-9; JesaJa 1, 13

»Du willst weder Brandopfer noch Sündopfer.« Die Gefahr bestand darin, dass die Opfer gedankenlos, ohne innere Beteiligung, ohne Buße, ohne Glau ben dargebracht wurden. Gott stellt deshalb die Frage: »Was soll ich mit euren vielen Opfer n anfangen? Ich habe genug von euren Schaf- böcken . . . das Blut eurer Opfertiere ist mir zuwider.« Opfer ohne Gehorsam dem Wort Gottes gegenüber, Opfer als Er sat zleistung f ür Gehor sam – auf diese Täuschung geht Gott nicht ein. Vielleicht opf ern wir uns in unserer Arbeit auf, bringen uns hier und dort in chr ist lichen Kreisen ein, aber das erset zt das Horchen und Gehorchen nicht. Im Gehor sam spiegelt sich die Liebe wider. Gott lässt durch Hosea sagen: »Ich habe Lust an der Liebe und nicht am Opf er« (Hos. 6, 6). Gott akzept ier t Gedankenlosigkeit in unserer Beziehung zu ihm nicht. Er wartet auf unsere Liebe. (Lies Amos 5, 22. 23; Micha 6, 6-8; Spr. 21, 3; 1. Sam. 15, 22.) Gott war mit David über diesen P unkt ins Gespräch gekommen. Er hatte ihm erklärt: Es geht mir nicht um Opfer, ich will sie so nicht. Der spr ingende Punkt liegt woanders: »Aber Ohren hast du mir aufgetan – Ohren hast du mir gegraben!« Das bedeutet: Höre auf mich! Gehorche meinen Worten! Ob David Samuels Worte, die er im Auftr ag Got tes an König Saul richtete, kannte? »Was denkst du, worüber freut sich der Her r mehr: über viele Brand- und Schlachtopfer oder über Gehorsam gegenüber seinen Weisungen? Ich sage dir eines: Gehorsam ist wichtiger als das Schlachten von Opfer tieren. Es ist besser, auf den Her rn zu hören, als ihm das beste Opfer zu bringen.« Auf Gott hören und ihm ge horchen, das ist die große Chanc e, die Gott uns g ibt. (Lies Spr. 18, 15; Ps. 85, 9.)

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Freitag, 3. Oktober

Psalm 40, 7-9; Jakobus 1, 22-25

»Schlachtopfer und Speisopfer gefallen dir nicht, aber die Ohren hast du mir aufgetan. Du wi llst we de r Bra ndopfer noch Sündopf er. Da sprach ich: Siehe, ich komme; im Buch ist von mir geschrieben.« »Psalm 40 stellt dem Opf er- dienst die göttliche Grundforderung des Gehorsams entgegen. Mag sein, dass der Psalmist, ehe er durch die in Vers 2 und 3 geschildert e Tiefe hin- du rchmusste, sich mit einer Frömmigkeit begnügte, die sich in der Erfül- lung der Opfer vor schrif ten er schöpf te. Jet zt erkannte er, dass zur rechten Ehrung Got tes anderes not wendig ist, dass nämlich der Mensch mit seinem täg lichen Wollen und Handeln sich ganz unter den Willen Gottes stelle und ihm gehorsam werde. ›Siehe, ich komme‹, das ist Auf bruch zum Gehorsam. Neben der Er fahrung der Tiefe ist es das persönliche Getroffenwerden von Gottes Wort, das David dazu bewegt, diesen Neuanfang zu machen. Die Hingabe an den Willen Gottes, ein hörendes Ohr und ein gehorsames Herz, sind die rechten Opfer« (H. Lamparter). Paulus fordert uns auf : »Gebt euch Gott selbst hin, als solche, die tot waren und nun lebendig sind.« »Weiht euch Got t aus Dankbarkeit für seine großen Erbarmungen, weiht ihm euren Leib als ein lebendiges, heiliges, ihm wohlgef älliges Opfer« (Röm. 6, 12. 13; 12, 1). Die Hingabe an Got t zeigt sich im Gehorsam. Sie ist nicht ein einma- liger Vorgang, sonder n sie muss immer neu praktiziert werden. »Deinen Willen, mein Gott, t ue ich gern.« Das ist das Wichtigste in unserem Leben, dass wir unseren Willen dem Willen Got tes unterordnen, so wie Jesus selber sich dem Vater unterordnete. (Lies Joh. 5, 19. 30; Matth. 26, 39. 42.) »Nimm mein Leben, Jesus, dir übergeb ichs fü r und für. Nimm, Herr, meinen Willen du, dass er st ill in dei nem ruh; nimm mein Herz, mach hier e s schon di r zum Tempel und zum T hron!« (F. R. Havergal)

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Samstag, 4. Oktober

Psalm 40, 7-9; Hebräer 10, 4-10

»Im Buch st eht von mir geschrieben.« Was meint David mit dieser Aussage? Hat er sich selbst erkannt im Licht des Wortes Gottes, sodass er bezeugen konnte: Weil du, mein Gott, zu mir gesprochen hast, t ue ich deinen Willen gern, und dein Gesetz habe ich in meinem Herzen. (Lies Luk. 6, 47. 48; 2. T im. 3, 16. 17.) Im Hebräerbr ief sind diese Worte aus Psalm 40 zitier t. Sie weisen auf Jesus hin : »Er spricht, wenn er in die Welt kommt: Opf er und Gaben hast du nicht gewollt, einen Leib aber hast du mir bereit et . . . Da sprach ich: Siehe, ich komme, dass ich t ue, Gott, deinen Willen . . . Nach diesem Willen sind wir gehei ligt ein f ür all emal du rch da s Opfer des Leibes von Jesus C hr ist us.« Der Heilige Geist erinnerte den Verfasser des Hebräerbrief s daran: Man muss diesen Psalm noch ganz anders verstehen. Hier leuchtet schon das Opfer, das Jesus darbr achte, auf. Nicht nur Ohren, sondern »einen Leib hast du mir ber eitet«. Jesus opferte sich selbst. Sein Gehor samsweg führte ans Kreuz. (Lies Joh. 14, 31; Hebr. 2, 14. 15; 5, 8. 9.) »Nicht mein, sondern dein Wille geschehe«, so betete der Herr in Gethsemane. Wir ver stehen diese Psalm- wor te er st richtig, wenn wir sie als eine Verheißung auf Jesus hin erkennen. In ihm sind sie erfüllt. Zu seinen Jünger n sagte Jesus: »Meine Speise ist , dass ich tue den Willen dessen, der mich gesandt hat , und vollende sein Werk« (Joh. 4, 34). Wenn Jesus von dieser Bereit schaft spr icht: »Deinen Wil- len, mein Gott, tue ich ger ne«, dann will er uns auf diesem Weg mit nehmen. Er ist uns vorangegangen, sodass wir seinen Fußspuren folgen können. »Wer den Willen meines Vater s im Himmel tut, der ist mir Bruder und Schwester und Mut ter« (Mat th. 12, 49. 50; lies Mat th. 4, 18-22; Luk. 5, 4-6). Unser Ja zu seinem Willen ist von Got t geschätzt!

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Sonntag, 5. Oktober

Psalm 40, 7; Jesaja 50, 4-10

»Ohren hast du mir gegraben«, sagt der Psalmist. Ähnlich bezeugte der P rophet Jesaja: »Alle Morgen weckt er mir das Ohr, dass ich höre wie ein Schüler. Got t, der Her r, hat mir das Ohr geöf fnet . Und ich bin nicht unge- horsam und weiche nicht zur ück. Ich bot meinen Rücken dar denen, die mich schlugen, und meine Wangen denen, die mich rauft en. Mein Ange- sicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel. Aber Gott, der Herr, hilf t mir, dass ich nicht zuschanden werde.« Auch in diesen Worten leuchtet das Bild von Jesus auf. Er war dem Vater gehorsam. Sein Ohr war off en für die Stimme des Vaters, gerade auch dann, als er um unseret willen litt und sein Weg in die tiefst en Tiefen führte. (Lies Phil. 2, 6-8; 1. Pet r. 2, 21-23.) Manchmal stehen wir einer Aufgabe gegenüber, vor der wir zurückschre- cken möchten. Jesaja hält in solcher Sit uation daran fest: »Der Herr hilf t mir, darum werde ich nicht zuschanden.« Im Vor wort der Biografie »Wende am Abgr und« lesen wir über die Missionarin Pauline Hamilton: »Es gab Z ei- ten in ihrer Laufbahn, in denen sie unangenehme Aufgaben zugewiesen bekam. Aber immer hat sie sich an ihre Hingabe erinnert und die ihr zuge- teilte Aufgabe er füllt. Es dauer te viele Jahre, bis sie schließlich zu der A rbe it kam, zu der sie ber uf en war und von der sie eine reiche Ernte einbr achte. Sie hatte feste Überzeugungen, war jedoch stets bereit, dem Herrn zu gehorchen, wenn er ihr seinen Willen auch durch Mitarbeiter oder Lebens- umstände deutlich machte. Sie stellte Got t ihr Leben voll und ganz zur Verfügung: ›An jedem Ort – zu jeder Zeit – auf jede Weise – ohne Aus- nahme. Das ist die Bedeut ung von Gehor sam, dachte ich. Das ist es, was Gott von mir will!‹« (Lies 2. Tim. 1, 7. 8; 1. Kor. 16, 13.)

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Montag, 6. Oktober

Psalm 40, 6. 10. 11; 71, 14. 15

David hat eine f rohe Nachricht zu übermitteln. Er muss weitersagen, was er mit seinem Gott erlebt hat. In Vers 6 spricht er von den g roßen Wundern, die nicht zu zählen sind. »Überall sieht er Wunder, die Got t an ihm getan hat. Sie sind so zahlreich und so vielfältig, dass man sie nicht zählen kann. Denken wir nur an das Wunder der Geburt, der Bewahrung und Versorgung während eines ganzen Lebens. Und denken wir besonders an das Wunder, dass wir glauben können, dass Gott in einem geistlich toten Herzen den Schrei nach ihm geweckt hat , an die Wunder de r Vergebung der Sünden, der Rechtfert igung, der Erkenntnis Gott es und seines Sohnes, der Gabe des ewigen Lebens und des Heiligen Geistes, an das Wunder der Gemeinschaft der Heiligen und der Hof fnung der Herrlichkeit« (B. Peter s). Halten wir an dieser Stelle einen Augenblick inne, um Gott zu danken und ihn anzubeten über den Wundern, die er in unserem Leben schon gewirkt hat. »Ich will deine Wunder verkündigen«, sagt David weiter. Aus der erfahrenen Errett ung fließt ganz nat urgemäß der Wunsch, es aller Welt mit zuteilen. (Lies Ps. 18, 50; 22, 23. 26; 119, 46.) Ob wir heute wahrnehmen, welch g roße Sehnsucht nach Got t in unser er Gesellschaft ist? Die Menschen in der Ferne und in unserer unmittelbar en Umgebung brauchen unsere Bereitschaf t, von dem zu erzählen, was wir mit Jesus erlebt haben. »Lasst mich’s erzählen, Jesus zur Ehr, wo ist ein Heiland, g rößer als er?« Er hat mich herausgezogen aus der Gr ube. Er hat meine Füße auf f esten Gr und gestellt. Er hat ein neues Lied, einen neuen Rhythmus, in mein Leben gegeben, davon will ich heute weitersagen. (Lies Apg. 5, 19. 20; Ps. 66, 16.)

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Dienstag, 7. Oktober

Psalm 40, 6. 10. 11; Römer 1, 16. 17 Welche Erfahrungen haben wir gestern gemacht? Bleiben wir dabei: »Ich will mir meinen Mund nicht stopfen lassen, Herr, das weißt du«? Wer oder was will uns den Mund stopfen? Vielleicht hält man uns entgegen: Sieh doch die Chr isten an, wie sie streiten und lieblos miteinander umgehen ! – Oder Erinnerungen an unser Versagen quälen uns, und Sat an, der Ankläger bei Gott, will uns so mundtot machen (Sach. 3, 1; Of fb. 12, 10 ). Doch was bei Jesus bereinigt ist, das ist f ür immer ausgelöscht. Es kann uns nicht mehr hindern, sein Wundertun zu bezeugen. – Fällt es uns schwer, Jesus zu bezeugen, wenn andere uns belächeln oder einfach kein Interesse zeigen? Kommen wir uns aufdringlich vor und schweigen dann lieber? David hatte auch Mühe, den Herrn zu bezeugen. Er musste den Wider stand in seinem Innersten über winden, um sich nicht den »Mund stopfen« zu lassen. Hindert uns die Menschenf urcht: Was denken und sagen die Leute, wenn wir uns als Christen zu erkennen geben? Sind wir zu bequem oder zu ängstlich? Als Petr us und Johannes vom Hohen Rat bedroht wurden und ihnen verboten wurde, im Namen von Jesus zu reden, war ihre freimütige Antwor t: »Wir können’s ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben« (Apg. 4, 20; lies Eph. 6, 14. 15; Apg. 8, 4. 5. 35). Noch einmal wiederholt David, dass er niemals die Erf ahrungen mit seinem Gott v erschwe igen oder verhei mlichen möchte: Vor der ganzen Gem einde erz ähl e ich voll Fr eude, dass auf deine Zusagen Verlass ist . Nicht s kann mich abhal- ten, davon zu reden! Nie will ich verschweigen, wie du uns bef reit hast . Vor der ganzen Gemeinde rede ich von deiner Treue und Hilf e; ich erzähle, wie ich deine Liebe und Zuverlässigkeit er fahren habe.

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Mittwoch, 8. Oktober

Psalm 40, 12; 33, 22

Nachdem David von der unüberbietbaren Größe Gottes, von seiner Gerech- t igkeit , Güte und Treue sprach, kommt er nun mit einer Bitte zu seinem Gott: »Du aber, Herr, wollest deine Bar mherzigkeit nicht von mir wenden; lass deine Güte und Treue allewege mich behüten.« Hier spricht David den tiefen Wunsch aus, von Gottes Gegenwart Augenblick für Augenblick umgeben zu sein. Der Herr kennt ja die Gef ahren des Lebens. Er weiß um die Über raschungen, die unsere Tage plötzlich total verändern können. Deshalb vertraut er sein Leben der barmherzigen Führung Got tes an. Uneingeschränkt hält er an ihm, seinem großen und allmächtigen Gott , f est . »Du umgibst mich von allen Seiten und hältst deine Hand über mir« (Ps. 139, 5; lies Ps. 43, 3-5; 62, 6-9). Ein Missionar schreibt aus Südostasien: »Was aus mir werden wird, weiß ich nicht , nein, ich weiß nicht , was Gott mit m ir hier vorhat. Aber ich lebe in einer großen Gelassenhe it und f ürchte mich nicht. Der Herr ist bei mir, und ich bin bei ihm geborgen. In seiner Gegen- wart halt e ich mich so viel wie möglich auf. Dort kann ich aufatmen, dort komme ich zur Ruhe.« Die Gegen wart Gottes in unserem Leben ist wie ein erfr ischender Bach, der neben unserem Weg fließt. An ihm können wir uns stärken und neue Kraft schöpfen f ür unseren kräft everzehrenden Allt ag. (Lies Ps. 110, 7; Matth. 11, 28; Ps. 66, 20; 1. Chron. 17, 13.) »Das ist ein so schö- ner, gerader Weg, dass wir die Sache, die uns bedrückt , unter vier Augen, mit Got t alleine, abwägen können. Lasst uns aus allem, was uns auf unse- rem Weg begegnet , ein Gebet machen und mit Gott dar über ins Gespräch kommen und die Dinge in seinem Licht, im Licht der Ewigkeit, besehen.«

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Donnerstag, 9. Oktober

Psalm 40, 12; 103, 1-4. 8

David denkt in seinem Gebet an drei Eigenschaf ten Gottes, die er neu erle- ben möchte: Herr, deine Bar mherzigkeit, deine Güte und deine Treue sollen mich begleiten auf allen meinen Wegen. Zuer st bit tet David um Gottes Barmherzigkeit : »Du aber, Herr, wollest deine Bar mherzigkeit nicht von mir wenden!« Schaut man den Begr iff »Barmherzigkeit« genauer an, entdeckt man darin die beiden Worte »Erbarmen« und »Herz«. Hier schwingt die her zliche Zuneigung Gott es zu uns Menschen mit . Sein Herz schlägt voller Erbar men f ür uns! – Mose hatte während seines langen Lebens und in seiner nicht leichten Position Gottes Barmherzigkeit vielf ält ig erf ahr en. Er spricht davon, dass der treue Got t seinen Bund hält und seine Bar mherzig- ke it bis ins tausendste Gl ied denen gew ähr t, di e ihn l ieben und seine Gebote halten. (Lies 5. Mose 7, 7-9.) – Dann folgte eine lange, schmerzvolle Ge schichte des Ungehor sams gegen Gott – bis in die Zeit des E xils. Doch der tr eue Her r erbar mte sich der Seinen und f ührte sie ins Land Israel zurück. In der Zeit Nehemias kam das Volk Israel zusammen, um vor Gott Buße zu t un. Sie hielten Rückschau auf Got tes gnädiges Handeln in jener Zeit , als das Volk des Herrn in der Wüst e unterwegs war. Sie beugten sich unter ihr Versagen, ihren Stolz, ihre Hartherzigkeit und ihren Ungehorsam. Und dann bekannten sie immer wieder beschämt: »Aber du, Gott, vergabst und warst gnädig, barmherzig, geduldig und von großer Güte und ver- ließest sie nicht.« »Nach deiner großen Bar mherzigkeit hast du mit ihnen nicht ein Ende gemacht noch sie verlassen, denn du bist ein gnädiger und barmherziger Got t.« Es lohnt sich, diese bewegende Geschichte der Barm- herzigkeit Gottes nachzulesen in Nehemia 9, 1-31.

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Freitag, 10. Oktober

Psalm 40, 12

In seiner großen Barmher zigkeit hat uns der Sohn Gott es den Weg ins Vater haus Gottes eröff net. Paulus beauftr agt seinen Mitarbeiter Titus, die Christen daran zu er innern: Wir haben Gott es Liebe und Güte erfahren du rch unser en Erlöser und Retter Jesus Christ us. Nicht, weil wir etwas geleistet hätten, womit wir diese Liebe verdienten, nein, seine Barmherzig- keit war es, die uns durch das Bad der Wiedergebur t zu neuen Menschen gemacht hat. (Vgl. Tit. 3, 3-8.) Vergessen wir’s nicht allzu leicht , mit wie viel Bar mherzigkeit sich Jesus uns zugewandt hat? Wann haben wir ihm zuletzt für sein St erben am Kr euz von Golgatha gedankt? – Auch dem Apostel Pet- rus spürt man die Freude und g roße Dankbarkeit über Gott es Barmherzig- keit ab, wenn er an die Chr isten in der Diaspora Kleinasiens schreibt: »Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus! In seinem gren- zenlosen Erbarmen hat er uns neues Leben geschenkt. Weil Jesus Chr istus von den Toten auf erst anden ist , haben wir die Hoff nung auf ein neues, ewige s Leben« (1. Petr. 1, 3). Unse re Rett ung f ür Zeit und Ewigkeit entspringt allein Got tes großer Barmherzigkeit. Seine unerschöpfliche, helfende Liebe ist f ür uns da. – Eines der bekanntesten Lieder von Philipp Friedrich Hiller hat diese Barmherzigkeit Gottes zum T hema: »Ich hatte nicht s als Zorn verdienet und soll bei Got t in Gnaden sein! Got t hat mich mit sich selbst versühnet und macht durchs Blut des Sohns mich rein. Wo kam dies her, warum geschieht ’s? Erbarmung ist’s und weiter nichts.« Für heute und morgen und jeden neuen Tag unseres Lebens gilt: »Die Güte des Herrn ist’s, dass wir nicht gar aus sind. Seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist g roß« (Klagel. 3, 22-24; lies Ps. 103, 13. 17; Dan. 9, 18; Luk. 1, 50).

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Samstag, 11. Oktober

Psalm 40, 12; 17, 6-8

David kommt mit einer zweiten Bitte vor das Angesicht Got tes: »Lass deine Güte allewege mich behüten.« Die Güte Got tes senkt sich aus der Höhe und der Herrlichkeit herab in die T iefe und Dunkelheit dieser Welt. »Die Güte und Menschenf reundlichkeit unseres Heiland-Gottes ist erschienen, heil- bringend allen Menschen« (Tit . 3, 4). Got tes Güte zeigt sich dar in, dass er das Herz des Sünders anrührt und sich mit ihm verbindet. Güte ist der Barmherzigkeit ähnlich, aber während Barmherzigkeit die Herzlichkeit Gottes betont , beleuchtet die Güte Got tes seine vergebende Gnade. Halten wir einige Kennzeichen der Gnade Gottes fest. · Die Gnade ist durch Jesus Christus geworden: »Und von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade. Denn das Gesetz ist durch Mose gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Chr istus geworden« (Joh. 1, 16. 17). · Die Gnade ist mächtiger als die Sünde: »Wo aber die Sünde mächtig geworden ist, da ist doch die Gnade noch viel mächt iger geworden« (Röm. 5, 20). Wie zeigt sich die vergebende Gnade Got tes in Johannes 8, 1-11? · Die Gnade Gottes ermöglicht ein christliches Leben: »Denn es ist erschie- nen die heilsame Gnade Got tes allen Menschen und nimmt uns in Zucht , dass wir absagen dem ungöt tlichen Wesen und den weltlichen Begierden und besonnen, gerecht und f romm in dieser Welt leben und warten auf die selige Hof fnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Heilands Jesus Christus, der sich selbst für uns gegeben hat , damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eif rig wäre zu guten Werken« (Tit . 2, 11-14; lies Kol. 3, 12. 13). · Die Gnade Gottes ist unerschöpflich: »Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, lässt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten« (Ps. 103, 11).

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Sonntag, 12. Oktober

Psalm 40, 12; 5. Mose 32, 4

Eine dritte Bit te äußert David seinem Gott gegenüber: »Lass deine Treue m ich all ewege behüten!« Tre ue bedeutet Festigkei t, Zuv erlässi gk eit, Bestän- digkeit, Sicherheit, Wahrheit . Mit dem, der t reu ist , kann ich rechnen. Seine Zusagen haben Hand und Fuß. Auf sein konkretes Handeln ist Verlass. Von Gott wird gesagt: »Er ist nicht ein Mensch, dass er lüge, noch ein Men- schenkind, dass ihn etwas gereue. Sollte er etwas sagen und nicht t un? Sollte er et was reden und es nicht halten?« (4. Mose 23, 19; lies 1. Sam. 15, 29; Hebr. 6, 18) Was Gott verheißt, das wird er »in Treue«, d. h. ganz gewiss, t un. Wie muss es den Propheten Jeremia ermut igt haben, als er seinem Volk die Zusage des Herrn überbrachte: »Es soll meine Freude sein, ihnen Gutes zu t un, und ich will sie in diesem Land einpflanzen, ganz gewiss , mit meinem ganzen Herzen und mit meiner ganzen Seele« (Jer. 32, 41). E s war damals eine böse Z eit. Der babylonische Herr scher Nebukadnezar st and im Begrif f, Je rusal em z u zerstöre n und die übrigen Jude n (Südreich Isra els) na ch Baby- lon zu verschleppen. Jahrhundertelang hatt e Gott seinem Volk diese Straf- Ve rset zung angekündigt , f ür den Fa ll, dass sie i hm die Treue brächen. Umso erstaunlicher ist , dass der Herr den Treubrüchigen seine Treue nicht ent- zieht: Lies Jeremia 31, 3. 4. 10-12. 20. 31-34. Schon der P rophet Hosea hatte verkündigt: »Ich will mich mit dir verloben f ür alle Ewigkeit, ich will mich mit dir verloben in Gerechtigkeit und Recht , in Gnade und Bar mherzigkeit. Ja, in Treue will ich mich mit dir verloben, und du wirst den HERRN erken- nen« (Hos. 2, 21. 22). In seiner unbegreiflichen Treue lässt der Herr sein Volk nicht f allen. Daran dürf en auch wir uns halten: »Wenn wir unt reu sind – er bleibt treu, denn er kann sich selbst nicht verleugnen« (2. T im. 2, 13).

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Montag, 13. Oktober

Psalm 40, 12; 57, 1-4

»Deine Güte und deine Treue werden mich stets behüten!« Auf allen Wegen, zu jeder Zeit, in jeder Situat ion weiß David sich von dem treuen und zuver- lässigen Gott geschützt und bewahr t. War um kann David so zuversichtlich und sicher sein? Er weiß, dass er ohne die Bewahrung Gottes ein verlorener Mann ist, allen Versuchungen und Gefahren hilflos ausgeliefer t. Wie oft mag er am Tag gebetet haben: »Bewahre mich, Gott, denn ich berge mich bei dir« (P s. 16, 1)! Der Herr kennt die Gefahrenstellen am Weg unseres Lebens. Er wird nicht müde, uns seine Auf merksamkeit zu schenken: · Wenn Satan uns angreift: »Der Herr ist treu, der wird euch stärken und bewahren vor dem Argen« (2. Thess. 3, 3). Welche Methoden der Feind auch einsetzt , der t reue Gott weiß mich zu behüten. Ihm entgeht nicht s, er wird sich f ür mich einset zen. (Lies Dan. 3, 14-28.) · Wenn wir ins Wanken gerat en: »Lasst uns fest halten an dem Bekenntnis der Hof fnung und nicht wanken, denn er ist t reu, der sie verheißen hat« (Hebr. 10, 23). Schnell verblasst unsere Hoffnung, wenn wir ent täuscht werden, wenn unendlich viel Z eit verstreicht , ohne dass sich et was ändert; wenn alles, wofür wir uns einge- set zt haben, im Dunkeln ver sinkt. Dann besteht die Gefahr, dass unsere Schritte ins Wanken gerat en und wir deprimiert am Boden liegen. Dennoch: Wer seine Hoff nung auf Got t setzt, wird nicht zuschanden. (Lies Röm. 5, 5; Ps. 22, 6; 25, 2-5.) · Wenn wir in Versuchung sind zu sündigen: »Er ist ein t reuer Hoher Priester vor Gott, zu sühnen die Sünden seines Volkes. Denn worin er selbst gelitten hat und versucht ist, ver mag er denen zu helf en, die versucht werden« (Hebr. 2, 17. 18). Wir haben einen t reuen Hohen Priester – Jesus. Er weiß, uns in der Versuchung zu bewahren.

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Dienstag, 14. Oktober

Psalm 40, 12; JesaJa 54, 10

Der Her r behütet uns, · wenn die Ver suchung heft iger wird: »Aber Gott ist getr eu, der euch nicht lässt versuchen über eure Kraft , sonder n macht, dass die Versuchung so ein Ende nimmt, dass ihr’s ertragen könnt« (1. Kor. 10, 13). In seiner Treue wacht der Herr über uns und f ühr t das Ende der gef ährlichen Versuchung für uns herbei. (Lies Ps. 94, 18; 18, 7. 17-20; Spr. 2, 7. 8.) · wenn wir einen Sieg im Glauben erlebt haben. Das war ein großer Tag, als Pet rus im Namen der anderen elf das Bekennt nis aussprach: »Du bist der Chr ist us, der Sohn des lebendigen Got tes«, und der Herr ihm zusprach: »Glückselig bist du, Simon, Sohn des Jona; denn Fleisch und Blut haben es dir nicht geoffenbart , sondern mein Vater, der in den Himmeln ist« (Mat th. 16, 16. 17). Und was geschah kurze Zeit später? Wir lesen Matthäus 16, 21-23 und 26, 31-34. 73-75. Wie leicht können wir nach einer wunderbaren Erkennt nis oder Erfahrung kläglich versagen! Aber Jesus gibt uns nicht auf. Er bleibt tr eu. Was uns in seiner Spur hält, ist sein Gebet f ür uns: »Ich aber habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht auf höre« (Luk. 22, 32). · wenn wir resignieren. Kennen wir Zeiten, in denen wir kaum noch glauben können, dass Jesus uns verändert? Dann sollen wir unser Vertr auen nicht wegwerfen: Denn ihr seid verborgen »in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht ist zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung« (1. Kor. 1, 30). Dar um betet Paulus: »Er aber, der Got t des Fri edens, heil ige euch durch und durch und bewahre euren Gei st samt Seel e und Leib unversehrt, untadelig f ür die Ankunf t unseres Herrn Jesus Chr ist us. Treu ist er, der euch r uft; er wird’s auch tun« (1. Thess. 5, 23. 24).

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Durch Glauben gerecht vor Gott – Römer 4, 1-25

Mittwoch, 15. Oktober

Römer 3, 22-24. 27. 28; 4, 1-3

Der Apostel Paulus wird nicht müde, immer wieder zu betonen: Kein Mensch kann sich den Himmel verdienen. Denn darin sind sich die Men- schen gleich: Alle sind Sünder und haben nichts aufzuweisen, was Got t gef ällt. Aber was sich keiner verdienen kann, schenkt Gott in seiner Güte: Er nimmt uns an, weil Jesus Christus uns erlöst hat. Es steht also fest, dass ich nicht wegen meiner guten Taten, die ich Gott vor weise, von meiner Schuld f reigesprochen werde. Gott spricht mich erst dann frei, wenn ich mein Vertr auen allein auf Jesus Christus setze. In Ka pi tel 4 bli ckt Paul us we it z urück ins Al te Te sta ment, um se ine bishe rige Darlegung zu bekr äftigen. Er beruf t sich dabei auf Abraham, den St amm- vater des jüdischen Volkes (»unser Vater nach dem Fleisch«). Im Unterschied zu den Schrif tgelehrten, die von den Leistungen Abrahams fasziniert sind, stellt Paulus de n Patriarchen als Urmodell der Glaube nsgerechtigkeit heraus. Wäre Abraham wegen eigener Leist ungen gerechtfertig t worden, hätte er Grund gehabt, sich etwas einzubilden. Er hätte bei Menschen Ruhm und Anerkennung gewinnen können, nicht aber bei Gott, der du rch die Schrif t spricht: »A bra ha m aber glaubte dem Herrn, und (da s) wurde ihm als Gerech- t igkeit angerechnet« (1. Mose 15, 6). Er war aber in seinem Gottvertr auen nicht per fekt. Es gab so viele Heraus- forderungen und Hindernisse, in denen Abraham sich nicht immer als Mann des Glaubens bewährte: 1. Mose 12, 10-20. Aber Got t hatte ihm sein Wort gegeben: »Ich will dich zum g roßen Volk machen und will dich seg nen . . . und du sollst ein Segen sein . . . und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden« (1. Mose 12, 2. 3). Die Segensspur Gottes reicht bis in unsere Zeit und in unser Leben hinein. (Siehe Gal. 3, 8.) Welche Segens- spuren Gottes kann ich in meinem per sönlichen Leben, in meiner Familie, im Fr eundeskreis, in meinem Beruf erkennen?

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Donnerstag, 16. Oktober

Römer 4, 3-5

Glaube ist stets volles Vertrauen auf das Evangelium. Das hat im Alten Testament bereits einen Vorläufer und Plat zhalter: in der Verheißung . »Gott hat dem kinderlosen Greis eine gewalt ige Nachkommenschaft zugesagt, dazu Land und Segen für alle Völker. Abraham hat Got tes Zusage vert raut, ihm damit alle Ehre gegeben, ihn für wahrhaftig und treu erklärt . Gott ant- wortet seinerseits mit einer Ehrenerklär ung: Abraham ist gerecht vor Got t, vor Got t r ichtig, zu ihm passend, ihm gemäß« (C. Morgner). Es ist dem Apostel aber wicht ig zu betonen, dass kein Mensch von Haus aus ein Freund Gottes ist, sonder n ein »Gottloser«, ein Feind Gottes. Unausge- sprochen wird auch Abraham hier eingereiht (V. 5; vgl. Jos. 24, 2). Er st du rch einen bewussten Glaubensschr itt t rat er in eine ganz per sönliche Beziehung zu Gott ein. »Abraham aber glaubte Gott , und es wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet , und er wurde ›Freund Got tes‹ genannt« (Jak. 2, 23; vgl. 2. Chron. 20, 7; Jes. 41, 8). Wirkliche Freundschaft ist von einem t iefen gegenseitigen Vert rauen geprägt. So konnte der Herr, bevor er Sodom und Gomorra zu vernichten gedachte, sagen: »Sollte ich vor Abraham verbergen, was ich t un will?« (1. Mose 18, 17; vgl. Amos 3, 7) Welch eine vert raute Gemeinschaft kann der Glaubende mit seinem Gott haben und pflegen! »Der Herr zieht ins Vertr auen, die ihn fürchten (wörtl.: des Herrn vert raute Besprechung für die, die ihn f ürchten), und sein Bund dient dazu, sie zu unterweisen« (Ps. 25, 14). Diesen herzlichen Ton des Ver trauens greif t auch Jesus im Gespr äch mit seinen Jüngern auf: »Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete . . . euch aber habe ich Freunde genannt, weil ich alles, was ich von meinem Vater gehört , euch kundgetan habe.« Ob wir bemerkt haben, dass der, der uns als seine Freunde bezeichnet , zugleich unser Herr ist, auf den wir hören und dem wir gehorchen? Zur Vert ief ung: Johannes 15, 12-17.

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Freitag, 17. Oktober

Psalm 32, 2. 10. 11; Römer 4, 5-8

Wenn ein Mensch sein ganzes Ver trauen auf Gott set zt, kann er vor dem Herrn be stehen. Da s spricht a uch Köni g Da vid aus, als er denj enigen »gl ück- selig« nennt , der ohne Gegenleistung von Gott angenommen wird. In Psalm 32, 2-5 wird David sehr per sönlich. Er bekennt , dass es ihm richtig schlecht ging, als er Gott die Treue brach und seine Sünden verschwieg. »Als ich schwieg, zerfielen meine Gebeine durch mein Gestöhn den ganzen Tag.« Dann aber kam der Augenblick, in dem David seine Verfehlungen nicht länger verbarg, sondern sich dem aufdeckenden Licht Gottes stellte und sie dem Herr bekannte. Das g ilt bis heute: »Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er tr eu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns von jedem Unrecht reinigt« (1. Joh. 1, 9; vgl. 1. Kor. 6, 8-11; 1. Joh. 1, 7; Of fb. 1, 5). Wie halten wir es eigentlich mit dem Bekenntnis unserer Sünden? Es geht dabei nicht nur um schwere Delik te, sondern auch um die k leinen Fehlt ritt e. Sie sind wie viele kleine Schmutzflecken auf der Windschutzscheibe, die sich verdichten. Wenn wir die Scheibe nicht säubern, bringen wir uns selbst und andere in Gef ahr. Es geht gewiss nicht darum, dass wir krampf haf t nach Sünden suchen. Der Heilige Geist wird uns zeigen, wo wir schuldig wurden. Das können auch ganz verborgene Sünden sein, die wir noch nicht bemerkt haben. David bet et in Psalm 19, 13: »Verirr ungen – wer bemerkt sie? Von den verborgenen Sünden spr ich mich f rei! « Wir erleben Bef reiung von Schuld nicht nur im Gebet , sondern auch beim Lesen und Überdenken des Wortes Got tes. Jesus spr icht auch uns zu: »Ihr seid schon rein um des Wor tes willen, das ich zu euch geredet habe« (Joh. 15, 3).

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Samstag, 18. Oktober

Römer 4, 9-12

Nachdem der Apostel Paulus in den Versen 1-8 mit dem alttestamentlichen Wor t Got tes begründet hat, dass der Mensch nicht durch gute Werke von Gott angenommen wird, spricht er in den Versen 9-12 die Beschneidung an. Auch sie ist keine Vorausset zung fü r die Recht fertigung. »Mit einer gera- dezu simplen Feststellung ver sucht Paulus, dies zu entkräften: Abraham ist als ›Heide‹ von Got t berufen und zum Segenstr äger gemacht worden, und seine Rechtfert igung (1. Mose 15, 6) geschah längst vor se iner B eschneidung (1. Mose 17, 9-14)« (K. J. Diehl). Deshalb gilt das »Modell Abraham« nicht nur f ür den Juden, sondern auch für die Unbeschnittenen, die Heiden: E s kommt also auf den Glauben an. In einem drit ten Gedankenkreis verdeutlich Paulus, dass auch das Gesetz Gottes niemanden vor Gott gerecht macht. Wir lesen Römer 4, 13-17a. Nach jüdischem Ver ständnis des Alten Testament s gehören Gesetz und Verhei- ßung eng zusammen. Paulus erinnert hier an das Recht und die Grenze des Gesetzes: Nur wenn es Gebote g ibt, wird Unrecht als solches deutlich. Aber mehr als das Unrecht auf zuzeigen, vermag das Gesetz nicht . Es ist keine T herapie, sondern zeigt lediglich den Schaden an. In scharfem Gegensatz dazu betont Paulus den unauflöslichen Zusammenhang von Glaube und Verheißung . Nur wer sein Vertrauen ausschließlich auf die Verheißungen, das Wort und die Gnade Got tes setzt , kann sich mit Recht auf Abraham ber ufen und das ihm verheißene Erbe, den weltweiten Segen, auch auf sich beziehen. Paulus selber kennt diesen scharfen Kontrast zwischen Geset z und Gnade in seinem eigenen Leben. Wir vergleichen Philipper 3, 5-10 mit Epheser 1, 3-7. Gibt es diesen Gegensat z zwischen »Gesetz« und »Gnade« auch in meinem Leben? Welche Veränder ungen kann ich feststellen? Welche Auswirkungen hat ein Leben unter der Gnade meines Her rn Jesus Christus?

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Sonntag, 19. Oktober

Römer 4, 17. 25

Der Glaube Abr ahams hat Modell-C harakte r. Von seinem Vorbild können wir lernen, wie dieser Glaube aussieht und wie er sich konkret zeigt. · Der Glaube steht vor Got t (V. 17). Wie oft stehen wir vor Unmöglichkeiten, vor unfassbaren Schwi erigkei ten, vor ungelösten Fragen und biswei len a uch vor dem Nichts. Wir st ehen im Nebel, wir treten auf der Stelle, weil wir kei- nen Ausweg sehen, weil die Kraft nicht reicht und die Ohnmacht uns immer wieder überwältig t. Von Abraham können wir lernen, unsere Position »vor Gott« einzunehmen. Er ist der ganz und gar Überlegene. Stößt er auf das Nichts, wird Schöpfung daraus. (Siehe Hebr. 11, 3.) Stößt Gott auf den Tod, wird Auferstehung daraus. Welch ein Trost wort r ichtete Jesus an Marta, die tief bekümmer t war über den Verlust ihres Bruders: »Ich bin die Auferste- hung und das Leben. Wer an mich glaubt , der wird leben, auch wenn er st irbt; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubst du das?« (Joh. 11, 25. 26) · Glaube steht vor dem Ret tergot t (V. 25). Je sus wurde wegen unserer Über- tret ungen in den Tod dahingegeben – so erwirbt er uns eine vollg ültige Vergebung. Der Herr wurde vom Tod auferweckt – so erwirbt er uns ewiges Leben. »Wer ist, der verdamme? Chr ist us Jesus ist es, der gestorben, ja noch mehr, der auferweckt, der auch zur Rechten Gottes ist, der sich auch f ür uns verwendet« (Röm. 8, 34; vgl. 1. Kor. 15, 17). Glaubende werden nicht nur für die »ewige« Er rett ung danken, sonder n für die »täglichen« Erret tungen. Denn unser Got t ist ein Gott ret tender Taten. Wenn der Herr uns nicht aus einer Not lage rettet, will er uns in der Bedrängnis einen Freiraum schaf fen, in dem wir durchatmen und Zuversicht gewinnen können. (Lies Ps. 4, 2; 23, 4; 86, 7; 91, 15; Jes. 43, 2.)

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Montag, 20. Oktober

Römer 4, 13-21

An Abrahams Leben können wir ablesen, was der Glaube bedeutet und wie er sich zeigt: · Glaube begeg net dem Wor t Gottes (V. 13. 16. 21). In diesen Versen ist immer wieder von den Verheißungen Got tes die Rede. Was Got t verspr icht, das hält er. Denn sein Wort ist wahr, es ist »siebenmal geläutert«. Es ist voll- kommen, durch und durch rein wie pures Gold. Gottes Wort bleibt selbst dann noch, wenn Himmel und Erde vergehen werden (Matth. 24, 35). Während einer Silvesterf reizeit schenkte Gott einer jungen Frau, die an ihrem Arbeitsplatz heftig gemobbt wurde, eine Zusage, die es in sich hat: »Siehe, ich wirke Neues! Jetzt sprosst es auf. Erkennt ihr es nicht? Ja, ich lege du rch die Wüste einen Weg, St röme durch die Einöde« (Jes. 43, 19). Ermutigt und gest ärkt kehrte sie in ihre Arbeitswelt zurück. Aber es verän- derte sich nicht s. Und doch begann sich im Verborgenen etwas Neues im Herzen der Frau zu regen. Im Auf blick zu ihrem Herrn Jesus Christ us lernte sie – of t unter Tränen – ihr e Situat ion anzunehmen und Got t zu vertr auen t rot z Fragen, ungelöster Probleme und zweifelnder Gedanken. So hatte sich Gottes Wort anders als erwartet erfüllt. Es ist von unschät zbarem Wert, dass sein Wort in unseren Herzen t iefe Wurzeln schlägt. Nach zehn Jahren etwa veränderte der Herr auch die schwierige äußere Lage, indem er jener Frau einen anderen Arbeit sauf trag »ver mittelte«. Gewiss kann Gott in kürzester Zeit aus einer uner träglichen Sit uation her ausf ühren. Manchmal aber dauert es (sehr) lange, vielleicht sollen wir auch unter einer Last bleiben. In allen Wechself ällen des Lebens geht es zuerst und immer wieder darum, dass wir nicht problemorient iert , sondern verheißungsorient ier t leben. Gottes Wort hat g roße Kraf t, es hat neu schaf- f ende Kraf t und eine uner müdliche Tragkraft. (Vgl. Ps. 33, 4; Jes. 55, 11; Jer. 23, 29; 1. Thess. 2, 13; Hebr. 4, 12.)

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Dienstag, 21. Oktober

Römer 4, 16-18

Der Glaube in Abrahams Leben war g roßen Spannungen ausgesetzt. Abra- ham lebte zwischen Verheißung und Erfüllung: · Glaube ist angefochtener und sieghafter Glaube Seit ihrer E heschließung hatten Abraham und seine Frau Sara die Not der Kinderlosigkeit zu tragen: »Sarai aber war unf ruchtbar, sie hatte kein Kind« (1. Mose 11, 30). Der Herr aber gab Abraham schon im chaldäischen Ur sein Wor t: »Ich will dich zu einer großen Nat ion machen, . . . in dir sollen geseg- net werden alle Geschlechter der Erde« (1. Mose 12, 2). Die Zeit verst rich und mit ihr anscheinend auch die Zusage Gottes. Abrahams Glaube war angef ochtener Glaube. In einem langen Gespräch vergewisserte der Herr Abraham seines Wort es, indem er sein Versprechen sogar mit einem Bünd- nis bekr äftigte (1. Mose 15, 1ff ). Doch die Erfüllung der göttlichen Verhei- ßung ließ auf sich war ten. Auf Anregung seiner Fr au beschloss Abraham, Gott ein wenig »nachzuhelfen«. Wir lesen 1. Mose 16, 1-4a. 15. 16; 17, 1. Welch eigenm ächt iger Weg! Was mag in den 13 Jahr en zwische n der Geburt Ismaels und dem er neuten Erscheinen Got tes bei Abraham geschehen sein? Der Bibeltext schweigt. Doch, Gott sei Dank, gibt es Vergebung für Wege des Ungehorsams. Das ist der Grund dafür, warum weder Römer 4, 13f f noch Hebr äer 11, 8ff die Treulosigkeit Abrahams erwähnen. »Du hast mir Arbeit gemacht mit deinen Sünden . . . Ich, ich bin es, der deine Verbrechen auslöscht um meinet willen, und deiner Sünden will ich nicht gedenken« (Jes. 43, 25). Gottes Vergebung löscht aber nicht unbedingt die Folgen eines Ungehor sams aus. Wie viel Not hat Abrahams Übergr iff in seiner Familie ausgelöst ! Und doch steht der Herr zu seinem einst gegebenen Wort (1. Mose 17, 6. 7. 18. 19). »Gott aber ist treu, der nicht zulassen wird, dass ihr über euer Vermögen versucht werdet, sonder n mit der Versuchung auch den Ausgang schaf fen wird, so dass ihr sie ert ragen könnt« (1. Kor. 10, 13).

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Mittwoch, 22. Oktober

Römer 4, 18-25; hebräer 11, 11. 12

Abraham ist kein Glaubensheld. Dies zeigte sich auch daran, dass er, leise zweifelnd, vor dem Herrn lachte und in seinem Herzen sprach: »Soll mir mit hunder t Jahren ein Kind geboren werden, und soll Sara, neunzig Jahre alt, gebären? Und Abraham sprach zu Gott: Ach dass Ismael möchte leben blei- ben vor dir! Da sprach Got t: Nein, Sara, deine Frau, wird dir einen Sohn gebären, den sollst du Isaak nennen, und mit ihm will ich meinen ewigen Bund aufrichten und mit seinem Geschlecht nach ihm« (1. Mose 17, 17-19). So lässt Abraham sich neu auf Gottes Zusage ein. Abr aham stüt zte sich mit seinem schwachen Glauben auf den st arken Her rn und sein machtvolles Wort. Sollt e der Her r, der durch sein Wort die Schöpfung aus dem Nicht s ins Dasein rief, nicht auch in der Lage sein, »das Nichtseiende wie Seiendes« im Leben von Abraham und Sara zu rufen? Das Wort des Herrn ist von höchs- ter schöpfer ischer Kraf t. Darum schauten sie in dem Unmöglichen Got tes Möglichkeiten und im Erstorbenen Got tes Macht, »der die Tot en lebendig macht«. Wir sind nicht Abr aham, aber wir kennen denselben Gott. Wir haben sein Wort – sogar noch unzählige Verheißungen mehr als Abraham. Wir wissen, dass sich das Gesetz und die Propheten in Jesus Christus erf üllt haben (Matt h. 3, 15; 5, 17). Wir glauben daran, dass der Herr um unserer Recht- fert igung willen gekreuzigt, gestorben und von den Toten auf erst anden ist. Wir rechnen damit, dass Jesus Christus wiederkommen, dass er auch unsere sterblichen Leiber auf erwecken wird und wir allezeit beim Herrn sein werden. Ja, wir sind »gesegnet mit jeder geistlichen Segnung« (Eph. 1, 3). Wollen wir uns diesem nicht mit allem, was wir sind und haben, neu an ver trauen und mit seinem Sieg rechnen? (Lies Joh. 16, 33; 1. Joh. 5, 4; Off b. 3, 21.) der Herr ALLein ist Gott – Aus dem LeBen eLiAs

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(Teil 1)

Donnerstag, 23. Oktober

1. Könige 16, 29-33

Bei der Beschäftigung mit dem Propheten Elia ler nen wir einen Mann kennen, dessen Charakt er auf dem Amboss seiner Zeit geformt wurde und in deren geschichtlichen Zusammenhang ver woben war. Es gilt für ihn in besonderem Maß, dass wir ihn nur wirklich kennenlernen werden, wenn wir diesen Hint ergrund berücksichtigen. »Wer ist Elia? Eine Stimme Gottes, ein Stur m- und Warn vogel vor dem aufziehenden Gewitter des Gerichts. Er br ach hervor wie ein Feuer, und sein Wort brannte wie eine Fackel . . . Got tes Hand hat diese Fackel in Brand gesteckt und dazu benüt zt, um über das abgött ische Regime des Königs Ahab und seiner Fr au Isebel das Ur teil zu sprechen. Dreit ausend Jahre trennen uns von dieser Zeit. Aber es ist der- selbe Gott , der auch heute noch Gewalt hat über alle, die auf Erden wohnen, und vor dem tausend Jahre sind wie der Tag, der gest ern vergangen ist und wie eine Nachtwache. (Vgl. Ps. 90, 4; 2. Pet r. 3, 8.) Deshalb ist, was dieser Mann Gottes zu sagen hat, so akt uell wie nur je. Elia begegnen heißt dem lebendigen Gott begegnen« (H. Lamparter). Gott hat immer wieder in Menschen, in denen er sein göt tliches, umgest al- tendes Werk tun konnte, ein heiliges Feuer entzündet. Der Prophet Elia war so ein Mann. Begabt mit einer selt enen Geisteskr aft und er grif fen von hei- ligem Feuer für die Ehre seines Gottes. (Vgl. Luk. 12, 49.) Brennt in unseren Herzen dieses kraft volle Feuer, oder schwelt in der Tiefe unseres Seins nur noch ein glimmender Docht? Der Herr will ihn zu neuer Flamme entfachen. (Dazu Jes. 42, 3.) Elia, der Tischbiter, kam aus einem Ort, der ver mutlich T ischbe hieß, aber völlig unbekannt ist . Er kam sozusagen aus dem Nichts, aber mit dem Ziel, einen wicht igen Beitrag zum Plan Got tes f ür sein Volk zu leisten. Dazu hat te Gott ihn erwählt . (Vgl. 1. Kor. 1, 27; Jak. 2, 5.)

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Freitag, 24. Oktober

JesaJa 42, 17; 2. chronik 16, 7-10

Drei Könige (Saul, David, Salomo) hat ten das Volk Israel über hundert Jahre regier t. Am Ende der Herrschaft szeit Salomos brach ein Bürgerkrieg aus, der das Land in zwei Königreiche teilte: das Nordreich, auch Israel genannt , und das Südr eich, das oft Juda genannt wird. Das geteilte Reich währte etwa 200 Jahre, bis fr emde Eroberer in beide Königreiche einfielen und zuerst die Bewohner des Nordreichs nach Assyr ien, dann Jahr zehnte später die Bevölkerung des Südreichs nach Babylon in die Knechtschaf t f ührt en. (Vgl. 5. Mose 28, 32-42.) Wenn wir die Geschichte Israels während der Königszeit lesen, finden wir immer wieder, wie Got t das Leben seines Volkes, besonders aber das der Verantwort ungst räger, beurteilte. So müssen wir auch den Satz verstehen, der vielen Königen Isr aels im geteilten Reich zugeordnet ist: »und sie taten, was dem Herrn missfiel« . Die neunzehn Könige des Nordreichs werden aus- na hmslos alle so chara kter isi ert, während e s i m Südre ich acht gottlose Her r- scher gab. Erschreckend und ernüchternd zugleich! Mit ten hinein in diese Verhältnisse schickte Got t die P ropheten, um sowohl die Regenten als auch die Bewohner zu r Buße und Umkehr zu Gott zu rufen. Viele dieser P rophe- ten wurden nicht nur missachtet , sonder n auch aufs Heft igste verfolgt . Man wollte nicht mehr auf Got tes Stimme hören! Der Göt zendienst war an die St elle des Got tesdienstes get reten. Es war vor allem Jerobeam, der erste König des Nordreiches, der den f urchtbar en Götzenkult installiert hatt e. (Siehe 1. Kön. 12, 26-33.) Die Herr schaft des Bösen begann in den Herzen der Regenten und setzte sich im Herzen des Volkes fort. Sie err eichte ihren Höhepunkt, als Ahab den Thron bestieg und aus polit ischen Gründen Isebel, die Phönizierin, zur Frau nahm. Es ist von großer Bedeutung, was im Her- zen eines Einzelnen vorgeht. Dazu: 5. Mose 23, 10; Ps. 34, 17; 1. Petr. 3, 10-12.

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Samstag, 25. Oktober

1. Könige 16, 30. 31; oFFenbarung 2, 20-23

Mitt en in dieser abgrundtief en Gottlosigkeit erscheint nun E lia. Wie aus dem Nichts taucht er in der St unde null der Geschichte Israels auf. So han- delt Gott! Er ist ein Got t der kleinen, unscheinbar en Dinge und Menschen. (Vgl. Jes. 25, 4; 60, 22; Luk. 19, 17.) Und doch leuchtet Elia wie ein heller Ster n der gnädigen Zuwendung Gottes in der Finst ernis auf. Drei Dinge fallen bei der Beschäft igung mit seiner Per son auf:

1. Sein Name

Elia heißt: »Jahwe ist mein Gott.« Allein der Name Elia stellte alles gott lose Leben im Volk Gottes inf rage. Er trat auf mit dem Anspruch: »Gott allein ist der Her r. Er ist der einzig wahre Gott. Sein Name ist Jahwe.« (Lies 5. Mose 4, 35; 6, 4; 32, 3.)

2. Seine Herkunft

Tischbe ist zwar unbekannt, aber wir wissen, dass es in der Nähe von Gilead lag. Diese Gegend war ein r aues, karges Land. Elias Auft reten passte da ganz gut hinein. Schon seine Erscheinung fiel besonders auf. Sie deutet auf eine kernige Persönlichkeit hin: Lies 2. Könige 1, 7. 8. Genau diesen Mann wollte Gott in einer Z eit gebrauchen, wo es nicht um diplomatische Schach- züge gehen sollte, sondern um Geradlinigkeit, Deutlichkeit und Klarheit.

3. Sein Stil

Elia f ührt seinen Auftr ag schlicht, eindeutig und ernsthaft aus. Er ist ein Mann der klaren Wor te, einer, der »vor Gott steht« und nicht vor Menschen buckelt. Ein Bote Gottes, der sich dem Gehor sam Jahwe gegenüber ver- pflichtet hat . Er ist tief geprägt von Gottes Heiligkeit und Gerechtigkeit, dass er mit großem Er nst die Str afgerichte Got tes ankündigt. Es ist eine unglaublich schwere Aufgabe. Aber Elia kann dies t un, weil er von Gott gesalbt und bevollmächt igt ist . (Vgl. Spr. 12, 17; Mat th. 5, 37.)

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Sonntag, 26. Oktober

Hesekiel 22, 30; Jeremia 5, 1

Zwei wicht ige Einsichten können wir aus dem Leben Elias f ür unsere Nach- folge gewinnen: · Gott sucht Menschen mit »Steh-Ver mögen«. Der Her r braucht solche, die genug Rückgrat haben, um not falls auch allein dazustehen, die mut ig genug sind, of fen die Wahrheit zu sagen. Gott sucht solche, die sich nicht vor anderen Göt tern beugen, sondern dem Einzig- Einen treu bleiben und mit Wort und Tat bezeugen: Gott allein ist Got t! – De nken wi r z. B. an die dre i Freunde Daniel s. Trotz g roßem Druck und unter Androhung der Todesst rafe knieten sie nicht nieder vor dem riesigen Göt- zenbild, das König Nebukadnezar hatte anfer tigen und aufst ellen lassen. Außer sich vor Zorn stellte er Schadrach, Meschach und Abed-Nego zur Rede. Sie aber ant wor teten klar und fest: »Ob unser Gott , dem wir dienen, uns er retten will – sowohl aus dem brennenden Feuerofen als auch aus deiner Hand, o König, wird er uns erret ten – oder ob nicht: es sei dir jeden- falls kund, o König, dass wir deinen Göttern nicht dienen und uns vor dem goldenen Bild, das du aufgestellt hast, nicht nieder werfen werden« (Dan. 3, 17. 18; vgl. 1. Kor. 16, 13). · Menschen Got tes bleiben Menschen. (Vgl. Jak. 5, 17. 18.) »Elia bleibt bei allem Mensch wie wir. Er r ingt mit dem Zweif el, mit der Anfechtung, mit den Fragen des Herzens und seiner Zeit . Er leidet an Gottes Schweigen, an Gottes Verborgenheit, an Gottes Warten. Er kämpf t nicht nur f ür Gott und um sein Volk. Er ringt mit sich selbst. Er ist kein Held, kein Idol des Glaubens. Er hat Angst, er bangt um sein Leben. Nicht s Mensch liches ist ihm fremd. Aber das Feuer, das in ihm brennt , ist stärker« (W. Pf endsack). Es ist das Feuer jenes Geistes, von dem Chr istus gesagt hat: »Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen, und wie wünschte ich, es wäre schon angezündet« (Luk. 12, 49)!

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Montag, 27. Oktober

1. Könige 16, 29 - 17, 16

Hier begegnen sich zum ersten Mal zwei Männer, deren Lebensregeln g rund verschieden sind. Elia – ein Mann, der vor Gott steht, der sich nicht am Urt eil der Menschen or ientiert, der unabhängig und frei von allen f alschen Bindungen und Rücksichten lebt. Ahab – ein König, der in seiner Regierungszeit mehr Böses tat als alle anderen Könige zuvor (V. 33), ein Mann, der den Glauben an den lebendigen Gott eingetauscht hat te gegen den Baalskult. Welch ein Kontrast! So interessant auch die Beschäf tigung mit diesen beiden Männern sein mag, wir wollen unsere Augen auf den r ichten, der über beiden steht. Wir wollen uns f ragen, was uns die Bilder aus Elias und Ahabs Leben über den lebendigen Gott sagen. Vier Gedanken sollen uns dabei leiten:

1. Gott bleibt Gott

Ahab unter nahm den fatalen Ver such, neben Gott den Baalskult zu prakt i- zieren. Das war seine eigentliche Sünde. Als Her rscher war er äußerst erfolgreich. Man könnte beinahe von einer Glanzzeit Israels reden. Aber Gott ur teilt anders über ihn. Ahabs Wege gefallen dem Herrn nicht . Er ist ein Verf ührer im großen Stil. Das Ganze wird gekrönt durch die Heirat mit Isebel, der phönizischen Königstochter (V. 31). Sie bringt nicht nur ihren Götterglauben mit , sondern auch 450 P ropheten des Baal und 400 Prophe- ten der Aschera (1. Kön. 18, 19). Der Religionsvermischung sind Tor und Tür geöff net wie nie zuvor. Doch Gott bleibt Gott. Man kann ihn ignorieren, aber nicht abschaffen. Er sagt von sich selber: » Ich bin der Herr , dein Gott.« (Lies 2. Mose 20, 3-5.) Wir dür fen uns in unserer multireligiösen Welt an ihn und sein gutes Wort halten. »Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüf t die Geister, ob sie aus Gott sind! Denn viele falsche P ropheten sind in die Welt hinausgegangen« (1. Joh. 4, 1). Der Heilige Geist schenkt uns Durchblick und Kraft , dem Her rn t reu zu bleiben.

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Dienstag, 28. Oktober

1. Könige 17, 1. 2

Wenn Gott nicht mehr in der Mitte ist, gerät unser Leben über ku rz oder lang aus den Fugen. Das kann ganz schnell passieren, z. B. wenn wir mehr auf unser Lebens- und Er folgsprogramm setzen als auf seine Macht und Stärke. Es geschieht auch dann, wenn wir seinem Wort keinen wirklichen Raum mehr in unserer Lebens- und Arbeitswelt geben. (Dazu 5. Mose 30, 2; Ps. 119, 69; 1. Kön. 2, 4.) Ahab und das Volk Gottes haben den Herrn konse- quent aus ihrem Leben weggedrückt. Das taten sie allerdings nicht unge- st raft! Eine g roße Dürre sollte über das Land kommen. E lia sagt unver- blümt, was Gott Jahrhunderte zu vor angekündigt hatte: 5. Mose 28, 24. 25. Gottes Gerichtshandeln wird so zu einer erschütter nden Gewalt! Bis heute gilt: Gott erhebt Anspr uch auf unser ganzes Leben. Er will keine Randfigur sein. »Gottes Wort will alle Räume unseres Lebens, in denen wir uns bewegen, mit seinem Gericht (Rechtsprechung) und seiner Verheißung tref fen. Sobald wir einen Bezirk vor ihm verschließen, kann es auch in allen anderen Bezirken nicht mehr wirken« (H. J. Iwand). (Lies Röm. 6, 13; 12, 1. 2; 1. Petr. 2, 5; 4, 17.)

2. Abfall von Gott bringt Tod

Die Abwendung von Jahwe erfolgte bei Ahab nicht von einem Tag auf den anderen. Lange Zeit schien alles von Er folg gekrönt zu sein – aber eben auf Kosten der Beziehung zu Gott. Das Wichtigste, die E hrf urcht vor dem Herrn und Hingabe an seinen Willen, spielten keine Rolle im Leben des Königs. Bis dann Elia auf trat und das kurz bevorstehende Gericht Got tes ankün- digte. Seine Bot schaf t schien vermessen zu sein angesicht s des mächtigen Herrschers und seiner kaltblütigen Frau. Aber der Prophet war ein Mann des Gebets. So konnte er in der Kraft Got tes wirken (Jak. 5, 17). Wie sonst hätte er diesen schweren und f ür ihn l ebe nsbedrohli che n Auft rag des Herrn erfül- len können?

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Mittwoch, 29. Oktober

1. Könige 17, 1-6

Elia hat te Gott um sein Eing reifen gebeten; darum dass er dem Ganzen Einhalt gebieten möge. Der Prophet ist sich gewiss, dass Got t das t un wird, und so t rägt er seine Botschaf t unerschrocken im Königspalast vor. Er weiß: Gott , der verdr ängt werden sollte, schaltet sich nun mit mächtiger Hand ein. Dieser Got t hat unzählige Mittel und Wege, um sich in Er innerung zu rufen. Hier verschließt er den Himmel wie eine eherne Wand. Gott behält seine Menschen immer in seiner Gewalt , und diese Umklammerung kann man nicht einfach abstreifen wie ein Kleidungsst ück. Was er hier in Israel tat , schien zunächst unbedeutend zu sein, doch das stolze Reich des Ahab t reibt durch dieses Ger icht unweigerlich auf die Kata- st rophe zu. Ahab hat vermutlich gelacht und gespottet über die Gerichts- worte Elias. Aber langsam musste auch er zugeben, dass die große, jahre- lange Dür re wirklich begonnen hatte. »Die große Dü rre stellt sich ein, so oder so, sobald wir Got t verdrängen und die Quelle des Lebens verlassen« (H. Lampar ter).

3. Gott kennt die Seinen

Wir lesen Psalm 37, 18. 19; 44, 22; 103, 14. Das erf ährt der Prophet hautnah. Trotz allen Ernstes, der uns aus den Elia-Geschichten entgegenkommt, gibt es auch eine sehr tröstliche Seite. Gott kümmert sich um ihn in herzlicher Für sorge. Er zeigt Elia einen Ort, an dem er mit ten in der existenziellen Gefahr geborgen sein kann und durchkommen wird. »Auch wenn ich wandere im Tal des Todesschattens, f ürcht e ich kein Unheil, denn du bist bei mir; dein Stecken und dein Stab, sie trösten mich« (Ps. 23, 4). Gott es Gegenwart und Nähe ist unser Schut z. Der Herr ist uns g nädig zugewandt, sodass wir mitten in den Schwierigkeiten unsrer Nachfolge zuversichtlich leben können. (Vgl. Ps. 31, 24; 145, 20; Jud. 24.)

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Donnerstag, 30. Oktober

1. Könige 17, 2-14

Elia gehorcht nicht nur einmal, sondern immer wieder den Anweisungen Gottes. Jetzt soll er außer Landes fliehen. Inzwischen lässt auch schon Ahab nach ihm fahnden. Aber er konnte nicht aufgespür t werden, weil Got t ihn verborgen hatt e. Wer Gott gehor cht, ist bei ihm geborgen. (Siehe Spr. 2, 8; Joh. 17, 12; 2. Thess. 3, 3.) Wundert es uns nicht, dass Elia, während das Land verdor rt und die Menschen verhungern, reichlich f risches Wasser und genügend Nahrung hat? Die Raben sind Gottes Kellner, die dem Propheten Tag für Tag zweimal den Tisch decken. Aber jeden Tag aufs Neue war dies eine Glaubensprobe für Elia: Ob sie auch heute wiederkommen? Elia lebt von der Hand in den Mund. Aber es ist Got tes Hand, nicht seine, die ihm den Mund stet s aufs Neue f üllt. Wie viele unsrer Sorgen kreisen um unsere t äglichen Bedürf nisse. Gott will uns hier sagen, dass wir das Sorgen besser ihm überlassen, denn sein Auge sieht auf die, die ihn f ürchten (Ps. 94, 18. 19). – Eines Tages war allerdings auch der Bach Kr it vert rocknet. Was nun? Elia hatte sich einer neuen Herausforderung zu stellen. Gott lässt ihn einen anderen Weg der Rettung wissen. Wieder war er mit einem Auf bruch in »Neuland« verbunden. Elia gehorcht dem Befehl Got tes. Der Weg, den Gott i hm nun wei st, schei nt al lerdings sehr me rkw ürdig zu sein und nicht beson- der s ermutigend. (Vgl. Spr. 1, 33; Apg. 5, 29; 1. Sam. 15, 22.) Zarpat , eine kleine phönizische Stadt zwischen Tyr us und Sidon, liegt et wa 160 Kilome- ter vom Bach Krit entfernt . Dort hin sollte Elia gehen, aber nicht als der Gebende, sondern als ein Bit tender. Dafür braucht man Demut . In Zarpat sollte er erleben, dass Gott Wunder für seine Auserwählten tut. Glauben wir, dass Gott auch für uns heute ein Wunder tun kann?

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Freitag, 31. Oktober

1. Könige 17, 10-16

Welch merkwürdiges Geschehen! Die Witwe in Zarpat stand im Begrif f, f ür sich und ihren Sohn die »Henkersmahlzeit« zuzubereiten. Von ihr soll Elia Unter stüt zung bekommen? Sollte er nicht besser umkehren? Aber wohin? Wenn der Herr uns eine scheinbar unsinnige Anweisung g ibt, ist es nicht angebracht, darüber zu diskutier en, ob sie auch angemessen ist , sondern wir tun gut daran, uns im Gehorsam und Vert rauen zu üben. Elia wagt die Gehorsamsschrit te. Diese heidnische Frau, die bereit war, ihren let zten Bissen mit dem Propheten zu teilen, lehrte diesen und uns, dass Teilen – auch unter schwierigsten Bedingungen – nicht ärmer macht. Gott selber f üllte ihre Mehlt ruhe und ihren Ölkrug, bis der Regen wiederkam. Hier hat der lebendige Gott mit seiner Schöpferkraf t in das Leben dreier Menschen mit st arker Hand eingegrif fen. Elia erlebt e aufs Neue: »Erkennt doch, dass der Herr seine Heiligen wunderbar f ühr t« (Ps. 4, 4).

4. Gottes Versorgung ist umfassend

Was die kleine Hausgemeinschaf t in Zarpat erlebte, war das absolute Kon- trastprogramm zu Ahabs Erfahr ungen. Er hatt e alles gehabt , was man sich nur wünschen kann, aber er hat den lebendigen Got t verdr ängt, jet zt leidet er Hunger. Um ihn herum gibt es kein blühendes Land mehr, sondern nur Wüste, so weit das Auge blickt. Sie hatten nicht s mehr. Auch Elia hatte nichts als nur Got tes Wor t, und sie waren dennoch mit Gott zusammen reich. Wer mit Gott vor dem Aus steht, hat eine Quelle, die nicht ver siegt, und eine Speise, die sich nicht verzehr t. Gott bleibt ihm treu in fürsorg- licher Zuwendung. Dabei geht es nicht nu r um die physischen Bedürf nisse des Menschen. Gott will besonders unseren inwendigen Menschen bewah- ren vor Darben und Verderben. (Dazu Ps. 34, 9; Eph. 3, 16; 2. Kor. 4, 16-18.)

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