Donnerstag, 1.Juni

Markus 9,9-13

Jesus erteilte seinen drei Jüngern ein befristetes Schweigegebot. „Sie müssen schweigen, bis der Lauf des Menschensohnes vollendet ist. Erst dann werden sie ihn recht verkündigen können“ (J. Gnilka). Die Jünger kommen ins Grübeln. Sie können die Rede des Herrn von seiner Auferstehung nicht einordnen, kennen sie doch nur eine allgemeine Auferstehung der Toten am Ende der Zeit. Außerdem sollte nach jüdischer Erwartung vorher Elia wiederkommen, um alles wiederherzustellen. Nach Maleachi 3,23.24 geht es bei der Wiederherstellung um Buße und Versöhnung der Menschen. Jesus bestätigt die Erwartung; ergänzt aber, dass Elia schon gekommen sei und spielt dabei auf Johannes den Täufer an (siehe Luk.1,16.17). Doch das Leiden und Sterben des Sohnes Gottes wird durch die Tätigkeit des Täufers nicht überflüssig. „Wirkliche Wiederherstellung und Versöhnung mit Gott wird erst möglich, wenn Jesus den Leidensweg bis zum Kreuz gegangen ist. Wie Elia und Johannes der Täufer leiden mussten, so wird der Menschensohn leiden und verachtet werden. An ihm erfüllt sich, was die Schrift vorausgesagt hat“ (B. Winterhoff).

Die Jünger haben noch eine Weile gebraucht, um die Wiederherstellungsarbeit Gottes am Kreuz zu verstehen. Mit der Gabe des Heiligen Geistes wird sie möglich. Der Apostel Petrus geht ausführlich in seiner Pfingstpredigt darauf ein, dass Tod und Auferweckung des Jesus von Nazareth notwendig zum Heilsplan Gottes gehören. „Und es soll geschehen: wer den Namen des Herrn anrufen wird, der soll gerettet werden“ (Apg.2,21ff).

Heute wollen wir nicht zur Tagesordnung übergehen, ohne zu überlegen, ob unsere Beziehung zu Jesus Christus Erneuerung braucht und ob unsere Beziehungen untereinander einer Wiederherstellung bedürfen. Seelsorgerliche Hilfen dazu: Matthäus 6,9-15; 18,20-22; Kolosser 3,13.

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Freitag, 2.Juni

Markus 9,14-19; 6,7.12.13

Jesus und die drei Jünger haben ihren Abstieg vom Berg der Verklärung beendet. Am Fuß des Berges stießen sie auf die anderen Jünger und eine große Menschenmenge. Einige Schriftgelehrte hatten die zurückgebliebenen Jünger in ein Streitgespräch verwickelt, das sich offenbar an der geistlichen Unfähigkeit der Jünger entzündet hatte. Die Lage war deshalb so spannend, weil nach damaligem Verständnis der Abgesandte eines Menschen wie dieser selbst ist (siehe V.17: „meinen Sohn zu dir gebracht“). „Darum führte das Versagen der Jünger geradewegs zur Infragestellung der Glaubwürdigkeit von Jesus“ (A. Pohl).

Der Herr sieht, dass seine Jünger in der Diskussion mit den Schriftgelehrten die Unterlegenen sind. Darum fragte er seine Schüler nach dem Grund der Debatte. Doch sie schwiegen – frustriert oder verlegen über die fruchtlose Diskussion und die eigene Ohnmacht (V.28). Sie waren nicht immer so machtlos gewesen! Jetzt aber müssen sie sich von Jesus sagen lassen, dass sie unter die „ungläubige Generation“ zählen. Die Jünger haben zu lernen, dass Vollmacht kein geistlicher Besitz ist, sondern jeweils vom Glauben abhängig ist. Indem sie nun den von einem bösen Geist sprachlos gemachten Jungen zu Jesus bringen, tun sie das einzig Richtige und Vernünftige. Hier ist der wunderbare Helfer, der die gepeinigte Schöpfung dem Satan zu entreißen und wiederherzustellen vermag! „Denn dazu ist der Sohn Gottes erschienen, dass er die Werke des Teufels zerstöre“ (1.Joh.3,8b). Am Kreuz wird er der alten Schlange den Kopf zertreten und dann auch die dunkle Macht des Unglaubens aushebeln.

Wenn wir unter unserer Hilflosigkeit und fehlender geistlicher Vollmacht leiden, wollen wir nicht debattieren, sondern uns unter die mächtige Hand Gottes beugen und ihn demütig bitten: „Herr, stelle mich wieder her!“ (Lies Ps.51,12-14; 1.Petr.5,5b-9.)

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Samstag, 3.Juni

Markus 9,20-24; Hebräer 11,1.6

Vor Jesus, dem Sohn Gottes, kommt „sogleich“ ans Licht, dass hinter den epileptischen Symptomen (V.18.20) und der Taubstummheit (V.25) die dunkle Macht der Dämonie steht. Schon seit langem, „von Kindheit an“, hatte sie ihre Zerstörungswut an der wehrlosen Kreatur ausgelassen. Mit solch langjährigem Fall ist die Hoffnungslosigkeit offenkundig gemacht. Der verzweifelte Vater schreit seine Not, möchte man sagen, Jesus ins Gesicht: „Wenn du etwas kannst, so habe Erbarmen mit uns und hilf uns!“ – Darf man so mit Jesus umgehen? Der Herr lenkt korrigierend ein: „Was soll das heißen ‚Wenn ich kann’?“ Was soll das nach so vielen Taten, die ich getan habe, und von denen auch du gehört hast – anders wärst du wohl kaum zu mir gekommen?! Du hast mich nach meinem Können gefragt. Ich frage dich nach deinem Vertrauen, das ohne Wenn und Aber mit der Barmherzigkeit Gottes rechnet. „Dem Glaubenden ist alles möglich.“

Welch ein Wort! Welch eine Herausforderung, alles auf eine Karte zu setzen und sich mit allem, was noch im Herzen blockieren mag, in die offenen Arme Gottes zu werfen! Genau das tut der Vater. Das unbegreifliche Wort von Jesus hat ihn mit echtem Glauben beschenkt und der Mann greift „sogleich“ zu: „Ich glaube“, wohl wissend, dass er in sich selbst arm und beständig auf die Glaubenshilfe Gottes angewiesen bleibt. Nur so ist gewährleistet, dass der Glaube nicht eine Leistung des Menschen, nicht ein angesammeltes Guthaben, sondern ein Gottesgeschenk ist, das immer wieder neu ergriffen und gelebt werden will (vgl. Eph.2,8.9). Diese Verantwortung allerdings gilt es aktiv anzunehmen und zu vertrauen, dass bei Gott kein Ding unmöglich ist. (Lies 1.Mose 18,14; 4.Mose 11,23; Hiob 42,2; Jer.32,17.27; Matth.19,26.)

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PfingstSonntag, 4.Juni

Heute und morgen ist Pfingstjugendtreffen im Diakonissenmutterhaus Aidlingen. Etwa 6000 junge Leute (14-30 Jahre) treffen sich unter dem Thema Home@Heaven (Unser Zuhause ist der Himmel). Wir beten darum, dass Gottes Geist unsere Herzen berührt und heiligt.

Johannes 14,15-21

Als Jesus wusste, dass die Zeit seines Abschieds von seinen Jüngern nahe bevorstand, ermutigte er seine Freunde mit den Worten: „Erschreckt nicht, habt keine Angst! Vertraut auf Gott, und vertraut auch auf mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen, und ich gehe jetzt hin, um dort einen Platz für euch bereitzumachen. Sonst hätte ich euch doch nicht mit der Ankündigung beunruhigt, dass ich weggehe. Und wenn ich gegangen bin und euch den Platz bereitet habe, dann werde ich zurückkommen und euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin“ (Joh.14,1-3). Jesus spricht ganz nüchtern davon, dass er zum Vater zurückkehrt, bis er einmal wiederkommt. Was aber geschieht mit den Jüngern in dieser Zwischenzeit?

Jesus verheißt seinen Nachfolgern „einen anderen Beistand“, einen Fürsprecher, einen Helfer und Tröster – den Heiligen Geist. Von ihm sagt der Herr absolut verbindlich:

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PfingstMontag, 5.Juni

Johannes 14,22-27

Jesus hat seinen Jüngern ein großes Geheimnis anvertraut: Als er auf der Erde lebte, konnte der Herr immer nur an einem Ort sein. Wenn er aber beim Vater im Himmel ist, kann er durch den Heiligen Geist überall gleichzeitig sein. „Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden“ (Joh.16,7). Von ihm sagt der Herr weiter:

Gott hat uns ein dickes Buch anvertraut, sein gutes Wort, die Bibel. Sie ist das große Lebensbuch, das uns zeigt, wie wir in den Himmel kommen, und wie unser Leben zur Ehre Gottes gelingen kann. Denn die Heilige Schrift, „die von Gottes Geist eingegeben wurde, ist nützlich für die Unterweisung im Glauben, für die Zurechtweisung und Besserung der Irrenden, für die Erziehung zu einem Leben, das Gott gefällt“ (2.Tim.3,16). Der Heilige Geist hilft uns also, wenn wir die Bibel lesen, dass wir Gottes Wort immer besser verstehen und auf unser Leben anwenden können. Er leitet uns an, Gott und seinem Wort zu gehorchen.

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Dienstag, 6.Juni

Markus 9,24-29

Wie unvollkommen und angefochten unser Glaube auch sein mag, Jesus ist da. Es kommt nicht auf die Größe unseres Glaubens an, sondern auf die Größe Gottes. „Denn wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so könnt ihr sagen zu diesem Berge: Heb dich dorthin!, so wird er sich heben; und euch wird nichts unmöglich sein“ (Matth.17,20). Im Glauben gewinnen wir Anschluss an die Kraft des Sohnes Gottes. – Der Herr sieht den Funken Glauben. Er gebietet den Dämonen; denn er hat Macht über sie, und diese müssen dem Herrn gehorchen und den Jungen endgültig verlassen. Die starke Hand des Herrn Jesus Christus greift auch bei uns ein, selbst wenn „die meisten“ sagen: Da ist nichts mehr zu machen. Es ist alles aus. Ein hoffnungsloser Fall!

Ob die Jünger auch so dachten, nachdem sie sich vergeblich bemüht hatten? Jedenfalls wollen sie wissen, warum sie versagt haben. Sie müssen sich von Jesus sagen lassen: „Diese Art kann durch nichts ausfahren als durch Beten“ – spätere Überlieferung ergänzt „und durch Fasten“. Die Frage, die sich hier stellt, ist nicht die Frage nach der richtigen Methode, sondern viel tiefer: Die Frage nach unserem vollmächtigen Beten. Wirksames Gebet setzt sowohl eine innere Einstellung voraus – die völlige Abhängigkeit von Gott – als auch ein Handeln – das vertrauensvolle und demütig-inständige Bitten.

„Beten ist nicht Technik, sondern auf die Spitze getriebener Glaube. Glaube ist nie so sehr Glaube, als wenn er betet und sich völlig in den Armen Gottes wiederfindet. In der äußersten Not gilt nicht: Glaube plus dies oder das oder Gott plus andere Helfer. In diesem Plus wären gerade unsere geistlichen Zusammenbrüche vorgezeichnet“ (A. Pohl). Zur Vertiefung: Jakobus 5,13-18 und Hebräer 11,30 - 12,3.

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Mittwoch, 7.Juni

Markus 9,30-32

Wieder wird uns ins Bewusstsein gerufen, dass Jesus das Ziel seiner Sendung, Kreuz und Auferstehung, ins Auge gefasst hat. Sein Werk wäre vergeblich gewesen, wenn er nicht Menschen hinterlassen hätte, in denen seine Botschaft tief verankert gewesen wäre. Darum nimmt er sich Zeit, seine Jünger zu lehren und ihnen einzuprägen: „Der Menschensohn wird überantwortet werden in die Hände der Menschen, und sie werden ihn töten; und wenn er getötet ist, so wird er nach drei Tagen auferstehen.“ Aber die Jünger verstanden nicht. Das ist eine schwerwiegende Feststellung; denn hier handelte es sich um den Kern der Jesus-Lehre. Während sie bei anderen Gelegenheiten den Herrn immer wieder gefragt haben (z.B. Mark.4,10.34; 7,17; 9,11.28), heißt es nun: „Sie fürchteten sich, ihn zu fragen.“ Warum diese Furcht?

Die Jesus-Lehre passte absolut nicht in ihr Bild vom Messias und seinem Reich; und die Jünger hätten sogar Bibelstellen dafür nennen können, dass der Messias sein herrliches Reich aufrichten werde und sie selbst mit ihm regieren würden. Darum verhandeln sie wenig später miteinander, „wer der Größte sei“ (Mark.9,34). In einer falschen Erwartungshaltung können sie Jesus nicht verstehen; und so schweigen sie letztlich aus Angst vor der Wirklichkeit und Wahrheit, wie Jesus sie ihnen gezeigt hat. Stehen die Jünger nicht auch Modell für uns? Wir folgen Jesus nach, hören sein Wort, ergreifen und verstehen einen Teil seiner Botschaft, doch dann fürchten wir uns, das Übrige zu hören und anzunehmen. Wie gut, dass wir einen Herrn haben, „der gnädig und barmherzig, geduldig und von großer Güte“ ist! Seinem Wort wollen wir stillhalten und auch das hören, was uns nicht passt. (Lies Apg.7,51-54; 10,9-15; 17,2-4.10-12.32-34.)

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Donnerstag, 8.Juni

Markus 9,33-37

Auf dem Weg nach Kapernaum haben die Jünger untereinander die Frage nach ihrer Rangordnung besprochen. Sie geben dadurch zu erkennen, dass auch sie Kinder ihrer Zeit waren. Das Gerangel um die ersten Plätze durchzog in der Jesus-Zeit das gesamte gesellschaftliche Leben. „Bei jeder Gelegenheit, in der gottesdienstlichen Versammlung, bei der Rechtsverwaltung, beim gemeinsamen Mahl, in jedem Verkehr, entstand fortwährend die Frage, wer der Größte sei, und die Ausmessung der ihm gebührenden Ehre wird zu einem beständig betriebenen und als hochwichtig empfundenen Geschäft“ (A. Schlatter). Wir sollten uns allerdings die Kritik nicht zu leicht machen. Denn das Verlangen nach Geltung, Würde und Ehrung besitzt auch einen biblisch berechtigten Aspekt. Jesus selbst weist die Frage nach Bedeutung und Größe nicht einfach zurück, sondern bietet vielmehr wahre Größe an. Dabei geht der Herr folgende Schritte:

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Freitag, 9.Juni

Markus 9,38-40; 4.Mose 11,27.28

Diesmal ergreift nicht Simon Petrus, sondern Johannes das Wort. Er packt ein brisantes Thema an. Die Apostel hatten einen Mann getroffen, der im Namen von Jesus Dämonen austrieb, „und wir verboten’s ihm“. Zunächst halten wir fest, dass es grundsätzlich gut ist, wenn ein Jesus-Nachfolger hellwach ist für die Geistesströmungen seiner Zeit. Jahre später schrieb Johannes: „Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind! Denn viele falsche Propheten sind in die Welt hinausgegangen“ (1.Joh.4,1).

Aber in unserem Text handelte es sich ja um einen Menschen, der im Namen von Jesus böse Geister austrieb. Und der Herr selber lässt diesem Mann Freiraum für sein Wirken. Jesus erkennt und würdigt gediegenen Glauben auch außerhalb des Jüngerkreises (vgl. Matth.8,8-10; 15,22.28). Geistlich großzügig sein heißt Ehrfurcht haben vor den Möglichkeiten der Wahrheit Gottes. Die Jünger müssen sich sagen lassen:

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Samstag, 10.Juni

Markus 9,41-48

Wie sehr können kleine Trostzeichen einen Jesus-Jünger aufrichten und stärken (V.41)! Gott selbst achtet auf die Belohnung eines Gebers, der gezielt demjenigen wohl tut, der „Christus angehört“. Der Verheißung des Gotteslohns entspricht dagegen die Ankündigung der strengen Bestrafung des Verführers (V.42). Es wäre ein himmelschreiendes Unrecht, anstatt den „Kleinen im Glauben“ zu dienen, dem Abfall vom Glauben zu dienen.

Christen tragen Verantwortung füreinander. Daran erinnert der Apostel Paulus den jungen Gemeindeleiter Timotheus. „Sei allen Glaubenden ein Beispiel mit deinem Reden und Tun, deiner Liebe, deinem Glauben und deiner Reinheit“ (1.Tim.4,12). Abgesehen von Positionen und Aufgaben soll jeder Christ aufbauend wirken und den Kräften der Zerstörung eine klare Absage erteilen. Wie halten wir’s mit dem Praxistipp des Paulus in Philipper 3,8?

Jeder Jünger trägt auch Verantwortung für sich selbst (V.43-47). Der Kampf gegen die Verführung zur Sünde kann nicht in eigener Kraft gewonnen werden. Es geht Jesus nicht um eine asketische Selbstverstümmelung, sondern er spricht mit schockierenden Bild-Worten von der (sanften) Verführungsgewalt der Sünde, um deren schreckliches Ende, die furchtbare Wirklichkeit und nie endende Pein der Hölle, zu zeigen. In diesem Zusammenhang bedeutet das Bild vom „Wurm“ und „Feuer“ das zukünftige Gericht und die ewige Verlorenheit des Sünders. „Statt unsere Sünde zu entschuldigen oder abzuleugnen, sollen wir mit ihr zu Gott kommen. Seine Antwort lautet: Gnade. Keine billige, die einfach alles zudeckt. Aber eine Gnade, die uns das von Jesus vollbrachte Opfer teuer werden lässt, sodass wir uns von der Sünde abwenden, sie hassen und lassen lernen“ (W. Kegel). „Wer seine Sünde leugnet, dem wird’s nicht gelingen; wer sie aber bekennt und lässt, der wird Barmherzigkeit erlangen“ (Spr.28,13; lies Ps.32,1-5; 1.Joh.1,5 - 2,2.15-17).

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Sonntag, 11.Juni

Markus 9,49.50

Jesus beschließt die Jünger-Belehrung mit zwei Bild-Worten, die sich mit der Bestimmung des Nachfolgers befassen. In Vers 49 meint Feuer nicht mehr das zukünftige Gerichtsfeuer, sondern das Feuer der Anfechtung und Verfolgung, das wie Salz in einer Wunde ätzt und brennt. Vielleicht hat der Herr aber auch an die alttestamentlichen Opfervorschriften gedacht, die ein Salzen der Opfer vorsahen (3.Mose 2,13). Dann hätte Vers 49 die Bedeutung: Wie zu jeder Opfergabe das Salz gehört, so zu jedem von euch (Jüngern) das Feuer des Leidens, das euch reinigt und bewahrt. Welch ein Lernprozess! Den Jüngern mag angst und bange geworden sein. Doch sie haben im Aufsehen zu Jesus ihre Lektionen gelernt. So kann der Apostel Petrus am Ende seines Lebens die angegriffenen Christen ermutigen: „Ihr Lieben, lasst euch durch die Hitze nicht befremden, die euch widerfährt zu eurer Prüfung, als widerführe euch etwas Seltsames, sondern freut euch, dass ihr mit Christus leidet, damit ihr auch zur Zeit der Offenbarung seiner Herrlichkeit Freude und Wonne haben mögt“ (1.Petr.4,12.13). Zur weiteren Vertiefung: 1.Petrus 4,14-16; 1,3-9.

In Vers 50 wird das Bild-Wort noch einmal gewendet. Jetzt geht es nicht um die kultische, sondern häusliche Verwendung von Salz. Es hat würzende und erhaltende Kraft. „Das Salz ist gut.“ Dabei hatte Jesus ein Mischprodukt vor Augen, wie es damals im Toten Meer gewonnen wurde. Es war mit Stoffen versehen, die bei längerer Lagerung muffig wurden. Damit wurde das Salz unbrauchbar. Christen können ihren Auftrag verraten, wenn sie weltförmig statt jesusähnlich werden. Wörtlich sagte der Herr: „Habt Salz in euch selbst, und haltet Frieden untereinander!“ Das Leben in der Spur des Herrn Jesus Christus erfordert ein diszipliniertes, opferbereites und dem Frieden in der Gemeinde verpflichtetes Leben. (Vgl. Kol.4,6; 1.Thess.5,22-24.)

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Die Geschichte Davids – Am Hof des Königs (1.Samuel 18,1 - 20,42)

 

Im ersten Teil seiner Geschichte beschäftigten wir uns mit dem jungen David, der die Schafe seines Vaters hütete, von Samuel zum Dienst für Gott berufen wurde, eine Zeit lang dem König Saul mit seinem Saitenspiel wohl tat und sich schließlich dem Kampf mit Goliat stellte (1.Sam.16;17).

 

Montag, 12.Juni

1.Samuel 18,1-5

Nachdem Saul zunächst etwas geringschätzig auf David geblickt hatte (1.Sam.17,33), erkannte er jetzt in ihm einen talentierten Kämpfer, der dem König nützlich sein konnte: „Saul nahm ihn (David) an jenem Tag zu sich und ließ ihn nicht mehr in das Haus seines Vaters zurückkehren.“ Fortan war der Königshof Davids neuer Wohnsitz. Sein Hirtenleben gehörte der Vergangenheit an. Nun sollte er für den König kämpfen und siegen. Denn der Kampf mit den Philistern setzte sich fort. David stellte seine Tüchtigkeit unter Beweis und dass sein Sieg über Goliat keine Eintagsfliege war: „Wohin immer Saul ihn sandte, hatte David Erfolg.“ Saul war begeistert und setzte ihn als Befehlshaber über seine Kriegsleute.

Warum wird hier so viel über die militärische Karriere Davids berichtet? Wird nicht immer wieder Frieden gefordert und gegen Kriege protestiert? Wie konnte David ungestraft Philister umbringen und anschließend seine Triumphe feiern? Bedenken wir, dass Israel sich seit seinem Bestehen in einem Existenzkampf befand. Vernichtung dieses Volkes war bei seinen Feinden fest beschlossene Sache. Anstoß zu dieser Feindschaft bildete Israels unsichtbarer Gott. Die Kämpfe Israels im AT waren demnach Kämpfe gegen den Feind Gottes und seine „Legionen“. Wir sind heute kaum weniger (und doch ganz anders) in den Kampf gestellt. Gottes Gegenspieler ist auch unser Widersacher. Dieser hat höchstes Interesse daran, alle außer Gefecht zu setzen, die an Gott und seinen Sohn Jesus Christus glauben und ihm gehorchen (lies Matth.7,21-23). Unser Feind ist zwar ein besiegter Feind. Dennoch hat er noch so viel Spielraum, uns in Bedrängnis zu bringen, wie zur Bewährung unseres Glaubens nötig ist. (Lies Ps.3,1-4; 54,1-6; 1.Petr.5,8-11; 1,5-7.)

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Dienstag, 13.Juni

1.Samuel 18,1.3-9

„Und David war beliebt bei dem ganzen Volk und auch bei den Großen Sauls“ (V.5). Wie war es ihm nur gelungen, möglichen Neidern den Wind aus den Segeln zu nehmen? Seine steile Karriere wurde sogar von „den Großen Sauls“ akzeptiert. David hatte schon aus dem Sieg über Goliat kein Kapital geschlagen. Ebenso wenig benutzte er jetzt den Erfolg dazu, sich selbst hervorzuheben. Er blieb bescheiden und vertraute Gott. Dazu gewann er einen Freund: Jonatan. Als Königssohn hätte er Grund zur Eifersucht gehabt. Dagegen schenkte er David seine gesamte Kampfausrüstung. In uneigennütziger Zuneigung schlossen sie sich als Freunde zusammen. Gott sorgte schon jetzt dafür, dass David jemanden hatte, auf den er sich später in einer lebensgefährlichen Situation verlassen konnte. „Ein Freund liebt zu jeder Zeit, und als Bruder für die Not wird er geboren“ (Spr.17,17). – Davids Höhenweg fand bald sein Ende. Ein Lied löste den Sturz aus. Die Bevölkerung sang es, um die heimkehrenden Sieger fröhlich zu empfangen. Mit diesem Lied wurde David die größere Ehrung zuteil. König Saul war in den Augen des Volkes der Zweite. Der „kleine Hirte“ aus Bethlehem hatte ihn überholt, überflügelt. Folgerichtig dachte er: „Es fehlt ihm nur noch das Königtum. Und Saul sah neidisch auf David von jenem Tag an und hinfort.“ Seit dieser Zeit lebte David gefährlich. Saul verwandelte sich von einem großzügigen Gönner in einen unberechenbaren Feind. Denn der König bangte um seine Machtstellung. Er klammerte sich an seine Königswürde – die ihm Gott längst entzogen hatte (lies 1.Sam.15,10.11; 16,1). Seine anfängliche Liebe zu David schlug um in erbitterten Hass. Er wusste um die Wahrheit, weigerte sich aber, den Tatsachen ins Auge zu sehen. Lieber machte er David zum Sündenbock. (Lies Ps.56,1-14; 57,1-7.)

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Mittwoch, 14.Juni

1.Samuel 18,10-16; Psalm 118,6-9

David versuchte sein Leben in der Gegenwart des Königs so weiter zu führen wie bisher: Er spielte für Saul auf seiner Zither, damit dieser sich wieder beruhigte. Saul hatte sich schon lange von Gott abgewandt. Der Heilige Geist war von ihm gewichen und ein dämonischer Geist hatte Besitz von ihm ergriffen. Dann kam der Augenblick, in dem das Saitenspiel den König nicht mehr beruhigte. Er konnte es nicht ertragen und „rastete aus“.

David stand unter dem Segen Gottes, denn „der Herr war mit ihm“ (V.14). Dieser Segen bescherte ihm aber nicht ein ruhiges und stilles Leben voller Glück. Im Gegenteil. Der Segen Gottes reizte den Feind zum äußersten Widerstand. Er verzehrte sich in dem Bemühen, David zu liquidieren. Wäre ihm dies gelungen, hätte er dem Heilsplan Gottes einen tödlichen Stoß versetzt. Denn aus dem Geschlecht Davids sollte der menschlichen Linie nach der Messias kommen, der Retter Israels und der Welt. Wenn im Himmel auch schon feststand, dass Saul mit seiner Absicht, David zu töten, scheiterte, musste David, der dies nicht wusste, alle Tiefen durchschreiten, die Sauls Verfolgung ihm bescherte. Es ging nicht mehr um das Leben der Schafe seines Vaters, die er vor Löwen und Bären schützen musste. Sein eigenes Leben befand sich nun im Visier des Feindes. David konnte dem Spieß des Königs zweimal ausweichen und die Flucht ergreifen. Angst und Schrecken verwirrten ihn. Die Ursache dieses mörderischen Zorns von Saul erkannte er noch nicht. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel traf ihn der Gesinnungswandel seines Gönners. Wie sollte er damit umgehen? Seine Psalmen spiegeln es wieder, wie David diese Not „verarbeitete“: Psalm 10,14.15; 27,1-6.12-14; 28,6.7; 31,5.6.

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Donnerstag, 15.Juni

1.Samuel 18,12-21

Die Beziehung zwischen Saul und David war zerrüttet. Fassungslos nahm der König wahr, dass er seinen Feldherrn mit dem Spieß nicht hatte treffen können. Deshalb fürchtete er sich vor ihm. David wurde von einer Macht umhüllt, mit der Saul nicht fertig wurde: „... denn der Herr war mit David“ (V.12). Das brachte Saul nicht zur Besinnung und Umkehr. Er suchte das Problem auf andere Weise zu lösen: „Saul entfernte David aus seiner Umgebung.“ Ein Irrtum zu denken, dass man durch Ignoranz das Problem unter die Füße bekommen könne und zu sagen: Was man nicht sieht, das gibt es auch nicht! Ein Selbstbetrug, der in die Sackgasse führt! Saul ging noch weiter. Er sorgte für ein Gefälle in ihrer Beziehung, das eines deutlich machte: Ich bin unumstritten der König, und du stehst weit unter mir! Nach dem Sieg über Goliat hatte Saul David überalle seine Krieger gesetzt. Nun degradierte er ihn zum „Obersten über Tausend“. Er hätte David auch entlassen und fortschicken können. Aus zwei Gründen tat er das nicht: Er wollte David unter seiner Kontrolle behalten und er hoffte, dass eines Tages eine feindliche Waffe ihn tödlich treffen würde. Seine bösen Hoffnungen erfüllten sich nicht, wie wir in den Versen 14-16 lesen.

                Wenn der Feind auf dem einen Weg nicht zu seinem Ziel kommt, ändert er seine Taktik (dazu Matthäus 4,4-6). Er wandelt sich in einen Engel des Lichts und redet als einer, der nur das Beste für den andern im Auge hat (vgl. 2.Kor.11,14.15). Saul ließ nun verlauten, David zum Schwiegersohn haben zu wollen. Das hätte dieser eigentlich längst sein sollen. Saul hatte ja dem seine Tochter versprochen, der Goliat besiegen würde (17,25), aber sein Versprechen nicht gehalten. (Lies Ps.5,10; 55,22; 62,4.5.)

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Freitag, 16.Juni

1.Samuel 18,17-23

Saul, wieder bereit, Davids Gegenwart zu dulden, bot ihm seine älteste Tochter zur Frau an, allerdings unter einer viel sagenden Bedingung: „Sei mir nur ein tapferer Mann und führe die Kriege des Herrn.“ Sein Hintergedanke: „Meine Hand soll nicht gegen ihn sein, sondern die Hand der Philister ...“ David war auf der Hut. Vor Saul, das wusste er nun, musste er sich in Acht nehmen. Er ließ sich nicht durch das verlockende Angebot ködern, wie viele sich ködern lassen, wenn ihnen etwas Verheißungsvolles angeboten wird. Wir leben in einer Zeit verlockender Angebote, die viel versprechen und viele täuschen. Es ist Taktik des Widersachers, mit sanfter Gewalt den Menschen durch Verblendung in die falsche Richtung zu verleiten. Die Verführung ist die gefährlichste Versuchung. Verführung ist alles, was uns von Gott wegführt, sodass er zur Nebensache wird.

David erkannte die tödliche Falle. Er sollte als tapferer Krieger im Kampf gegen die Philister das Äußerste wagen und – wenn es nach Sauls Wünschen  ging – getötet werden. Das war der geforderte Brautpreis. David lehnt das Angebot ab, und die Tochter heiratet einen anderen (V.18.19). Saul hatte aber noch eine zweite Tochter, Michal. Sie liebte David. „Und Saul sagte: Ich will sie ihm geben, damit sie ihm zur Falle wird und die Hand der Philister gegen ihn ist“ (V.21). Über Dritte erfuhr David, dass der König noch immer den Wunsch habe, ihn als seinen Schwiegersohn zu sehen. Doch David lehnte ab: „Ich bin nur ein armer und geringer Mann.“ Das war keine Tiefstapelei. David war der Jüngste der Familie und mittellos. Er wollte nicht hoch hinaus. Das lag ihm fern. (Lies Ps.131,1.2; Röm.12,3.16; Phil.2,3.)

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Samstag, 17.Juni

1.Samuel 18,24-30

Der Widersacher lässt nicht locker. Das ist einer seiner Wesenszüge. Saul ignorierte die Absage Davids und nannte ihm stattdessen die „Heiratsgabe“, die er haben wollte (V.25). David tat die doppelte Arbeit und bezeugte damit, dass der rachsüchtige König keine Macht über sein Leben hat. Er wurde tatsächlich Sauls Schwiegersohn und heiratete dessen Tochter Michal. Seine Lage wurde dadurch nicht leichter. Der Widersacher verträgt keine Niederlagen. Diese stacheln ihn dazu auf, noch aggressiver sein dunkles Ziel zu verfolgen. Saul musste zähneknirschend erkennen, wie David ihm überlegen war, denn der Herr stand ihm zur Seite. Er nahm David in Schutz. „Er rettet mich vor meinem starken Feind und vor meinen Hassern, denn sie sind mächtiger als ich“ (Ps.18,18). Sauls Furcht vor David wuchs, ebenso seine Feindschaft (V.29). Die anstürmenden Philister kümmerten ihn nicht. Es war David, der die Feinde immer wieder zurückschlug und von Israel fern hielt (V.30). Hass macht blind und vernebelt den Verstand. Wider besseres Wissen legte Saul sich darauf fest, für David ein unversöhnlicher Feind zu sein und ihn gnadenlos zu verfolgen und zu vernichten.

 Hass und Eifersucht sind böse Mächte, die den, der sie in seinem Herzen hegt, zersetzen und auslaugen bis zum Zusammenbruch. Die Verfolgung der Christen durch alle Jahrhunderte lässt erkennen, wie die Unbesiegbarkeit der einen den Hass der anderen steigert. Mit welchem Aufwand haben totalitäre Systeme sich bemüht, den Glauben an Christus auszurotten! Die Einzelnen mussten ihr Leben lassen – und doch sind sie nicht die Verlierer, sondern die Sieger. Der Glaube an Christus lebt. Nicht einem Land ist es gelungen, die Flamme des Glaubens völlig auszulöschen, nicht weil die Christen solche Helden waren oder sind, sondern weil der Herr selbst die Flamme am Brennen hält. (Lies Apg.12,1-24.)

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Sonntag, 18.Juni

1.Samuel 19,1-7

Saul änderte wieder seine Taktik. Vergeblich hatte er versucht, David in eine Lage zu bringen, die ihn das Leben kostete, ohne dass Saul eine Hand rühren musste. Jetzt wollte er öffentlich aktiv werden. Seinem Sohn Jonatan und den Verantwortungsträgern verkündete er, David töten zu wollen. Wollte er damit ausloten, welche seiner Leute auf Davids Seite standen? Nur von Jonatan wird berichtet, dass er zu David hielt. Er warnte ihn: „Hüte dich und bleibe im Versteck sitzen.“ Der kämpferische David musste still halten und sich vor dem Übel verbergen. Das war augenblicklich das einzig Richtige. Ständig schwebte er in Lebensgefahr. Im Versteck hatte er viel Zeit zum Nachdenken – und beten, vielleicht so: „Herr, erhöre mein Gebet, merke auf mein Flehen ... Denn der Feind verfolgt meine Seele, tritt zu Boden mein Leben ... Mein Geist ermattet in mir, mein Herz ist erstarrt in meinem Innern ... Schnell, erhöre mich, Herr! Es verschmachtet mein Geist ...“ (aus Ps.143).

                Unterdessen trat Jonatan vor seinem Vater für David ein und sprach Gutes über ihn. Er wagte sogar, Saul davor zu warnen, sich an seinem Schwiegersohn zu versündigen. Denn „er hat sich nicht an dir versündigt, und seine Taten sind dir sehr nützlich“ (V.4.5). Jonatan wagte es, offen zu reden und Saul die Wahrheit zu sagen. Das Unfassbare geschieht: Der König hört auf seinen Sohn und schwört, David nicht zu töten. Es kommt zur Versöhnung und „David diente ihm wie früher“. Nachtragen kam für ihn nicht in Frage. Saul war für ihn der König, und er achtete ihn. Konnte jetzt ein neues Kapitel aufgeschlagen werden, in dem vom friedlichen Zusammenleben aller am Hof zu lesen sein würde? (Lies Röm.8,6; 12,18; Matth.5,9; Joh.16,33.)

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Montag, 19.Juni

1.Samuel 19,8-17

Durch die Vermittlung Jonatans kehrte am Königshof Sauls wieder der Friede ein. Da rührten sich die Philister. „Es kam wieder zum Krieg. David zog aus und kämpfte ...“ Die Feinde unterlagen und flohen. Saul spürte wieder den Stachel der Eifersucht und sah in David erneut den Konkurrenten, der sich den Königsthron erobern wollte. Die Szene wiederholte sich: Arglos spielte David für den König auf der Zither (Harfe), während Saul die neiderfüllten Gedanken überwältigten und er wieder zum Speer griff, um David zu töten. Dessen Sinne waren geschult, um eine herannahende Gefahr zu erkennen und rechtzeitig zu reagieren (V.10).

                „Seid nüchtern und wacht! Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann. Dem widersteht fest im Glauben“ (1.Petr.5,8.9). Die Mahnung des Petrus macht deutlich: Der Löwe kann nur den verschlingen, den er zu fassen kriegt, weil dieser nicht aufgepasst hat. (Lies Luk.21,36; Matth.26,41; Mark.13,33; Apg.20,30.31; 1.Thess.5,6-11.) In zweierlei Hinsicht müssen wir wachsam sein: in Bezug auf die drohende Verführung, dass sie uns nicht in einer schwachen Stunde überrascht, und in Bezug auf den Augenblick, in dem der Herr wiederkommt, dass wir bereit sind, ihm zu begegnen. Wachsamkeit und Nüchternheit ist das Gebot der Stunde. Wie David dem Frieden am Königshof nicht traute und sprungbereit blieb, der Waffe auszuweichen und die Flucht zu ergreifen, so ist es auch für uns gut, in „ruhigen Zeiten“ auf der Hut zu sein, dass der Böse uns nicht mit seinen Schlichen überrumpelt. Dazu Epheser 6,10-17. – David gelang die Flucht. Mit knapper Not erreichte er sein Haus – und saß in der Falle. Aber er konnte seinem Widersacher doch entkommen.

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Dienstag, 20.Juni

1.Samuel 19,9-17; 1.Mose 4,3-7

Manchmal braucht es bei einer Flucht vor dem Feind die Hilfe eines Dritten. Das eigene Haus war für David zum Gefängnis geworden, denn Saul ließ die Türen bewachen, um ihn am anderen Morgen zu töten. Michal wusste davon. Sie liebte David und war seine Frau. Aber Saul war ihr Vater. Zu wem sollte sie halten? Sie entschied sich für ihren Ehemann und drängte ihn, das Haus schnellstens durch das Fenster zu verlassen und weiter zu fliehen. David verschwand in der Nacht und Michal überlegte, was sie tun sollte, wenn am Morgen Sauls Knechte ihn holen wollten. Was sie tat, wird genau beschrieben: Verse 12-14. Dabei wird der Hausgötze sichtbar, ein Gegenstand, der in einem Haus Israels nicht zu finden sein sollte (2.Mose 20,1-3).

                Zunächst konnte Michal die Flucht Davids noch verbergen; aber dann flog das trügerische Spiel doch auf, und Saul stellte Michal zur Rede: „Warum hast du mich so betrogen und meinen Feind entfliehen lassen?“ Saul nennt David seinen Feind, als ob dieser den König bedroht hätte. Auch das ist ein Merkmal des Widersachers: Er beschuldigt den Unschuldigen, das zu sein oder getan zu haben, was er selber ist und tut. Saul fühlte sich bedroht, war es aber nicht. Allerdings sah er das sich erfüllen, was längst beschlossene Sache war: Sein Königtum wich von ihm. Mit allen Mitteln wollte er gegen Gottes Beschluss rebellieren und die Erfüllung verhindern. Er machte seinem Schwiegersohn das Leben schwer und fand selbst zu keiner Ruhe. In seinen Augen war David die Ursache seines Unglücks. Alle Energie konzentrierte Saul darauf, seiner habhaft zu werden und sich an ihm zu rächen. (Lies 1.Mose 6,5; Pred.9,3; Jer.17,9; Matth.15,19; Röm.7,18; 1.Kor.6,11.)

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Mittwoch, 21.Juni

1.Samuel 19,17-24

Michal wagte es nicht, sich zu David zu bekennen, sondern zog mit einer „kleinen“ Lüge ihren Kopf aus der Schlinge und wahrte den Schein der Königstreue. David hetzte durch die Nacht und suchte eine Zuflucht. Er fand sie in Rama bei dem alten Samuel und seinen Prophetenschülern. Letzte und tiefste Geborgenheit aber fand David bei seinem Gott: „Denn du bist meine Zuversicht, ein starker Turm vor meinen Feinden“ (Ps.61,4). „Der Engel des Herrn lagert sich um die her, die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus“ (Ps.34,8).Wenn Gottes Heerscharen schützen, haben sie ihre eigenen Methoden, Mittel und Wege, die der menschliche Geist nicht schauen kann.

                Saul hatte in dieser Gegend seine Spitzel, die ihm bald mitteilten, wo der Flüchtige sich aufhielt. Rama war von Gibea, dem Wohnsitz Sauls, vier Kilometer entfernt. Die Schergen des Königs kamen bald angerückt, um David zu verhaften. Aber dazu kam es nicht. „Als sie aber die Schar der Propheten, die weissagten, sahen, und Samuel dabeistehen, wie er sie leitete, kam der Geist Gottes über die Boten Sauls, und auch sie weissagten.“ So wurden sie außer Gefecht gesetzt und bekamen David gar nicht zu Gesicht. Saul wartete vergeblich auf seine Boten. Der zweiten und dritten Mannschaft, die er nach Rama schickte, erging es nicht anders. Alle blieben sie in der Mauer des Geistes Gottes hängen. Sie mussten Gott loben und preisen und sich über ihn freuen – ob sie wollten oder nicht. Der königliche Auftrag war vergessen. David saß in seiner unsichtbaren Schutzburg und blieb unbehelligt. (Vgl. 2.Kön.6,14-19; lies Ps.18,1-3; 31,3.4; 71,3.)

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Donnerstag, 22.Juni

1.Samuel 19,24; 20,1-11

Nachdem er vergeblich auf die Rückkehr seiner Boten gewartet hatte, machte der König sich selbst auf den Weg, fest entschlossen, dieses „Bollwerk“ zu durchbrechen, das den Weg zu David versperrte. Er konnte bis zu Samuel hindurchdringen, aber nichts ausrichten. Er lag 24 Stunden im Unterkleid vor diesem auf dem Boden, unfähig, gegen irgendjemand die Hand zu erheben. So band der Geist Gottes den Verfolgern die Hände und schützte den Mann vor dem Zugriff der Feinde, der später mit seiner Treue zu Gott zum Maßstab der Beurteilung aller Könige Israels und Judas wurde. An David wurden sie gemessen und vor Gott für gut oder schlecht befunden (z.B. 2.Kön.18,1-3; 22,1.2).

Die „Aktion“ des Geistes Gottes in Rama ist als himmlischer Eingriff in höchster Not zu sehen und nicht als Dauerzustand. David lebte in einer gefallenen Welt – wie wir heute auch – und nicht im Himmel, auch wenn er der Erwählte Gottes war. Gott ließ ihn nie im Stich, räumte ihm aber auch nicht alle Steine aus dem Weg. Es blieb sein hartes Los, Saul bis zu dessen Ende zum Feind zu haben. Gerade weil David der Geliebte Gottes war, gestaltete sich sein Leben als harte Schule. (Lies Ps.94,17; 118,13.14.18; 138,7.) In Rama konnte er nicht länger bleiben ohne den Ort der Gefahr auszusetzen, von den Soldaten Sauls heimgesucht zu werden. Wieder musste David fliehen und nahm Kontakt mit Jonatan auf (Kap.20,1). In dieser Begegnung wird deutlich, wie sehr David vom Verhalten Sauls vor den Kopf geschlagen war: „Was habe ich getan? Was ist meine Schuld, und was ist mein Vergehen gegen deinen Vater, dass er mir nach dem Leben trachtet?“ (Lies Ps.140,13; 35,22-24.)

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Freitag, 23.Juni

1.Samuel 20,1-11

„Nur ein Schritt ist zwischen mir und dem Tod.“ (Vgl. 2.Kor.1,9.10.) So sieht David seine Lage an und hat Recht damit, auch wenn er den wahren Grund für Sauls Verhalten nicht erkannte. David lebte also nicht mit dem Hintergedanken: Ich werde einmal Saul auf seinem Thron ablösen. Er hatte nichts weiter im Sinn, als treu im Dienst des Königs zu stehen. Jonatan wollte es nicht recht glauben, dass David in Lebensgefahr war. Sein Vater tue doch nichts, ohne es vorher seinem Sohn mitzuteilen (vgl. Kap.19,1). Jonatan war der festen Überzeugung, dass Saul seinen bösen Plan gegenüber David aufgegeben hatte (19,6.7). David weist seinen Freund auf den Schwachpunkt in seiner Argumentation hin (V.3) und will lieber auf „Nummer sicher“ gehen und erfahren, wie der König wirklich zu ihm steht. Jonatan sollte es erkunden (V.5-7). Unterdessen würde David sich versteckt halten und auf das vereinbarte Zeichen warten (V.18-23).              

Zwei Tage vergingen, bevor David die Antwort erhielt. Zwei Tage voller Spannung und innerer Unruhe, zwischen Hoffen und Bangen. Wie würde sein Leben weitergehen? Konnte es sein, dass ein Mann über sein Schicksal bestimmte? „Wälze auf den Herrn deinen Weg und vertraue auf ihn, so wird er handeln“ (Ps.37,5).  – Musste David alles loslassen, alle Sicherheiten und Vertrautheiten, und in eine ungewisse Zukunft aufbrechen? „Nur auf Gott vertraut still meine Seele, denn von ihm kommt meine Hoffnung“ (Ps.62,2; lies Micha 7,7; Jes.64,7; Klagel.3,26; 2.Tim.4,16.17). – Jonatan hatte einen schweren Gang vor sich. Er war nicht irgendein Untertan Sauls, sondern dessen Sohn und der Kronprinz. Als solcher hätte er David an den König ausliefern müssen. War es nicht Gottes Fügung, dass David gerade ihn zum Freund gewann? (Vgl. Spr.18,24; 27,10a.)

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Samstag, 24.Juni

1.Samuel 20,12-42

David hatte genau den Freund und Helfer, den er jetzt brauchte. Und Jonatan ging es darum, David kraft seiner Stellung zu helfen, ohne auf sich selbst Rücksicht zu nehmen. David konnte Jonatan nichts vergelten, denn er besaß nichts. Als Jonatan ihm seine Kampfausrüstung übergab (18,4), ließ David sich beschenken. – Es ist eine Kunst, sich beschenken zu lassen, ohne gleich an Vergeltung zu denken. Das kann man nur, wenn man dem Schenkenden vertraut. Da weiß man: Er hat gegeben, weil er liebt. Er braucht keine Entschädigung. So ähnlich verhält es sich auch zwischen unserem Herrn Jesus Christus und seinen Nachfolgern. Was er uns geschenkt hat, können wir niemals „zurückzahlen“, und müssen es auch nicht. Wir nehmen sein Geschenk an, das uns Leben und Frieden gibt, Vergebung unserer Schuld und ewige Gemeinschaft mit Gott, und danken ihm dafür. Wem kommt es da in den Sinn zu denken, er könne sich revanchieren? (Lies Röm.3,24; 5,8-10; 8,32; Tit.3,7.)

                David litt nicht an einem falschen Stolz, der sagt: Ich komme schon allein zurecht, ich brauche keine Hilfe und bin auf niemanden angewiesen. Er hatte Hilfe bitter nötig. Er wusste darum und erfuhr, dass Gott „viel tausend Weisen“ hatte, seinen „Kronprinzen“ durchzubringen. – Bevor Jonatan ging, um die Lage zu erforschen, bat er David, mit ihm noch einen Bund zu schließen, der festlegte, dass weder David noch seine Nachkommen die Sippe Jonatans verfolgen würde. Offensichtlich ging er davon aus, dass David eines Tages den Sieg über Saul erringen und zu Macht und Herrschaft kommen würde. (Lies 1.Sam 23,16-18.) In einem solchen Fall war es üblich, alle Gegner zu vernichten. David würde es auf Grund dieses Bundes nicht tun. Dazu hatte Jonatan Davids Herrschaft schon jetzt indirekt anerkannt.

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Sonntag, 25.Juni

1.Samuel 20,24-42; Sprüche 27,4

„Als es Neumond wurde, setzte sich der König an den Tisch, um zu essen.“ An diesem Tag wurde der Beginn des neuen Monats gefeiert. Alle, von denen Saul wollte, dass sie an seinem Tisch aßen, waren verpflichtet zu erscheinen – auch der Schwiegersohn des Königs. Davids Platz aber blieb leer. An der Reaktion Sauls wollte Jonatan erkennen, ob es bei ihm fest beschlossen war, David zu töten. Saul sagte zunächst nichts. Am zweiten Abend aber, zum Ausgang des Feiertages, fehlte David noch immer. Saul stellte die entscheidende Frage. Jonatan gab die mit David vereinbarte Erklärung (V.27-29). Sauls Reaktion ist eindeutig: David kann nicht bleiben. Der König beschimpfte seinen eigenen Sohn. Wollte dieser denn nicht erkennen, dass David auch ihm den Thron rauben würde? „Denn all die Tage, die der Sohn Isais auf Erden lebt, wirst weder du noch deine Königsherrschaft Bestand haben“ (V.31).

                Die Königsherrschaft! Saul wollte sie für sich und seinen Sohn festhalten. Deshalb sollte David sterben. Ein toter David wäre das Ende für den messianischen Heilsplan (vgl. 1.Mose 49,10; 2.Sam.7,12-16; Matth.2,7.8.16). Der Herr des Himmels und der Erde aber stärkte Jonatan den Rücken, dass dieser für David eintrat und dem finsteren Wunsch seines Vaters widerstehen konnte (V.31b-34). Saul scheute sich nicht, auch auf seinen Sohn den Speer zu schleudern. Jonatan musste erkennen, dass sein Vater nicht mehr zu besänftigen war. Mit einem Pfeilschuss gab er David das vereinbarte Zeichen, dass dieser fliehen musste (V.35-40). Aus dem einst so beliebten und erfolgreichen Befehlshaber im Heer war ein einsamer Flüchtling geworden, der nicht wusste, wo er morgen sein würde. (Lies Hiob 36,7; Ps.25,16-20; 40,18; 70,6; 102,7.8.18.)

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Montag, 26.Juni

1.Samuel 20,41.42

Nun hieß es Abschied nehmen. Einander loslassen. Den anderen freigeben. Jonatans und Davids Wege mussten sich trennen, obwohl sie viel lieber zusammengeblieben wären. Es fällt auf, dass David, als er aus seinem Versteck trat, sich dreimal vor Jonatan niederbeugt. Waren sie nicht Freunde? Ja, aber keine Kumpel. Jonatan war der Kronprinz und David der Untergebene. Die Freundschaft verwischte nicht diesen Standesunterschied. David gab damit auch zu verstehen, dass er seinen Freund als Königssohn achtete und nicht nach der Krone greifen wollte. Der Abschied war nicht nur herzlich; er war herzzerreißend. Jonatan musste bei seinem ungehaltenen Vater bleiben und von David getrennt sein. So wollte Gott es jetzt offenbar haben (V.22b). Wer wollte das begreifen? David kam in solche Bedrängnisse, dass er sich nur noch an Gott festklammern konnte. Auf sich selbst gestellt wäre er bald am Ende gewesen. (Lies Ps.35,1-3; 38,9-16; 59,1-5.)

                Jonatan spricht das Schlusswort in diesem Abschied: „Geh in Frieden!“ – In Frieden? In dieser Situation voller Gefahren und Ungewissheit? Gerade dann ist es wichtig, zu diesem Frieden zu kommen. Er stammt nicht aus den eigenen Reserven. Es ist der himmlische Frieden, wie man ihn mitten im Sturm erleben kann, weil der Herr nahe ist. – „Der Herr sei zwischen mir und dir in dem, was wir miteinander gesprochen haben.“ Das Verhältnis zwischen den Freunden war rein. Sie hatten den Herrn zwischen sich gestellt. Er war Zeuge ihrer Treue und Aufrichtigkeit. Diese würden auch noch zwischen ihren Nachkommen herrschen. Ein Segen, der über das Persönliche hinaus auch die folgende Generation berühren wird.

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Was uns die Alten sagten – Schätze des Glaubens für Leute von heute

 

Im Jahr 1942 veröffentlichte Christa von Viebahn, die Gründerin des Diakonissenmutterhauses Aidlingen, einige Tagesabschnitte zum Thema Wahre Weisheit. Diese bieten wir, dem heutigen Sprachgebrauch behutsam angeglichen und mit neuer Rechtschreibung, den Lesern von Zeit mit Gott an.   

Dienstag, 27.Juni

Sprüche 1,5; 8,32-35

„Der Weise versteht zu hören und nimmt an Erkenntnis zu.“ Er spricht: „Hören will ich, was Gott, was der Herr reden wird; gewiss wird er Frieden ansagen seinem Volk und seinen Frommen; doch sollen sie nicht zur Torheit zurückkehren“ (Ps.85,9).

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Mittwoch, 28.Juni

Sprüche 9,8b; 13,18

Der Weise nimmt gern einen Tadel an und stellt sich darunter. „Rüge den Weisen, und er wird dich lieben!“ „Ein goldener Ohrring und ein Halsschmuck von feinem Gold, so ist ein weiser Tadler für ein aufmerksames Ohr“ (Spr.25,12). König David ruft aus: „Der Gerechte … weise mich zurecht; das wird mir wohltun wie Balsam auf dem Haupte. Mein Haupt wird sich dagegen nicht wehren“ (Ps.141,5). Sehr bedeutsam ist auch das Wort: „Wer einen Menschen zurechtweist, wird schließlich mehr Dank ernten, als wer mit glatter Zunge schmeichelt“ (Spr.28,23). Hierfür bietet die Geschichte König Davids ein wertvolles Beispiel. Er war tief in Sünde gefallen, und er hatte ein schweres Unrecht getan. Da sandte der Herr den Propheten Nathan, der den König durch ein Gleichnis zur Schulderkenntnis bringen wollte. Doch David war zunächst sehr kurzsichtig und urteilte schroff über den Mann, von welchem Nathan berichtet hatte. (Lies 2.Sam.11,1-27; 12,1-6.) Nun musste der Prophet mit erschütterndem Ernst in der Kraft des Herrn den König ins Herz treffen: „Du bist der Mann!“ Zitternd beugte David sich in tiefer Reue und Buße: „Ich habe mich schwer gegen den Herrn versündigt.“ Auf diese tiefe Buße hin durfte Nathan dem König versichern: „Der Herr hat deine Sünde hinweggetan, du wirst nicht sterben.“ (Lies 2.Sam.12,7-23). Wie dankbar der König den Propheten schätzte, der ihn so ernst zurechtgewiesen hatte, merken wir daran: Als Gott dem König einen Sohn schenkte, macht er den Propheten zum Erzieher dieses Kindes (2.Sam.12,25). Dieser Tatsache ist es zu verdanken, dass Salomo ein gottesfürchtiger, weiser und reich gesegneter Herrscher wurde. (Vgl. 1.Kön.3,5-15; 5,9-14.26; 6,1-3.21-35.) Ist es nicht eine große Gnade, wenn ein Kind Gottes in Wahrheit jede Zurechtweisung dankbar annimmt?

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Donnerstag, 29.Juni

3.Mose 19,17

Die Heilige Schrift sagt: Wenn du etwas gegen deinen Bruder oder deine Schwester hast, dann trage deinen Groll nicht mit dir herum. Rede offen mit ihnen darüber, sonst machst du dich schuldig. Einmal rief der Herr seinem Volk zu: „Lass dich zurechtweisen, Jerusalem, damit meine Seele sich nicht von dir losreißt, damit ich dich nicht zur Wüste mache, zu einem unbewohnten Land!“ (Jer.6,8; lies Ps.94,12; Spr.4,10-13). Gott sieht es als eine deutliche Pflicht der Liebe an, dass wir einander auf dem Weg der Reinigung und Heiligung helfen, indem wir wahrhaftig und freundlich Klartext miteinander sprechen.

Wie verhängnisvoll es sich auswirkt, wenn man eine klärende Zurechtweisung ablehnt, das sehen wir an König Asa. Lange hatte das Volk unter seiner segensreichen Regierung Wohlstand und Frieden genossen. Doch als der Nachbarkönig Bascha Krieg mit ihm begann, da gab er die kostbaren Schätze des Hauses Gottes her, um sich den Beistand des syrischen Königs zu verschaffen, anstatt wie bisher sein Vertrauen ausschließlich auf seinen herrlichen Gott zu setzen. (Lies 2.Chron.16,1-6.) Gott sandte dann den Propheten Hanani zu ihm, um ihn zu korrigieren. Er suchte ihm Mut zu machen mit dem herrlichen Wort: „Die Augen des Herrn durchsuchen die ganze Welt, damit er sich mächtig erweise an denen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist.“ Doch König Asa wurde wütend auf Hanani und warf den Propheten ins Gefängnis. Von jetzt an wurde der König gewalttätig und ungerecht gegen manche seiner Untertanen. Schließlich bekam er noch eine schlimme Krankheit an den Füßen; aber „auch in seiner Krankheit suchte er nicht den Herrn, sondern die Ärzte“. Wie traurig war das Ende seiner Laufbahn, nachdem er doch einen Anfang mit Gott gemacht hatte! (Lies 2.Chron.16,7-14.)

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Freitag, 30.Juni

Sprüche 27,5.6

Ein schönes Beispiel zum Thema Der Weise lässt sich zurechtweisen gibt uns der Apostel Petrus. Er hatte einmal einen kräftigen Tadel verdient, und der Apostel Paulus erteilte ihm diesen. Petrus hat die ernste Rüge und Zurechtweisung still und dankbar angenommen und seinem Freund nichts nachgetragen. Während seines Besuches in Antiochia kamen einige der Gesetzes-Leute aus Jerusalem. Deshalb trennte Petrus sich vom Tisch der Heidenchristen aus Furcht vor diesen Leuten. In ihrer Gegenwart hatte er nicht länger den Mut, von seiner Freiheit in Christus Gebrauch zu machen. So ließ er einen Extratisch decken und solche Speisen auftragen, wie sie den alten Gesetzesvorschriften entsprachen. Die längst beiseite gelegten alt-israelitischen Speiseordnungen standen also plötzlich wieder auf (vgl. Apg.10,11-16). Der starke Einfluss eines so hoch gestellten Apostels wie Petrus veranlasste nun auch die übrigen aus Israel stammenden Christen, sich ihm anzuschließen. Auch sie verließen den allgemeinen Tisch und nahmen mit Petrus Platz am jüdischen Tisch. Da kam Paulus herein. Was erblickte er? Da gab es plötzlich zweierlei Tische – einen, an welchem man wie immer die freie Kost der Nichtisraeliten hatte, und erstaunlicherweise einen, an welchem nun plötzlich nach der alten Speiseordnung gegessen wurde. Und Petrus saß am jüdischen Tisch! Mit einem Blick überschaute der Apostel Paulus die ganze Lage. Petrus hätte unbedingt ein solches Auseinandergehen verhüten müssen. Er trug hier die größte Verantwortung als Apostel des Herrn. So wandte sich Paulus vor allen Anwesenden unmittelbar an ihn und stellte ihn scharf zur Rede. (Vgl. Luk.17,3; Tit.1,13; Gal.2,11ff.) Hast du auf einen berechtigten Tadel ein volles Ja? „Wer auf hilfreichen Tadel hört, gehört zu den Weisen. Wer Zurechtweisung verwirft, wirft sein Leben fort. Wer sich korrigieren lässt, kommt zu tieferer Einsicht“ (Spr.15,31.32; lies Jak.3,13-17).

zur Verfügung gestellt von: bibel.com der Homepage von Christen für Christen.

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