Donnerstag,1.November 1.Samuel 23,7-28; Römer 8,5.

In dem ganzen Kapitel fällt uns die grundsätzliche Verschiedenheit zwischen Saul und David auf. Sie hören beide die täglichen Meldungen und stehen vor Entscheidungen, beide sind frei, so oder so zu handeln. Wir wollen die Haltung der beiden Männer in ihrem Miteinander vergleichen.

  1. Saul redete fromme Worte, ohne auf Gott zu hören. "Gott hat David in meine Hand gegeben!" Oder zu den Sifitern: "Gesegnet seid ihr von dem Herrn, dass ihr euch meiner erbarmt habt" (V.7.21). Aufrichtigkeit, Durchsichtigkeit fehlten in Sauls Leben. (Lies 2.Tim.3,5.)
  2. David fragte Gott und blieb in Verbindung mit ihm (V.2.4.10-12). Wie brauchen wir die horchende Haltung, damit wir nicht in Sünde fallen und dadurch auch andere in Gefahr bringen. (Lies Joh.15,7.8; Hiob 23,11.12.)
  3. Sauls Motiv war Hass gegen David, er verfolgte den "Mann nach dem Herzen Gottes" (V.8.24.26; lies Gal.4,29).
  4. Davids Motiv war die Rettung Israels. "David stritt wider die Philister... Also rettete David die Einwohner von Keïla" (V.5; vgl.1.Sam.17,26.32.49.50).
  5. Saul lebte sich selbst - er behauptete seine Herrschaft und ließ sich nicht aus der selbstsüchtigen Lebensart herausholen, selbst als die Not in Keïla groß war (V.1-5).
  6. David dachte an die bedrohten Leute in Keïla. Er erntete Undankbarkeit, denn die Bewohner der Stadt wollten ihn an Saul ausliefern (V.12). Wir lesen nichts von Vorwürfen, die er ihnen gemacht hätte - "sie zogen fort von Keïla". "Die Liebe Gottes lässt sich nicht erbittern" (1.Kor.13,4-7).
  7. Saul hörte auf das Angebot der Sifiter und ließ sich von ihnen auf einen schlechten Weg leiten (V.19ff).
  8. David hörte auf seine Leute, aber er ließ sich von Gott beraten - "David befragte den Herrn!" (V.3-5; Spr.12,15; 19,20; Jes.28,29).

An denselben Ereignissen beteiligt, handelten Saul und David sehr unterschiedlich. Saul hatte nur sein persönliches Wohl im Auge, David das seines Volkes. (Lies Ps.139,23.24.)

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FÜR DEN HIMMEL GEBOREN

Freitag,2.November 1.Petrus 1,3.4; Kolosser 1,12-14.

Während eines Berichtsabends erwähnte eine Missionarin unter anderem, dass Menschen, die sich Jesus anvertrauen, "für den Himmel geboren" werden. Lockt es uns nicht, über eine solche Aussage nachzudenken und mehr über den "Himmel" zu erfahren? Was wissen wir vom Himmel? Dazu müssen wir die Bibel befragen. Sie sagt, dass "Gott in sechs Tagen Himmel und Erde gemacht hat". Bei Jesaja lesen wir, dass Gott von Anfang an "den Himmel ausgebreitet hat wie ein Zeltdach zum Wohnen" (2.Mose 20,11; Jes.40,22). Schon am zweiten Schöpfungstag entstand auf Gottes Wort hin der Raum, den wir zum Leben, die Luft, die wir zum Atmen brauchen. So groß ist Gottes Fürsorge. (Lies Ps.91,1.2.14-16.) Der Himmel ist auch der Ort des Lichts, heißt es in der Offenbarung. Er ist der Ort ohne Sünde, ohne Leid, ohne Tränen, ohne Schmerzen, mit menschlichen Mitteln nicht zu erreichen. Aber der Thron steht darin, und von diesem Thron aus wird regiert. Johannes schreibt: "Und siehe, ein Thron stand im Himmel, und auf dem Thron saß einer!" (Lies Offb.4,1.2; Dan.7,13.14; Matth.6,10.) Dieser himmlische Ort ist unsichtbar, den Glaubenden jedoch real, weil Jesus, ihr Herr, nach seiner Auferstehung "aufgehoben wurde gen Himmel und sich setzte zur Rechten Gottes" (Mark.16,19; Eph.1,20-23). "Der Mathematikprofessor Dr.Rohrbach wurde einmal von einem Kollegen spöttisch gefragt, ob er ihm sagen könne, wann Jesus im Himmel angekommen sei, gerechnet vom Tag seiner Himmelfahrt an. Rohrbach antwortete, dass Jesus jetzt erst beim nächsten Fixstern sein müsse, wenn er sich der Lichtgeschwindigkeit bedient hätte; als Christ wisse er aber: Jesus war in einem Augenblick im Himmel, denn kurze Zeit nach der Himmelfahrt sah Stephanus ihn 'zur Rechten Gottes stehen'“ (J.Leuthner). (Lies Apg.7,55; Luk.23,42.43.)

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Samstag,3.November Jesaja 66,1.2; Psalm 113,1-9.

"Vom Verlust des Himmels" hat St.Holthaus eine Arbeit überschrieben. Einiges daraus ist für uns aufschlussreich: "Ein Journalist schreibt: 'Nach einer Umfrage glaubt nur noch eine Minderheit an den Himmel. Die zunehmende Säkularisierung führt heute zum Verlust des Himmels und der Ewigkeit. Das Jenseits kommt im Diesseits einfach nicht mehr vor. Den Himmel haben wir in der Postmoderne längst ad acta gelegt.' - Prinzipiell ist also festzustellen: Unsere Gesellschaft hat den Himmel und damit die Ewigkeit verloren - mit unweigerlichen Konsequenzen für unser Leben im Diesseits. (Vgl.Luk.16,19-31; Joh.3,36.) Die Erde ist das Wichtigste geworden, das Irdische ist 'himmlisch' geworden. Die Werbung bedient sich deshalb der Himmelsvokabeln... Verwirrung und Verunsicherung machen sich breit. Grund genug, die Bibel zum Thema 'wo ist der Himmel' zu befragen. Mit Fernrohren kann man dem Himmel nicht auf die Spur kommen. Denn der Himmel gehört zur jenseitigen, nicht sichtbaren Welt ... In den biblischen Berichten wird klar, dass der Himmel als ein unsichtbarer Raum um uns herum existiert. Paulus sagt z.B. den Athenern: 'Gott ist nicht fern von einem jeden von uns. Denn in ihm leben und weben und sind wir' (Apg.17,27b.28a). David schreibt in Psalm 139,5 über Gottes Gegenwart: 'Von allen Seiten umgibst du mich.' Diese Aussagen sind nur dann verständlich, wenn der Himmel als Wohnort Gottes eine höhere Dimension besitzt. (Lies 1.Kön.8,27-30; Jes.63,15a.19b.) Höhere Dimensionen sind für Wesen niederer Dimensionen prinzipiell unsichtbar, die höhere Dimension kann jedoch die niedere umschließen. So wie die Luft uns von allen Seiten umschließt, so umschließt uns der Himmel von allen Seiten. Der Himmel ist uns deshalb näher, als wir denken... er ist zum Greifen nahe... Eins wird aus den biblischen Berichten klar: Der Himmel ist nicht auf Erden. Erst wenn Jesus Christus die Glaubenden zu sich holt, wird der Himmel für uns offenbar!" (Lies Joh.17,24.)

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Sonntag,4.November Psalm 136,26; 1.Mose 28,10-17.

Im Alten Testament gibt es ein Bild des geöffneten Himmels und der Verbindung zwischen Himmel und Erde: die Himmelsleiter im Traum Jakobs. Jakob erwachte von seinem Traum im Bewusstsein des offenen Himmels, er hatte die Verbindung zwischen Himmel und Erde gesehen. Er wusste um die Nähe Gottes: "Fürwahr, der Herr ist an diesem Ort! Hier ist die Pforte des Himmels." Im Neuen Testament lesen wir, dass der Traum Jakobs nicht nur für ihn Bedeutung hatte, vielmehr sollen uns durch diesen Traum die Augen geöffnet werden für eine Wirklichkeit, die uns durch Jesus geschenkt ist. Wir leben unter einem geöffneten Himmel. (Lies Hebr.9,24; 5.Mose 33,27; Ps.20,7; 57,3.4.) Jesus selber nahm im Gespräch mit Nathanael auf die Himmelsleiter Bezug und sagte ihm: "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel offen sehen und die Engel Gottes hinauf- und herabfahren über dem Menschensohn" (Joh.1,51). Dass der offene Himmel Wirklichkeit ist, davon spricht auch der Hebräerbrief: "Ihr seid gekommen zu dem Berg Zion und zu der Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, und zu den Zehntausenden von Engeln, zur Festversammlung und Gemeinde der Erstgeborenen, die im Himmel angeschrieben sind, und zu Gott, dem Richter über alle, und zu den Geistern der vollendeten Gerechten, und zu Jesus, dem Mittler des neuen Bundes" (Hebr.12,22-25). "Ihr seid gekommen!" Der selbstverständlichen Aussage und gleichzeitigen Einladung für alle Menschen ging das Leiden und Sterben Jesu am Kreuz voraus. Dadurch wurde der Weg in die Gegenwart Gottes frei. Jesus hat für uns den Himmel geöffnet! "So haben wir nun vollste Freiheit, jederzeit in die Gegenwart Gottes einzutreten auf Grund des Blutes Jesu." (Lies Joh.10,9; Röm.5,2; Hebr.10,19-22.)

Heut soll ein Lied erklingen dir, Jesus, Gottes Sohn:

Du bist der einzig Reine, erhöht im Himmel schon.

Wir schauen dich im Geiste, wir sehen deine Macht;

die Heilsgedanken Gottes hast du für uns vollbracht.

Diakonissenmutterhaus Aidlingen

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Montag,5.November Johannes 1,12.13; Hesekiel 36,26.27.

Unter drei Überschriften wollen wir uns mit dem Thema "für den Himmel geboren" beschäftigen.

1. Für den Himmel geboren, ein Leben mit neuen Maßstäben!

Ein junger Mann, der eben sein Studium beendet hatte, schrieb an seinen Freund: "Hier, auf dem sich im Kreise drehenden Planeten, einem Pünktchen erstarrten Drecks am Rande des Sonnensystems, leben und sterben alle, sterben auch Du und ich. Wo liegt der Sinn des Lebens? Gibt es ihn überhaupt? Ich komme mir vor wie ein Schmetterling, der ziellos gegen eine Milchglasscheibe fliegt." Dieser Mann ist nicht der Einzige, der nach dem Sinn des Lebens fragt. Viele Menschen wollen wissen, wofür sie leben, warum sie überhaupt geboren wurden. Antwort auf diese Fragen gibt uns nur Gott in seinem Wort. (Lies 1.Mose 1,26-29.) Die ersten Menschen, die Gott schuf, mussten nicht nach dem Sinn ihres Lebens fragen, sie wussten, Gott wollte Gemeinschaft mit ihnen haben. Diese Gemeinschaft erlebten sie im Paradies so lange, bis Satan, der Widersacher Gottes und der Menschen, eine Möglichkeit fand, die Gemeinschaft zwischen Gott und seinen Menschenkindern zu zerstören (1.Mose 3,1-24). Seit dem Sündenfall leben die Menschen getrennt von Gott. Kann die Gemeinschaft mit Gott wieder hergestellt werden? Ja! Aber nur auf einem Weg können wir sie erlangen: "Lasst euch versöhnen mit Gott!" Im Gleichnis vom verlorenen Sohn zeigte Jesus, wie man zur Versöhnung mit Gott kommt. Als der Sohn, der sich von seinemVater abgewandt hatte, von seinem Irrweg umkehrte und zu seinem Vater zurückkam und ihm bekannte: "Ich habe gesündigt", da freute sich der Vater und sagte: "Dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden!" (Lies Luk.15,11-24.) Durch Jesu Opfertod am Kreuz ist die Trennung aufgehoben. Des Vaters Arme sind wieder für alle Menschen offen. (Lies Joh.3,3.14-19; Eph.2,4-9.13.)

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Dienstag,6.November Römer 3,22-24; Johannes 3,16.

Mit dem frommen Juden Nikodemus führte Jesus ein Nachtgespräch: "Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen" (Joh.3,3). Auch wenn ein Mensch tief religiös ist, kann er von sich aus nicht in den Himmel kommen. Für den Eingang in das Reich Gottes oder in den Himmel gibt es eine Bedingung: die neue Geburt. (Lies Tit.3,5; 1.Petr.1,23.) Unser Sein in dieser irdischen Welt hat auch eine Geburtsstunde. Allerdings werden alle Menschen als Sünder geboren. Das hat Paulus in den Briefen klar ausgedrückt: "Da ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer ... Alle haben gesündigt und können so, wie sie sind, die Herrlichkeit Gottes niemals erreichen und erlangen." "Auch ihr wart tot - getrennt von der Lebensgemeinschaft mit Gott - durch eure Übertretungen und Sünden" (Eph.2,1ff; vgl.Ps.14,3; Spr.20,9; Jes.64,5). Nichts Himmlisches ist an uns, eben nur, dass wir als Geschöpfe Gottes geboren wurden. Mancher Mensch, der mit seinem Leben unzufrieden ist, mag vielleicht so denken: Ach, könnte ich doch noch einmal anfangen! Ich würde vieles anders und besser machen. Das Rad der Zeit lässt sich leider nicht rückwärts drehen, und doch gibt es einen Weg zum Neuanfang. Die Umkehr zu Gott! Alles will er uns abnehmen, was uns bedrückt und sich wie ein Klotz an unser Bein hängt, damit wir mit neuer Zuversicht ein neues Leben in der Verbindung mit dem Herrn leben können. Bei den Menschen ist es unmöglich, hinter unbeglichene Rechnungen einen endgültigen Schlussstrich zu setzen, aber Gott tut das. "Ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken." "Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden" (Jes.43,24b.25; 2.Kor.5,17; lies Röm.5,20b.21; Kol.2,14).

Gott öffnet jedem die Tür, jedem, der ihn fragt,

er nimmt die Schuld und gibt Liebe dafür, denn er hat es uns gesagt.

M.Siebald

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Mittwoch,7.November Epheser 5,8-11; Kolosser 1,12-15.

Welch eine Versetzung bedeutet es, wenn wir für den Himmel geboren wurden! "Mit Freuden sagt Dank dem Vater, der euch tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht. Er hat uns errettet von der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes, in dem wir die Erlösung haben, nämlich die Vergebung der Sünden." Könnte es sein, dass uns die Worte "Erlösung" und "Vergebung" nicht mehr zutiefst bewegen? Aber nur weil Jesus uns durch seinen Opfertod am Kreuz von unserer Sünde erlöst hat, kann Gott für uns sein und können wir in Gemeinschaft mit ihm leben. (Lies Hebr.9,12; 10,12-14.19-22.) Ist die Vergebung unserer Sünden nur ein Ereignis der Vergangenheit? Nicht auch der Gegenwart? Denn auch wiedergeborene Christen sündigen und bedürfen der Vergebung. Gott ist nicht etwa milder geworden gegenüber der Sünde als zu der Zeit, da die Menschen wegen ihrer Sünde das Paradies verlassen mussten. Gottes Stellung zur Sünde hat sich nicht verändert, aber wir haben einen Fürsprecher beim Vater. Wenn wir ihn um Vergebung bitten, wird unsere gestörte Beziehung zum Vater wieder frei und unbelastet. Keinen Tag müssen wir mit unvergebener Sünde leben. "Glücklich der, dem Übertretung vergeben, dem Sünde zugedeckt ist ... Freut euch des Herrn und frohlockt, ihr Gerechten, und jubelt, alle ihr von Herzen Aufrichtigen." (Lies Ps.32,1-5; 51,12-14; 103,10-12.) Der Herr Jesus lehrte seine Jünger, auch um die Vergebung von neuer Schuld zu bitten (Matth.6,12). Johannes griff dieses Problem in seinem Brief auf, er ließ die jungen Christen darüber nicht im Unklaren: "Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünde vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit." (Lies 1.Joh.1,7-9; 2,1.2; 2.Kor.7,8-10; Spr.28,13.)

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Donnerstag,8.November Johannes 15,19; 17,14-18.

2. Für den Himmel geboren, was für eine Spannung!

Jesus weiß um die Spannung, in der seine Nachfolger in dieser Welt leben. "Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin" - sie gehören schon zur himmlischen Welt und leben doch noch auf der Erde. Im Hohepriesterlichen Gebet sagte Jesus seinem Vater: "Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen." "Himmelsanwärter" brauchen auf ihrem Weg himmlische Bewahrung, denn sie sind dem Fürsten dieser Welt ein Ärgernis. Nur mit Gottes Bewahrung ist das himmlische Ziel zu erreichen. (Lies 1.Petr.1,3-5; Jud.24.25.) - Petrus machte eine Erfahrung, die ihn für alle Zeiten lehrte, wie notwendig er Bewahrung brauchte. Selbstsicher meinte er, dass er jeder Situation standhalten könne. "Und wenn alle abfallen, ich nicht" (Mark.14,29). Haben wir vielleicht auch schon so gedacht: Das würde mir nie passieren!? Wir sind aber verlorene Leute, wenn Jesus uns nicht hält. Nur in ihm haben wir den einzigen mächtigen Bewahrer! "Liebet den Herrn, alle seine Heiligen! Die Gläubigen behütet der Herr! Seid getrost und unverzagt alle, die ihr des Herrn harret" (Ps.31,24.25; lies 1.Petr.5,8-11). Außer der Bewahrung brauchen wir auch die richtige Haltung der Welt gegenüber. Obwohl die Welt für uns nur eine Durchgangsstation zum Himmel ist, hat Jesus uns eine lebensrettende Botschaft für die Welt aufgetragen: Wir sollen den vielen gottfernen Menschen von der Liebe Gottes sagen, aber auch den Ernst der Botschaft nicht verschweigen, dass unser Gott heilig ist und die Welt einmal richten wird. Vor Gottes Thron wird es einmal nur zwei Gruppen geben: Menschen, die "für den Himmel geboren" wurden , und Menschen, die ewig verloren gehen. (Lies Hebr.12,25; Gal.6,7.8; Offb.20,11-15.)

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Freitag,9.November Johannes 17,9.14.15; Matthäus 5,10-12.

Jesu Gebet zeigt in aller Deutlichkeit, welche Spannung Himmelsbürger aushalten müssen: „Die Welt hat sie gehasst; denn sie sind nicht von der Welt.“ Sie leben von der Liebe und vorbehaltlosen Annahme Jesu und des Vaters; werden aber von der Welt abgelehnt bis zum grundlosen Hass. Wer zählt zu der Welt? Das können Menschen sein, die uns bis zum Augenblick unserer klaren Hinkehr zu Jesus nahe standen - Familienangehörige, Freunde, Arbeitskollegen. Es können Menschen sein, denen wir offen von der Liebe Gottes erzählten und sie zum Glauben einladen wollten. Die Antwort jedoch war Hass. Im Allgemeinen schweigt die Welt, wenn wir uns mit Glaubensfragen nur auseinandersetzen. Wenn es aber ernst wird und wir unser Leben Jesus anvertrauen, nach seinem Wort unseren Weg ausrichten, dann führt die Scheidung oft zur Feindschaft. Stephanus war solch ein Jesus-Jünger, über den viele sich "ärgerten". Seine Liebe zu Jesus und sein strahlendes Zeugnis vor dem Hohen Rat wurden zum "Zeichen, dem widersprochen wird". (Lies Apg.6,9-13; vgl.Luk.2,34b.) Jesus verschweigt die Ablehnung vonseiten der Welt nicht. Er spricht es offen aus: "Wenn die Welt euch hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat. Wäret ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihre lieb. Weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt" (Joh.15,18-20; lies Luk.6,22; 21,16-19). Stören Christen zu sehr das schlafende Gewissen der Nichtchristen? Paulus schreibt: "Um deinetwillen tragen wir ..." die Missachtung vieler. Im Petrusbrief lesen wir: "Ihr Lieben! Wundert euch nicht über die Anfeindungen, die ihr jetzt erfahrt. Sie sollen euren Glauben prüfen und festigen" - denkt nicht, dass solche Angriffe etwas Außergewöhnliches sind, sie gehören zum Christsein. (Lies 2.Kor.4,8-10; 2.Tim.3,12.)

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Samstag,10.November 1.Johannes 2,15-17; Philipper 3,7.8.

"In der Welt, aber nicht von der Welt." Johannes ermahnte die Glaubenden, sich nicht wieder mit der Welt zu verbinden: "Habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist." Die Gefahr bleibt, sich in die Welt zu "verlieben". Das erlebte Paulus bei einem seiner Mitarbeiter und teilte es Timotheus mit: "Demas hat mich verlassen und die Welt lieb gewonnen" (2.Tim.4,10). Es gibt Christen, die die Liebe zur Welt als harmlos einschätzen und nicht merken, dass sie die einzigartige Liebe unseres himmlischen Vaters verschmähen, der seinen Sohn für uns opferte. "Wisst ihr nicht, dass die Freundschaft mit der Welt Feindschaft mit Gott ist? Wer der Welt Freund sein will, der ist Gottes Feind. Eifersüchtig begehrt der Heilige Geist euer ganzes Herz für Gott" (Jak.4,4.5; lies Spr.23,26; Jer.3,12-15). Mose musste Israel erinnern, dass Gott ihr ungeteiltes Herz, ihre ganze Liebe suchte: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft!" "Der Herr richte euer Herz auf die große Liebe, mit der Gott uns liebt, und auf die Ausdauer, mit welcher Christus für euch besorgt ist." "Lasst uns ihn lieben, denn er hat uns zuerst geliebt" (5.Mose 6,5; 2.Thess.3,5; 1.Joh.4,19). "Gott lieben und die Welt lieben verträgt sich nicht, denn was ich liebe, das will ich, das suche ich, dem diene ich, dem ergebe ich mich" (H.Krimmer). Sind wir vielleicht in unserm Denken noch zu sehr in der Welt verwurzelt? Oder leben wir in einer Vertrautheit, die uns von den Nichtchristen in nichts unterscheidet? Wenn wir aber verbergen wollen, dass wir Himmelsbürger sind, bleiben wir den anderen Wesentliches schuldig. Es ist unser Auftrag, allen Menschen zu sagen, wer Jesus ist und was er zu unserer Rettung getan hat. "Ich rede von deinen Zeugnissen vor Königen und schäme mich nicht" (2.Kor.5,11.20; Ps.119,46).

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Sonntag,11.November Römer 12,2; Epheser 5,15-17.

"In der Welt, aber nicht von der Welt!" Das Leben der Christen kann nur an der himmlischen Welt ausgerichtet werden. Dieses geistliche Lebensgesetz finden wir bei Paulus im Römerbrief: "Gestaltet eure Lebensführung nicht nach der Welt Weise und seid ihr nicht gleich. Lasst euch vielmehr umwandeln, da ihr ja einen neuen Sinn empfangen habt." Aus der Herzenserneuerung kommt die Lebenserneuerung. Damit haben Kinder Gottes die Kraft, die sie gegen den Zeitlauf der Welt abschirmt und zugleich fähig macht, Einfluss zu nehmen. "Ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt." (Lies Matth.5,14-16; Joh.9,4; 2.Kor.5,18-20; Kol.4,5.6.) Francis Schaeffer, ein scharfer Beobachter, der unsere Zeit mit den vielfältigen Strömungen kannte, sagte u.a.: "Die Anpassung der Gemeinde an den Zeitgeist unseres Jahrhunderts ist die größtmöglichste Form von Weltlichkeit im eigentlichen Sinn des Begriffs. Ein Wort hat Einzug gehalten in unserem Vokabular, es ist das Wort 'zeitgemäß'. Nach meinem Verständnis bedeutet 'zeitgemäß', dass etwas eine typische Erscheinung einer bestimmten Zeit ist. Seit einiger Zeit jedoch scheint 'zeitgemäß' zu bedeuten: 'nicht traditionell, nicht angestaubt, sondern modern'. ... Die Aufgabe der Christen ist es immer gewesen, der jeweils lebenden Generation zu dienen. Um diese Aufgabe zu erfüllen, muss man wissen, was die Menschen denken, wonach sie suchen und welche Autoritäten sie akzeptieren. Das bedeutet aber nicht, dass wir uns der Welt anpassen müssen, um gehört zu werden. Identifikation mit der Welt und ihren Nöten ist etwas anderes als Imitation der Welt mit ihren Torheiten. Das was manche Christen heute für 'zeitgemäß und modern' halten, kann sich allzuleicht als kurzlebige Zeiterscheinung herausstellen. Wohin haben wir dann die Menschen geführt?" (Lies Apg.4,12; Röm.1,16; 1.Kor.1,18; 2,1-9.)

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Montag,12.November Hebräer 3,1; 1.Petrus 2,21-23.

Wir haben gesehen, dass es nicht immer leicht ist, "in der Welt, aber nicht von der Welt" zu leben. Deshalb werden wir von Jesus darauf hingewiesen, unser Leben nach anderen Maßstäben als den in der Welt üblichen zu führen. "Lernt von mir" - seht auf mich, wie ich lebe, sagte er den Jüngern, als er mit ihnen unterwegs war. Von Jesus sollten sie lernen. Von ihm sollen wir lernen, wie er durch diese Welt ging. "Muss ich nicht sein in dem, was meines Vaters ist?" sagte schon der Zwölfjährige im Tempel. Das Sein beim Vater hatte vor allem anderen Vorrang. So blieb es auch, als seine Tage später ganz ausgefüllt waren. Trotzdem nahm er sich die Zeit, zum Vater zu gehen mit seinen Fragen und all den vielen Anliegen. In der Stille mit dem Vater begann er den Tag, im Gespräch mit ihm ging er durch den Tag und so auch in die Nacht hinein. Dabei sonderte sich Jesus nicht von den Menschen ab, um als Einsiedler zu leben. Er lebte mitten unter ihnen. Doch sein Inneres war auf den Vater ausgerichtet, wie er es selbst sagte: „Meine Speise ist die, dass ich tue den Willen meines Vaters im Himmel“ (Joh.4,34). Als der Teufel ihm die ganze Welt zu Füßen legen wollte, lehnte Jesus dieses „Geschenk“ ab. Er kämpfte mit der einzigen Waffe, die bis heute wirksam ist: „Es steht geschrieben.“ Bis zu seiner letzten Stunde waren ihm das Wort und der Wille des Vaters maßgebend. (Lies Mark.1,35; 6,46.47; Joh.16,32; Luk.23,46.) - Wir kennen viele Worte Jesu, die dem Himmelsbürger auf seinem Weg durch dieses Leben helfen, die Spannungen zu ertragen. Einige sollen uns die Richtung weisen: "Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?" "Liebt eure Feinde, betet für die, die euch beleidigen." "Dir geschehe, wie du geglaubt hast." "Wer mich liebt, der wird mein Wort halten." "Seid bereit! Denn der Sohn des Menschen kommt in der Stunde, da ihr's nicht meint." (Lies Matth.16,26; 6,19-21.24-33; 7,1-5; Luk.12,35.36; 21,34-36.)

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Dienstag,13.November Philipper 1,21-26; Offenbarung 14,13.

3. Für den Himmel geboren, was für eine Zukunft!

„Sterben, der Höhepunkt des Lebens“. Ein seltsam scheinender Titel eines Buches, mit dem wir uns unserem Thema nähern; denn es gibt wohl nur wenige Menschen, die sich auf das Sterben als den Höhepunkt ihres Lebens freuen. Im Sterben sieht man im Allgemeinen den Schlusspunkt des Lebens, ein endgültiges und darum erschreckendes Geschehen. „Sterben, Höhepunkt des Lebens“ - hat Paulus das gemeint, als er den Christen in Philippi schrieb: „Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn“? Er fügte hinzu: "Ich bin von beidem bedrängt; denn einerseits habe ich das sehnliche Verlangen, von dieser Welt abzuscheiden und mit Christus, meinem Herrn, vereint zu sein. Das ist ja das weit Höhere und Schönere. Doch um euretwillen..." Sterben bedeutete für Paulus also nicht Verlust, sondern Gewinn! (Lies 2.Kor.5,6-8.) „Wir sollten in der Gemeinde Jesu häufiger über die heilsgeschichtliche Bedeutung des Todes sprechen und über das eigentliche Geschehen beim Sterben. Hier gilt es etwas aufzuarbeiten, dieses Thema ist von elementarer Bedeutung für jeden Einzelnen und für seine Haltung zu den wichtigsten Fragen“ (H.Maier-Gerber). Für Gottes Kinder ist Sterben nicht der Schlusspunkt ihres Lebens. Jesus hat am Kreuz das Gericht stellvertretend auf sich genommen, das wir verdient hätten. Sein Tod brachte uns das Leben. So kann jeder, der sein Vertrauen auf Jesus setzt und die vollbrachte Erlösung annimmt, das ewige Leben haben und wird "nicht verloren gehen“. (Lies Joh.3,16.17.36; 11,24.25.) Zwar müssen auch die "für den Himmel Geborenen" das Sterben erleiden, aber es ist zugleich ihr Aufbruch in die ewige Herrlichkeit. Dann "werden wir bei dem Herrn sein allezeit". (Lies Luk.16,22; 1.Kor.15,53-55.) Die Vorfreude und Sehnsucht nach dem Himmel soll in uns leben. Das macht nicht untauglich für das Leben, das Gegenteil ist der Fall: Wer so lebt, kann sein Leben bejahen, weil er es aus einer höheren Perspektive sieht. (Lies Röm.14,8; Hebr.11,13.14.)

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Mittwoch,14.November Psalm 90,10-12; 2.Korinther 5,1-8.

"Unser Leben währt siebzig Jahre, und wenn's hoch kommt, so sind's achtzig Jahre... denn es fährt schnell dahin, als flögen wir davon." Von entscheidender Bedeutung ist es, dass wir das Ziel nicht aus den Augen verlieren, wenn es ans Sterben geht. Denn der Tod ist unser letzter Feind. Wir können es nicht ergründen, warum das Sterben von Gotteskindern so verschieden verläuft. Warum Gott den einen ohne Kampf und Leiden heimholt und einen anderen den Kelch der Schmerzen und Leiden bis zur Neige trinken lässt. Als ein wertvoller Mitarbeiter A.Carmichaels starb, schrieben ihr Freunde das Wort: "Was ich tue, verstehst du jetzt nicht, du wirst es aber hernach erfahren." Sie schrieb dazu: „Dieses Wort spricht von einem Geheimnis, das wir noch nicht ergründen können. Aber es ist ein Wort voller Liebe. Mir ist, als ob es auf jeden Fall Gottes vollkommenes Handeln deutlich macht - ob es nun erklärbar ist oder nicht, denn wir kennen unseren Vater im Himmel, und deshalb wissen wir, dass in seinen Geheimnissen nichts anderes enthalten sein kann als Liebe." (Lies Jer.29,11.) Wer für den Himmel geboren ist, weiß, wohin er geht. Selbst wenn das Tal der Todesschatten durchschritten wird, lässt der gute Hirte die Seinen nicht allein: "Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir!" Nach dem dunklen Tal kommt die himmlische Herrlichkeit und die unvergleichliche Zukunft, das "Bleiben im Hause des Herrn immerdar" beginnt. (Lies Ps.23,4.6; 1.Thess.4,17b.18; Phil.3,20.21.) - Und was ist mit den Menschen, die während ihres irdischen Lebens keine Himmelsbürger wurden? Der Schriftsteller Ernest Hemingway sagte einmal die erschütternden Worte: „Das Leben ist ein dunkler Weg nach Nirgendwo und noch einmal nach Nirgendwo ... immer und ewig nach Nirgendwo.“ Himmelsbürger dagegen „haben ein Haus, nicht mit Händen gemacht, das ewig ist im Himmel"! (Lies Joh.14,2; Luk.10,20.)

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Donnerstag,15.November 1.Petrus 1,3-9; Römer 8,14-17.

Die "für den Himmel Geborenen" haben ein wunderbares Ziel vor sich. Darum beginnt Petrus damit seinen Brief: "Eine herrliche, sichere Zukunft ist euch eröffnet auf Grund des Opfers und der Auferstehung Jesu... Ein unvergängliches, unbeflecktes Erbteil von unverwelklicher Kraft wartet euer." Bei diesem Gedanken kann Petrus nur Worte der Anbetung finden: "Gelobt sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu dieser lebendigen Hoffnung." Er bleibt jedoch Realist, darum spricht er von den Leiden und Bewährungsproben, die dem Glaubenden begegnen: "Jetzt, wo es sein muss..." Trotzdem soll der Blick auf die Offenbarung Jesu Christi gerichtet sein, denn am Ziel werden wir ihn von Angesicht sehen, ganz anders als jetzt auf dem Weg dahin. "Mit welch unaussprechlicher Freude werdet ihr jubeln, wenn ihr Jesus seht!" "Das wird allein Herrlichkeit sein, wenn frei von Weh ich sein Angesicht seh!" (Lies 1.Joh.3,2; Hiob 19,25-27.) Auch in seinem zweiten Brief spricht Petrus von dem Ziel der Nachfolge. Wir sollen für den Augenblick des Eingangs in die Herrlichkeit vorbereitet werden. Der Blick aufs Ziel soll unsere geistliche Energie entfachen, das von Gott geschenkte neue Leben soll sich schon auf Erden auswirken: "Befleißigt euch umso mehr, eure Berufung und Bewährung festzumachen ... denn so wird euch reichlich gewährt werden der Eingang in das ewige Reich unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus." (Lies 2.Petr.1,3-11.)

Bis hin zum Ziel! Der Erde Leiden, sie sind nicht wert der Herrlichkeit,

die an uns wird in ewgen Freuden dort offenbar nach kurzer Zeit.

Schnell wird die Nacht vorübergehn; der Morgen naht, da wir dich sehn.

Bis hin zum Ziel - du hast's versprochen - willst du, o Jesus, bei uns sein.

Nie hast du je dein Wort gebrochen, du bleibst bei uns, denn wir sind dein.

Ja, du wirst immer mit uns gehn, bis wir dich, Jesus, droben sehn.

G.von Viebahn d.J.

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Freitag,16.November Kolosser 3,1-4; 1.Korinther 13,12.

"Wenn Christus, unser Leben, offenbar werden wird, dann werdet auch ihr mit ihm geoffenbart werden in Herrlichkeit." Noch ist unser Leben "mit Christus in Gott verborgen", noch ist vieles da, was der Herr an uns verändern möchte. Aber der Tag wird kommen, an dem unser Leben mit Christus nicht länger verborgen bleibt. "Wir wissen: Wenn es offenbar werden wird - wenn er offenbar werden wird, dann werden wir ihm gleich sein, denn wir werden ihn schauen, wie er ist." Damit schließt sich der Kreis. Dann wird an uns das Bild Gottes deutlich erkennbar sein, wie er es sich als Schöpfer zum Ziel gemacht hat: "Lasst uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei." "Ihr Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen aber: wenn es offenbar wird, werden wir ihm gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Und ein jeder, der diese Hoffnung auf ihn hat, der reinigt sich, wie auch er rein ist." (Lies 2.Kor.7,1; 1.Thess.4,1-3; 2.Thess.1,10-12.) Unsere Hoffnung auf die ewige Herrlichkeit ist auf nichts anderes gegründet als auf Jesus allein. "Wir warten darauf, dass sich unsere glückselige Hoffnung erfülle: Vor aller Welt soll ja ganz bald die Herrlichkeit unseres großen Gottes und unseres Erretters Jesus Christus in die Erscheinung treten" (Tit.2,13). Die letzten Worte des zweiten Petrusbriefes verweisen noch einmal auf den Tag der Ewigkeit: "Wachset in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus. Sein ist die Herrlichkeit sowohl jetzt als auch für den Tag der Ewigkeit" (2.Petr.3,18). - Als Menschen, die "für den Himmel geboren" sind, dürfen wir bitten: "Ewigkeit, in die Zeit - in meine Zeit - leuchte hell hinein, dass uns werde klein das Kleine und das Große groß erscheine - selge Ewigkeit!" (Lies Jud.24.25; Offb.7,9-12.)

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ES GEHT UM DEN ANDEREN - 1.Thessalonicher 5,11-14

Samstag,17.November 1.Thessalonicher 5,11; Römer 14,19; 15,2.

Wie sich die Liebe bei Menschen, die Jesus nachfolgen, praktisch auswirken soll, dazu gab Paulus den Christen in Thessalonich drei Impulse.

1. Wie wir für andere da sein können

"Macht einander Mut und helft einander zum inneren Aufbau, wie ihr das ja bereits übt." "Jeder fasse nicht nur das Seine ins Auge, sondern auch das des andern." Der Umgang mit dem Nächsten bietet uns ein weites und reiches Betätigungsfeld. Jeder kann an seinem Platz üben: Nicht mir allein gehört die Aufmerksamkeit, auch der andere soll nicht im Schatten stehen. Es geht nicht nur darum, dass meine Arbeit gelingt, sondern auch die meiner Mitarbeiter. Sie sind nicht nur zu meiner Unterstützung da, sondern ich bin auch zu ihrer Unterstützung da. (Lies 1.Kor.13,5; vgl.Est.4,12-16.) Im ersten Korintherbrief beschreibt Paulus unser Verhältnis zu unserem Nächsten aus einer besonderen Sicht: "Wenn ein Glied leidet, so leiden alle mit. Wenn ein Glied geehrt wird, so freuen sich alle mit." Das Mit-freuen fällt uns manchmal noch schwerer als das Mit-leiden. Warum? In unserer alten sündigen Natur ist Neid und Eifersucht verankert. Einander helfen fordert von uns, das Böse zu überwinden, unser Ich in den Tod zu geben. (Lies Gal.2,19b.20.) Ist der andere in Schwierigkeiten, wollen wir uns nicht zurückziehen, vielmehr ihm beistehen und helfen. Jesus weiß um die Gefahr im gemeinsamen Leben, dass der Stärkere den Schwächeren benachteiligen kann, weil er für die eigene Stellung fürchtet. Darum die Frage: Freue ich mich, wenn von dem andern, der mit mir arbeitet, Gutes gesagt wird, wenn ihm etwas gelingt, vielleicht sogar besser als mir? (Lies Röm.12,9.10; 1.Petr.3,8.9; 1.Joh.4,11; 5,1.)

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Sonntag,18.November 1.Mose 12,5; 13,5-13; 1.Petrus 4,8.

Ein Vorbild dafür, wie man für den andern da sein kann, finden wir in Abrahams Verhalten. Beim Auszug aus Ur nahm er seinen Neffen Lot mit. Als es Schwierigkeiten im Zusammenleben gab, war Abraham frei von Eigeninteressen, sodass er sagen konnte: "Es soll kein Streit zwischen uns sein... Wir sind doch Brüder... Das Beste ist, wir trennen uns." Abraham überließ Lot die Wahl, er sollte aussuchen, was er für das Beste hielt. (Lies Matth.5,9; Röm.l5,5-7; 2.Kor.13,11; Eph.4,1-3.) "Da hob Lot seine Augen auf und besah die ganze Gegend am Jordan... sie war wasserreich... wie der Garten des Herrn. Da erwählte Lot die ganze Gegend am Jordan und zog nach Osten." Die äußere Trennung bedeutete für Abraham jedoch nicht das Ende seiner Liebe zu Lot. In Sodom machte Lot die Erfahrung: Wenn man nicht auf dem Weg des Herrn bleibt, kann man auch nicht mit seinem Schutz und seiner Bewahrung rechnen. "Manchem erscheint sein Weg richtig, aber am Ende ist es der Weg zum Tod" (Spr.14,12; lies Ps.143,10; Spr.2,20-22). Mit den Leuten von Sodom geriet Lot in die Gefangenschaft. "Abraham rief seine kampferprobten Leute zusammen, dreihundertundachtzehn Männer, und jagte hinter den siegreichen Königen her." Obwohl Lot es nicht verdiente, riskierte Abraham alles für ihn. Er ließ sich nicht durch verletzte Gefühle abhalten. Er befreite seinen Neffen samt den verschleppten Frauen und den übrigen Gefangenen. (Vgl.2.Mose 32,30-34; 1.Joh.2,10.) – Solch ein Mann der Liebe, dem es um den anderen ging, war auch der Missionar Hudson Taylor. Als er von Schwierigkeiten in einer entfernten Provinz hörte, ging es ihm gesundheitlich gerade sehr schlecht. "Da muss ich hin", war seine Reaktion. Sein Sohn sagte: "Vater, das kann dich das Leben kosten." "Ja", sagte Hudson Taylor, -"aber 'wir sind schuldig, das Leben für die Brüder hinzugeben'." (Lies 1.Joh.3,14.16-18; 1.Thess.4,9.10.)

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Montag,19.November 1. Thessalonicher 5,11; Apostelgeschichte 27,20-26.

2. Wir sollen uns gegenseitig Mut machen

"Macht euch gegenseitig Mut!" Es gibt viele verzagte, mutlose Leute, auch unter Christen. Das Zusammenleben mit ihnen ist nicht immer einfach. Wie gehen wir mit ihnen um? Begegnen wir einem Verzagten ungeduldig mit Bemerkungen wie: Nimm dich zusammen! Lass nicht gleich den Kopf hängen! Oder beschwichtigen wir ihn: Nimm nicht alles so tragisch. Oder lassen wir uns anstecken und wagen selber nichts mehr? In der Bibel lesen wir so oft das mutmachende Wort "fürchte dich nicht". Gott selber ermutigt uns mit Ausdauer. Intensiv kümmert er sich um jeden von uns. In unsere Angst und Schwäche hinein spricht er: "Sei stark und mutig! Fürchte dich nicht!" Gewiss, Ängste und Unsicherheiten bleiben nicht aus, aber unser himmlischer Vater hat seine vielen "Fürchte dich nicht" wie Lichter auf unseren dunklen Weg durch diese Welt gestellt. (Lies 2.Mose 14,13.14; Ps.34,8; 138,3; Hebr.13,5.6.) Paulus war solch ein Mutmacher und tat den Dienst des Ermutigens selbst dann, als er mit anderen in Seenot war. Das konnte er nur deshalb tun, weil er dem Wort glaubte, das der Engel zu ihm gesagt hatte: "Fürchte dich nicht, Paulus, ... Gott hat dir alle geschenkt, die mit dir im Schiff sind. Darum seid guten Mutes, ihr Männer. Denn ich vertraue auf Gott, dass es so gehen wird, wie er mir gesagt hat." Diese Botschaft der Hoffnung erreichte das Ohr der Verzweifelnden, und sie bekamen Mut und Kraft zum Ausharren, "bis sie alle ans Land gerettet waren" (Apg.27,20-44; vgl.2.Chron. 20,15.20-22). Als vom Herrn Ermutigte sollen wir andere ermutigen. Das Gebet wird uns helfen, dass uns der Herr zur rechten Zeit ein ermutigendes Wort gibt, das die Niedergeschlagenheit überwindet und den Ausweg zeigt.

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Dienstag,20.November 1.Thessalonicher 5,11; Nehemia 4,7-14.

Dafür tragen wir Verantwortung, "dass doch keiner mutlos werde": Als Gottes Kinder sind wir Glieder seiner Familie. Wir gehören zusammen und sind füreinander verantwortlich. Im Buch des Propheten Jesaja finden wir ein Wort, das vom beispielhaften Verhalten der Heiden berichtet, wie sie sich gegenseitig ermutigten: "Einer half dem andern und sprach zu seinem Bruder: Sei mutig! Der Künstler ermutigte den Schmelzer; der mit dem Hammer glättet, ermutigte den, der auf den Amboss schlägt ..." (Jes.41,6.7; lies Phil.4,2.3). In aufreibenden Zeiten brauchen Menschen ein besonderes Maß an Ermutigung. Merken wir es, wenn der Kollege oder die Kollegin neben uns seufzt und eine Mut-Zulage braucht? Erkennen wir die Not, in der er oder sie sich befindet? Manchmal liegt schon darin eine Hilfe, wenn wir dem anderen sagen: "Hast du die ermutigenden Worte vergessen, die Gott an uns, seine Kinder, gerichtet hat? Nimm es an, wenn der Herr dich hart anfasst, und verliere nicht den Mut!" (Hebr.12,5). Paulus stand in vielen Auseinandersetzungen, die ihn hätten entmutigen können, aber er schreibt den Korinthern: "Darum verliere ich nicht den Mut. Mag auch unser äußerer Mensch durch Kampf, Arbeit und Leiden aufgerieben werden, unser innerer Mensch gewinnt dafür von Tag zu Tag neue Kraft und Frische von oben her." Und er fährt fort: "Die Leiden, die ich jetzt ertragen muss, ... gehen vorüber." Wie viel Trost liegt in dem Gedanken: Nicht ich allein muss Leiden ertragen, andere haben auch zu tragen, und alles, was ich jetzt erlebe, geht vorüber. (Lies 2.Kor.4,16-18; 1.Petr.1,3-9; 5,9.) Das ist Satans List, uns zu entmutigen, denn mutlose Kämpfer sind schon Besiegte. Wir wollen einander ermutigen und der Entmutigung entschieden entgegentreten. Denn der Herr lebt, er handelt, und er lässt die Seinen nicht im Stich! (Lies 2.Chron. 25,7-11; Ps.31,20-25; Spr.29,25.)

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Mittwoch,21.November Hebräer 3,13; Esra 10,4.

Mutmachen ist eine gegenseitige Verpflichtung. "Macht einander Tag für Tag Mut, solange es noch heute heißt, damit keiner von euch verhärtet werde und die Sünde ihn betrüge." Welche Ermutigung braucht der mutlose Kollege oder die mutlose Kollegin? Vielleicht einen freundlichen Blick, ein liebes Wort, ein verständnisvolles Zuhören? "Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen" (Gal.6,2; lies Hebr.13,3; Jak.1,27). Wir sollten auch den Blick des Mutlosen auf den Sieger richten, ihn daran erinnern: "Gott sei Dank, der uns den Sieg gibt durch Jesus Christus." Oder können wir ihm zeigen, was durch seinen treuen Einsatz schon gewachsen ist. Wie viel Hilfe liegt in dem Zuspruch: Du stehst nicht allein, wir stehen hinter dir und beten für dich. Nicht die Art der Hilfe ist wichtig. Aber das ist ausschlaggebend, dass wir den andern nicht allein lassen. Leben wir in dem, was Jesus uns geschenkt hat, dann werden wir einander zur Ermutigung. "Richtet eure kraftlos und müde gewordenen Hände wieder auf zum Gebet, damit ihr stark werdet. Eure zitternden Knie sollen wieder fest werden, damit ihr sichere Schritte im Glauben tun könnt. Bleibt auf dem geraden Weg, damit die Verzagten und Schwachen nicht fallen, sondern neuen Mut fassen und wieder gesund werden" (Hebr.12,12.13; lies 4.Mose 14,7-9; 2.Sam.17,27-29). Der Dienst des Mutmachens ist von großer Bedeutung, besonders dann, wenn wir Gottes Wort miteinander lesen. Das bewirkt inneres Wachstum und Verwandlung. "Lasst das Wort Gottes reichlich unter euch wohnen. Helft einander zurecht und ermutigt einander, und dankt Gott von ganzem Herzen mit Psalmen, Lobgesängen und schönen geistlichen Liedern." "Dein Wort ist meines Herzens Freude und Trost!" (Kol.3,16.17; Jer.15,16; lies Röm.15,4; Eph.5,19.20; 2.Tim.3,16.17).

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Donnerstag,22.November 1.Thessalonicher 5,11; Epheser 4,15.16.

3. Einander weiterhelfen

"Einer soll dem anderen weiterhelfen, wie ihr es ja bereits übt." Den Christen in Thessalonich stellte Paulus das Zeugnis aus, dass sie einander halfen. Sie sollten sich weiter darin üben und immer vollkommener darin werden. Paulus fürchtete den Stillstand, weil Stillstand leicht zum Rückgang wird. (Lies Phil.3,12.13; 1.Thess.3,12.13.) Martin Luther übersetzte das Wort vom Weiterhelfen: "Einer erbaue den andern." Wenn wir einander "aufbauen", stehen wir in der Mitarbeit des Bauherrn . "Denn wir sind Mitarbeiter Gottes, ihr aber seid sein Bau" (1.Kor.3,9; 1.Petr.2,5). Regiert in unseren Herzen die Liebe Jesu, so wird es immer unser Anliegen sein, dass das Werk Gottes im andern weitergeht. Pfarrer W.Lüthi schreibt: "Es ist groß, dass Gott uns in seine Mitarbeit ruft. Wir haben alle unsere zehn, fünf oder ein Talent bekommen und haben keineswegs das Recht, es zu vergraben. Man kann ein treuer Mitarbeiter sein oder ein fauler Knecht. Man kann einer sein, der sich von Gott als Werkzeug in die Hand nehmen lässt, oder ein Nichtsnutz, der nichts bringt in der Arbeit für den Herrn, ja, der sogar ein Schädling ist. Zweierlei sind wir nicht: Einmal sind wir nicht der Chef des Unternehmens. Das musste mir einmal entscheidend gesagt werden, als ich meinte, ich sei Chef, und durch die selbstgewählte Last erdrückt wurde: Du bist nicht Chef, du bist Mitarbeiter. Erfülle still und treu deine Aufgaben, aber überlass die Gesamtsorge für die Arbeit dem Herrn! Das andere sind wir auch nicht: Wir sind keine Tagelöhner. Als der verlorene Sohn heimkam und sagte: Nimm mich auf als Tagelöhner, da behandelte der Vater ihn als Kind und Erben!" "Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen - und wir sind es auch!" (Lies Luk.15,18-24; Matth.25,14-30.)

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Freitag,23.November 1.Timotheus 4,12-16; Titus 2,6-8.

"Einer soll dem andern weiterhelfen." Kann das nicht am besten durch unser Vorbild geschehen? In den Briefen, die Paulus an Timotheus und Titus schreibt, betont er die Bedeutung des Vorbildes. "Niemand hat ein Recht, auf dich herabzusehen, weil du noch so jung bist. Allerdings musst du in jeder Beziehung ein Vorbild sein, in allem, was du sagst und tust: in der Liebe, im Glauben und in deiner ganzen Gesinnung ... Achte auf dich selbst! Sieh zu, dass du die Lehre von Jesus Christus rein und unverfälscht weitergibst! Lass dich auf keinen Fall davon abbringen!" "Gib durch dein Betragen in allen Dingen ein gutes Vorbild!" Paulus selbst erwies sich in jeder Lage als ein Diener seines Herrn, er war stets besorgt, ein Vorbild für die Gläubigen zu sein. "Haltet euch an mein Vorbild, wie ich mir Christus zum Vorbild nehme", schreibt er an die Korinther (1.Kor.11,1). Nicht selbstbewusst oder hochmütig stellt er sich als Vorbild hin, er will die anderen nur mitziehen, da sie ja die gleiche Berufung und den gleichen Heiland haben. (Lies Phil.3,17; 1.Thess.1,6.7; 2,10-12; 2.Thess.3,7-16.) Nichts beeinflusst vor allem junge Menschen mehr, als es das Vorbild tut. Was nützt alles Reden, wenn das gelebte Vorbild fehlt. Zeige ihnen deine Liebe zu Gott in deinem Gehorsam seinem Wort gegenüber, und du hast ihnen das Beste gegeben. "Ein Verantwortlicher, der selbst Gehorsam und Unterordnung gelernt hat, wird auch andere führen können. Der Leiter, der sich immer neu unter die Autorität Gottes stellt und Ermahnung und Korrektur durch Mitchristen annimmt, wird auch in seiner Leitungsaufgabe Autorität haben. Das eigene Vorbild der Liebe und Dienstbereitschaft ist das beste Führungsmittel. Unser Beispiel muss unsere Worte unterstreichen" (O.Föller). (Lies 1.Kor.4,16.17; 10,24.32.33; 11,1; 1.Petr.5,2.3; Ps.119,168.)

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Samstag,24.November 1.Mose 18,16-33; 19,29; 1.Samuel 12,23.

Vor allem können wir uns gegenseitig durch Fürbitte helfen. Wir denken wieder an Abraham und Lot. Der Herr sprach zu Abraham: "Das Geschrei über Sodom und Gomorra ist groß, und ihre Sünde ist sehr schwer." Das Gericht über Sodom traf Abraham zutiefst. Denn es ging auch um Lot, was hatte Gott mit ihm vor? "Abraham blieb stehen vor dem Herrn und trat zu ihm und sprach: Willst du denn den Gerechten mit dem Gottlosen umbringen?" Intensiv und ausdauernd betete Abraham für Lot. Sein anhaltendes Beten erreichte Gottes Ohr. "Es geschah, als Gott die Städte in der Gegend vernichtete, gedachte er an Abraham und geleitete Lot aus den Städten, die er zerstörte, in denen Lot gewohnt hatte." (Lies Apg.12,5-12.) Hiob betete für seine Familie. Er trat auch für seine Freunde fürbittend ein, obwohl sie ihn mit ihren Reden zusätzlich verletzt hatten. Gott selbst wies die Freunde darauf hin: "Mein Knecht Hiob soll für euch Fürbitte tun; denn ihn will ich erhören, dass ich nicht gegen euch nach eurer Torheit handle ... Und der Herr erhörte Hiob" (Hiob 1,4.5; 42,8-10).Von Epaphras erfahren wir, wie ihm die Gemeinde in Kolossä am Herzen lag: „Epaphras, der allezeit in den Gebeten für euch kämpft, damit ihr feststeht, vollkommen und erfüllt mit allem, was der Wille Gottes ist." Gott sollte sein Ziel mit den Kolossern erreichen, das war sein Gebetsanliegen. (Lies Kol.4,12.13; Röm.1,9-12.) Es geht um die anderen! Wir sind zur Fürbitte gerufen - für unsere Familie, für Nachbarn und Freunde, für die Gott-fernen Menschen in unserem Volk und für alle, die das Evangelium weitersagen. "Das Gebet des Gerechten vermag viel, wenn es ernstlich ist." (Lies Eph.6,18-20; 1.Tim.2,1-6; Röm.15,30-32.)

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Sonntag,25.November 1.Thessalonicher 5,11-14; 3.Mose 19,17.

Durch Ermahnen können wir einander weiterhelfen. In dem Taschenbuch von Oskar Föller "Verbindliches Leben" finden wir einen wichtigen Abschnitt über das "Ermahnen". Daraus wollen wir einiges weitergeben: "Der 'Dienst der Ermahnung' ist wohl etwas vom Schwierigsten im Miteinander. Er ist eine Anfrage an das eigene Leben, weil er wie ein Bumerang auf uns selbst zurückkommt und uns trifft. Er ist daher zunächst meist ein undankbares Geschäft. Vielleicht wird er deshalb so vernachlässigt. Aber dennoch ist er nötig. Wo er nicht geübt wird, gibt es viel Wildwuchs, viele Fehlentwicklungen. Wenn in einem Kreis diese Aufgabe abgeschoben wird, schadet man sich auf die Dauer selbst und wird schuldig aneinander. (Lies Hebr.10,24.25; 2.Kor.2,5-9; 2.Thess.3,11-15.) Das griechische Wort 'parakalein' bedeutet 'zu etwas aufrufen, ermahnen, freundlich zurechtweisen, liebend zurechthelfen', aber auch 'ermutigen, trösten, ermuntern'. Beides gehört zusammen. Wohl dem, der zurechtgewiesen wird von einem Bruder, das ist ein Zeichen von dessen Liebe und Fürsorge; und wohl dem, der einen Bruder hat, der auch zur rechten Zeit tröstet. Natürlich ist die rechte Haltung dem andern gegenüber entscheidend. Wenn der andere empfindet, dass ich negativ, schulmeisterlich und kritisch ihm gegenüber bin, wird es ihm sehr schwer sein, meine Mahnung anzunehmen. Es ist gut, bevor man den andern ermahnt, für sich selbst um Demut und Liebe zu bitten und für den Bruder oder die Schwester zu beten, ihn zu segnen, für ihn zu danken, ihn wirklich anzunehmen und den rechten Augenblick abzuwarten." "Wir wollen der Wahrheit dienen, in Liebe miteinander verbunden sein und so immer stärker auf ihn ausgerichtet sein: auf Christus." (Lies Apg.20,31-36; 1.Kor.4,14-16; Kol.1,25-29.)

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Montag,26.November 1.Thessalonicher 5,11; Römer 15,14.

"Helft einander weiter - ermahnt einander!" "Wir sollten uns gegenseitig das Recht einräumen, einander zu ermahnen. Wenn wir aber ermahnt werden und nicht mit dem Gesagten einverstanden sind, ist es gut, nicht gleich zu reagieren und sich selbst zu rechtfertigen. Es ist ratsam, wirklich hinzuhören, die Ermahnung einfach einmal anzunehmen, darüber nachzudenken und Gott zu fragen, ob nicht wirklich ein Grund vorliegt. (Lies Jak.1,19; Spr.10,17; 19,20; 23,12.) In den meisten Fällen steht zumindest ein Teil Wahrheit hinter einer solchen Infragestellung. Auch beißende Kritik von außerhalb sollten wir nicht einfach vom Tisch fegen. Was zu ändern ist, sollte man ändern und gemachte Fehler auch eingestehen. Ermahnung und Kritik nötigen uns zu einer Selbstprüfung. Allerdings sollten wir nicht stehenbleiben und uns davon nicht in unserem Lauf aufhalten lassen. Zum Nachdenken: Wann bin ich empfindlich und beleidigt? Bin ich jederzeit bereit, mich von jedem zum Höchsten anhalten zu lassen? Bin ich bereit, andere zum Höchsten anzuhalten?" (O.Föller). - "Bei Eva von Tiele-Winckler, der Gründerin des Diakonissenmutterhauses Friedenshort, beklagte sich eine Schwester über eine ihrer Mitschwestern, die sich immer an einer unangenehmen Arbeit vorbeidrückte. Sie bat darum, dass man die Schwester zurechtwies. Mutter Eva wartete eine Zeit, dann aber ging sie selbst hin und tat die Arbeit, die zu tun war. Das wirkte nach links und nach rechts. Liebe findet ihre eigene Sprache!" (A.Funke). Unser Leben ist ein Weg, der aus vielen kleinen Schritten besteht. Immer wieder haben wir uns zu entscheiden, ob wir den Weg der tragenden Liebe oder der Ermahnung wählen sollen. Wir wollen daran denken, dass es auch um den anderen geht. Wir wollen uns gegenseitig Mut machen, einander weiterzuhelfen. "Lasst uns wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus." (Lies 1.Kor.13,4-7; 16,14; Gal.5,13b; Eph.5,1.2.)

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UNSERE GEISTLICHE WAFFENRÜSTUNG - Epheser 6,10-20

Dienstag,27.November Epheser 6,10-12; 1,18-23.

Paulus erhellt hier den Hintergrund, vor dem sich unser Alltag und unsere Arbeit für Jesus abspielt. Gelegentlich fragen wir uns: Warum ist das nur so zäh, so schwierig? Wo ist da Sand im Getriebe? Manchmal liegt es auch an Satan, unserem unsichtbaren Gegner, dass es nicht vorwärts geht. Paulus will uns motivieren, bewusster von dem Sieg her zu leben, den Jesus für uns am Kreuz errungen hat. Ehe wir uns mit dem Widersacher und seinen listigen Anschlägen beschäftigen, wollen wir Jesus anschauen. Vom ersten Kapitel des Epheserbriefes her können wir besser verstehen, was Paulus über unsere geistliche Waffenrüstung und den Teufel schreibt. Wir haben es ja mit einem geschlagenen Feind zu tun. „Gott hat Christus eingesetzt zu seiner Rechten im Himmel über alle Reiche, Gewalt, Macht, Herrschaft und alles, was sonst einen Namen hat, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen. Und alles hat er unter seine Füße getan.“ (Lies 1.Joh.3,8b; Hebr.2,14.15.) Wir haben immer wieder den Durchblick auf Jesus nötig und auf die Siegesmöglichkeit in ihm. Theoretisch wissen wir zwar davon. Aber verlieren wir es nicht bei Schwierigkeiten leicht aus den Augen? Deshalb betet Paulus um erleuchtete Augen des Herzens für die Epheserchristen. Wenn wir Jesus in seiner Souveränität und Macht vor Augen haben, hilft es uns, dass wir vertrauensvoll und erwartungsvoll unsere Lasten im Gebet bei ihm abladen können. „Gib mir Augen, die was taugen, rühre meine Augen an, denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann.“ „Lasst uns aufsehen auf Jesus!“ (Hebr.12,2; lies Apg.2,32-36; Kol.1,19.20; 2,9.10; 1.Petr.1,21; 3,22).

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Mittwoch,28.November Epheser 6,10.12; 1.Korinther 15,24-27.57.58.

Seit seinem Sieg über Satan am Kreuz und seiner Auferstehung und Himmelfahrt hat Jesus die Gewalt über die dämonischen Mächte und ihre Machenschaften. Keine Macht ist seiner Herrschaft entzogen. Und wir sind schon jetzt unlösbar mit ihm verbunden. „Er erfüllt alles in allem“ (1,23). Hier kommt die Lebensverbindung zwischen Jesus und uns zum Ausdruck. Durch den Heiligen Geist sind wir angeschlossen an ihn und damit verbunden mit allen, die zu ihm gehören. Die neuschaffende Kraft des Heiligen Geistes weckt in uns das Verlangen, nur noch Jesus zu gefallen und zu gehorchen. (Lies Joh.15,4.5; 2.Kor.5,9.15.) Wir sind frei von allen Mächten durch seine Macht. Gott hat Jesus alles zu Füßen gelegt. Er ist unser Schutz. „Gott hat ihn zum Herrscher eingesetzt über alle Mächte und Gewalten, über alle Kräfte und Herrschaften dieser und der zukünftigen Welt“ (Eph.1,21; lies Matth.28,18; Kol.1,13.14.16-18). Die Realität scheint dem zu widersprechen. Wo sieht man denn etwas davon? Auch als Paulus den Epheserbrief schrieb, gab es kaum einen Beweis dafür, dass Jesus der Herr aller Fürstentümer und Gewalten ist. Hier steht die Wirklichkeit dieser Welt gegen die Aussage der Bibel. Noch ist die Herrschaft Jesu verborgen, nicht nachweisbar, nicht für jeden erkennbar. Nur die Seinen wissen, dass er alles in Händen hat. Von daher können wir froh und mutig handeln, weil wir ihn kennen, der alle Gewalt hat. „Darum bleibt fest und unerschütterlich in eurem Glauben! Nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, weil ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn.“ Bei seiner Wiederkunft wird seine Herrschergewalt für alle erkennbar werden. Dann wird das Wirken des Feindes ein Ende haben. (Lies Phil.2,9-11; Hebr.2,7-9; 10,12.13; Offb.19,11-16; 20,10.)

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Donnerstag,29.November Epheser 6,10-12; Kolosser 2,14.15.

„Unser Kampf richtet sich nicht wider Fleisch und Blut, sondern wider die Herrschaften, wider die Gewalten, wider die Weltbeherrscher dieser Finsternis, wider die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen Regionen.“ Das Grundthema dieser Verse ist Kampf. Das Christenleben ist nicht ein Spielfeld, sondern ein Kampffeld. Paulus illustriert hier die Botschaft mit Beispielen aus dem militärischen Bereich. Bei der Kriegsführung spielt der Geheimdienst eine Rolle. Er muss die Stellungen des Feindes auskundschaften, seine Truppenstärke herausfinden, seine Ausrüstung erkunden. Wie will man kämpfen, wenn man nicht weiß, wer der Gegner ist, wo er ist und was er vermag? Im Wort Gottes finden wir die wichtigsten Informationen über unseren Feind. Er gebietet über Finsternismächte, die Paulus hier „Herrschaften, Gewalten, Weltbeherrscher dieser Finsternis“ nennt. Doch die wichtigste Aussage der Bibel über ihn ist, dass Jesus ihn am Kreuz besiegt hat. (Lies Joh.12,31-33; 19,30.) Wir dürfen nicht den Fehler machen und Gottes Eigenschaften auf Satan übertragen. Er ist nicht allwissend, allmächtig, allgegenwärtig. Er vermag viel, doch er ist immer unter Gott. Luther nannte ihn „den Kettenhund Gottes“. Er ist in Opposition gegen Gott. Sein Ziel ist es, Menschen blind und unempfänglich für Gott zu machen. (Lies 2.Kor.4,4; Eph.2,1-3; 4,17-19; Kol.2,13; 3,6.) Er will unser Vertrauen und unsere Beziehung zu Gott zerstören oder, wenn ihm das nicht gelingt, mindestens stören. Er kämpft vor allem gegen das Wort Gottes, stellt es in Frage und will es unwirksam machen, weil es ihn entlarvt und er nur damit besiegt werden kann. Es ist das Schwert des Geistes, das ihn zum Weichen bringt. Damit hat Jesus ihm bei der Versuchung widerstanden. „Es steht geschrieben!“ So können wir ihm widerstehen. (Lies 1.Mose 3,1; Matth.4,1-11; 2.Kor.10,4.5; 11,3.)

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Freitag,30.November Epheser 6,11; Matthäus 16,21-23.

„Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr den Methoden des Teufels gegenüber standzuhalten vermögt.“ Was sind seine Methoden? Er versucht, sich bestimmter Menschen zu bedienen und sie für seine Zwecke zu instrumentalisieren. Als Jesus den Jüngern seinen Leidensweg eröffnete, „nahm ihn Petrus beiseite, fing an, ihm abzuwehren, und sprach: Herr, schone dich selbst! Das widerfahre dir nur nicht“. Jesus erkannte den Versucher: „Hebe dich weg von mir, Satan! Du bist mir zum Fallstrick; denn du denkst nicht göttlich, sondern menschlich.“ (Lies Hiob 2,9.10; 1.Mose 39,7-12; 1.Kön.11,1.4.) Als Vater der Lüge serviert Satan uns nicht die reine Lüge, sondern er vermischt sie mit Wahrheit. Der Geschmack der Wahrheit bewirkt, dass wir auch die Lüge mit schlucken. (Lies 1.Mose 2,17; 3,1-5.7.19; 2.Kor.11,14.) Satan will uns so beschäftigt halten, dass uns für das Wort Gottes und Gebet, für das Anlegen der Waffenrüstung keine Zeit bleibt. Hudson Taylor schrieb an seine Mitarbeiter: „Seid nicht so eifrig in der Arbeit für Christus, dass euch keine Kraft zum Gebet bleibt.“ Entmutigen will der Teufel uns. Wir sollen aus dem Blickfeld verlieren, wer unser Gott ist, was er vermag, welche Verheißungen wir haben. Mit uns selbst und unseren Problemen, mit Selbstmitleid und Selbstverwirklichung will er uns beschäftigen, dass wir nicht frei sind, um Menschen für Jesus zu gewinnen. In Unversöhnlichkeit, Neid und Streit will er uns verstricken, dass wir unserem Nächsten nicht vergeben und auf diese Weise die Vollmacht im Gebet und zum Dienst verlieren. Wir sollen gegeneinander kämpfen, anstatt gegen ihn. So legt er uns lahm, dass wir für ihn ungefährlich sind. Das sind seine altbewährten Methoden, bei denen er an unserem alten Menschen anknüpfen kann. Aber die Waffenrüstung Gottes kann uns gegen sie schützen. (Lies Mark.11,25.26; 2.Kor.2,8-11; Phil.4,2.)

zur Verfügung gestellt von: bibel.com der Homepage von Christen für Christen.

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