FREITAG, 1. JUNI

MARKUS 16, 14-20

Der Missionsbefehl

Unser Bibeltext berichtet von einer Begegnung des auferstandenen Herrn mit seinen Jüngern. Auf den ersten Blick fällt uns der Begriff »Unglaube« auf. Das waren sie wirklich: »Ungläubige«. Gemeint ist das mangelnde Verstehen im Herzen der Jünger und die damit verbundene falsche Gewichtung der Sorgen, Zweifel, Ängste und Ratlosigkeit. So wurden ihre Herzen hart. (Vgl. Jer. 17, 9; Mark. 6, 52; 8, 17. 18; Luk. 24, 22-27.) Wir haben keinen Grund, die Jünger zu verurteilen. Wie leicht können auch wir wider besseres Wissen in ungläubiger Herzenshaltung stecken bleiben. Doch Jesus lässt seine Jünger nicht fallen. Er konfrontiert die Seinen mit ihrem Versagen, eröffnet ihnen zugleich neue Perspektiven. Es gibt einen Neubeginn, ja eine neue Ermächtigung zum Dienst. (Lies Joh. 20, 19-23; 21, 15-17.) Jesus will, dass die Botschaft vom gnädigen Neuanfang nach Schuld und Versagen allen Menschen bekannt wird. Darum beauftragt der Herr auch hier seine Jünger, den Verkündigungsauftrag mit hingegebenem Herzen auszuführen. »Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium allen Menschen!« Wenn Gott Versager so in seinen Dienst nimmt, stellt er dadurch sehr nüchtern klar, dass die Erwählung, Berufung und Beauftragung nicht von unseren Vorzügen abhängt, sondern von seiner großen und herzlichen Liebe zu ihnen. (Vgl. 5.Mose 7,7.8; Hos.11, 1.) Offensichtlich haben die Jünger die Botschaft ihres Meisters verstanden. Sie ließen sich durch sein Wort korrigieren, nahmen sich seine Anweisung zu Herzen und übertrugen sie auf ihr Leben, auf ihre Hände und Füße, auf ihre Gedankenwelt und ihr Reden. Das ist Gehorsam. So konnte Jesus-Gemeinde entstehen und wachsen. Hier sehen wir, dass die Geschichte der Gemeinde die Geschichte seiner Kraft ist, die sich schwacher Werkzeuge bedient. (Vgl. 2.Kor. 12,9.10; 13,4.)

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SAMSTAG, 2.JUNI

APOSTELGESCHICHTE 1, 1-14

Der Auftrag der Apostel

In der Zeit zwischen seiner Auferstehung und Himmelfahrt lebte der Herr noch vierzig Tage mitten unter seinen Jüngern. Es war eine Zeit intensiver Schulung im Blick auf das Verständnis vom Reich Gottes und eines missionarisch ausgerichteten Lebens in ihm. (Lies Joh. 18, 36; Hebr. 12, 28; Apg. 8, 12; 28, 23. 31; 1. Thess. 2, 12.) Jesus bereitete die Apostel jetzt besonders auf die Zeit der Mission und Gründung von Gemeinden vor. Gab es doch niemanden, der so wie sie Augen- und Ohrenzeugen ihres Meisters waren (2. Petr. 1, 16). Wenn Jesus mit den Seinen über den Missionsauftrag und die missionarische Strategie spricht, tut er es nicht, ohne sie auf ihren allgegenwärtigen »Beistand « hinzuweisen. Die Jünger-Missionare müssen ihrer Verantwortung nicht aus eigener Kraft nachkommen. Der Heilige Geist gibt Vollmacht zum Dienst. Selbst die eindrücklichsten Augenzeugenberichte der Apostel hätten gar nichts zuwege gebracht, wenn in ihrem Zeugnis nicht der Heilige Geist mitgewirkt hätte (vgl. Apg. 4, 33). Rechnen wir eigentlich noch mit der wirksamen Kraft des Heiligen Geistes? Vertrauen wir der Führung durch den Geist Gottes unbefangen wie ein Kind – mehr als unserer Erfahrung und unseren viel gepriesenen »Methoden«? Nach dem unbegreiflichen Geschehen von Himmelfahrt tun die Apostel, was ihnen Jesus geboten hatte. Sie gingen zunächst zurück nach Jerusalem. Dorthin, wo eine geballte Feindseligkeit Jesus gegenüber herrschte. Jetzt war Jerusalem »dran«, nicht die »Enden der Erde«. Allerdings machen die Apostel sich erst auf den Weg, nachdem sie aus ihrer »Erstarrung« aufgerüttelt worden waren. Die Jünger »verlieren sich aber nicht in hastiger Aktivität. Vor dem Hingehen steht das Warten, die Sammlung, das Beten« (H. Krimmer). Warten ist ein wichtiger Dienst aller Mission und Evangelisation. Es gilt, im Dienst für Jesus hörend und erwartungsvoll zu warten, bis Jesus den »Startschuss« gibt. (Vgl. Apg. 16, 6-10.)

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SONNTAG, 3. JUNI

APOSTELGESCHICHTE 2, 14-47

Die »neue« Kraft

Etwas unerhört Neues geschah! Obwohl Jesus nicht mehr leiblich gegenwärtig war, war er den Seinen doch sehr nahe. Mit einem Mal waren die Apostel Zeugen von der unfassbaren Wirklichkeit der Ereignisse am Pfingsttag. Apostelgeschichte 2 gibt Auskunft über ein dreifaches Wunder-Handeln Gottes. Er wirkt das Wunder der Herzens-Wandlung, das Wunder der Verständigung und das Wunder der Einheit. Offenbar haben die Ereignisse zu sehr unterschiedlichen Reaktionen geführt. Bei vielen »rechtgläubigen« Juden Jerusalems beobachten wir eine verstockte Herzenshaltung. Sie können gar nicht mehr wahrnehmen, wer Gott ist. Dort, wo vor aller Welt erkennbar ist, dass Gottes Kraft Menschen verwandelt, sehen sie nur Lächerliches (vgl. 1. Kor. 2, 14). Bis heute wird Gottes Handeln von vielen nicht erkannt, abgelehnt oder ins Lächerliche gezogen. Petrus reagierte darauf mit einer vom Geist Gottes bevollmächtigten Predigt, in deren Mittelpunkt Jesus Christus steht. Überhaupt liegt der Schwerpunkt an diesem bedeutsamen Tag auf der Verkündigung des Wortes Gottes. Der Heilige Geist beschenkt nicht nur mit geistlicher Vollmacht und Klarheit, sondern auch mit Freimütigkeit und Freude. Der Geist Gottes war eine Segensgabe für die Apostel und für die Menschen, die zur Buße fanden. Ihnen allen, nicht nur Einzelnen, galt diese Gabe. Auch wir, die wir uns Jesus anvertraut haben, sind Teilhaber dieses Geistes. Bemerkenswert ist auch, dass der Heilige Geist Gemeinschaft stiftet: Die Jünger bekamen den Heiligen Geist persönlich, und zugleich wurden sie gemeinsam beschenkt – ganz überraschend, und ohne ihr Zutun. Gottes Geist macht echte Gemeinschaft so erst möglich (Phil. 2, 2; Eph. 4, 3). Von Petrus heißt es schlicht, dass er »mit den Elf aufstand« (V.14). Solche Einmütigkeit ist ein guter Mutterboden, für den Gott Wachstum und Gedeihen schenkt.

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MONTAG, 4. JUNI

APOSTELGESCHICHTE 2, 14-47

Die neue Gemeinschaft

Einige Jahrhunderte vor dem Pfingstgeschehen hatte der Prophet Joel dieses Ereignis vorausgesagt (Joel 3, 1-5). Jetzt hatte sich der erste Teil seiner Prophetie erfüllt – der zweite steht, wie auch Jesus es in seinen Endzeitreden aufgriff, noch aus (Matth. 24, 29). Wenn der Apostel Petrus den Propheten Joel in seiner Pfingstpredigt zitiert, anerkennt er zum einen die gegenwärtige und zukünftige Erfüllung, zum anderen spitzt er die Botschaft des Joel auf Jesus Christus und sein Rettungswerk zu. Dabei entfaltet er, vor allem für seine jüdischen Zuhörer, dass in jeder Verkündigung der Herr Jesus Christus im Mittelpunkt stehen muss. Denn ohne die vollbrachte Erlösung, in Kreuz und Auferstehung garantiert, und durch seine Rückkehr zum Vater als König aller Könige bestätigt und eingesetzt, wäre Jesus ein berühmtes Vorbild gewesen. Und das wär's dann aber auch gewesen. Petrus hingegen hat durch die Gabe des Heiligen Geistes erkannt, was er, wie auch die anderen Jünger, noch wenige Tage zuvor nicht wirklich verstanden hatte. (Dazu Matth. 26, 30-35; Luk. 22, 31-34.) Wenn Jesus nicht auferstanden wäre, gäbe es keine Rechtfertigung des Sünders und keine Erlösung. Darum ist es nur folgerichtig, dass die Petrus-Predigt auch den Ruf zu Umkehr und Buße beinhaltet. »Buße tun, sich bekehren, das meint sehr viel mehr als neue Gedanken, Erkenntnisse, Erwartungen und Hoffnungen zu haben« (H. Krimmer). Die Menschen damals setzten ihr Vertrauen auf Gott und bezeugten ihren Glauben durch die öffentliche Taufe. Gottes Ruf zur Umkehr ist immer auch ein Ruf in die Gemeinschaft der Gläubigen hinein (vgl. 1. Joh. 1, 3-7). Diese neue Gemeinschaft charakterisiert »Beständigkeit« und »Einmütigkeit« als Stützpunkt für eine gesunde Gemeindeentwicklung. (Vgl. Phil. 2, 2; 1. Petr. 3, 8.) Die Echtheit der Gemeinschaft in Christus äußert sich auf der Beziehungsebene, sie beinhaltet auch eine opferbereite Fürsorge füreinander (V. 44. 45; Gal. 6, 9. 10; 2. Thess. 3, 13; 1. Tim. 6, 18; Jak. 4, 17).

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DIENSTAG, 5. JUNI

APOSTELGESCHICHTE 6,1-15; 7,55.56

Stephanus – ein Mann voll Glaubens

Stephanus lebte in der »Gründerzeit« der Gemeinde und wurde zunächst zum Diakonen-Amt berufen. Die Gemeinde war unglaublich gewachsen. Wie leicht werden da Menschen übersehen und leider auch übergangen. Die fürsorgliche Liebe ist ein hochwertiges, durch nichts zu ersetzendes Gut der christlichen Gemeinschaft, aber auch zerbrechlich. Verletzungen entstehen – daraus keimt die rasant wachsende Giftpflanze des Murrens. Murren verbreitet in der Jesus-Gemeinde Unruhe und Unordnung. Aber befanden sich die Murrenden nicht im Recht? Ja. Nur, berechtigt das Unrecht zum internen Aufstand? Werden Konflikte dadurch gelöst? Wohl kaum. Den Aposteln kam das Murren zu Ohren, und sie suchten danach, den Streit im Geist ihres HERRN zu lösen. Sie entlassen aber nicht »die Menge der Jünger« aus ihrer Verantwortung, sondern beteiligen sie an der Lösung des Problem-Knotens. Wie wichtig, dass die Leiter der Gemeinde kein »Machtmonopol « für sich beanspruchen, sondern mit den Brüdern auf Augenhöhe dem Herrn gemeinsam dienen. Dazu gehört auch eine geordnete Aufgaben- Teilung. So wurden sieben geisterfüllte Männer, unter ihnen auch Stephanus, für das Diakonen-Amt beauftragt und gesegnet. Bald jedoch nimmt Stephanus auch missionarische Aufgaben wahr. Tätige Nächstenliebe und Verkündigung sind wie ein unzertrennliches »Geschwister- Paar«. Kaum ist der Friede in der Gemeinde wieder hergestellt, kommen handfeste Probleme von außen. Der Geist der Welt, auch der religiösen Welt, widersteht dem Heiligen Geist. Darum kommen lebendige Christen über kurz oder lang ins Leiden um des Herrn willen. Nachfolge ist immer auch Bindung an den leidenden Christus. Dabei kommt es darauf an, dass ein Jesus-Jünger in der Jesus-Art bleibt. »Wie Jesus« – im täglichen Dienst, in den Auseinandersetzungen, unter feindseligen Menschen! Welche geistlichen Merkmale in 1. Petrus 3, 13-17 und 4, 14-16 finden wir auch bei Stephanus?

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MITTWOCH, 6. JUNI

APOSTELGESCHICHTE 7, 1-59

Die Predigt des Stephanus

Was kennzeichnet eigentlich eine klare biblische Verkündigung? Sie ist • gütig und freundlich. Schließlich ist Gott ein freundlicher Herr (Ps. 100, 5; 90, 17). Schließlich hat er seine Güte und Menschenliebe in seinem Sohn offenbart (Tit.3,4). Schließlich zählen Güte und Freundlichkeit zur Frucht des Heiligen Geistes (Gal. 5, 22). Die Herzenshaltung des Stephanus äußerte sich gleich zu Beginn seiner Predigt: Er sprach seine Zuhörer wohlwollend und respektvoll an als »liebe Brüder und Väter«. • biblisch fundiert. Auch vor ehrwürdigen Ratsherren darf mit der biblischen Botschaft nicht hinter dem Rücken gehalten werden. »Menschenfurcht stellt eine Falle; wer aber auf den Herrn vertraut, ist in Sicherheit« – auch dann, wenn es ins Leiden geht (Spr. 29, 25). • der Zuhörer-Gemeinde angemessen. Stephanus sprach zu Juden, die sich bestens in der Geschichte Gottes mit seinem Volk auskannten. Die Verbindungslinien zu vertrauten biblischen Geschichten überfordern nicht und schützen vor unnötiger Verunsicherung und Brüskierung. Zu »religiösen« und gläubigen Menschen spricht man anders als zu den Gottfernen: 1.Korinther 9,20-23. Wie zeigt sich das in unserer Familie, Nachbarschaft, Freundschaft, am Arbeitsplatz, in Schule und Studium? Wir brauchen unseren Glauben nicht zu verteidigen, aber wir sollen ihn klar und angemessen bezeugen. • christusbezogen. Auch das Alte Testament weist vielfältig auf Jesus hin: Welche alttestamentlichen Bibeltexte, die auf Jesus zeigen, kennen wir außer Jesaja 9,5.6; 53,3ff und Sacharja 9, 9? • ist offensiv und unterschlägt nicht die Schuld des Menschen. Stephanus bringt auch auf den Punkt, was bei diesen frommen Juden nicht stimmte: Verse 51 bis 53. Er erlitt schmerzlich, dass seine Botschaft von den meisten nicht angenommen wurde, erlebte aber auch, dass Gott ihn in dieser furchtbaren Bedrängnis nicht im Stich ließ. (Vgl. Ps. 27, 1-7; 145, 18.)

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DONNERSTAG, 7. JUNI

APOSTELGESCHICHTE 8, 1-8

Ein Mann unter Gottes Führung – Philippus

Nach dem Tod Stephanus’ erlebten viele Christen die feindlichen und gewalttätigen Aktivitäten des Saulus. Erstaunlich, wie die verfolgte und zerstreute Gemeinde auf die Misshandlungen reagierte. Sie ließ sich nicht mundtot machen, sondern verkündigte das Wort Gottes mit ungebrochener Freude und Kraft außerhalb Jerusalems. Unter ihnen befand sich auch Philippus. Sein Herz war erfüllt von der Liebe zu Jesus und den Verlorenen. Was Paulus nach seiner Bekehrung zu Christus bekannte, lebte Jahre zuvor im Herzen des Philippus: »Wenn ich nämlich das Evangelium verkünde, kann ich mich deswegen nicht rühmen; denn ein Zwang liegt auf mir. Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde!« (1. Kor. 9, 16). Ablehnung, Proteste, Verleumdungen bis hin zum Märtyrer-Leiden gehören zum Lauf des Evangeliums. Doch das andere gilt auch: »Wie die Leiden des Christus überreich auf uns kommen, so ist auch durch den Christus unser Trost überreich« (2. Kor. 1, 5). Gott segnete den mutigen Dienst des Philippus. Das Feuer des Wortes Gottes, das in Jerusalem mit Gewalt niedergetreten werden sollte, entzündete in vielen Herzen ein helles Licht. »Denn Gott, der sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben, dass durch uns entstünde die Erleuchtung zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht des Herrn Jesus Christus« (2. Kor. 4, 6). Diese geistliche Erleuchtung ist besonders erwähnenswert im Blick auf jene Stadt, in der Philippus tätig war. Denn Samarien galt als eine »Welt der Unheils- und Todesmächte« (W. de Boor). (Vgl. Apg. 8, 9-12.) Doch auch hier soll und muss der Ruf zu Umkehr und aufrichtiger Buße nicht im Weltall verhallen: »Wache auf, der du schläfst, und stehe auf von den Toten, und der Christus wird dir aufleuchten!« (Eph. 5, 14).

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FREITAG, 8. JUNI

APOSTELGESCHICHTE 8, 26-40

Gott sind die vielen Menschen wichtig. Aber auch der Einzelne. So führte er Philippus mit dem Finanzminister der Königin Äthiopiens zusammen. Wie sieht seine Führung konkret aus? • Der Herr redet, und sein Mitarbeiter hört. Philippus konnte damals noch keine Bibel aufschlagen, um daraus Weisung für seinen Auftrag zu erhalten. Aber er konnte beten und kannte viele Worte aus dem Alten Testament auswendig. Vielleicht dachte er an Mose oder Elia oder Davidodereinen derPropheten,wie sie sich von Gott ansprechen und führen ließen. (Vgl. 2.Mose 3,1-10; 1.Kön.17,1-5; 2.Kön.1,3; Ps.25,4.5; Jer.1,1-8.) • Hören ist nicht alles. Philippus muss große Ehrfurcht vor Gott und seinem Reden gehabt haben; denn nach dem Hören gehorcht er sofort. Er sagte nicht zu Gott: Herr, es ist heiß, und der Weg ist weit und ermüdend. Wann kommt da schon mal jemand vorbei! Außerdem komme ich gerade von einer Groß-Evangelisation, und hier in der Öde ist doch nichts los. Nein, Philippus »stand auf und ging« (V. 27). Er weiß nicht, was Gott draußen auf der Straße von ihm will, aber er geht. Indem er gehorcht, erlebt er Gottes Führung. • Die Herzensohren müssen offen bleiben. Die Begegnung mit dem Finanzminister kommt dadurch zustande, dass Philippus für das Reden des Geistes Gottes sensibel bleibt. Das gilt für die Eröffnung des Gesprächs und das Gespräch selber. »Wer Gottes Reden vernimmt, hat auch ein Ohr für die Menschen. Und er hört durch alles Vordergründige hindurch das Eigentliche, was seine Mitmenschen bewegt« (W. Pfendsack). – Der Minister wurde Christ. Philippus aber wurde vom Geist Gottes (wörtl.) »hinweggerissen«. »Menschen, die sich von Gott führen lassen, sind nicht unentbehrlich und nicht unersetzlich, sie können auch verschwinden « (W. Pfendsack). (Vgl. 2. Kön. 2, 1ff.)

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SAMSTAG, 9. JUNI

APOSTELGESCHICHTE 4, 36. 37; 9, 27

Barnabas – einer, der verbinden konnte

Brücken verbinden getrennte Ufer. Aber sie müssen oftmals mühsam und unter Gefahren von Menschen gebaut werden. Dies gilt auch für die abgrundtiefen Gräben, die sich zwischen Menschen auftun können. Barnabas war jemand, der verbindend wirkte. So war er ein Segen für andere. Eigentlich hieß er Josef, stammte aus Zypern und gehörte zu den Leviten (vgl. V. 36). Der Bedeutung seines Beinamens »Sohn des Trostes« oder »Sohn der Ermahnung« machte er alle Ehre. Es gibt keinen wirklichen Trost ohne Ermahnung. Dazu gehört ein seelsorgerliches Herz. Der »Brückenbau« zwischen Menschen hängt eng mit dem Seelsorge-Dienst zusammen. An Barnabas sehen wir, dass Brückenbau immer eine konstruktive Tätigkeit ist. Ihm gelang ein dreifacher Brückenschlag: Die Brücke zum Menschen (Apg. 9, 27. 28). Die Brücke zur Gemeinde (Apg. 11, 19-26). Die Brücke zur Welt (Apg. 13, 2). Was Barnabas tat, geschah ohne großes Aufsehen und wurde doch deutlich wahrgenommen. Seine Strategien waren unkompliziert, wenn auch nicht einfach zu leben. • Er setzte auf Vertrauen statt auf Vorurteile. • In kritischen Situationen setzte er auf Sorgfalt und Umsicht im Umgang mit Menschen, ganz wie es der Gnade Gottes entsprach. • Er behielt seine Berufung und die Gabe der Seelsorge im Auge. Vielleicht denkt jemand: Das war eben früher, heute ist alles ganz anders. Das stimmt. Aber der Mensch hat sich in seinem Wesen nicht verändert – und Gott auch nicht. Er möchte uns heute als Brücken-Menschen, Friedensstifter, Verbindungsleute haben. Barnabas zählte zu jenen Christen, »die ihr Leben hingegeben und eingesetzt haben für den Namen des Herrn Jesus Christus« (Apg. 15, 26; vgl. Joh. 15, 13; 1. Joh. 3, 16; 4, 11). Wer sich seinem Herrn von ganzem Herzen, von Kopf bis Fuß, zur Verfügung stellt, der ist ein Segen für andere – im Kleinen wie im Großen.

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SONNTAG, 10. JUNI

APOSTELGESCHICHTE 9,36-43; 2.KORINTHER 9,8

Tabita – eine reiche Christin

Tabita lebte in Joppe und war eine Jüngerin von Jesus. Sie wusste sich von Gott persönlich geliebt und hat ihm eines Tages ihr Leben anvertraut. (Vgl. Röm.5,8; Joh.16,27; Jer.31,3.) Von Tabita wird nicht berichtet, dass sie »weissagte « – wie wir es zum Beispiel von den vier Töchtern des Evangelisten Philippus lesen (Apg.21,8.9). Es wird auch nicht gesagt, dass sie ihr Haus wie die reiche Geschäftsfrau Lydia den Evangelisten und Missionaren öffnete. Doch auch Tabita hatte eine offene Tür. Sie war da für Frauen in Not. Wie einst Jesus Witwen tröstete, ihnen Wertschätzung entgegenbrachte und gelegentlich ihr vorbildliches Handeln hervorhob, übersah auch Tabita nicht die besonderen Bedürfnisse dieser Frauen. Sie wechselte gewissermaßen die großen Scheine der Liebe Gottes in kleine Scheine und Münzen. Konkret: sie nähte Kleider für unzählige Witwen, die nichts mehr besaßen. Tabita diente diesen Frauen mit der ihr eigenen Gabe. Keine Begabung, keine Gabe, keine Zuwendung, die wir aus Liebe zu Jesus einsetzen, ist zu gering. Nicht die Menge und Größe zählt, sondern die Hingabe an den Herrn der Liebe. »Wer aber irdischen Besitz hat und sieht seinen Bruder Mangel leiden und verschließt sein Herz vor ihm, wie bleibt die Liebe Gottes in ihm?« (1. Joh. 3, 17). Als Tabita starb, brach für viele Frauen buchstäblich eine Welt zusammen. Gott aber bricht nicht unter unseren Lasten und Leiden zusammen. »Siehe, die Hand des Herrn ist nicht zu kurz, um zu retten, und sein Ohr nicht zu schwer, um zu hören« (Jes.59,1). In den wenigsten Fällen hilft der Herr durch eine unmittelbare Toten-Auferweckung. Sie ist vielmehr wie eine Vorschau auf die endgültige Überwindung des Todes: Jesaja 25, 8; 1. Korinther 15, 22-26; Offenbarung 21, 4.

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MONTAG, 11.JUNI

APOSTELGESCHICHTE 16, 11-15

Lydia, eine mutige Frau

Auf der Suche nach der jüdischen Gemeinde in Philippi stießen Paulus und seine Mitarbeiter auf ein paar Frauen, die sich am Fluss zum Gebet trafen. Was ist schon ein kleiner Gebetskreis? Lydia, eine Textil-Händlerin, gehörte auch dazu. »Lydia ist offensichtlich eine tüchtige, energische Frau, die es in ihrem Beruf zu etwas gebracht hat. Aber sie zählt zu den Menschen, die an Geschäft und Gewinn und reichem Leben nicht genug haben. Ihr inneres Suchen hat sie zur Judenschaft geführt, deren wunderbarer Gott sie anzieht« (W. de Boor). Lydia ist also eine suchende und zugleich eine hörbereite Frau. Damit beginnt eigentlich jede »Bekehrungsgeschichte«. »Der Glaube kommt aus dem Hören« (Röm. 10, 17). Lydia hört, und Gott öffnet ihr das Herz. Daraus entsteht ein Glaube, der sie Acht haben lässt auf das Gehörte. Ahnen wir etwas von der Bedeutsamkeit echten Hörens? Offenbar hat Lydia durch die Verkündigung der Missionare gefunden, was sie gesucht hatte: eine lebendige Beziehung zum Gott und Vater des Herrn Jesus Christus. Es gibt viel mehr »Suchende« als wir ahnen. Wir dürfen ihnen die Liebe Gottes und die Botschaft von der Erlösung nicht vorenthalten und dürfen darauf vertrauen, dass Gott auch schwer verriegelte Herzenstüren öffnen kann. (Lies Ps.107,13-16.20.21; Jes.45,2; Jer.23,29.) Am Beispiel Lydias sehen wir, dass echte Bekehrung zu mutigen Entscheidungen führt. Lydia ließ sich mit ihrem ganzen Haus auf den Namen des dreieinigen Gottes taufen. Dazu gehörte Entschlusskraft und Mut. »Es zeugt von der Echtheit der tief greifenden Wandlung im Leben der Lydia, dass ihre nächste Umgebung mit erfasst wird. Echte Menschen kann Gott brauchen, und er bestätigt sie, indem er den Funken überspringen lässt« (W. Pfendsack).

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DIENSTAG, 12. JUNI

KOLOSSER 1,7.8; 4,12.13; PHILEMON 23

Epaphras, ein guter Team-Leiter

Teamfähigkeit, Teamentwicklung, Teamgeist sind zwar Schlagwörter unsrer Zeit, aber Zusammenarbeit war schon zu biblischen Zeiten gefragt. Wir wissen es nur zu gut: nicht immer gelingt sie. Am Beispiel des Epaphras wollen wir wichtige Aspekte einer gelingenden Teamarbeit anschauen. Wir wissen nicht allzu viel über ihn. Aus Kolosser 4,12 erfahren wir, dass Epaphras aus Kolossä stammte. Er war für seine Landsleute ein Christuszeuge und ein Segen. Was bedeuten wir den Menschen in unserer Nachbarschaft und Stadt, am Arbeitsplatz und dort, wo wir unsere Freizeit leben? – Auch wenn wir so gut wie keine Angaben über die persönlichen Verhältnisse Epaphras’ haben, ist letztlich entscheidend, dass er in seiner Heimatgemeinde und darüber hinaus brauchbar für Gott wurde (Kol. 4, 13). Der Apostel Paulus dankt für diese Gemeinde und stellt klar, dass sie durch die Verkündigung und das Vorbild Epaphras’ gelernt haben, was die Jesus-Liebe vermag (Kol. 1, 3ff). Ein guter Team-Leiter wird immer zuerst selber und beharrlich aus dem Reichtum der Gnade Gottes schöpfen, sonst brennt sein Leben von innen her aus und sein Dienst ist nur noch gekennzeichnet von Hektik, Ruhelosigkeit und einer hochgradigen Reizbarkeit. Das gilt überhaupt für jeden Jesus-Nachfolger. Wir können geben, wenn wir zuvor empfangen haben. Wir werden geistliche »Frisch-Kost« anbieten können, wenn wir selbst als »Schafe SEINER Weide« von frischem Wasser getrunken und von grüner Weide gekostet haben (Ps. 23, 2. 3). Leider wissen wir nicht, wie Epaphras mit dem Evangelium in Berührung kam, aber er wurde »ein treuer Diener des Christus«, dem das geistliche Wachstum der Jesus-Gemeinde sehr am Herzen lag. Gemeinsam mit Paulus dankte und betete er intensiv für die Glaubensgeschwister. Hier wird deutlich, dass eine gesegnete Team-Arbeit aus der Verbundenheit mit Jesus erwächst. Unsere Beziehung zu Jesus entscheidet über unsere Teamfähigkeit. (Dazu 1. Kor. 3, 5-10.)

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MITTWOCH, 13. JUNI

KOLOSSER 1, 7; 4, 12

Zwischen Paulus und Epaphras bestand eine innere Verbundenheit, die mehr war als Sympathie oder Dienstbeflissenheit. Sie waren »Brüder«. Die Zugehörigkeit zur Jesus-Familie geht über die natürliche Familie und den Kollegenkreis hinaus. Gelebte Bruderschaft ist bis heute das wirkungsvollste Zeugnis, durch das Menschen die Liebe und Heiligkeit Gottes kennenlernen. (Lies Joh. 17, 11b. 17-23; Apg. 2, 41-47.) »Echte Bruderschaft gibt es dort, wo wir dem Herrn selber in letzter Hingabe verpflichtet sind. Sie kann nur leben im gegenseitigen Aufeinanderhören, im gegenseitigen Einander-Raum-Geben, vor allem aber im gemeinsamen Vertrauen, dass der Herr auch den andern brauchen will, um sein Werk durch ihn zu vollbringen« (W. Pfendsack). Innerhalb der Teamgemeinschaft mit Paulus und anderen Mitarbeitern zeichnete sich Epaphras besonders durch seine geistliche Wachsamkeit aus. »Habt Acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher der Heilige Geist euch als Aufseher eingesetzt hat, die Gemeinde Gottes zu hüten, die er sich erworben hat durch das Blut seines eigenen Sohnes . . . grausame Wölfe werden zu euch hereinkommen, die die Herde nicht verschonen . . . Darum wacht« (Apg. 20, 28ff). Epaphras wusste, wie grausam Christen verfolgt wurden. Doch viel grausamer, weil unter dem Deckmantel der Frömmigkeit getarnt, sind Irrlehren, die die Gemeinden bedrohten. Die Sorge um die gesunde, das heißt Jesus gemäße, Lehre bewegte Epaphras so sehr, dass er sich auf die Reise begab, um sich Rat bei Paulus zu holen. Sie werden gründlich miteinander gesprochen haben. Vor allem aber übten sie den wichtigsten aller Dienste aus: die Fürbitte. Sie ist der innerste Kern jeden Dienstes. Paulus ordnet sie als ein Kampf-Geschehen ein. »Denke daran, dass Fürbitte eine Arbeit ist, die alle Kräfte beansprucht, aber auch eine Arbeit, die keinen Fallstrick enthält« (O. Chambers).

WAS GESCHIEHT, WENN JESUS KOMMT

1. THESSALONICHER 4, 13-18 UND MARKUS 13

Bei unserer fortlaufenden Auslegung des Markus-Evangeliums kommen wir zu Kapitel 13. Dort geht es um die Wiederkunft von Jesus Christus auf die Erde, die sich auf das Volk Israel und die Völkerwelt bezieht. Die Wiederkunft des Herrn darf nicht verwechselt und nicht in eins gesetzt werden mit der Entrückung der Jesus-Gemeinde (1. Thess. 4, 13-18). Für unseren Glauben ist es wichtig, dass wir diese Ereignisse voneinander unterscheiden und doch heilsgeschichtliche Zusammenhänge wahren, ohne sie in ein System zu »pressen«. In Einzel-Fragen biblischer Prophetie dürfen wir – ohne Rechthaberei – unterschiedliche Erkenntnisse haben, das gilt jedoch nicht für die »großen Linien«. Weiterhin beachten wir, dass jede heilsgeschichtliche Epoche wertvolle Hilfen für unser Leben als Jesus-Nachfolger bereithält. Wir können im Rahmen unserer Bibellese-Hilfe nur Grundzüge skizzieren und weisen ausdrücklich darauf hin, dass uns die Bibel selbst keinen Fahrplan, wohl aber einen Leitfaden anbietet. Die Heilige Schrift lässt also Fragen offen. Sie befriedigt nicht menschliche Neugier, teilt uns aber das mit, was wir unbedingt wissen müssen, damit wir uns auf die Parusie (das Erscheinen) des Herrn richtig einstellen können. Wer sich gern ausführlicher mit Endzeit-Fragen befassen möchte, findet im »Handbuch der biblischen Prophetie« von Arnold G.Fruchtenbaum eine gründliche wie hilfreiche Darstellung.

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DONNERSTAG, 14. JUNI

1. THESSALONICHER 4, 13-18

1. Die Entrückung der Jesus-Gemeinde

Die Thessalonicher hatten sich von den Götzen zu dem lebendigen und wahren Gott bekehrt und warteten auf die Wiederkunft von Jesus (1. Thess. 1, 9). Diese war Bestandteil der »Apostel-Lehre« (Apg.2,20.42). Da trat in der noch sehr jungen Gemeinde eine große Schwierigkeit auf. Die Christen in Thessalonich erlebten die ersten Todesfälle in ihren Reihen. Was wird nun mit den Verstorbenen? Sind sie nicht dabei, wenn Jesus kommt? Kommen sie nicht zu kurz? In diese Verunsicherung hinein spricht unser Briefabschnitt, den wir vor der Auslegung von Markus 13 etwas genauer in Augenschein nehmen wollen. Es ist bemerkenswert, wie der Apostel Paulus auf die starke Beunruhigung der Thessalonicher eingeht. Er tröstet sie nicht, indem er ihnen versichert: Die Verstorbenen kommen nicht zu kurz, sie sind doch schon am Ziel in der Herrlichkeit beim Herrn. Ihr müsst euch keine Sorgen machen. Paulus tröstet anders: Er richtet das Augenmerk auf die Erscheinung des Herrn und die Vollendung seiner Gemeinde, also auf das nächste große Ereignis in der Heilsgeschichte. Für unseren Glauben in einer Zeit wachsender Katastrophen, Gewalttaten und Irrlehren, können wir nur standhalten, wenn wir uns auf Jesus und Jesus allein konzentrieren. Uns helfen keine Berechnungen, keine Theorien über das »Jenseits«, sondern allein die Hoffnung auf das Kommen unseres Herrn. Das gilt auch für unsere persönlichen Nöte: Jesus, der Auferstandene, kommt zu dir – zwar noch unsichtbar und doch ganz wirklich, um dich zu trösten und aufzurichten. Gerade, wenn wir unsere Grenzen und Schwachstellen so schmerzhaft erleben und erleiden, will sich seine Auferstehungskraft in unserer Schwachheit als heilsam erweisen. »Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig« (2.Kor.12,9a). Zur Vertiefung: Philipper 3, 1-14.

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FREITAG, 15. JUNI

1.THESSALONICHER 4,13.14; 1.KORINTHER 15,20

Noch einmal: Paulus tröstet, indem er uns den auferstandenen Jesus und unsere Hoffnung vor Augen malt, »damit ihr nicht betrübt seid wie die Übrigen, die keine Hoffnung haben«. Der Apostel schreibt nicht, dass ein Jesus- Nachfolger nicht oder nicht so sehr weinen, traurig sein und trauern dürfe, wie Nicht-Christen – zumal Jesus selber weinte, nachdem sein Freund Lazarus gestorben war und er überhaupt Mitleid mit unseren Schwachheiten hat (Joh. 11, 35; Hebr. 4, 15). Wenn Paulus von der Trauer der Christen spricht, sagt er auch nicht, dass der Tod eines lieben Menschen »wie ein Freund« wäre. Nein, er ist »Feind«, der auch den Glaubenden verletzt und tief schmerzt (Joh. 11, 33b; 1. Kor. 15, 26). Aber die Jesus-Leute werden von ihrem »großen Hirten«, den Gott »aus den Toten heraufgeführt hat«, getragen und getröstet. Chris- ten-Menschen sind Hoffnungs-Menschen. Im Glauben an Jesus sehen sie gewissermaßen schon jetzt durch den Horizont der Zeit in die Ewigkeit. Darum sind sie nicht trostlos und hoffnungslos traurig »wie die übrigen (Menschen), die keine Hoffnung haben«, weil diese Jesus nicht haben. (Vgl. 1. Joh. 5, 12. 13.) Wer Jesus Christus nicht persönlich kennt und ihm nachfolgt, wird sich im Blick auf den Tod und das Leben danach nur an »Strohhalmen« festhalten können: an Wünschen, Vermutungen oder seltsamen Theorien. Der Glaube des Jesus-Nachfolgers aber ist »eine gewisse Hoffnung«. Sie gründet sich im Leben und im Sterben auf das sichere Fundament der Auferstehung von Jesus. »Ob wir leben oder sterben, wir gehören dem Herrn« (Röm. 14, 8). In dieser Gewissheit gegründet, kann der Apostel den beunruhigten Christen schreiben: »Wenn wir wirklich glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist«, beinhaltet diese Tatsache auch, dass Gott alle durch Jesus Entschlafenen mit Jesus zusammenführen wird – dann, wenn der Herr für seine Gemeinde erscheint. Wir lesen Johannes 11, 25. 26. 40.

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SAMSTAG, 16. JUNI

1.THESSALONICHER 4,13; LUKAS 23,42.43

Vielleicht verband sich mit der Besorgnis der Thessalonicher die Frage, die auch uns immer wieder beschäftigt: Was ist heute mit den im Glauben an Jesus Christus Gestorbenen? Wo sind sie jetzt? Paulus antwortet auf derartige Fragen nicht. Dabei wurde er selber einmal »bis in den dritten Himmel, . . in das Paradies entrückt« (2.Kor.12,2-4a). Dann zieht er aber sofort eine Grenze. Der Apostel bekennt, dass er »unaussprechbare Worte hörte, die zu reden einem Menschen nicht gestattet ist« (V. 4b). »Wir blicken hier tief hinein in echt biblisches Denken! Wie ist es so ich-gelöst und von den großen Dingen Gottes erfüllt! ›DEIN Name werde geheiligt, DEIN Reich komme, DEIN Wille geschehe auf der Erde!‹, das ist des Herrn brennendes Verlangen. Was dem einzelnen kleinen Ich als herrliche Gnade zuteil wird, ist das Dabei-Sein-Dürfen, wenn die großen Dinge Gottes geschehen. Was ›inzwischen‹ aus dem Ich wird, ist nicht wichtig. Da ist es uns heilsam, wenn die Bibel hier und auch anderwärts von dem Zustand unseres lieben, wichtigen Ich nach dem Sterben nur in wenigen Andeutungen redet und unsere eigentliche Hoffnung und unseren wesentlichen Trost völlig an Jesus und seine kommenden großen Taten bindet« (W. de Boor). Wir dürfen an dieser Stelle getrost Psalm 73, 23-26 zu unserem persönlichen Gebet machen: »Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an. Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.« Wir vertiefen uns betend in Psalm 16.

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SONNTAG, 17. JUNI

1.THESSALONICHER 4,13; RÖMER 8,24

Halten wir noch einmal fest: »Die Entschlafenen« sind »Tote in Christus«, Menschen, die im Glauben an Jesus Christus gestorben sind. Der Begriff »Entschlafene « entspricht dem allgemeinen damaligen Sprachgebrauch und meint die Vergänglichkeit des Menschen, ist nicht eine »Zustands-Beschreibung« nach seinem Tod. Gottes Wort teilt uns aber mit, dass das Leben letztlich einen doppelten Ausgang hat: Himmel oder Hölle, ewiges Leben oder ewigen Tod. Ebenso klar sind die Aussagen, dass es in der Gottesferne überaus schrecklich sein wird und im Himmel überaus herrlich. (Vgl. Luk. 16, 19-25.) Weiterhin spricht die Bibel ausdrücklich davon, wie not-wendig die Umkehr des Sünders ist. (Siehe Hes.33, 11; Mark. 1, 15; Joh.3,3-8; 1.Kor.15, 50; 1.Petr. 1, 3. 4.) Der Apostel Paulus thematisiert aber in 1.Thessalonicher 4,13-18 nicht diesen doppelten Ausgang, wie z. B. in Epheser 5, 5-8, sondern wendet sich ausschließlich an die Jesus-Gemeinde. Nachdem er klargestellt hat, dass Gott die verstorbenen Christen mit Jesus am Tag seines Erscheinens zusammenführen wird, kommt er nun auf uns, »die Lebenden, die übrig bleiben bis zur Ankunft des Herrn«, zu sprechen. Dabei beruft er sich auf »ein Wort des Herrn«. Wir wissen nicht, an welches Jesus-Wort der Apostel gedacht und wie er davon erfahren hat. Entscheidend ist hier, dass hinter seiner Aussage die Autorität von Jesus steht. Wie wichtig, dass wir uns nicht unsere eigene Bibel machen, dass wir uns nicht nur mit Lieblingsthemen befassen und uns auch nicht nur von einzelnen wunderbaren Verheißungen ernähren, sondern im ganzen biblischen Wort gegründet sind. Wie steht's eigentlich in unserer Gemeinde, in unserem Haus- oder Bibelkreis darum? Wie beim persönlichen Bibelstudium? Wie wollen wir als Christen leben, wenn wir die gesunde biblische Lehre vernachlässigen? (Lies 1. Tim. 1, 3-5; 2. Tim. 3, 16. 17; 4, 1-5.)

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PRAXIS-TIPP: Vielleicht könnte für den einen oder anderen einmal eine Ferien-Bibelschule hilfreich sein.

MONTAG, 18. JUNI

1. THESSALONICHER 4, 15. 16a; PSALM 118, 1-9

Die »Toten in Christus« sind keineswegs benachteiligt, ebenso wie die Lebenden keineswegs bevorzugt werden bei »der Ankunft des Herrn«. Der griechische Begriff PARUSIE entstammt der Alltagssprache und heißt wörtlich »Anwesenheit« oder »Ankunft«. Er wurde gebraucht, wenn man in der Hauptstadt des Römischen Reiches den »Staatsbesuch« eines Herrschers erwartete. Man freute sich über die »Ankunft« des Staatsmannes, wenn er nach Jahren der Wirren und Not das Volk mit seiner »Anwesenheit« beglückte und alles in Ordnung brachte. Paulus hingegen spannt den Bogen viel weiter: Bei der Ankunft des Herrn Jesus Christus kommt der eigentliche und wirkliche Herrscher, der Herr über Tote und Lebende. Er bringt tatsächlich alles in Ordnung. Aber es geht eben nach SEINER Ordnung. Was erfahren wir darüber? • Der Herr selber kommt. Nicht ein stellvertretender Engel, auch nicht andere Dienstboten oder Repräsentanten seines Reiches – nein, er höchstpersönlich wird erscheinen. Wie tröstlich, von ihm selbst zu hören: »Siehe, ich bin es, und ich will nach meinen Schafen fragen und mich ihrer annehmen . . . Ich selbst will meine Schafe weiden, und ich selbst will sie lagern« (Hes.34,11.15). Sollte das, was schon für unsere Zukunft feststeht, nicht auch in unsere Gegenwart, in unseren mühsamen und verworrenen Alltag hineinleuchten? Nehmen wir einige starke Ermutigungen in diesen Tag mit: Lukas 24,36.39; Johannes 16, 27; 17, 19; Galater 1, 4; Offenbarung 21, 3. »Nun saget Dank und lobt den Herren, denn groß ist seine Freundlichkeit, und seine Gnad und Güte währen von Ewigkeit zu Ewigkeit. Du, Gottes Volk, sollst es verkünden: Groß ist des Herrn Barmherzigkeit; er will sich selbst mit uns verbünden und wird uns tragen durch die Zeit« (A. Lobwasser).

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DIENSTAG, 19. JUNI

1.THESSALONICHER 4,16b.17; 1.KORINTHER 15,52

Was erfahren wir über die Ordnung der Ankunft unseres Herrn? • Der Herr kommt, wenn Gottes Zeit da ist. Zum rechten Zeitpunkt ergeht der (wörtl.) »Kommando-Ruf«, ertönt die »Stimme eines Erzengels« (Engelfürst) und erschallt die »Posaune Gottes«. Die Formulierungen entstammen der Militär-Sprache. Wenn der Oberbefehlshaber einen Befehl erteilte, musste ein untergebener Offizier diesen Befehl wiederholen. Dann ertönte der Posaunenschall zum Zeichen der Sammlung und des Aufbruchs. »Christus gibt den Befehl zum Beginn der Entrückung, und der Erzengel leitet das Geschehen ein, indem er den Befehl noch einmal wiederholt... dann erschallt die Posaune; dadurch wird die Entrückung selbst ausgelöst« (A. G. Fruchtenbaum). • Die »Toten in Christus« werden »zuerst auferstehen«. Die erste Wirkung der Ankunft des Herrn geht also in das Totenreich hinein. »In welchem Zustande immer die ›Toten in Christus‹ sein mögen, jetzt ›auferstehen‹ sie, sie erhalten die neue herrliche Leiblichkeit... und erlangen damit die ganze Lebensfülle göttlichen Lebens« (W. de Boor). Die Toten-Auferweckung der Christen ergibt sich geradlinig aus der Auferweckung ihres Herrn. Wenn nämlich Christus, das Haupt der Gemeinde, jenseits der Todeslinie lebt, wird sein Leib nachrücken. Ist uns aufgefallen, dass Auferstehung und Entrückung durch das machtvolle Wort Gottes (Befehls-Ruf) eingeleitet wird? Schon immer gehörte das Leben, Segen und Heil schaffende Wort zum Wirken Gottes. Kennen wir außer 1. Mose 1, 3. 26; 12, 1-3; Psalm 107, 20; Hesekiel 37, 3-10; Markus 1, 22-26. 4042; 1. Petrus 1, 23-25 und Epheser 5, 26 noch andere Bibelstellen? Das Wort Gottes ist unser Leben! Es schafft, was es sagt. Es ist Tat-Wort. Das gilt auch für diesen und jeden neuen Tag: Gottes Wort tröstet, stärkt, ermutigt, korrigiert, ermahnt, warnt, hilft zur (Unter)scheidung zwischen Geistlichem und Ungeistlichem, Göttlichem und Anti-Göttlichem (Hebr. 4, 12).

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MITTWOCH, 20. JUNI

1.THESSALONICHER 4,17; 1.KORINTHER 15,43

Nach der Auferstehung der »Toten in Christus« lenkt der Apostel unseren Blick auf uns, »die Lebenden, die übrig bleiben«: • Die Jesus-Gemeinde wird mit den auferstandenen Christen entrückt werden. In einem einzigen Vers fasst der Apostel mit göttlicher Autorität das größte Ereignis, das der Jesus-Gemeinde bevorsteht, zusammen. Wörtlich sagt Paulus, dass wir »hinweggerafft« werden – wie wenn man jemanden aus einer lebensbedrohlichen Situation mit einem einzigen Ruck herausreißt. (Vgl. Offb. 12, 4b. 5.) Der gesamte Vorgang ist sozusagen eine »Blitz-Aktion« Gottes, so schrieb es der Apostel an die Korinther: es geschieht »plötzlich, in einem Nu, in einem (wörtl.) winzig kleinen Augenblick«. Und er beeilt sich hinzuzufügen: »Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden;... Denn dieses Vergängliche muss Unvergänglichkeit anziehen und dieses Sterbliche Unsterblichkeit anziehen« (1. Kor. 15, 51-53). Welch ein Augenblick! Im Bruchteil einer Sekunde fällt alles Irdische von uns ab: Angst, Trauer, Krankheit, Hunger, Verfolgung, Sünde, Sorgen, Zweifel, Versuchungen, Stress, Arbeitslosigkeit, Arbeitsberge, Einsamkeit, Trägheit, Selbstsucht – einfach alles, alles, was uns verletzt, belastet und bedrängt. Im selben »Atemzug« erhalten wir einen neuen Körper, den Leib der Herrlichkeit. Christus wird »unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten zur Gleichgestalt mit seinem Leib der Herrlichkeit, nach der wirksamen Kraft, mit der er vermag, auch alle Dinge sich zu unterwerfen« (Phil.3,21). – Dieselbe Kraft, die wir zukünftig an unserem Körper erleben werden, hat uns Jesus, der Todesüberwinder, schon heute geschenkt (Eph. 1, 15ff). Sie darf im praktischen Alltag, in allem Bruchstückhaften, in Mutlosigkeit und Müdigkeit sichtbar werden: »Wenn ich dich anrufe, so erhörst du mich und gibst meiner Seele große Kraft« (Ps. 138, 3; lies Ps.27,1; Jes.40,28-31; Hab.3,18.19; Apg.1,8; Eph.3,14-21; Phil.3,10. 11; 2. Tim. 1, 7).

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DONNERSTAG, 21. JUNI

1. THESSALONICHER 4, 17; 1. MOSE 5, 24; HEBRÄER 11, 5

Nach der leiblichen Auferstehung der »Toten in Christus« und der leiblichen Verwandlung der Lebenden »in Christus« geht es mit einem plötzlichen und machtvollen »Ruck« aus der sichtbaren in die unsichtbare Welt. • Die Entrückung der Verwandelten geschieht »in Wolken«. Es geht natürlich nicht um irdische Wolkengebilde, sondern göttliche Umhüllung eines göttlichen Geschehens. (Vgl. 2.Mose 14,19.24; 24,16; 33,9.10; Matth.17,5; Apg. 1, 9.) Die auferstandene, verwandelte und verherrlichte Gemeinde wird den Blicken der Welt entzogen. • Die Gemeinde wird »in die Luft« entrückt, »dem Herrn entgegen«. Hier fällt als Erstes die herzliche und tiefe die Beziehung zwischen Jesus und den Seinen ins Gewicht. »Jesus kommt zunächst zu Seiner Gemeinde und erst einmal nur für sie. So innig ist die Liebe des Hauptes zu seinem Leib. Darum wird jetzt schon rein äußerlich die Erde ganz beiseite gelassen. Das hohe Fest der Vereinigung von Haupt und Leib soll völlig ungestört abseits der Welt vor sich gehen. Die ganze Wichtigkeit und Besonderheit der Vollendung der Gemeinde wird dadurch nachdrücklich unterstrichen« (W. de Boor). Zugleich bedeutet der »Treffpunkt Luft« Sieg des Herrn und seiner Gemeinde über Satan und alle Finsternismächte. Denn der Wirkungssitz des großen Feindes ist der Luftraum. Von dort erfüllt er die ganze Atmosphäre der Welt. Wir lesen dazu Epheser 2, 1. 2. Aber nun ist für die Jesus-Gemeinde der Kampf »mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel« gewonnen (Eph. 6, 12). Bis dahin brauchen wir nichts so sehr wie die »ganze Waffenrüstung Gottes« und die Liebe unseres Herrn: Epheser 6, 11-19; Römer 8, 38. 39; 1. Korinther 13, 1-8. 13.

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FREITAG, 22. JUNI

1.THESSALONICHER 4,17b.18; 2.PETRUS 3,18

Der »Treffpunkt« der Gemeinde mit ihrem Herrn »in der Luft« ist beachtenswert und bedeutsam. Doch viel wichtiger ist der erwartete Herr selbst. »Wir wissen aber: wenn es offenbar wird, werden wir ihm gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er ist« (1. Joh. 3, 2b). Dann werden wir uns mit unaussprechlicher Freude freuen. Dann gilt unumstößlich: • Wir sind endlich und für immer zu Hause! »Wir werden allezeit beim Herrn sein.« Der Apostel Paulus betont besonders die unauflösliche Zusammengehörigkeit von Christus als dem Haupt mit der Gemeinde als seinem Leib. Unsere herrliche und unaussprechliche Zukunft bei Jesus will schon jetzt viele Sonnenstrahlen in unserem Alltag aufleuchten lassen. Die Strahlen aus der Ewigkeit heilen, geben Orientierung und können kalte Herzen erwärmen und entbrennen. (Dazu Mal.3,20; Apg.18,25; Röm.12,11; 1.Joh.4,19.) Dann lassen wir auch unseren Bruder, unsere Schwester nicht in der kalten Zugluft der Unbarmherzigkeit stehen: »Da ihr eure Seelen durch den Gehorsam gegen die Wahrheit zur ungeheuchelten Bruderliebe gereinigt habt, so liebt einander, (wörtl.) innig und anhaltend, aus reinem Herzen« (1. Petr. 1, 22). Ob sich dann nicht ein Stückchen mehr erfüllen wird, worum Jesus seinen Vater so inständig bat? »Und die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, dass sie eins seien, wie wir eins sind,... damit die Welt erkenne, dass du mich gesandt und sie geliebt hast, wie du mich geliebt hast« (Joh. 17, 22. 23). Wir wollen uns heute ernsthaft fragen, wo wir unsere Gemeinschaft verletzen durch Parteilichkeit, Gleichgültigkeit, Bitterkeit, Unversöhnlichkeit, Aufdringlichkeit, falsche Zurückhaltung, Empfindlichkeit, Gerede. Niemand muss im Alten stecken bleiben. Dabei ist es wichtig, dass wir nicht nur um Vergebung bitten, sondern das Jesus gemäße Verhalten auch ausüben. Wir lesen betend: Römer 14,10; 1.Korinther 3,11-16; 4,5; 2.Korinther 5,10; 1.Thessalonicher 5, 23. 24.

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SAMSTAG, 23. JUNI

JOHANNES 16, 22. 23

2. Die Wiederkunft von Jesus Christus

Wie nah liegen hohe Freude und tiefer Ernst beieinander! Wenn wir das Heilsund Gerichtshandeln Gottes, wie es uns die Heilige Schrift offenbart, im Zusammenhang anschauen, schlägt einerseits das Herz der Erlösten höher, andererseits ergreifen uns Schrecken und Ehrfurcht. Ausgehend von 1. Thessalonicher 4, 17b lässt sich für die hinweggeraffte Jesus-Gemeinde festhalten: Sie wird sich vor Jesus verantworten müssen. Der Herr wird mit jedem einzelnen Jesus-Nachfolger Auge in Auge sein Leben durcharbeiten. Dann wird der HERR entscheiden, wie es um unsere Liebe und unseren Gehorsam bestellt war, »damit jeder seinen Lohn empfange für das, was er getan hat bei Lebzeiten, es sei gut oder böse« (2. Kor. 5, 10). Doch das andere gilt auch: Die Freude wird grenzenlos sein. Diese hohe Freude, verbunden mit tiefer, heiliger und ewiger Liebe, verdichtet sich in der »Hochzeit des Lammes«, die der Herr mit den Seinen feiern wird (Offb. 19, 7-9). Die hinweggeraffte Gemeinde ist der Welt entzogen. Nicht aber ist die Welt dem weiteren Handeln Gottes entzogen. Darüber spricht Jesus mit seinen Jüngern in Markus 13. Die Jünger hatten sich schon immer mit der Frage befasst, wann der Messias sein Friedensreich für sein Volk Israel auf der Erde aufrichten wird. Sie haben lange gebraucht, um zu verstehen, dass Jesus zuerst seine Herrschaft in Menschenherzen aufrichten will. Trotzdem bespricht Jesus auch Zukunftsfragen mit den Jüngern. Dabei beleuchtet der Herr lediglich die »Bergspitzen« zukünftigen Geschehens, die wie Orientierungspunkte aus dem Meer der Zeit herausragen. Er beabsichtigt aber nicht, seine Jünger mit einem Schreckens-Szenario zu schocken, sondern »eine praktische Haltung und Wirkung im Leben zu erzielen . . . Jesus will den Glauben an die Heilsabsichten Gottes und den Gehorsam gegen seinen Gnadenwillen stärken« (Th. Haarbeck). (Lies Mark. 11, 22; Joh. 14, 1. 27-29.)

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SONNTAG, 24. JUNI

MARKUS 13, 1-4; MATTHÄUS 23, 37-39

Für alle Aussagen über die »Letzten Dinge« gilt grundsätzlich, dass ihr Mittelpunkt Jesus Christus ist. Er wird sein begonnenes Heilswerk bei seiner Wiederkunft auf die Erde vollenden. An Jesus scheiden sich von jeher die Geister. An ihm kommt kein Mensch vorbei. • Die Weissagung vom Untergang des Tempels Zunächst fällt auf, dass sich der Herr ausgesprochen zurückhaltend im Blick auf das zukünftige Geschick Israels und der Welt äußert. Er ergreift nicht von sich aus die Initiative, sondern nimmt Impulse und Fragen der Jünger auf. Bemerkenswert ist auch, dass er nur in einem kleinen vertrauten Jüngerkreis spricht. Die Beleuchtung von »Endzeit-Fragen« sollen weder die Sensations- lust der Menschen erhärten noch im Zentrum der Jesus-Verkündigung stehen, sondern den auferstandenen Herrn ins Zentrum rücken. – Einer der Jünger ergreift, voller Bewunderung für die architektonische Schönheit und prachtvolle Ausstattung des Tempels, das Wort. »Die Begeisterung der Jünger zeigt, dass sie echte Juden sind und dass Jesus selbst eine Liebe zum Tempel besaß. Sonst hätten seine Jünger nicht so begeistert vom Tempel gesprochen« (G. Maier). Aber der Herr sieht tiefer, und er sieht weiter. Noch erschüttert über das geistliche Chaos an heiliger Stätte (Mark. 11, 17), schaute und verkündete er schmerzerfüllt den Untergang des Tempels. Die Zerstörung und Verwüstung von Gotteshäusern ist wirklich schlimm. Was aber, wenn die Herrlichkeit des Herrn, die Offenbarungsstätte seines Willens, das »Bethaus«, verlässt, weil sein Volk ihm die Ehre verweigert und im Ungehorsam verharrt? (Vgl. Hes.10, 18; 11, 22. 23; 1. Petr. 4, 17.) Wer Jesus, der so gern »die Sünder annimmt«, zurückstößt und ihn in trotziger Haltung verwirft, dem ist das Gericht Gottes gewiss (Matth. 23, 13. 27. 28. 33). Doch »jeder, der den Namen des Herrn anrufen wird, wird errettet werden« (Apg. 2, 21; vgl. 2, 22-24. 36-41. 46. 47).

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MONTAG, 25. JUNI

MARKUS 13,4-8; JESAJA 57,20.21; 59,7.8

Die Jünger damals glaubten, dass mit dem Untergang des Tempels, der übrigens schon 70 n. Chr. zerstört wurde, auch das Ende der Welt käme. Darum fragen die Jünger nach dem Zeitpunkt und dem »Zeichen, wann dies alles vollendet werden soll« (V. 4). Die Frage nach dem Datum beantwortet Jesus nicht, wohl aber die Frage nach dem Kennzeichen. Dabei fällt auf, dass der Herr »das Zeichen« als eine Verkettung vieler Zeichen voraussieht. Es ist wie bei einem Gewitter. Es bahnt sich an. Da braut sich etwas zusammen – unter Umständen sehr lange. • Die Weissagung von Verführung und Verfolgung Jesus warnt zuerst vor der Fälschung des Glaubens. Sowohl Anspruch als auch Erfolg der Irrlehrer und Verführer ist ungeheuerlich: In Aberkennung der Messianität des Sohnes Gottes verkündigen sie sich selbst als Heils- und Friedens-Vermittler (Joh.5,41-44; 8,24; vgl. Jes.43,10; 44,8). Und sie werden »viele irreführen«. (Vgl. Matth.18,6.7.) – Zum heillosen Durcheinander in den Köpfen und Herzen der Menschen kommen Terror, Kriege und Kriegsgeschrei im Äußeren. Eine Schreckensnachricht jagt die andere. Hungersnöte und Erdbeben verschärfen das Leid der Menschen. Der Herr weiß, dass unheilvolle Prozesse das Ende vorbereiten müssen (V.7). Es gehört zum Wesen der Sünde, die übrigens die gesamte Schöpfung in Mitleidenschaft zieht (Röm. 8, 20. 22), dass sie einem Ausreifungsprozess unterworfen ist, der mit dem Gerichturteil Gottes abgeschlossen wird. »...die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod« (Jak.1,15). So schrecklich Sünde ist, so geduldig wartet Gott auf die Umkehr des Sünders: »...er hat Geduld und will nicht, dass jemand verloren gehe, sondern dass jedermann zur Buße finde« (2.Petr.3,9; vgl. Hes.33,11; Ps. 95, 6-9; Hebr. 3, 13. 15; 4, 7). Der Rettungswille Gottes birgt den tiefsten Sinn für die Jünger-Existenz in dieser Welt.

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DIENSTAG, 26. JUNI

MARKUS 13, 9-23

Unsagbare Leiden wird auch die Jünger-Gemeinde treffen. Sie entzünden sich daran, dass sie nicht beeindruckenden Prophetien und Wundertaten des Bösen folgen (V.22; 2.Thess.2,9), sondern sich eng an Jesus Christus binden und ihm gehorsam sind. Darum werden große Strapazen, brutale Schmerzen nach Geist, Seele und Leib die Jünger-Gemeinde treffen bis hin zu tödlichem Verrat im engsten Familien-Kreis. »Gehasst von jedermann um meines Namens willen« (V. 13a). Es soll aber nicht so sein, dass der Jesus-Jünger »leide als ein Mörder oder Dieb oder Übeltäter oder als einer, der in ein fremdes Amt greift, (sondern) als ein Christ« (1. Petr. 4, 15). Doch der Herr lässt die Seinen, die um seinetwillen und um des Evangeliums willen leiden, nicht im Stich. Er selber ist ihr seelsorgerlicher Begleiter, der Hüter ihres Glaubens und ihre Sicherheit auf der Flucht, besonders dann, wenn der »Gräuel der Verwüstung« die schlimmste Phase der Bedrängnis (V. 19-23) einleitet. Betrachten wir nun den Rat und die Hilfe des Herrn! • Seelsorgerliche Anweisungen für Leidenszeiten Vers 9: »Ihr aber, seht euch vor!« Als Menschen des Gegensatzes achtet auf euch selbst. »Mehr als alles, was man sonst bewahrt, behüte dein Herz! Denn in ihm entspringt die Quelle des Lebens« (Spr. 4, 23). Achtet auf eure Gedanken und Worte (2.Kor.10,5; Jak.3,6). Und wenn ihr Schuld auf euch ladet, werdet nicht zornig über euch selbst, zermürbt euch nicht, sondern lebt von der Vergebung Gottes (1. Mose 45, 5; 50, 20). »Haltet nicht euch selbst für klug. Vergeltet niemandem Böses mit Bösem. Seid auf Gutes bedacht gegenüber jedermann. Ist's möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden. Rächt euch nicht selbst,... Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem« (Röm. 12, 16-19. 21).

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MITTWOCH, 27. JUNI

MARKUS 13, 10. 13-20

Die Glaubenden, die heftigste Verfolgungen erleiden, haben auch darauf zu achten, dass das Evangelium von Jesus Christus weltweit verkündigt werden muss. Darum stehen sie im Brennpunkt des Hasses. Hier gilt nun besonders: Vers 11: »Sorgt euch nicht schon im Voraus, was ihr reden sollt«, wenn sie euch zur Rechenschaft ziehen. Der Heilige Geist wird euch leiten. Sagt einfach, was Gott euch in den Mund legt. Dann redet Gottes Geist durch euch zu den Klägern. Und unter schärfstem Druck im eigenen Familienkreis geht es im Angesicht des Todes um das stille, standfeste Tragen der Not. Vers 13: Erduldet das Leiden. Steht fest, haltet stand, haltet durch, haltet euch zu mir – bis ans Ende – die Rettung ist euch gewiss! Sicher, niemand kann für sich selbst garantieren. Aber der Glaubende darf wissen, dass im Leiden der Heilige Geist, der ein »Geist der Herrlichkeit ist«, auf ihm ruht (1. Petr. 4, 16; vgl. Apg. 6, 8-15; 7, 54-56. 59. 60). – Angesichts schlimmster götzendienerischer Schandtaten (»Gräuel der Verwüstung«), die den heiligen Ort, den Tempel in Jerusalem, entweihen, geht es für die judäischen Bewohner um eine rasche Flucht (V. 14-18; vgl. Dan. 9, 27). Verse 14. 18: »Sie sollen fliehen« und beten. Die zu Tode Bedrängten sind keine Helden. Sie brauchen Schutz, vor allem Kinder, Mütter, Schwangere und andere Hilf- und Wehrlose. (Lies Ps. 9, 10-15; vgl. Matth. 2, 13. 14.) Die »Leid- Tragenden«, die in eine Bedrängnis ohnegleichen geraten werden (V. 19), sollen aber auch das Eingreifen Gottes erfahren. Er kann Leidenszeiten verkürzen (V. 20). Darauf dürfen sie vertrauen und ihm zugleich den Zeitpunkt überlassen. Gegenwart und Zukunft liegen in Gottes Hand (Ps. 31, 16). Auch jetzt noch gilt: »Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat« (Hebr. 10, 35; weiter bis V. 39).

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DONNERSTAG, 28. JUNI

MARKUS 13, 22-27; DANIEL 7, 13. 14

Die Jünger sollen lernen, dass die Verdichtung des Bösen mit dem antichristlichen Weltsystem in Zusammenhang steht. Die Verse 21 und 22 lassen im Vergleich zu Vers 6 eine deutliche Steigerung erkennen. Jesus spricht jetzt von Zeichen und Wunder wirkenden »falschen Christussen und Propheten«. Der Apostel Paulus spricht in 2. Thessalonicher 2, 1-4 vom »Menschen der Bosheit« und »Sohn des Verderbens«, und der Apostel Johannes bezeichnet diesen wörtlich als Antichristen (1. Joh. 2, 18. 22; 4, 3; 2. Joh. 7). In seinem Lehrgespräch mit den Jüngern rät der Herr: Vers 21: »Glaubt nicht« den irreführenden Stimmen! Wendet euch von ihnen ab. »Seht euch vor, ich habe euch alles vorhergesagt« (V.23). Gebt Acht auf die Stimme eures guten Hirten. Erinnert euch immer wieder an meine Worte, nehmt sie euch zu Herzen und beachtet sie. Denn »meine Schafe hören meine Stimme«. (Lies Joh.10,27-30.) Gerade im dunklen Tunnel der Zeit braucht ein Jesus-Jünger nichts so nötig wie die Schritt-für-Schritt-Beleuchtung der Wegstrecke durch das Licht des göttlichen Wortes (Ps.119,105) – bis der Herr selber die Nacht zerreißt und er persönlich »mit großer Macht und Herrlichkeit « kommt (V. 26) und »seine Füße an jenem Tag auf dem Ölberg stehen werden« (Sach. 14, 4). • Das Wiederkommen des Menschensohnes auf die Erde Das erste Kommen des Menschensohnes stellt uns Christus als Retter vor (Matth. 1, 21; Luk. 2, 11), das zweite Kommen hingegen als Richter (Matth. 25, 31-34. 41; Joh. 5, 21. 27; Jud. 1, 14. 15). Jesus malt den Jüngern seine Wiederkunft nicht aus, aber er hebt die allen Mächten und Machenschaften weit überlegene Macht des Menschensohnes hervor. – Wie klein denken wir manchmal von Jesus, wenn wir die ungeheuerlichen Nöte unserer Zeit und auch unsere eigenen vor Augen haben. Wagen wir es doch heute, IHN anschauend zu loben und anzubeten. Zur Stärkung: 1. Petrus 1, 3-9.

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FREITAG, 29. JUNI

MARKUS 13, 24-32; 1. KORINTHER 10, 13

Die Wiederkunft des Menschensohnes ist »ein Ereignis für den ganzen Kosmos. Himmel und Erde nehmen daran teil. Es gilt dem ganzen Erdkreis, und sein Erscheinen muss zugleich von allen wahrgenommen und erfahren werden « (F. Rienecker). Seine Ankunft erfolgt jetzt nicht in der Niedrigkeit seines ersten Kommens, sondern in unbeschreiblicher Würde, erhabener Größe und göttlicher Hoheit. Mit der Wiederkunft des Herrn verbindet sich zum einen die weltweite Sammlung »seiner Auserwählten« (Israel) und zum anderen das Wunder der nationalen Errettung des bußfertigen Volkes (Sach.12,10; Jes.66, 8; Röm. 11, 26. 27a). Jesus erwähnt im Kreis seiner Jünger nur die Sammlung Israels, um auf das seelsorgerlich wichtigere Thema nüchterner Wachsamkeit hinzuweisen. • Gebt Acht und wacht! Das Gleichnis vom Feigenbaum veranschaulicht die Nähe der Wiederkunft des Herrn. Wie der Sommer nahe ist, wenn der Feigenbaum »und alle Bäume« (Luk.21,29) anfangen zu grünen, so ist auch die Wiederkunft des Herrn nahe, wenn die Ereignisse, von denen Jesus soeben sprach, hereinbrechen. Hier bildet »der Gräuel der Verwüstung« (V. 14) das entscheidende Ereignis, das die große Bedrängnis einleitet (V. 19ff), nach der Christus dann in Herrlichkeit wiederkommt (V.24ff). Die Zeit zwischen dem Gräuel der Verwüstung und der Wiederkunft des Menschensohnes ist jedenfalls so kurz, dass »dieses Geschlecht (zur Zeit der Bedrängnis) nicht vergehen wird, bevor dies alles geschieht« (V. 30). Gott selber wird die Elenden durch alle Dunkelheiten und Schmerzen tragen, bis die Ankunft des Herrn die große Wende für sein Volk bringt. Mag alles vergehen, ja Himmel und Erde einstürzen, das lebendige Wort des Herrn kann nicht sterben. Es bleibt in Ewigkeit. »Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Reich zu geben« (Luk. 12, 32; lies Ps. 34, 16-20; 2. Petr. 2, 9; Offb. 2, 10; 3, 10).

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SAMSTAG, 30. JUNI

MARKUS 13,32-37; 1.THESSALONICHER 5,1-11

Kein Mensch kennt das Datum der Wiederkunft des Sohnes Gottes, auch nicht das Datum der Entrückung der Jesus-Gemeinde. Der Jesus-Nachfolger soll im Heute leben. Gestern ist vorbei, das Morgen ist noch nicht da, aber heute hilft der Herr. Heute will er mit uns reden, heute uns leiten und bewahren. Darum gebietet Jesus seinen Jüngern: »Wacht!« Dreimal in nur fünf Versen hebt er hervor »wacht« (V. 33. 35. 37). Was kann das für den Jesus-Nachfolger bedeuten? -Der wachsame Jünger ist der achtsame Jünger. Er achtet auf die »Zeichen der Zeit« und erkennt die Machenschaften des Bösen (2.Kor.2,11). Er befasst sich mit Gottes Wort, um die Signale nicht einfach zu übergehen, sondern zu bedenken, dass alles Leben ein Ziel hat. Der Achtsame rechnet damit, dass der Herr zu jeder Tages- und Nachtzeit kommen kann. -Der wachsame Jünger ist der behutsame Jünger. Er lebt sein Leben vom Ziel her. Da er um den Tag weiß, an dem er sich vor seinem Herrn verantworten muss, behütet er sein Herz: »So seht nun sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht als Unweise, sondern als Weise, und kauft die Zeit aus; denn es ist böse Zeit« (Eph. 5, 15. 16; dazu V. 14. 17-20; Röm. 13, 10-14). -Der wachsame Jünger ist der folgsame Jünger. Mögen wir auch von Erschütterung zu Erschütterung gehen, durch dunkle Täler der Traurigkeit wandern, in die Leidensspur um des Evangeliums willen geraten, wir gehen hinter DEM her, der uns schon vorangegangen ist. Der Kopf ist schon hindurch, der Körper rückt nach. Auf diesen Tag geht die Jesus-Gemeinde zu, und sie folgt ihrem Haupt schon heute Schritt für Schritt – demütig und gehorsam. Wir lesen dazu 1. Petrus 4, 7-14 und fragen betend: »Herr, welcher Gehorsamsschritt ist für mich dran?«

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