Donnerstag,1.März Esra 6,14-16; Sacharja 4,9.
Das Buch Esra ist nicht nur ein Buch des neuen Anfangs, des Erwecktwerdens, des Aufbrechens und Bauens unter der Hand Gottes, es ist auch ein Buch der Vollendung. Der Tempel wurde tatsächlich gebaut, die Mauer wurde fertig, die Reinigung wurde vollzogen, das Fest konnte gefeiert werden. Die Rückkehrer aus der Gefangenschaft hatten das große Werk erfüllt. Was für die Menschen unmöglich schien, das hatte Gott für sie möglich gemacht! Uns aber, Herr, wirst du Frieden schaffen; denn auch alle unsere Werke hast du für uns vollbracht (Jes.26,12; lies Ps.118,1-16; Jes.8,9.10). Gott hat nicht nur Verheißungen für die Seinen, er führt auch zur Vollendung, lässt das Ziel erreichen. Für David war sicher: Der Herr wird es für mich vollenden." Jesus wird der Vollender des Glaubens genannt. (Lies Ps.138,8; Phil.1,6.) Der Apostel Paulus schrieb den Christen in Korinth: Auch unser Passalamm, Christus, ist geschlachtet. Darum lasst uns Festfeier halten! Vielleicht sollten wir uns einmal Zeit nehmen und darüber nachdenken, welche Freudenquellen uns durch Jesus eröffnet wurden. Ist es nicht ein Grund zur Freude, dass Jesus in unsere Welt gekommen ist und dass er in unsere Situationen hineinkommt mit seiner Liebe und Macht? Dass er uns ein entlastetes Gewissen und Vergebung schenkt, wenn wir ihm unsere Sünde bekennen? Dass er uns teilhaben lässt an seinem Sieg? Ist es nicht Freude, dass wir in Gemeinschaft mit unserem Herrn und untereinander leben dürfen? Jesus hat den Weg zur Freude gebahnt. "Freuet euch und seid fröhlich!" "Singet fröhlich unserem Gott, der unsere Stärke ist." Wir wollen wieder mehr auf die Aufforderung Esras und Nehemias achten und sie ernst nehmen: "Bekümmert euch nicht. Die Freude am Herrn ist eure Stärke." (Lies Ps.35,9.10; 50,23; 124,6-8; Luk.10,18-20; Röm.16,20.)
Freitag,2.März Philipper 1,12-18; Römer 1,14-16.
Was Paulus schwierigen Situationen und aufreibenden Herausforderungen abzugewinnen vermochte, erscheint uns - menschlich gesehen - als ein wahres Kunststück. Aber es ist mehr, als Menschen aus eigener Kraft vermögen. Das Geheimnis seiner Haltung erfahren wir aus dem Brief, den er an die Gläubigen in Philippi aus dem Gefängnis in Rom schrieb: "Ich will, dass ihr wisst, Brüder, dass sich meine Umstände sogar noch zur Förderung der Sache Gottes und des Evangeliums gestaltet haben." So beurteilte Paulus selbst seine unerquickliche Lage. (Lies 2.Tim.2,8-11; 4,17.) Zu Anfang hatte er noch gewisse Privilegien, er konnte sich zwei Jahre lang in einer eigenen Wohnung aufhalten und jederzeit Besuche empfangen. Niemand hinderte Paulus daran, in aller Offenheit vom Reich Gottes zu predigen und Jesus Christus als den Herrn zu bekennen" (Apg. 28,30.31; lies Eph.6,20; 2.Kor.5,20). Doch dann verschlechterte sich die Lage. Paulus wurde im Prätorium untergebracht. Damit ist wohl die Kaserne gemeint, in der sich die kaiserliche Garde befand. Als Prätorium wurde auch die höchste Gerichtsbehörde bezeichnet, vor der sich Paulus zu verantworten hatte. Alles deutet darauf hin, dass sich sein Prozess immer mehr dem Höhepunkt näherte. Eine Entscheidung über Leben oder Tod stand im Raum. Doch Paulus suchte nicht nach Möglichkeiten, eine für ihn positive Wende dieses Prozesses herbeizuführen. Er beklagte sich nicht über die schlechten Haftbedingungen und Beschränkungen. Sein Thema sind nicht die kriminellen Mitgefangenen, die zu Recht eingekerkert waren. Nein, der Apostel blieb nicht an seiner persönlichen notvollen Situation stehen, bemitleidete sich nicht und ließ sich nicht von seinen Gefühlen bestimmen. Sein Blick war vielmehr auf Jesus gerichtet, der vor ihm einen viel schwereren Weg gegangen war und von dem er wusste, dass er nicht widerschalt, als er gescholten wurde, nicht drohte, als er litt (1.Petr.2,23; vgl.Apg.7,54-60; 2.Tim.2,8-11).
Samstag,3.März Philipper 1,12-18; 2,17.18.
Ihr sollt wissen, liebe Brüder, dass alles, was ich erlebe, zur Förderung des Evangeliums dient. Wie kompromisslos lebte Paulus! Selbst den Aufenthalt im Gefängnis sah er als einmalige Chance an, die frohe Botschaft der Rettung zu verkündigen. Er hätte sich diesen Ort niemals selber ausgesucht. Aber nur als Gefangener konnte er an die aus des Kaisers Hause (Phil.4,22) und an alle am Gerichtsprozess Beteiligten herantreten und sie mit Jesus Christus bekannt machen. Durch sein Verhalten in der äußeren Unfreiheit konnten Vollzugsbeamte und Mitgefangene die verändernde Kraft des Evangeliums erleben. Wie verschieden war das Verhalten des Paulus von den übrigen Inhaftierten. Er lebte in der Hoffnung, wo nichts zu hoffen war, und erlebte die Freude am Herrn, wo nur bedrückende Dunkelheit ihn umgab. Seine Erfahrungen in der Gefangenschaft blieben nicht verborgen, sie dienten auch dazu, dass die Christen außerhalb des Gefängnisses neuen Mut und Zuversicht gewannen, "kühner und ohne Scheu das Wort zu predigen". (Lies Apg.4,20.23-31.) Ist es nicht auch zutiefst der Wunsch der meisten von uns, unter allen Umständen ein Zeuge Jesu zu sein? Das ist nicht leicht, aber wenn wir Jesus von Herzen lieben, entdecken wir selbst in Krisensituationen die Chance, ihn groß zu machen. Oder lassen wir uns von den Schwierigkeiten erdrücken, anstatt ihn in der Ausweglosigkeit als Helfer anzurufen? Philipp Spitta (1801-1859) bezeugt es in einem seiner Lieder, wohin er sich in Notzeiten flüchtete: Ich steh in meines Herren Hand und will drin stehen bleiben; nicht Erdennot, nicht Erdentand soll mich daraus vertreiben. Und wenn zerfällt die ganze Welt, wer sich an ihm und wen er hält, wird wohlbehalten bleiben. Schon vielen Christen wurde dieses Lied in schweren Zeiten zum Trost und zur Hilfe. (Lies 2.Kor.4,8-15; Matth.5,16; Phil.2,14-16.)
Sonntag,4.März Philipper 1,12; Apostelgeschichte 21,10-36.
Ich will aber, dass ihr wisset, wie alles, was mir begegnet ist, nur mehr zur Förderung des Evangeliums ausgeschlagen hat. Wir wollen uns im Folgenden vergegenwärtigen, was Paulus begegnet war, seit er nicht mehr als freier Mann leben konnte, bis zu dem Zeitpunkt, als er seinen Brief an die Philipper schrieb. Viele Stürme waren über ihn gegangen, sodass man fragen möchte: Warum ließ Gott das alles zu und griff nicht ein? Doch Paulus fragte nicht nach den Ursachen seines Leidens. Ihm ging es nur um das eine: in jeder Lage eine Chance für die Ausbreitung des Evangeliums zu sehen. (Lies 2.Kor.5,14.15; vgl.Ps.119,46.) Zunächst ging Paulus nicht ungewarnt vom Heiligen Geist hinauf nach Jerusalem (V.10.11). Er wusste um die Gefahr, die ihm drohte, aber er war entschlossen, den von Gott gewiesenen Weg zu gehen, auch wenn Trübsal ihn erwartete. Denen, die es gut mit ihm meinten und ihn von diesem schweren Weg abhalten wollten, antwortete er: Ich bin bereit, nicht allein mich binden zu lassen, sondern auch zu sterben in Jerusalem für den Namen des Herrn Jesus (V.13; lies Jes.50,5-8). In Jerusalem ging Paulus auf den Vorschlag der Brüder ein, doch der befolgte Rat brachte ihn in höchste Gefahr: die Juden suchten ihn zu töten. Die ganze Stadt geriet in Aufruhr. Der Kommandant der römischen Garnison griff ein und ließ Paulus verhaften (V.18-36; vgl.Matth.27,22.23). Mitten in dem Tumult hatte Paulus nur den einen Wunsch, den er dem Kommandanten vortrug: "Ich bitte dich, erlaube mir, zu dem Volk zu reden!" Mit der Erlaubnis ergriff er sofort das Wort, um der Volksmenge von dem zu sagen, was er mit Jesus Christus erlebt hatte. "Siehe, ich will mir den Mund nicht stopfen lassen, von deiner Wahrheit und deinem Heil rede ich" (Ps.40,10.11; lies Apg.8,1.4.5; 11,19.20; 2.Tim.1,7).
Montag,5.März Apostelgeschichte 21,40; 22,1-22; 1.Petrus 3,15.16.
"Paulus trat auf die Stufen und winkte dem Volk mit der Hand. Da entstand eine große Stille, und er redete zu ihnen. Der gewaltige Umschwung unter der aufgebrachten Menge kam einem Wunder gleich, denn endlich konnte der Apostel zu den Menschen sprechen, die ihm besonders am Herzen lagen. Die tiefgehende Veränderung seines Lebens durch die Begegnung mit Jesus Christus war ein Beweis für die Kraft Gottes aus dem Evangelium. Mit keinem Wort berührte er die gegen ihn erhobenen Beschuldigungen. Er sprach auch nicht von dem Unrecht, das ihm die Juden angetan hatten. Die Begegnung mit Jesus hatte sein Herz zum Brennen gebracht für eine verlorene Menschheit. Deshalb nutzte er jeden Augenblick, die Rettung anzubieten. "Damit ich möglichst viele gewinne!" Der Missionar Charles Studd sagte einmal: Ich möchte einen Laden für Errettung führen, einen Meter von der Hölle entfernt." (Lies Röm.12,11; 1.Kor.9,16-23; Kol.4,5.6.) Freude und tiefer Friede müssen von Paulus ausgegangen sein, dass er in die brodelnde Menge das Zeugnis von Gottes Macht und Gnade in seinem Leben hineinrufen konnte. Wir staunen, wie offen und ehrlich er sich zu seinem Vergehen an den Christen bekannte. Seine Schuld verschwieg er nicht, vielmehr rühmte er Gottes Liebe, dass Jesus sich ihm persönlich offenbart hatte. Wie gern wollte er mit seinem persönlichen Zeugnis die Zuhörer mitnehmen, damit auch sie aus ihrem schuldbeladenen Leben herauskommen und neu anfangen konnten. (Lies Luk.19,1-10; Offb.3,20.) Aber die Reaktion war anders. "Zuerst hörten sie ihm zu, dann aber erhoben sie ihre Stimme und riefen: Hinweg mit diesem von der Erde. Denn er darf nicht leben." Damit lehnten sie das einzigartige Rettungsangebot Gottes ab. "Seht zu, dass keiner von euch ein böses, ungläubiges Herz habe, das abfällt von dem lebendigen Gott" (Hebr.3,12; 2,1.3; vgl.5.Mose 30,19.20; Mark.4,18.19).
Dienstag,6.März Philipper 1,12-14; Apostelgeschichte 22,30; 23,1-11.
"Am folgenden Tag befahl der römische Kommandant den Hohenpriestern und dem ganzen Hohen Rat zusammenzukommen. Er führte Paulus hinab und stellte ihn vor sie." Paulus blieb seiner Berufung treu, Diener Jesu Christi zu sein. Darum verteidigte er sich nicht; das Thema seines Lebens war vielmehr der Auferstandene, sein Herr: Ich stehe vor Gericht, weil ich an die Auferstehung der Toten glaube. Damit sprach er die zentrale theologische Streitfrage zwischen den Pharisäern und Sadduzäern an. Wollte er sie mit diesem Bekenntnis erneut locken, sich einer Begegnung mit Jesus Christus, dem gekreuzigten, aber auferstandenen und lebendigen Herrn, zu stellen? Wollte er ihnen den Blick für die ewige Herrlichkeit öffnen, die denen verheißen ist, die an den Sohn Gottes glauben und sein Wiederkommen erwarten? "Ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten... Und ich werde wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin" (Joh.14,2; lies Luk.24,45-48; 1.Kor.15,3-5.12-14.19-23). Die Nacht nach der Auseinandersetzung im Hohen Rat muss für Paulus dunkel und quälend gewesen sein. War sein Herz verzagt, weil sich in den Reihen der Juden nichts zu bewegen schien? Doch plötzlich stand der Herr selber bei ihm und sprach: "Sei getrost! denn wie du für mich in Jerusalem Zeuge warst, so musst du auch in Rom mein Zeuge sein. Jesus lässt die Seinen, die ihm treu dienen, nicht allein. Die Aufgabe des Apostels Paulus war, die Wahrheit zu bezeugen. Ob der Wahrheit geglaubt wurde, war nicht seine Verantwortung. Darum entlastete ihn der Herr mit seinem persönlichen Zuspruch. Ein Wort aus Jesu Mund schafft Frieden und bringt unser unruhiges Herz zur Ruhe. "Aber der Herr ist bei mir, darum werden meine Verfolger fallen und nicht gewinnen." (Lies 2.Tim.4,16.17; Matth.14,27; Joh.16,33.)
Mittwoch,7.März Apostelgeschichte 23,23.24; 24,24-27; Psalm 119,46.
Aus Sicherheitsgründen wurde Paulus nach Cäsarea gebracht. Mitglieder des Hohen Rats verklagten ihn dort bei dem Statthalter Felix: "Wir wissen, dass dieser Mann gefährlich ist wie die Pest. Überall im Römischen Reich zettelt er unter den Juden Aufstände an." Anschuldigungen waren für Paulus niemals ein Grund für eigene Rechtfertigung oder Selbstverteidigung. Er sprach offen von seiner Zugehörigkeit zu den angegriffenen Jesus-Leuten. "Das bekenne ich, dass ich nach dem Wege, den sie eine Sekte nennen, dem Gott der Väter diene." (Lies Spr.29,10.25; Ps.119,63.) Selbst unter dieser Anklage versuchte er, vor dem Statthalter Felix und dessen Frau Drusilla das Evangelium zu bezeugen. Voller Interesse ließen sie sich über den Glauben an Jesus Christus informieren. Wie sehr mag Paulus um dieses Ehepaar gerungen haben, dass es die rettende Botschaft des Evangeliums verstehen und eine Entscheidung für Jesus treffen möge. Als Paulus jedoch von Gerechtigkeit, Enthaltsamkeit und dem künftigen Gericht Gottes sprach, unterbrach ihn Felix betroffen: "Für diesmal geh! Zu gegebener Zeit will ich dich wieder rufen lassen." Aber die Zeit nutzte Felix nicht; nach zwei Jahren übergab er den Gefangenen seinem Nachfolger. Auch vor Festus, König Agrippa und dessen Frau Berenike nahm Paulus seinen Auftrag wahr und nutzte die gegebene Möglichkeit, das Evangelium überzeugend zu verkündigen (Apg.25.26). Was er später an Timotheus schrieb, lebte er: "Erleide das Ungemach, tue das Werk eines Evangelisten, richte deinen Dienst völlig aus!" (2.Tim.4,5; lies 2.Kor.5,11.20; Hes.3,17; 33,9). Worüber sprechen wir mit Menschen, denen wir begegnen und die keine persönliche Beziehung zu Jesus haben? Haben wir den Mut, sie auf ihren verlorenen Zustand anzusprechen, ihnen aber gleichzeitig die Kraft der rettenden Liebe Jesu zu zeigen? Wir sollten um das rechte Wort beten, das wie ein Schlüssel die Herzen öffnet. "Tue deinen Mund weit auf, lass mich ihn füllen" (Ps.81,11; 51,17).
Donnerstag,8.März Apostelgeschichte 27,1-44; Psalm 93,3.4.
Als Gefangener wurde Paulus mit dem Schiff nach Rom gebracht, als der gefürchtete Wintersturm losbrach. Angst und Schrecken befiel die Schiffsmannschaft, die Passagiere und die Gefangenen. Alle Hoffnung, mit dem Leben davonzukommen, schwand dahin. In dieser Lage war Paulus der Einzige, der Mut machen konnte. Er ergriff das Wort und sprach zu den verzweifelten Menschen: Seid guten Mutes, denn keiner von euch wird umkommen, nur das Schiff ist verloren. In der letzten Nacht stand neben mir ein Engel des Gottes, dem ich diene. Er sagte: Fürchte dich nicht, Paulus. Du wirst vor den Kaiser gebracht werden. Mit dir werden auch alle andern am Leben bleiben. Nicht einer wird umkommen. Deshalb fürchtet euch nicht. Ich vertraue Gott! Es wird sich erfüllen, was er mir gesagt hat." Welch paradoxe Situation: der Gefangene wird zum Mutmacher und Ratgeber. Paulus glaubte der Zusage seines Gottes, obwohl er auch nur das aufgewühlte Meer und die Verlorenheit des Schiffes sah. Durch alle Tiefen hindurch wurde sein Glaube erprobt. Das Wort des Psalmisten erfüllte sich: Des Herrn Wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das hält er gewiss (Ps.33,4; lies Ps.31,20; 44,5; 68,20.21). Gottes Reden in der Ausweglosigkeit war das Hoffnungslicht für alle Menschen auf dem Schiff, und sie glaubten der Zusage Gottes. So kann auch unser Gottvertrauen andere auf den Weg des Vertrauens bringen, wie wir es bei einer schwer kranken Frau erlebten: kein Wort der Anklage oder Auflehnung gegen Gott kam über ihre Lippen. Trotz Schmerzen und großer Schwachheit blieb sie dankbar mit der Begründung: Das Vertrauen hilft mir, getrost meinen Weg zu gehen. Und als sie vor einer Operation gefragt wurde, wie sie so gelassen sein könne, wies sie mit ihrem Zeigefinger nach oben und sagte: Ich weiß, Jesus ist bei mir! (Lies Ps.73,23-26; 1.Petr.1,8.9.)
Freitag,9.März Apostelgeschichte 28,1-6; 2.Mose 15,2.13.
"Als wir gerettet waren, erfuhren wir, dass die Insel Malta hieß." Nach Bangen und Hoffen konnte die schiffbrüchige Mannschaft erleichtert aufatmen, nicht aber Paulus, dem eine neue Gefahr drohte: "Er sammelte trockenes Reisig und warf es aufs Feuer. Von der Hitze aufgescheucht, fuhr eine Schlange heraus und biss sich an seiner Hand fest." "Alles, was mir begegnet, soll zur Förderung des Evangeliums dienen", auch ein giftiger Schlangenbiss? Ja, denn Paulus starb nicht daran. Durch diese wunderbare Bewahrung änderten die Bewohner Maltas ihre Haltung und wurden offener für Gottes Wirken. Vielleicht können wir in unseren augenblicklichen Lebensumständen Gottes Handeln nicht erkennen. Vielleicht quält uns eine unbeantwortete Warumfrage. Wir wollen nicht vergessen, dass wir auch in der dunkelsten Nacht und während der größten Durststrecke, die Gott uns zumutet, Jesus durch Vertrauen ehren können. Vielleicht hilft es uns, wenn wir an Joni Eareckson-Tada denken, die schreibt: "Wir wollen Gott aufrichtig und von ganzem Herzen loben, während wir durch das Feuer gehen. Vielleicht werden diejenigen, die stehen bleiben und in den Feuerofen hineinschauen, den Sohn Gottes sehen, wie er an unserer Seite geht." (Lies Dan.3,17.23-25; Ps.66,10-12.) "Im Missionsbefehl befiehlt Jesus seinen Jüngern, mit dem Evangelium in alle Welt zu gehen, und verspricht, dass er mit ihnen sein wird. Paulus erfuhr die Erfüllung dieser Verheißung in einem Zusammenhang, in dem er sie wahrscheinlich zuletzt vermutet hätte. Aber er entdeckte auch etwas anderes: Sein Herr hatte gesagt, er habe alle 'Gewalt'. Er werde sein Reich mit seiner eigenen, souveränen Macht und in seiner eigenen, vollkommenen Weisheit erweitern" (S.B.Ferguson). "Paulus schleuderte das Tier ins Feuer, und es widerfuhr ihm nichts Übles." Das Wunder geschah vor aller Augen. Viele erkannten: Wir haben es mit einem Zeugen des lebendigen Gottes zu tun! Die Nöte und Gefahren dienten der Verherrlichung Gottes.
Samstag,10.März Philipper 1,12-14;Hebräer 10,24.
In wie viele lebensbedrohliche Lagen kam Paulus seit seiner Gefangennahme in Jerusalem bis zu seinem Verhör in Rom! Dass ihn diese Umstände nicht mutlos und resigniert, verbittert und unglücklich machten und er die lodernde Fackel des Evangeliums nicht wegwarf, ist ein Beweis für die unsichtbare, aber reale Macht des Auferstandenen. "Alles hat zur Förderung des Evangeliums mitgewirkt." Hinter dieser Aussage steht das ganze "Ja" des Paulus zu Gottes Führung. Gott meint es gut und Gott macht es gut! In dieser Gewissheit konnte er durchhalten. Es wird auch Tage und Stunden gegeben haben, in denen er Vertrauen neu buchstabieren musste, wenn Gottes Weg anders verlief als gedacht. (Lies Ps.35,7-10; 42,12;.) Ob er sich an Josef erinnerte und sein Schicksal in Ägypten? Wie viele Segensspuren hinterließ Josefs Treue zu Gott für das ganze Volk Israel! Wir können durch unser "Ja" zu Gottes Wegen Menschen ermutigen, in ihrer Lage Jesus zu vertrauen und an ihm festzuhalten. Julie Hausmann brachte in dem Lied "So nimm denn meine Hände ihr Vertrauen auf Gottes Weisheit zum Ausdruck. Dieses Lied wurde kurz nach seinem Erscheinen in ganz Deutschland und weit darüber hinaus bekannt. In der letzten Strophe schrieb sie: Wenn ich auch gar nichts fühle von deiner Macht, du führst mich doch zum Ziele, auch durch die Nacht." - Was unsere Zeit braucht, sind Christen, die mit Jesus und seinen Zusagen wie mit Zahlen rechnen, die ihr Vertrauen auf ihn allein setzen. Das war das Geheimnis des Paulus, das Geheimnis Hiobs, Josefs und vieler anderer nach ihnen. David rief einmal aus: Welch ein Gott! Sein Handeln ist vollkommen, und was er sagt, ist wahr. Er ist ein Schild allen, die ihm vertrauen (Ps.18,31; lies Hiob 1,13-22; 2,7-10; 42,1-6; Hebr.10,35).
Sonntag,11.März Philipper 1,15-18; Sprüche 20,22.
Das Vertrauen auf Jesus wirkte in Paulus eine tiefe Gelassenheit. Er konnte es übernehmen, "dass einige Christus zwar aus Neid verkündigten, ...aus Eigennutz und nicht ehrlich, sondern um mir zusätzlich Kummer zu bereiten". Er orientierte sich am Verhalten Jesu denen gegenüber, die ihm das Leben noch schwerer machen wollten und die ihn darin zu verletzen suchten, was ihm Herzenssache war: das Zeugnis von seinem Herrn und Heiland. Aus seinen Worten spricht keine Verärgerung, kein Beleidigt- oder Verletztsein. Er ließ sich zu keiner negativen Reaktion herausfordern, sondern blieb dabei: "Was macht das schon! Wichtig ist allein, dass die Frohe Botschaft von Jesus Christus verbreitet wird; mag das nun unter einem Vorwand oder in ehrlicher Absicht getan werden." Diese Haltung hieß allerdings nicht, dass er die Motive dieser Prediger rechtfertigte, er durchschaute sie und deckte sie auf. Selbstsucht steckte dahinter - Sich-selbst-Suchen und vielleicht auch Streit vom Zaun brechen wollen. Vor lauter Rechthaberei wurde die Liebe zum andern verletzt. War das nur damals eine Gefahr in der Gemeinde Jesu? Oder blockiert ichbezogenes Denken auch heute den Blick mancher Christen für das Wesentliche? Paulus antwortete darauf: "Was tuts? - Wenn nur Christus verkündigt wird auf jede Weise, es geschehe zum Vorwand oder in Wahrheit, so freue ich mich darüber." Das Richten derer, die die Botschaft von Jesus aus Neid und Eifersucht verbreiteten, überließ Paulus Gott. Wie großzügig dachte er, wie geistlich gelassen blieb er, wenn der Angriff nur seiner Person galt! (Lies 2.Tim.2,3.4.14.24; 1.Tim.6,3-5; Röm.14,10.13.) Weil die Freude an Jesus statt Empfindlichkeit und Ärger in seinem Herzen war, konnte er schreiben: "Alles muss zur Förderung des Evangeliums dienen!"
Jesu, meine Freude, meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier ...
Unter deinem Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei.
Lass den Satan wettern, lass die Welt erzittern, mir steht Jesus bei.
Ob es jetzt gleich kracht und blitzt, ob gleich Sünd und Hölle schrecken,
Jesus will mich decken.
Johann FranckMontag,12.März Philipper 1,12-14; Jesaja 55,8.9.
Angeregt durch die Aussage des Apostels über seine Umstände, wollen wir uns mit einigen Punkten beschäftigen, die hilfreich sein können für unser Verhalten in unseren persönlichen Umständen. Wenn wir von den "Umständen" reden, geschieht es meist mit einem negativen Unterton: schwierige Situationen, belastende Verhältnisse, ein schlechtes Milieu, eine einengende und krankmachende Umgebung, einfach hinderliche und unerquickliche Umstände. Wenn es aber heißt: "Meine Umstände", dann geht es um ganz Persönliches, Individuelles. Und die Frage lautet: Haben die Umstände Macht über mich? Bin ich ihnen ausgeliefert? Welchen Sinn haben sie? Sind sie ein Zufallsergebnis? A.und W.Matthews schreiben von ihren Erfahrungen in China: "In den Ausweglosigkeiten des Lebens findet man den Frieden nicht, indem man gegen die Umstände kämpft oder ihnen zu entfliehen sucht, sondern indem man alles, was kommt, annimmt als den guten und vollkommenen Willen Gottes. Der allein weise Gott hat dies erwählt, weil es am geeignetsten ist, um seine Ziele mit uns zu erreichen... Die Gewitterwolken, die wir so gefürchtet hatten, wandelten sich in Segnungen. Jetzt geht es uns wieder neu darum, dass sein Wille geschehe im Himmel und auf Erden." (Lies Dan.3,13-28; Ps.86,11.) So konnte auch Paulus aus dem Gefängnis in Rom schreiben: "Meine Umstände dienen zur Förderung des Evangeliums." Wir hätten den Philipperbrief nicht, wenn der Apostel nicht seiner Freiheit beraubt worden wäre. Der Weg in die Enge wurde ein Weg in die Weite. Ohne diese Behinderung hätte Paulus nur zu einem verhältnismäßig kleinen Kreis von Zeitgenossen geredet. Durch seine Briefe aus der Gefangenschaft redet er durch viele Jahrhunderte hindurch zu ungezählten Menschen auf der ganzen Erde. (Lies Jer.29,11; 2.Kor.4,8-10; Apg.28,16-24.30.31.)
Dienstag,13.März Philipper 1,12; Psalm 138,7.8.
"Du bist bei mir!" "Ich will dir danken für deine Treue, mein Gott!" Eine Missionarin, die unter Indianern arbeitet, erzählte aus ihrer Arbeit, davon, wie ihr tägliches Leben aussieht und wie sie und die anderen Missionare ihre Aufgabe zu erfüllen suchen. Dabei erwähnte sie: "Ich sage jeden Tag einmal 'ja' zu meinen Umständen!" So kommt diese Missionarin durch und ist ein Segen in ihrer Umgebung. Es hängt sehr viel davon ab, wie wir uns zu unseren Umständen stellen. Manche Menschen sind permanent unglücklich und unzufrieden in allem, was ihnen begegnet. Es ist gut, wenn wir uns üben, unseren Umständen stets einen positiven Sinn abzugewinnen. Die Bibel ist voll von Beispielen und hilfreichen Worten zu diesem Thema. Der wichtigste Punkt ist das Annehmen unserer Umstände, um für Gott brauchbar zu werden oder in tiefere Gemeinschaft mit ihm hineinzuwachsen. Hiobs Umstände veränderten sich plötzlich durch den Verlust seiner Kinder, seines ganzen Besitzes und seiner Gesundheit, und trotzdem sagte er zu seiner aufbegehrenden Frau: "Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen, der Name des Herrn sei gelobt! ... Haben wir Gutes empfangen von Gott und sollten das Böse nicht auch annehmen?" (Lies Hiob 1,13-22; 2,7-10.) "Ja, Vater, denn also ist es wohlgefällig vor dir!" Dieses Ja, Vater war das Ja des Einverstandenseins Jesu mit dem Willen seines Vaters im Himmel. (Lies Joh.18,11; Ps.84,9-13; 5.Mose 32,3.4; Dan.4,34.) Wir stehen immer wieder vor der Wahl, ohne das Ja zu Gott in unseren Umständen unglücklich und verbittert zu werden oder durch das Ja zu Gott getrost und zuversichtlich seinem Willen zu dienen.
Manchmal will dein Herr, dass du bestimmte Wege gehst, er braucht Leute so wie dich! Und es fällt dir schwer, weil du die Führung nicht verstehst, und du fragst: Herr, warum ich?
Sag ja zu Gottes Wegen, Gottes Wege sind immer gut,
er führt dich allerwegen stets in seiner Hut.
E. zur NiedenMittwoch,14.März Römer 8,28.29; Psalm 77,11-14.
Viele kennen das Buch und den Film "Joni", den Bericht über Kampf und Sieg einer durch Unfall gelähmten Frau. Was sie über das Annehmen der Umstände schreibt, ist nicht Theorie, sondern kommt aus einer tief erlittenen täglichen Übung. "Durch den Tod meiner Nichte und meine Lähmung lernte ich immer deutlicher erkennen, dass es nur zu Kummer und Verzweiflung führt, wenn wir versuchen, nach den Gründen für Gottes Handeln zu forschen. Warum, o Gott? Warum musste sie sterben? Warum wurde ich gelähmt? Warum dürfen die anderen am Leben bleiben und gesund sein? - Außerhalb des alles umfassenden Planes Gottes finden wir auf solche Fragen keine Antwort. Wir sind nicht immer für die Situationen verantwortlich, in die wir hineingeraten. Aber wir sind sehr wohl dafür verantwortlich, wie wir reagieren. Wir können uns völlig der Verzweiflung überlassen und mit selbstmörderischen Gedanken umgehen, oder aber wir blicken auf zu unserem Gott, der keinen Fehler macht und der alles unter Kontrolle hat. Er ist in der Lage, auch bittere Erfahrungen zu unserem Besten zu wenden und uns dadurch in das Ebenbild Jesu Christi umzuwandeln." (Lies Hebr.12,11; Ps.34,2-6.) Es geht um unsere Verwandlung! Wie viele Qualen erleidet eine Raupe bei ihrer Entwicklung zum Schmetterling! Sie geht, geistlich gesprochen, durch viele Tode - durch viele Häutungen. Aber dann ist plötzlich der schöne bunte Schmetterling da. - Alles, was zu unserer Verwandlung beiträgt, ist gut. "Wir wissen, dass denen, die Gott lieben, alles zum Besten dient... Denn die, die er zuvor erkannt hat, die hat er auch dazu ausersehen, dem Bild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden." (Lies 1.Kor.15,49; Phil.3,21; 1.Joh.3,2.)
Donnerstag,15.März Philipper 1,12.19.20; Jakobus 1,17.
Joni Eareckson rang in langen qualvollen Monaten um ein Ja für ihren scheinbar so sinnlosen Zustand. Darüber berichtet sie an anderer Stelle: "Ich erkannte, dass meine Verletzung nicht allein ein Unglück ist, sondern dass Gott sie dazu benutzen will, mir bei meiner Umwandlung in das Bild Jesu Christi behilflich zu sein. Jemand erinnerte mich daran: Joni, was dir passiert ist, wird die Sache Gottes vorantreiben. Paulus hatte seine Gefängnisketten, du hast deinen Rollstuhl. Der Gedanke überwältigte mich, dass das, was mir passiert war, zur Förderung des Evangeliums beitragen sollte. (Lies Ps.73; 94,17-19.) - Während eines Seminars kam das Thema 'Quellen des Ärgers' zur Sprache. Dabei erkannte ich, dass Gott gewisse Umstände in unserem Leben zulässt, um damit wie mit einer Feile die rauhen Kanten unseres Charakters abzuschleifen. (Vgl.Jer.18,4; Jes.45,9.11; 48,10; Eph.5,26.27.) Es ist mir wichtig geworden, Unannehmlichkeiten nicht nur auszuhalten, sondern auch in geistlicher Haltung darauf zu reagieren. 'Ja', sagte ich leise, 'es hat wirklich lange gedauert, bis ich diese Wahrheit erkannt habe, himmlischer Vater. Es reicht nicht, dass ich alles einfach ertrage, was Du mir zu tragen aufgibst. Ich will meine Umstände dazu nützen, dass Du geehrt wirst, dass Du mich christusähnlicher machen kannst!' ... Es gibt ein Sprichwort, das lautet: 'Dieselbe Sonne, die Ton härtet, lässt Wachs zerschmelzen.' Das ist wirklich wahr. Die Sonne selbst wirkt nicht auf unterschiedliche Weise. Doch Ton und Wachs reagieren verschieden. Nöte und Leiden lassen manche Menschen zu brüchigem Ton verhärten, und Verbitterung und Groll setzen sich fest. Doch dieselben Lebensumstände können dagegen andere Menschen innerlich schmelzen lassen und sie Geduld und Ausdauer lehren. Not und Leid haben keinen Wert in sich selbst, kein eigenes, inneres Ziel. Es kommt darauf an, wie wir darauf reagieren - das macht den Unterschied aus." (Lies 2.Kor.12,8-10; 1.Petr.5,6-10.)
Freitag,16.März Ester 4,1-17; Römer 12,1.2.
Was waren es für außergewöhnliche Umstände, in die das jüdische Mädchen Ester am persischen Hof versetzt wurde? "Ester fand Gnade und Gunst vor dem König, und er setzte die königliche Krone auf ihr Haupt und machte sie zur Königin." Lebensbedrohend wurde ihre Situation, als der König die Ausrottung der Juden anordnen ließ, weil Haman sich an Mordechai rächen wollte (Est.3,7-15). Nun war Ester gefragt, sich in besonderer Weise für ihr Volk zu verwenden. Ihr Onkel Mordechai forderte von ihr, beim König um das Leben der Juden zu bitten: "Bilde dir ja nicht ein, dass du von allen Juden allein entrinnen wirst, weil du in des Königs Haus bist. Denn wenn du unter diesen Umständen schweigst, so wird den Juden von einer anderen Seite her Trost und Rettung erstehen, du aber und deines Vaters Haus werden umkommen. Und wer weiß, ob du nicht um dieser Umstände willen zum Königtum gekommen bist?" Diese Worte ihres Onkels enthielten eine besondere Herausforderung: Ester musste sich zu ihrem Volk bekennen und damit ihr Leben riskieren. Sie bekam diesen Auftrag für ihr Volk, den ihr niemand abnehmen konnte, kein anderer hätte ihn ausführen können. Sie zögerte nicht und ließ Mordechai sagen: "Ich will zum König hineingehen, wiewohl es nicht nach dem Gesetz ist. Komme ich um, so komme ich um!" Ihre Bitte an Mordechai war, alle Juden, die in Susa lebten, zu versammeln, um für sie zu beten und mit ihr zu fasten. Wir wollen uns prüfen, wie wir uns in gefahrvollen Umständen verhalten, wenn wir nicht wissen, wie die Sache für uns ausgehen wird. Sind wir bereit, uns Gott zur Verfügung zu stellen? Können wir betend und vertrauend sprechen: "Er tue mit mir, was ihm wohlgefällt"? (Lies Matth.16,24-27; Apg.20,24; 21,13; 2.Tim.2,3-5.)
Samstag,17.März 1.Mose 37,4.11.18-20.28; 39,1ff.
Auf diese Frage finden wir die Antwort im Leben Josefs. Auf seinem Lebensweg begegneten ihm viele Menschen, die ihm Leiden zufügten. Am Anfang waren es die neidischen Brüder, die ihn aus Hass in die Zisterne warfen. Dann kamen die midianitischen Kaufleute, an die er um zwanzig Silberstücke verkauft wurde. Sie wiederum verkauften ihn mit Gewinn in Ägypten. Im Haus des Potifar war es die Frau des Hauses, die ihn verführen wollte. Als Josef sich wehrte, machte sie falsche Aussagen und Josef kam ins Gefängnis. Dort begegnete er dem Mundschenk, der ihn trotz seiner Versprechungen nach seiner Freilassung vergaß. Vielen Menschen hätte Josef die Schuld an den widrigen Umständen seiner Lebensführung zuschieben können. Zu allererst seinen Brüdern. Doch gerade ihnen bezeugt er: "Nicht ihr habt mich hierher gebracht, sondern Gott." (Lies 1.Mose 45,5-8; 50,20.) Josef lebte unter Gott, und diese Überzeugung prägte sein Leben. Der Blick auf den lebendigen Gott stärkte ihn, in den schwierigsten Umständen der Sünde zu widerstehen (1.Mose 39,9). Seine innere Verbindung mit Gott half ihm, nicht verbittert zu werden und nicht nachzutragen. In den schweren Führungen suchte er nicht den Schuldigen, sondern bejahte Gottes Weg mit ihm: "Gott hat mich wachsen lassen, er hat mich fruchtbar gemacht im Land meines Elends." Das Wissen: nicht Menschen bestimmen über mich, sondern es ist Gottes Hand, die mich formt, gibt Geborgenheit und Frieden. (Lies 1.Mose 41,51.52.) "Aber ich vertraue auf dich, o Herr; ich habe gesagt: Du bist mein Gott! In deiner Hand sind meine Zeiten." "Wer festen Herzens ist, dem bewahrst du Frieden, denn er verlässt sich auf dich. Darum verlasst euch auf den Herrn immerdar; denn Gott, der Herr, ist ein Fels ewiglich!" (Vgl.Jer.18,1-6; 2.Sam.16,7-14; Ps.56,4.5.)
Sonntag,18.März 1.Petrus 1, 6-9; Römer 8,18.28.
Der Schreiber des 119.Psalms erkennt, dass schwierigste Umstände dazu beitragen können, dass Gottes Wort mehr Raum in unserem Leben gewinnt: "Ehe ich gedemütigt wurde, irrte ich; jetzt aber halte ich dein Wort. Es ist gut für mich, dass du mich gedemütigt hast, damit ich deine Gebote lerne." (Vgl.5.Mose 8,2.3.16; Hiob 5,17.18; 42,5.6; Ps.126,5.) In dem Buch "Der Engel im KZ" wird der Weg einer jüdischen Frau und ihrer Tochter beschrieben. Durch namenlose Not, Erniedrigung und Bedrohung fanden sie beide zu Jesus Christus. In der Stadt gab es einen Pfarrer, der sich besonders um jüdische Menschen bemühte. So kam es, dass sie in die Kirche gingen - zuerst wohl in dem Gedanken, dass man ihnen dort zur Flucht aus Deutschland helfen würde. Aber Gottes Wort erreichte sie, und sie vertrauten Jesus ihr Leben an. (Lies Luk.15,3-7; 1.Tim.2,4-6.) Die Tochter berichtet: "Für Mutter war Christi Macht in unserem Leben zu einer Realität geworden. Sie musste von Jesus reden, denn ihr Herz war von seiner Liebe erfüllt... Nie zeigte sie den Nazis gegenüber Hassgefühle. Ich staunte immer wieder, wie Jesus jede Bitterkeit, jede Wut aus ihrem Herzen austilgte. Mir wurde klar, dass ihr Glaube ohne den Krieg mit all seiner Sinnlosigkeit und Not wahrscheinlich nie so schnell gewachsen wäre." (Lies Matth.5,43-48; Röm.1,16.17.) Die Mutter wurde nach Theresienstadt abgeholt, die Tochter kam in ein anderes Lager. Beide erlebten Jesu Nähe in den schwersten Lebensumständen. Er war ihre Kraft und ihr Friede! (Lies Jes.43,1-3; 2.Tim.4,17.18.) Die Umstände, in die wir kommen, sind uns von Jesus bereitet. Selbst die Schuld der Menschen ändert daran nichts, dass Jesus uns durch alles hindurch ans Ziel bringen will. (Lies Jer.31,3.)
Montag,19.März 2.Korinther 4,16-18; Römer 5,3-5.
Aufreibende Umstände hat Paulus reichlich erfahren, doch ebenso hat er Gottes Wunder erlebt: "Wenn auch unser äußerer Mensch aufgerieben wird, so wird der innere doch Tag für Tag erneuert." Hektik, Zeitdruck, Spannungen, Leid und Not kennen wir alle. Aber kennen wir auch die Kraftquelle, die es für die aufreibenden Umstände gibt? Den Zustrom von oben? Nicht Verschleiß, nicht Ermattung, nicht Nachlassen der Kraft - nein, Erneuerung ist uns zugesagt. "Meine Gnade ist genug für dich, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig." Jesus kennt die Umstände, die uns aufreiben wollen und die uns in Angst bringen. Er sagt: "In der Welt" - d.h.in unseren Lebensumständen - "habt ihr Angst." Und doch hat er den Vater nicht gebeten, seine Jünger aus der Welt wegzunehmen, sondern sie zu bewahren. Und im Blick auf die Angst sagt er: "Seid getrost, ich habe die Welt überwunden." (Lies Ps.125,1.2, Jes.40,27-31; Sach.10,11.12.) Wir wissen es aus Gottes Wort, dass Jesus die Macht der Finsternis überwunden hat (Kol.2,14.15). Deshalb ist es für uns möglich, das Leben zu bewältigen, in schwierigen Umständen zu überwinden. Seiner Aufforderung "überwinde das Böse mit Gutem" können wir nachkommen, weil er überwunden hat und uns die Kraft zum Überwinden gibt. "Wer wird uns scheiden von der Liebe Gottes? Drangsal oder Angst oder Verfolgung oder Hungersnot oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? Wie geschrieben steht: Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag; wie Schlachtschafe sind wir gerechnet worden. Aber in diesem allen sind wir mehr als Überwinder durch den, der uns geliebt hat." Das ist entscheidend wichtig, den Sieg Jesu nicht aus den Augen zu verlieren. Seine siegreiche Liebe trägt durch in schweren, aufreibenden, zermürbenden Umständen. (Lies 1.Joh.5,4; 2.Kor.4,11.12; Ps.27,1-5.)
Dienstag,20.März Jakobus 1,2-4; 2.Korinther 6,3-10.
Wir wollen nicht schon am Morgen die Flügel hängen lassen, dass man von ferne erkennt, wie schwer wir es haben. Gott ist da und will uns beschenken, dass wir die Freude an ihm, die innere Freude bewahren. "Freut euch, wenn ihr in mancherlei Anfechtung geratet." Ist das nicht paradox? Nein, denn es lohnt sich, unter großen Schwierigkeiten die Lektionen in Gottes Schule zu lernen, dass auch scheinbare Niederlagen zum Sieg des Evangeliums führen, wie es bei Paulus heißt: "Wir sind Sterbende, und dennoch leben wir. Wir werden geschlagen und kommen doch nicht um. In allen Traurigkeiten bleiben wir fröhlich." Seine triumphierende Freude hatte eine ewige Quelle, die von keinen Umständen zugedeckt werden konnte. (Lies Ps.110,7; 138,3.) Wir können auf alle Umstände mutig zugehen, wenn Gottes Wort in uns lebt. In der Sorge um uns nahestehende Menschen kann uns zum Beispiel das Wort Jesu ermutigen: "Bringt ihn zu mir." (Lies Mark.9,14-23.) Ein anderes Mal spricht uns das Wort an: "Gott ist für uns ein Gott rettender Taten!" Oder: "Unsere Trübsal, die zeitlich und leicht ist" - das vergisst man so schnell-, "schafft uns eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit." Unsere Umstände sind der Acker, in den Gott uns sät. Aber in seinem Wort sind uns Zuteilungen von Energien und Kraftwirkungen versprochen, die der Auferstehungskraft Christi gleichkommen. (Lies Eph.1,19.20; Kol.1,11.) Wir brauchen nicht bedrückt, verzagt, voller Sorge oder stöhnend auf die Umstände zu blicken, sondern wir dürfen erwartungsvoll sein, was Gott tun wird, wie er uns durchträgt und fruchtbar macht. "Sei unerschrocken und unverzagt; denn der Herr, dein Gott, ist mit dir überall, wohin du gehst." (Lies 2.Kor.1,8-11; Phil.4,13; Ps.33,16-22.)
Mittwoch,21.März Psalm 4,1-9; Habakuk 3,18.19.
David und mit ihm viele andere Glaubende kannten die Freude, die auch von erschütternden Umständen nicht ausgelöscht werden kann. "Du hast Freude in mein Herz gegeben, mehr als zur Zeit, da ihres Kornes und ihres Mostes viel war." Gott will uns aus den einengenden Gedanken des Missmutes, der Unzufriedenheit, des Grolls, der Glaubenslosigkeit, die unseren Geist fesseln können, lösen und in die freie Luft seiner Gegenwart heben, in die Freude, die von allen Umständen unabhängig ist. (Lies Hiob 36,5-7.15.16; Ps.57,1-12.)
In Anfechtungen, Problemen, Hilflosigkeit, da hast du, Herr, für mich deine Freude bereit.
Im Glauben nehme ich staunend an, was du ganz aus Liebe für mich getan:
Du hast meine Seele zur Freude erlöst, du, mein Gott und mein Herr.
Du hast mein Leben mit Frieden erfüllt, Herr, ich danke dir sehr!
Mein Heil bedeutet dir mehr als zeitliches Glück, so nehm ich im Glauben auch das dunkle Geschick.
Und ist mir deine Führung schwer, so weiß ich doch sicher: Es ist der Herr!
Du hast meine Seele zur Freude erlöst, du, mein Gott und mein Herr.
Du hast mein Leben mit Frieden erfüllt, Herr, ich danke dir sehr.
Wir erinnern uns noch einmal an den Brief, den Paulus aus dem Gefängnis schrieb. Er schreibt, dass seine augenblicklichen Lebensumstände zur Ausbreitung des Evangeliums dienten. Wir würden vermutlich solche Umstände niemals wählen, aber Gott benützte sie, damit Draußenstehende und Brüder im Glauben durch das Zeugnis des unerschrockenen Dieners Paulus neuen Mut gewannen. Sein Lebensinhalt und Lebensziel war Christus. Alle Umstände, die dazu beitrugen, dass Menschen Jesus kennen lernten oder fester an ihn gebunden wurden, waren ihm willkommen. "Meine Erwartung und Hoffnung ist, dass ich in nichts zuschanden werde, sondern dass in aller Freimütigkeit wie allezeit, so auch jetzt, Christus hochgepriesen werde an meinem Leibe - in meinen Umständen! - es sei durch Leben oder durch Tod." (Lies 2.Kor.2,14-17; 5,11.14.15.)
Donnerstag,22.März Kolosser 2,2.3; 1.Korinther 1,30.31.
Als Jahreslosung begleitet uns das Wort: In Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis! Der Reichtum, den wir in Jesus Christus haben, ist das Hauptthema des Apostels Paulus. Die Erkenntnis Christi drängte ihn den Korinthern gegenüber zu dem Zeugnis: Ich habe mir vorgenommen, unter euch nichts anderes zu wissen, als nur Jesus Christus, und zwar als den Gekreuzigten (1.Kor.2,2; 3,11; Eph.3,8.14-19). Aus der Erkenntnis Christi kam seine Freude. Was mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Schaden geachtet. Ja, ich achte es noch alles für Schaden gegenüber der überschwenglichen Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn. Um seinetwillen ist mir alles ein Schaden geworden, und ich erachte es für Dreck, damit ich Christus gewinne und in ihm erfunden werde (Phil.3,7.8). Paulus schrieb diese Worte nicht unmittelbar nach seiner Bekehrung, nicht am Anfang seiner Nachfolge. Er schreibt diese Sätze viele Jahre später in der Gefangenschaft in Rom. Wenn er auf die lange Zeit der Gemeinschaft mit seinem auferstandenen, zum Himmel erhöhten Herrn zurückblickte, dann konnte er nur das eine bezeugen: Jesus Christus hatte ihn in keiner Weise enttäuscht, sondern alle Erwartungen übertroffen. (Lies Ps.16,2.5.6.11; 2.Tim.4,7.8.) Obwohl Paulus mit der Gemeinschaft Jesu Christi reich beschenkt war, lebte stets das Verlangen in ihm: "Ich muss ihn immer besser kennen lernen." Das war sein Lebensinhalt: Selbst auf Jesus ausgerichtet leben und andere zu Jesus führen. Das Wissen um diesen Reichtum erfüllte ihn mit tiefer Freude, und in seinen Briefen wurde er nicht müde, die Mitchristen zur Mitfreude zu ermutigen: "Weiter, liebe Brüder, freut euch... Freut euch in dem Herrn, und abermals sage ich euch: Freuet euch!" (Lies Phil.3,1; 4,4; Kol.1,12; Röm.14,17; 15,13.)
Freitag,23.März Kolosser 2,3; Matthäus 6,19-34.
In Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis. Von einem Schatz reden wir nur, wenn wir etwas außerordentlich Wertvolles besitzen. Weil wir Menschen um die Vergänglichkeit und den raschen Wechsel von Verhältnissen wissen, suchen wir Wertbeständiges, Bleibendes, das in Notzeiten uns Halt geben kann, zum Beispiel materiellen Besitz. Jesus aber sagte seinen Jüngern: "Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo die Motten und der Rost sie fressen und wo die Diebe einbrechen und stehlen." Es lohnt sich nicht, sich materiell durch irdischen Reichtum absichern zu wollen. Im Notfall hilft er doch nicht. Das Wort an die Jünger gilt auch uns heute: "Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz." Erschrecken wir nicht bei dieser Aussage, dass unser Herz fähig ist, sich an Dinge zu hängen, die so anfällig und leicht entwendbar sind? Wir wollen uns vor dem Herrn prüfen: Wem gehört mein Herz wirklich? Gehört es vor allem meinem Gott? "Eifersüchtig begehrt der Heilige Geist euer ganzes Herz für Gott!" "Die Augen des Herrn durchlaufen die ganze Erde, um denen beizustehen, die mit ungeteiltem Herzen ihm anhangen" (Jak.4,5; 2.Chron.16,9; vgl.1.Kön.8,61; Ps.73,25.28). "Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch Rost fressen und die Diebe nicht einbrechen und stehlen." Diese Aufforderung Jesu ruft immer neu zur Entscheidung, denn "niemand kann zwei Herren dienen... Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon". Eine Macht bestimmt unser Leben. "Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit! ... Ich sage euch: Macht euch keine Sorgen um Essen und Trinken und um eure Kleidung... Damit plagen sich die Menschen, die Gott nicht kennen. Euer Vater im Himmel weiß, dass ihr all das braucht." (Lies Luk.12,15-21; Kol.3,2.3; 1.Tim.6,7-9.17-19.)
Samstag,24.März Kolosser 2,3; Matthäus 13,44-46.
In zwei Gleichnissen spricht Jesus von einem wunderbaren, einmaligen Schatz, der nach mühevollem Suchen gefunden wurde. Aber es ist nicht leicht, diesen Schatz zu erwerben, denn er kostet ein Vermögen. Gleichzeitig ist sein Wert unvergleichlich, und so gehen die Finder hin und verkaufen alles, was sie besitzen und kaufen den Schatz. "Er ging hin und verkaufte alles, was er hatte." - Die meisten Ausleger verstehen unter dem Schatz im Acker und der kostbaren Perle den Sohn Gottes und das Heil in ihm. Mancher mag verwundert fragen: Kostet es denn so viel, "Christus zu gewinnen", Christ zu werden? Kommen wir nicht umsonst in das Reich Gottes? Ist Gottes Gnade nicht wirkliche Gnade, das heißt ohne Gegenleistung zu haben? Es stimmt, dass wir nichts bezahlen müssen, um gerettet zu werden. "Wir werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade, durch die Erlösung, die durch Jesus Christus geschehen ist" (Röm.3,24; Eph.2,8). Aber es kostet unser bisheriges gottfernes Leben. Wenn wir die "verborgenen Schätze" heben wollen, die das ewige neue Leben mit Christus ausmachen, frei von Schuld und allen sündigen Gewohnheiten oder der ungebührenden Verehrung von Menschen, dann gilt dieses Wort: "Verkaufe alles, was du hast" - woran dein Herz noch hängt. (Lies Matth.19,16-22.) Das ist bei den Einzelnen sehr unterschiedlich, woran das Herz hängt. Ist es das Vergnügen, die Bequemlichkeit, der Luxus, eine Freundschaft? Vielleicht ist es nur eine Gewohnheit oder ein Hobby, das uns aber Zeit nimmt, in der Bibel zu lesen und zu beten. Billiger sind die verborgenen Schätze in Christus nicht zu haben, der sein Leben für uns aufopferte. Haben wir etwas erkannt, das wir "verkaufen" sollten, um völliger in das Geheimnis eines erfüllten Lebens in Christus einzudringen? Dann sollten wir es gleich tun. Wir werden es nicht bereuen. (Lies 1.Joh.2,15-17; Matth.19,29; Hebr.11,24-26.)
Sonntag,25.März Kolosser 2,3; Sprüche 3,13-15.
Die Gemeinschaft mit Jesus ist eine Beziehung ohne Öffentlichkeitscharakter, letzlich ein Geheimnis. Paulus schreibt, dass "in Christus verborgen liegen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis". Nach verborgenen Schätzen muss man graben, sie liegen nicht an der Oberfläche. Adolf Schlatter schreibt: "Verborgen ist Gottes Weisheit in Jesus nicht dazu, damit sie uns unerkennbar bliebe, sondern Gott hat diesen Schatz in ihn gelegt, damit wir ihn dort finden können. Ist Jesus einerseits hoch über uns erhaben... so ist er andererseits zu uns Menschen gesandt, mit der Gemeinde verbunden und für uns wirksam, sodass Gottes Schatz durch ihn für uns zugänglich wird und wir bei ihm holen können, was wir bedürfen. 'Durch Jesus seid ihr in allen Stücken reich gemacht... ihr habt keinen Mangel an irgendeiner Gnadengabe.' (Lies 1.Kor.1,5.7; Eph.1,9-14; 3,8.9.) Verborgen sind Gottes Schätze! Man kann an ihnen vorbeigehen und sie verachten. Nur der wird sie finden, der die Berufung zu Christus hört. Kommt er zu ihm, so findet er bei ihm nicht nur ein Stück Weisheit, sondern jede Weisheit, die uns zur Erfüllung unseres Lebens dient." "Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, das hat Gott bereitet denen, die ihn lieben!" (Lies 1.Kor.2,9-12; Eph.1,15-20.) Vielleicht waren die Christen in Kolossä angefochten, weil sie nicht die griechische Bildung besaßen. Aber sie hatten einen größeren Schatz in ihrem Herrn und Erlöser, das sollten sie erkennen und ihr Leben ganz auf Christus ausrichten. Paulus wollte ihren Glauben stärken, damit sie immun gegen die Verführungs-Versuche Satans würden. Wie groß ist gerade heute die Gefahr, durch falsche Beeinflussung und durch Irrlehren von Jesus weggezogen zu werden und das klare, feste Fundament des göttlichen Wortes zu verlassen. Auch Petrus nimmt Bezug auf die Verführer, die sich in die damalige Gemeinde eingeschlichen hatten und schreibt den Gemeinden: "Habt acht, dass ihr euch nicht durch den Irrtum gewissenloser Menschen fortreissen lasst. Wachst vielmehr in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus" (2.Petr.3,17.18; lies Hos.6,1; Ps.119,59.66.116).
Montag,26.März Kolosser 2,3; 1.Korinther 1,23.24.30.
"In Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit." Was verstehen wir unter Weisheit? Darauf gibt es wohl viele Antworten. H.Brandenburg erklärte in einer Unterrichtsstunde: "Weisheit ist wissen, was Gott am wichtigsten ist. Worauf es ankommt. Lebensweisheit! Das Leben annehmen und einrichten nach dem, was ich von Gott weiß, der der Wissende ist, dem das Kleine und das Große nicht unbekannt ist, der ja alles geplant hat, alles in Händen hält. Er kennt Zweck und Ziel aller Dinge. - Weisheit im biblischen Sinn ist auch Übertragung des Gotteswillens in unsere Lebenspraxis. Es ist Weisheit, ihm zu gehorchen, sich ihm anzuvertrauen, ihm alles zu übergeben. Er hat einen Weg für uns in allen Lebensproblemen. (Lies Jes.35,8; 55,8.9; Hos.14,10; Röm.11,33.) Er kann Antwort geben auf die tiefsten Fragen unseres Herzens, und er kann raten in unseren Alltagsfragen. 'Wem Weisheit mangelt, der bitte Gott, der jedermann gern gibt.' Dieses Angebot dürfen wir ernst nehmen. Fehlt uns nicht oft die Weisheit zum Reden und Antworten? Jesus sagte seinen Jüngern: 'Ich will euch Mund und Weisheit geben, der alle eure Gegner nicht widerstehen noch widersprechen können' (Luk.21,14.15)." Wir müssen nicht irgendwo nach Weisheit suchen. Schulen und Universitäten können nicht das vermitteln, was wir im Wort Gottes finden, wie wir unser Leben bewältigen können. "Christus ist uns gemacht zur Weisheit." Wenn wir unser Leben mit Jesus leben, haben wir teil an der Weisheit Jesu. Wie oft meinen wir, durch Nachdenken und Grübeln, durch Menschenrat das Rechte zu tun. Dabei wartet Jesus, dem wir vertrauensvoll alles sagen dürfen, auf unser Bitten: Herr, ich bin ratlos. "Der Herr gibt Weisheit, und aus seinem Mund kommt Erkenntnis und Einsicht... Weisheit wird in dein Herz kommen, Besonnenheit wird dich bewahren, Einsicht dich behüten." (Lies Spr.1,5; 2,1-6; Ps.119,98; Jak.3,17.18.)
Dienstag,27.März Johannes 14,6; 1.Johannes 5,12.
Jesus erkennen wird zum größten Schatz unseres Lebens. In den "Ich bin"-Worten des Johannesevangeliums erklärt uns der Herr selbst in verschiedenen Bildern, wer er ist und was wir in ihm haben. Jedes Bild enthüllt die Einzigartigkeit Jesu von einer anderen Seite. Unser Verstand und unsere Sprache vermögen nicht mit einem Wort auszudrücken, was uns Menschen in Jesus geschenkt ist. Darum brauchen wir die Unterschiedlichkeit der Bilder, die uns zu einer tieferen Erkenntnis führen. Über diese "Ich bin"-Worte können wir nachsinnen und "sie wie Edelsteine betrachten, die man gegen das Licht der Sonne hält. Wer die Mühe nicht scheut, wird reich belohnt" (H.Lamparter). Allein in Johannes 14 sind es drei Bilder, die zeigen, wer Jesus ist. "Ich bin der Weg!" Mit dieser Offenbarung sagt Jesus uns und den Menschen aller Zeiten: Außer mir gibt es keinen Weg zum Vaterhaus Gottes und keinen Weg zum Herzensfrieden hier auf Erden. Alle Wege menschlicher Anstrengung sind Irrwege. Jesus ist der einzige Mittler zwischen Gott und den Menschen (Apg.4,12; 2.Tim.1,4). Auf dem Weg, den er gebahnt hat, wurde noch keiner in die Irre geführt, jeder kommt gewiss ans Ziel! (Lies Luk.1,78.79; Joh.3,15.36; 5,24.) -"Ich bin die Wahrheit!" "Was ist Wahrheit?", so fragte Pilatus den angeklagten Herrn Jesus. Hätte Pilatus aufrichtig nach Wahrheit gesucht, so wäre es der große Augenblick seines Lebens geworden, in dem er sich der Wahrheit hätte öffnen können, die in Person im Sohn des lebendigen Gottes vor ihm stand. Aber Pilatus ging taktierend an der Wahrheit vorbei. Für alle Zeiten steht er als warnendes Beispiel da. Man kann nicht zugleich Gott und der Masse dienen wollen. (Lies Joh.18,37-19,1; 8,32.36.) - "Ich bin das Leben", sagt Jesus. Und an anderer Stelle: "Wer an mich glaubt, der hat das ewige Leben." Es heißt nicht: Wer an mich glaubt, wird zur Belohnung im Himmel ewiges Leben bekommen. Vielmehr: Wer an mich glaubt, der hat schon jetzt das ewige Leben geschenkt bekommen. Das ist das Leben aus Gott, in Gott und mit Gott! (Lies 2.Tim.1,10; Röm.5,1.2; 6,4-6: Kol.3,1.10.)
Mittwoch,28.März Johannes 6,30-35; Johannes 8,12.
Den Reichtum, den wir in Jesus haben, zeigen uns auch die beiden Bilder, die Jesus für sich beansprucht: "Ich bin das Brot des Lebens" und "Ich bin das Licht der Welt". Es ist verständlich, dass die Sorge ums tägliche Brot eine zentrale Rolle spielt. Die Menschen hätten Jesus am liebsten zum "Brotkönig" gemacht, aber er entzog sich ihnen (Joh.6,11-15). Im folgenden Gespräch baten sie ihn: "Herr, gib uns allezeit dieses Brot", weil sie wohl an die unerschöpfliche Brotquelle dachten, von der ihre Vorfahren in der Wüste gelebt hatten (Ps.78,23-29; Neh.9,15). Aber Jesus erklärt ihnen: "Ich bin das Brot des Lebens" und lenkt ihre Aufmerksamkeit von der Vergangenheit weg hin zu seiner Person. Denn es geht nicht um das irdische Brot, sondern um Gottes Brot, und das ist Jesus. Von unserem Verhältnis zu ihm hängt es ab, ob unser Lebenshunger gestillt wird. (Lies Joh.6,47-51.) "Wenn Jesus sagt: Ich bin das Brot, das ihr zum Leben braucht, so ruft er uns damit zu: Ich allein mache euch wirklich satt: 'Wer zu mir kommt, wird nie wieder Hunger leiden!' ... Das sind keine leeren Worte! Jesus hält, was er verspricht. Er lässt uns seine Liebe spüren, unterweist und erquickt uns durch sein Wort. Er lädt uns ein an seinen Tisch, beschenkt uns mit seinem Heiligen Geist, der uns bezeugt, dass wir für Zeit und Ewigkeit Gottes geliebte Kinder sind" (H.Lamparter). (Lies 1.Joh.5,11.12; Gal.4,4-7.) - "Ich bin das Licht der Welt", das ist das andere Bild, das Jesus für sich nimmt. Ohne Licht kein Leben! Darum spricht er an anderer Stelle von dem "wahrhaftigen Licht, das jeden Menschen erleuchtet". Es ist immer das Licht, das die Finsternis vertreibt. Dabei ist es kein hartes Licht, das von Jesus ausgeht, denn es ist das warme göttliche Licht, das Licht der Liebe, des Friedens, der Hoffnung und des Trostes. Es ist das Licht der Wahrheit und der Unterweisung. Wenn wir von Jesu Licht getroffen und erleuchtet sind, können wir zum Licht für andere werden, die noch in der Finsternis leben. (Lies Ps.36,8.9; Joh.12,35.36; Eph.5,8-11; vgl.Jes.2,5; 60,1-3.)
Donnerstag,29.März Johannes 10,9-18; Psalm 23,1-6.
Das Hirtenkapitel im Johannesevangelium offenbart uns weitere Kostbarkeiten, die uns mit Jesus gegeben sind: die Tür zum Vater und den guten Hirten. "Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden." Unsere Tür zur Seligkeit ist Jesus, er führt uns zu ewiger Geborgenheit und gleichzeitig zum täglichen Sattwerden. Alle Bedürfnisse werden bei ihm gestillt. Wir kommen nicht zu kurz bei ihm. "Mein Volk soll meiner Gaben die Fülle haben." (Lies Joh.1,16; Phil.4,19.) Jesu Selbstzeugnis von der Tür ist verknüpft mit dem Bild vom Hirten und seinen Schafen: "Ich bin der gute Hirte." Mit diesen Worten lädt uns der Herr zum Vertrauen und zum Nachfolgen ein. Auch wenn der Hirtenberuf nicht leicht ist, so sorgt ein verantwortlicher Hirte dafür, dass seine Schafe die richtige Weide mit gutem Futter finden. Ebenso besorgt ist Jesus, dass wir "als Schafe seiner Weide, als Herde seiner Hand" die entsprechende innere Nahrung finden, die unser Glaube braucht. Als guter Hirte hält er schützend seine Hand über uns, dass wir nicht an Abgründen zu Fall kommen. "Er bereitet einen Tisch im Angesicht der Feinde" selbst in Stunden des Angegriffenseins und wenn wir von Nöten und Schwierigkeiten umgeben sind. (Lies Ps.78,52.53; Jes.40,11; Hes.34,11-16.23.) Wie sehr muss es den Hirten schmerzen, wenn sich jemand nicht an ihn halten will, sondern sich als "moderner" Mensch selbst seinen Weg sucht und deshalb bald im Sumpf der Zweifel stecken bleibt oder in den Abgrund des Unglaubens fällt. (Lies 1.Kor.10,12; Ps.119,6.). Zwischen dem guten Hirten und seinen Schafen besteht ein Band des Vertrauens: "Er ruft seine Schafe mit Namen und führt sie hinaus... Die Schafe folgen ihm, denn sie kennen seine Stimme." Unserm guten Hirten können wir rückhaltlos vertrauen. Sein Wort trügt nicht. "Wer Ohren hat zu hören, der höre." (Lies Ps.19,8-12; 85,9; Jes.48,18.)
Freitag,30.März Johannes 11,25.26; 20,19-23.
"Ich bin die Auferstehung und das Leben, wer lebt und an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt... Glaubst du das?" Mit dieser Selbstoffenbarung tröstet der Herr die trauernde Marta und holt sie aus ihrer Resignation heraus. Immer wieder werden wir mit Sterben und Tod konfrontiert, denn die sichtbare Welt ist der Vergänglichkeit preisgegeben. Darum bemüht man sich heute, in das Dunkel des Todes einzudringen und das Sterben leicht zu machen. Aber nicht nur das Sterben ängstigt den Menschen, es ist vielmehr die dunkle Ahnung einer Verantwortung vor Gott. Das Evangelium ist die Freudennachricht für eine sterbende Welt: Jesu Sühnetod am Kreuz hat Sündenerlass und Frieden mit Gott für alle Menschen erwirkt. Nehmen wir dieses Geschenk im Glauben an? Jesus Christus, der Fürst des Lebens, hat den Tod besiegt. Die Auferstehung Jesu ist Gottes Siegel auf seinen Opfertod. Sie hat unübersehbare Folgen bis heute. Dass wir einen auferstandenen, zum Himmel erhöhten Herrn haben, das soll jeden Tag unsere Freude, unsere Kraft sein. (Lies Hebr.2,14.15; 6,18-20; 7,26; 8,1.) Die Freude der Jünger ist nicht zu beschreiben, als Jesus am Abend des Auferstehungstages in ihre Mitte trat und sie grüßte: "Friede sei mit euch!" Die Angst hatte sie im Griff, deshalb hielten sie sich hinter verschlossenen Türen auf. Die Kreuzigung und ihr Versagen, dass sie Jesus in den schwersten Stunden seines Sterbens im Stich gelassen hatten, quälte sie. Trotz allem, was die Frauen und die Emmausjünger ihnen berichteten, waren sie von Furcht wie gelähmt. An eine Zukunft wagten sie nicht mehr zu denken. Aber der Auferstandene trat mitten unter sie mit der Heilsbotschaft: "Friede sei mit euch! Als sie nun ihren Herrn sahen, freuten sie sich sehr." Er befreite sie von ihrer Angst, von der Schuld ihres Versagens und nahm sie von neuem in den Dienst. Er machte sie zu Boten seiner Auferstehung: "Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch in die Welt." (Lies Matth.28,16-20; Apg.1,8; 2.Kor.4,18; 5,20; 1.Petr.3,15.)
Samstag,31.März Offenbarung 1,8.17.18; Hebräer 13,8.
"Ich bin das A und das O, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige... Er legte seine rechte Hand auf mich und sprach zu mir: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige... Siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit. Ich habe die Schlüssel der Hölle und des Todes." Wie unaussprechlich trostvoll ist das! Der Besitz der Schlüssel bedeutet den Vollbesitz der Macht. Die Schlüsselgewalt über Hölle und Tod liegt in Jesu Hand. Und das größte Wunder besteht darin, dass wir zu dem gehören, der die Schlüssel in der Hand behält. Wir können wirklich aufatmen, wir brauchen uns nicht zu fürchten vor den Veränderungen in der Zukunft, auch nicht vor dem Sterben und dem kommenden Gericht. "Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen" (Joh.5,24; 2.Tim.1,10; vgl.Jes. 25,8). Paulus schreibt: "Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild, dann aber von Angesicht zu Angesicht; jetzt erkenne ich stückweise, dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin" (1.Kor.13,14). Jetzt stückweise, dann aber vollkommen. Diese unvergleichliche Zukunftsaussicht will uns herausheben aus allem, was uns heute belastet, seien es Probleme oder unübersehbare Nöte oder der Zeitdruck unserer Tage: "Dann aber" - wir dürfen über den Rand des irdischen Lebens hinaus in die zukünftige Herrlichkeit mit Jesus blicken und uns glaubend an den Zusagen seines Wortes festhalten. (Lies Röm.8,17.18; 2.Kor.4,16-18.) - In Christus allein sind die "Schätze" verborgen, die unserem Leben Sinn und Inhalt, ja die eigentliche Lebenserfüllung geben! (Lies 2.Petr.1,3.4.)
Jesum zu kennen und Jesum zu haben, dies ist das herrlichste Los in der Welt!
Suche des Erdballs vortrefflichste Gaben, finde, was Augen und Ohren gefällt:
dennoch kann eins nur die Seele dir laben: Jesum zu kennen und Jesum zu haben.
Jesu, du Sohn des lebendigen Gottes, du bist die Gabe, die ewiglich bleibt!
Was ist das Zischen des irdischen Spottes, wenn deine Hand mich ins Lebensbuch schreibt?
Drum gib mir eins nur, die Gabe der Gaben: dich zu umfassen und dich nur zu haben.
A. Knapp