Sonntag,1.Oktober Matthäus 10,16-33; Apostelgeschichte 1,8.
Es ist immer von Bedeutung, aus welchem Blickwinkel wir eine Sache oder Situation ansehen. Schauen wir auf Jesus und seine Verheißungen oder sehen wir auf die Schwierigkeiten? "Schaut ihn an, der auf Erden so viel Widerspruch vonseiten der Sünder ertragen musste, dann werdet auch ihr im Kampf nicht ermüden und den Mut nicht sinken lassen" (Hebr.12,3). - In unserem Abschnitt finden wir Ermutigungen, die Jesus seinen Jüngern mit auf den Weg gab.
Dem ermutigenden Wort "Siehe, ich sende euch" folgt ein grauenerregendes Bild: "wie Schafe mitten unter die Wölfe". Heißt das nicht von vornherein, unzumutbaren Strapazen und Schwierigkeiten ausgeliefert zu sein? Mit Angriffen rechnen müssen, zerrissen zu werden? Schafe mitten unter Wölfe zu senden -welch ein aussichtsloses Unterfangen, scheinbar sinnlos und lebensgefährlich! Jesus war sich völlig bewusst, was die Aussendung seiner Jünger bedeutete und mit welchen Gefahren und Leiden sie zu rechnen hatten. Um der Botschaft willen würden Widerstand und bitterster Hass sie treffen. (Lies Joh.15,18-20; Apg.5,17ff; 23,1ff.) Wie tröstlich ist es, dass das Wort "Siehe, ich!" vor dem angstmachenden Bild steht. Jesus weiß um alles, was auf uns zukommt, wenn wir seinen Auftrag "Ihr sollt meine Zeugen sein in..." ernst nehmen. Wir sind zwar mitten unter den Wölfen, aber nicht allein gelassen. Mit seinem "Siehe, ich" will der Herr uns sagen: Denke daran, ich bin bei dir. Ich weiß um den gefährlichen Ort, an dem du gerade bist und an dem dir so angst ist. Ich stehe dir bei in der Auseinandersetzung, in dem Angriff, in der Atmosphäre des Gehasstwerdens. "Ich weiß, wo du wohnst!" Gar nichts ist unserem Herrn unbekannt. Er weiß, wo wir unseren Kampfplatz haben. "Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit!" (Lies Hiob 31,4; 34,21; Jes.43,2.)
Montag,2.Oktober Matthäus 10,16; Johannes 10,28.29.
"Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe!" Wohin immer Jesus seine Jünger sendet, er weiß, was er tut und "er legt ihnen nichts Verkehrtes und Unmögliches auf" (A.Schlatter). Wohl sendet er sie an gefährliche Orte, aber sie sind geschützt in seiner Hand: "Niemand wird sie aus meiner Hand reißen." Der englische Erweckungsprediger C.H.Spurgeon (1834 - 1892) sagte: "Wir sind an jedem Platz sicher, weil wir in seiner Hand sind. Viele werden versuchen, uns aus seiner Hand zu rauben, aber niemand wird es können. Der Teufel wird uns manchen Schlag versetzen, aber nichts kann den Griff der Hand lösen, die für uns von Nägeln durchbohrt wurde. Der Herr Jesus hat uns zu teuer erkauft, um uns je loszulassen. Er liebt uns so, dass uns seine Allmacht hält. So liegt es an uns, uns getrost der starken Hand Jesu zu überlassen." (Lies Jes.49,15.16; 2.Thess.3,3; 1.Petr.1,5-7.) - David berichtet wiederholt, wie er die rettende und schützende Hand Gottes erlebte. Rückblickend auf die vielen Nöte und Gefahren und auf die Rettungen Gottes schreibt er: "Er streckte seine Hand aus von der Höhe, fasste mich und zog mich aus großen Wassern. Er errettete mich von meinen starken Feinden, von meinen Hassern, die mir zu mächtig waren... Der Herr war mein Heil, er führte mich heraus ins Weite." (Lies Ps.31,16; 37,24; 139,5.) - Auch Daniel erlebte es, dass ihn in Schrecken und Mutlosigkeit eine Hand berührte und er dadurch neu gestärkt wurde (Dan.10,8-10.18.19). - Wohl gesandt wie Schafe mitten unter die Wölfe, aber gesandt als "Schafe seiner Weide, als Herde seiner Hand". Nichts und niemand kann uns seiner Hand entreißen. "Siehe, ich!" Mit dieser Zusage wird auch ein nicht überschaubarer Weg gangbar.
Dienstag,3.Oktober Matthäus 10,16-20; Psalm 118,6.
Muss man sich nicht mit Recht sorgen, wenn Jesus selber seine Jünger warnt: "Hütet euch aber vor den Menschen, denn sie werden euch den Gerichten überantworten... Man wird euch vor Statthalter und Könige führen um meinetwillen"? Wie oft begleitet uns die bange Frage: Wie oder was soll ich sagen, was soll ich antworten, wenn ich bedrängt werde? Diese Sorge kann zur Angst werden, und in der Angst reagieren wir meistens unangemessen. In der Regel sind es keine weltbewegenden Dinge, die uns Angst machen, dennoch sind sie wie das Zünglein an der Waage, das den entscheidenden Ausschlag gibt. Darum sprach Jesus schon im Vorfeld die Situationen offen an, die auf seine Jünger zukommen konnten, damit sie sich nicht von der Sorge beherrschen ließen. Vielmehr sollten sie sich in Gottes liebender Fürsorge bergen. Denn Probleme lassen sich nicht durch "Sorgen" lösen, sie können nur durch Vertrauen auf die Macht des Herrn und seine Zusagen überwunden werden. "Es soll euch zu der Stunde gegeben werden, was ihr reden sollt." "Zu der Stunde", diese drei kleinen Worte wollen wir nicht überlesen. Wir wüssten manchmal gern im Voraus, was wir antworten sollen. Aber diese "Ausrüstung" bekommen wir erst in dem Augenblick, in dem wir sie brauchen. Will Jesus uns vor Selbstsicherheit und Überheblichkeit bewahren? (Lies 2.Mose 4,12; Jer.1,7-9; Micha 3,8.) In der Apostelgeschichte erleben wir Petrus und Johannes vor den Mitgliedern des Hohen Rates (Apg.4), deren Absicht es war, die Jesus-Bewegung im Keim zu ersticken. Mit den "einfachen, ungelehrten Leuten" dachten sie schnell fertig zu werden. Aber sie täuschten sich. Petrus ließ sich nicht einschüchtern, sondern blieb unerschrocken. Ein kleiner Zwischensatz lüftet das Geheimnis seines Mutes: "Petrus, erfüllt mit dem Heiligen Geist, antwortete ihnen." Das ist wichtig, dass wir das Ohr am Mund Gottes haben, dann brauchen wir uns nicht abzusorgen. (Lies Jes.50,4.5; Spr.3,3; 6,21-23.)
Mittwoch,4.Oktober Matthäus 10,21.22; Hiob 17,9.
"Ihr werdet gehasst werden von jedermann um meines Namens willen." "Mit dieser Prophezeiung greift Jesus schon weit in die Endzeit hinaus. Was in der Vergangenheit ein Zeichen tiefsten Verderbens war in Israel und bei den Heiden (Micha 7,6; Jes.19,2), das wird sich in der letzten Epoche der Menschheit mit zunehmender Schärfe ergeben" (G.Maier). Wir erleben es in vermehrtem Maß, wie der Hass gegenüber Menschen, die Jesus lieb haben, vor dem Schlimmsten nicht zurückschreckt. Das Denunzieren gläubig gewordener Menschen, auch durch Angehörige, ist in vielen Ländern der Erde ein Beweis dafür, dass Jesu Prophezeiung schon eingetroffen ist: "Ihr werdet gehasst werden, weil ihr euch zu meinem Namen bekennt!" Darum ist es gut, wenn wir uns innerlich auf solche Situationen einstellen. (Lies 2.Kor.4,8-10.16-18; Hebr.11,36-39.) In einem Missionsblatt wurde berichtet: "Vor einigen Monaten begann in dem Dorf U. eine neue 'Gruppe um die Bibel' mit etwa zehn Personen. Inzwischen kommen wegen massiven Widerstandes der Dorfbewohner nur noch drei bis vier Personen. Die Versammlung kann auch nicht mehr am ersten Platz stattfinden, sondern wir holen die Christen ab und bringen sie in die 60 km entfernte Stadt. Aber Widerstand und Hass lassen nicht nach. An einem Samstagabend kamen einige Männer hasserfüllt zu einer der Frauen, die seit einiger Zeit gläubig ist. Man hielt ihr ein Messer an die Kehle und verlangte von ihr, Jesus abzusagen und den Kontakt zu anderen Christen aufzugeben. Ihre Familie erlebte alles mit, die elfjährige Tochter fiel dabei in Ohnmacht... Bleich, aber gefasst erschien die Mutter am nächsten Morgen dennoch wieder im Gottesdienst." Die Gefahr, unter solchem Druck weich zu werden und zu fallen, ist groß. Jesus jedoch ermutigt seine Jünger: Haltet durch bis ans Ende, bis zuletzt. "Siehe, ich bin bei euch alle Tage!" (Lies Hebr.6,11.12; 10,35-37; 12,1-3; Offb.3,11.)
Donnerstag,5.Oktober Matthäus 10,22; Jesaja 25,8.
"Wer ausharrt bis ans Ende, der wird selig werden." Im Blick auf die Länge der Zeit brauchen die Jünger eine besondere Ermutigung, ihren Standpunkt zu vertreten und Jesus treu zu bleiben in dieser aufgewühlten Welt. Das heißt ganz praktisch: Schert nicht aus unter der Last des Hasses, der Verachtung oder Verfolgung! Ertragt es und bleibt drunter, bleibt in meiner Spur, das wird euch "Seligkeit" bringen. Dabei geht es hier nicht zuerst um die ewige Seligkeit, sondern um jene "Seligkeit", die wir aus den Psalmen kennen. "Glückselig, die von Herzen dir nachwandeln!" "Glückselig der, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen." Auch Jakobus bringt in seinem Brief Anfechtung, Geduld mit Seligkeit zusammen: "Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet - die Bewährungsproben besteht und im Glauben fest bleibt" (Jak.1,12; lies Matth.5,11.12; 1.Kor.10,13; Offb.3,10.11). Der Weg eines jeden Nachfolgers wird in immer ernster werdende Erprobungen führen. Es ist für unser Glaubensleben entscheidend, wie wir reagieren. In den Gleichnisreden spricht Jesus von solchen, "die das Wort hören und es bald mit Freuden aufnehmen; sie haben aber keine Wurzel in sich. Wenn sich Bedrängnis oder Verfolgung erhebt um des Wortes willen, so fallen sie ab" (Matth.13,20.21). Paulus kann "von überschwänglicher Freude, von Seligkeit in aller meiner Bedrängnis" schreiben. Am Ende seines Lebens legt er das Zeugnis seines standhaften Vertrauens zu seinem Herrn ab und ist der ewigen Seligkeit gewiss: "Den guten und herrlichen Kampf habe ich gekämpft, meinen Lauf habe ich vollendet; die Treue habe ich gehalten und das Vertrauen bewahrt... Bald wird der Herr mich von allen Anschlägen der Bosheit retten und mich heimholen in sein himmlisches Reich. Ihm gebührt die Ehre und Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen." Durchhalten lohnt sich! "Dulden wir mit ihm, so werden wir auch mit ihm herrschen" (2.Tim.4,7.8; 2,11.12a; lies Offb.2,10; Hiob 19,25-27).
Freitag,6.Oktober Matthäus 10,26-31; Lukas 12,32.
Dreimal finden wir die gleiche Ermutigung, die Jesus seinen Jüngern gegenüber so eindrücklich ausspricht: "Fürchtet euch nicht!" Sie brauchen sich nicht vor innerer Bedrohung und nicht vor äußerer Bedrohung zu fürchten, denn sie sind wertgeachtet in Gottes Augen. Was gibt es in unserer von Gott entfremdeten Welt nicht alles zum Fürchten! Jesus weiß um die heraufziehenden Leiden, die auch seine Nachfolger treffen werden. Er weiß, dass sie in dieser Welt Angst haben, deshalb sagt er ihnen: "Fürchtet euch nicht!" (Vgl.Jes.35,4a; 43,1-3.) Als Jesusjünger sind wir noch lange keine Helden. Und die weltweit umgehende Angst packt uns wie alle anderen nur zu schnell. Lesen wir die Zeitung oder hören wir Nachrichten, dann ist es nicht verwunderlich, wenn Angst aufsteigt. Wir können das Ende der heutigen Entwicklung nicht absehen. Aber wir dürfen Jesus zwischen uns und die Angst stellen. "In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden." Gottes Wort sagt, wenn die Angst auf Jesus trifft, wird ihre Macht gebrochen. Jesus ist nie so nahe, als wenn wir uns in Angstsituationen im "Aufsehen auf ihn" und im "Dennoch des Glaubens" üben. (Lies Ps.16,8; 56,4.5; 138,3.8.) Angst kann uns zwar überfallen, aber sie soll nicht Macht über uns gewinnen. Jesus ist mit uns auf dem Weg und ermutigt uns: "Fürchtet euch nicht ... Fürchtet euch nicht ... Fürchtet euch nicht!" (V.26.28.31). "Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an." "Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat." (Lies Ps.73,23-28; 121,1-8.)
Samstag,7.Oktober Matthäus 10,26.27; 1.Petrus 5,10.11.
Jesus sprach mit seinen Jüngern offen darüber, dass sie nicht allen Menschen willkommen sein werden, wenn sie das Zeugnis von ihrem Herrn weitersagen. Selbst wenn sie abgelehnt werden und die Menschen ihnen widerstehen oder gar in Hass ausbrechen, soll ihr Zeugenmut nicht gelähmt werden. Denn Jesus selbst sprach mit allen Menschen, auch mit seinen Gegnern, freimütig über seinen Vater im Himmel. Seine Jünger müssen ebenfalls nichts heimlich tun, sie brauchen sich nicht mit der guten Botschaft zu verstecken. "Fürchtet euch nicht vor denen, die euch bedrohen. Es kommt bald die Zeit, in der die Wahrheit ans Licht kommen wird." (Lies Röm.8,17.18; 1.Petr.2,19-21; 4,12-16; Jak.5,7a.8.) H.Brandenburg erzählte von einem Bekannten, "der früher im Osten fanatisch darauf aus war, die Gemeinde Jesu zu zerstören. Viele Christen führte er vor das Gericht. Heute ist er selbst ein freudiger Zeuge Jesu. Als wir ihn fragten, wie es zu seiner Umkehr gekommen sei, erzählte er uns vom Verhalten gläubiger Menschen, die sich nicht versteckten, sondern furchtlos ihren Glauben bekannten und sich ohne Bitterkeit auch ins Gefängnis führen ließen. Zu einem lebendigen Zeugnis von der Kraft des Christusglaubens waren diese Brüder ihm geworden, sodass er von der Wahrheit des Evangeliums überzeugt wurde". Jesus ermutigt seine Jünger, sich nicht durch Angst zum Schweigen bringen zu lassen: "Was ich euch im Verborgenen sage, das sagt im Licht; und was ihr im Ohr vernehmt, das verkündigt auf den Dächern." Die Leben rettende Botschaft muss zu allen Menschen. "Gott will, dass alle Menschen gerettet werden." (Lies Röm.10,13-17; Apg.4,12.20; 5,41.42.) - C.H.Spurgeon sagt: "Kommt im Verborgenen mit Jesus zusammen, und was er euch sagt, ruft es über die Dächer. Dass aber keiner rede, der nicht vorher mit ihm geredet hat! Wer Jesu Willen erfahren will, muss zu ihm in die Stille kommen. Dort bekommt er Mut und Impulse, um in der Öffentlichkeit von ihm zu zeugen."
Sonntag,8.Oktober Matthäus 10,28-30; Apostelgeschichte 20,22-24.
Jesus ruft den Jüngern sein "Fürchte dich nicht!" zu gegenüber einer noch schwereren Bedrohung, als Hass und Verfolgung es sind und die ihnen und auch uns am schlimmsten zu sein scheint, dem Märtyrertod: "Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten." Mit diesen Worten sagt er, dass es so weit kommen kann, dass Jünger Jesu mit dem Verlust ihres Lebens rechnen müssen. Für manche von ihnen traf diese Voraussage sehr bald ein. Da war Stephanus. Zuerst erleben wir ihn unter den sieben Männern, die ausgewählt wurden, für eine gerechte Verteilung der Lebensmittel in der wachsenden Gemeinde zu sorgen. Dann lesen wir, dass er erfüllt von der Liebe Jesu war und ein Zeugnis hatte, das über die Christengemeinde hinausging. Der Widerstand der religiösen Führer der Stadt gegen Jesus, den Auferstandenen, brachte Stephanus in harte Auseinandersetzungen. Wie gegen seinen Herrn, so wurde auch gegen ihn eine falsche Anklage erhoben, und er wurde zum Tode verurteilt. Gott ließ seinen Zeugen in der Stunde größter Bedrängnis nicht allein. Während Stephanus gesteinigt wurde, schenkte der Herr ihm eine Schau seiner Herrlichkeit, die ihm Kraft zum Durchhalten verlieh (Apg.6 und 7; Luk.23,34; lies Ps.109,4; Offb.2,8-10). Der entscheidende Faktor, dass Stephanus so leben und sterben konnte, war gewiss die ununterbrochene Verbindung mit dem Herrn Jesus. Selbst unter den Steinwürfen brach die Verbindung nicht ab, sodass weder Furcht noch Bitterkeit in ihm aufkommen konnten. Stephanus ist einer aus der großen Schar, die Jesus treu blieben bis in den Tod. Sein Jesus ähnliches Leben hinterließ eine leuchtende Spur. Saulus von Tarsus kam nicht mehr davon los. - Wir hören aus den verschiedensten Gegenden unserer Erde, dass Ungläubige nichts so aufrüttelt und zum Suchen nach Jesus bringt wie die Art, in der Christen die Härten ihres Lebens ertragen und überwinden. (Lies 1.Petr.3,14-17; Eph.5,1.2.)
Montag,9.Oktober Matthäus 10,29-31; 5.Mose 33,3.
Diese Ermutigung veranschaulicht Jesus mit einem einfachen Beispiel aus dem alltäglichen Leben. "Kauft man nicht zwei Sperlinge um einen Pfennig? Und keiner von ihnen fällt auf die Erde ohne euren Vater. Bei euch aber sind auch die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch also nicht; ihr seid mehr wert als viele Sperlinge." Selbst die Spatzen, von denen es in der Schöpfung so viele gibt, und die uns nicht so wichtig zu sein scheinen wie die Singvögel, hat Gott im Auge. Kein Vogel verliert von ungefähr sein Leben, Gott wacht darüber. Jesus sagt: "Nicht ohne euren Vater!" Das Vertrauen zum Vater soll in uns gestärkt werden, denn er hat alles in seinen Händen. Nicht ein blinder Zufall regiert unser Leben, sondern die Liebe und Weisheit unseres himmlischen Vaters. Sind wir nicht glückliche Leute! (Lies Ps.103,13; Jer.31,3.20; 1.Joh.4,9.10.19.) Dieses Glück der Geborgenheit ist nicht zu verwechseln mit dem Schicksalsglauben vieler Religionen. Nein, es hängt ganz von unserer persönlichen Verbundenheit mit dem Vater ab. Es kann auch nicht durch fromme Leistung erlangt werden. Es wird durch Jesus allein vermittelt, denn niemand kommt zum Vater als nur durch ihn! "Der Vater selbst hat euch lieb" (Joh.14,6; 16,27; 17,26). Wir mögen manchmal bange fragen: Warum machst du, Vater, das so? Das ist erlaubt, denn die Tür zum Vater steht uns immer offen, er umgibt uns mit seiner Liebe und Güte allezeit. Jeder Einzelne ist ihm wertvoll - das ist der tiefe Trost, der unser Herz erfüllt und stärker ist als alle Ängste dieser Welt. (Lies Zeph.3,17; Ps.27,1-5.) Philipp Spitta drückt die Geborgenheit, die wir bei unserem himmlischen Vater haben, mit folgenden Worten aus: Und meines Glaubens Unterpfand ist, was er selbst verheißen, dass nichts mich seiner starken Hand soll je und je entreißen. Was er verspricht, das bricht er nicht; er bleibet meine Zuversicht. Ich will ihn ewig preisen!
Dienstag,10.Oktober Matthäus 10,32.33; Jesaja 43,1.
In der letzten Ermutigung spricht Jesus von unserem eindeutigen Bekenntnis zu ihm und was es bewirkt - schon jetzt und in alle Ewigkeit: "Wer mich bekennt vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater." Warum ist das offene Bekenntnis von entscheidender Bedeutung? Weil damit die echte Zugehörigkeit, das Verbundensein in Liebe zu unserem gekreuzigten und auferstandenen Herrn dokumentiert wird! Denn er bekennt sich schon jetzt zu uns vor dem Thron Gottes als unser Hoherpriester, der vor dem Vater beständig für uns eintritt (Hebr.7,24.25; 9,24-28; 1.Joh.2,1.2). Was wird das für ein Tag sein, wenn sich Jesus vor dem Vater und seinen heiligen Engeln zu all denen bekennen wird, die sich hier auf Erden auf seine Seite gestellt haben - zu denen, die auch bei Spott, Anfeindungen, Hass und Verfolgung ihm die Treue hielten. Er wird auf ihre Seite treten und dem Vater sagen: Vater, rette sie aus dem Gericht um meinetwillen, ich kenne sie, ich habe für ihre Schuld am Kreuz bezahlt. Dieses Wissen ist wunderbar - wir sind bei Gott bekannt, jeder einzeln, jeder ganz persönlich. (Lies 1.Joh.4,17a; Joh.10,27-29; 17,24; Röm.5,1.2.) - Sieben Ermutigungen auf dem Weg der Nachfolge. Jesus will unseren Blick auf den Vater lenken, der alles in Händen hält. Erinnern wir uns noch einmal daran, dass es sehr bedeutsam ist, aus welchem Blickwinkel wir eine Sache ansehen, wieviel mehr die Begebenheiten auf dem Weg der Nachfolge. Schauen wir auf die Ermutigungen und Verheißungen, die Jesus uns gibt? Oder sehen wir auf die Schwierigkeiten und Angriffe des Feindes und werden dadurch kampfunfähig? Wir wollen unseren Willen aktivieren, dass er auf Jesus ausgerichtet bleibt. (Lies Hebr.3,1; Ps.121,1.2.)
Mittwoch,11.Oktober Römer 8,1-39; Epheser 1,18.
Das achte Kapitel im Römerbrief bildet einen Höhepunkt der Bibel und ist den meisten von uns bekannt. Im letzten Abschnitt (V.18-39) zeigt uns Paulus die hohen Ziele, die Gott mit seinen Kindern hat. Er schreibt von der Gabe des Heiligen Geistes. Der Heilige Geist ist es, der uns nicht nur die Vergebung der Sünden zuspricht, sondern uns auch befähigt, Sieg über Sünde zu erleben. Er ist es, der uns neu schafft zu einem Leben für Gott, in dem die Überwindung der Leiden durch die große Zukunftshoffnung möglich wird. Sollten wir Christen, die vor allem mit der höchsten Gabe Gottes, seinem eigenen Sohn, beschenkt sind, nicht jubeln: "Wirklich, ich bin gewiss: ... nichts in der ganzen Welt wird uns je scheiden können von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn." (Lies Jer.31,3; Joh.16,27.) - Eine junge Frau, die sich an Rauschgift gewöhnt hatte, sagte zu ihren erschrockenen Eltern: "Gönnt mir doch ein paar Stunden Seligkeit!" Welch ein zerstörerischer Ersatz für die echte, von Gott geschenkte Seligkeit! Sie beginnt, sobald wir Jesus als Heiland und Herrn erkennen und ihm unser Leben anvertrauen. Ihre volle Erfüllung wird sie finden, wenn Jesus uns in seine Herrlichkeit holt. (Lies 1.Petr.1,3-8.) Jetzt aber gehören - neben der Freude, mit Jesus eins zu sein - noch Leiden und Seufzen und Sterben zu unserem Leben. Darüber spricht Paulus ohne Umschweife. Er beobachtete die Menschen mit offenen Augen. Dabei erkannte er: Das Leben ist für viele voller Leiden; nicht nur sichtbare Leiden gibt es, sondern viel mehr noch verborgene Leiden - Leiden durch Enttäuschung, durch Streit in den Familien, durch Neid und Eifersucht. Der Apostel wusste, wie sehr Leiden jeder Art belasten. Aber Leiden sind nicht das Letzte, und im Vergleich zu der Herrlichkeit, die auf uns wartet, fallen sie nicht ins Gewicht. (Lies 2.Kor.4,16-18; Hebr.11,25.26.)
Donnerstag,12.Oktober Römer 8,18; Hebräer 12,2.3.
"Ich halte dafür, dass die Leiden der Jetztzeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll." Im vorhergehenden Vers war schon von Leiden die Rede. Es heißt dort, dass wir "Erben Gottes sind, Miterben Christi, vorausgesetzt, dass wir mit Christus leiden" (V.17). Paulus selber ging durch Leiden vielfältigster Art. Seinen Rücken zeichneten viele Narben, die er von allen Misshandlungen bis hin zur Steinigung davontrug. Mancher derbe Faustschlag traf auch sein Gesicht. Den Korinthern schreibt er: "Wir hatten bei uns beschlossen, wir müssten sterben..." Diese Randbemerkung war bei ihm keine Phrase. (Lies 2.Kor.1,8-10.) Obwohl er in der Beschreibung seiner Leiden zurückhaltend war, sind wir dankbar, dass er davon redet und uns zeigt, wie er dem Leiden ins Auge sah. Mit seinem "denn ich halte dafür, ich bin überzeugt..." will er uns den Schrecken vor bevorstehenden Leiden nehmen, der uns verzagt machen möchte. "Nicht der Rede wert" - damit will Paulus nicht sagen, dass Leiden etwas Kleines ist. Er weiß, wie es verwundet, belastet, elend macht. Aber er will uns helfen, dass wir darin nicht untergehen. Jedes Elend, jede Erniedrigung, jede Schmach, jede Qual soll uns dahin bringen, unseren Blick auf Jesus und seine Herrlichkeit zu richten, die einmal auch unsere Herrlichkeit sein wird. "Die Herrlichkeit, die Jesus den Seinen bereitet hat, wartet auf uns. Er selbst ist die Garantie, dass sie all denen zuteil wird, die zu ihm gehören" (E.Schnepel). (Lies Joh.14,1-3; Offb.3,11-13.) Auch wenn wir an uns selbst leiden, soll uns der Blick auf die ewige Herrlichkeit Trost und Ansporn sein. "Christus hat sich selbst für die Gemeinde in den Tod gegeben, um sie in herrlicher Schönheit vor sein Angesicht zu stellen ohne Flecken und Runzeln oder andere Fehler. Sie soll heilig und tadellos sein" (Eph.5,27; Iies Kol.1,22.23; 1.Thess.5,23.24).
Freitag,13.Oktober Römer 8,18; Offenbarung 2,8-10.
"Davon bin ich überzeugt: Was es in dieser Welt an Leiden gibt, an Schmerzen und Entbehrungen, ist nicht der Rede wert im Vergleich mit der Herrlichkeit, die Gott uns schenken will." Da Paulus nicht in erster Linie das Schmerzvolle des Leidens im Blick hat, kann er auch wagen, Leiden als eine Vorstufe zur Herrlichkeit zu bezeichnen. (Lies 2.Kor.4,16.17; Röm.5,2b.3; 2.Tim.2,11.12a; Hebr.12,5-10.) Jedes Leiden hat seinen Sinn, es will etwas bei uns erreichen. Gott lässt uns nicht leiden, um ein begangenes Unrecht, eine vergangene Schuld abzubüßen. Leiden, die wir zu ertragen haben, geben uns die Gelegenheit, unseren Herrn immer besser kennen zu lernen. Eine Missionarin schreibt: "Das Wort 'Leiden' ist oft zu groß, um auf die meisten unserer Schwierigkeiten angewandt zu werden. Aber wenn wir nicht lernen, die kleinen Dinge zu Jesus in Beziehung zu bringen, wie sollen wir dann lernen, die großen aus seiner Hand zu nehmen? Bei einem plötzlich über mich gekommenen Leiden erinnerte ich mich an eine Zeile aus einem Gebetbuch: Herr, lehre mich, alles, was mir begegnet, mit der festen Überzeugung zu akzeptieren, dass nichts gegen deinen Willen geschehen darf. Ich muss nicht unbedingt sehen, wozu es dient, oder wie und wo eine bestimmte Not etwas Positives auslöst. Es bedeutet schon Frieden, dir alles zu überlassen und dich zu bitten: Tu mit mir, was du willst, überall und zu jeder Zeit, damit dein Name verherrlicht wird." Wir sind leidensscheu. Deshalb verachtet uns Jesus nicht. Aber er will uns helfen, die kleinen und die großen Leiden anzunehmen mit dem Blick auf die ewige Vereinigung mit ihm. Die Tränen werden einmal aufhören, aber die Liebe zwischen ihm und uns wird bleiben. Und diese Liebe erfahren wir in vermehrtem Maß schon jetzt, wenn wir einen bitteren Trank zu trinken haben oder einen steinigen Weg geführt werden. (Lies 1.Petr.4,12-14; Jak.1,2-5.12; 5,11.)
Samstag,14.Oktober Römer 8,17.18; 1.Petrus 5,10.11.
Der Ausdruck des Apostels Paulus "die Leiden dieser Zeit" umfasst alles Leid, alles Schwere und alles Unerklärliche, das auch Christen während ihres Lebens durchmachen müssen. Dabei ist der Blick auf die Herrlichkeit bei Jesus nicht nur ein billiges Vertrösten auf die Zukunft. Eine schwer leidende Christin berichtet uns von ihrem Erleben: "Durch dieses Wort habe ich gelernt, meine Schmerzen und Probleme aus der Perspektive der Ewigkeit zu sehen. Wie viel fiel weg, nachdem ich verstanden habe, 'dass die Leiden dieser Zeit nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll' (2.Kor.4,17.18). Nichts hat die Art, wie ich mein Leiden betrachtete, radikaler verändert als der Riesensprung zu diesem Blickpunkt vom Ende der Zeit her." (Lies 1.Petr.1,6.7; 4,12.13; Jes.25,8.) Von Fanny Crosby lesen wir in dem Buch von B.und W.Scheffbuch "Dennoch fröhlich singen": "Etwa fünf Wochen nach der Geburt von Fanny waren die Eltern beunruhigt, mit den Augen des Babys stimmte etwas nicht... Das Kind war blind... Später, in der Zeit der großen Evangelisationen, die Dwight L.Moody plante und durchführte, dichtete Fanny Crosby dazu unzählige Evangeliumslieder, die gerade fernstehende Besucher ungemein ansprachen. Bis heute gehören ihre Lieder zu den beliebtesten christlichen Liedern, die in aller Welt gesungen werden... Fanny Crosby haderte nie mit ihrem Schicksal, sondern konnte im Rückblick auf ihr Leben sagen: Ich habe nicht einen Augenblick in mehr als 85 Jahren einen Funken von Groll dagegen gefühlt, denn ich habe allezeit geglaubt, dass der gütige Herr in seiner unendlichen Gnade durch diese Wege mich zubereitet, das Werk zu tun, das er mir anvertraut hat. Wenn ich überlege, wie ich gesegnet wurde, wie kann ich da unzufrieden sein." (Lies Ps.18,31.32; 145,17.18; Jes.55,8.9; Röm.11,33-36.)
Sonntag,15.Oktober Römer 8,19-22; 1.Petrus 2,9.10.
Unsere Verse beginnen mit dem begründenden "Denn" im Anhang an den Leidens- und Herrlichkeitsweg der Kinder Gottes: "Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet darauf, dass die Kinder Gottes offenbar werden... Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick mit uns seufzt und sich ängstigt." Paulus sieht die Menschen nicht isoliert, sie gehören in den großen Zusammenhang der ganzen Schöpfung Gottes hinein. "Doch er macht auf Entscheidendes aufmerksam. Gott ist zwar unser aller Schöpfer. Es gibt niemanden auf Erden, der nicht aus seinem Schöpferwillen entstand. Aber inmitten der weltweiten 'Kreatur' sieht Paulus eine Schar, die dankt Gott nicht nur für ihr natürliches Leben, sie hat eine neue Geburt erfahren und deshalb nennt er sie zum Unterschied von der übrigen Kreatur 'Kinder Gottes' (Joh.3,3; 1,12; Röm.8,16; Gal.4,7; 1.Joh.3,1). Von allen Menschen sagt der Apostel, dass sie warten. Das Warten der meisten ist jedoch nicht ein frohes Erwarten, er nennt es ein 'ängstliches Harren'. Als Jesus über die Zeit sprach, die seinem Wiederkommen vorausgeht, sagte er: 'Die Menschen werden vergehen vor Furcht und Erwartung der Dinge, die kommen sollen.' An dieses Wort mag Paulus gedacht haben. Für unsere Zeit trifft es in besonderer Weise zu. Weil niemand weiß, was auf uns zukommt, deshalb leben die Menschen in Angst: Angst vor der Zukunft, vor Krisen in der Wirtschaft, Angst um Ehe und Familie, Angst vor Krankheit, Alter und Tod. Kinder Gottes, die aus der sichersten Quelle, Gottes zuverlässigem Wort wissen, was die Zukunft bringen wird, sollten sich von solchen Ängsten nicht bestimmen lassen. Der wiederkommende Herr wird sie aus aller Welt sammeln" (H.Brandenburg). "Wenn Christus, euer Leben, sich offenbaren wird, werdet ihr auch offenbar werden mit ihm in Herrlichkeit!" Gehören wir zu den Kindern Gottes, "den Kindern des kommenden Tages der Herrlichkeit"? (Lies Kol.3,1-4; 2.Kor.2,14-16; 5,1-7; Eph.5,15.16.)
Montag,16.Oktober Römer 8,22-26; 2.Korinther 5,2.4.
Die Weltgeschichte eilt dem großen Tag der Wiederkunft Jesu entgegen. Er wird wiederkommen, um die Seinen in die Herrlichkeit zu nehmen. "Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, bei mir seien. Sie sollen an meiner Herrlichkeit teilhaben" (Joh.17,24). Im 1.Thessalonicherbrief lesen wir: "Ihr habt euch bekehrt, um dem lebendigen und wahren Gott zu dienen und seinen Sohn vom Himmel zu erwarten, Jesus, den er auferweckt hat von den Toten." Auch der Hebräerbrief greift dieses Thema auf. Noch sind die Glaubenden "Gäste und Fremdlinge auf Erden" und "warten auf eine Stadt, die einen festen Grund hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist". Aber: "Nur noch eine kleine Weile, dann wird er, der da kommen soll, erscheinen und nicht mehr auf sich warten lassen" (1.Thess.1,9.10; Hebr.11,10.13-16; 10,37). Wenn wir unseren Blick auf die kommende Herrlichkeit richten, dann wollen wir auch die Menschen unserer Umgebung im Auge haben. Noch gilt das Angebot der Rettung: "Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken, ich will euch Ruhe geben." "Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen." (Lies 2.Kor.5,11.18-21; Jes.61,1-3.) Wir finden in unserem Römerbrief-Abschnitt mehrmals ein Wort, das von Not und Qual spricht: das Wort "seufzen". "Bis jetzt allerdings seufzt die Schöpfung... auch wir, die wir die Erstlingsgabe des Heiligen Geistes besitzen, seufzen innerlich." Zu unserem Glück werden Seufzer im Himmel gehört! (Lies Ps.12,6; 38,9.10; 79,9.11; 102,20.21.) Jeremia bittet Gott: "Verschließe dein Ohr nicht vor meinem Seufzen." Er wusste aus vielen Berichten seines Volkes, dass das Seufzen vor dem Gott des Himmels nicht irgendwo im Weltall verhallt. Wir haben einen Gott, der hört und handelt, sobald er unser Seufzen vernimmt. "Ich habe ihr Seufzen gehört, und ich bin herniedergefahren, sie herauszuführen" (2.Mose 3,7-9; vgl.1.Mose 21,17-19; Richt.2,18; Ps.30,11.12).
Dienstag,17.Oktober Römer 8,23; Markus 7,34.35.
Selbst Jesus seufzte, als er über die Erde ging und das Leiden der Menschen sah, aber er stand dem nicht ohnmächtig gegenüber, sondern hatte eine Antwort auf die Not bereit: "Zum Himmel blickend, seufzte er und sprach zu dem leidenden Mann, der nicht hören und nicht reden konnte: Hefata!, das heißt, werde aufgetan! Und alsbald wurden seine Ohren aufgetan, und das Band seiner Zunge wurde gelöst, und er redete recht." Jesu Gebet und Wort hatte die Heilung des Taubstummen zur Folge. (Vgl.Joh.11,33ff.) - In unseren Tagen hören wir von Christen oft nur noch das Seufzen über die Sünde und Gottesferne vieler Menschen. Weil wir "die Freiheit haben, jederzeit in das Heiligtum Gottes einzutreten", sind wir aufgerufen, für sie zu beten - allein in der Stille oder in der Gemeinschaft mit anderen Betern. Der Prophet Hesekiel erlebte, wie eine solche Gruppe von Gott besonders beachtet wurde. "Die Herrlichkeit des Herrn erhob sich ... Und der Herr sprach zu dem Mann, der leinene Kleider trug und das Schreibzeug in seiner Hand hatte: Geh mitten durch die Stadt... mache ein Zeichen auf die Stirn der Leute, die seufzen und jammern über die schrecklichen Dinge, die in ihrer Mitte getrieben werden." Später musste Gott klagen: "Ich suchte unter ihnen, ob jemand für das Land in den Riss treten würde" - im Gebet eintreten würde -, "damit es nicht zugrunde gehe; aber ich fand keinen" (Hes.9,4;13,5; 22,30; lies Ps.106,23). "Die Situation unserer Welt tritt uns von Tag zu Tag erschütternder vor Augen, vor allem die zunehmende Gleichgültigkeit Jesus Christus gegenüber, die private und öffentliche Verachtung von Gottes Wort. Müssen wir es einfach hinnehmen? Nein, Gott hat uns das Gebet gegeben. Wie er es benützt, wie er es wirksam macht, ist uns ein Rätsel. Aber es ist so, das Gebet bereitet ihm Bahn - in einzelnen, in Gruppen und Völkern. Die Menschen brauchen uns als Fürbitter. Gebet bewegt den Arm Gottes, und Gott wird Menschenherzen bewegen" (O.Hallesby). (Lies Jes.62,1.6.7; Klagel.2,18.19.)
Mittwoch,18.Oktober Römer 8,22.23; 1.Korinther 15,49-55.
Die Ängste und Nöte, durch die viele Menschen weltweit gehen, sind für wache Christen ein Zeichen der herannahenden großen Wende: das Reich Jesu Christi wird aufgerichtet werden. Das letzte Buch der Bibel zeigt uns, "was bald geschehen wird". Bis jetzt seufzt die gesamte Schöpfung noch, sie "liegt in Geburtswehen", das heißt: sie wartet noch auf das Neue. "Aber nicht nur die Schöpfung seufzt, auch wir selbst, die wir die Erstlingsgabe des Heiligen Geistes bereits besitzen, auch wir seufzen innerlich. Sehnsuchtsvoll warten wir darauf, in unsere vollen Kindesrechte eingesetzt zu werden und damit auch für unseren Leib die endgültige Befreiung und Umgestaltung zur Herrlichkeit zu erlangen." Was die Schöpfung ahnt, ist uns als Verheißung zugesprochen. Das wichtigste Ereignis der Zukunft war für Paulus: Jesus kommt wieder. (Lies Apg.1,10.11.) In dieser Freude lebte er, diese Erwartung erhellte ihm die dunklen Tage. Auch für uns soll der Ausblick auf Jesu Wiederkunft ein Trost sein. Wie oft erschrecken wir über die Entwicklungen unserer Tage in Politik und Gesellschaft. Wir wollen uns nicht in Unruhe und Angst treiben lassen: der Herr hat die Fäden in der Hand, er regiert! Wir sind "wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung auf Grund der Auferstehung Jesu Christi aus den Toten". Gottes Kinder sind die "Erstlingsschar von Gottes Geschöpfen" (1.Petr.1,3.4; Jak.1,18; Phil.3,20.21). Wenn Jesus mit seiner "Erstlingsschar" wiederkommt, wird auch für die Schöpfung die Befreiung kommen. "Sie wird frei werden von der Herrschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes." "Lebt in der Erwartung des großen Tages, den Gott heraufführen wird. Er hat uns einen neuen Himmel und eine neue Erde versprochen. Dort wird es kein Unrecht mehr geben, weil Gottes Wille regiert. Auf diese Welt warten wir." (Lies 2.Petr.3,13.14; Röm.13,11-14; 1.Petr.4,7.)
Donnerstag,19.Oktober Römer 8,24.25; 2.Thessalonicher 2,16.17.
"Wir sind gerettet!" Paulus schreibt den Christen immer wieder von der ewigen Errettung, die ihnen durch den Glauben an Jesus Christus geschenkt wurde. Mit großer Gewissheit spricht er davon: "Er hat uns errettet... in ihm haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden" (Kol.1,12-14; Röm.10,13). In Römer 5,1.2 schreibt er in Verbindung mit dem Frieden, den wir mit Gott haben, auch von der "Hoffnung auf die zukünftige Herrlichkeit, die er uns geben wird". Mit der Rettung aus Sünde und Gottesferne haben wir schon Großes empfangen, aber das ist nicht alles. Viel mehr wartet auf uns: die große Zukunft mit Gott. Bis jetzt ist "unser Erkennen Stückwerk", "unser Leben ist noch verborgen mit Christus in Gott. Wenn aber Christus, unser Leben, geoffenbart werden wird, dann werden auch wir mit ihm offenbar werden in Herrlichkeit". Solche Worte bringen Trost in die "Leiden dieser Zeit". Sie wollen uns befreien von Zweifeln, die sich manchmal in unser Herz einschleichen. "Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat!" (Lies Hebr.10,35-37; 11,1.) Unsere Zukunftshoffnung wollen wir uns nicht trüben lassen, sondern mit Geduld - mit Ausdauer, mit Standhaftigkeit auf die Herrlichkeit warten. Geduld wird manchmal mit einem schwächlichen Verzicht verwechselt. Aber geduldiges Warten ist ein Zeichen echter Verbundenheit mit Jesus. Weil wir Vertrauen zu Jesus und seinen Verheißungen haben, können wir warten. Die Zeit ist Gottes Geheimnis. "Wir wollen das herrliche Bekenntnis unserer Hoffnung unbeweglich festhalten, ist doch er, der uns die Verheißung gegeben hat, treu." (Lies Apg.1,7; Matth.24,3-14.36; 25,13.)
Freitag,20.Oktober Römer 8,26.27; Galater 4,6.
In unserem Warten auf das Wiederkommen Jesu sind wir nicht allein gelassen. Jesus versprach seinen Jüngern: "Ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Tröster, einen Fürsprecher, einen Beistand geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit" (Joh.14,16). Der Heilige Geist ist dieser Beistand. Von ihm schreibt Paulus: "Er hilft unserer Schwachheit auf", und zwar auf dem Gebiet, auf dem wir es am allernötigsten haben - beim Beten! Das wird Paulus oft in seinen besonderen Notsituationen erfahren haben. Satan weiß, dass die betende Verbindung mit Jesus das Zentrum unseres geistlichen Lebens bildet, deshalb versucht er, uns auf diesem Gebiet immer wieder lahm zu legen. Aber der starke Helfer, den der Vater gesandt hat, ist da, und wenn wir "nicht wissen, was wir beten sollen, wie sich's gebührt; der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen". Vielleicht fragen wir uns: Gibt es das, dass man nicht einmal mehr beten kann? Ja, es gibt Situationen, in denen wir so hilflos sind, dass wir nicht mehr wissen, wie und ob wir beten sollen, weil wir keine Worte mehr finden, unsere Not auszudrücken. Dann hilft uns der Heilige Geist, der weiß, was uns im tiefsten Grund unseres Herzens bewegt, und "vertritt uns, wie es Gott gefällt". Erklären können wir dies nicht, aber die Wirkungen dürfen wir erleben. (Lies Phil.1,19.20.) Pfarrer Erich Schnepel sagte: "Wie oft mag es die verborgene Arbeit des Heiligen Geistes bewirkt haben, dass Gott das Seufzen, die unausgesprochenen oder stammelnden Bitten seiner Kinder beantworten konnte." Der Prophet Sacharja sprach von dem "Geist des Gebets" (Sach.12,10). Um seine Unterstützung dürfen wir bitten. "Gott, der die Herzen erforscht, versteht unser Seufzen und weiß, was des Geistes innerstes Verlangen ist." (Lies Hebr.4,16; 1.Joh.5,14.15.)
Samstag,21.Oktober Römer 8,28; Jeremia 29,11-13.
An manchen Stellen in seinen Briefen spricht Paulus von Gewissheiten, hinter die er persönlich kein Fragezeichen setzt. So auch bei der Aussage: "Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen." Es gibt viele Dinge, die wir uns gern zum Besten dienen lassen, aber es gibt auch andere, bei denen uns dies schwer fällt. Wie geht es uns, wenn uns zum Beispiel jemand auf einen Fehler aufmerksam macht - ärgern wir uns? Regen wir uns auf, sodass wir stundenlang nicht mehr zur Ruhe kommen? Es kann sein, dass unsere Pläne durchkreuzt, unsere scheinbar guten Gedanken und Vorschläge nicht gehört oder übernommen werden. Ziehen wir uns in solchem Fall beleidigt, enttäuscht zurück? Für unser geistliches Wachstum hängt viel davon ab, was wir mit den unangenehmen kleinen oder größeren "Dingen" des Tages machen. Der Apostel schreibt, dass alles uns "zum Besten dienen" soll. Was fiel bei ihm unter "alle Dinge"? Er erlebte auf seinen Wegen für Jesus fünf Geißelungen und eine Steinigung; dreimal wurde er mit Stöcken geschlagen und kam oft in Lebensgefahr; er ertrug Hunger und Kälte (2.Kor.11,16-33; 4,7-5,5). Warum ließ Gott es zu? Warum solche dornigen Wege für den treuen und selbstlosen Prediger des Evangeliums? Dreimal bat Paulus um die Befreiung von "einem Pfahl im Fleisch". Er erlebte keine Befreiung, aber eine aufrichtende Antwort: "Meine Gnade ist genug für dich, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig." Seine Schwäche war für Gott kein Hinderungsgrund, ihn zu einem Segensträger für viele Menschen zu machen. "Gott macht keine Fehler im Leben seiner Leute! Im Rückblick werden Christen immer wieder feststellen: Der Herr hat es mit mir richtig gemacht. Auch wenn mein begrenzter Verstand mir das Verstehen versagt, weiß ich: 'Der Friede Gottes, der allem Denkvermögen und Verstehen überlegen ist, bewahre eure Herzen und Gedanken in Christus Jesus'" (W.Penkazki). (Lies Phil.4,6.7; Jes.55,8.9; 5.Mose 32,3.4.)
Sonntag,22.Oktober Römer 8,28; Psalm 77,12-14.
"Dass uns alle Dinge zum Besten dienen, das ist ganz gewiss kein theoretischer Satz, mit dem wir allem Geschehen unseres Lebens gelassen begegnen können. Dieses Wissen reift und wächst oft unter schwersten Anfechtungen, ja gerade in tiefer Not, in bedrängendem Leid, auf dem Grund der Liebe zu Gott" (H.Krimmer). - Josef sagte nach seinen Leidenserfahrungen: "Menschen gedachten es böse zu machen, Gott aber gedachte es gut zu machen." Er hatte ein Ja für Gottes Weg, er "ließ sich alle Dinge zum Besten dienen". (Lies 1.Mose 37,4.18-20; 45,5-8; 50,20; 5.Mose 8,2.3.16-18.) "Gott macht keinen Fehler, er vertut sich nie", sagte vor einiger Zeit eine Christin, die viel Schweres zu tragen hatte. Auch das Schmerzende, das Bittere ist nie nur Verlust. Das Schwere birgt immer auch etwas Gutes in sich für die, die sich von Gott geliebt wissen und ihn von ganzem Herzen lieben möchten. "Denn ich weiß, was für Gedanken ich über euch habe, spricht der Herr, Gedanken des Friedens und nicht des Leides, euch eine Zukunft und eine Hoffnung zu geben" (Jer.29,11; lies Phil.1,12-21). Hudson Taylor schrieb zu dem Wort: "Nur Güte und Gnade werden mir folgen mein Leben lang": "Alles Tun Gottes ist Segen. Er ist gut und tut nur Gutes. Wer sich dem Herrn als seinem Hirten anvertraut, kann mit dem Psalmisten in großer Gewissheit sprechen: Güte und Gnade umgeben mich beständig. Von daher dürfen wir sicher sein, dass Zeiten der Not, wie auch Zeiten, in denen es uns gut geht, Zeiten des Segens für uns sind. Vielleicht steht jemand gerade in einer schlimmen Zerreißprobe, an der er beinahe zerbricht - wir brauchen nicht erst darauf zu warten, bis wir den Grund erkennen, warum Gott uns in diese Anfechtung führt. 'Wir wissen, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen!'" (Lies Ps.56,4.5.10-14.)
Montag,23.Oktober Römer 8,29.30; 1.Korinther 15,49.
Gott wacht über unserem Leben, er hat immer das Beste für uns im Auge. Er will, dass wir, die wir für Zeit und Ewigkeit zu Jesus gehören, "dem Bild seines Sohnes gleichgestaltet werden". Wie wenig aber gleichen wir ihm noch. Auf diesem Hintergrund verstehen wir, dass wir manche Feuerprobe überstehen müssen. Wenn Gott so Großes mit uns vorhat, muss er auch starke Mittel gebrauchen. Doch das Ziel unseres himmlischen Vaters, uns in Jesu Bild umzugestalten, bleibt in allen Wechselfällen des Lebens bestehen. (Lies Hebr.12,10b.11; vgl.Jes.48,10; Offb.3,19.) Die unvergleichliche Aussicht auf die Herrlichkeit, die gleich am Anfang unseres Abschnitts (V.18) neben die Leiden der Jetztzeit gestellt wurde, leuchtet in Vers 30 noch einmal auf: "Die Gott nun so zuvorbestimmt hat, die hat er auch berufen; die er aber berufen hat, die hat er auch zur Rechtfertigung geführt; die er aber für gerecht erklärt hat, die hat er auch zur Herrlichkeit gebracht." Wie das sein wird, wenn wir an der vollen Herrlichkeit Gottes teilhaben - das können wir uns nicht vorstellen. (Lies 2.Thess.1,10; Offb.7,9ff; 21,1-7.) Mose bat Gott einmal: "Lass mich deine Herrlichkeit sehen!" Damals erfüllte Gott diese Bitte nicht. "Wenn meine Herrlichkeit vorübergeht, so stelle ich dich in die Felsenkluft und will dich mit meiner Hand decken ... aber mein Angesicht sollst du nicht sehen" (2.Mose 33,18.22.23). Wenn wir einmal Gottes Herrlichkeit sehen werden, wird sie sicher alles überstrahlen, was immer wir uns an Liebe, Freude, Licht und Schönheit ausdenken könnten. "Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was in keines Menschen Herz gekommen ist, das hat Gott bereitet denen, die ihn lieben" (1.Kor.2,9.10.14-16).
Dienstag,24.Oktober Römer 8,30; 1.Johannes 3,1.2.
"Die er gerecht gemacht hat, die hat er auch herrlich gemacht." Welche Zusage! Herrlichkeit findet sich nur in Gottes ewigem Reich. "Dein ist das Reich, dein ist die Herrlichkeit", beten wir am Schluss des Vaterunsers. Noch sind wir unterwegs, noch sind wir nicht vollendet. Aber wenn unser Leben in Jesu Hand ist, so gehören wir zu ihm, dem Auferstandenen, der den Tod überwand. "Da ist ein Leib - der Leib Christi, dessen Glieder ihr alle seid; ein Geist - der Heilige Geist Gottes, der in euch allen wohnt und wirkt -, wie ihr ja auch bei eurer Bekehrung schon berufen worden seid zu einer wunderbaren Zukunftsaussicht, die euch allen gleichermaßen aufgetan ist" (Eph.4,4). Der Liederdichter sagt: "Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht?" "Diese Zukunftsaussicht ist für unsre Seele wie ein sicherer Anker, der schon jetzt hineinreicht in das himmlische Allerheiligste. Dorthin ist Jesus, unser Herr, als Vorläufer für uns eingegangen!" (Hebr.6,19.20; lies 1.Kor.15,20-23; Phil.3,20.21). Paulus beginnt den letzten Abschnitt von Römer 8 mit einer Frage, die uns allen persönlich gilt: "Was sollen wir nun dazu sagen? Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein?" Können wir angesichts solcher Aussichten weitergehen wie bisher? Wenn wir über Gottes Liebe und Treue nachdenken, von der wir gelesen haben, können wir nur in staunendem Anbeten unsere Knie beugen und ihn loben und preisen. "Die Stimme des Jubels und der Rettung ist in den Zelten der Gerechten... Ich will dich preisen, denn du bist mir zur Rettung geworden." Schon jetzt dürfen wir das Lob anstimmen, das einmal von der großen Schar aus allen Völkern und Stämmen und Sprachen im Himmel gesungen wird: "Amen, Lob und Ehre und Weisheit und Dank sei unserem Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit!" (Lies Offb.1,5b.6; 5,13; 7,9-12; Ps.40,1-4; 103,1-4.)
Mittwoch,25.Oktober Römer 8,31.32; Jesaja 53,5.
"Gott ist für uns!" Im Herzen vieler Menschen lebt leider der Gedanke, dass Gott gegen uns ist. Es ist wahr - ja, Gott müsste gegen uns sein, aber er fand einen Weg, auf dem alles, was zwischen ihm und uns Menschen stand, hinweggeräumt wurde: "Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle dahingegeben." "Darin besteht die Liebe Gottes: nicht wir haben Gott geliebt, sondern er hat uns geliebt und seinen Sohn gesandt zur Sühne für unsere Sünden." Jesus wurde nicht verschont, damit wir verschont werden können! "Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Es gibt nur einen Mittler zwischen Gott und den Menschen; es ist der Mensch Christus Jesus, der sich selbst für alle zum Lösegeld hingegeben hat. Dieses Zeugnis soll überall verkündigt werden" (1.Tim.2,4-6; lies Matth.1,21-23; Joh.3,16; 2.Kor.5,21; 1.Petr.2,24; 1.Joh.4,9.10). Der erste Teil des Verses, der aussagt, dass Gott uns angenommen hat, hat eine Fortsetzung: "Wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?" Wir sind die Beschenkten! "Er, der so unendlich reich war, ist arm geworden um unsretwillen, damit wir durch seine Armut für Zeit und Ewigkeit reich würden." "In ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig, und an dieser Fülle habt ihr teil in ihm." "In Jesus haben wir alles aufs völligste. Sind wir uns dessen auch dann bewusst, wenn wir uns übergangen oder nicht geschätzt fühlen, wenn wir meinen, das fünfte Rad am Wagen zu sein? Manches kann uns auf den Gedanken bringen, wir müssten Mangel leiden. Doch der Herr ist unser Hirte, es wird uns nichts mangeln. (Lies Ps.23,1-6.) Die Fülle besteht nicht in Jesus und... - In Jesus allein ist die Fülle, ist alles, was wir brauchen" (Gg.Verwer).
Donnerstag,26.Oktober Römer 8,34.35; Jesaja 54,14-17.
"Wer will die Auserwählten Gottes anklagen? Gott ist es, der sie gerecht spricht! Wer ist es, der verdammen will? Christus Jesus ist es, der gestorben ist, ja noch mehr, der auferweckt worden ist, der zur Rechten Gottes ist, der auch für uns eintritt." Gottes Kinder sind seine Auserwählten. Er hat ihnen diesen Namen gegeben. Wenn auch noch vieles an ihnen nicht so ist, wie es sein sollte, wenn Gott sich ihrer nicht schämt, dann hat niemand das Recht, als Ankläger gegen sie aufzutreten. Er tritt nie mehr als Ankläger gegen uns auf. Satan und das Gewissen werden in der Schrift als unsere Ankläger gezeigt (Röm.2,15; Offb.12,10). Gott tritt in solchen Situationen grundsätzlich für die ein, die ihr Vertrauen auf das Rettungswerk Jesu setzen. Durch Jesu Sühnetod und Gottes Rechtfertigung ist unsere Sünde gesühnt und für immer begraben, sie wird nie mehr gegen uns aufstehen. (Lies Röm.8,1-3; Jes.43,24b.25; 44,22; 50,8.9.) "Und wenn unser Herz uns anklagt, so ist Gott unendlich größer als unser Herz und weiß alles" (1.Joh.3,20). Ein Ausleger sagt: "Wenn ihr euch hier reinigen und läutern lasst, so kann euch niemand mehr beschuldigen oder gar verdammen, und auch eure Selbstanklage wird nicht mehr angenommen. Alle Schulden sind von unserem Herrn übermäßig bezahlt." (Lies Kol.2,14.15; 1.Petr.3,18.) Ist es nicht erstaunlich, dass Gott gerade da, wo es um so belastende, peinliche Dinge wie unsere Sünden geht, diesen Namen für uns gebraucht: "seine Auserwählten"? In seiner Liebe hat Gott uns erwählt! Durch Jesus sind wir mit ihm verbunden, ja, er verwendet sich unablässig im Gebet für uns. "Wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist!" (Lies Luk.22,31.32; 1.Joh.2,1.2; Hebr.7,24.25.)
Freitag.27.Oktober Römer 8,35-37; Johannes 10,28.
"Wer wird uns scheiden von der Liebe Gottes? Trübsal oder Angst? Oder ... oder ... oder? Wie geschrieben steht: Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag, sind wir geachtet wie SchIachtschafe. Aber in diesem allen überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat." Wenn es etwas gäbe, was uns von Jesus scheiden könnte, wären wir verloren; denn ohne Jesus, getrennt von ihm, gibt es für uns kein Leben und keine ewige Herrlichkeit. Paulus verschließt die Augen nicht vor der Wirklichkeit. Er führt die Dinge einzeln auf, die sich zwischen uns und die Liebe Jesu schieben möchten: Bedrängnis, Angst, Verfolgung, Hunger, Blöße, Gefahr, Schwert. Dies alles gibt es im Leben der Nachfolger Jesu. Sollte es ein Beleg dafür sein, dass Jesus uns nicht liebt oder nicht mehr liebt? Paulus redet nicht von Möglichkeiten, sondern von dem, was er selbst erlebt und durchlitten hat, aber wie er ebenso Gottes durchtragende Liebe erfuhr. Die Leiden der Nachfolger sind letztlich Leiden um Jesu willen: Getötet den ganzen Tag, geachtet wie Schlachtschafe, beständig dem Tod preisgegeben! (Lies 1.Kor.15,30.31; 2.Kor.4,10-12; 6,4-10; 11,23-29; 2.Tim.4,14-16.) Unwillkürlich stellt sich beim Lesen solcher Abschnitte die Frage: Sind wir eigentlich bereit, um Jesu willen zu leiden? Oder wehren wir uns, um seinetwillen Unannehmlichkeiten, Lasten zu tragen? - "Schülerinnen einer sechsten Klasse mussten ein Referat über ein selbst gewähltes Buch halten. Eine Schülerin wählte ein Gleichnis Jesu. Die Lehrerin brauste auf und fragte: 'Wieso erzählst du uns ein Gleichnis von Jesus?' Das Mädchen antwortete freimütig: 'Damit auch Sie und die anderen diesen Weg einschlagen.' Daraufhin wurde sie von der weiteren Teilnahme an der Unterrichtsstunde ausgeschlossen!" - Sind wir bereit, an Jesu Seite dieses Wort zu sprechen: "Um deinetwillen" - weil ich dich liebe, weil du mich liebst, will ich nicht zurückweichen? (Lies Matth.10,16-32.39; Joh.12,24; 16,33.)
Samstag,28.Oktober Römer 8,37; 1.Johannes 4,4; 5,4.
Jesu Liebe ist eine ewige Liebe, die sich nicht ändert und die uns auch nicht geraubt werden kann. "Berge mögen einstürzen und Hügel wanken, aber meine Liebe zu dir wird nie erschüttert, und mein Friedensbund mit dir niemals wanken. Das verspreche ich, der Herr, der dich liebt" (Jes.54,10). In der Verbindung mit Jesus wird uns Sieg geschenkt in Situationen, wo sonst Niederlagen vorprogrammiert wären. Paulus spricht hier ein Siegeswort aus: "In dem allen überwinden wir weit - siegen wir aufs Herrlichste - durch den, der uns liebt!" Was man normalerweise unter Sieg versteht, wird hier übertroffen: mehr als Sieger, mehr als Überwinder, mehr als Eroberer! Alle gefährlichen Situationen haben keine Macht, uns von Jesus zu trennen, sie sollen zum Schauplatz seines Sieges werden. Und nicht nur mit knapper Not sollen wir durchkommen; nein, Jesus will uns an seinem Sieg Anteil geben - "triumphierende Sieger durch ihn" zu sein. "Der in euch ist, ist mächtiger, als der in der Welt wirksam ist", schreibt Johannes in seinem Brief. (Lies 1.Kor.15,57; Offb.12,11.) Mag der Kampf auch zum Äußersten führen, eines wird dadurch nicht berührt, die Liebe Jesu, die Liebe seines und unseres Vaters. Sie gehört uns und begleitet uns in allen Veränderungen des Lebens. Wie schnell kann sich meine Lage ändern: Zuerst bin ich aufgenommen in meiner neuen Umgebung, dann kühlen die Beziehungen ab, ich bin der Zweite oder der Letzte geworden. Das ist bitter und geht nicht spurlos an mir vorüber. Aber durch ihn, der mich liebt, kann ich überwinden. Jesu Liebe gibt uns übernatürliche Kraft. "Alles vermag ich durch den, der mich stärkt, Christus!" In seiner Liebe haben wir einen sicheren Wurzelgrund, ein ewiges Geborgensein, sodass keine feindliche Macht uns schaden kann. (Lies Luk.10,19; vgl.2.Mose 14,13.14.28; 2.Chron.32,7.8.)
Sonntag,29.Oktober Römer 8,38.39; 2.Timotheus 1,12.
Nun hat Paulus keine Frage mehr, nur noch die Gewissheit: "Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn!" Paulus sagt nicht: Ich nehme an... Oder: Ich kann nur hoffen... Oder: Ich will einen Versuch wagen. Nein, er sagt: "Ich bin gewiss!" Diese absolute Gewissheit kann ihm nicht genommen werden, auch nicht durch das dunkle Rätsel des Todes, auch nicht durch Verlockungen, die in sein Leben treten könnten. "Jesus ist stärker, Jesus ist größer! Er überschaut die gegenwärtigen und zukünftigen Ereignisse, die unser Leben gefährden. Er überschaut alle Kräfte, die uns gefährlich werden können. Es gibt keine Macht der Welt, die den Plan Gottes durchkreuzen darf, den er mit jedem seiner Kinder verfolgt... Diese Gewissheit des Apostels Paulus darf auch unsere Gewissheit sein. Jesus Christus, unser Herr, hat sich in den Jahrhunderten nicht verändert. Er bleibt auch in den kommenden Zeiten derselbe starke Herr, der seine Liebe zu uns am Kreuz bewiesen hat. Wir leben in einer Welt ständiger Erschütterungen. Auch Christen haben Unglück, leiden und sterben. Aber sie bleiben durch alles hindurch in seiner Hand" (E.Schnepel). (Lies Joh.10,27-30; Ps.37,24.) Die Macht der Liebe Jesu ist größer als alle Mächte, woher sie auch kommen. Unsere Stellung in ihm ist so sicher wie der Thron Gottes. Wenn wir eins bleiben mit Jesus, gehören wir zu den Triumphierenden und können mit einstimmen in das Siegeslied: "Der Herr ist meine Stärke und mein Lobgesang und ist mein Heil. Das ist mein Gott, ihn will ich preisen! Herr, wer ist dir gleich unter allen Göttern? Wer ist wie du, herrlich und heilig? Wer tut Wunder so wie du?" (Lies 2.Kor.10,3-5; Eph.6,10-13; 3,20.21.)
Montag,30.Oktober Psalm 62,9; Psalm 55,23.
"Hoffet auf ihn allezeit, liebe Leute, schüttet euer Herz vor ihm aus; Gott ist unsre Zuversicht." Dieses Wort ist eine Einladung für Leute, die ein beschwertes, unruhiges Herz haben. Martin Luther sagt dazu: "Fehlt euch etwas - wohlan, da ist guter Rat: 'Schüttet euer Herz vor ihm aus', klagt nur frei, verbergt nichts. Es sei, was es wolle, so werft's mit Haufen heraus vor ihn, wie ihr einem guten Freund euer Herz ganz und gar öffnet. Er hört's gern, will auch gern raten und helfen. Scheut euch nicht vor ihm und denkt nicht, es sei zu groß oder zu viel. Er ist größer und vermag und will auch mehr tun, als unser Mangel ist. Nur heraus damit, und wenn es Säcke voller Mängel wären, nur heraus, Gott ist größer als unsere Gebrechen." Der Ausdruck, den wir auch im täglichen Umgang gebrauchen: "Schütte doch dein Herz aus" - wurde ursprünglich für das Ausschütten des Herzens vor Gott gebraucht. (Lies Klagel.2,19; Ps.34,7.14.18.19.) Gebet ist immer ein Stück Öffnen unseres Herzens vor Gott. Er, der alles weiß, möchte, dass wir so mit ihm reden, wie es uns ums Herz ist, wie wir es zutiefst empfinden. Ihm dürfen wir die Last, die uns bedrückt, die Sorge, die uns fast umbringt, unsere Not, unsere Freude, unsere Dankbarkeit, auch unsere Schuld und Sünde bringen. Wir haben nicht nötig, vor ihm Versteck zu spielen, müssen auch nicht versuchen, uns besser darzustellen, als wir wirklich sind. "Schüttet euer Herz aus vor Gott": Herr, du siehst, was ich angerichtet habe, wieviel Porzellan zerbrochen wurde durch meine Lieblosigkeit, meine Selbstsucht, meine Reizbarkeit, meine Empfindlichkeit, meinen Geiz. "Schüttet euer Herz aus!" - dann werden wir es los, was uns bedrückt. Und was wir aufrichtig in Gottes Herz hineinschütten, das fällt in den "Abgrund seiner Barmherzigkeit" (J.A.Rothe). (Lies Ps.78,38; 103,8-14; 116,1.4.5; Klagel.3,40.41.55-57.)
Dienstag,31.Oktober Matthäus 7,7-11; Johannes 14,13; 15,7.
Ein Thema, das wohl immer aktuell bleiben wird, hat uns vor einiger Zeit wieder beschäftigt: Warum beten wir und warum ist Beten wichtig? Mit einigen Antworten zu diesen Fragen wollen wir uns in den nächsten Tagen beschäftigen: 1. Gebet ist das von Gott gegebene Mittel, etwas von ihm zu bekommen. "Bittet, so wird euch gegeben ... Denn wer da bittet, der empfängt." Finden wir nicht in diesem Wort Jesu Antwort auf die Frage, warum wir Christen uns manchmal hilflos, von Mangel und Unvermögen geplagt, vorkommen? "Ihr habt nicht, weil ihr nicht bittet", schreibt Jakobus (Jak.4,2). Das ist eine harte Diagnose. Aber trifft sie nicht auf mich zu, wenn ich wenig Veränderung bei mir feststelle? Wenn ich dazu neige, mich der Welt anzupassen? Wenn ich anfällig bin für fragwürdige Angebote oder besondere Lehren? Wenn der Zweifel immer wieder Raum gewinnt oder der Unglaube sich breit macht? Wenn ich nur schwarz sehe und nichts für Gott wage? Fehlt das Beten? "Du sprichst: Suchet mein Angesicht! Darum suche ich auch, Herr, dein Antlitz" (Ps.27,8). Das war Davids Haltung. (Lies 2.Mose 32,7-14; 33,12-17; Hiob 5,8.9; Ps.50,15; Jer.33,3.) Ehe Jesus von seinen Jüngern ging, zeigte er ihnen die große Möglichkeit des Gebets. "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Was irgend ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, das wird er euch geben. Bittet, so werdet ihr nehmen, auf dass eure Freude völlig werde." Paulus erhoffte sich sehr viel vom Gebet, er schrieb an die Epheserchristen: "Hört nie auf, zu bitten und zu beten. Der Heilige Geist wird euch dabei leiten. Bleibt wach und betet inständig für alle Christen in der Welt. Betet auch für mich..." (Eph.6,18-20). Jakobus spricht von einer besonderen Not: "Leidet jemand unter euch, der bete." Wenn wir durch Leiden gehen, brauchen wir in vermehrtem Maß die Hilfe vom Herrn, um durchzuhalten, bei ihm zu bleiben, ihn zu ehren. Oft müssen wir in solchen Zeiten die Lektionen lernen wie: nicht sorgen, zurücklassen, Geduld. (Lies Jak.5,13.14; Phil.4,6; Jes.38,1-5.)