Sonntag, 1. Juni

Offenbarung 1, 17. 18

Der erhöhte Herr, bei dessen Anblick Johannes »wie tot« zu Boden fiel, ist zugleich der aufrichtende Herr: »Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot (wegen der Sünde der Menschen) und bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit.« Johannes hatte unter dem Kreuz gestanden und sein Sterben miterlebt. Er hatte den Ruf gehört: »Es ist vollbracht!« Seitdem ist der Sieg über jeden Sünden- und Glaubensschaden errungen. Wenn wir auch noch manche Verletzungen erleben, wenn auch unser Glaube noch erkranken kann, so dürfen wir doch schon vom Sieg unseres Herrn leben. Er will uns nicht nur heilen, sondern auch beraten, wie wir Gesundheitsschäden des Glaubens vorbeugen können. 3. Vorbeugende Maßnahmen gegen Gesundheitsschäden im Glaubensleben. Diese Maßnahmen finden wir ebenfalls in den sieben Botschaften an die Gemeinden Kleinasiens. Ein Rat, der in allen sieben Sendschreiben zu finden ist, lautet: »Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt.« Eine weit verbreitete Glaubenskrankheit ist die innere Schwerhörigkeit. Unsere Herzensohren sind verstopft. (Vgl. Jer. 17, 23-26; Sach. 7, 11.) Aber »Jesus will uns die Pfropfen der Überheblichkeit, des Geltungsdrangs und der Geschäftigkeit aus den Ohren entfernen, damit wir wieder in der Stille vor ihm hören können. Wir dürfen ihn auch bitten, dass wir auf keine anderen Stimmen hereinfallen« (W. Wassermann). Der Herr sagt: »Meine Schafe hören meine Stimme . . . « Wer auch immer zum guten Hirten gehört, der hört seine Stimme. Jesus schweigt uns nicht an. Er redet mit uns. Und »er weckt mir das Ohr, damit ich höre, wie Jünger hören« (Jes. 50, 4). Nun ist es an uns, unsere Ohren auf Empfang zu stellen. Was hat das mit Jakobus 1, 22-25 zu tun?

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Montag, 2. Juni

Offenbarung 3, 19; 2, 10

Ein zweiter Rat zur Gesunderhaltung des Glaubens: Bereit sein zur Buße. »So sei nun eifrig und tue Buße«, rät der Herr seiner Gemeinde in Laodizea. Dieser Rat ist Evangelium pur, denn »Buße tun heißt, umkehren in die offenen Arme Gottes« (M. Luther). Das ist die frohe Botschaft, dass es die offenen Arme Gottes für schuldig gewordene Menschen gibt. Aber umkehren müssen wir schon selber. Ob sich die Christen in Laodizea vom Herrn sagen ließen, als er ihren Schaden aufdeckte: »Du weißt nicht, dass du elend und jämmerlich bist, arm, blind und bloß«? Da war Buße angesagt. Sie wird mit einem Entschluss eingeleitet: »Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt« (Luk. 15, 18). »Buße tun ist mehr, als für eine Sünde um Vergebung bitten. Tut Buße, das heißt nicht: Lass dir diese und jene Sünde leid sein, sondern wende dich um zu dem Herrn, um ihm anders und ganz zu gehören« (H. Lamparter). Ein weiterer Rat: Vertrauen einüben. Vertrauen und Treue hängen eng miteinander zusammen. Treu sein kann nur, wer von Herzen dem vertraut, dem er treu sein will. Unser Vertrauen wird oft auf die Probe gestellt. Es gibt so viel Enttäuschendes, so vieles, das wir nicht verstehen. »Schauen wir doch auf ihn, der der Herr ist in allen Lebenslagen, für ihn steht über keiner Situation ÅUnmöglich. Oft sind unsere Unmöglichkeiten das Baumaterial für seine Möglichkeiten. Freilich bedarf es immer neu der Entscheidung, sich ihm uneingeschränkt anzuvertrauen. Ob wir das wagen, hängt wohl mit unserer Liebe zu ihm zusammen. Wen ich liebe, dem kann ich vertrauen. Ich setze auf seine Treue« (K. Scherer). (Lies 1. Chron. 5, 20; Ps. 28, 7; 32, 10; 62, 2. 9; Jer. 17, 7; Dan. 6, 24; 1. Kor. 10, 13.)

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Dienstag, 3. Juni

Offenbarung 2, 11; 21, 7; Römer 8, 37

Ein vierter Rat, um gesund zu bleiben: Übe dich zu überwinden. Jeweils am Ende der sieben Botschaften heißt es: »Wer überwindet . . . « Überwinden heißt: Ich will tun, was der Herr mir durch sein Wort sagt, auch wenn es mir schwerfällt oder meine Bedürfnisse und Gefühle in eine andere Richtung ziehen. Manchmal gilt es auch, auf eigene Vorteile zu verzichten, um andere zu unterstützen. Oder ich überwinde innere Vorbehalte gegenüber jemandem, der mir nicht besonders liegt oder der mich verletzte und tue den ersten Schritt auf ihn zu. Es gibt ungezählte Möglichkeiten zu überwinden: Römer 12, 14-21. Ein fünfter Rat zur Verhütung von Gesundheitsschäden: Halte, was du hast! Normalerweise werden auserlesene Schätze nicht verschleudert. Man bewahrt sie sorgfältig auf vielleicht sogar im Tresor einer Bank. Der Apostel Paulus erläuterte den Christen in Korinth, welch einzigartiger Schatz der »Lichtglanz des Evangeliums von der Herrlichkeit des Christus« ist (2. Kor. 4, 3 - 7, 1). Es ist zwar ein Schatz »in irdenen Gefäßen«, aber der Schatz selber zerfällt nicht. Darum kommt alles darauf an, diesen Schatz zu haben und zu halten. Der Gemeinde in Philadelphia bescheinigte der erhöhte Herr: »Du hast mein Wort bewahrt« jetzt »halte fest, was du hast!« Obwohl du eine kleine Kraft hast, bist du mir und meinem Wort, dem Schatz »des Evangeliums von der Herrlichkeit des Christus«, treu geblieben. Du »hast meinen Namen nicht verleugnet« nun halte daran fest. Manchmal wird es darum gehen, dass wir andere Perlen, die auch schön und groß sind, loslassen, um die eine kostbare Perle zu gewinnen und festzuhal ten. (Lies Matth. 13, 45. 46; Hiob 22, 24-28; Phil. 3, 7-14.)

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Mittwoch, 4.Juni

oFFenbarung 3, 20 Befassen wir uns mit einem sechsten Vorbeugungsmittel: Überprüfen der Türen. Welche Türen sind gemeint? »So jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich eingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir.« Ein erstes Mal haben wir dem Herrn die Tür zu unserem Leben aufgetan, als wir Christen wurden. Das hatten die Christen in Laodizea auch getan. Warum sagt der Herr dann zu ihnen, dass er vor (bzw. an) der Tür steht? Es gibt außer der »Haustür« noch viele andere Türen im Haus. Waren sie noch oder wieder verschlossen worden? Wenn der Herr einmal in unser »Lebens-Haus« eingezogen ist, möchte er auch der Hausherr sein, der vom Keller bis zum Dachboden jeden Raum betreten darf. Dabei spielen die Türen eine wichtige Rolle. Gehen wir einmal in Gedanken unsere Zimmer durch: Küche, Wohnzimmer, Schlafzimmer, Kinderzimmer, Abstellraum, Gästezimmer, Arbeitszimmer, Badezimmer, Keller- und Vorratsräume. Hat Jesus wirklich Zutritt zu allen Räumen? Darf er uns sagen, was ihm gefällt und was nicht? Was müsste sich ändern, wenn er unsere Bücher, Zeitschriften, Bilder, CD- bzw. DVD-Sammlung anschaut? Was müsste sich ändern, wenn wir durch die Fernsehkanäle »zappen« und dort hängen bleiben, wovon wir wissen, dass diese Bilder unsere Gedanken und Gefühle und bald auch unser Reden und Verhalten bestimmen? Was würde der Herr zu unseren Surfgewohnheiten im Internet sagen? Darf Jesus Einblick nehmen in die Verwaltung unserer Finanzen und in unseren Umgang mit der Zeit? In allem geht es darum, dass ich keinen Lebensbereich vor dem Herrn verschließe. Er wird immer wieder bei uns anklopfen, mal an dieser, mal an jener Tür. Dabei wird er eine Tür nie mit Gewalt öffnen; denn er möchte, dass wirs freiwillig tun. (Lies Röm. 6, 19; Phil. 1, 10; Eph. 5, 8-20.) Von der dynamIk der anbetunG Gottes Psalm 95 und 96

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Donnerstag, 5. Juni

Psalm 95, 1-11; 96, 1-13

»Der Herr ist König!« Diese unumstößliche Tatsache steht in den Psalmen 95 und 96, wie auch in den beiden vorangehenden KönigsPsalmen, im Mittelpunkt. Psalm 95 beschreibt den König in seiner Größe und einzigartigen Herrlichkeit und führt hinein in die Dynamik der Anbetung: »Kommt, lasst uns dem Herrn zujubeln! Der Herr ist ein großer Gott und ein großer König über alle Götter.« Psalm 96 ruft in verschiedener Weise dazu auf, diesen großen König und Herrn zu bezeugen: »Singt dem Herrn ein neues Lied, lobt seinen Namen, sagt unter den Völkern: Der Herr allein ist König!« In beiden Psalmen werden wir in eine lebendige, frohmachende Bewegung hineingenommen: »Kommt herzu, lasst uns dem Herrn frohlocken und jauchzen dem Hort unseres Heils. Lasst uns mit Danken vor sein Angesicht kommen. Kommt, lasst uns anbeten und knien und niederfallen vor dem Herrn, der uns gemacht hat.« In der Anbetung unseres Gottes geschieht etwas ganz Entscheidendes: Es kommt zur intensiven Begegnung mit Gott. »Der Psalmist macht es wie ein Fotograf, der mit seinem Teleobjektiv eine ganz bestimmte Person in den Fokus nimmt und heranzoomt. Durch die Anbetung wird Gott groß. Ich bekomme ihn neu in den Fokus. Und es geschieht noch etwas: Es ist wie eine Schaukelbewegung auf einer Wippe. Indem ich Gott erhebe, werde ich selbst erhoben« (M. Wanner). Salomo erlebte es bei der Einweihung des Tempels. Er rühmte die Größe Gottes: »Herr, Gott Israels, es ist kein Gott weder im Himmel droben noch unten auf der Erde dir gleich.« Die Folge der Anbetung Gottes war, dass die Herrlichkeit der Gegenwart Gottes das ganze Haus erfüllte (1. Kön. 8, 23; 2. Chron. 7, 1).

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Freitag, 6. Juni

Psalm 95, 1-3; Kolosser 3, 16

»Kommt, lasst uns dem Herrn lobsingen, lasst uns ihm laut zujubeln, macht großen Lärm für unseren starken Befreier«, heißt es wörtlich übersetzt. In diesen Worten liegt etwas Mitreißendes, liegt Aufbruchstimmung, Bewegung. Gott loben und anbeten, sich mit ihm und über ihn freuen, staunend sein wunderbares Handeln betrachten, voller Glück von ihm reden, das hat Wirkung. Es zieht andere mit und holt sie heraus aus dem alltäglichen Kleinkram. Wer Gott anbetet, bei dem bricht die Freude über seine Größe, Macht und Herrlichkeit durch. Wer ihn im Blickfeld hat, der jubelt über Jesus und feiert den Sieg von Golgatha. Sind wir nicht manchmal sehr zurückhaltend, wenn es darum geht, Gott anzubeten, die Freude über ihn in Worte zu fassen? Uns fallen »zig Dinge« ein, über die wir jubeln und uns herzlich freuen können. Uns fallen Namen und Situationen ein, die wir durchaus bejubeln aber Gott? Jemand stellte die Frage, warum wir den Freudentaumel und die Begeisterungsstürme den Fußballstadien, den Festhallen und den Konzertbühnen überlassen. Wenn Menschen schon von Menschen begeistert sein können, wie viel mehr Begeisterung und Jubel gehört dann unserem Gott, der Himmel und Erde erschaffen hat, dem König aller Könige, dem alle Ehre und Anbetung gebührt. Der Psalmist lädt uns ein: »Kommt, lasst uns dem Herrn zujubeln!« Dazu gehört allerdings auch das andere: »Kommt werft euch nieder vor dem Herrn, beugt euch in tiefer Ehrfurcht vor ihm, kniet nieder vor dem Herrn, der uns gemacht hat.« Beides gehört zur inneren Haltung, mit der echte Anbetung geschieht. Es ist unsere Bestimmung, dass wir Gott anbeten, uns vor ihm beugen und nichts in unserem Leben wichtiger und bedeutender wird als er. (Lies Ps. 96, 9; 99, 5; 1. Chron. 16, 29.)

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Samstag, 7. Juni

Psalm 95, 1-3; 5. Mose 33, 26

In der Bibel stellen Menschen immer wieder die Frage: »Wer ist wie du, unser Gott?« oder »Mit wem wollt ihr Gott vergleichen?« Staunend beobachten sie Gottes Größe und kommen zu der Erkenntnis: »Herr, keiner ist dir gleich, und es ist kein Gott außer dir, nach allem, was wir mit unseren Ohren gehört haben.« Staunen über Gott führt zur Anbetung. (Lies 2. Mose 15, 11; 1. Chron. 17, 20; 1. Kön. 8, 23.) Wie zeigt sich nun Gottes Größe? David beschreibt sie in Psalm 139 meisterhaft. Er denkt über die uneingeschränkte Gegenwart Gottes nach: »Führe ich in den Himmel oder bettete ich mich im Totenreich, so bist du, Gott, da. Du siehst meine Gedanken, noch ehe ich sie denke. Du weißt, wo ich sitze, liege oder gehe. Meine Wünsche, Pläne und Ziele sind dir bekannt.« Davids ganzes Leben ist wie ein aufgeschlagenes Buch vor Gott. Beim Nachdenken darüber wird ihm die Größe des allgegenwärtigen Gottes bewusst. Anbetend kann er nur sagen: »Ich danke dir, dass ich wunderbar gemacht bin, wunderbar sind deine Werke« (Ps. 139, 14). Jesaja weist das verzagte und verzweifelte Volk Israel in einer dunklen Stunde auf seinen unvergleichlichen Gott hin. Heftiger Gegenwind hatte ihnen Mut und Hoffnung genommen. Was sollten sie noch von Gott erwarten? In dieser auswegslosen Situation beauftragt Gott Jesaja, dem Volk die Augen für seine Größe, Macht und Herrlichkeit zu öffnen. »Hebt eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat dies geschaffen? Er führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen; seine Macht und starke Kraft ist so groß, dass nicht eins von ihnen fehlt. . . . Er gibt den Müden Kraft und Stärke genug den Unvermögenden.« Wer über die Größe Gottes heute zum Staunen und Anbeten kommen möchte, lese Jesaja 40 am Stück.

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Sonntag, 8. Juni

Psalm 95, 1-3; 47, 3

Gottes überlegene Größe zeigt sich darin, wie er die aufstrebenden Völker jener Tage sieht. In Israels Augen sind die Assyrer, die Ägypter und die Babylonier übermächtige Völker, denen sie sich auf Gnade und Ungnade ausgeliefert fühlen. Ihr Militärpotential übersteigt das von Israel um ein Vielfaches. Jesaja aber rückt in Kapitel 40 Gottes Sicht über diese Völker in das Blickfeld der Israeliten: »Siehe, die Völker sind geachtet wie ein Tropfen am Eimer und wie ein Sandkorn auf der Waage« (V. 15). Diese neue Aussicht »Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit«, gibt ihnen Halt und Zuversicht in den Herausforderungen ihrer Tage. (Lies Jes. 41, 10-14; 43, 1-4.) In der schweren Zeit des dreißigjährigen Krieges schrieb Johann Frank folgende Zeilen nieder: »Unter deinem Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei. Lass den Satan wettern, lass die Welt erzittern, mir steht Jesus bei. Ob es jetzt gleich kracht und blitzt, ob gleich Sünd und Hölle schrecken, Jesus will mich decken.« Dieser Blick auf unseren weltüberlegenen Herrn kann auch uns in den Stürmen unserer Zeit ermutigen und zur Anbetung führen. (Lies Ps. 92, 9; 93, 4; 94, 22; 102, 13. 27. 28.) Wenn David in Psalm 95 davon spricht, dass der Herr ein großer König über alle Götter ist, dann betrifft das auch die mäch tigen Herrscher der Weltgeschichte. Ob es ein Sanherib, ein Nebukadnezar, der römische Kaiser Nero, ein Napoleon oder die Despoten des vergangenen Jahrhunderts oder der Gegenwart sind, in Gottes Augen sind die Mächtigen dieser Welt machtlos. Er ist der »König aller Könige und Herr aller Herren«. Gottes Souveränität ist unübertroffen, darum lasst uns ihn anbeten.

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Montag, 9. Juni

Psalm 95, 3-5; Nehemia 9, 6

David zeigt Gottes Größe, die uns zum Staunen und zur Anbetung führen möchte, an seiner genialen Schöpfung auf. Die Tiefen und die Höhen der Erde, das Meer und das Trockene, alles ist durch die schöpferische Hand dieses unvergleichlich großen Gottes entstanden. Wer einen Blick für die Vielfalt und die Schönheit in der Tier- und Pflanzenwelt hat, wer über die großartigen Mechanismen im menschlichen Organismus nachdenkt oder die Wunder der Sternenwelt und des weiten Universums ins Auge fasst, kann nur sagen: »Herr, wie groß bist du, dich bete ich an!« Sollte dieser unbeschreiblich große Herr uns jemals im Stich lassen? Sollte er uns jemals vergessen? Auch die Tiefen, vor denen wir zurückschrecken und die uns in Angst versetzen wollen, sind in seiner Hand. Es bleibt dabei: »Der Herr regiert!« Welch ein Trost für alle, die sich auf einer dunklen Wegstrecke befinden oder sich wie in einem Gefängnis eingeschlossen fühlen. Sie alle sollen wissen, dass selbst dort sie nichts von der Gegenwart Gottes, ihres Heilandes, trennen kann. »Weder Hohes noch Tiefes vermag uns zu scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist« (Röm. 8, 39; lies Klagel. 3, 55-58; Jona 2, 1-8). Nein, niemals wird er uns vergessen oder übersehen, trotz seiner Größe. Seine Zusage bleibt für immer gültig: »Kann auch eine Mutter ihr Kind vergessen, dass sie sich nicht erbarme über den Sohn, den sie geboren hat? Und selbst wenn sie ihn vergessen könnte, ich vergesse dich nicht. Ich habe dich unauslöschlich in meine Handflächen eingezeichnet « (Jes. 49, 15. 16). Mit Psalm 104, 1-35 können wir heute unseren Gott anbeten, denn wer über Gott ins Staunen kommt und ihn anbetet, der fängt neu an, mit seiner Größe und Macht zu rechnen.

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Dienstag, 10. Juni

Psalm 95, 6. 7; 100, 3. 4

»Kommt, lasst uns anbeten und knien und niederfallen vor dem Herrn, der uns gemacht hat.« Diese Worte drücken eine von Hochachtung und Demut geprägte Haltung vor dem König aller Könige und dem Schöpfer des ganzen Kosmos aus. Durch ihn entstand nicht nur die sichtbare erste Schöpfung. Er hat auch das neue Leben in uns gestaltet: »Ist jemand in Christus, dann ist er ein neuer Mensch. Das Alte ist vergangen, seht, alles ist neu geworden« (2. Kor. 5, 17). Der Psalmist nennt noch einen Grund, der ihn zur Anbetung drängt: »Denn er ist unser Gott, und wir sind das Volk seiner Weide und Schafe seiner Hand!« Wie viel tiefes Glück schwingt in dieser Äußerung mit: Er unser Gott! Wir sein Volk, die Schafe seiner Weide! Der englische Evangelist C. H. Spurgeon nennt diese Worte das pulsierende Herz des Psalms. Es ist kaum auszudenken und doch eine unumstößliche Tatsache, dass sich der große Gott um unsere persönlichen Angelegenheiten kümmert. Er ist tagtäglich liebevoll besorgt um uns. Jesus sagt von sich selber: »Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich, . . . Und ich lasse mein Leben für die Schafe. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Mein Vater, der mir sie gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann sie aus des Vaters Hand reißen.« Welch ein Herr und Gott! (Lies Ps. 23, 1-6; 78, 52. 53; 79, 13.) »Gott ist gegenwärtig, lasset uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten. Gott ist in der Mitten. Alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge . . . « (G. Tersteegen).

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Mittwoch, 11.Juni

Psalm 95, 7-11; Jesaja 51, 4. 7

Plötzlich kommt es in diesem Psalm zu einem jähen Umschwung, von der Freude der Anbetung zu einem ernsten, warnenden Wort: »Wenn ihr doch heute auf seine Stimme hören wolltet: Verstocket euer Herz nicht, wie zu Meriba geschah, wie zu Massa in der Wüste, wo mich eure Väter versuchten und prüften und hatten doch mein Werk gesehen. Vierzig Jahre war dieses Volk mir zuwider, dass ich sprach: Es sind Leute, deren Herz immer den Irrweg will, und die meine Wege nicht lernen wollen, sodass ich schwor in meinem Zorn: Sie sollen nicht zur meiner Ruhe kommen.« Hier wird deutlich, dass sich Anbetung nicht trennen lässt vom persönlichen Gehorsam auf dem Weg der Nachfolge. »Mit Gewissen schärfendem Ernst ruft der Psalmist die ganze Gemeinde auf, ihre liturgische Anbetung mit dieser inneren Bereitschaft zum Hören zu verbinden: ÅDass ihr doch heute auf seine Stimme hörtet« (H. Lamparter). Auffallend ist, dass dieses »Heute« im Hebräerbrief mit besonderem Nachdruck zitiert wird. (Lies Hebr. 3, 7. 8. 12-19; 4, 6. 7.) Es macht deutlich, dass jede Begegnung mit dem lebendigen Gott auf die unverzügliche und klare Entscheidung zum Gehorsam hinzielt. Weder der Hinweis auf frühere Gehorsamsschritte noch die Verschiebung auf einen günstigeren Zeitpunkt können den Herrn darüber hinwegtäuschen, dass der, der ihm heute nicht die Herrschaft in seinem Leben einräumt, ihm im Grunde seines Herzen nicht gehorchen will. Durch die Erinnerung an das halsstarrige Verhalten des Volkes Israel während der Wüstenwanderung möchte der Psalmsänger noch einmal deutlich machen: Ein verhärtetes Herz verschließt sich der Führung Gottes. »Sie haben meine Wege nicht erkannt.« »Wenn du doch hörtest! Heute!« Wir dürfen Gott bitten: Gib mir ein hörendes und gehorsames Herz. (Lies 1. Kön. 3, 5-12; Jes. 50, 4. 5; Ps. 40, 7-9.)

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Donnerstag, 12. Juni

Psalm 95, 6. 7; Prediger 4, 17

Es ist einzigartig und zugleich »gefährlich«, sich in die heilige Nähe Gottes zu wagen und vor sein Angesicht zu kommen: Einzigartig, weil durch die Anbetung des Herrn unser eigenes Herz mit tiefer Freude erfüllt wird; gefährlich aber, weil Gott nicht nur Lieder hören will, sondern auf den Gehorsam gegenüber seinem Wort dringt. Der Psalmbeter weiß, dass Anbetung dort zur Freude Gottes geschieht, wo sie nicht nur Lippenbekenntnis ist, sondern mit der Bereitschaft verbunden ist, auf Gottes Stimme zu hören. (Bedenke Jer. 29, 13. 14.) Der Psalmbeter erinnert an drei negative Ereignisse aus der Vergangenheit Israels, die in Zusammenhang mit Unglauben und Ungehorsam standen. Sie sind ihr trauriges Markenzeichen. In 2. Mose 17, 1-7 probten sie mit ihrem Murren den Aufstand gegen Gott. In 4. Mose 14, 1-11. 20-24 weigerten sie sich, im Gehorsam vorwärtszugehen. In 4. Mose 20, 1-13 stoßen wir wieder auf ein murrendes, vom Unglauben gezeichnetes und ungehorsames Volk. Gott nimmt solch eine Haltung sehr ernst. Das zeigen die starken Worte, die er benützt, um seine Abneigung ihnen gegenüber zum Ausdruck zu bringen: »Vierzig Jahre war mir dieses Volk zuwider; ich ekelte mich vor ihnen, sie widerten mich an, ich hatte Kummer und Verdruss« (Ps. 95, 10). Das kann keine Kleinigkeit sein, die Gott in solch hohem Maße verletzt. Sie hatten ja »seine Werke gesehen« und unzählige Beweise seiner Fürsorge und Liebe erfahren. Welche Erfahrungen haben wir mit Murren und Ungehorsam Gott gegenüber gemacht? Welche Erfahrungen mit einem hörenden und gehorsamen Herzen? Wir kennen Zeiten der Unzufriedenheit und des Aufbegehrens. Wir dürfen nicht darüber hinweghuschen, uns aber auch nicht darin festbeißen. Welche Hilfen finden wir dazu in Klagelieder 3, 21-25. 31. 32. 40-42. 55-62?

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Freitag, 13. Juni

Psalm 95, 10. 11; Jesaja 48, 17. 18

Die letzten Worte von Psalm 95 zeigen, wie ernst Gott Sünde nimmt: »Sie sollen nicht zu meiner Ruhe kommen.« Mit Absicht verzichtet der Psalmist am Ende auf besänftigende Worte, wie wir sie vielleicht gerne gehört hätten. Und doch stehen wir vor der Frage, wie wir zu dieser Ruhe, zum inneren Frieden, kommen können. Unser Friede hängt nicht von unseren Verhältnissen ab, von unseren Beziehungen oder den Umständen, in denen wir leben, sondern von unserer Beziehung zu Gott. Zur Ruhe kommen wir erst, wenn wir Schuld bekannt und in Ordnung gebracht haben. An der Biografie von Asa, dem König Judas, können wir beobachten, wie er und das Volk zu dieser Ruhe gekommen sind. Es heißt: »Asa tat, was recht war und dem Herrn, seinem Gott, wohlgefiel.« Er beseitigte die Götzenbilder und Altäre der fremden Götter. Er gebot Juda, den Gott ihrer Väter zu suchen und nach seinen Geboten zu handeln. Viermal begegnet uns in 2. Chron. 14, 4-6 die Bemerkung, dass »das Königreich Ruhe hatte, denn der Herr hatte ihnen Ruhe gegeben«. Der Prophet Asarja gibt einen weiteren Grund an, warum sie zur Ruhe gekommen waren: »Der Herr ist mit euch, weil ihr mit ihm seid; und wenn ihr ihn sucht, wird er sich von euch finden lassen.« Daraufhin durchströmte eine Welle der Freude das ganze Volk: »Sie schworen dem Herrn mit lauter Stimme, unter Freudengeschrei und unter Trompeten- und Posaunenschall. Und ganz Juda war fröhlich über den Schwur; denn sie hatten geschworen von ganzem Herzen, und sie suchten den Herrn mit ganzem Willen, und er ließ sich von ihnen finden. Und der Herr gab ihnen Ruhe ringsumher.« Zur wahren Ruhe kommen wir nur in der Gemeinschaft mit Jesus, dem Friedefürst. Die Tür zu ihm steht heute für uns offen. (Lies Jes. 9, 5; 2. Chron. 14 und 15.)

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Samstag, 14. Juni

Psalm 96, 1-13; Jesaja 42, 10-12

Mit ansteckender, jubelnder Freude und dem eindringlichen, dreimaligen Ruf »singet« leitet der Schreiber den Psalm ein: »Singet dem Herrn ein neues Lied; singet dem Herrn alle Welt! Singet dem Herrn und lobet seinen Namen, verkündiget von Tag zu Tag sein Heil!« Hier wird die Macht Gottes als Weltenschöpfer und Weltenrichter besungen. Dieser Jubelruf klingt immer dann an, wenn das gewaltige, erlösende und Heil schaffende Handeln Gottes sichtbar wird. (Lies Ps. 98, 1-4; 144, 9. 10.) »In drei Strophen (V. 1-6. 7-10. 11-13) fordert der Psalmist alle Welt zur Anbetung Gottes auf, mit der Kühnheit des Glaubens, die den Verheißungen des Herrn das Größte zutraut und das Endziel der Geschichte vorwegnimmt, dass sich diesem Gott Israels einmal alle Knie beugen und alle Enden der Erde sein Heil schauen werden« (H. Lamparter; vgl. Jes. 52, 10; Phil. 2, 9-11). Auch heute schon haben wir allen Grund, Gott zu loben, ihn anzubeten und mit einzustimmen in das neue Lied, das die weltweite Gemeinde der Erlösten einmal vor Gottes Thron singen wird: »Du bist würdig, zu nehmen das Buch und aufzutun seine Siegel; denn du bist geschlachtet und hast mit deinem Blut Menschen für Gott erkauft aus allen Stämmen und Sprachen und Nationen und hast sie unserem Gott zu Königen und Priestern gemacht, und sie werden herrschen auf Erden« (Offb. 5, 9. 10; lies Offb. 15, 2-4). In der Offenbarung ist das »neue Lied« die Antwort der Menschen auf Gottes Handeln und die neuen Schritte, mit denen er die Heilsgeschichte ihrem großen Ziel entgegenführt. Was wird das für ein unbeschreiblich herrlicher Tag sein! Wir sind aufgerufen, schon heute von unseren Erfahrungen weiterzusagen: »Erzählt allen Völkern von seinen Wundern. Der Herr hat den Himmel gemacht. Hoheit und Pracht sind vor ihm, Macht und Herrlichkeit in seinem Heiligtum.« (Lies Ps. 33, 3; 40, 4; 149, 1.)

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Sonntag, 15. Juni

Psalm 96, 7-10; 29, 1. 2

In der zweiten Strophe von Psalm 96 werden weltweit alle Völker aufgerufen, den Herrn anzubeten. »Hört, ihr Völker: Begegnet dem Herrn mit Ehrfurcht! Unterwerft euch seiner Herrschaft! Ehrt seinen großen Namen, kommt in seinen Tempel, und bringt ihm Opfer dar! Werft euch vor ihm nieder, wenn er in seiner Größe und Macht erscheint!« Wie unterlegene Völker in damaliger Zeit vor dem Sieger auf ihre Knie sanken, um sich ihm zu unterstellen und ihre Ehrfurcht zum Ausdruck zu bringen, so sollen alle Völker der Erde vor dem allmächtigen Gott niederfallen, ihn anbeten und seinen Namen großmachen. So nachhaltig sind auch wir zur Anbetung Gottes aufgerufen. »Nimm dir Zeit, Gott in seiner Größe und Herrlichkeit anzuschauen und anzubeten! Wie oberflächlich ist oft unsere Erkenntnis seiner erhabenen Macht! Wenn wir keine Zeit darauf verwenden, uns in Anbetung vor ihm zu beugen, bleibt uns seine erhabene Größe und Macht für immer ein Rätsel. Nimm dir Zeit, bis du in staunender Anbetung zu Gott sagen kannst: ÅAch Herr, kein Ding ist vor dir unmöglich, du großer und starker Gott, groß von Rat und mächtig von Tat. Und dann höre Gottes Antwort: ÅSiehe, ich der Herr, bin ein Gott alles Fleisches; sollte mir etwas unmöglich sein? (Jer. 32, 17-19. 27)« (A. Murray). Das Nachdenken über Gottes Wesen wird in uns ein tiefes Verlangen wecken, ihn immer besser kennen und anbeten zu lernen. Wie einzigartig ist seine Größe, seine Macht, seine Weisheit, sein Erbarmen, sein Vergeben und Lieben! »Der Herr ist groß und sehr zu loben, und seine Größe ist unausforschlich. Man soll sagen von deinen herrlichen Taten, dass man deine große Güte preise und deine Gerechtigkeit rühme« (Ps. 145, 3. 6. 7; lies Ps. 86, 8-10; 99, 5).

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Montag, 16. Juni

Psalm 96, 10-13; 5. Mose 32, 3. 4

Die dritte und letzte Strophe nimmt die Nationen der Welt in den Blick. Ihnen soll verkündigt werden: »Der herr ist König. Er hat den Erdkreis gegründet, dass er nicht wankt. Er richtet die Völker recht.« Trotz aller Klima- und Umweltkatastrophen heute gehört das Lob allein dem Schöpfer Himmels und der Erde. »Der Himmel freut sich, und die Erde sei fröhlich, das Meer brause und was darinnen ist, das Feld sei fröhlich und alles, was darauf ist; es sollen jauchzen alle Bäume im Walde vor dem Herrn.« Der Psalmbeter bleibt aber nicht beim Lob der Schöpfung stehen. Er ehrt nicht nur den Schöpfer, sondern auch den Richter der Welt: »Der Herr kommt, er kommt, zu richten das Erdreich. Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker mit seiner Wahrheit.« Es ist das erlösende Wort, das die geschundene Schöpfung wieder aufatmen lässt. Wie aus großer Bedrängnis befreit, brechen Jubel und Freude durch. Denn der Schöpfer kommt als Richter: Er, der Ewige, der da ist, der da war, der da kommt, und der in Ewigkeit bleiben wird. (Lies Röm. 8, 20-22; Hebr. 13, 8; Jes. 41, 4; Offb. 1, 17. 18.) Das Wort »richten« hat an dieser Stelle nicht den bedrohlichen Klang, den wir meist damit verbinden. Richten drückt hier ein Zurechtbringen, ein heilmachendes Handeln und die Regierungshoheit Gottes aus. Gott wacht aber nicht nur als Richter über Recht und Gerechtigkeit und Wahrheit, sondern er schenkt uns zuerst sein Vertrauen. So wird selbst Gottes Richten für uns zum Segen. Das ist der eigentliche Grund des Jubels, der Freude und der Anbetung. »Singet dem Herrn, lobet seinen Namen, verkündigt sein Heil Tag für Tag, erzählet von seiner Herrlichkeit, bringet seinem Namen Ehre, betet ihn an, sagt unter den Heiden: Der Herr ist König!« (Ps. 96, 2. 3) Gott zeIGt uns den rIchtIGen weG VorbIlder aus der aPostelGeschIchte (teIl 2) Den ersten Teil finden wir im 3. Quartal 2007

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Dienstag, 17. Juni

Apostelgeschichte 10, 1-24

1. Petrus im Auftrag Gottes nach Cäsarea Cäsarea war zu jener Zeit der Regierungshauptsitz der Provinz Judäa und Garnisonsstadt. Es lag zwischen Joppe und dem heutigen Haifa direkt am Mittelmeer. Es hatte einen großen Hafen, den Herodes der Große prachtvoll hatte bauen lassen. Von Stadt und Hafen sind heute nur noch Ruinen zu sehen. Der Besuch des Petrus in Cäsarea hat eine interessante und denkwürdige Vorgeschichte. Zunächst aber sei einiges zur Person des Kornelius gesagt: Er war römischer Soldat im Rang eines Majors und gehörte zu einer besonderen militärischen Einheit, die »Italische Schar« genannt wurde. Er war Heide, wird aber als fromm und gottesfürchtig angesehen. Wer als Nichtjude sich zum jüdischen Glauben an den einen Gott hielt, die Synagogengottesdienste besuchte und sich wenigstens teilweise an den Geboten orientierte, sich aber nicht beschneiden ließ, wurde von den Juden »gottesfürchtig « genannt. Kornelius hatte sich auch mit der Unterstützung der armen jüdischen Bevölkerung die Achtung der Juden erworben. Zudem hielt er deren Gebetszeiten ein; denn er hatte erkannt, dass die Verehrung der römischen Götter nichts als Aberglaube war. Bei dem unsichtbaren Gott Israels musste die Wahrheit über Himmel und Erde zu finden sein. Mit dieser Ansicht war er nicht allein. Sein ganzes Haus führte er in diesem Sinn. Unter den Sklaven und Soldaten fanden sich Gleichgesinnte, ebenso auch unter seinen Verwandten und Freunden (Apg. 10, 24). Dennoch durfte kein Jude, der etwas auf sich hielt, Kornelius in seinem Haus aufsuchen und sich mit ihm zum Essen an einen Tisch setzen. Allein dies zu denken, war schon ein Frevel. Auch innerhalb des Judentums wurden Grenzen gezogen. Dazu Matthäus 9, 9-13; Lukas 15, 1. 2. Schon im Alten Testament hatte der Gott Israels auf den Glauben einzelner Heiden geantwortet: Josua 2, 1-21; 6, 17. 25; Hebräer 11, 31; Matthäus 1, 1. 5.

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Mittwoch, 18.Juni

2. Mose 23, 31-33; 34, 12-17; Esra 9, 1-3

Die Trennung zwischen Juden und Heiden war unüberwindbar, denn Heidentum bedeutete zugleich Götzenkult und Aberglaube. Davon sollte das Volk Israel sich strikt fernhalten, sich absondern. Ihre Geschichte das Babylonische Exil hatte sie gelehrt, welche Gerichte Gottes es nach sich zieht, sich mit der Verehrung und den Verehrern fremder Götter einzulassen. Das sollte sich nicht wiederholen. So kam es, dass nach dem Exil die frommen Juden ganz besonders darum bemüht waren, alles zu unterlassen, was sie mit Heiden und deren Kultur in Berührung brachte. Um die strikte Absonderung einzuhalten, wurde im Tempelbezirk eine Abgrenzung geschaffen, die zu überschreiten den Heiden bei Todesstrafe verboten war. (Vgl. Apg. 21, 27-31.) Natürlich konnten Heiden zum Judentum übertreten, sich beschneiden lassen und sich dem Gesetz und der Tradition verpflichten. Man nannte sie »Proselyten«, aber niemals »Juden«. Sie gehörten nie ganz zu Israel. Kornelius war kein Proselyt, blieb also von der Gemeinschaft mit Juden ausgeschlossen. Wie stand Jesus den Nicht-Juden gegenüber? (Siehe Matth. 8, 5-10; 15, 21-28; aber Matth. 28, 18-20.) Der fromme Jude war sich seiner Erwählung durch Gott sehr bewusst (5. Mose 7, 6-8). Auch die Jünger dachten nicht anders, als dass das Evangelium und die Sendung des Heiligen Geistes ausschließlich dem Volk Israel galt. Es lag den Jüngern völlig fern, an eine »Heiden-Mission« auch nur zu denken. Das muss man wissen, um verstehen zu können, welche Tragweite das Erlebnis des Petrus auf dem Dach und die Erscheinung des Engels vor Kornelius hatte. Es ist einzigartig, dass Gott in seiner Güte Menschenherzen berührt und lenkt, ihren Denk- und Glaubens-Horizont erneuert und von »Klarheit zu Klarheit« führt. (Lies 1. Kor. 13, 8-13; Joh. 16, 13-15.) Wenn der Herr uns anders führt, als wir es uns vorstellen, hilft er uns zu beten, wie Jesus es übte: »Ja, Vater, so ist es wohlgefällig vor dir« (Matth. 11, 26; Luk. 10, 21).

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Donnerstag, 19. Juni

Apostelgeschichte 10, 1-8

Das Evangelium über die Grenzen Israels hinaus zu den Völkern zu bringen, machte das übernatürliche Eingreifen Gottes notwendig. Mit eigener Erkenntnis und eigenen Worten hätte Kornelius wohl kaum Gehör gefunden und niemanden überzeugt. Deshalb schickte Gott gerade zu diesem Zeitpunkt einen Engel zum heidnischen Hauptmann, um diesen einzigartigen Vorgang in der Heilsgeschichte zu markieren und ihm besonderen Nachdruck zu verleihen. Während also Kornelius betet, sieht er die himmlische Gestalt, erkennbar an ihrem glänzenden Gewand (V. 30), zu sich hereinkommen. Furcht erfüllt ihn: »Was ist, Herr?« Empfand er gegenüber der hoheitsvollen Gestalt seine eigene Nichtswürdigkeit? (Vgl. Jes. 6, 3-5; Dan. 10, 7-11.) Gott hatte beschlossen, dass er gerade durch einen römischen Hauptmann im Zusammenspiel mit Petrus die Weichen zur »Heiden-Mission« stellen wollte. Dabei offenbarte sich der Herr beiden auf außergewöhnliche Weise und erwartete von beiden, seinem Wort zu gehorchen. Petrus glaubte bereits an den Herrn Jesus Christus, Kornelius noch nicht. Petrus hatte bereits den Heiligen Geist empfangen, Kornelius noch nicht. Aber immerhin: Er betete zu dem einen, lebendigen Gott, der Gebete erhört, der achthat auf die Wohltaten und Gaben, die einer dem Volk Gottes zuwendet. Dieser Herr »sieht das Herz an«, er kennt die verborgene Sehnsucht und weiß jedem ganz persönlich zu begegnen. »Du bist ein Gott, der mich sieht« (1. Mose 16, 13). Später erkannte der Hauptmann, dass alle guten Taten nicht ausreichen, um das ewige Leben zu erlangen. Dazu gehört die Verkündigung des Evangeliums und der persönliche Glaube an den Herrn Jesus Christus (Röm. 10, 10-17). Wer sich ihm anvertraut, wird errettet werden. Denn »es ist in keinem anderen das Heil; ist auch kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden müssen« (Apg. 4, 12; vgl. Mark. 15, 39; Joh. 4, 46-53).

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Freitag, 20. Juni

Apostelgeschichte 10, 4-16

Während die Boten des Kornelius sich auf den Weg ins 50 km entfernte Joppe machen, um Petrus aufzusuchen, bereitet Gott selbst den Apostel auf diese Begegnung vor: Petrus hatte sich in der Mittagszeit zum Gebet auf das Flachdach des Hauses zurückgezogen. Hier war er allein und ungestört (V. 9). Was nun in der Einsamkeit geschieht, ist ein Erleben ganz eigener Art zwischen Gott und Simon Petrus allein. Ihm schickt der Herr keinen Engel, sondern beschenkt ihn mit einer visionären Schau. Petrus befindet sich im Bereich himmlischer Herrlichkeit, damit er das himmlische Bild sehen und die Stimme hören kann. Beachtenswert ist, wie zurückhaltend und nüchtern unser Text von der »Verzückung, die über Petrus kam«, spricht. (Vgl. Apg. 22, 17; 2. Kor. 12, 1-4.) Das Himmels-Erlebnis selber wird nicht näher beschrieben, wohl aber, was es beabsichtigt: Petrus soll die Tür des Evangeliums zu den Heiden öffnen. Wie schwer, ja unmöglich, war das für einen im Gesetz Gottes verwurzelten Juden! Er sollte sich streng an die kultischen Reinheitsgebote halten, die auch den Speisezettel bestimmten. Es galt besonders, zwischen »reinen« und »unreinen« Tieren zu unterscheiden (3. Mose 11). Jetzt aber waren in jenem »Gefäß« die Tiere beieinander, und Petrus sollte davon nehmen und essen. »Keineswegs! Niemals!« (V. 14) Er wusste wirklich nicht, was Gott beabsichtigte. Kennen wir das nicht auch? Gottes Wege können uns rätselhaft und schwer erscheinen. Wir sind verunsichert und aufgewühlt. Auch sein Wort scheint unser Herz nicht wirklich zu erreichen. Dennoch: Er hat versprochen, uns zur Ruhe zu leiten und uns sicher zu führen. Niemals lässt er uns ins Leere laufen. Wir haben sein Versprechen: »Ich halte dich mit der Rechten meiner Gerechtigkeit.« (Lies Jes. 41, 10. 13. 14; 35, 4.)

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Samstag, 21. Juni

Apostelgeschichte 10, 13-17; Matthäus 16, 23; Johannes 13, 8

Petrus weigerte sich aufrichtig, »etwas Gemeines oder Unreines« zu essen. Zwar konnte er auch früher schon kräftig Nein sagen, wenn er die Worte des Herrn nicht für bare Münze nahm, jetzt aber schien Gott seinem eigenen Wort zu widersprechen. Petrus konnte es sich nicht erklären, wie der Herr ihm etwas befehlen konnte, was sich gegen das jüdische Speisegebot richtete. Das ist wohl wahr: Gott redet nicht heute so und morgen anders. Aber er will den Seinen helfen, das Alte Testament im Licht des Neuen zu verstehen. So hatte Jesus seine Jünger intensiv gelehrt. (Vgl. Matth. 5, 17; Luk. 24, 25-27.) Ob Petrus nicht jene Situation in den Sinn kam, in der Jesus ihnen nachdrücklich das Reinheits-Verständnis Gottes erläutert hatte? »Nicht was in den Mund hineingeht, verunreinigt den Menschen, sondern was aus dem Mund herausgeht, das verunreinigt den Menschen.« (Lies Mark. 7, 14-23.) Ob Jude, Nicht-Jude oder Heide: Das Herz des Menschen ist von klein auf böse. Es braucht eine General-Reinigung, ja eine Neu-Schaffung: »Wasche mich völlig von meiner Schuld, und reinige mich von meiner Sünde! . . . Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz, und erneuere in mir einen festen Geist« (Ps. 51, 4. 12)! Jesus ist für alle Menschen gekommen, er hat sein Leben für alle hingegeben; »und Gott will, dass allen Menschen geholfen werde, und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen« (1. Tim. 2, 4). In jener bedeutsamen Stunde in Joppe sollte Petrus verstehen: Jetzt ist die Zeit da, in der das Evangelium nicht nur den Juden, sondern auch den Nicht-Juden bezeugt werden soll (Apg. 1, 8). Der Herr will Menschen aus den Nationen (»unrein« nach dem Gesetz) und Juden (kultisch »rein«) beieinander haben. Denn durch Jesus haben »beide durch einen Geist den Zugang zum Vater«. (Lies Röm. 1, 16. 17; Gal. 3, 26-29; Eph. 2, 11-22.)

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Sonntag, 22. Juni

Apostelgeschichte 10, 17-24

Trotz seiner heftigen Bedenken hielt Petrus sich offen für die Führung durch den Geist Gottes. Noch während er auf dem Dach saß und über die Erscheinung nachdachte, standen drei Männer vor dem Haustor und fragten nach ihm. So kann nur Gott führen. »Meine Zeit steht in deinen Händen« (Ps. 31, 16). Der Apostel erkannte, was der Geist Gottes ihm zu sagen hatte: »Steh auf, geh hinab, zieh mit ihnen, ohne irgend zu zweifeln, weil ich sie gesandt habe.« Lässt sich innerer Zweifel auf »Knopfdruck« beseitigen? Wohl kaum aber: wenn einer trotz seiner Zweifel und Skepsis der Stimme Gottes gehorcht, werden sie überwunden. Der Apostel steigt vom Dach und nimmt die Männer in Empfang: einen römischen Soldaten und zwei römische Sklaven. Von Hause aus sind es Heiden. Petrus hört ihnen zu. Er bietet ihnen Gastfreundschaft an. Diese bedeutete vorbehaltlose Aufnahme in die Hausgemeinschaft. Unterkunft und gemeinsame Mahlzeiten waren eine Selbstverständlichkeit. Petrus hatte sich entschieden, Gott zu gehorchen, obwohl er immer noch nicht wusste, worauf das Ganze hinauslaufen sollte. So geschieht Führung durch den Herrn. Im Glauben gilt es, einen Schritt nach dem anderen zu tun und nur um den nächsten zu wissen. Gottes Wort ist kein Scheinwerfer, der eine weite Strecke beleuchtet, sondern einer Kerze gleich, die jeden Schritt beleuchtet. Das Ziel ist zwar klar, aber es wird schrittweise erreicht. Der ganze Weg wird erst im Rückblick sichtbar. Manchmal heißt es auch stehen zu bleiben, weil der nächste Schritt noch im Dunkeln liegt. Dann gilt es, geduldig zu warten, nichts zu überstürzen. Der Herr gibt die Gewissheit, wann die Zeit da ist, den Weg fortzusetzen. (Lies Ps. 119, 105; 43, 3-5; Spr. 6, 23; 2. Petr. 1, 19.)

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Montag, 23. Juni

Apostelgeschichte 10, 25-33

Als Kornelius Petrus entgegenging, warf er sich vor dem Apostel nieder und erwies ihm seine hohe Verehrung. Diese Geste der Ergebenheit war keine Sympathiebekundung. Sie war auch entschieden mehr als Wertschätzung. Nein, Kornelius kniete vor Petrus, wie man dem Kaiser in Rom göttliche Verehrung entbot. Zwar hatte Kornelius sich dem einen, wahren Gott zuge wandt, aber er wusste nicht, wie er mit dieser wunderbaren Gebetserhörung und der einzigartigen Führung Gottes umgehen sollte. Petrus stellt sofort klar, dass er kein Gott, sondern allein Bote Gottes ist. (Vgl. Apg. 3, 12; 14, 11-15.) »Steh auf! Ich bin auch nur ein Mensch.« Nun können sie sich auf »Augenhöhe« unterhalten. Unser Text berichtet nichts über mögliche Gefühle des Apostels, sondern weist allein auf die Glaubens-Lektion hin, die der Herr selber ihm erteilt hatte: »Gott hat mir gezeigt.« Ohne den göttlichen Rückhalt hätte Petrus nie diesen Schritt ins Neuland gewagt. Doch Gott hatte ihn auf diesen Augenblick gut vorbereitet. Petrus hatte erkannt, dass alle Menschen von Geburt an vor Gott Sünder sind und der Versöhnung, wie Jesus sie am Kreuz vollbrachte, braucht. Anders kommt kein Mensch zu Gott. Ob Petrus jetzt auch verstand, was die alten Propheten längst angekündigt hatten und dass Jesus seinen Jüngern vor seiner Rückkehr zum Vater den weltweiten Missionsauftrag anvertraut hatte? (Siehe Jes. 42, 6. 7; 49, 1. 5. 6; 52, 13-15; 60, 1-3.) Was wäre, wenn Petrus Gott nicht gehorcht hätte? Nun, Gott kann seinen Plan auch ohne ihn durchführen. Aber er tut es nicht. Er würdigt uns, »Gesandte an Christi statt« zu sein. Wir lesen 2. Korinther 5, 14-21 und fragen: »Herr, was willst du mir persönlich sagen? Wo brauche ich deine Veränderung? Wie kann ich dein Botschafter sein?«

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Dienstag, 24. Juni

Apostelgeschichte 10, 28. 29

Von Gott geführt, hatte Petrus den »unerlaubten« Schritt in ein römisches Haus gewagt. Der Herr hatte ihm tief eingeprägt: »Was Gott gereinigt hat, halte du nicht für unrein.« Und Petrus hatte sich den Befehl Gottes im Glauben zu eigen gemacht. Darum gehorchte er dem Herrn ohne »Widerrede«, als er sich mit den fremden Männern auf den Weg machte. Nun stand er da und wusste nicht, was er eigentlich hier tun sollte: »Aus welchem Grund habt ihr mich holen lassen?« Sollte er einen Kranken heilen oder einen Toten auferwecken? (Vgl. Apg. 3, 1-9; 5, 12-16.) Petrus konnte sich offenbar noch nicht vorstellen, dass Heiden sich für das Wort von Gott interessierten. Unsere Vorstellung davon, was andere brauchen, ist oft recht vage. Können wir etwa in den anderen hineinschauen? Verstehen wir ihn richtig? Wissen wir, was er wirklich will? Wie erreichen wir einen Menschen, der auf der Suche nach festen Werten ist oder eine Lösung für seine Probleme sucht? Es gibt kein Rezept dafür, wie ich einen anderen erreichen kann. Meine persönliche Gemeinschaft mit Jesus bahnt den Weg zum Herzen des Nächsten. Der Herr nimmt uns in Verantwortung: Wie Reben am Weinstock hängen und Frucht tragen, so bleibt an mir »hängen« (Joh. 15, 1-5)! Es gibt keine engere Verbindung als die, »in Jesus«, in seinem Wort, in seiner Gesinnung, in seiner Liebe, in seiner Demut zu bleiben. »Lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen« (Matth. 11, 29). Dass Petrus in vorbereitete Verhältnisse kam, zeigt auch die Antwort des Hauptmanns Kornelius (V. 33b). Der Hunger nach dem Wort der Wahrheit war groß unter den Versammelten. Noch nie hatten sie eine solch gute Bot schaft gehört: Gott will alle retten!

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Mittwoch, 25. Juni

Apostelgeschichte 10, 34-48

Im Haus des Kornelius beginnt Petrus seine Predigt unverzüglich mit dem Friedens-Angebot Gottes, das er für Juden und Heiden an seinen Sohn Jesus Christus gebunden hat. Der Apostel geht davon aus, dass die Jesus- Geschichte bereits die Nationen erreicht hatte (V. 36-38). Informationen über Jesus und seine Taten sind gut und wichtig. Es ist wichtig zu wissen, dass Jesus der Sohn Gottes ist, dass er gekreuzigt wurde, von den Toten auferstand und »dass er der von Gott verordnete Richter der Lebenden und der Toten ist«. Aber was nützt alles Wissen, was nützt die eindrücklichste Predigt, wenn der Mensch sich nicht persönlich für Jesus öffnet, seine Sünden bekennt, die Vergebung des Herrn annimmt und ihm sein Leben anvertraut? Petrus kann »nur« das Evangelium von Jesus Christus verkündigen, zur Umkehr aufrufen und zum Glauben an Jesus einladen. Das Entscheidende tut Gott selbst. Er schenkt seinen Geist, der das neue Leben in allen erzeugt, die an den Sohn Gottes glauben. (Lies Joh. 3, 1-6. 14-18.) Es ist ein geheimnisvolles Ineinander-Wirken von Wort und Geist Gottes und dem persönlichen Glauben. Menschliche Worte reichen nicht aus, das Wunder des Neu-Geschaffenseins zu beschreiben. Die anwesenden, an Jesus glaubenden Juden, die mit Petrus gekommen waren, gerieten außer sich, dass Gott auch »den Heiden« die Gabe des Heiligen Geistes verlieh (V. 45). Dieses Zeugnis vom Himmel her war so mächtig, dass Petrus anordnete, die christliche Taufe an den gläubig gewordenen Römern zu vollziehen. Damit waren sie in die Gemeinde der an Jesus gläubigen Juden aufgenommen. Ihr Gott war nun der Gott Israels Jesus ihr Retter und Erlöser, ihr König und Herr. Welch ein Gott, der es vermag, die »Nahen und die Fernen« zusammenzuführen, Trennung zu überwinden und die Einheit in Christus zu verwirklichen! (Lies Joh. 17, 11. 20-24; Eph. 2, 11-18.)

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Donnerstag, 26. Juni

Apostelgeschichte 11, 1-18

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht von der neuen Gemeinde aus Juden und Heiden. Was mögen die Menschen in Cäsarea gedacht und gesprochen haben? Von ihnen wird uns nichts berichtet, umso mehr aber von der Reaktion der Apostel in Jerusalem und den »Brüdern aus Judäa«. Kaum war Petrus in Jerusalem angekommen, entzündete sich ein heftiger Streit. Wir machen uns bewusst, dass es sich nicht um Kleinigkeiten, sondern um einschneidende Lehr-Fragen handelte. Die Gemeinde in Jerusalem bestand ausschließlich aus Juden, die zum Glauben an Jesus gefunden hatten. Sie lebten noch in der Vorstellung, dass das Evangelium allein den Juden gilt. So hatte Jesus es ihnen vorerst einmal aufgetragen: Matthäus 10, 5. 6; 15, 24. Der Missionsbefehl für alle Völker war noch nicht in ihren Herzen verankert. Doch Gott selbst sorgte dafür, dass dieser Befehl nicht in Vergessenheit geriet. Der sorgfältige Rechenschafts-Bericht von Petrus ließ klar erkennen, dass er nicht eigenmächtig gehandelt hatte, sondern von der Macht Gottes überwunden worden war (V. 17). Wir können von der Gemeinde-Versammlung in Jerusalem Wesentliches für unsere Zusammenkünfte lernen: Geben wir einander Anteil an den Führungen Gottes? Können wir uns mitfreuen und den Herrn darüber loben? Hören wir einander wirklich zu und lassen einander ausreden? Fragen wir ernsthaft danach, was der Herr von uns haben will, oder beharren wir stur und hart auf unseren Traditionen? (Vgl. Mark. 7, 5-12.) Sind wir offen für Korrektur und bereit, »alles zu prüfen und das Gute zu behalten«? (Lies Phil. 1, 6. 9-11; 1. Thess. 5, 15-24.) »Wandelt würdig der Berufung, mit der ihr berufen worden seid, mit aller Demut und Sanftmut, mit Langmut, einander in Liebe ertragend. Befleißigt euch, die Einheit des Geistes zu bewahren durch das Band des Friedens.« (Siehe Eph. 4, 1-6.)

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Freitag, 27. Juni

Apostelgeschichte 9, 1-25

2. Paulus der folgenschwere Weg nach Damaskus Mit dem heutigen Abschnitt beginnen wir, in das Leben des Paulus von Tarsus hineinzuschauen: Wie hat Gott diesen Mann geleitet und zu seinem Zeugen gemacht? Betrachten wir kurz seine Vorgeschichte. Als überaus eifriger Verfechter der jüdischen Gesetzestreue war er der erklärte Feind aller Jesus-Nachfolger. Für ihn waren sie eine Sekte, die man nicht dulden durfte. Er hielt sie für Volksverführer und Gotteslästerer. Nach der Steinigung des Stephanus (Apg. 7, 54-60) wurde er zu einem Gewalttäter. (Siehe Apg. 8, 1. 3.) Nahezu 2000 Jahre werden Christen verfolgt. Immer wieder erreichen uns Nachrichten, wie man ihnen in aller Welt nachstellt, sie peinigt, tötet. Jesus hatte deutlich gesagt, dass es so kommen würde. (Lies Joh. 15, 20; Matth. 5, 10-12. 44.) Während die aus Jerusalem vertriebenen Christen in Judäa und Samaria das Evangelium verkündigten, »schnaubte Saulus noch immer Drohung und Mord gegen die Jünger des Herrn« (9, 1). Er ließ sich vom Hohen Priester Vollmachten geben, um die Christen auch in den Synagogengemeinden von Damaskus aufzustöbern und gefangen nach Jerusalem zu führen. Dort sollte ihnen der Prozess gemacht werden. Der Herr aber hat acht auf seine leidende Gemeinde. Und er verliert auch nicht die Gewalttäter aus dem Auge. Paulus hatte keine Ahnung, dass der Herr ihn schon lange im »Visier« hatte. Während Saulus (Paulus) seine »frommen« Ziele verfolgte, hatte Jesus ganz andere Pläne mit ihm. Und was er sich vorgenommen hat, das tut er auch. »Jeder Weg eines Mannes ist gerade in seinen (eigenen) Augen, aber der die Herzen prüft, ist der Herr.« »Viele Pläne sind im Herzen eines Mannes, aber der Ratschluss des Herrn, er kommt zustande.« »Die Entwürfe des Herzens sind des Menschen Sache, aber die Rede des Mundes kommt vom Herrn« (Spr. 21, 2; 19, 21; 16, 1).

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Samstag, 28. Juni

Apostelgeschichte 9, 3-9

Fast hatte Paulus Damaskus erreicht da passierte es: Am helllichten Mittag in der Wüste traf ihn ein Licht, heller als die Sonne (Apg. 26, 13). Der fromme Eiferer fiel geblendet zu Boden. Dann hörte er die Stimme des Herrn: »Saul, Saul, was verfolgst du mich?« »Wer bist du, Herr?« »Ich bin Jesus, den du verfolgst.« Was mag dieser Name in Paulus ausgelöst haben? Für den Verfolger brach eine Welt zusammen: das Lehrgebäude einer langen, langen Tradition. Und die »Glaubenslehre«, die über den Messias verbreitet worden war, zerbrach in einem einzigen Augenblick. Dann stimmt es doch, dass er der »Sohn des Menschen« ist, der getötet wurde und am dritten Tag auferstand und sich zur Rechten des Vaters gesetzt hatte. (Vgl. Dan. 7, 13. 14; Apg. 7, 56.) Paulus war ein gebrochener Mann, den man an die Hand nehmen und führen musste. Der Anführer muss sich führen lassen. Welch eine Beschämung! Die unheimliche Blindheit hatte seiner Karriere ein jähes Ende bereitet. Und doch hatte der erhöhte Herr ihn nicht ohne Perspektive gelassen (V. 6). Offenbar hatte er noch etwas vor mit Paulus. Aber wie sollte dieser mit seinem Hass gegen den Sohn Gottes und seiner Gemeinde fertig werden? Konnte ihm jemals vergeben werden? Aus dem persönlichen Bericht an seinen späteren Mitarbeiter Timotheus wissen wir, dass Paulus die Barmherzigkeit Gottes, »die Gnade und Liebe, die in Christus Jesus sind«, erfahren hat und ein neuer Mensch wurde (1. Tim. 1, 12-17). Es gibt Vergebung für die schlimmsten Sünden »der dir alle deine Sünden vergibt und heilt alle deine Gebrechen, der dein Leben erlöst aus der Grube, der dich krönt mit Gnade und Erbarmen« (Ps. 103, 3. 4; lies Ps. 51, 3. 19; 103, 8-13; 147, 3; Jes. 43, 24b. 25; 44, 22; Matth. 9, 2. 6. 11; Luk. 7, 47).

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Sonntag, 29. Juni

Apostelgeschichte 9, 10-19

Paulus sitzt im Bild gesprochen im Gefängnis seiner Schuld. Er kann sich die Tür in die Freiheit nicht selbst öffnen. Hat er noch Hoffnung auf seine »Freilassung«? Seine Blindheit lag nunmehr als Schande auf ihm. Hatte er sie denn nicht verdient so blind, wie er im Verständnis der Worte Gottes war? Wie sollte sein Leben weitergehen? Menschlich betrachtet, hatte Paulus nichts mehr zu erwarten als das Mitleid und die Almosen anderer; wenn einer wie er überhaupt mit irgendeiner Zuwendung hätte rechnen können! Doch der Herr wandte sich ihm zu. Das ist das Beste, was einem Menschen geschehen kann. Im Gebet öffnete der Herr die Herzensaugen des blinden Mannes und schenkte ihm Einblick in sein rettendes Handeln. Zugleich bereitete Gott Hananias, »einen Jünger in Damaskus«, vor, Paulus aufzusuchen. Hananias äußert seine Bedenken. Vielleicht hatte auch sein Name auf der »schwarzen Liste« des Verfolgers gestanden. Jedenfalls stand er noch unter dem Schock der schlimmen Nachrichten aus Jerusalem. Und jetzt sollte er ausgerechnet diesen Mörder aufsuchen? Doch Gott weiß, was er tut. Er kann den Glauben bis aufs Äußerste prüfen, aber er lässt den Geprüften nicht ohne ein Wort der Ermutigung. »Siehe, er betet« ich selber habe ihn vorbereitet. Denn ich habe diesen Mann dazu auserwählt, allen Völkern und den Herrschern der Erde, aber auch den Israeliten meinen Namen zu verkündigen. Dabei wird er erfahren, wie viel er um meines Namens willen leiden muss. Jesus hat seinem Jünger einen schweren und zugleich einzigartigen Auftrag anvertraut. Hananias darf von Gott persönlich wissen, dass er aus dem schlimmsten Verfolger einen Nachfolger machen will, der ein weltweiter Segen sein wird. Und Hananias ist daran beteiligt, weil er dem Herrn vertraut und gehorcht. (Lies Ps. 18, 31-37; Spr. 30, 5; Jes. 41, 10. 13. 14.)

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Montag, 30. Juni

Apostelgeschichte 9, 19-25

Paulus war in einem doppelten Sinn aus der Finsternis ins Licht gekommen. Gott schenkte ihm das Augenlicht wieder und führte Paulus aus der Finsternis der Sünde in »sein wunderbares Licht«. (Lies 2. Kor. 4, 6; Eph. 5, 8; 1. Thess. 5, 5.) Nach einer Zeit persönlicher und geistlicher Stärkung machte Paulus sich mit göttlichem Eifer daran, Menschen für Christus zu gewinnen. »Und sogleich predigte er in den Synagogen Jesus, dass dieser der Sohn Gottes ist.« Die Synagogengemeinde geriet außer sich. Paulus predigte nicht nur Jesus, sondern bewies ihnen aus der Heiligen Schrift, dass dieser der Messias ist. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten (V. 23). In seiner Blindheit für Christus hatte Paulus einst getötet, jetzt sollte er die gleiche Blindheit der anderen brutal zu spüren bekommen. War Paulus zu stürmisch vorgegangen?, »brachte er doch die Juden, die in Damaskus wohnten, in starke Verwirrung«. Wenn man bedenkt, welch gewaltige Wandlung Paulus erlebt hat, wird er von der Dringlichkeit seines Auftrags erfüllt gewesen sein. Das Schlimmste ist wirklich, mit allen frommen Vorzeichen zu leben und sich dennoch dem Sohn Gottes zu entziehen. Darum setzte Paulus sein ganzes Leben für Christus ein und war bereit, Leiden um des Evangeliums willen auf sich zu nehmen. (Lies Apg. 14, 22; Röm. 8, 17. 18; 1. Petr. 4, 11-16.) »Es gibt viele Christen, die zu Jesus Christus gehören, aber versuchen, ihr eigenes Leben zu retten. Sie sind ständig dabei, sich selbst zu schützen. Sie ziehen sich zurück, versuchen sich zu rechtfertigen und zu erklären, warum sie dieses und jenes nicht tun können. Wir müssen bereit sein, das Leben herzugeben für das Leben, das Jesus in und durch uns führen will. Wir müssen unseren Eigenwillen ihm zuliebe aufgeben. Das heißt, Jesus zu lieben . . . « (L. Palau). (Siehe Apg. 20, 24; 21, 12-14.)

zur Verfügung gestellt von: bibel.com der Homepage von Christen für Christen.

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