Montag,1.Oktober Prediger 2,22.23; 5.Mose 28,67.
Wenn wir unsere Zeit kennzeichnen wollten, könnten wir Unruhe als ein hervorstechendes Merkmal nennen. Woher kommt sie? Viele Menschen haben die Ewigkeit verloren. Sie müssen deshalb alles aus diesem Leben herausholen, was nur geht. Unruhe wird auch hervorgerufen durch die zahlreichen Veränderungen in allen Lebensbereichen. Wir leben in einer Zeit des Traditionsabbruches. Deshalb ist der Wechsel das einzig Beständige. Und der ständige Wechsel verunsichert. Dazu kommt eine Fülle von Angeboten. Habe ich wirklich das Beste gewählt? Sollte ich nicht doch noch umsteigen? Morgen kommt noch etwas Besseres heraus, das ich haben sollte. All das schafft viel Unruhe, und für manchen wird es zur Not, dass er nicht mehr zur Ruhe kommen kann. Im Wort Gottes dagegen finden wir, dass Gottes Ziel für sein Volk Ruhe ist. Vielleicht verbinden wir mit Ruhe Schlafen, Nichtstun oder auch Langeweile. Doch Gott meint damit nicht Eintönigkeit. Er hat uns berufen zu einem Arbeiten aus der Ruhe heraus, die aus der inneren Geborgenheit bei ihm kommt. (Lies Ps.62,2.3.6-9.) Eigentlich begleiten Unruhe und Unfrieden den Menschen schon seit dem Sündenfall. Zu dem Brudermörder Kain sagte Gott: Gejagt und gehetzt musst du von jetzt an umherirren. Der Mensch muss sich seinen Unterhalt mit Mühe erarbeiten. Indem er viele Güter anhäuft, sucht er sein Leben zu sichern (1.Mose 4,12; lies Hiob 14,1; Ps.39,7; Luk.12,19). Auch die Völkerwelt ist von Unruhe geprägt und wird immer wieder durch Kriege ins Chaos gerissen. Als seine Kinder hat Gott uns mitten hinein in die Unruhe und das Chaos dieser Welt gestellt. Weil er bei uns ist, können wir in den Stürmen immer wieder ruhig werden und bei ihm geborgen sein. Seid stille und erkennt, dass ich Gott bin. (Lies Ps.46,1-12; 93,2-4; Jes.43,1.2.)
Dienstag,2.Oktober 2.Mose 14,10-15; Jesaja 7,1-9.
In dieser Welt der Unruhe erwählte sich Gott ein Volk und berief es zur Ruhe, die aus dem Vertrauen auf ihn kommt. Das galt gerade auch in Krisensituationen. Beim Auszug aus Ägypten, als Pharaos Heer den Israeliten mit seinen Kriegswagen nachjagte, sagte Mose: Fürchtet euch nicht, tretet hin und seht, was für ein Heil der Herr heute an euch tun wird. Der Herr wird für euch streiten, und ihr sollt stille sein. Dass bei Gott Ruhe nicht Passivität bedeutet, wird gleich im Anschluss daran deutlich: Der Herr sprach zu Mose: Was schreist du zu mir? Sage den Kindern Israel, dass sie ziehen. Das Vertrauen auf den lebendigen Gott befähigte sie, in dieser ausweglosen Lage vorwärts zu gehen. Durch Glauben gingen sie durch das Rote Meer wie über trockenes Land (Hebr. 11,29). In einer Krisensituation, die Juda 738 v. Chr. erlebte, zogen zwei verbündete Heere gegen Jerusalem, um es einzunehmen. Dort regierte der gottlose König Ahas. Doch Gott ließ ihm in seiner Bedrängnis durch den Propheten Jesaja ausrichten: Hüte dich und sei ruhig, fürchte dich nicht, und dein Herz verzage nicht. Gott forderte ihn zur Ruhe des Vertrauens auf und versprach, ihm zu helfen. Ahas aber vertraute lieber auf seine eigenen Pläne als auf die Zusage Gottes. Er rief die Assyrer ins Land, die Israel in den folgenden Jahren bedrohten und viel Unruhe bereiteten (Jes.36; lies Ps.118,8.9.13; Hebr.11,6). Bei Ahas wird deutlich, dass wir ohne Vertrauen die innere Ruhe in Krisensituationen nicht haben können. Gott will uns die Geborgenheit bei sich schenken, wenn wir mitten in unseren Nöten mit seiner Hilfe rechnen. "Ich glaube aber doch, dass ich die Güte des Herrn sehen werde im Lande der Lebendigen." Werft euer Vertrauen nicht weg, das eine große Belohnung hat. (Lies 2.Kor.1,8-10; Ps.4,9; 17,7-9; 27,1-3.13.)
Mittwoch,3.Oktober Jesaja 30,15.16.21; Römer 8,14.
Durch Umkehr und Ruhe könnt ihr gerettet werden; im Stillesein und im Vertrauen liegt eure Stärke. Aber ihr wollt nicht, sondern ihr sprecht: Nein, wir wollen auf Rossen dahinfliegen. Das sagte Gott seinem Volk, als sie von den Assyrern bedrängt, ein Militärbündnis mit den Ägyptern abschlossen. Sie setzten auf Bündnispolitik und Rüstung, aber nicht auf ihren Gott. Lieber folgten sie ihren eigenen Plänen und lehnten Gottes Angebot ab, sich seiner rettenden Führung anzuvertrauen. Sie warteten nicht auf seinen Rat (Ps.106,13; lies Spr.1,5; 12,15). Wie schnell wählen auch wir eigene Lösungen und meinen, das sei sicherer. Vielleicht sind wir ungeduldig und scheuen die Wartezeit, bis Gott uns antwortet. Wir sind versucht, voreilig zu handeln und dadurch in geistlichen Leerlauf zu geraten. Vielleicht redet Gott dann nicht mehr, und wir machen keine Erfahrungen mehr mit ihm. Er scheint uns weit weg zu sein. Zweifel an Gottes Wort stellen sich ein. Die Diagnose Gottes vom Zustand seines Volkes lautete damals und wohl auch heute: Du bist müde geworden von der Menge deiner Wege, hast aber nicht gesagt, es ist vergeblich (Jes.57,10). Das Gegenteil von ratlosem Umherlaufen ist nicht Untätigkeit, sondern eine mit fragendem und hörendem Gebet gefüllte Stille... Wir sind Christen in dem Maße, in dem wir dauernd ein Zwiegespräch mit Christus führen, in dem wir innehalten und fragen: Was ist Gottes Wille? Wohin weist sein Auftrag jetzt? Das Gebet öffnet uns den Zugang zum Empfang von Gottes Anweisungen, es ist ein vertrauliches Gespräch mit Gott (K. Bockmühl). Unser Vater will uns durch sein Wort und seinen Geist führen. "Ich will dir den Weg zeigen, den du gehen sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten" (Ps.32,8). Machen wir doch so viel wie möglich von diesem Vorrecht Gebrauch! (Lies Jes.28,26.29b; 48,17.18; Luk.2,25-27; Apg.16,6.7.)
Donnerstag,4.Oktober Jeremia 6,16; Hebräer 3,18-4,2.
Israel suchte sein Glück weiterhin bei fremden Göttern. Sie vergaßen ihre Tradition, ihre Geschichte mit Gott, und sie wollten nicht mehr mit ihm leben und sich an ihm orientieren. Da forderte der Prophet Jeremia das Volk auf: Tretet auf die Wege, seht und fragt nach den Pfaden der Vorzeit, wo denn der Weg zum Guten sei, und geht ihn. So werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Aber sie sagen: Wir wollen ihn nicht gehen. Die Umkehr zu Gott und zu seinem Willen würde ihnen Ruhe verschaffen. Doch die Abkehr von Gottes lebensfördernden Geboten bewirkt Unruhe und Chaos, damals wie heute. Wie viel Unfrieden und Not kommen in eine Familie, wenn zum Beispiel das Gebot Du sollst nicht ehebrechen! missachtet wird. Und wie verheerend wirkt sich das auf die nächste Generation aus! Der Teufel, der Durcheinanderwerfer, hat Freude daran, wenn Unruhe und Chaos herrschen. Deshalb setzt er beides gezielt ein. Er ist ja der Menschenmörder von Anfang an. Gott ist der "Gott des Friedens". "Er aber, der Herr des Friedens, gebe euch Frieden allezeit und auf alle Weise" (Joh.8,44; 2.Thess.3,16; lies 1.Kor.14,33). Gottes Ziel für Israel war Ruhe und Frieden. Doch wegen ihres Unglaubens kam die Generation, die aus Ägypten gezogen war, nicht in das verheißene Land. (Lies 5.Mose 1,21.26-32; vgl. 4.Mose 13,25-14,45.) Um die Ruhe zu erlangen, von der in Hebräer 4 gesprochen wird, ist Vertrauen auf Gottes Treue nötig, dass er seine Zusagen hält. Doch sie konnten nicht in die Ruhe eingehen wegen ihres Unglaubens. Das gehörte Wort half jenen nicht, weil es durch die Hörer nicht fest mit dem Glauben verbunden wurde. Gott freut sich, wenn wir ihn beim Wort nehmen und mit seinen Verheißungen rechnen. Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen? (Lies Hab.2,4; Mark.5,35.36; 11,24; Joh.3,15-18.)
Freitag,5.Oktober Hebräer 4,3-11; Johannes 15,5.
Es ist also noch eine Ruhe vorhanden für das Volk Gottes. Denn wer zu Gottes Ruhe gekommen ist, der ruht auch von seinen Werken, so wie Gott von den seinen. Ein erstaunliches Kennzeichen der Menschen, die in Gottes Ruhe eingegangen sind, wird hier genannt: Sie ruhen von ihren Werken, wie Gott am Sabbat geruht hat. Das heißt: Wir sind gerecht vor Gott durch Glauben an das vollbrachte Werk Jesu. Wir müssen unser ewiges Heil nicht selbst erwirken und damit von der Unruhe geplagt sein, ob unsere guten Taten vor Gott ausreichen. Wir dürfen uns dankbar freuen an der vollkommenen Erlösung, die Jesus am Kreuz vollbracht hat, und darin Ruhe finden, wenn unser Gewissen uns verklagen will. (Lies Röm.3,24.28; 5,1.2; 1.Kor.1,18; Hebr.9,14; 10,12-14; 1.Joh.3,20.) Für unseren Alltag bedeutet das Eingehen in seine Ruhe: Jesus vertrauen, dass er durch seinen Heiligen Geist in uns wirkt. Durch ihn leitet und korrigiert er uns, wehrt und ermutigt er uns. Er zeigt uns, was wir tun sollen. In Johannes 15 beschreibt Jesus, was diese Ruhe bedeutet, wenn er sagt: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben; wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun. Die Rebe empfängt alles vom Weinstock, getrennt von ihm verdorrt sie. Unsere Aufgabe ist es, mit Jesus verbunden zu bleiben, in seiner Gemeinschaft zu leben und zu arbeiten. Daraus entsteht Frucht, die er in uns wirkt. Vertrauen heißt, dass ich mich ganz auf den verlasse, der mir Geborgenheit und Lebenskraft schenkt (H. Bärend). Die Verbundenheit mit Jesus macht uns nicht passiv, sondern wir können unsere Arbeit nun in tiefem Frieden tun, weil wir innerlich geborgen und verankert sind bei ihm. (Lies Joh.14,27; 16,33; Röm.15,13.)
Samstag,6.Oktober Johannes 15,7; Epheser 3,16-20.
Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, mögt ihr bitten, was ihr wollt, so wird es euch widerfahren. Vielleicht kämpfen wir mit Problemen, richten aber nichts aus, sondern reiben uns auf. Es ist besser, uns selbst und alles Notvolle schon beim Anflug eines sorgenvollen Gedankens Jesus zu überlassen. Was uns beunruhigt, können wir ihm sofort im Gebet übergeben und erwarten, dass er uns leitet und hilft, weil wir so eng mit ihm verbunden sind wie die Rebe mit dem Weinstock. Als Hudson Taylor, dem Gründer der China-Inland-Mission, dies aufgegangen war, schrieb er an seine Schwester: Das Schönste ist die Ruhe, die das Einssein mit Christus bringt. Ich sorge mich um nichts mehr, seit mir das klar ist; denn er ist fähig, seinen Willen durchzuführen, und sein Wille ist der meinige. Es kommt nicht darauf an, wohin und in welche Umstände hinein er mich sendet, denn er muss mir doch in der leichtesten Lage seine Gnade schenken, und in der schwierigsten lasse ich mir an seiner Gnade genügen. Es macht meinem Diener wenig aus, ob ich ihn schicke, das Billigste oder das Teuerste einzukaufen. In beiden Fällen rechnet er mit meinem Geld und bringt mir das Gekaufte. Darum, wenn Gott mich in große Verlegenheit bringt, muss er mir da nicht ganz klare Leitung, in schwierigen Lagen viel Gnade, unter erdrückenden Verhältnissen und in Versuchungen viel Kraft schenken? Keine Furcht, dass seine Hilfsquellen der Not nicht gewachsen wären! Und seine Hilfsquellen gehören mir, denn er gehört mir, ist bei mir und wohnt in mir. Das alles quillt aus dem Einssein des Gläubigen mit Christus, und wie glücklich bin ich geworden, seit Jesus so durch den Glauben in meinem Herzen wohnt! (Lies 2.Kor.12,7-10; Gal.2,20; Phil.1,9-11; 2,13; Hebr.13,21.)
Sonntag,7.Oktober Matthäus 11,20-26; 26,39-42.
Als Jesus sagte: Ich preise dich, Vater!, wurde deutlich, dass sich Israel von ihm nicht zur Buße rufen ließ. In den Orten, in denen die Menschen die meisten seiner Taten erlebt hatten, blieb alles beim Alten. Auch die geistlichen Führer seines Volkes, die Weisen und Klugen, die die Schrift kannten, standen gegen ihn. Hier zeichnete sich schon ab, dass sein Volk seinen Messias verwerfen wird. Wie reagierte Jesus darauf? Er pries Gott, dass er sich den Kleinen und Unmündigen zugewandt hatte, und sprach: Ja, Vater! Das Ja zum Vater durchzog sein Leben. Wie immer der Vater ihn führte, Jesus war in Übereinstimmung mit dem Willen des Vaters. Im Ja zum Willen des Vaters liegt auch für uns Ruhe und innerer Friede. Im Nein dagegen reiben wir uns auf und unser Herz wird voll Unruhe und Unfrieden. Wollen wir nicht in die Fußspuren unseres Herrn treten und im Blick auf die Not, die uns die Ruhe rauben will, wie Jesus "ja, Vater" sagen? Du hast die Not hineingeordnet in mein Leben. Zu deiner Zeit kannst du sie wieder wegnehmen. Ich vertraue dir. (Lies 2.Sam.16,5.6.10; Ps.40,9.) Bei Jesus rechnen wir selbstverständlich damit, dass er zustimmte, wie Gott ihn führte. Aber er war auch ein Mensch wie wir, als er auf der Erde war. Schmerz empfand er mindestens so tief wie wir. Doch er selbst lebte in der Ruhe, die aus seinem unerschütterlichen Vertrauen zum Vater kam. Deshalb konnte er sagen: Ja, Vater, denn so hat es dir wohlgefallen. Jesus erwartet von uns heute nichts, was er nicht selbst praktiziert hat. "Lasst uns unverwandt hinblicken auf Jesus, der seinen Erdenweg im Vertrauen begann und im Vertrauen vollendete. (Lies Hebr.12,2.3; 1.Petr.2,21-23; Ps.16,8.)
Montag,8.Oktober Matthäus 11,27-30; Jeremia 31,33.
Niemand kennt den Sohn als nur der Vater; und niemand kennt den Vater als nur der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will. Kennen bedeutet in der Sprache der Bibel: Mit jemandem in Gemeinschaft leben. Der Vater lebt in Gemeinschaft mit dem Sohn und der Sohn lebt in Gemeinschaft mit dem Vater. Jesus will die Mühseligen und Beladenen in die Gemeinschaft, die er mit dem Vater hat, hineinnehmen. Er lädt sie ein, an diesem Vorrecht teilzuhaben: Ich will euch Ruhe geben." Jesus verspricht denen Ruhe, die sich umsonst abmühen, um es Gott und Menschen recht zu machen. Sie müssen ihr ewiges Heil nicht durch fromme Leistung erarbeiten. Nehmt auf euch mein Joch, sagt er ihnen. Zur Zeit Jesu war Joch ein Bildwort für das Gesetz. Die Schriftgelehrten hatten zu dem von Gott gegebenen Gesetz noch ihre eigenen Gesetze hinzugefügt und es dadurch für die Menschen zu einer schweren Last und zu einem harten Joch gemacht. (Lies Matth.15,1-9; 23,4.13.23.) Aber das Joch, das Jesus auflegt, ist leicht. Seine Gebote sind nicht schwer (1.Joh.5,3). Wer sich mit Jesus unter sein Joch stellt, wird von ihm mehr getragen, als dass er selber trägt. Er trägt unsere Last und gibt uns seinen Geist als Beistand, der es uns leicht macht, Gottes Willen zu tun. So erfüllt sich, was Gott durch den Propheten Jeremia ankündigte: "Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und es in ihren Sinn schreiben." Seit Pfingsten steht uns Gottes Gebot nicht mehr als Forderung von außen gegenüber, sondern sein Geist motiviert und stärkt uns, dass wir Gottes Willen tun können. "Wir werden die Erfahrung machen, dass Jesu Joch sanft ist und keine Schwielen hinterlässt. Nur wenn wir in anderer Richtung ziehen, reiben wir uns wund und verlieren Frieden und Ruhe" (O.Sanders). (Lies Hes.36,26.27; 11,19.20; Ps.68,20.21.)
Dienstag,9.Oktober Matthäus 11,29.30; 2.Korinther 10,1a.
Auf dem Weg mit Jesus müssen wir nicht von Anfang an schon alles können. Es gibt einen Wachstumsprozess. Jesus fordert uns auf: "Lernet von mir!" Vor allem Sanftmut und Demut sollen wir von ihm lernen, so werden wir Ruhe finden. Sanftmut und Demut sind das Gegenteil von Selbstverwirklichung. Wer sich selbst verwirklichen will, lebt nach dem Ellbogenprinzip. Wer für sich selbst lebt, kann nie genug bekommen und dreht sich beständig um sich selbst. Das führt zum Stress (F.Vogel). Durch Gottes Geist können wir freundlich und ohne Aggressivität reagieren, bei Beleidigungen für den beten, der uns Not bereitet, einem unangenehmen Menschen etwas zuliebe tun. Dann betrüben wir den Heiligen Geist nicht durch ein Verhalten, das Jesus nicht entspricht und unser Gewissen belastet. So bleiben wir im Frieden Gottes. (Lies 1.Petr.2,21-23; Eph.4,30-32; Kol.3,14.15.) Die Last unvergebener Schuld ist es, die uns am meisten in Unruhe und Unsicherheit treibt. Doch "die Strafe lag auf ihm, auf dass wir Frieden hätten". Deshalb dürfen wir jede Gewissenslast bei Jesus abladen und ihn bitten: "Vergib mir meine Schuld" (Jes.53,5; lies Ps.32,1-5; 51,3-6). Wenn wir so im Vertrauen auf den Herrn Jesus leben, bedeutet das nicht, dass wir unantastbar wären, nicht mehr verletzt und angefochten werden könnten, nicht mehr in Stress geraten könnten. Aber wir sind geborgen in ihm und verankert in ihm. Auf diese innere Verankerung kommt es an. Ohne sie sind wir wie ein Boot, das von den Wellen hin- und hergeworfen wird und schließlich kentert. Stürme wird es in unserem Leben immer wieder geben, doch wir können sie vertrauensvoll im Gebet vor Jesus bringen. Bei ihm kommt unser Herz zur Ruhe. (Lies Phil.4,5-7; Ps.57,3.4.)
Mittwoch,10.Oktober 1.Petrus 5,7; Psalm 55,23.
Mitten in den Sorgen unseres Alltags können wir verankert und geborgen sein bei Jesus. Er lädt uns ein, im Vertrauen darauf zu leben, was er für uns am Kreuz getan hat und was er täglich für uns tun will. Der Evangelist F.Vogel berichtet von einem besonderen Erleben: Ich war voller Unruhe. Die Einladungszettel waren gedruckt, und ich rechnete mit einer vollen Stadthalle. Aber wenn diese Gruppe aus Amerika nicht kommen würde? Ich hatte seit Monaten nichts mehr von ihnen gehört. Nun war es so weit. Ich fuhr in diese Großstadt und bewegte während der Fahrt drei Probleme: Würden die Amerikaner da sein? Würde ich das CVJM-Haus in der Innenstadt finden? Und das dritte Problem: ein Parkplatz in der City. Ich war in Spannung und innerer Aufregung. Dann erlebte ich, dass Gott alles wunderbar vorbereitet hatte. Ich fuhr in Richtung Hauptbahnhof', ordnete mich irgendwo rein 'zufällig' links ein in Richtung City. Plötzlich sah ich die vier großen Buchstaben CVJM. In dem Augenblick als ich ankam, fuhr gerade ein Auto, das vor dem Haupteingang des CVJM geparkt hatte, weg. Ich hatte einen Parkplatz. Und dann erlebte ich das dritte Wunder. Als ich ausstieg und mich umsah, kam die amerikanische Gruppe mir entgegen. Ich hätte mir alle Unruhe und den Stress ersparen können. Diese Erfahrung war für mich ein erneuter Ruf zum völligen Vertrauen. Wir müssen einer neuen Generation nervöser Christen zeigen, dass die Kraft im Zentrum des Lebens, in Jesus liegt. Eile und Lärm sind Zeichen von Schwäche. Die Ewigkeit ist leise, die Welt ist laut. Unser Beschäftigtsein mit der Zeit ist ein Zeugnis vom Mangel unseres Glaubens (A.W.Tozer). - Jesus will aus uns Menschen machen, die mitten in der Unruhe unserer Zeit verankert und geborgen sind in ihm. Er schenkt uns Ruhe! (Lies Ps.31,15.16; 33,1.21.22; 37,5; 138,3.6-8.)
Donnerstag,11.Oktober Philipper 2,1-5; Johannes 13,34.35.
Während Paulus sich im Gefängnis in Rom befand, machte er sich Gedanken darüber, wie er den Christen in Philippi weiterhelfen konnte auf dem Weg der Nachfolge. Es war ihm ein Anliegen, dass sich ihr Lebensstil veränderte, dass das neue Leben in ihrem Alltag sichtbar wurde. Zuerst stellt er ihnen einige Fragen: Helft und ermutigt ihr euch als Christen gegenseitig? Seid ihr zu liebevollem Trost bereit? Spürt man bei euch etwas von der Gemeinschaft, die der Heilige Geist schafft? Verbindet euch herzliche und mitfühlende Liebe? Weil Paulus die Stolperstellen auf dem Weg der Nachfolge kannte, bat er: Macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und einträchtig seid. Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst. Sind wir bereit, uns solchen Fragen zu stellen? (Lies Gal.5,26; Röm.12,10; Hebr.10,24.) Was hat sich in unserem Leben seit unserer Bekehrung verändert? Vielleicht fällt die Bilanz mager aus. Das soll uns aber nicht daran hindern, Jesus zu bitten: Verändere du mich in allen Bereichen meines Lebens. Bestimme du mein Denken, meine Worte, meine Reaktionen und präge mein Handeln nach deinem Sinn. Wenn wir so beten, werden wir erleben, dass Jesus uns nicht lässt, wie wir sind. Ein junger Mann erzählte, wie sein Freund auf dem Fahrrad neben ihm anhielt. "' Bitte vergib mir...', sagte er und nannte drei konkrete Dinge, die ich ihm vergeben sollte. 'Es tut mir leid, dass ich mich so verhalten habe, ich will nicht länger mit dieser verborgenen Schuld leben.'" (Lies 1.Joh.1,5-7.9; Eph.5,8-14.)
Freitag,12.Oktober Philipper 2,5-13; Hebräer 5,8.9.
Nachdem Paulus den Philippern über die Veränderungen geschrieben hat, die im Leben von Christen, die Jesus bewusst nachfolgen, sichtbar werden sollen (V.1-4), lenkt er ihren Blick auf Jesus selbst. Seid so untereinander gesinnt, wie Jesus Christus gesinnt war: ... Nichts wollte er sein als ein schlichter Mensch und machte auch auf jedermann den Eindruck eines solchen. Als Mensch erniedrigte er sich noch tiefer und wurde gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Wie wichtig es Paulus war, dass an den Christen etwas von Jesus erkennbar wurde, von seiner Gesinnung und Art, wird daran deutlich, dass er das Thema der Veränderung noch einmal aufnahm und weiter ausführte. Er legte ihnen ans Herz: Also, meine Lieben, - wie ihr allezeit gehorsam gewesen seid, nicht allein in meiner Gegenwart, sondern jetzt noch viel mehr in meiner Abwesenheit, - schaffet, dass ihr selig werdet, mit Furcht und Zittern. Gehorsam ist ein Kennzeichen echter Jesus-Nachfolge, denn Gehorsam, wie Jesus ihn lebte, ist der Maßstab für Menschen, die ihn in ihr Leben aufnahmen. Für Paulus war es undenkbar, dass ein wiedergeborener Christ bewusst im Ungehorsam lebt. (Lies Joh.14,21-23; Apg.26,19.) Gehorsam kann im Alltag des Christen eine sehr nüchterne, vielleicht sogar harte Angelegenheit sein. Aber Gehorsam stellt uns in die Gemeinschaft mit Jesus und beschenkt uns mit Freude. Leider finden die Gebote, die Gott zum Gelingen des Lebens gab, wenig Beachtung mehr in unserer Gesellschaft, oftmals auch in christlichen Kreisen nicht. Sie scheinen zu schwer und nicht mehr zeitgemäß zu sein. Doch Ungehorsam bleibt nie ohne Folgen. Ungehorsam wirkt wie ein Feuer, das sich außerhalb des Ofens in Windeseile ausbreitet und verheerenden Schaden anrichtet. Ein Feuer im Ofen dagegen wärmt und ist wohltuend. Von den Glaubenden in Philippi konnte Paulus sagen, dass sie im Gehorsam Jesus nachfolgten. (Lies 1.Sam.15,22; 1.Petr.1,14-17.)
Samstag,13.Oktober Philipper 2,12.13; 1.Petrus 1,17-19.
Schaffet, dass ihr selig werdet, mit Furcht und Zittern." Kommt uns in dieser Aussage nicht ein fremder, uns eigenartig anmutender Gedanke von Paulus entgegen? Unter Aufbietung aller Kräfte sollen wir unsere Seligkeit schaffen? Dann müssten wir ja ständig befürchten, das Ziel nicht zu erreichen. Paulus denkt hier nicht an irgendwelche guten Taten und Aktivitäten, durch die wir etwas zu unserer Erlösung beitragen könnten. Gott hat durch Jesus Christus alles zu unserer Rettung getan. Wir können sie uns nicht selber verdienen. "Euch selbst könnt ihr diese wunderbare Rettung nicht zuschreiben; sie ist Gottes Gnadengeschenk. Verdienst spielt dabei gar keine Rolle" (Eph.2,4.5.8-10; lies Röm.3,23.24; 2.Tim.1,9; Tit.3,4-7). Paulus erinnert aber daran, dass dieses Geschenk Gottes uns in die Pflicht nimmt. Die Erlösung soll alle Bereiche unseres Lebens durchdringen, wir sollen verändert, Jesus ähnlicher werden. Denn die er ausersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dass sie gleich sein sollten dem Bild des Sohnes" (Röm.8,29). Auf den Prozess der Umgestaltung geht Paulus in seinen Briefen immer wieder ein. An die Gemeinde in Kolossä schreibt er: Legt dies alles ab... Und dann zählt er Dinge auf, die nicht mehr zu Menschen passen, die Jesus bewusst nachfolgen wollen. Lasst euch nicht mehr von Zorn und Hass beherrschen. Lasst keine unanständigen Reden aus eurem Mund kommen und lügt einander nicht an. Ihr habt doch euer früheres Leben mit allem, was dazu gehört, wie alte Kleider abgelegt." Das heißt praktisch: Lege ab, trenne dich von dem, was dein Leben aus Gott immer wieder ersticken will! Bringe Sünde ans Licht! Es bleibt aber nicht nur beim Ablegen oder Ausziehen, es gibt vielmehr neue Kleider, die wir anziehen sollten: "Kleidet euch ... in herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld; ertragt einander und übt gegenseitige Nachsicht. Vergebt einander, wie Gott in Christus euch vergeben hat!" Ein so verändertes Leben wird nicht übersehen werden. (Lies Kol.3,8-15; 1.Kor.13,3-7.)
Sonntag,14.Oktober Philipper 2,14.15; Psalm 106,24-27.
Tut alles ohne Murren und ohne Zweifel, damit ihr ohne Tadel und lauter seid! "Das ist gar nicht 'so ohne', was Paulus hier von uns erwartet" (J.Blunck). "Ohne Murren - ohne Zweifel - ohne Tadel!" Wird damit nicht zu viel verlangt? Oder hat Paulus doch recht, wenn er uns darauf aufmerksam macht: Tut alles ohne Murren? Manchmal hat man den Eindruck, dass Murren und Stöhnen auch bei Christen zur zweiten Natur geworden ist. Murren ist ein Ausdruck von Unzufriedenheit. Man ist unzufrieden mit Gottes Führung. Man konzentriert sich nur noch auf die Gestaltung des eigenen Lebens, und wenn es anders läuft, begehrt man auf, stellt Vergleiche an und kommt zu dem Ergebnis: Andere haben es besser. Wir denken nicht mehr daran, dass Gott uns liebt und es gut mit uns meint. Vergleichen, Murren, Unzufriedenheit aber machen unfähig, das Gute im eigenen Leben zu sehen. Eine solche Haltung hindert uns, geistlich zu denken und macht missmutig. Die unzufriedene, mürrische Stimmung Einzelner kann eine ganze Gruppe aufhalten. So lesen wir es von den Israeliten. Nachdem Gott sie aus Ägypten befreit hatte, gab es für sie auch dürre Zeiten. Sie hatten Gottes umfassende Zusagen, aber ihr Murren war stärker als das Festhalten des Vertrauens. Sie vergaßen, dass Gott ihnen versprochen hatte, sie in ein gutes und weites Land zu führen, in ein Land, in dem Milch und Honig fließt. Alle, die vor kurzem noch über das harte Los der Sklaverei gestöhnt und geklagt hatten, lehnten sich auf und sehnten sich zurück zu den "Fleischtöpfen Ägyptens" (2.Mose 16,1-3; 17,1-3; 5.Mose 1,24-33; 1.Kor.10,1-5.10-12). Murren ist halb unterdrückter und halb ausgesprochener Unmut, das Brummen eines Menschen, der von unwilligen Gedanken und unfreundlichen Gefühlen erregt ist. Wie leicht lässt man sich anstecken! Dieser Geist verfinstert und macht Gemeinschaft mit Jesus und auch echte Lebensgemeinschaft unmöglich (H. Krimmer).
Montag,15.Oktober Philipper 2,14.15; 4.Mose 14,22.23.27-32.
Bei allem, was ihr tut, hütet euch vor unzufriedenem Murren. Gott nimmt Murren sehr ernst. Er ging mit Israel hart ins Gericht wegen ihres Murrens. Keiner von denen, die murrten, durfte in das verheißene Land einziehen. Alle starben in der Wüste, außer Kaleb und Josua, die Gott vertrauten. - Haben wir je über die Folgen unseres Murrens nachgedacht? Möge uns nicht der Stempel eines Murrenden, eines Unzufriedenen, eines "Gewohnheitsmeckerers" aufgeprägt sein. Die Menschen sollten an unserem ganzen Verhalten etwas anderes ablesen können. "Es ist offenbar geworden, dass ihr ein Brief Christi seid" (2.Kor.3,3.18; Apg.6,15). Der Anlass zum Murren kann angestaute Bitterkeit sein, die im Verborgenen unseres Herzen wächst und nur zu leicht in unzufriedenen, mürrischen Worten zum Ausdruck kommt. Bitterkeit ist ein sehr ernst zu nehmendes Krankheitssymptom, das unser Leben zerstören kann. "Dass nicht unter euch eine bittere Wurzel aufwachse, die Gift und Wermut bringt" (5.Mose 29,18; Hebr.12,15; Eph.4,31.32). Wie wäre es, wenn wir einmal versuchten, "alles ohne Murren" zu tun? Die beruflichen Pflichten, die Aufgaben in Haus und Familie, die vielen kleinen Dinge, die oft von uns erwartet werden, auch die Mitarbeit in der Gemeinde: "Tut alles ohne Murren!" Vielleicht gelingt es uns sogar, unsere Arbeit mehr und mehr mit einem Gern im Herzen und auf den Lippen auszuführen. Paulus wies die Christen in diese Richtung, indem er in den Versen zuvor den Blick auf Jesus lenkte. Ohne Murren ging Jesus seinen Weg auf Erden, er ging ihn so bis ans Kreuz, ja, bis in den Tod. "Jetzt ist meine Seele betrübt. Und was soll ich sagen? Vater, hilf mir aus dieser Stunde? Doch darum bin ich in diese Stunde gekommen - muss ich diese Stunde durchleiden: Vater, verherrliche deinen Namen!" (Lies Joh.4,34; Matth.26,42; Hebr.5,8.9.)
Dienstag,16.Oktober Philipper 2,14; 1.Petrus 4,9.
Wir kennen den Grund nicht, durch den sich Petrus veranlasst sah, in seinem Brief an die Christen in der Diaspora über das Murren zu schreiben: "Seid gastfrei untereinander ohne Murren." Jedenfalls schien es ihm wichtig, an die Gastfreundschaft zu erinnern. Ein offenes Haus für andere zu haben ist meist eine Bereicherung, auch wenn es Arbeit mit sich bringt. Unser Zeitplan kann zwar durcheinander geraten, wenn ein Gast überraschend vor der Tür steht. Doch haben wir es nicht schon selber als wohltuend erfahren, wenn uns jemand herzlich aufnahm, Zeit hatte und uns zuhörte? Gastfrei zu sein vergesst nicht; denn dadurch haben einige ohne ihr Wissen Engel beherbergt (Hebr.13,1.2; lies 2.Kön.4,8-10; Luk.24,28-32). Neben dem Murren erwähnt Paulus noch einen Punkt: Tut alles ohne Zweifel. Der Zweifel liegt uns näher, als wir denken. Meist schleicht er sich heimlich bei uns ein. Aber die Verantwortung haben wir, ob wir ihm in unseren Gedanken Raum geben. Das Schlimme am Zweifel ist, dass unser Leben mit Jesus blockiert wird. Unser Vertrauen auf Jesus wird zerstört. Murren und Zweifel stehen dem Glauben entgegen, der einfach damit rechnet, dass Gott seinVersprechen einlöst. "Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwindet." (Lies Hebr.11,1.2.6; 1.Joh.5,4.) Eine weitere Veränderung im Leben der Christen ist wichtig: Seid ohne Tadel! In der Schule haben die meisten Schüler kein Interesse daran, in allen Fächern mit 'sehr gut' abzuschließen. Wenn man nur nicht mangelhaft ist oder sitzen bleibt. Genauso denken manche Christen. Sie haben gar kein Interesse, 'ohne Tadel' zu sein. Bei sich selbst nehmen sie Fehler in Kauf. Aber wehe, wenn andere Fehler machen! Paulus will keine 'befriedigenden' oder 'ausreichenden' Christen, und Jesus auch nicht. 'Ohne Murren - ohne Zweifel - ohne Tadel!'" (J. Blunck). (Lies 1.Thess.3,12.13; 5,23; 2.Petr.3,14.)
Mittwoch,17.Oktober Philipper 2,15; Matthäus 5,14-16.
Scheint als Lichter in dieser Welt, mitten unter einem verdorbenen und verkehrten Geschlecht." Paulus benützt ein Bild, das ihn wohl an manche Nacht auf seinen Missionsreisen erinnerte. Radargeräte gab es zur damaligen Zeit noch nicht. Nachts waren die leuchtenden Sterne die Orientierungspunkte am Himmel. An ihnen konnte man ablesen, ob man sich auf dem richtigen Weg befand, der zum Ziel führte. Wenn Paulus die Gemeinde in Philippi aufforderte: Scheint als Lichter in dieser Welt!, dann wollte er sie an ihre lebenswichtige Aufgabe erinnern, die sie als Christen unter den Menschen hatten. Jesus wies schon in der Bergpredigt auf diese Aufgabe hin: Ihr seid das Licht der Welt, lasset euer Licht leuchten! Ist es nicht lieblos, den vielen Menschen, in deren Leben es dunkel ist und die keinen Weg sehen, die Hilfe zu verweigern? Ob unser Licht leuchtet oder ob es nicht leuchtet, das kann für Menschen in unserer orientierungslosen Welt Rettung und Heil oder aber Untergang und Tod bedeuten! Ist uns das bewusst? (Lies Apg.8,4-8.26-40; 26,17.18.) Dass Gott den Himmel über dieser dunklen Erde mit Sternen besticken möchte, und dass wir, ausgerechnet wir, diese Sterne darstellen sollen - wer muss sich nicht eingestehen, dass er diesen hohen Auftrag über dem Kram der alltäglichen Pflichten und Sorgen fast ganz aus den Augen verloren hat? (H. Lamparter). Paulus möchte uns den Blick öffnen für das Vorrecht und für unseren großen Auftrag, Menschen zu sein, an denen sich andere in unserer von Gott entfremdeten Welt orientieren und den Weg zu ihm finden können. (Lies Eph.5,8.9; vgl.Jes.58,8-10.)
Lass dein Licht doch nicht verlöschen, sonst vielleicht zu dieser Stund,
weil es nicht den Hafen findet, sinkt ein Schifflein auf den Grund!
Donnerstag,18.Oktober Philipper 2,15; Jesaja 60,1-3.
"Scheint als Lichter in dieser Welt!" Wir begegnen im Alten und Neuen Testament Menschen, die der Aufforderung nachkamen, mitten unter einem verkehrten und verdorbenen Geschlecht ein Orientierungslicht zu sein. Ihre Haltung und ihr Handeln wurden oft nicht akzeptiert. So mussten manche Propheten - unter ihnen Jeremia - großes Leid ertragen, weil sie an ihrem Auftrag festhielten (Jer.17,14-17; 18,18-20; 20,1.2). Noah, "der Prediger der Gerechtigkeit" (2.Petr.2,5), lebte in einer Zeit, "in der die Bosheit auf Erden groß war". Er "war ein frommer Mann und ohne Tadel; er wandelte mit Gott (1.Mose 6,9). Durch seinen Gehorsam und sein Lebenszeugnis suchte er die Menschen für ein Leben mit Gott zu gewinnen, ihnen den Weg zur Umkehr zu zeigen. (Lies Matth.24,37-39; 2.Petr.3,3-7.) Daniel und seine Freunde waren unübersehbare Orientierungslichter am babylonischen Königshof. Ihre Gegner kannten ihre innere Haltung. Trotz aller Anfeindungen, die das Leben schwer machten, waren diese vier Männer Positionslichter für ihren Gott in der gottlosen Umgebung. Wenn unser Gott, den wir verehren, will, so kann er uns erretten; aus dem glühenden Ofen und aus deiner Hand, o König, kann er erretten. In einzigartiger Weise bekannte sich Gott zu ihnen. Ihr mutiges Zeugnis und ihre Bereitschaft zur Hingabe ihres Lebens blieben nicht ohne Auswirkungen (Dan.3,19-30; lies Luk.21,12-15). Haben wir den Mut, mit den Menschen über Jesus zu sprechen? Viele kennen Jesus heute nicht mehr, und andere leugnen seine Existenz. Und doch sind sie auf der Suche nach einem sinnerfüllten Leben. Das aber ist nur bei Jesus zu finden. Er verspricht allen, die zu ihm umkehren, das ewige Leben, ja Leben im Überfluss. (Lies Joh.3,36; 10,10b; 2.Kor.8,9.)
Freitag,19.Oktober Philipper 2,15; Matthäus 5,14-16.
Als Jesus in der Bergpredigt seine Zuhörer auf ihren Auftrag ansprach: "Ihr seid das Licht der Welt!", erklärte er ihnen: Man zündet nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. So soll euer Licht vor allen Menschen leuchten." - Wie können wir scheinende Lichter in unserer Umgebung sein? Unser Lichtsein zeigt sich in unserer Lebenshaltung. Die Leute beobachten, wie wir reagieren, wenn uns Unrecht geschieht, wenn man uns mit Misstrauen begegnet oder Anklagen gegen uns vorbringt. Sie beobachten auch, ob wir treu sind in unserem Geschäftsleben, in der Ehe. Erkennen sie, dass wir in schwierigen Lagen wirklich auf Gott vertrauen? Martin Luthers Lieblingspsalm beginnt mit den Worten: "Gott ist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben." Wenn er mit Problemen zu kämpfen hatte, konnte er zu Philipp Melanchthon sagen: "Komm, Magister Philipp, wir wollen den 46. Psalm anstimmen!" (Lies Ps.46,2-12.) Auf welche Weise wir in den in keinem Leben ausbleibenden Stürmen den Blick auf den allmächtigen Gott richten und getrost mit seiner Führung rechnen, das wird in unserer Umgebung nicht verborgen bleiben. Johann Daniel Herrnschmidt, der schwerste Notsituationen erlebte, verbreitete Licht zu seiner Zeit durch seine ermutigenden Worte: "Gott wills machen, dass die Sachen gehen, wie es heilsam ist. Lass die Wellen höher schwellen, wenn du nur bei Jesus bist." (Lies Apg.16,15-34.) - Auch die Art des Umgangs mit Menschen, die uns nicht liegen, kann andere aufmerksam und fragend machen, aus welcher Kraft wir den Betreffenden mit Wertschätzung und Freundlichkeit begegnen können. Kleine Handgriffe aus Liebe getan, können zum hellen Licht für unsere Umgebung werden. (Lies Röm.15,7; 12,10; 15,2; Phil.2,3; Joh.13,34.35.)
Samstag,20.Oktober Philipper 2,15; Epheser 4,32.
Ein Licht in der Welt können wir nur sein, wenn wir alles, was zwischen uns und anderen steht, in Ordnung bringen. "Kommt, lasst uns wandeln im Licht des Herrn!" (Jes.2,5). Unversöhnlichkeit ist eine weitverbreitete Not. Wo die Bereitschaft zur Vergebung und zur Versöhnung fehlt, können wir unserem Auftrag, Licht zu sein, nicht nachkommen. Wer in sich finster ist, kann nicht nach außen Licht verbreiten. Jesus weist seine Nachfolger darauf hin, bei Streitigkeiten oder Verletzungen nicht zu warten, bis der andere kommt, um sich zu entschuldigen. Deshalb warte nicht, "versöhne dich mit deinem Bruder..." (Matth.5,24b). Halten wir Unrecht im Herzen fest und tragen nach, dann ist nicht nur der andere, sondern sind auch wir in der Finsternis und verbreiten Finsternis. Gestörte Beziehungen müssen im Licht Gottes geordnet werden. (Lies Eph.4,32; Matth.18,21-35.) Der Evangelist Ernst Modersohn sagte: Wünsche dir keine anderen Verhältnisse, sondern lass da, wo du stehst, dein Licht leuchten! Diese Verhältnisse hat Gott so gefügt. Beachte: Du sollst leuchten! Du hast es sicher schon erlebt, als du eine Kerze ausgeblasen hattest, dass der Docht noch eine Weile schwach weiterglühte und sich dann ein stinkendes graues Wölkchen von dem glimmenden Docht erhob. Leuchten sollen wir, nicht glimmen und qualmen und schlechten Geruch verbreiten. Ein brennendes Licht sollen wir sein, damit die Leute unsere guten Werke sehen und unseren Vater im Himmel preisen. David, der vor Nathan bekannte: "Ich habe gegen den Herrn gesündigt!", erlebte: "Der Herr, mein Gott, macht meine Finsternis licht!" (2.Sam.12,13; Ps.18,29; 32,1-5.11). Eine junge Frau betete: "Herr, hilf mir, dass sich in mir nichts Finsteres halten kann. Ich wünsche mir, dass mein Leben eine Segensspur hinterlässt. Und, Herr, hilf mir auch, dein Licht zu anderen Menschen zu bringen, damit auch sie eine Lichtspur in dieser Welt zeichnen." (Lies Kol.3,13.14.)
Sonntag,21.Oktober 2.Timotheus 4,2; 2.Korinther 5,18-21.
Neben dem Zeugnis, das durch unser Verhalten sichtbar wird, muss das Zeugnis des Wortes stehen. Viele Christen gehen durch die Welt wie Menschen, die eine Wüstenwanderung machen mit einem vollen Wasserkanister, aber sie trinken selbst nicht daraus und geben auch anderen nichts von dem kostbaren Nass ab. Das Evangelium aber ist die Botschaft, die den Menschen den Weg zum ewigen Leben weist. Jeder sollte die Gelegenheit nützen, die sich ihm zum Weitergeben der frohen Botschaft bietet. Vielleicht sind wir für einen gottfernen Menschen die einzigen Christen, mit denen er Kontakt hat. Sagen wir ihm die Gute Nachricht nicht, dann tut es keiner. "Heute ist ein Tag guter Botschaft ... Verschweigen wir es, so wird uns Schuld treffen" (2.Kön.7,8.9; lies 1.Petr.3,15). Dr. Kurt Scheffbuch berichtet, wie ihn das Wort So sind wir nun Botschafter an Christi Statt einmal ganz persönlich traf: Ich habe manchmal erlebt, dass Menschen sagten: Eigentlich beneide ich Sie um das, was Sie haben. Aber ich habe mir dann eingeredet, wenn keine Menschen zum Glauben kamen, dass das wahrscheinlich daran lag, dass sie nicht interessiert waren. So meinte ich damals. Dann gab es einige Erlebnisse, die mich schockierten... Ich bekam den Auftrag, eine Reihe von Vorträgen in Fachkreisen zu halten - vor Verkaufsleitern und Unternehmern. Eines Tages machte Gott mir klar, dass ich als sein Botschafter nicht das Recht hatte, nur kluge Weisheiten weiterzugeben, sondern auch solch eine Gelegenheit zu einem Zeugnis zu nützen. Ich war gerade fertig mit meinem Vortrag, die Zuhörer wollten Beifall geben, da sagte ich: Erlauben Sie mir bitte, dass ich noch fünf Minuten ein persönliches Wort sage." (Lies 2.Tim.1,7-10; Apg.5,20.32.42.)
Montag,22.Oktober Apostelgeschichte 4,12.20; Epheser 6,18-20.
Dr. Kurt Scheffbuch sagte seinen Hörern: Ich habe den Eindruck, das Wichtigste habe ich noch vergessen in meinem Vortrag. Wie wir erfolgreich im Beruf sein müssen, das wissen Sie ja alle auch, und die Erfolgsrezepte kennen Sie. Aber das Wichtigste ist doch die Frage: Wer gibt mir Mut zur Arbeit, wenn ich einmal keinen Mut mehr habe? Und wer gibt mir den Sinn für mein Leben, wenn ich den Sinn verloren habe? Was nützt es, wenn ich im Beruf Erfolg habe und meine Familie geht dabei kaputt? Wir können den Sinn, den Schlüssel für unser Leben nur finden, wenn wir Verbindung zu unserem Schöpfer bekommen. Ich behaupte, dass keiner hier ist, der an der Existenz unseres Schöpfers zweifelt; aber Verbindung zu Gott können wir nur bekommen, wenn wir uns an Jesus Christus halten, und ich bin froh, dass ich den kenne. (Lies Joh.3,16; 6,68; 1.Kor.2,2; 1.Tim.2,4-6.) Noch zwei, drei Minuten, dann beendete ich das persönliche Wort und sagte: Nun wollen wir in die Diskussion einsteigen über die Fragen, wie wir zu beruflichen Erfolgen kommen. Keiner der etwa hundert anwesenden einflussreichen Leute wollte über den Vortrag sprechen. Alle waren sie geschockt und auch aufgewühlt durch die letzten fünf Minuten. Und es war mir so schwer gefallen, dieses persönliche Zeugnis von Jesus weiterzugeben. Hinterher war ich froh. Einer, der in der Diskussionsrunde aufstand, sagte: Wissen Sie, über die anderen Themen sprechen wir die ganze lange Woche, aber über dieses Thema, das Sie in den letzten fünf Minuten angesprochen haben, haben wir nie Gelegenheit, zu sprechen, herzlichen Dank.' Und so ging es weiter. Ich habe erlebt, wie die Botschaft von Christus heute außerordentlich gefragt ist, wie Menschen hungrig sind nach der Botschaft von Jesus. (Lies Joh.6,35-37; Röm.10,12.13; 2.Tim.4,1-5.)
Dienstag,23.Oktober Philipper 2,15.16; Kolosser 3,16.
Scheint als Lichter in dieser Welt, dadurch dass ihr festhaltet am Wort des Lebens. Paulus zeigt die Quelle, die uns die Kraft gibt, Licht in dieser Welt zu verbreiten: Haltet fest am Wort des Lebens! Wie eine Lampe nur dann leuchten kann, wenn sie an das Stromnetz angeschlossen ist, so können auch wir nur leuchten, wenn wir in Kontakt mit dem Wort des Lebens sind. Für unser eigenes Leben ist es entscheidend, dass wir am Wort Gottes festhalten: Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege. Hören und lesen wir Gottes Wort, bewegen wir es in unserem Herzen und unseren Gedanken, so wirkt es wie das Einschalten einer Lampe: die Dunkelheit wird durchbrochen, die Unsicherheit weicht und der Friede Gottes erfüllt unsere Herzen. (Lies 2.Tim.3,16.17; Ps.19,8.9; 25,4.5; 119,33.) Paulus schreibt hier von dem Wort des Lebens. Dachte er an Petrus, der zu Jesus sagte: Herr, du hast Worte ewigen Lebens? (Lies Joh.6,66-69; 1,1-4.14.) Nur Jesus kann Worte, die voll Leben sind, weitergeben, weil er das von Gott in diese Welt gesandte Wort ist. Wie oft schon hat sein Wort in unsere ganz persönliche Lage hinein gesprochen, uns ermutigt und gestärkt, korrigiert oder Wegweisung vermittelt. Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, und ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit. Oder: Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen. Oder durch die Zusage Jesu für seine Jünger: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt! (Jes.41,10; Matth.28,20; Joh.14,23). Solche mutmachenden Gottesworte wollen wir auch anderen zusprechen. (Lies Matth.7,7.8; 11,28-30; 25,40b; u.v.a.)
Mittwoch,24.Oktober Philipper 2,17.18; 2.Korinther 12,15.
Paulus weist noch einen ganz anderen Weg: Freut euch, wenn ihr zum Opfer herausgefordert werdet, ja, wenn ihr selbst das Opfer sein solltet: "Wenn ich auch geopfert werde bei dem Opfer und Gottesdienst eures Glaubens, so freue ich mich und freue mich mit euch allen. Darüber sollt ihr euch auch freuen und sollt euch mit mir freuen." Für Paulus stand noch nicht fest, wie sein Prozess ausging, ob nicht seine baldige Verurteilung und Hinrichtung bevorstand. Doch das hielt ihn nicht davon ab, den Christen in Philippi Mut zu machen und mit ihnen von der Freude zu sprechen, die durch die Begegnung mit Jesus in sein Leben gekommen war. Nichts konnte diese Freude an Jesus auslöschen. Selbst wenn er über seinem Einsatz für Christus sterben müsste, freute sich Paulus dennoch und rief die Christen zur Freude auf. Auf dem dunklen Hintergrund seiner Gefängnissituation strahlte die Freude, die allein Jesus ihm schenken konnte, noch viel intensiver. Es ist eine Freude, die auch dann durchschlägt, wenn die Zukunft dunkel und verhangen ist, eine Freude, die gerade dann richtig leuchtet, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig (G.Barth). (Lies 1.Thess.2,1.2; 2.Tim.2,8-10; Phil.1,12-14.) Freude am Opfer? Wir wollen uns fragen, wie sieht das in der Praxis für uns aus? Freude in spannungsgeladenen Tagen, wenn alles anders läuft, als wir es uns gewünscht haben? Freude, wenn wir angegriffen und verleumdet werden und Menschen, denen wir bisher vertrauten, sich von uns abwenden? Freude, wenn hinter unserem Rücken unwahre Dinge verbreitet werden? Freude, wenn die Risse im Miteinander immer tiefer werden und alle Versuche, die Verhältnisse zu ordnen, scheitern? Paulus spricht von der Dennoch-Freude, von der schon andere vor ihm gesprochen haben. Es ist die Freude, die durch nichts und durch niemanden ausgelöscht werden kann, es ist die Freude an Jesus. (Lies Phil.4,4.5; vgl.Hab.3,18; Ps.73,23-28.)
Donnerstag,25.Oktober 1.Samuel 23,1-5; Römer 15,4.
David war auf der Flucht vor Saul, als ihm gemeldet wurde: "Die Philister kämpfen gegen Keïla und berauben die Tennen." Ist es nicht erstaunlich, wie David handelte? Er ist weder bestürzt noch verzweifelt. Er handelte auch nicht unüberlegt, aggressiv. Wir erleben ihn als Fragenden, der horchend auf Gottes Entscheidung wartet und dann das Gebotene tut. "In den mannigfachen Notlagen ging David immer diesen Weg. Er eilte mit allem, was ihm unklar war, zu Gott selbst, um Licht und Leitung von ihm zu erbitten" (A.Christlieb). Gibt es nicht auch in unserem Leben angstvolle Stunden und die Gegenarbeit des Feindes? Und was tun wir? Vertrauen wir darauf, dass wir einen Gott haben, der durch Jesus Christus unser Vater ist? Ihn dürfen wir immer anrufen und fragen, und er wird uns antworten. "Ich würde mich zu Gott wenden und meine Sache vor ihn bringen." "Wirf dein Anliegen auf den Herrn ..., der wird den Gerechten nicht wanken lassen." "Wenn wir beten, antwortet Gott. Wenn wir hören, handelt er - wenn wir gehorchen, tut er Wunder" (W.Tlach). (Lies Ps.37,18.19.40; Jer.31,11.) Die Philister belagerten Keïla. Keïla gehörte zu den Städten Judas, die hart an der damaligen Grenze lagen. So war es den Philistern ein Leichtes, dort einzufallen. Aber Gott vergaß die Menschen dieser Stadt nicht, obwohl sie ganz am Rande von Israel lebten. Er vergisst auch heute niemanden, denn "Gottes Augen sind auf die Wege eines jeden gerichtet... Auch wenn du sagst, du könntest ihn nicht sehen, so liegt die Sache doch vor ihm". "Unser Gott ist groß und von großer Kraft, und unbegreiflich ist, wie er regiert." (Lies 2.Chron.16,9a; Hiob 31,4; 34,21; 35,14; Richt.6,14-16; Ps.10,14; 147,5.)
Groß ist Gott in seinem Walten, wunderbar erweist er sich.
Sieh, auf allen deinen Wegen denkt voll Liebe er an dich...
Gott sagt dir: Ich bin allmächtig in dem Himmel, auf der Erd;
meine Hand kann alles ändern, was dich heute noch beschwert.
Komm zu mir, ich bin hier, und vertraue völlig mir.
Diakonissenmutterhaus AidlingenFreitag,26.Oktober 1.Samuel 23,1-5; 2.Chronika 34,26-33.
"Es wurde David gemeldet..." Welche Meldungen erreichen unser Ohr? Die täglichen Nachrichten über die Entwicklungen in der Welt, in der Kirche und in der Gemeinde Jesu können uns sehr belasten, manchmal fast erschlagen. Vor allem wollen sie uns den Mut nehmen, für die Sache Gottes einzustehen und unseren Platz im Kampf gegen den Feind einzunehmen. Als David die Meldung vom Einbruch der Philister in Keïla vernahm, war sein Glaube gefordert, und alles, was er hörte, machte er zur Frage vor Gott. "Da befragte David den Herrn und sprach: Soll ich hinziehen und diese Philister schlagen?" (Vgl.2.Kön.18,19ff.37; 19,1.8-20; Ps.55,23.) Wir erkennen bei ihm nichts von Resignation, nichts von Anpassung, nichts von Nachgeben oder von Unterwerfung unter diese feindliche Macht. "Soll ich?" fragte David Gott, der ihm nahe war, weil er beständig in seiner Gegenwart lebte. Deshalb konnte er mit Gott sprechen und ihn fragen. "Mein Herz hält dir vor dein Wort: Ihr sollt mein Antlitz suchen. Darum suche ich auch, Herr, dein Antlitz. Du bist meine Hilfe, verlass mich nicht" (Ps.27,8-11). Wenn wir von Gottes Wohnung im Himmel sprechen, denken viele an die große Entfernung zwischen Himmel und Erde. Aber wenn Gottes Thron auch im Himmel ist, so ist er uns doch nahe, nur unsere Augen sehen ihn nicht. "Er ist nicht fern von einem jeden unter uns." "Er ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn ernstlich anrufen" (Apg.17,27; Ps.145,18; lies Ps.113,3-7; 116,1.2; 5.Mose 4,7). Die Nähe Gottes bringt Geborgenheit in unser Leben. Wenn er, der alles kann, mit uns in eine schwierige Situation hineingeht, dann können wir ohne Angst sein und zuversichtlich bleiben. Seine Nähe gibt Sicherheit! "Ich habe den Herrn allezeit vor Augen; steht er mir zur Rechten, so werde ich festbleiben" (Ps.16,8; lies Ps.139,5).
Samstag,27.Oktober 1.Samuel 23,2.4.10-12; 5.Mose 4,29.
"Und David befragte den Herrn und sprach: Soll ich hinaufziehen und diese Philister schlagen?" Aufregende Nachrichten bringen uns leicht dahin, dass wir unüberlegt handeln und das Fragen vergessen. "David befragte den Herrn", das gehörte bei ihm zur Disziplin seines Lebens mit Gott. Er wusste, ohne Gott wäre es sinnlos, auch nur einen Schritt zu tun. Darum brauchte er Klarheit von ihm, was er tun sollte. Manchen mag es schwer sein, keine eigenen Entscheidungen treffen zu können. Sie halten das Fragenmüssen für demütigend, nicht passend zu ihrer Stellung, ihrem Alter. Trotzdem ist es wichtig - in kleinen und großen Dingen -, dass wir nach Gottes Willen fragen. Das war Davids Geheimnis: Er fragte Gott, und so blieb er in Gott, dadurch wurde sein Leben frei und gesegnet. (Vgl.Jes.30,1-3; 8,19.) Der Herr gab David eine klare Antwort auf seine Frage: "Zieh hin, du wirst die Philister schlagen und Keïla retten." "Nicht immer erhalten wir die Antwort gleich. Dann dürfen wir wieder und intensiver fragen. Und wenn wir einmal länger warten müssen, dann kann schon die Wartezeit für sich allein ein Segen sein, wenn wir uns dabei der Gegenwart des Herrn bewusst bleiben. Schon während des Wartens kann viel geschehen. Und Gott wird uns zur rechten Zeit sagen, wenn wir etwas tun sollen und was wir tun sollen" (C.ten Boom). (Lies Jes.30,21; Ps.32,8.) In allen Angelegenheiten unseres Alltags haben wir die Möglichkeit, Gott zu fragen. "Nach dem Tod Moses fragten die Kinder Israel den Herrn und sprachen: Wer von uns soll zuerst hinaufziehen? ... Und der Herr sprach: Juda soll hinaufziehen. Siehe, ich habe das Land in seine Hand gegeben" (Richt.1,1.2; lies 2.Chron.18,4; 2.Kön.3,11; Jer.21,2a; 37,3.6.7).
Weise mir, Herr, deinen Weg, dass ich wandle in deiner Wahrheit;
und all mein Sinnen und alles Beginnen möcht ich, dass du, Herr, überwachst.
Th.EgerSonntag,28.Oktober 1.Samuel 23,3.4; Psalm 27,11.
David hatte seine Antwort von Gott erhalten, aber nun kam ein unerwartetes Hindernis, er stieß auf Widerstand bei seinen Leuten. Die Männer um ihn sprachen: "Siehe, wir fürchten uns schon hier in Juda und wollen nun hinziehen nach Keïla gegen das Heer der Philister?" Sie hatten kein Ja für diesen Einsatz, vielmehr hatten sie Bedenken und Einwände. Sie sagten: Sieh doch, mach dir doch klar, in welcher Lage wir uns befinden. Wir leben hier schon in Angst und Schrecken, warum sollen wir uns etwas Neues aufladen? Sei doch vernünftig. (Vgl.4.Mose 13,26ff; Jes.51,12.13.) Das kann in einer Gemeinschaft leicht passieren, dass wir Klarheit über den weiteren Weg haben, andere aber, die mitziehen sollen, haben sie nicht. Was ist dann zu tun? Bei David und seinen Leuten kommt es zu einem offenen Gespräch. Sie verhandelten nicht hinter seinem Rücken. Sie sagten nicht: Wie kann er so etwas von uns fordern? Sie kamen mit ihren Bedenken zu David selbst. Sie schonten sich nicht, sie gaben offen zu: Wir haben Angst, unter diesen Umständen Zusätzliches anzupacken. - Ließ David sich umstimmen? Oder zwang er der Gruppe seine Meinung auf? Gab es eine endlose Diskussion? Griff er zum Mittel der demokratischen Abstimmung? Was tun wir nicht alles, wenn eine Entscheidung dringend nötig ist! "Da befragte David wiederum den Herrn." Er ließ sich nicht umstimmen, ehe er nicht von Gott eine andere Weisung empfing. Es lag ihm alles daran, auf Gottes Weg zu sein. Zum zweitenmal erhielt er von Gott den Befehl, nach Keïla zu ziehen. So blieb David entschlossen, dem Feind entgegenzuziehen. Durch sein mutiges Vorangehen überwand er die Angst seiner Männer, sodass sie ihm in den Kampf folgten. "Wahrlich, das ist unser Gott... Er ist's, der uns führt" (Ps.48,15; lies Ps.27,3; 118,6; 143,10; 2.Tim.1,7).
Montag,29.Oktober 1.Samuel 23,4.5; Psalm 37,5.6.34.
"Soll nicht ein Volk seinen Gott fragen?" Offensichtlich waren Davids Männer bereit, die berechtigten Bedenken, die Angst beiseite zu lassen und ihr Leben für Keïla einzusetzen, wenn Gottes Stimme sagte: "Geht hin!" Gott entzog sich dem aufrichtigen Fragen nicht. Er gab sogar zur Antwort noch die Verheißung. "Auf, zieh hin nach Keïla - überlege nicht lang -, denn ich werde die Philister in deine Hände geben." Der nächste Vers zeigt, dass die ganze Schar die Antwort Gottes annahm. Der Gehorsam erfolgte gemeinsam, die Einheit im Kampf war da. "David zog mit seinen Männern nach Keïla und griff die Philister an. Er trieb ihr Vieh weg und brachte ihnen eine schwere Niederlage bei. So befreite er die Stadt." Mit einer Handvoll von Männern, die sich fürchteten, befreite David wider alles Erwarten die besetzte Stadt. Gott bediente sich dieser kleinen Schar, die nach ihrem eigenen Urteil nicht fähig war, diesen Kampf zu führen. "Was schwach ist in der Welt, was nichts ist, das hat Gott erwählt, damit sich vor ihm kein Fleisch rühme." (Lies 1.Kor.1,27-30; Richt.7,7ff; Neh.2,17.18; 3,33-38; 4,15.16; Ps.33,16-18.) - Paulus berichtet von dem Ausgang einer schwierigen Beratung unter den führenden Männern in Jerusalem: "Da sie nun die mir verliehene Gnade erkannten, gaben Jakobus und Petrus und Johannes, die ja als Säulen in der Gemeinde galten, mir und Barnabas die rechte Hand und wurden mit uns eins, dass wir zu den Heiden gingen, sie aber zu den Juden" (Gal.2,9). Auch hier brach die Gruppe der Jesus-Jünger nicht auseinander, sondern wurde erst recht auf alle Weise sowohl unter den Nationen als auch unter den Juden von Gott gebraucht. (Vgl.2.Chron.20,3-27; 30,12.)
Dienstag,30.Oktober 1.Samuel 23,7.8; Jesaja 40,22.23.31.
Während dem Flüchtling David die Rettung einer Stadt in Israel am Herzen lag, blieb das Herz des Königs Saul voll Hass. "Saul wurde gemeldet, dass David nach Keïla gekommen sei, und er dachte: Gott hat ihn in meine Hände gegeben; denn er ist eingeschlossen..." Meldungen hier und Meldungen dort. Saul wird sicherer Wahrscheinlichkeit erfahren haben, dass die Stadt Keïla von den Philistern bedroht war (V.1). Das hatte ihn aber nicht gerührt. Er als der König, seines bedrängten Volkes hätte ja zur Rettung Keilas aufbrechen müssen. Aber Saul war völlig blockiert durch Neid und Hass. Für ihn traf zu, was Jakobus schreibt: "Ihr hasst auf den Tod, ihr seid neidisch, und euer Wünschen bleibt unerfüllt. Ihr lebt in Kampf und Streitigkeiten und erlangt doch nichts" (Jak.4,2; lies Gal.5,13-15.19-21; Jak.3,14-16). Und nun kam die neue Meldung, dass David in Keïla war. So verblendet war Saul, dass er dachte, Gott würde David jetzt in seine Hand geben. "Und Saul ließ das ganze Kriegsvolk aufrufen, zum Kampf hinabzuziehen nach Keïla, damit sie David und seine Männer belagerten." Das Bild ist erschreckend: Bei Saul "das ganze Kriegsvolk", bei David einige hundert Leute. Ist es in unseren Tagen anders? Tatsache ist: Die Gemeinde Jesu hat nicht die große Zahl. Unter dem Thema: "Warnung vor irdischen Sorgen" steht in Lukas 12,32 das Wort Jesu: "Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Reich zu geben." Im Herzen Gottes ist es beschlossen, der kleinen Herde und nicht dem großen Haufen Anteil an seiner ewigen Herrschaft zu geben. Der im Himmel thront ist immer der Überlegene, und zugleich ist er bei uns. "Mit uns ist der Herr, unser Gott, um uns zu helfen und unsere Streite zu führen." (Lies Hebr.12,3; 1.Joh.4,4; Ps.11,4-7; 29,10.11; 93,1-5.)
Mittwoch,31.Oktober 1.Samuel 23,9-13; Matthäus 7,7.8.
Als David merkte, dass Saul Böses gegen ihn im Sinne hatte, sprach er mit dem Herrn darüber. Er war in der Stadt eingeschlossen und konnte sich nicht selber orientieren. Er übersah die Situation nicht, und es nützte auch nichts, jetzt weiter zu denken, weiter zu besprechen. Es half nur erneutes Beten und wiederum mit den Fragen vor Gott zu treten: "Herr, Gott Israels, dein Knecht hat gehört... Herr, Gott Israels, tue es doch deinem Knecht kund..." Und nachdem David die Antwort Gottes hatte, "fragte er weiter: Werden die Bürger von Keïla mich und meine Männer übergeben in die Hände Sauls?" Der Herr hielt die erschütternde Antwort nicht zurück, denn er wusste um Sauls Vorhaben, und er sah in die Herzen der Bürger von Keïla. (Lies Hiob 34,21.22; Spr.5,21; 15,11; 1.Kön.8,39b.) War die Antwort nicht niederschmetternd für David? Hatte er vielleicht gehofft, in Keïla mit seinen Leuten vor Saul geschützt zu sein und wollte aufkommende Befürchtungen nicht wahrhaben? Wir lesen nichts von Enttäuschung, nur: "Da machte sich David auf mit seinen Leuten..." Das Entscheidende ist, dass wir betend vor Gott treten, wenn wir eingeengt oder angegriffen sind. Wenn wir auch noch so hilflos, elend und ratlos sind, die Direktverbindung zum Herrn besteht immer. Von zwischengeschalteten Gebeten wird unser Alltag entscheidend bestimmt. Deshalb wollen wir uns darin üben, bei Überlegungen und Besprechungen betend in Verbindung mit Gott zu sein. Das ist keine Zeitverschwendung und keine fromme Form. Das entscheidet darüber, in wessen Hand wir uns begeben. Durch sein Fragen konnte David der Hand Sauls entrinnen und blieb so seiner Lebensaufgabe erhalten. "Ich preise dich, Herr, ... denn du lässest meine Feinde sich nicht über mich freuen." (Lies Hebr.4,16; 10,19-22; Ps.31,1-6; 62,1-8.)
zur Verfügung gestellt von: bibel.com der Homepage von Christen für Christen.