SEHT EUCH DIE VÖGEL AN

Freitag,1.November Epheser 2,10; Philipper 2,13.

„Wir sind geschaffen zu guten Werken.“ Das ist unsere Bestimmung. Gott will das Werk, das er geschaffen hat, gebrauchen. Im zweiten Kapitel des Philipperbriefes lesen wir: „Gott ist's, der beides in euch wirkt, das Wollen und das Vollbringen!“ „Es ist interessant, dass hier im griechischen Neuen Testament das Wort ‚wirken‘ ‚energisch sein‘ heißt. Gottes Wirken, seine Energie erfahren wir darin, dass er zu uns kommt und sein Werk an uns tut. Während die Energie seiner Liebe in uns wirkt, kann es gar nicht anders sein, als dass auch in uns etwas erwacht, nämlich die Energie des Wollens und des Tuns“ (E.Thurneysen). Christa von Viebahn sprach manchmal von „der Energie des neuen Menschen“, die eine geschenkte Energie ist und auch eine von uns in die Tat umgesetzte Energie. „Ich vermag alles durch den, der mich kräftigt, Christus.“ (Lies Phil.4,13; 3,12-14; 1.Tim.6,11.12; 1.Petr.1,13-17.) „In Christus sind wir geschaffen zu guten Werken.“ In der Bergpredigt spricht Jesus davon, dass wir geschaffen sind, Licht zu sein. „Ihr seid das Licht der Welt... Lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, dass sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen“ (Matth.5,14-16). Wir sind umgeben von Menschen ohne Christus. Brennt unser Herz für sie? Paulus konnte sagen: „Ich habe mich jedermann zum Knecht gemacht, damit ich möglichst viele gewinne. Den Juden bin ich wie ein Jude geworden... Denen, die ohne Gesetz sind, bin ich wie einer ohne Gesetz geworden... Den Schwachen bin ich ein Schwacher geworden, damit ich die Schwachen gewinne. Ich bin allen alles geworden, damit ich auf alle Weise einige gewinne.“ - Paulus wollte Menschen für Jesus gewinnen und für das ewige Leben gewinnen. Wollen wir uns nicht in neuer Weise zeigen lassen, wo der Herr uns gebrauchen will, sein Werk zu tun, damit noch viele Menschen die frohe Botschaft von der Erlösung hören? (Lies Apg.26,17.18.)

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Samstag,2.November Matthäus 5,13; Markus 9,50.

„Wir sind geschaffen zu guten Werken“ - wir sind auch geschaffen, das „Salz der Erde“ zu sein. Was meint Jesus, wenn er sagt: „Ihr seid das Salz der Erde“? Salz ist kein Luxusartikel, es gibt der Speise den Geschmack, es hat Würzkraft. Salzlose Gerichte haben einen faden Geschmack. Aber dass wir „in Christus“ geschaffen sind, „Salz der Erde“ zu sein, hat eine tiefere Bedeutung als nur die der Geschmacksverbesserung. „Christen haben den Auftrag, dafür zu sorgen, dass Würze in die Welt kommt, indem sie Dinge tun, die andere vielleicht erstaunt wahrnehmen, wenn sie sich z.B. Menschen zuwenden, die von anderen übersehen werden, wenn sie Abgeschriebene nicht aufgeben und Ausgegrenzten nachgehen. (Lies Luk.14,23; Joh.4, 35.) Die Würzkraft des Salzes ist nichts Nebensächliches. Bei einem Jesus-Jünger darf das Salz nicht fehlen, er darf nicht fad und glanzlos sein... Salz soll auch nicht im Salzfass bleiben. Es gehört in die Suppe, es gehört in den Teig... Christen müssen in den Luftzug anderer Meinungen, und zwar ohne alle Berührungsängste. Nur dann können sie Wirkung erzielen, auch wenn es nur wenige sind und zunehmend weniger werden. Ein paar Christen schon können auf ihre Umgebung einwirken, das Klima am Arbeitsplatz verbessern, den Umgangston vermenschlichen. Eine einzelne Familie im Hochhaus kann eine ganze Hausgemeinschaft zum Guten beeinflussen... Wir helfen den Menschen, denen wir begegnen, am besten, wenn wir unerschrocken zu dem stehen, was unser Auftrag ist, zu dem wir von Gott geschaffen sind“ (Th.Sorg). (Lies Jes.43,21; Matth.4,19.) „Geschaffen zu guten Werken.“ Die guten Werke sind möglich durch „Christus in uns“. Aus uns kommt nichts Gutes und Gewinnendes. Aber dass wir „in Christus geschaffen sind zu guten Werken“, das gibt Hoffnung, dass Jesus durch uns in unsere Zeit hineinwirkt. (Lies Kol.4,5.6; 1.Petr.2,9-12.)

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Sonntag,3.November Epheser 2,8-10; Jesaja 64,7.

„Wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, welche Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.“ Pastor Deitenbeck gab uns einmal einige Gedanken zu diesem Wort weiter. „‘Geschaffen zu guten Werken‘, das heißt doch, ich darf in kleinen Münzen dankbare Zeichen in Wort und Werk für das große Heilswerk Gottes abdanken, Gott und den Menschen gegenüber. Meine Werke sollen ein Spiegel sein, der etwas widerspiegelt von der großen Liebe Gottes zu uns, zu mir. ‚Dass ich die Liebe, von der ich lebe, dienend an andere weitergebe.‘ (Lies Tit.3,4.5.8.14.) Mit den von Gott geschenkten Gaben dürfen wir auf die uns von Gott geschenkte Weise unter den Augen Jesu dienen. Das ist besonders kostbar, wenn jemand an einem ungesehenen, vielleicht sogar unangesehenen Platz unter den Augen Jesu lebt und dient... Wir wissen nicht, wie wir in den nächsten Tagen danken und dienen dürfen. Unser Gott ist ja ein Gott der Überraschungen. Aber er will auf jeden Fall unser Leben optimal anlegen zum Lob seines herrlichen Namens... Das Großanlegen unseres Lebens besteht darin, dass Gott einmal am Tag Jesu Christi Menschen auftreten lässt, die Gott dafür danken, dass wir gelebt haben. (Lies 2.Kor.4,15.) A.Schlatter hat uns einmal gesagt: ‚Wer auch nur eines Menschen Herz bewogen hat, Gott zu danken, der hat nicht umsonst gelebt.‘ Ist das nicht wunderbar! Es hängt also nicht davon ab, dass wir Großes vollbringen, sondern davon, dass wir in Treue glaubenseinfältig und glaubensgehorsam in den uns von Gott bereiteten Werken wandeln.“ - „Einst“ tot in Sünden, „jetzt“ aber durch Jesus Christus erlöst und zu guten Werken ausgerüstet. So sollte unser Leben, das von Gottes Liebe durchstrahlt ist, aussehen: ein dankbares Herz gegenüber Gott und ein offenes Herz für die Menschen. (Lies Apg.13,22.36; Hebr.6,10-12; Matth.10,42.)

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JAKOB SEGNET SEINE SÖHNE

Montag,4.November 1.Mose 30,17-20; 49,1.2.13.

Jakob hatte seine zwölf Söhne um sich versammelt, um ihnen vor seinem Tod noch ein letztes wegweisendes Wort zu sagen. Mit prophetischem Blick sah er in den charakteristischen Wesenszügen der Einzelnen ihre Zukunft und auch die Zukunft ihrer Nachkommen. Von dem väterlichen Segen, den Ruben, Simeon, Levi und Juda, alles Söhne der Lea, bekamen, lasen wir schon. Nun wäre eigentlich Issaschar an die Reihe gekommen, aber Jakob wandte sich zuerst dem jüngsten Sohn der Lea zu: Sebulon. Große Hoffnungen verband Lea mit seiner Geburt (V.20). Jakobs ältere Söhne hatten viel von sich reden gemacht durch Skandale, in die sie sich verwickelten, nicht aber Sebulon. Lebte er im Schatten seiner großen Brüder? War er eine unscheinbare und unbedeutende Erscheinung, einfach nichts Besonderes? Oder ein Stiller im Lande? Eines ist sicher: Dunkle Geschichten erfahren wir nicht von Sebulon. Dabei aber muss sein Leben nicht langweilig verlaufen sein. Manch einer liebt es, in irgendeiner Weise aufzufallen: mit seinem Aussehen, seinem Auftreten, seinem Reden. Vielleicht meint er, er werde nicht genügend beachtet. - Menschen mögen uns übersehen, Gott übersieht niemanden. Hagar erlebte, dass Gott sie sah, als sie sich unverstanden fühlte und floh. Er wusste genau, wer sie war, und kannte den Weg, auf dem sie sich befand. Er wies Hagar zurecht und gab ihr und dem noch ungeborenen Sohn eine Zukunftsperspektive. (Lies 1.Mose 16,6-14; 2.Chron.16,9a; Ps.34,16.) Wir übersehen leicht den Unauffälligen neben uns, weil wir den einzigartigen Wert jedes Einzelnen nicht erkennen. Auch Jesus hatte solche unter seinen Jüngern, von denen wir nur ihre Namen kennen. Und doch waren alle vom Herrn berufen und geliebt wie der spontane Petrus und der besonnene Johannes. Jesus übersieht keinen, auch uns nicht. Wir alle sind wert geachtet in seinen Augen, und er hat uns lieb. (Lies Jer.31,3; Joh.13,1; 15,9; 2.Thess.3,5.)

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Dienstag,5.November 1.Mose 49,13; 2.Korinther 5,7.

„Sebulon wird am Gestade des Meeres wohnen und am Gestade der Schiffe und reichen bis Sidon.“ So sah Jakob die Zukunft der Nachkommen seines Sohnes Sebulon. Als Mose die Stämme Israels segnete, sprach er: „Sebulon, freue dich deiner Fahrten“ (5.Mose 33,18.19). Bei der Verteilung des Landes jedoch bekam Sebulon seinen Anteil nicht wie erwartet am Meer, sondern im Landesinnern (Jos.19,10-16). Hatte Jakob sich getäuscht? Wo war das verheißene Meer mit seinem Reichtum, wo waren die Schiffe zum Ausfahren? Stimmte die Verheißung nicht mit der Wirklichkeit überein? Sebulons vordergründig ungünstige Lage erwies sich jedoch als vorteilhaft. Durch sein Land führte die wichtigste Handelsstraße vom See Genezareth zu den phönizischen Häfen am Mittelmeer, zu denen auch Sidon gehörte. Es ist naheliegend, dass der Stamm Sebulon diese Verbindung zum Handel nützte und so auch den Zugang zum Meer und seinen Schätzen hatte. (Lies Ps.33,4; 146,5.6.) Ergeht es uns nicht manchmal so, dass wir einen Widerspruch festzustellen meinen zwischen dem, was im Wort Gottes verheißen ist und was wir als Wirklichkeit erleben? Paulus schreibt zum Beispiel an die Korinther: „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; ... Neues ist geworden“ (2.Kor.5,17). Zu welcher Meinung kommen wir, wenn wir uns selbst betrachten und andere Christen beobachten? Wir vermissen die Erfahrung des Neuen, das wir „in Christus“ haben sollen. Trotzdem ist die „neue Schöpfung“ eine Tatsache, die Gott für uns in Jesus Christus geschaffen hat. Wir dürfen nicht auf Erfahrungen warten, sondern vielmehr diese Tatsache im Glauben ergreifen, dass Christus in uns lebt und uns neu gemacht hat. Leider übertragen wir immer wieder menschliche Erfahrungen auf Gott und seine unbegrenzten Möglichkeiten. Rechnen wir mit ihm und seinem Wort, damit das göttliche Leben in uns Raum gewinnen und uns gestalten kann! (Lies Eph.2,1-5; 4,22-24; 5,8; Kol.1,21-23.)

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Mittwoch,6.November Richter 5,18; 1.Korinther 10,24.

„Niemand suche das Seine, sondern was dem andern dient.“ Diese Gesinnung unseres Herrn Jesus finden wir auch bei den Nachkommen Sebulons. In der Zeit, als Debora Richterin in Israel war, herrschte im Norden des Landes ein heidnischer König. Sein Feldherr Sisera überfiel immer wieder die nördlichen Stämme und raubte sie aus. Dieser Not wollte Debora ein Ende setzen (Richt.4,1-9). Dazu benötigte sie Mitkämpfer, denn allein konnte sie nichts ausrichten. Sebulons Männer waren bereit, als sie gebraucht wurden. Sie riskierten ihr Leben, um den Feind zu überwinden. Dabei ging es nicht nur um ihre eigene Sicherheit, sondern auch um die der Nachbarstämme. Debora hatte auch andere Stämme zur Hilfe gerufen. Nicht alle waren willig, sich auf diesen Kampf einzulassen. Ruben debattierte, konnte sich aber nicht vom Flötenspiel und den Herden trennen. Auch Gad rührte sich nicht. Dan war mit der Seefahrt beschäftigt, und Asser genoss es, am Strand zu sitzen. Ihnen ging es gut, und die Not ihrer Brüder berührte sie nicht. Sie waren sich selbst die Nächsten. (Lies Richt.5,16.17; 3.Mose 19,18b.) Wenn bei uns alles „gut läuft“ - dürfen wir dann selbstzufrieden den eigenen Interessen nachgehen und den Kampf des Bruders oder der Schwester übersehen? (Lies Phil.2,20.21.) Paulus schrieb an die Korinther, dass er nicht seinen eigenen Vorteil suche, „sondern den der vielen, dass sie errettet werden“ (1.Kor.10,33; lies 2.Kor.5,15; 12,15a; 1.Thess.3,12). Wie gewinnen wir den richtigen Blick für die Menschen, mit denen wir leben? Wie können wir erkennen, was ihnen Not macht und was ihnen eine Hilfe ist? Wenn Jesus in uns so leben und handeln darf, wie es seinem Willen entspricht, wird schon unser bloßes Dasein für andere zum Segen werden. Die innere Gemeinschaft mit Jesus führt uns auch zum Nächsten, der unseren Beistand braucht. (Lies Gal.6,2.9.10; Röm.15,1.2.)

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Donnerstag,7.November Jesaja 8,23; 9,1; Matthäus 4,12-17.

Vorbildlich war die Haltung der Nachkommen Sebulons, als sie ihr Leben für ihre Brüder einsetzten. Ebenso verlässlich erwiesen sie sich, als es um das Königtum Davids ging. Vom Norden her kamen sie nach Hebron, „um David einmütig zu helfen“ (1.Chron.12,34). Still und treu, zu allem bereit, so lebten und arbeiteten sie. - Schmerzlich ist die Tatsache, dass es auch bei dem Stamm Sebulon eine Zeit gab, in der sie zu den Abtrünnigen Israels zählten, zu denen, die nicht mehr auf Gott vertrauten, sondern sich nach ihrem Belieben Ersatzgötter schufen. Damit stellten sie sich selbst ins Abseits, und der Segen Gottes konnte sie nicht mehr erreichen. Trübsal, Angst und Finsternis kam über sie. (Lies Jes.8,19-22.) In diese Dunkelheit hinein gab Gott die befreiende Verheißung: „Doch es wird nicht dunkel bleiben über denen, die in Angst sind ... Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht.“ Keine Finsternis ist so total, dass das göttliche Licht nicht hineindringen könnte. Selbst wenn die Verzweiflung groß und ein Ausweg aus Schuld und Not unwahrscheinlich scheint, so haben wir dennoch eine Anlaufstelle, die uns auffängt. Dort werden wir nicht abgewiesen, sondern aufgenommen und gehört. (Lies Ps.50,15; 69,2-4; 86,5-7; 109,21.22; 62,6-9; 43,5.) Das große Licht, von dem Jesaja spricht, ist kein anderer als Jesus selber, der in die Dörfer und Städte Sebulons und auch Naftalies seine Rettungsbotschaft brachte: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben“ (Joh.8,12; lies Apg.26,17.18; 2.Kor.4,6). - Der Stamm Sebulon begegnet uns noch einmal im letzten Buch der Bibel. Sein Name ist im Lauf der Geschichte nicht untergegangen. Im Himmel ist er bekannt, sowie alle Ereignisse, die mit seinem Namen verbunden sind. Ob unsere Namen im Himmel eingeschrieben sind? (Offb.7,8; lies Luk.10,20; Phil.4,3; Hebr.12,22-24).

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Freitag,8.November 1.Mose 49,14.15; 3.Mose 26,13.

Nachdem Jakob seinen Segen über Sebulon ausgesprochen hatte, wandte er sich dem älteren Bruder Issaschar zu. Er vergleicht ihn mit einem knochigen Lastesel. Diese Bezeichnung hatte nichts Verächtliches an sich; denn der Esel ist ein nützliches Lasttier, das zur Arbeit gut zu gebrauchen ist. Bedenklich aber ist, dass von Issaschar gesagt wird, dass er die Ruhe sucht, Verantwortung flieht und sich von fremden Herren anstellen lässt. War Issaschar ein Mensch, der trotz seiner Kraft den Weg des geringsten Widerstandes ging und „um des lieben Friedens willen“ sich nicht so einsetzte, wie es dem Willen Gottes entsprach? Das Erbteil der Nachkommen Issaschars, ein kleines Paradies, lag östlich des Gebietes von Sebulon und reichte bis an den Jordan. Es war verhältnismäßig leicht, dieses Land zu nutzen. „Und als er sah, dass die Ruhe gut und das Land lieblich war, da beugte er seine Schulter zum Lasttragen und wurde zum fronpflichtigen Knecht.“ (Vgl.Spr.6,9-11; Gal.5,1.13.) Das war gewiss nicht der Wille Gottes für ihn, dass er sich freiwillig unter ein fremdes Joch beugte und sich zum Knecht fremder Herren machte! Hatte er vergessen, dass Gott das ganze Volk Israel aus der Knechtschaft in Ägypten befreit hatte? (Lies 2.Mose 3,7-9; 15,1.2.11-13; Ps.136,3.10-16.23.24.) - Kompromisse mit der Welt mögen einen Scheinfrieden schaffen und das Leben erleichtern. Viele scheuen sich, als bekennende Christen gegen den Strom zu schwimmen und passen sich lieber ihrer Umgebung an. Sie möchten nicht auffallen und die Schwierigkeiten vermeiden, die eine konsequente Nachfolge mit sich bringt. Ein solches Verhalten aber wird nie gesegnet sein und keinen inneren Frieden schaffen, sondern in eine gefährliche Abhängigkeit bringen. „Zieht nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen ... was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis?“ (2.Kor.6,14; lies Röm.6,13; 8,12.13; 12,1.2).

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Samstag,9.November 5.Mose 33,18.19; Psalm 119,133.

„Lass meinen Gang in deinem Wort fest sein und lass kein Unrecht über mich herrschen.“ In der Geschichte des Stammes Issaschar gab es einen Wendepunkt. Das Segenswort Moses weist uns darauf hin: „Issaschar, freue dich über deine Zelte!“ Aus seinen Reihen kamen Leute, die „die Zeiten zu beurteilen verstanden und wussten, was Israel tun musste“ (1.Chron.12,33). Einst dachte man in den Zelten Issaschars, dass sie ein stilles und bequemes Leben führen könnten, wenn sie die Forderungen der Feinde erfüllten. Diese Rechnung geht jedoch niemals auf. So blieben auch sie als Angehörige des Volkes Gottes nicht unbehelligt. Zusammen mit den anderen Stämmen mussten sie den gemeinsamen Feind bekämpfen. Und diese neu gewonnene Freiheit schenkte ihnen auch neue Freude. (Lies Richt.4,1-6.10; 5,1.2.13-15.) - Es gibt wohl keinen Nachfolger Jesu, der unangefochten seine Tage durchlebt. Denn wir alle haben einen gemeinsamen Feind, der sich beständig bemüht, uns aus der Gemeinschaft mit Gott zu lösen. „Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge. Dem widersteht, fest im Glauben“ (1.Petr.5,8.9; lies Jak.4,7.8a; Eph.6,11-13). - Der Gott, der aus einem trägen und leidensscheuen „knochigen Esel“ einen mutigen Kämpfer machen kann, der sich selbstlos für andere einsetzt, der kann auch uns verändern. Glauben wir, dass wir ein Leben lang immer über die gleichen Fehler stolpern müssen? Mit Jesus kann es zu dem entscheidenden Wendepunkt kommen. Weil er größer ist als alle Mächte, kann er uns Sieg schenken, wo von unserer Natur her Niederlagen vorprogrammiert wären. Paulus schreibt den Christen in Rom das Siegeswort: „Aber in dem allen überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat.“ „Der in euch ist, ist mächtiger als der, der in der Welt wirksam ist“ (Röm.8,37; lies 1.Joh.4,4; 5,4; 1.Kor.15,57).

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Sonntag,10.November 1.Mose 49,16-18; Psalm 33,20.

In seinen letzten Worten über Dan sprach Jakob zwei Eigenschaften an, die wir bei Dan und seinem Stamm finden. „Dan wird sein Volk richten“, das war der erste Teil der prophetischen Weissagung. Gott berief in seinem Volk immer wieder Richter. Solange Josua und die Ältesten lebten, war das nicht nötig. Aber bald nach ihrem Tod lesen wir: „Da taten die Israeliten, was dem Herrn missfiel, und dienten den Baalen“ (Richt.2,6-19). Das Volk wäre seinem Untergang verfallen, wenn Gott ihm nicht bevollmächtigte Richter gesandt hätte, die sein Volk aus der Fremdherrschaft befreien sollten. Aber keiner der Richter Israels konnte damals dem Volk eine bleibende Rettung verschaffen. Es war immer nur eine zeitlich begrenzte Befreiung vom feindlichen Joch. (Vgl.Richt.3,10.11; 5,1.2.31; 8,28; 10,1.2.) Auch aus dem Stamm Dan sandte er einen Richter: Simson. (Lies Richt.13,1-5; 15,20.) Doch auch er, den Gott mit übernatürlichen Kräften ausgestattet hatte, konnte keinen dauernden Frieden schaffen. Hatte Jakob etwa diesen Richter vor seinem prophetischen Auge und musste darüber den Herrn anrufen, seinem Volk doch ein ewiges Heil zu schaffen? „Herr, ich warte auf dein Heil!“ (Lies Ps.130,1-8; 119,166; 25,5; Jes.25,9.) - Wie viele Menschen suchen nach einer bleibenden Befreiung von ihren Nöten und finden nur eine begrenzte Hilfe, weil sie die einzige „richtige Adresse“ verfehlen oder nicht um sie wissen. (Lies Jer.29,11-14a; Ps.63,8.9.) Uns fehlt oft der Durchblick für das eigentliche Problem. Viele Schwierigkeiten sind auf dem Boden der Sünde gewachsen. Das Übel muss man bei der Wurzel packen. Darum zeigt uns die Bibel den Einen, der uns befreit. „Kommt her zu mir...“, sagt Jesus allen, die mit sich selbst und dem Leben Mühe haben. Er will uns aus den heillosen Verstrickungen herausführen und uns dafür eine ewige Errettung schenken.

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Montag,11.November 1.Mose 49,17; Josua 19,40.47.

Bei der Landverteilung durch Josua wurde Dan ein Gebiet am Meer zugeteilt. Das war eine günstige Lage. Die Leute von Dan hätten es nicht besser treffen können. Sie hatten allen Grund, sich über ihr Erbteil zu freuen. Aber „dem Stamm Dan ging sein Gebiet verloren“. „Und die Amoriter drängten die Daniter aufs Gebirge und ließen nicht zu, dass sie hinunter in die Ebene kämen“ (Richt.1,34). Der Stamm Dan konnte das ihm zugeteilte Erbteil nicht in Besitz nehmen. Der offene Kampf war nicht seine Sache. „Dan wird eine Schlange auf dem Weg werden, eine Otter ..., die in die Fersen des Pferdes beißt, dass der Reiter rücklings stürzt.“ So war Jakobs Schau über Dan, und so geschah es auch. Die Daniter gaben ihr Erbteil preis und suchten sich ein anderes Siedlungsgebiet. Im Norden des Landes in der Gegend der Jordanquellen überfielen sie eine Stadt und siedelten sich dort an (Richt.18,1-12). Dieser eigene Weg der Daniter führte sie in die Gottesferne. Sie brachen ihre Beziehung zu dem Gott Israels ab und führten den Götzendienst ein (Richt.18,14-20). Was Jeremia später von dem untreuen Gottesvolk sagen musste, war bei dem Stamm Dan schon lange zuvor eingetreten: „Sie haben meine Herrlichkeit eingetauscht gegen einen Gott, der nicht helfen kann“ (Jer.2,13; lies Ps.81,12-15). Gott hat für das Leben jedes Einzelnen einen guten Plan, auch wenn mancher anders darüber denkt und eigenmächtig handelt. Wenn das Leben nicht nach eigenen Wünschen und Vorstellungen verläuft, dann nimmt man es in die eigene Hand. Aber eigene Wege bringen uns ins Abseits. Der Geist Gottes muss sich zurückziehen. (Vgl.Jes.30,1-3; 31,1-3; Eph.4,30; 1.Tim.1,18.19; Hebr.2,1; 12,25.) Jesus Christus darf nicht zu einer unbeachteten Randfigur in unserem Leben werden. Er will unser guter Hirte sein, dem wir ohne Angst unser Leben anvertrauen können. (Lies Ps.23,1-4; 25,4.5.)

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Dienstag,12.November 1.Mose 49,19; Josua 1,12-18.

Jakobs Wort über Gad zeigt diesen Sohn als einen Mann, der gegen viele Widersacher zu kämpfen hatte. Er wurde oft angegriffen, verstand aber, sich zur Wehr zu setzen. Leas Namensgebung sprach von Glück. Auch den Gaditern ließ Gott viel gelingen. Sie bewohnten das Ostjordanland, einen Teil des heutigen Jordanien. Sie mussten immer vor den Feinden aus dem Osten auf der Hut sein, um ihren Besitz zu schützen und zu bewahren. Dabei waren sie zum Verzicht bereit und konnten Persönliches zurückstellen, wenn es um das Ganze ging. Sie wussten darum, dass nur ein ganzer Einsatz zum Sieg führte. Zusammen mit Ruben und dem halben Stamm Manasse halfen sie den übrigen Stämmen bei der Eroberung Kanaans. Dafür nahmen sie eine jahrelange Trennung von ihren Familien in Kauf. Die Gaditer überquerten zuerst den Jordan und sorgten auf der Westseite dafür, dass kein Feind sich dem nachkommenden Volk nahen konnte. (Lies Jos.4,12; 1.Chron.12,15.16.) Als Gottes Kinder stehen wir nicht weniger im Kampf: Unser Widersacher sucht, wen er verschlingen kann. Deshalb muss unser Einsatz für den Herrn mit ganzem Herzen geschehen, denn jede Halbherzigkeit macht uns anfällig für den Feind. Wenn eigensüchtige Interessen mit dem Willen Gottes im Streit liegen, haben wir schon den Feind in den eigenen Reihen. So sollte es nicht sein. Paulus stellt uns im Brief an die Epheser einen wehrfähigen Kämpfer vor Augen und mahnt uns: „Zieht an die Waffenrüstung Gottes, damit ihr bestehen könnt gegen die listigen Anschläge des Teufels.“ (Lies Eph.6,10-17; 1.Thess.5,6-8; 2.Tim.1,7; 2,5.) In allen Kämpfen, in die wir hineingestellt sind, sollten wir festhalten: Jesus ist und bleibt der Sieger. „Triumphierende Sieger sind wir durch den, der uns stark macht, Christus“ (Joh.16,33; Phil.4,13; 2.Kor.10,4.5; Ps.118,13-16; Jes.12,2).

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Mittwoch,13.November 1.Mose 49,19; Hebräer 12,3.

„Gedenkt an den, der so viel Widerspruch gegen sich von den Sündern erduldet hat, damit ihr nicht matt werdet und den Mut nicht sinken lasst.“ - Die Gefahr der Ermüdung droht selbst dem freudigsten Kämpfer. Eine Zeit lang konnten die Gaditer den feindlichen Ansturm der Ammoniter und ihren Götzendienst abwehren. Doch es kam ein Zeitpunkt, an dem sie, wie auch die anderen Stämme Israels, nicht wach genug waren. Im Nu hatten sie den Feind im Land und in ihren Herzen. Sie vergaßen, was ihnen Josua mit auf den Weg gegeben hatte: „Achtet aber nur genau darauf, ... dass ihr den Herrn, euren Gott, liebt und wandelt in allen seinen Wegen ... und ihm anhangt und ihm dient von ganzem Herzen und von ganzer Seele.“ (Lies Jos.22,1-5; Richt.10,6-16.) Es ist nicht immer einfach, in Bedrängnissen standzuhalten oder den Versuchungen zu widerstehen. Nur zu leicht verlieren wir den Mut, und der Unglaube gewinnt Macht über uns, sodass wir nicht mehr im Glauben an Jesus festhalten. Unter Angabe scheinbar vernünftiger Argumente und Handlungen verstricken wir uns in Sünde und geraten immer mehr in den Einflussbereich der gottlosen Welt. Zu unserem Glück gibt es einen Ausweg. Wie die Stämme Israels damals durch Not zur Einsicht kamen und zu dem Herrn um Hilfe schrien, so kann das heute jeder tun, der sein Elend erkennt und umkehren will. „Wir haben an dir gesündigt, denn wir haben unseren Gott verlassen und den Baalen gedient.“ „Wenn mein Volk, über das mein Name genannt ist, sich demütigt, dass sie beten und mein Angesicht suchen und sich von ihren bösen Wegen bekehren, so will ich vom Himmel her hören und ihre Sünde vergeben“ (2.Chron.7,14; lies 1.Joh.1,9; Ps.32,1-5; Micha 7,18.19). In der Liste der Helden Davids werden auch die Gaditer genannt. Sie hatten ihren Kampfgeist zurückgewonnen und waren wieder in den Dienst des Königs getreten (1.Chron.12,9.15.16).

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Donnerstag,14.November 1.Mose 49,20; 5.Mose 28,1-5.

„Asser hat Brot im Überfluss, und köstliche Leckerbissen teilt er aus.“ Als Asser vor seinen Vater trat, um den Segen zu empfangen, sah Jakob in ihm einen Mann, der ein offenes Herz für Gott hatte. Mose bestätigte in seinem Segen über die zwölf Stämme Israels die Worte Jakobs über Asser: „Asser ist gesegnet unter den Söhnen. Er sei der Liebling seiner Brüder und tauche seinen Fuß in Öl“ (5.Mose 33,24). Schaute Jakob bereits das Erbteil der Nachkommen Assers im Land der Verheißung, ein Gebiet vom Karmel bis nach Sidon im heutigen Libanon? Damit gehörte auch ein Teil von Obergaliläa zum Stammesgebiet Assers. Dort standen die vielen Olivenbäume, aus deren Früchte dieses kostbare Öl gewonnen wurde. Nicht allein die umliegenden Städte, auch das mächtige Tyrus und Sidon tauschten Assers Leckerbissen gegen Gold ein. Asser musste sich keine Sorgen machen. Er hatte alles, was er zu einem Leben in Sicherheit und Wohlstand brauchte, auch wenn er seine Hände rühren musste. Aber die Voraussetzungen für seinen Reichtum waren gegeben. Er brauchte nicht erst einen guten Boden zu schaffen, nicht erst Ölbaume zu pflanzen, alles bekam er geschenkt. „Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen“ (Ps.65,5; lies Ps.112,1-3; 1.Chron.29,10-12).Sind wir nicht in einer ähnlichen Lage wie der Stamm Asser? Natürlich sind es nicht die Ölbäume, die uns den Reichtum bescheren. Uns sind himmlische Güter geschenkt, die alle Reichtümer dieser Welt an Wert übertreffen. „Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus.“ „Alles, was wir brauchen, um ein Leben zu führen, wie es Gott gefällt, hat uns Christus geschenkt“ (Eph.1,3; 2.Petr.1,3.4; lies 1.Kor.1,4-7; Kol.2,3.9.10).

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Freitag,15.November 1.Mose 49,20; Matthäus 6,19-21.

Auch der Stamm Asser blieb in seinem Wohlstand nicht unangefochten. Es ging ihm gut, und daran sollte sich nichts ändern. Das machte ihn aber auch bereit, mit den Kanaanitern, die ihres Götzendienstes wegen vertrieben werden sollten, Kompromisse zu schließen. „Sie lebten mitten unter den Kanaanitern, die im Lande wohnten, denn sie vertrieben sie nicht“ (Richt.1,31.32). Als die kampffähigen Männer von Asser sich am Kampf gegen den kanaanitischen Feldherrn Sisera beteiligen sollten, verweigerten sie sich, weil sie ihr beschauliches Leben nicht aufgeben wollten: „Asser saß am Ufer des Meeres und blieb ruhig in seinen Buchten“, während Sebulon und Naftali ihr Leben riskierten (Richt.5,16-18). Die Not der Brüder konnte Asser nicht aus der Ruhe bringen. Er war sich selbst zum Nächsten geworden. Sein eigenes Wohl hielt er für wichtiger, als den Brüdern in der Not zu helfen. So weit kann der Wohlstand auch den glaubenden Menschen bringen, dass er nur sich selbst wahrnimmt. Zunehmender Besitz kann leicht zur Gefahr werden. Paulus schreibt an Timotheus: „Die, welche darauf ausgehen, reich zu werden, geraten in Versuchung und Schlingen und viele tödliche und schädliche Begierden ... Eine Wurzel alles Bösen ist die Liebe zum Geld. Manche, die ihre Hand nach dem Geld ausstreckten, sind vom Weg des Glaubens abgeirrt und haben sich selbst viele qualvolle Leiden bereitet.“ Wenn wir den Vorzug haben, viel und mehr als nötig zu besitzen, wollen wir uns der Not anderer nicht verschließen. „Die Bemittelten sollen wohl tun, reich sein in guten Werken, sich freigebig und mildtätig erweisen und sich so ein gutes Grundkapital für die Zukunft ansammeln, damit sie das Leben in seiner vollen Wirklichkeit erfassen.“ (Lies 1.Tim.6,9-11.16-19; Jak.2,15-17.)

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Samstag,16.November 5.Mose 33,24.25; Psalm 119,67.71.75.107.

Die Bibel berichtet, dass der Stamm Asser später doch bereit war, seine Schulter mit unter die Last seiner Brüder zu schieben. Als David König wurde, schickte der Stamm Asser 40 000 Männer, um ihn zu unterstützen (Richt.6,35; 7,23; 1.Chron.12,24.37.39). Nach Salomos Tod teilte sich Israel in ein Nord- und Südreich. Die nördlichen Stämme kehrten dem lebendigen Gott Israels den Rücken. An seiner Stelle verehrten sie die Götzen der heidnischen Völker. Der Stamm Asser bildete dabei keine Ausnahme. Von Anfang an hatten die Nachkommen Assers keine klare Trennung vollzogen, sondern die Kanaaniter in den eigenen Reihen geduldet. Moses Ruf zum Gehorsam gegen Gott allein war ihren Herzen nicht mehr nahe: „Höre, Israel, der Herr ist Gott, der Herr allein“ (5.Mose 6,4.5; 10,12; Jos.24,14.15). Als die Assyrer das Land mit Krieg und Verderben überzogen, hatten sie gegen den Feind keine Widerstandskraft mehr. In diese Situation hinein schickte König Hiskia Boten zu den nördlichen Stämmen mit der Einladung, zum Passafest nach Jerusalem zu kommen. Aber man verlachte und verspottete sie. „Doch einige von Asser ... demütigten sich und kamen nach Jerusalem.“ (Lies 2.Chron.30,1.6-11; 1.Petr.5,6; Jak.4,10.) Nur wenige von Asser erkannten in der Einladung eine Chance für sich, von ihrem falschen Weg umzukehren. Hatte Not und Leid ihr Ohr für die Stimme Gottes geöffnet? „Den Elenden errettet er in seinem Elend und öffnet durch Bedrängnis sein Ohr“ (Hiob 36,15). Es war bestimmt nicht leicht für sie, sich unter den Augen der Spötter vor dem Herrn zu beugen. Aber der Herr steht zu denen, die mit ihrer Umkehr ernst machen. (Lies Ps.34,19; 51,19; Jes.57,15; Matth.12,20.) Der Name „Asser“ ist nicht aus Gottes Gedächtnis verschwunden. Im letzten Buch der Bibel finden wir ihn auch wieder. Er gehört dort zu den Erretteten Israels und schaut die Herrlichkeit Gottes (Offb.7,4-8).

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Sonntag,17.November Lukas 2,36-38; Psalm 27,4; 122,1-4.

Als Jesus zum ersten Mal von seinen Eltern in den Tempel gebracht wurde, trafen sie neben Simeon auch auf eine Frau, die dem Stamm Asser angehörte. Es war „die Prophetin Hanna“. Von ihr wird berichtet, dass sie „nicht aus dem Tempel wich und Gott diente mit Fasten und Beten Tag und Nacht“. Bis in ihr hohes Alter - Hanna war inzwischen eine Witwe von vierundachtzig Jahren - war ihr Leben bestimmt von der ungestillten Sehnsucht nach Erlösung und vom Dienst für Gott. Hanna wollte Gott gefallen und in Verbindung mit ihm leben. So erfüllte sich an ihr das Wort aus Psalm 92: „Der Gerechte wird grünen wie ein Palmbaum. Wie eine Zeder auf dem Libanon wächst er empor. Die gepflanzt sind im Hause des Herrn, werden blühen in den Vorhöfen unseres Gottes. Und wenn sie auch alt werden, werden sie dennoch blühen, fruchtbar und frisch sein, dass sie verkündigen, wie der Herr es recht macht“ (Ps.92,12-15; lies 2.Kor.4,16-18). Wir werden bei dem kurzen Zeugnis über Hanna an die Worte erinnert: „Herr, wie liebe ich die Stätte deines Hauses und den Wohnort deiner Herrlichkeit.“ „Ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als sonst tausend. Ich will lieber an der Schwelle stehen im Hause meines Gottes als wohnen in den Zelten derer, die sich nach seinem Gesetz nicht richten“ (Ps.26,8; lies Ps.84,1-12). Hanna war eine von Gott Gesegnete, und sie wurde auch zum Segen für viele andere. „Sie lobte Gott und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten.“ „Kommt her und sehet die Werke Gottes, der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern.“ Der Zusammenhang von Lob, Anbetung und Zeugnis fällt bei Hanna auf: Wer lobt und anbetet, der hat auch eine Botschaft für andere. (Lies Ps.66,16; ll9,46.136; 2.Kor.4,13.)

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Montag,18.November Lukas 2,36-38; 1.Johannes 1,1-4.

Die Prophetin Hanna war in derselben Stunde im Tempel, in der auch Simeon auf „Anregung des Geistes Gottes“ dorthin gekommen war. Als Josef und Maria mit dem Kind in den Tempel kamen, trat sie zu ihnen. Sie sah den „Heiland“ (Luk.2,10), der hier offiziell den Namen Jesus empfing, den der Engel Josef genannt hatte: „Du sollst ihm den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden.“ Das Gebet Simeons ging ihr tief zu Herzen: „Meine Augen haben deinen Heiland gesehen, den du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht, zu erleuchten die Heiden und zum Preis deines Volkes Israel.“ Der Heiland, der Retter war geboren, diese Botschaft konnte auch sie nicht verschweigen, sie musste sie sofort weitersagen. „Sie redete über ihn - nämlich über Jesus, den Erlöser - zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten.“ „‚Sie redete‘ meint nach der griechischen Grammatik: ‚Sie redete wieder und wieder über Jesus‘. Jesus wurde zum Hauptthema ihrer noch verbleibenden Lebenszeit“ (G.Maier). (Lies Apg.4,20; 2.Tim.1,7.8a.) Hanna, die Witwe aus dem Stamm Asser, hatte Jesus gesehen, zwar als kleines Kind, aber sie kannte die prophetischen Weissagungen von dem kommenden Messias. Schon ihr Stammvater Jakob hatte davon gesprochen (1.Mose 49,10.18). Dass der Retter nun wirklich da war, welch herrliche Erfüllung! Diese Botschaft mussten die Menschen, die ebenso sehnsuchtsvoll auf Erlösung warteten, hören, damit die Freude und der Jubel über die Erfüllung in ihre Herzen einkehren konnte. Auch heute gibt es Menschen mit der Sehnsucht nach Erlösung. Welche Verantwortung hat doch jeder von uns! „Gott ist ja in Christus erschienen... Er hat uns den Auftrag gegeben, überall die Botschaft von der Erlösung zu verkündigen. So sind wir nun Gesandte an die Menschen; Gott ruft sie durch uns!“ (Lies Röm.1,16; 2.Kor.5,18-21.)

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ZIELORIENTIERTES LEBEN - Philipper 3,12-21

Dienstag,19.November Philipper 3,12-21; 1.Timotheus 6,12.

Für Paulus bedeutete die Gemeinschaft mit Jesus Christus mehr als alles, was das Leben ihm sonst zu bieten hatte. Das ließ er die Gemeinde in Philippi schon am Anfang seines Briefes wissen. Dort schreibt er: „Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn.“ In den ersten zehn Versen von Kapitel 3 berichtet er von der völligen Umwertung aller Werte, die in seinem Leben stattgefunden hat (V.4-8). Paulus hatte alles hinter sich gelassen, was ihm vor Menschen Glanz und Ehre verlieh, auch das eigene Bemühen, mit dem er vor Gott zu bestehen meinte. „Um Christi willen“ stand fortan über dem Leben des Apostels. „Ich achte alles für Schaden gegenüber der überschwänglichen Erkenntnis von Jesus Christus, meinem Herrn.“ Es ging ihm nicht mehr um ideelle oder materielle Werte, es ging ihm allein um geistliche Werte, das heißt um die innere Verbindung mit Christus, aus der heraus Bleibendes gewirkt wird, das in Ewigkeit Bestand hat. (Lies Matth.13,44-46; Joh.6,68.69; Eph.3,8.) Auf dem Weg nach Damaskus öffnete ihm der Herr die Augen für die Wirklichkeit des Auferstandenen. Die größte und wichtigste Erkenntnis, die einem Menschen geschenkt werden kann, ist die Erkenntnis, wer Jesus ist. Wer das erlebt hat, wird Paulus zustimmen. (Lies 1.Tim.1,12-16.) Dem Apostel wurde nicht nur die Erkenntnis zuteil, dass Jesus mit seinem Reichtum uns gehört, sondern dass er in uns wohnen will. Jesus bringt nicht nur den Frieden für das unruhige Herz, er schafft auch die Voraussetzung, dass wir im Frieden leben und Liebe üben können. Das ist nur möglich, weil „Christus in uns“ dies bewirkt. „Christus in uns“ bringt uns in Bewegung, dass wir zielorientiert leben, denn „Ziellosigkeit führt zur Weglosigkeit“. (Lies Phil.3,20; Matth.6,33; Hebr.10,37-39.)

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Mittwoch,20.November Philipper 3,12-14; 1.Petrus 2,2.

Aller Ruhm gehört dem Herrn, denn Paulus wurde von Christus Jesus ergriffen. Das Glück und die Freude über die Tatsache, dass der Herr ihn ergriff und er sein Eigentum wurde, kommt an dieser Stelle sehr stark zum Ausdruck. „Das ist die unerschütterliche und vollendete Basis für jeden wiedergeborenen Christen: Ich wurde von Jesus ergriffen. Auf dieser felsenfesten Tatsache geht nun durch das ganze Christenleben die unaufhörliche Bewegung des Ergreifens“ (W.de Boor). Wir hörten Gottes berufende Stimme nicht so, wie Paulus sie hörte (Apg.26,12-18). Der Ruf, der durch Gottes Wort und seinen Heiligen Geist an unsere Herzen dringt, ist nicht weniger intensiv. Der Ruf gleicht dem Startschuss, der das Ohr eines Athleten erreicht. Unser Leben mit Jesus gleicht jedoch nicht nur einem kurzen Sprint. Es ist vielmehr mit einem Marathonlauf zu vergleichen, der ein ganzes Leben lang dauert. Dabei gilt es, manches schwierige Gelände zu durchlaufen. Es kann sein, dass es uns wie dem Pilger aus Psalm 121 geht. Auf der gefährlichen Straße nach Jerusalem stellte er die Frage: „Woher wird mir Hilfe kommen?“ „Von dem Herrn“, war damals die Antwort, und diese Antwort wird nie ihre Gültigkeit verlieren für Menschen, die von Jesus ergriffen sind. Er bringt uns durch bis ans Ziel. Seine Hand ist stark und treu, sie hält uns fest. Er lässt uns nicht mehr los. Mag an uns noch so vieles unreif und unvollkommen sein - Jesus hält seine Zusagen. Auf ihn können wir uns zu jeder Stunde völlig verlassen. Seinen Jüngern versprach er: „Ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann sie aus der Hand meines Vaters reißen. Ich und der Vater sind eins“ (Joh.10,27.28; lies Ps.121,1-8; 1.Petr.1,3-5).

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Donnerstag,21.November Philipper 3,12-14; Kolosser 1,9-11.

„Nicht, dass ich es schon ergriffen habe oder schon vollkommen sei; ich jage ihm aber nach, ob ich es auch ergreifen möchte, weil ich von Christus Jesus ergriffen bin.“ Paulus stellt hier nüchtern fest, dass er noch nicht vollkommen ist. „Noch ist er nicht fehlerlos, noch betet er täglich: ‚Und vergib mir meine Schuld.‘ Er weiß, was Jesus seinen Jüngern bei der Fußwaschung sagte: ‚Wer gewaschen ist, bedarf nichts weiter, als dass ihm die Füße gewaschen werden‘ (Joh.13,9.10). Das heißt doch, dass auch Kinder Gottes, die durch die Vergebung von Jesus von ihrer Schuld gereinigt wurden, täglich in Berührung kommen mit dem ‚Staub der Erde‘ und mit dem Unrat um sie her, und dass sie deshalb die tägliche Reinigung brauchen“ (H.Brandenburg). (Lies 1.Joh.1,9; 2,1.2.) Mit seinen Worten wird Paulus Argumenten falscher Lehrer - wie es sie auch heute gibt - entgegengetreten sein. Sie versuchten mit ihrem Reden über Vollkommenheit, Einfluss in der Gemeinde zu gewinnen. Der Gedanke an ein vollkommenes Leben ist eine tiefe Sehnsucht jedes wiedergeborenen Christen. Wir sehnen uns danach, von Sünde und Versagen freizukommen. Paulus will durch sein Zeugnis klarstellen, dass wir noch auf dem Weg zur Ewigkeit sind. Wir sind noch nicht vollkommen, noch nicht ohne Fehler. Der Prozess der Umwandlung dauert noch an. Es war ihm ein Anliegen, dass dieses Werk in ihm und anderen nicht aufgehalten wurde, sondern weiterging und vertieft wurde. Stillstand bedeutet im geistlichen Leben immer Rückgang und Verlust. In den Sprüchen werden wir darauf hingewiesen, wie Gott sich unseren Weg zum Ziel gedacht hat: „Der Pfad des Gerechten ist wie das glänzende Morgenlicht, das stets heller leuchtet bis zur vollen Tageshöhe.“ Johannes der Täufer hatte sich das Ziel gesteckt: „Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen“ (Spr.4,18; Joh.3,30; lies Kol.2,1-7; 2.Petr.3,18).

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Freitag,22.November Philipper 3,12-14; 1.Korinther 9,24-27.

Bei Paulus erleben wir eine heilige Unzufriedenheit. Er, der schon so viel mit seinem Herrn erlebt hatte, dachte nicht daran, alles schon „ergriffen“ zu haben. Das „noch nicht“ drängte ihn zum engen Anschluss an Jesus. Auf Jesus war sein Leben konzentriert. „Meine Brüder, ich schätze mich selbst noch nicht so ein, dass ich’s ergriffen habe. Eins aber sage ich: Ich vergesse, was hinter mir liegt, und strecke mich aus nach dem, was vorne ist, und jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.“ Es ist klar, dass Paulus nicht daran dachte, die zurückliegenden Barmherzigkeiten Gottes zu vergessen, auch nicht die Lektionen, die er schon gelernt hatte in der Nachfolge seines Herrn. (Lies Ps.103,2.) Was meinte Paulus dann mit dem Vergessen? Es gibt ein Stehenbleiben bei der Vergangenheit, das uns aus der Bahn werfen, unser geistliches Leben hemmen, inneres Wachstum geradezu verhindern kann. Durch die Worte „ich vergesse...“ greift Paulus ein grundlegendes Lebensprinzip für Christen auf. Als es um die Frage der Nachfolge ging, sagte Jesus seinen Jüngern: „Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt zum Reich Gottes.“ (Lies Luk.9,57-62; vgl.1.Mose 19,17.26; Gal.1,6.7; 5,7.) Vergessen fällt vielen Menschen, auch Christen, besonders schwer, wenn sie verletzt oder gekränkt wurden. Wie viel wird da gespeichert! Eine Hilfe, Böses und Schweres zu vergessen, finden wir im Epheserbrief: „Vergebt einander so herzlich, wie Gott euch in Christus vergeben hat!“ Wir wollen daran denken, was Jesus uns vergeben hat und täglich vergibt, wenn wir wegen eines Versagens oder wegen einer Schuld zu ihm kommen. Vergeben macht innerlich frei, dem „Siegespreis der himmlischen Berufung nachzujagen“. Für Paulus war Gottes Berufung ein sehr wertvolles Gnadengeschenk. Stets hatte er das Ziel vor Augen: die Begegnung mit Jesus in der Herrlichkeit. (Lies 2.Tim.4,7.8; Joh.14,3; 16,16-20.22.)

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Samstag,23.November Philipper 3,14; 1.Korinther 9,24.25.

Paulus sieht sein Glaubensleben wie den Lauf in einer Sportarena. Dieses Bild kannten seine Leser in Philippi sehr gut. Wie ein Läufer bringt er äußerste Konzentration auf und lässt sich durch nichts ablenken. „Ich vergesse ... ich strecke mich aus ... ich jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.“ Wer das Ziel der Herrlichkeit Gottes so bewusst vor Augen hat, weiß um den einzigartigen Sinn seines Leben. Er braucht nicht mehr im Zickzack seiner Wege herumzuirren, denn die Zukunft liegt klar vor ihm. „Sucht, was droben ist, wo Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist.“ „Das ist eine scharfe Absage an all die Lebensversuche, die nur die Sicherung und Steigerung des irdischen Wohlbehagens im Auge haben“ (H.Lamparter). Was uns am Ziel erwartet, ist unbeschreiblich groß, und alle irdischen Vergleiche reichen nicht an die verheißene Wirklichkeit heran: „Wir werden bei dem Herrn sein allezeit.“ In dieser Aussage werden Ziel und Vollendung unseres Lebens beschrieben. „Ihr glaubt an Jesus, obwohl ihr ihn nicht seht; ihr werdet euch aber freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, wenn ihr das Ziel eures Glaubens erlangt, nämlich der Seelen Seligkeit.“ „Wenn Christus, euer Leben, sich offenbaren wird, dann werdet auch ihr offenbar werden mit ihm in Herrlichkeit!“ Am Ziel wird nur Freude sein, Schmerzen und Begrenzungen sind verschwunden. Auch Wünsche und Erwartungen erübrigen sich dann, weil alles aufs Herrlichste erfüllt sein wird. „Ewigkeit, in die Zeit leuchte hell hinein, dass uns werde klein das Kleine und das Große groß erscheine - selge Ewigkeit!“ (Lies 1.Joh.3,2; Hiob 19,25-27; Kol.3,2-4; Hebr.11,13-16.)

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Sonntag,24.November Philipper 3,15-17; 1.Korinther 11,1.

„Folgt mir, liebe Brüder, und seht auf die, die so leben, wie ihr uns zum Vorbild habt.“ Es überrascht, dass Paulus sagt, „folgt mir, werdet meine Nachahmer“. Wie kommt Paulus dazu, sich selber als Vorbild hinzustellen und andere aufzufordern, ihm nachzufolgen? Steckt dahinter nicht Hochmut? Ist es nicht vermessen, solch einen Anspruch zu erheben? Hatte er nicht eben erst davon gesprochen, dass er noch nicht vollkommen sei? Und nun eine solche Aufforderung? Paulus wusste, dass es in Philippi Leute gab, deren Glaubenshaltung und Lebensführung von der seinen grundverschieden war. Darum rief er die Glaubenden zur Entschiedenheit auf. Dabei wurde ihm klar, dass sie in einer solchen Situation nicht großartige theoretische Abhandlungen brauchten, sondern vielmehr einen praktischen Anschauungsunterricht. Deshalb fand er den Mut, außer den Philippern auch andere Gemeinden aufzufordern, seinem Vorbild zu folgen. Den Korinthern schreibt er: „Haltet euch also an mein Vorbild, wie ich mir Christus zum Vorbild nehme!“ (Lies 2.Thess.3,7.9; Phil.4,8.9; 2.Tim.1,13.14.) Paulus hatte es persönlich erlebt, dass eindeutige Christuszeugen einen starken Eindruck hinterlassen und zu Vorbildern werden können. Als junger Mann erlebte er die Steinigung des Stephanus mit. Die Treue zu Jesus Christus bezahlte Stephanus mit seinem Leben. „Seine letzten Worte der Vergebung waren wie das Echo der Worte, die sein Erlöser am Kreuz ausgerufen hatte“ (S.Ferguson). (Lies Apg.7,54-60.) Diese Szene hat Paulus wohl nie vergessen können. Was sehen die Menschen unserer Umgebung an uns? „Sei ... ein Vorbild im Wort, im Wandel, in der Liebe, im Glauben, in der Reinheit der Lebensführung“ (1.Tim.4,12). Eine Christin nannte als Gebetsbitte, dass Jesus durch ihr Denken, Reden und Tun für andere transparent werden möge. Transparent für Jesus Christus zu sein, das ist die Aufgabe der Christen. Nehmen wir sie wahr? (Lies Matth.5,16; 1.Kor.6,20; 2.Kor.2,14-17; Eph.5,1.2.)

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Montag,25.November Philipper 3,17; 2.Korinther 4,6b; 5,20.

Dr.Michiaki Horie schreibt, wie er durch das Vorbild junger Christen aus einer buddhistischen Tradition in die Lebensgemeinschaft mit Jesus Christus fand: „Aus Höflichkeit war ich der Einladung eines deutschen Missionars gefolgt und begegnete dabei zum ersten Mal in meinem Leben Menschen, die an eine außerirdische Person glaubten, die sie Gott nannten. Für uns moderne Japaner war Gott nicht existent. So war für mich alles sehr fremd. Ja, es war, als sprächen diese jungen Leute eine andere Sprache. Was war Sünde? Was bedeutete Gnade? (Lies 2.Kor.4,3.4; 1.Tim.2,4; Apg.4,12.) - Nicht die Worte waren es, die mich fesselten. Es war die Ausstrahlung dieser jungen Christen. Aus ihrem Wesen sprach eine Freude, die ich nicht kannte. Diesem Geheimnis, das hinter ihrer Freude stand, wollte ich auf die Spur kommen ... Waren es zunächst die Christen, die mich interessierten, so war ich bald von Jesus Christus gefangen, der sich in Liebe an die todgeweihten Menschen verschwendete und sie in schöpferischer Kraft zum neuen Leben befähigt. Ich sprach das erste Gebet meines Lebens. Bald darauf fühlte ich mich von ihm vor die Frage gestellt: ‚Wem willst du dein Leben opfern, den Flugzeugen oder mir?‘ Ich wählte Jesus Christus und verschrieb mich der Mission. Es war mir völlig unverständlich, dass solch eine revolutionäre Nachricht wie die Auferstehung von Jesus fast zweitausend Jahre gebraucht hatte, um unser Land zu erreichen. Ich fing an, mit Interesse die Bibel zu lesen, und war immer mehr gefesselt und berichtete meiner Familie davon. Nicht lange danach verlor Buddha seinen Platz in unserem Haus. Meine Eltern und Geschwister ließen sich taufen. Es entstand eine kleine Gemeinde. Ich ging mit einigen jungen Christen auf die Straße, um von dem zu erzählen, was ich selbst gerade erst erfahren hatte.“ Macht uns das nicht Mut, ebenso offen von Jesus zu sprechen? (Lies Apg.1,8; 4,18-20; Luk.24,46-49; 1.Joh.1,1-4.)

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Dienstag,26.November Philipper 3,17-19; Jeremia 23,16-22.

Leuchtende und abschreckende Vorbilder werden uns in der Bibel vorgestellt. Zum Beispiel ging es Paulus immer um die Hauptsache: „Ich hielt es für richtig, unter euch nichts zu wissen als allein Jesus Christus, den Gekreuzigten“ (1.Kor.2,2; lies Röm.1,16.17). Ebenso stand bei Petrus nur Jesus Christus im Mittelpunkt seiner Botschaft: „Es ist in keinem andern Namen Heil, auch ist kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden.“ (Lies 1.Petr.3,15; 1.Tim.1,15.) Leider gab es in Philippi auch Menschen, die sich wohl für Christen hielten, deren Leben aber das Gegenteil bewies. Paulus bezeichnete sie als „Feinde des Kreuzes Christi“. Für ihn war diese Tatsache sehr schmerzlich. „Viele leben so, dass ich euch oft von ihnen gesagt habe, nun aber sage ich’s unter Tränen: Sie sind Feinde des Kreuzes Christi... Sie sind irdisch gesinnt.“ Diese harte Kennzeichnung trifft dann zu, wenn Reden und Handeln auseinander fallen. „Das fromme Vorzeichen konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie darauf ausgingen, ihre eigene Person möglichst vorteilhaft zu platzieren. Dieses Streben läuft Christi Kreuz zuwider, an dem Gott unser altes, ichsüchtiges Leben zum Tod verurteilt hat“ (H.Lamparter). (Lies 2.Kor.5,14.15; Matth.10,38.39; Apg.20,24.) In einer Abendbibelschule wurde Folgendes über das Irdisch-Gesinntsein gesagt. „Wir sollten uns fragen, ob wir von dieser Gesinnung auch etwas in uns finden. Irdisch gesinnt sind Menschen, die nur an das denken, was sich auf der Erde abspielt, die auch oberflächlich leben in ihrem Christsein. ‚Irdisch‘ ist es zum Beispiel, wenn wir negativ über andere reden, die nicht da sind. ‚Irdisch‘ ist, wenn wir nur unsere Ehre, unsere Bestätigung suchen. Selbstgerechtigkeit gehört zur irdischen Gesinnung. Noch vieles gibt es, was den Stempel ‚Irdisch gesinnt‘ trägt. Wie stark darf es uns bestimmen?“ (Lies 1.Joh.2,15-17; Gal.5,16.17.25.26.)

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Mittwoch,27.November Philipper 3,20.21; Johannes 14,1-3.

Paulus hat von den „Feinden des Kreuzes“ gesprochen und deutlich gemacht, dass ihr Weg ins Verderben führt. Dem stellt er nun die wunderbare Tatsache gegenüber, dass Menschen, die bewusst in der Nachfolge von Jesus stehen, einer herrlichen Zukunft entgegengehen. „Unser Bürgerrecht ist im Himmel; woher wir auch erwarten den Heiland, den Herrn Jesus Christus, der unseren nichtigen Leib verwandeln wird, dass er gleich werde seinem verherrlichten Leib nach der Kraft, mit der er sich alle Dinge untertan machen kann.“ In dieser Vorfreude lebte Paulus, und diese Erwartung der zukünftigen Herrlichkeit erhellte ihm jeden dunklen Tag. An dieser Gewissheit hielt er unbeirrt fest. (Lies 2.Kor.5,1-9.) Wie ist es mit unserem Wandel „im Glauben“? Auch wir sind noch nicht am Ziel, die himmlische Heimat schauen wir noch nicht, obwohl unser Bürgerrecht durch die Wiedergeburt ganz sicher ist. Wie Jesus seine Jünger tröstete, als er ihnen die Tür einen kleinen Spalt breit in die Zukunft öffnete, so soll uns das Wort trösten: „Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich! In meines Vaters Haus sind viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, würde ich dann zu euch gesagt haben: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten? Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, so will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin.“ (Lies Apg.1,9-11; 1.Thess.4,13-18.) Die Gläubigen in Philippi verstanden, was Paulus ihnen mit dem „Bürgerrecht im Himmel“ sagen wollte. Viele von ihnen waren römische Bürger. Auch wenn Philippi als römische Kolonie weit entfernt von Rom lag, wussten die Römer unter den Bewohnern: Wir haben Bürgerrecht in Rom. Wie lang oder kurz die Wegstrecke zur himmlischen Heimat für uns noch sein mag, eins dürfen wir sicher wissen: Unser Zuhause ist der Himmel, die Gegenwart Gottes. Welch herrliche Zukunftsaussicht! (Lies 1.Kor.1,6-9; Hebr.9,27.28; 11,8.9.13-16.)

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Donnerstag,28.November Philipper 3,20.21; 1.Thessalonicher 1,10.

„Unser Bürgerrecht aber ist im Himmel; woher wir auch erwarten den Heiland, den Herrn Jesus Christus.“ Paulus lebte in der frohen Erwartung seines wiederkommenden Herrn. Die Spannung des Wartens war mit einer tiefen Zuversicht verbunden., dass Jesus auch die Zukunft in seiner mächtigen Hand behält. Mit diesem zukunftsorientierten Ausblick ermutigte der Apostel die Christen in Philippi. Wollen wir uns nicht ebenfalls ermutigen lassen, unsere Gedanken auf das Kommen unseres Herrn und Heilands Jesus Christus auszurichten, damit wir mit Paulus sagen können: „Wir warten sehnlich auf unseren Herrn Jesus Christus.“ Oder: „Mit Freuden erwarten wir das herrliche Offenbarwerden unseres Herrn.“ - Erschrecken wir in unseren Tagen nicht oft über die Entwicklungen, die sich in unserer Zeit anbahnen? Die Bibel verschweigt nicht, dass die Vollendung verbunden ist mit gewaltigen Umwandlungen, dass Kräfte am Werk sein werden, die uns zutiefst erschüttern. (Lies Matth.24,3-14; 2.Petr.3,1-9.) Jesus aber wird über aller Ausweglosigkeit und über allem Chaos dieser Welt seine Macht und seinen Sieg offenbar machen. Deshalb warten wir nicht auf die Vernichtung, sondern auf die Vollendung. (Lies Joh.17,24; 12,26; Offb.21,3-5.) Dem bekannten Liederdichter Philipp Friedrich Hiller wurde diese Zukunftsperspektive in seinem von Anfechtungen, Not und Krankheit geprägten Leben zur Hilfe. Das bringt er in einem seiner Lieder zum Ausdruck:

Wir warten dein, o Gottessohn, und lieben dein Erscheinen.

Wir wissen dich auf deinem Thron und nennen uns die Deinen.

Wer an dich glaubt, erhebt sein Haupt und sieht dir froh entgegen;

du kommst uns ja zum Segen.

Wir warten dein, du kommst gewiss, die Zeit ist bald vergangen;

wir freuen uns schon überdies mit kindlichem Verlangen.

Was wird geschehn, wenn wir dich sehn,

wann du uns heim wirst bringen, wann wir dir ewig singen!

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Freitag,29.November Philipper 3,20.21; 1.Korinther 15,42-45.

Wir dürfen Jesus als Retter vom Himmel erwarten. Wenn er kommen wird, dann wird das mit Veränderungen verbunden sein. Er, der Schöpfer des Himmels und der Erde, wird seine Kraft auch in ganz besonderer Weise an unserem menschlichen Körper offenbaren. Paulus schreibt, dass er unseren „Leib der Niedrigkeit“ umgestalten wird in einen „Leib der Herrlichkeit“: „Wir erwarten den Heiland, den Herrn Jesus Christus, der unseren nichtigen Leib verwandeln wird, dass er gleich werde seinem verherrlichten Leib nach der Kraft, mit der er sich alle Dinge untertan machen kann.“ Unsere Vorstellungskraft reicht nicht aus, die zukünftige Herrlichkeit jetzt schon zu erfassen. Aber die Kraft unseres Herrn Jesus wird ausreichen, unseren durch Sünde und Krankheit dem Tod ausgelieferten Körper zu verwandeln nach dem Bild seiner Herrlichkeit. „Wie wir hier das Bild des Menschen von Staub getragen haben, so werden wir auch bald das Bild des himmlischen Menschen tragen“ (1.Kor.15,49). - Noch sind wir mit vielen Kindern Gottes aus allen Völkern und Stämmen unterwegs zu dem großen Ziel, das Paulus uns vor Augen gemalt hat. Was wird das für ein Augenblick sein, wenn wir dort angekommen sind und gemeinsam vor Gottes Thron stehen werden! (Lies Offb.7,9-17.) „Lebt in der Erwartung des großen Tages, den Gott heraufführen wird. Er hat uns einen neuen Himmel und eine neue Erde versprochen. Dort wird es kein Unrecht mehr geben, weil Gottes Wille regiert. Auf diese Welt warten wir!“ (Lies Röm.13,11-14; 1.Petr.4,7.) Lebt zielorientiert! Wir wollen der Gemeinschaft mit Jesus Christus heute und hier schon den ersten Platz einräumen und dafür Sorge tragen, dass seine verändernde Kraft in unserem Leben sichtbar wird.

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PSALM 27

Samstag,30.November Psalm 27,1-14; 18,29.

Beim Lesen dieses Psalms sind wir Zuhörer und Zeugen davon, wie David mit seinem Gott und Herrn redete. Zuerst bekennt er, was Gott für ihn bedeutet: „Der Herr ist mein Licht und mein Heil.“ - Im Grunde sind wir sehr abhängig von äußeren Lichtquellen. Damit ist nicht in erster Linie die Sonne oder elektrisches Licht gemeint, sondern das, worauf wir uns freuen, was unser Leben hell macht. Wir freuen uns über Post oder ein Mail, auf unsere Ferien, auf Zeit für die Familie oder für unser Hobby. Diese „Lichtquellen“ sind Gottes Gabe und Geschenk, für die wir ihm danken wollen. Doch es gibt auch Zeiten, da scheint alles, was unser Leben von außen her erhellt, erloschen zu sein. Alles erscheint grau in grau und öde. Das Wetter kann diesen Eindruck an einem trüben Tag noch verstärken. Nichts Besonderes geschieht, das uns zur Freude veranlasst. Da ist auch nichts in Aussicht, auf das wir uns schon im Voraus freuen könnten. Wenn es uns vielleicht heute so geht, müssen wir uns dann freudlos und mürrisch durch den Tag quälen? David sagt im Blick auf solche Tage: „Der Herr ist mein Licht und mein Heil!“ Die Menschen der Bibel kannten Gott als Lichtquelle für ihre Tage, ihr Leben und ihr Herz. Der Prophet Micha bekennt: „Wenn ich im Finstern sitze, so ist doch der Herr mein Licht!“ Das können wir ihm nachsprechen und nachbuchstabieren. Jesaja rät: „Wenn einer im Finstern wandelt und ihm kein Licht scheint, so vertraue er auf den Namen des Herrn und halte sich an seinen Gott“ (Micha 7,8; Jes.50,10; lies Ps.43,3-5). Gott kann und will unsere Licht- und Freudenquelle sein. Manchmal löscht er andere Lichter aus, damit wir uns wieder ihm, dem eigentlichen Licht, zuwenden. Nur er ist der dauerhafte und tiefste Grund unserer Freude. (Lies Ps./36,8-10; 139,11.12; Jes.2,5; 42,16; 60,19.20.)

zur Verfügung gestellt von: bibel.com der Homepage von Christen für Christen.

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