Mittwoch,1.November Apostelgeschichte 6,1-7; Epheser 3,14-21.

2. Das Gebet als Aufgabe. Die Urgemeinde, unser Vorbild auf dem Glaubensweg, sah das Gebet als unerlässlich an. Das rasche Wachstum der Gemeinde war für die Apostel mit großen Herausforderungen verbunden, denn neben der Wortverkündigung übernahmen sie auch die Versorgung der Armen. Weil dabei Schwierigkeiten auftraten, kamen sie zu folgendem Entschluss: "Es ist nicht richtig, wenn wir Lebensmittel verteilen müssen, statt Gottes Wort zu verkündigen. Darum, liebe Brüder, sucht in der Gemeinde nach sieben zuverlässigen Männern, die ihr Leben ganz vom Heiligen Geist bestimmen lassen und wissen, was zu tun ist. Sie sollen diese Aufgabe übernehmen. Wir selbst aber wollen nach wie vor alle Kraft für das Gebet und die Verkündigung des Wortes Gottes einsetzen." Die Entscheidung, dem Gebet und dem Wort Gottes den Vorrang zu geben, bewirkte geradezu eine Erweckung in Jerusalem, denn "es wurden auch viele Priester dem Glauben gehorsam". (Lies Matth.18,19.20.) Auch aus den Briefen des Paulus geht deutlich hervor, dass er viel Zeit und Kraft für das Gebet verwendete. "Gott ist mein Zeuge, wie unablässig ich euer gedenke in meinen Gebeten." "Da ich gehört habe von eurem Vertrauen zu unserem Herrn Jesus und von der Liebe... werde ich nicht müde in der Danksagung für euch und gedenke euer stets in meinen Gebeten." (Lies Eph.1,15-20; Phil.1,3-7; Kol.1,3.9-11.28.29; 2,1-3.) In der Bibel begegnen wir sehr verschiedenen Menschen Gottes, aber in einem waren sie sich gleich: sie waren Menschen des Gebets. "Erhebt den Herrn, unsern Gott, fallt nieder vor dem Schemel seiner Füße; denn er ist heilig! Mose und Aaron unter seinen Priestern, und Samuel unter denen, die seinen Namen anrufen, die riefen zu dem Herrn, und er antwortete ihnen" (Ps.99,5-9; lies 1.Kön.18,37-39; 2.Kön.19,14-20).

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Donnerstag,2.November Markus 1,35; Matthäus 11,25.26.

3. Das Gebet im Leben Jesu. "Jesus stand vor Tagesanbruch auf und ging an eine einsam gelegene Stelle, um dort allein zu beten." Der vorausgegangene Tag war bis in die Nachtstunden gefüllt gewesen: Jesus hatte Kranke und Besessene geheilt. Er muss sehr müde gewesen sein, dennoch stand er früh am Morgen auf, um mit seinem himmlischen Vater zu reden und von ihm die Dienstanweisungen für den neuen Tag zu empfangen. Die Worte "Gebet" und "Beten" kennzeichnen das kurze Leben Jesu auf dieser Erde. Er betete, ehe er seine Jünger berief. Hätte er, der Sohn Gottes, die Auswahl der Jünger nicht von sich aus treffen können? Er tat es nicht ohne den Vater. "Jesus stieg auf einen Berg, um zu beten. Er betete die ganze Nacht. Als es aber hell wurde, rief er seine Jünger zu sich und wählte zwölf von ihnen aus" (Luk.6,12.13; lies Luk.5,15.16; Joh.11,41.42; vgl.Apg.13,1-3). Nach dem Laubhüttenfest "gingen alle nach Hause. Jesus verließ die Stadt und ging zum Ölberg". Man könnte denken, der Festtag im Tempel enthielt viel Wort Gottes, das wäre genug. Er aber suchte die Einsamkeit, um zu beten. In Matthäus 14 lesen wir, dass "Jesus seinen Jüngern befahl, in das Schiff zu steigen... Nachdem er die Leute entlassen hatte, stieg er auf den Berg, um abseits zu beten". "Wer sich nicht zum Beten bereit macht, kann kein Nachahmer Christi werden. Es fällt uns oft leichter, alles Mögliche, auch schwierige Dinge zu erledigen, als zu beten. Das Gebet am Anfang eines Tages hat die Aufgabe, dass wir richtig programmiert werden für den Tag. - Herr, lass mich heute wach sein, dass ich registiere, wenn du mit mir reden willst, oder wenn du einen bestimmten Auftrag für mich hast" (H.Brandenburg). (Lies Jes.50,4b.5; Ps.5,4; 46,2.6; 59,17.18; 119,147.)

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Freitag,3.November Hebräer 7,24.25; 2.Thessalonicher 3,5.

4. Jesus, unser auferstandener Herr, betet für uns. Paulus schreibt im Philipperbrief: "Orientiert euch an Jesus!" In seinem Vorbild sehen wir den eigentlichen Grund für das Gebet. Jesus hat mit seinem Tod am Kreuz nicht aufgehört, uns seine Liebe zu beweisen. Als der Auferstandene ist er "in den Himmel eingegangen, um jetzt vor dem Angesicht Gottes für uns zu erscheinen". Wir brauchen seine Fürbitte, bis wir am Ziel angelangt sind, die Vollendung unseres Glaubens erreicht haben. "Jesus, weil er in Ewigkeit lebt und bleibt, hat ein unveränderliches Priestertum eingenommen. Daher vermag er auch völlig zu erretten, die durch ihn Gott nahen, denn er lebt ja immerdar, um sich für sie zu verwenden und betend beim Vater für sie einzutreten." Auch Römer 8 spricht davon: "Er ist siegreich auferstanden, er thront jetzt zur rechten Hand Gottes im Himmel, und dort verwendet er sich für uns, tritt beständig im Gebet bei Gott für uns ein." Was mag Jesus heute für uns erbitten? (Lies Röm.8,31-34; Hebr.6,18-20; 8,1; 9,11.12; vgl.Joh.17.) Beten ist und bleibt ein Geheimnis. Welche Wirkungen entstehen durch unser Beten? Viele bleiben uns verborgen. Es soll uns genug sein, zu wissen, dass Jesus für uns betet und dass wir zu dem gleichen Werk berufen sind - in der Fürbitte füreinander einzutreten, für die Menschen unserer Umgebung und für die ganze Welt zu beten. Immer, wenn wir uns zum Beten bereitmachen, dürfen wir wissen: Auch Jesus betet, mit ihm sind wir eins im Gebet.

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Samstag,4.November Hebräer 4,16; 10,19-22.

Warum ist Gebet wichtig? 5. Als Bedürftige haben wir die Möglichkeit, in jeder Situation Barmherzigkeit von Gott zu erbitten und zugleich neue Gnade zu empfangen zur rechtzeitigen Hilfe. Darum werden wir im Hebräerbrief aufgefordert: "Wir können jetzt ungehindert in das Heiligtum eintreten und zu Gott selbst kommen. Darum lasst uns mit Zuversicht und ohne Angst hinzutreten, damit wir Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden, wenn wir seine Hilfe brauchen." Wie oft werden wir schuldig, versagen wir oder tun Unrecht. Manchmal empfinden wir unsere Niederlagen so tief, dass wir meinen, wir könnten nie wieder vor Gott treten. Gerade dann dürfen wir zum Thron der Gnade kommen, um Jesu vergebende Barmherzigkeit zu erfahren. Und nicht nur das, sondern wir finden Hilfe zu neuen Schritten, im Glauben vorwärts zu gehen. "Nehmt diese Worte mit euch und kehrt um zu dem Herrn, sprecht zu ihm: Vergib alle Ungerechtigkeit... Ich will ihre Abtrünnigkeit heilen, will sie willig lieben; denn mein Zorn hat sich von ihnen abgewendet" (Hos.14,2.3; lies 1.Joh.2,1.2; vgl.Hiob 8,5.6). Die Missionarin Mary Slessor, deren Erlebnisse in Westafrika jeden Leser zutiefst bewegen, wurde einmal gefragt, was für sie das Gebet bedeute. Sie erwiderte: "Mein Leben ist ein einziger langer, täglicher und stündlicher Bericht von erhörten Gebeten um Kraft bei geistiger Überanstrengung und körperlicher Schwäche, von wunderbar erfahrener Leitung, abgewendeten Irrtümern und Gefahren, überwundener Feindschaft dem Evangelium gegenüber, um Nahrung, die genau zur rechten Zeit geschenkt wurde. Ja, um alles, was mein Leben und meinen Dienst ausmacht. Aus allem Erleben und mit großer Ehrfurcht kann ich bezeugen, dass ich glaube, Gott erhört Gebet. Ja, ich weiß, Gott erhört Gebet!" (Lies Ps.3,1-5; 28,1.2.6-8; 37,39.40; 72,12; 145,18.19; Jes.65,24.)

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Sonntag,5.November Johannes 16,24; Psalm 36,8-10.

6. Jesus sagt, dass das Gebet ein Weg zur Freude ist. "Bittet, und ihr werdet es bekommen, auf dass eure Freude vollkommen und ungetrübt ist." Eine Gebetserhörung löst Freude aus, weil wir von Gott bekamen, was uns fehlte, was wir nötig brauchten. Ist nicht die Freude darüber, dass der Vater im Himmel sich zu uns herabneigt, dass er antwortet, dass er uns wirklich nahe ist, das noch Größere als die erbetene Gabe? Mit der Gebetserhörung tritt Gott gewissermaßen aus der Verborgenheit hervor und offenbart sich uns in unserem Alltagsleben. So wird es uns in neuer Weise zur Gewissheit, dass unser Herr bereit ist, für uns zu handeln. Das ist das Einzigartige, dass wir einen solchen Gott und Vater haben, der nicht eine Idee ist, sondern lebendige Wirklichkeit. Eine Gebetserhörung gleicht einer persönlichen Berührung seiner Hand: "Siehe, ich bin da, ich helfe dir!" David rief einmal voll Freude aus: "Kommt und hört mir zu... ich will euch erzählen, was Gott für mich getan hat. Als ich zu ihm um Hilfe schrie, wusste ich: Gott wird mir helfen. Hätte ich Böses im Sinn gehabt, dann hätte Gott mich nicht erhört. Aber er hat mich erhört, mein Gebet hat er angenommen. Ich preise den Herrn" (Ps.66,16-20; lies Ps.63,1-9). Wenn wir freudlos und niedergeschlagen sind - Gott wartet auf unser Bitten. Er will, dass wieder Freude in unser Leben kommt. Jack Harrison, Missionar in Afrika, schrieb nach einer enttäuschenden Erfahrung: "Dass Gott seinen Segen auf einem Gebiet vorenthält, das von höchster Wichtigkeit ist, muss einen bestimmten Grund haben. Mir ist, wir sollten Beter sein, die den Herrn darum bitten, dass er uns aufdeckt, was das Hindernis in der Arbeit ist, damit wir bald ein Vorwärts erleben dürfen... Gott will uns sicher nicht enttäuschen auf dem Gebiet, das geradezu das Herz unserer Arbeit ist. Es soll unser innerstes Anliegen sein, 'heilige Hände aufzuheben ohne Zorn und Zweifel', damit er antworten kann" (1.Tim.2,8; lies Ps.139,23.24).

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Montag,6.November Philipper 4,6.7; 1.Petrus 5,6.7.

7. Beten führt zum Frieden. In jeder Sorge, Angst und Not können wir den Weg des Gebets beschreiten, der zur Befreiung von quälendem Druck und zum Frieden führt. "Macht euch keine Sorgen. Ihr dürft Gott um alles bitten. Sagt ihm, was euch fehlt, und dankt ihm! Er wird euch seinen Frieden schenken, den Frieden, der all unser Verstehen, all unsere Vernunft übersteigt und der unsere Herzen und Gedanken im Glauben an Jesus Christus bewahrt." (Lies Ps.55,23; 37,1-5; Jes.26,8.12; Jer.33,3.6.) Die Unruhe des Lebens schwächt bei manchem von uns die Kraft zum Gebet. Die Hektik strapaziert unsere Nerven, und wir können einfach nicht zur Ruhe kommen. Beten würde uns manche unruhige Stunde, manche schlaflose Nacht ersparen oder lindern. "Der Friede, den Gott gibt auf das Gebet, bewirkt, dass unser Herz, das sich so leicht erschrecken lässt, in Christus bleibt, im Licht seiner Wahrheit und seiner Liebe" (W.de Boor). Durch den Frieden, den Gott uns schenkt, sollen wir im tiefsten Innersten erfahren, dass er die Oberherrschaft hat und dass alles, was in unser Leben kommt, für und nicht gegen uns ist. (Lies Matth.11,26; Joh.18,11; Röm.8,28.) Menschen, die den Frieden Gottes kennen, sind Menschen des Gebets. "Hanna war verzweifelt und betete unter Tränen." Trotz viel Spott und Verachtung, die sie ertragen musste, weil sie keine Kinder hatte, ging sie zum Heiligtum in Silo und klagte lautlos Gott ihr Leid. Von Eli, dem Priester, missverstanden und angesprochen, antwortete sie ihm: "Ich bin sehr, sehr traurig und habe dem Herrn mein Herz ausgeschüttet." Darauf segnete Eli sie: "Geh hin in Frieden! Der Gott Israels wird dir geben, worum du gebetet hast." Erleichert ging Hanna zu den anderen zurück, und man sah ihr an, wie glücklich sie war. (Lies 1.Sam.1,9-18; Ps.29,11; Joh.14,27; 2.Thess.2,16.17; 3,16.)

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Dienstag,7.November Markus 13,32-37; 1.Petrus 4,7.8.

Ein letzter Punkt, warum Beten wichtig ist: 8. Gebet hält uns wach und es bereitet uns auf das Kommen Jesu vor. Es ist ein Kreis, der sich schließt: Der Wache betet, und der Betende bleibt wach. Wache Christen erfassen ihren Auftrag, wache Christen können im Gebet kämpfen, wache Christen erwarten Jesus, der sein Wiederkommen angekündigt hat. "Seht zu, wacht und betet, denn ihr wisst nicht, wann die Zeit ist... damit nicht der Herr, wenn er plötzlich kommt, euch schlafend findet." Durch Beten werden wir zubereitet, den Herrn Jesus zu empfangen, wenn er kommt. Es ist ein Unterschied, ob wir von seiner Wiederkunft wissen, von seinem Kommen reden, oder ob wir täglich bereit dafür sind. Unsere Zeit ist so laut, dass wir leicht auf andere Stimmen hören, die uns von der wartenden Bereitschaft und Vorbereitung auf sein Kommen ablenken wollen. Die Freuden und die Sorgen dieser Welt können unsere Gedanken so belegen, dass wir geradezu Gefangene sind. Der betende Aufblick zu Jesus ist die einzige Hilfe. Ein Ausspruch lautet: Verwandle deine Sorgen in Gebete! Wir wollen nicht nach links oder rechts schauen, sondern allein auf Jesus, denn "er ist der Anfänger und Vollender unseres Glaubens". Er wird uns bewahren und ans Ziel bringen. (Lies Kol.3,1-4; Phil.3,20.21.) Wir wollen es uns noch einmal klarmachen: Auf Gebet hin deckt Gott Verborgenes auf, reinigt er uns von Sünde. Er öffnet uns die Augen für die Wunder in seinem Wort. Auf unser Beten hin schenkt er Weisheit, dass wir seinen Weg erkennen und gehen können. Wenn wir betend zu Jesus aufsehen, werden wir verwandelt in sein Bild von einer Klarheit zur anderen. Beten ist ein Vorrecht und ein Auftrag, in keiner Weise abhängig von unserer Stellung in dieser Welt, nicht von Anerkennung, Erfolg oder Leistung. Jeder darf mit der Bitte zu Jesus kommen: "Herr, lehre mich beten!" (Lies Luk.11,1-12; 1.Tim.2,1-3; Jak.1,5; vgl.2.Chron.1,7-12.)

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EINBLICKE IN DAS LEBEN ESRAS

Mittwoch,8.November Römer 15,4; 2.Timotheus 3,16.17.

Gott gab uns sein Wort als Richtschnur für unser Leben. Was Paulus den Christen in Rom schrieb, gilt grundsätzlich für den Umgang mit der Bibel: "Alles, was zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, ... damit wir durch den Trost der Schrift Hoffnung haben." Wenn wir dem Wort bedingungslos vertrauen, werden wir Lösungen für unsere Probleme finden oder Kraft empfangen, Unabänderliches zu tragen. Dem Schreiber des 119.Psalms war Gottes Wort "wie ein Licht in der Nacht, das seinen Weg erleuchtet". Er schreibt: "Ich habe meine Wahl getroffen, nur deine Gebote sind der Maßstab für mein Leben." Diese Aussage könnte auch von Esra, dem Schriftgelehrten, stammen, denn "er hatte sein Herz darauf gerichtet, das Gesetz des Herrn zu erforschen und zu tun" (Esra 7,10; lies Jes.40,8; Ps.19,8-12; 119,89.92.105.130.173). Im Buch Esra fällt uns auf, dass die "gute Hand Gottes" über Esra war und "dass er das Gesetz kannte, das der Herr seinem Volk durch Mose anvertraut hatte". Esra erlebte die Zeit der Babylonischen Gefangenschaft. Fern der Heimat wurde er für den Plan Gottes mit seinem Volk zubereitet. Dabei gab es verschiedene Stationen, auf die wir unseren Blick richten wollen. Von Gottes Führung in Esras Leben können wir lernen, wie wir am besten mitarbeiten können beim Bau des Reiches Gottes. - Esra kam mit dem zweiten Zug der heimkehrenden Juden nach Jerusalem. Als Schriftgelehrter sollte er den Dienst am Haus des Herrn wieder beleben und das Alltagsleben der Israeliten nach den göttlichen Ordnungen einrichten. "Esra kam nach Jerusalem, weil die gnädige Hand Gottes über ihm war." Gottes Handeln entspricht seinem Versprechen: "Meine Hand soll beständig mit ihm sein und mein Arm ihn stärken" (Ps.89,22; lies Ps.63,8.9; 139,5).

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Donnerstag,9.November Esra 1,1-4; Psalm 137,1-6.

Die ersten sechs Kapitel des Buches Esra berichten von der misslichen Lage in Jerusalem, während Esra selber noch in Babel lebte. Vielleicht gab es Zeiten, wo er mit anderen Gefangenen "an den Wassern zu Babel weinte" und betete: "Herr, bringe unsere Gefangenen zurück." Auf das unentwegte Rufen antwortete Gott mit der Erfüllung seines Wortes, das der Prophet Jesaja schon hundert Jahre zuvor ausgesprochen hatte: "Der zu Kyrus sagt: Mein Hirte! Er soll all meinen Willen vollenden und zu Jerusalem sagen: Werde wieder gebaut. Und zum Tempel: Werde gegründet" (Jes.44,28). Dass der heidnische Weltherrscher einen solchen Auftrag von Gott bekam, ist wohl auf seine Verbindung mit Daniel zurückzuführen, der als überragender Staatsmann (Dan.1,21; 6,29) sein Bekenntnis zum lebendigen Gott Israels auch vor den damaligen Herrschern offen aussprach. Gott handelt, wenn seine Kinder beten! Ein neues Kapitel in der Geschichte Israels begann. "Der Herr erweckte den Geist des Kyrus, des Königs von Persien... Und es machten sich auf alle, deren Geist Gott erweckt hatte, um hinaufzuziehen und das Haus des Herrn zu Jerusalem zu bauen." - Was wir von den Zeugen Gottes aus der Vergangenheit hören, kann uns Mut machen, auch für unsere Generation Großes von Gott zu erbitten und zu erwarten. Sehnen wir uns als Gemeinde Jesu nicht nach einem echten geistlichen Erwachen? Viele beten dafür. Denken wir noch einmal an Daniel: Trotz seiner hohen Stellung im Staat lebte er ein für Gott abgesondertes Leben mit regelmäßigen Gebetszeiten. Selbst dann änderte er seinen Lebensstil nicht, als sein Leben bedroht wurde. "Er fiel dreimal am Tag auf seine Knie, betete, lobte und dankte seinem Gott, wie er es auch vorher zu tun pflegte" (Dan.6,1-11). "Beter sind Wundervollbringer - der Beginn und die Ausdehnung einer Erweckung steht oft im Verhältnis zu der Zahl der Beter" (Ch.F.Finney). (Lies Röm.9,1-3; vgl.Jes.62,6b.7.)

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Freitag,10.November Esra 1,1-5; Matthäus 6,33.

Gott erweckte den König von Persien, nach seinem Befehl zu handeln, und gleichzeitig erweckte er die nach Babel weggeführten Israeliten. In den Jahren, die sie in babylonischer Gefangenschaft verbrachten, hatten sie sich fester dort verankert als zunächst gedacht. Ihr Leben war dem Leben ihrer heidnischen Umgebung angepasst, sie hatten Häuser für sich gebaut und waren sesshaft geworden. Haggai musste ihnen im Auftrag Gottes sagen: "Dieses Volk" - nicht "meinVolk" - "spricht: Die Zeit ist noch nicht da, dass man das Haus des Herrn baue." Dann besprach er Punkt für Punkt mit ihnen, wo sie sich von Gottes Geboten entfernt hatten. Wiederholt sagte er dabei: "Achtet darauf!" oder in anderer Übersetzung: "Richtet euer Herz auf eure Wege!" (Lies Hag.1,1-14; Klagel.3,40.41.) Könnte das auch eine Mahnung Gottes an uns sein, wenn sich so gar nichts in unserem persönlichen Leben oder in unserer Gemeinde tut? "Richtet euer Herz auf eure Wege..." Gibt es eine Ursache für inneren Stillstand, für geistliche Müdigkeit? Könnte es sein, dass wir Gott auf die Seite gedrängt haben, dass er nichts mehr zu sagen hat in unserem Leben? Nehmen wir uns nur wenig Zeit für den Herrn und zeigen keine Bereitschaft, Opfer um seinetwillen zu bringen? (Lies Ps.119,59; Eph.5,14.) Glücklicherweise gehorchten viele Israeliten der Stimme Gottes und "fürchteten sich vor dem Herrn". Als sie ihre Prioritäten neu überdachten und Gottes Wille ihnen wieder wichtig wurde, erlebten sie den Aufbruch in die Freiheit. Die neue Zusage Gottes wird sie ermutigt haben: "Ich werde mit euch sein, spricht der Herr." "Und sie kamen und arbeiteten am Haus des Herrn." "Baut das Haus des Herrn wieder auf! Daran habe ich Wohlgefallen, so ehrt ihr mich, den Herrn" (Hag.1,8). Der Aufbruch und die Mitarbeit in der Gemeinde Jesu, die Gottes Bau ist (Eph.2,20.21), sind echte Zeichen von Erweckung. (Lies Röm.14,7.8; 1.Kor.15,58; 2.Kor.5,15.)

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Samstag,11.November Sacharja 4,6.7; Johannes 6,63.

Bei der Durchführung des Tempelbaus stieß Serubbabel auf große Schwierigkeiten, die jedoch nicht in eigener Kraft zu beseitigen waren. Er sollte vielmehr darauf vertrauen, dass Gottes Geist das Volk bewegen und die Schwierigkeiten überwinden wollte. Der Prophet Sacharja kam mit einem Wort Gottes zu ihm: "Das ist das Wort des Herrn an Serubbabel: Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr. Wer bist du, großer Berg, der du doch vor Serubbabel zur Ebene werden musst?" (Vgl.Jes.30,1; 32,14.15.) - Wenn Gott unser Inneres wieder wachrütteln kann, wird Raum geschaffen für seinen Geist, der uns leiten will. "Er zeigt ihnen den richtigen Weg." Die Gewissheit um Gottes Führung befreit von aller Unruhe, sodass wir zuversichtlich den neuen Auftrag erfüllen können. "Wir wollen uns immer darüber klar sein, dass das uns aufgegebene Leben und Arbeiten nicht 'durch Heer oder Kraft' zu bewältigen ist, sondern durch seinen Geist. 'Heer oder Macht' sind Kräfte und Mittel, die oft menschlicher Ehre dienen. Gott hat seine eigenen Mittel. Sein Geist teilt uns seine Gedanken mit, gibt uns Weisheit, benützt unsere Schwachheit, nimmt unsere Hingabe an" (H.E.Alexander). Paulus erlebte es so: "Nicht als ob wir von uns selbst aus fähig und tüchtig wären ... unsere Befähigung kommt ganz und gar von Gott. Er ist es, der uns tüchtig und passend gemacht hat, Diener des Neuen Bundes zu sein, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Der Geist macht lebendig" (2.Kor.3,5.6). Durch die ganze Bibel zieht sich dieser Weg Gottes mit Menschen, die er zu bestimmten Aufgaben erweckte und sie dann auch begabte. Er erweckte Propheten, Richter, Priester, Könige, Hirten, Pioniere und Bauleute. (Lies 5.Mose 18,15; Richt.2,16; 3,9-11; 1.Sam.2,35; 16,13; Jer.23,4.)

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Sonntag,12.November Esra 7,10; 9,6.15.

Wie konnte Esras Geist lebendig und wach bleiben? Wir lesen von ihm: "Esra hatte sein Herz darauf gerichtet, das Gesetz des Herrn zu erforschen und zu tun." War das sein Geheimnis, dass das Wort Gottes in ihm lebendig war? Es besteht offenbar ein Zusammenhang zwischen dem Lesen und dem Tun des Wortes. "Ich zögere nicht und will keine Zeit verlieren, das zu tun, was du befohlen hast." (Lies Spr.8,34; 15,31; Hag.1,12-14.) Wir entdecken noch ein zweites Geheimnis in Esras Leben. Erkannte Schuld wurde nicht verborgen, sondern offen bekannt: "Mein Gott, ich schäme mich. Siehe, wir sind vor deinem Angesicht in unseren Schulden, darum vermögen wir vor dir nicht zu bestehen." Das Eingeständnis der Schuld, Scham und Reue über begangenes Unrecht, Bereitschaft zur Umkehr, das prägte sein Leben und später auch das Leben Nehemias, mit dem er verbunden war. So wurde Gott nicht gehindert, beständig sein Werk mit ihnen und mit Israel zu tun. Buße ist immer der Weg zu Gott. Esra und Nehemia übten sie, wenn eine unerwartete Schwierigkeit auftrat oder sie in Angst gerieten oder wenn die begonnene Arbeit stockte: "... da demütigten wir uns vor Gott!" Ihre Verlegenheiten wurden zu Gelegenheiten, Gottes Nähe zu suchen. "Ich rief daselbst, am Fluss bei Ahawa, ein Fasten aus, um uns vor unserem Gott zu demütigen, um von ihm einen geebneten Weg zu erbitten für uns und für unsere Kinder und für alle unsere Habe." "Wenn dieses Volk, das meinen Namen trägt, seine Sünde bereut, von seinen falschen Wegen umkehrt und nach mir fragt, dann will ich ihnen vergeben und ihr Land wieder fruchtbar machen. Ich werde jeden beachten, der zu mir betet und auf seine Bitten hören" (2.Chron.7,14; 15,1-4; Spr.1,23; Joel 2,12-18).

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Montag,13.November Esra 9,1-15; 1.Johannes 1,9.

"Mein Gott, ich schäme mich und scheue mich, mein Angesicht zu dir zu erheben." Als Esra den Treubruch gegen Gott erkannte, suchte er keinen Sündenbock, sondern trat für sein Volk ein, das sich zu Ehen mit heidnischen Frauen hatte verleiten lassen. Das bedeutete Abfall vom lebendigen Gott und Verführung zu Götzendienst und Aberglauben. In unseren christlichen Kreisen und Gemeinschaften wissen wir manchmal nicht, worin die Ursache für eine freudlose Atmosphäre, für einen geistlichen Aufenthalt, für ein Misslingen liegt; aber wir können den Weg Esras gehen. Reinigung, Klärung muss bei uns, ja bei mir selbst anfangen: Herr, ich schäme mich, dass ich dem anderen etwas unterstellt habe. Ich schäme mich, dass ich nicht willig war, diese Arbeit auf mich zu nehmen, die Spannung und Zeitdruck mit sich bringt. Ich schäme mich, dass ich mich gegen einen Einsatz wehre, wo es häufiger Veränderungen geben und mein bisheriges ruhiges und bequemes Leben der Vergangenheit angehören wird. Ich schäme mich, dass ich mich gegen ein Leben wehre, das mit Ängsten und Leiden verbunden sein könnte, wie es Paulus im 2.Korintherbrief beschreibt: "Auch wenn man uns schlägt und einsperrt, wenn wir aufgehetzten Menschen ausgeliefert sind, bis zur Erschöpfung arbeiten, uns kaum Schlaf gönnen und auf Nahrung verzichten, soll sichtbar werden, dass wir Gott gehören." (Lies 2.Kor.4,5-12; 6,3ff.) Mein Gott, ich schäme mich, weil Sünde in meinem Leben ist, von der ich mich nicht getrennt habe, sie nicht durch ein offenes Bekenntnis ins Licht gestellt habe. Wenn wir mit einem ehrlichen Schuldeingeständnis vor Gott kommen, wird er sich nicht von uns abwenden, "denn bei ihm ist viel Vergebung". (Lies Jes.55,6.7; Micha 7,18.19.)

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Dienstag,14.November Esra 10,1-17; Psalm 130,1-4.

Auf Esras Gebet, "mein Gott, ich schäme mich" (Esra 9,6), gab es eine Bewegung unter denen, die schon Jahre zuvor unter Serubbabel nach Juda zurückgekehrt waren. Nicht durch Vorhaltungen oder Verachtung wurden sie von der Missachtung der Gebote Gottes überführt, sondern durch die Buße Esras. Sein Gebet erreichte die Herzen, es war ein Schrei aus tiefer Not. "Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir. Herr, höre meine Stimme. Lass deine Ohren aufmerken auf die Stimme meines Flehens. Wenn du, Herr, Sünden anrechnen willst - Herr, wer wird bestehen?" Esra wusste: wo Buße ist, ist auch Hoffnung. Noch konnten die Israeliten umkehren von ihrem verkehrten Weg, noch konnte ihr Schaden geheilt werden. "Bei dir finden wir Vergebung." Gottes Güte ist so groß! Keinem versagt er die Vergebung, wenn wir begangene Schuld eingestehen und mit dem Unrecht brechen. Er fordert vielmehr jeden, der von seiner Sünde bedrückt ist, auf: "Kommt und lasst uns miteinander rechten! Wenn eure Sünde auch blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden, und wenn sie rot ist wie Scharlach, soll sie doch wie Wolle werden." David, der eine schwere Sündenlast auf sich geladen hatte, bezeugt: "Erst wollte ich dir, Herr, meine Schuld verheimlichen... Endlich gestand ich dir meine Sünde, ich sagte: Ich will dem Herrn meine Vergehen bekennen. Und wirklich: Du hast mir meine ganze Schuld vergeben" (Jes.1,18.19; lies 2.Sam.12,7-13; Ps.32,1-5). Eine Bußbewegung ging durch die Reihen aller Israeliten. Schechanja wurde zum Sprecher. Er bekannte: "Wir haben treulos gehandelt..." (Vgl.2.Mose 34,15.16.) Und es blieb nicht nur bei den Worten, dem Schuldbekenntnis folgte die Tat: sie trennten sich von den heidnischen Frauen. Dieser Schritt war wohl sehr schwer für die Einzelnen, aber sie hielten den Schmerz gemeinsam aus. "Jeder Versuch, auf Kosten der Treue zu Gott ein Glück oder einen Lebenserfolg zu suchen, ist Selbstbetrug" (H.Brandenburg). (Lies Ps.51,1-6.12-14; 103,1-4.)

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Mittwoch,15.November Esra 7,1-6; Sprüche 3,8.

Eines war dem Volk Israel während der Gefangenschaft geblieben: Gottes Wort. Esra lebte davon. Gottes Volk kann nicht ohne Gottes Wort leben! "Ich brauche deine Gebote, die mir zeigen, was du für richtig hältst" (Ps.119,17). - Die letzten Kapitel des Buches zeigen Esra unter Gottes eindeutiger Führung. Vor dem Aufbruch nach Jerusalem empfing er vom König die Gaben, die er für den Wiederaufbau des Tempels brauchte. "Der König gab ihm alles, was er forderte - all sein Begehr -, weil die Hand des Herrn, seines Gottes, über ihm war." In den Sprüchen lesen wir: "Gleich Wasserbächen ist eines Königs Herz in der Hand des Herrn; wohin immer er will, lenkt er es" (Spr.21,1). Das kann uns ermutigen, für Menschen zu beten, die heute in Regierung, Wirtschaft und in anderen Positionen ein hohes Maß an Verantwortung tragen (1.Tim.2,1-3). - Die vielfältigen Gaben, die Esra vom König erhielt, werden in Kapitel 7,11-20 aufgeführt. Die Aufzählung schließt mit den Worten: "Was du brauchst für das Haus deines Gottes, das bekommst du aus den Schatzhäusern des Königs." Wie mag es Esra ermutigt haben, dass von Anfang an "Gottes gute Hand" sichtbar über ihm und den mit ihm ziehenden Israeliten war. - Wie der König von Babel Esra mit allem beschenkte, so ermutigt uns unser himmlischer König an vielen Stellen: Bittet mich! "Fordere von mir, so will ich dir geben." Den Christen in Korinth schrieb Paulus, dass sie "keinen Mangel an irgendeiner Gnadengabe" haben sollen. Und an die Philipper: "Mein Gott will all eurem Mangel abhelfen nach seinem Reichtum in Herrlichkeit in Christus Jesus." (Lies 1.Kön.3,5-13; Matth.7,7-11; Jak.1,5.) Mit solchen Zusagen haben wir gleichzeitig Zugang zu Gottes Vorratskammern, die für alle Stunden den nötigen Nachschub liefern, besonders wenn wir unseren eigenen Mangel schmerzhaft empfinden - unser Nichtkönnen, unsere Ohnmacht oder Beschämung. "Bittet, so wird euch gegeben!" Jede Gabe, die dir fehlt, sollst du haben; ich will deinen Mangel beheben. (Lies Joh.1,16; Röm.8,32; Eph.3,20.21.)

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Donnerstag,16.November Esra 7,28; 2.Mose 15,2.

Unter der Hand Gottes konnte Esra zuversichtlich Schritte tun. "Ich fasste Mut, weil die Hand meines Gottes über mir war, und versammelte die Häupter von Israel, daß sie mit mir hinaufzögen." Gottes Hand half ihm, Verantwortung zu übernehmen und sich mit einer nicht sehr großen Schar auf den unbekannten Weg nach Jerusalem zu machen. Er stellte sich der Herausforderung nicht blindlings, er wusste um die Gefahren unterwegs und die schwankende Stimmung der Menschen, wenn tägliche Strapazen kamen. Aber im Vertrauen auf die gute Hand Gottes können selbst Erschrockene und Zögernde Mut gewinnen. So war auch Esra entschlossen, sich nicht zu fürchten. Die Kraft zum Glaubenswagnis gewann er aus dem Wissen um Gottes starke Hand. Für uns ist die Hand Gottes in Jesus sichtbar geworden. Wenn wir an irgendeinem Punkt festsitzen, wollen wir den Aufbruch wagen. Vielleicht haben wir schon die Aufforderung gehört, die Gott an Israel ergehen ließ: "Ihr seid lange genug an diesem Berge gewesen; wendet euch und zieht weiter." Selbst wenn der nächste Schritt ins Ungewisse geht, gilt uns Gottes Zusage: "Ich halte dich bei der Hand und behüte dich!" (Lies 5.Mose 1,6-8.19; Jos.1,9.) "Die zurückbleibenden babylonischen Juden wurden geschichtslose Leute, sie verloren Namen und Auftrag und endeten im Heidentum... War der Aufbruch Esras für die gefangenen Israeliten die letzte Gelegenheit zum Auszug nach Jerusalem, nicht der Sogkraft des heidnischen Babel völlig zu erliegen, wie viel entscheidender ist der Aufruf Gottes, der heute in Jesus Christus zur ewigen Entscheidung fordert!" (H.Kemner). (Lies Joh.3,16; vgl.5.Mose 30,15-20; 2.Chron.30,12-15.) Wie wäre es, wenn wir uns einmal Zeit nehmen würden, um darüber nachzudenken, was Gott an uns Neues erreichen will? Unter Gottes guter Hand kann man die höchsten Ziele ins Auge fassen und zuversichtlich danach streben. "Ich jage danach, dass ich das ergreife, wofür ich von Christus ergriffen worden bin."

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Freitag,17.November Esra 8,15-20; Matthäus 9,37.38.

Unter Gottes fürsorglicher Hand gewann Esra auch die fehlenden Mitarbeiter. Mitarbeitermangel ist nicht nur ein Problem von heute - Esra konnte nicht aufbrechen, weil keine Leviten bereit waren mitzugehen. Sollte der Zug nach Jerusalem daran scheitern? Nein, Esra resignierte nicht. Im Vertrauen auf Gottes Macht und Ehre schickte er Boten aus und warb um die Leviten. "Ihnen legte ich die Worte in den Mund, die sie mit Iddo und seinen Brüdern reden sollten, damit sie Diener für das Haus Gottes herbrächten." Und dann lesen wir in Vers 18: Die ausgesandten Männer "brachten, dank der guten Hand unseres Gottes über uns, einen klugen Mann aus den Kindern Machlis, Scherebja, samt seinen Söhnen und seinen Brüdern, achtzehn Mann. Und auch kamen noch zwanzig Mann von den Kindern Meraris, und von den Tempeldienern zweihundertundzwanzig Mann". Wieviel segensreiche Arbeit könnte in der Gemeinde Jesu getan werden, wenn gläubige, von Gott gerufene und ausgerüstete Mitarbeiter da wären! Der Herr ruft noch immer, denn Mitarbeiter werden überall gebraucht, um in die Lücken zu treten, die an vielen Plätzen bestehen. (Lies Matth.20,3-7; 21,28; Joh.4,35.36.) Er ruft zu den verschiedensten Diensten. Vielleicht ergeht sein Ruf gerade an dich, der du dies liest, dann zögere nicht, dich zu einem verborgenen Dienst der Liebe, zu einer unangenehmen Aufgabe oder zu einer schwierigen Arbeit rufen zu lassen. Vielleicht ruft er zum Gebetsdienst. Jesus freut sich, wenn wir uns aus Liebe zu ihm auf den Weg machen. "Du, gehe hin!" Zeigt er uns einen Platz, eine Lücke, die wir ausfüllen könnten? Unter der guten Hand Gottes können wir seine Mitarbeiter werden, wir sollen nicht länger Mitläufer bleiben. "Wen soll ich senden, wer will mein Bote sein?" (Lies Jes.6,8; 2.Tim.1,6.7; Jes. 21,14; Spr.31,20.)

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Samstag,18.November Esra 8,21-23; Psalm 33,18-22.

"Wir hatten zu dem König gesagt: Die Hand unseres Gottes ist über allen, die ihn suchen, zum Guten!" Es war ein kühnes Wort, das Esra vor dem König im Blick auf sein gewagtes Unternehmen aussprach. Nun stand er mit dem Volk kurz vor dem Aufbruch. Die Gefahren des Weges standen wie ein Berg vor ihm. Was er in dieser Situation tat, ist auch für uns von Bedeutung: "Ich ließ dort am Fluss bei Ahawa ein Fasten ausrufen, um uns vor unserem Gott zu demütigen und von ihm eine Reise ohne Gefahren, einen geebneten Weg zu erbitten für uns und unsere Kinder und alle unsere Habe. Denn ich schämte mich, vom König ein Geleit und Reiter zu fordern, um uns auf dem Weg vor Feinden zu helfen, denn wir hatten zu dem König gesagt: Die gute Hand Gottes ist über allen, die ihn suchen, zum Guten." Das Zeugnis von der guten Hand Gottes verbot es Esra, zu jammern und seiner Angst nachzugeben. Er konnte nicht um einen königlichen Begleitschutz bitten, nachdem er so mutig von Gottes Schutz gesprochen hatte, denn Gottes Ehre stand auf dem Spiel. - Wenn wir in einer Stunde der Not nur jammern und nach menschlichen Auswegen suchen, wird unser Zeugnis von dem lebendigen Gott zur frommen Phrase. Dem Bekenntnis muss das entsprechende Verhalten folgen. - Esra hatte nur den einen Weg: sein Herz vor Gott auszuschütten und von ihm zu erbitten, was sie brauchten. Miteinander beugten sie ihre Knie. "Haben wir schon jemals gewagt, um etwas noch nie Dagewesenes zu bitten? In Gottes Wort erkennen wir, dass unsere Erwartungen grenzenlos sein können! Es ist, als ob Gott unserem Zögern, kühn zu beten, zuvorkommen wollte. In seinen Verheißungen für den Beter gebraucht er Ausdrücke, die alles umfassen. Gott erhört kühne Gebete" (O.Sanders). (Lies Joh.15,7.16; vgl. 1.Kön.18,37-39; 2.Kön.6,15-17; Jer.33,2.3.)

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Sonntag,19.November Esra 8,31; Psalm 91,1-16.

Esra und die Heimkehrer erlebten unter Gottes guter Hand Schutz und Rettung vor den Feinden, die ihnen auf dem Weg begegneten. In der Erklärung zur Lutherbibel wird uns gesagt, dass die Reise etwas mehr als hundert Tage dauerte; ungefähr 1450 km mussten zurückgelegt werden. Esras Vertrauen wurde zur wunderbaren Erfahrung: "Wir brachen auf von dem Fluss bei Ahawa am zwölften Tage des ersten Monats, um nach Jerusalem zu ziehen. Und die Hand unseres Gottes war über uns und errettete uns vor Feinden und solchen, die uns auf dem Wege nachstellten." Was Esra mit den Heimkehrern auf der Reise nach Jerusalem erlebte, soll unsere Erfahrung werden auf dem Weg zum himmlischen Jerusalem. Gott setzt seine ganze Macht ein für die Seinen, um sie bewahrt ans Ziel zu bringen. "Ihr werdet durch Gottes Macht und durch Glauben bewahrt zu eurem Heil." (Lies Joh.17,11; 2.Tim.1,12; Jud.24.25; Offb.3,10.) Was für Feinde sind es, die uns auf dem Weg der Jesusnachfolge auflauern? Es können Menschen sein, die uns mit überzeugenden Argumenten das Ziel verrücken oder gar vom Ziel abhalten wollen. Es sind auch Mächte, die uns die Kraft zum Gebet rauben. Paulus enthüllt die Mächte und Gewalten, die uns entgegenstehen (Eph.6,10-13). Auch Schrecken und Mutlosigkeit können uns überfallen. Nicht selten versucht der Widersacher uns dadurch aufzuhalten, dass wir nur Negatives sehen, Kritik üben, Anstoß nehmen, im Vergleichen uns dem Selbstmitleid ausliefern oder einfach der Müdigkeit nachgeben. "Hilf uns, durch alle Schwierigkeiten und auch durch alle Schwächen in gläubiger Verwegenheit mit Sieg und Segen brechen!" (N.L.Graf von Zinzendorf). "Der in euch ist, ist größer als der, der in der Welt ist." "Der Bogen der Starken ist zerbrochen, und die Schwachen sind umgürtet mit Stärke." "Der Herr hat Jakob erlöst aus der Hand dessen, der stärker war als er" (l.Joh.4,4; 1.Sam.2,4; Jer.31,11; lies 5.Mose 33,27; Ps.18,33-37; 37,17; 41,12.13).

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Montag,20.November Nehemia 2,8.18; Epheser 4,15.16.

Unter der guten Hand Gottes ist fruchtbares Miteinander möglich. Die Bücher Esra und Nehemia galten in der hebräischen Bibel als ein Buch. Deshalb fügen wir noch zwei Aussagen Nehemias an, wo von der Hand Gottes die Rede ist. Hat Nehemia diesen einzigartigen Ausdruck "unter der guten Hand Gottes" von Esra übernommen? Wir wissen es nicht, aber wir stellen eine große Ähnlichkeit zwischen ihnen fest, obwohl sie als unterschiedliche Persönlichkeiten zu einer anderen Zeit an verschiedenen Plätzen standen. Doch Gott gab ihnen den gleichen Auftrag - beide sollten beim Wiederaufbau Jerusalems Entscheidendes leisten. Und beide, Esra und Nehemia, erlebten die eindeutige Führung Gottes - seine gute Hand war über ihnen. Nachdem Nehemia dem König, an dessen Hof er Mundschenk war, von seinem Plan berichtet hatte, konnte er ähnlich wie Esra bezeugen: "Der König gab mir ... weil die gnädige Hand Gottes über mir war" (Neh.1,1-2,8; lies Spr.21,1; Ps.44,4; 98,1). Als Nehemia in Jerusalem die zerstörte Mauer besichtigt hatte, sprach er mit den Priestern und allen, die beim Wiederaufbau helfen wollten. "Ich sagte ihnen, wie gnädig die Hand meines Gottes über mir gewesen war, dazu auch die Worte, die der König mir gesagt hatte. Und sie sprachen: Auf, lasst uns bauen! Und sie nahmen das gute Werk in die Hand" (Neh.2,15-18). In Nehemia 3 lesen wir dann den einzigartigen Bericht über die gemeinsame Arbeit am Mauerbau der Stadt. Esra und Nehemia - zwei Menschen in Gottes Hand! Sie blieben nicht allein. Ihr Vorbild fand viele Nachahmer, sodass das Wunder der Rückkehr aus Gefangenschaft und Feindesland nicht nur die Israeliten erlebten, weil Gottes Hand sie führte, sondern auch die umwohnenden Nachbarn. Die gute Hand Gottes schafft bis heute das fruchtbare Miteinander, echte Gemeinschaft. Jesu segnende Hände sind über seinen Jüngern, wo immer sie ihm dienen. Gehen wir also mutig weiter bis zum Ziel. Seine Hand hält, sie führt und stärkt! (Lies 5.Mose 33,3a; Ps.133; Joh.13,34.35; Apg.4,32.33.)

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WAS JESUS SEINEN JÜNGERN MITGIBT AUF DEN WEG

Dienstag,21.November Johannes 15,9-17; 2.Thessalonicher 3,5.

"Wie mich der Vater liebt, so liebe ich euch." Diese Worte sind eine Liebeserklärung Jesu an seine Jünger. Kurz bevor er seinen Leidens- und Todesweg antrat, sprach er sie aus. Mit Recht sind wir skeptisch gegenüber manchen Liebesbeteuerungen. In den Belastungen des Lebens wird schnell offenbar, ob sie echt oder nur oberflächlich sind. Wie tragfähig ist Jesu Liebe? Seine Liebe zu uns war so echt, dass er die Last unserer Schuld auf sich nahm, um uns wieder nach Hause zu seinem himmlischen Vater zu bringen. Am Kreuz holte er uns in die Gemeinschaft der Liebe hinein, die zwischen ihm und dem Vater von Ewigkeit her besteht. (Lies Joh.17,23.26; 1.Petr.3,18; 1.Joh.3,16a.) Jesu Liebe ist so tief, dass sie unser Fassungs- und Vorstellungsvermögen übersteigt. Wir brauchen den Heiligen Geist als Helfer, dass er uns die Augen und das Herz dafür öffnet. Deshalb erbat Paulus für die Christen in Ephesus "erleuchtete Augen des Herzens". Er schrieb ihnen, was ihm für sie besonders am Herzen lag: "... dass ihr in Liebe gewurzelt und gegründet seid und mit allen Heiligen zu begreifen vermögt, welches die Breite, die Länge, die Höhe und die Tiefe des göttlichen Heilsplans sei, und die Liebe Christi erkennt, die doch alle Erkenntnis übertrifft" (Eph.1,17.18; 3,18-21). In ihrer Breite umfasst Jesu Liebe alle Menschen und Völker. Ihre Länge reicht von Ewigkeit zu Ewigkeit. In ihrer Tiefe reicht sie hinab bis zu dem größten Sünder und hebt ihn empor bis an Gottes Herz. Wir können nur staunen und Gott anbeten über seiner unaussprechlichen Liebe. "Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still. Er betet an und er ermisst, dass Gottes Lieb unendlich ist" (Chr.F.Gellert). (Lies Eph.2,1-5.)

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Mittwoch,22.November Johannes 15,9; Philipper 3,7.8.12-14.

"Wie mich der Vater liebt, so liebe ich euch; bleibt in meiner Liebe." Eine Liebeserklärung erfordert eine Antwort, man kann sie annehmen oder ablehnen. Auch auf Jesu Liebe müssen wir antworten. Wer sie nicht ernst nimmt, lehnt sie im Grunde ab und muss die Konsequenzen tragen. "Weil wir das wissen, müssen wir umso mehr auf die Worte achten, die wir von Jesus Christus gehört haben. Sonst verfehlen wir noch das Ziel" (Hebr.2,1; lies Mark.10,17-22; Matth.26,47-50). Stanley Jones, später Missionar in Indien, berichtet, wie ihm als jungem Menschen Jesu Liebe aufging und wie dadurch sein Leben verändert wurde. "In einer kleinen Kirche in Maryland besuchte ich eine Reihe von evangelistischen Veranstaltungen. Am dritten Abend rannte ich den Weg bis zur Kirche. Ich konnte es nicht erwarten, dort am Altar niederzuknien und zu beten. Ich hatte kaum meine Knie gebeugt, als der Himmel buchstäblich in mein Denken einbrach. Ich war umgeben von einem Empfinden der Gewissheit, des Angenommenseins und der Versöhnung. Ich packte den Mann neben mir an der Schulter und sagte: Ich hab's! Was hatte ich bekommen? Heute weiß ich, dass es nicht ein 'Es' war, sondern ein 'Er'. Ich hatte ihn - Jesus - und er hatte mich. Wir hatten einander. Ich gehörte zu jemand. Die Zeit meiner Entfremdung, das Empfinden, Waise zu sein, war vorbei. Ich war versöhnt. Als ich von den Knien aufstand, hätte ich am liebsten die ganze Welt umarmt und meine Freude allen mitgeteilt. In dem Augenblick ahnte ich nicht, dass ich den Rest meines Lebens buchstäblich damit verbringen würde, das Erlebte mit allen zu teilen, die mir begegneten. Das Zentrum meines Daseins war verwandelt - vom Ich zum Erlöser. Ich schaute ihm ins Gesicht und war für immer unansprechbar für alles, was nicht zu ihm passte. Damals begann für mich das Leben." (Lies 1.Joh.3,1-3; Phil.1,21.)

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Donnerstag,23.November Johannes 15,9; Jeremia 31,3.

"Bleibt in meiner Liebe." Dazu lädt Jesus uns ein. Vielleicht fragt sich mancher: Wie kann ich denn in seiner Liebe bleiben? Wir wollen ernst nehmen, dass Jesus uns ganz persönlich liebt, damit rechnen und es uns vor Augen halten. Wir können uns tagsüber immer wieder an seine Liebe erinnern, uns an ihr freuen, und Worte von seiner Liebe in unserem Herzen bewegen. Bitten wir Jesus um geöffnete Augen für die Zeichen seiner Liebe in unserem Alltag und danken wir ihm dafür! "Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen!" - Klaus Bockmühl (1931-1989) war überzeugt, dass Gott direkt und leidenschaftlich mit Herz, Seele und Verstand geliebt werden kann. So schrieb er: "Liebe zeigt sich in der Freude am Geliebten... Die liebende Seele hat eine echte Leidenschaft für das Gegenüber ihrer Liebe... Gott mit ganzer Seele lieben heißt, Tag und Nacht an ihn denken." Die Tagebuch-Eintragungen seiner letzten Krankheitsmonate sprechen viel von der Liebe zu Gott und darüber, von Gott geliebt zu werden: "Von Augenblick zu Augenblick werde ich von seiner Liebe getragen." Und: "Gottes Willen kennen lernen heißt Gottes Liebe kennen, denn sein Wille ist sein liebender Wille für uns." (Lies Ps.42,2.3.9; 43,3.4; 63,2.4-9; Röm.8,35-39.) Nichts in der Welt kann uns trennen von Gottes Liebe. In sie wollen wir hineinwachsen, indem wir unsere Lebenswurzeln in sie eingraben. So machte es Eva von Tiele-Winckler. In der Silvesternacht 1897 schrieb sie in ihr Tagebuch: "Warst du nicht meine Sonne in diesem Jahr? War deine Liebe nicht mein Reichtum, mein Glück, meine Seligkeit, und eine Stunde der Gemeinschaft mit dir, war sie mir nicht mehr als alles, was die Erde mir bieten konnte? Alles außer dir ist der Tod." (Lies Jud.21; Ps.16,2; 18,2.3; Jer.15,16.)

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Freitag,24.November Johannes 15,9; 2.Korinther 4,16-18.

"Bleibt in meiner Liebe." Um in Jesu Liebe zu bleiben, wollen wir uns bewusst innerlich lösen von Zweifeln, vom Starren auf die Bedrängnisse und Probleme, damit wir wieder den klaren Blick bekommen für seine Liebe. Zweifel sind eigentlich noch nicht vom Geist Jesu erfasstes Denken. (Lies 2.Kor.10,4.5.) Im Vertrauen wollen wir sprechen: "Weicht, ihr Trauergeister! denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, muss auch ihr Betrüben lauter Freude sein" (Joh. Franck). "Bleibt in meiner Liebe!" heißt: Haltet fest an meiner Liebe, vertraut mir, auch wenn es nicht nach Liebe aussieht, wie ich euch führe. Etan sagte in einem Psalm: "Alles, was du tust, zeigt deine Liebe und Treue!" (Ps.89,2.3.15). Wir bleiben in seiner Liebe, indem wir an ihr festhalten. Seine Liebe umgibt uns, auch wenn wir schwere Wege geführt werden, wenn Gott uns Krankheit auferlegt oder einen lieben Menschen genommen hat. (Lies Röm.8,18.28; Joh.15,2.) Hermann Bezzel schreibt: "Bleibt im Vaterhaus und am Vaterherzen. Sprecht an jedem Tag: Das ist Liebe! Nehmt den Sturm herein in euer Leben und sprecht: Das ist Liebe! Lasst euch das Kreuz gefallen, wo es am wehesten tut und am wundesten drückt. Dann bleibt ihr in seiner Liebe." Auf notvollen und unverständlichen Wegen wollen wir Jesus nicht aus dem Auge verlieren und die Worte aus Psalm 73 glaubend nachsprechen: "Dennoch bleibe ich stets an dir, denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an. Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil" (Ps.73,23-26). "Wenn ich auch gar nichts fühle von deiner Macht, du führst mich doch zum Ziele, auch durch die Nacht." (Lies Ps.84,6-8; 2.Kor.12,9; Hebr.12,10.11; Phil.3,20.21.)

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Samstag,25.November Johannes 15,10.11; 14,15.21.23.

Die Liebe Jesu verändert unser Leben. Wenn zwei Menschen sich lieben, gleichen sich oft ihre Lebensgewohnheiten ein Stück weit an. Wie viel mehr wird es unser Verlangen sein, Jesus ähnlich zu werden, wenn wir ihn lieben. In welche Richtung seine Liebe unser Leben verwandelt, beschreibt Jesus uns: "Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe." Solange Jesus auf Erden lebte, war er beständig mit seinem himmlischen Vater verbunden, indem er dem Vater in allen Dingen gehorchte. Aus Liebe war Jesus dem Vater gehorsam. "Ich bin vom Himmel gekommen, nicht dass ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat" (Joh.4,34; 5,30; 6,38). Jesus stellt uns in seine Liebe hinein. Die Liebe zu ihm verändert unsere Willensrichtung und unsere Interessen. "Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten und seine Gebote sind nicht schwer" (1.Joh.5,3). Gehorsam aus Liebe! Da finden wir auf einmal keinen Geschmack mehr an dem, was Jesus betrübt und missfällt. Handeln wir gegen seinen Willen, so merken wir schnell den Abstand zwischen ihm und uns. Die Freude der Gemeinschaft mit ihm weicht, Traurigkeit legt sich auf uns. Jesu Wort erreicht uns nicht mehr. - In Sünde leben und Gemeinschaft mit Jesus haben - beides zusammen geht nicht. (Lies Jes.59,1.2; 1.Joh.1,6-2,6.) Zu tun, was Jesus will, ist keine drückende Last, vielmehr erfahren wir dabei tiefe Freude. "Das sage ich euch, damit meine Freude in euch bleibe und eure Freude vollkommen werde." Manche meinen, den eigenen Willen durchzusetzen, würde froh machen. Das Gegenteil ist der Fall. Jesus verspricht uns, dass wir seine Freude erfahren werden, wenn wir seinen Willen tun. (Lies Joh.16,24; 17,13; Röm.14,17; 15,13; Ps.16,11; 119,14.16; 1.Joh.3,24.)

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Sonntag,26.November Johannes 15,12.13; 1.Johannes 3,14-18.

"Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, wie ich euch geliebt habe." An Jesus sehen wir, was Liebe ist: "Daran haben wir die Liebe erkannt, dass er sein Leben für uns gegeben hat." Was kann uns fester an ihn binden als diese Liebe? Nun werden wir aufgefordert, seine Liebe weiterzugeben. Die Liebe, die wir von ihm erfahren haben, will weiterfließen, will sichtbar werden "in der Liebe untereinander und zu jedermann". Liebe ist die erste Frucht des Heiligen Geistes. "Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt" (1.Thess.3,12; Gal.5,22; Joh.13,35). Wir finden schnell eine Entschuldigung dafür, warum die Beziehung zu dem einen oder anderen nicht klappt, warum wir ihn nicht lieben. Ob es immer am anderen liegt? (Lies 1.Petr.1,22; Philem.4.5.) "Größere Liebe hat niemand als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde." "In Südafrika kam eine Frau in den Taufunterricht. Sie trug an einem schweren Schicksal, das sie zutiefst verbittert hatte. Gegen ihren Willen war sie mit einem älteren, behinderten Mann verheiratet worden, der sich von ihr versorgen ließ ohne ihr die geringste Liebe oder menschliche Wertschätzung zu erweisen. Mit den Jahren war ein bohrender Hass über sie gekommen... Der Taufunterricht fand in den Passionswochen statt. Abschnittweise wurde die Leidensgeschichte Jesu gelesen. Sie folgte dem Bericht mit einer Spannung, die sie zutiefst aufwühlte. Schließlich erklärte sie spontan: 'Wenn Jesus so viele Plagen und Schmerzen freiwillig auf sich genommen hat, und wenn er aus Liebe auch für meine bösen Taten gelitten hat, dann kann auch ich meinen Mann nicht mehr hassen, trotz allem, was er mir angetan hat. Ich will ihm vergeben. Jesus wird mir helfen, ihn zu lieben, wie er mich geliebt hat'" (nach P.Beyerhaus). Die Frau hatte erfasst, wie sie in Jesu Liebe bleiben konnte, und dass sie diese Liebe an den Menschen weitergeben musste, der ihr bisher das Leben schwer gemacht hatte. (Lies Eph.5,1.2.25; 1.Petr.4,8; 1.Joh.4,7-11.19-21.)

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Montag,27.November Johannes 15,12-14; Matthäus 5,44-48.

"Ihr seid meine Freunde, wenn ihr alles tut, was ich euch gebiete." "Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, die euch beleidigen und verfolgen, auf dass ihr Kinder eures Vaters im Himmel seid." Vielleicht wird uns die Liebe Jesu deshalb manchmal so unwirklich, weil wir uns weigern, ihm zu gehorchen, zum Beispiel seine Liebe an unsere großen oder kleineren Feinde weiterzugeben. Doch dadurch entsteht ein Abstand zwischen Jesus und uns. Auch wenn wir ihm noch so viel vorjammern, wie schwer es uns der und jener macht, sein Wille ist, dass wir "einander lieben, wie er uns geliebt hat". (Lies Röm.12,9.10.18-21; 13,8-10.) Jesus lässt sich auch nicht auf Ersatzangebote ein, was wir stattdessen für ihn unternehmen wollen. Unsere Freundschaft mit ihm zeigt sich darin, dass wir tun, was er uns sagt. Es ist entlastend, dass Jesus uns zu allem, was er von uns fordert, zugleich auch die Kraft gibt. Wenn wir im Vertrauen und Gehorsam Schritte auf den andern zugehen, wird auf diese Weise auch unsere Liebe zu Jesus vertieft. Wir können ihn um die Führung seines Geistes bitten, dass er uns die richtige Zeit und den richtigen Ort zeigt und das helfende, heilende Wort schenkt. (Lies Matth.5,23-26; 18,21.32-35.) Wir bleiben in seiner Liebe, wenn wir die Liebe und Vergebung, die wir selbst von ihm empfangen haben, an Freund und Feind weitergeben. Wie lange brauchen wir, um diese grundlegende Lektion der Liebe zu lernen! Und wie viel Geduld hat Jesus mit uns! "Jesu Liebe ist völlig frei von eigenen Interessen. Er nimmt uns an, so wie wir sind, mit all dem, was unliebenswert, enttäuschend, ja schmerzvoll an uns ist. Seine Liebe liebt, sie vergibt und vergibt ohne Ende" (F.Alshorn). (Lies 1.Kor.13,4-7.)

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Dienstag,28.November Johannes 15,14.15; Psalm 25,14.

"Euch aber habe ich gesagt, dass ihr Freunde seid; denn alles, was ich von meinem Vater gehört habe, habe ich euch kundgetan." Jesus hat uns zu seinen Freunden erwählt. "Ein Gottesfreund ist ein Gereinigter, ist einer, der eine Last losgeworden ist. Er hat aufatmen dürfen. Darum aber braucht er nun nicht mehr drei Viertel seiner ganzen Lebensenergie zu verpuffen, um mit sich selber und mit den Menschen 'ins Reine zu kommen'. Weg jetzt einmal mit dir selber! Gott hat's nun alles ins Reine gebracht, damit du frei wirst von dir selber, frei für den Bruder. Leichte Füße zum Bruder hin will Gott dir geben und eine offene Hand und leichtes Gepäck, damit du umso flinker und unbeschwerter den Weg zum Bruder findest. Wer gereinigt ist, den fängt nun die Liebe Christi an zu drängen und zu treiben" (W.Lüthi). (Lies 2.Kor.5,14.15.) Zwei Männer werden in der Bibel "Freund Gottes" genannt: Abraham und Mose. Gott weihte sie in seine Pläne ein als Zeichen seiner Freundschaft. "Wie könnte ich vor Abraham verbergen, was ich tun will?" Mit Mose sprach Gott, "wie ein Mann mit seinem Freunde redet" (1.Mose 18,17; 2.Mose 33,11a; lies 4.Mose 7,89; Jes.41,8; Jak.2,23; vgl.Hiob 29,1-4; Amos 3,7). Was im Alten Bund Ausnahme war, gilt im Neuen Bund allen Glaubenden: "Euch habe ich Freunde genannt, weil ich alles, was ich von meinem Vater gehört habe, euch kundgetan habe." Jesus schenkt uns seine Freundschaft, er nimmt uns in seine Pläne hinein und zeigt uns in seinem Wort, was die Zukunft bringen wird. Er sagt uns, wie wir nach dem Willen des Vaters leben können. Lassen wir uns von seinem Wort und seinem Geist zu Gottesfreunden prägen! "Es hat etwas tief Beglückendes, ein Gottesfreund zu sein." (Lies 1.Joh.4,19; 2.Kor.3,18.)

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Mittwoch,29.November Johannes 15,16.17; Epheser 1,4-12.

"Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt." Aus Liebe hat Jesus uns erwählt und hat uns dadurch in die Gemeinschaft mit sich, mit dem Vater und dem Heiligen Geist gebracht. Erwählung hängt immer mit Liebe zusammen. Der Apostel Paulus nimmt im Epheserbrief diesen Gedanken auf: "Ehe der Welt Grund gelegt war, wurden wir erwählt..., dass wir seine Kinder sein sollten durch unseren Herrn Jesus Christus." Wir können uns nicht vorstellen, dass wir als Einzelne schon vor Erschaffung der Welt in Gottes Gedanken existierten. An Timotheus schreibt Paulus von der "Gnade, die uns in Christus Jesus schon vor Beginn der Zeiten geschenkt worden ist": "Er hat uns gerettet mit heiligem Ruf, nicht nach unseren Werken, sondern nach seinem eigenen Vorsatz und der Gnade, die uns in Christus Jesus vor ewigen Zeiten gegeben ist, jetzt aber geoffenbart worden ist durch die Erscheinung unseres Retters Christus Jesus" (2.Tim.1,9.10; vgl.1.Petr.1,18-20). Paul Gerhardt drückte es so aus: "Eh ich durch deine Hand gemacht, da hast du schon bei dir bedacht, wie du mein wolltest werden." Unsere Erwählung gilt für immer. Alle Beziehungen werden durch den Tod aufgelöst, aber unsere Verbindung mit Jesus ist todesbeständig. Für Zeit und Ewigkeit gehören wir zu ihm. "Ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen." (Lies 1.Kor.2,9; Joh.10,28-30; 14,1-3; Phil.3,20.21.) Jesus sagte den Jüngern auch, wozu sie erwählt sind: "Ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibe." Unser Leben soll Frucht bringen. Aus der Herzensverbindung mit ihm wächst sie - nicht aus uns selbst. Unsere Liebe ist nur ein schwaches Echo, eine gedämpfte Antwort auf seine ewige Liebe zu uns. (Lies 1.Joh.4,19; Röm.8,35-39.)

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Donnerstag,30.November Johannes 15,18-27; 17,14-18.

Jesus kündigt hier an, was uns die Freundschaft mit ihm kosten kann. Zwei charakteristische Worte finden wir in diesem Abschnitt: "hassen" und "Welt". Jesus meint mit der "Welt" die von Gott geschaffene, aber von ihm abgefallene Welt, die jetzt unter dem Einfluss des Fürsten dieser Welt steht. Als Jesus, der Sohn Gottes, in diese Welt kam, stellte sich von Anfang an der Fürst dieser Welt gegen ihn. Jesus wurde in einmaliger Weise als Fremdkörper in der Welt empfunden. Schließlich kreuzigten sie ihn. (Lies Luk.2,7; Matth.2,13.16; Joh.1,11; 19,15.16.) Auch Jesus-Nachfolger sind Fremdkörper in der Welt. Was hat die Welt gegen sie? Sie ist doch sonst sehr tolerant! Warum diese Ablehnung? Jesus erklärte es seinen Jüngern: "Wäret ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihrige lieb. Weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt heraus erwählt habe, darum hasst euch die Welt." Die Welt empfindet Christen vielfach als Spielverderber und Störenfriede, zum Beispiel, wenn wir bei unreinem oder zwielichtigem Reden oder Handeln nicht mitmachen oder uns nicht einlassen auf unlautere Geschäftspraktiken. In solchen Situationen brauchen wir die Leitung durch Gottes Geist, damit wir Jesus gemäß reagieren können. Manchmal erleben wir, wie durch das Verhalten von Christen das Gewissen gottferner Menschen aufgerüttelt wurde und ein heilsamer Stachel zurückblieb, der in ihnen bohrte, bis sie den Weg zu Jesus Christus fanden. (Vgl.Apg.8,1; 26,14.) Jesus sprach: "Darin besteht das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse. Denn wer Arges tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden." Er sagte aber auch: "Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen" (Joh.3,19.20; 6,37; lies 2.Kor.6,14; Eph.5,11-13; Phil.2,14-16).

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