MITTWOCH, 1. JUNI

2. KORINTHER 3, 6; LUKAS 10, 25-28

Nach dem Vergleich von »steinern« und »fleischern« wählt Paulus hier die Gegenüberstellung Buchstabe und Geist. Warum »tötet« der Buchstabe? »Wir sind gewöhnt, vom toten Buchstaben zu sprechen und pflegen damit unsere Abneigung gegen alles starre Formelwesen auszudrücken. Daran denkt Paulus hier nicht. Der Buchstabe, von dem er redet, das schriftlich niedergelegte Gesetz Gottes, das sein gebietendes Wort enthält, ist alles andere als unwirksam und in diesem Sinne tot. Es bewirkt vielmehr selbst den Tod, indem es den Menschen, der dem heiligen Willen Gottes zuwiderhandelt, unter sein gerechtes Gericht stellt, das den Übertreter in dem zeitlichen Tode mit dem ewigen Tode bedroht. Der Zorn Gottes trennt den Sünder von Gott und damit von der Quelle allen Lebens« (O. Schmitz). Und doch können wir dankbar sein, dass Gott den Menschen unmissverständlich mitteilt, nach welchen Maßstäben er sie beurteilen und richten wird. Wir müssen nicht im Unklaren leben, sondern sind informiert (Micha 6, 8). Als das indonesische Inselvolk Taliabo zum ersten Mal von Gottes Geboten hörte, war es zutiefst erschrocken. »Wir haben ein Problem«, sagten sie dem Missionar. »Wir wussten nicht, dass es bei Gott nicht erlaubt ist, einen anderen Menschen zu töten. Wir haben einen Mann umgebracht. Aber nun werden wir uns immer nach Gottes Anweisungen richten.« Wenige Wochen später sprachen sie nochmals beim Missionar vor. »Wir haben ein Problem. Wir wissen nun Gottes Willen, aber wir tun ihn trotzdem nicht!« Sie waren in ihrem aufrichtigen Bemühen, Gottes Wort zu tun, gescheitert. Sie standen an jenem Punkt, zu dem Gottes Gebot unweigerlich führt. (Vgl. Röm. 7, 23-25; 8, 3. 4.) Wir müssen erkennen: Kein Mensch kann den Willen Gottes tun ohne die Hilfe Gottes. Hier setzt der lebendige Geist des Neuen Bundes an. Er verändert und schenkt die Kraft, als Jesus- Menschen zu handeln (Phil. 2, 13; Röm. 8, 1. 2. 13).

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DONNERSTAG, 2. JUNI

2. KORINTHER 3, 7. 8; 2.MOSE 34, 29-35

Woran denkt Paulus, wenn er von der »Herrlichkeit« des Alten sowie des Neuen Bundes spricht? Derselbe Begriff wird von Martin Luther mitunter auch mit »Klarheit« (Luk. 2, 9), »Ehre« (Joh. 5, 44) und »Ruhm« (Röm. 3, 23) übersetzt. »Herrlichkeit« ist ein Ausdruck für Gottes einzigartiges, unveränderliches Wesen. Weitere Worte wie strahlender »Lichtglanz«, »Hoheit« und »Majestät« sind gleichfalls nur mangelhafte Vokabeln, diese göttliche Herrlichkeit zu beschreiben. Aber immer dort, wo Gott eingreift und sich zu erkennen gibt, teilt sich etwas von seiner Herrlichkeit für uns mit: 2.Mose 15, 1-7; 33, 18-23. So kann Paulus darauf verweisen, dass auch der Alte Bund Herrlichkeit besaß. Gottes Richtlinien und Gesetze sind ja mehr als »nur« Gebote. Sie sind grundlegende Offenbarung Gottes an uns. »Anstelle der Angst vor den Dämonen und unzähligen sogenannten Göttern trat die Klarheit über den einen lebendigen Gott. Die ganze Botschaft fasste sich zusammen in dem Satz, den wir das erste Gebot nennen: Ich bin der Herr, dein Gott; du sollst keine anderen Götter neben mir haben« (E. Schnepel). Der ewige, heilige Gott will »mein« Gott sein. Und ich vergänglicher, sündiger Mensch darf zu ihm gehören. Auf der ganzen Welt gibt es unter allen beschriebenen Göttern fremder Religionen keinen, der auch nur im Geringsten ähnliches Interesse an den Menschen zeigt (siehe Jes.40,25-31). In der vertrauten Begegnung mit Gott nahm das Gesicht von Mose göttlichen Lichtglanz an als eine Andeutung dieser Herrlichkeit des Alten Bundes. Und doch handelte es sich um eine Herrlichkeit, die aufhörte. Anders verhält es sich mit der Offenbarung Gottes im Neuen Bund. Jesus hat Gottes Rettungsplan vollendet. Dieser gilt für alle Zeiten (Hebr. 1, 1-3). Paulus nennt die Verkündigung dieser guten Nachricht das Amt, das den Geist gibt. Im Glauben an Jesus bekommen wir daran Anteil (vgl. Gal. 3, 14-16).

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FREITAG, 3. JUNI

2. KORINTHER 3, 9-11; RÖMER 3, 21. 22 Mit immer neuen Begriffen entfaltet Paulus den Reichtum des Neuen Bundes. »Das Amt, das den Geist gibt«, ist nun auch »das Amt, das zur Gerechtigkeit führt«. Durch Jesus Christus spricht Gott Sünder frei und gerecht. Hier können Menschen aufatmen, die sich bisher mit ihrer Schuld abquälten. Wer in Gottes Augen unmöglich und verloren ist, kann allein durch den, der am Kreuz starb, rein, heilig und gerecht werden. Nicht den kleinsten Beitrag kann ich dazu leisten. Es geht allein um Glauben. »Dass ich nicht habe meine Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz kommt, sondern die durch den Glauben an Christus kommt, nämlich die Gerechtigkeit, die von Gott dem Glauben zugerechnet wird« (Phil. 3, 9). Nun wohnt Gott nicht nur in einem Zelt unter uns (2. Mose 40, 34). Er wohnt durch seinen Geist in uns. »Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit « (Kol. 1, 27b; vgl. Joh. 14, 15-17. 23). Wir haben somit Teil an seiner Herrlichkeit (Kol. 3, 4). Größeres gibt es nicht. - Martin Luther betete: »Siehe, Herr, ich bin ein leeres Gefäß, das bedarf sehr, dass man es fülle. Mein Herr, fülle es, ich bin schwach im Glauben; stärke mich, ich bin kalt in der Liebe. Wärme mich und mache mich heiß, dass meine Liebe herausfließe auf meinen Nächsten. Ich habe keinen festen, starken Glauben, ich zweifle zuzeiten und kann dir nicht völlig vertrauen. Ach Herr, hilf mir, mehre mir den Glauben und das Vertrauen. Alles, was ich habe, ist in dir beschlossen. Ich bin arm, du bist reich und bist gekommen, dich der Armen zu erbarmen. Ich bin ein Sünder, du bist gerecht. Hier bei mir ist die Krankheit der Sünde, in dir aber ist die Fülle der Gerechtigkeit. Darum bleibe ich bei dir, dir muss ich nicht geben: von dir kann ich nehmen.«

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SAMSTAG, 4. JUNI

2. KORINTHER 3, 12. 13; RÖMER 1, 16. 17 Mose verbarg den strahlenden Glanz seines Gesichtes nicht allein aus dem Grund, weil dieser für menschliche Augen zu gewaltig war. Er hielt sein Gesicht auch deshalb verborgen, damit man die allmähliche Abnahme des Glanzes nicht beobachten konnte. Paulus sieht in diesem Vorgang ein Gleichnis. So wie jener Glanz seine Grenzen zeigte, so fehlte dem Alten Bund Entscheidendes. Er besaß vorübergehende und vorbereitende Bedeutung für die eigentliche Rettung und Erneuerung durch Jesus Christus. »Weil wir nun solche Hoffnung haben, sind wir voll großer Zuversicht« (V. 12). Mit diesen Worten eröffnet Paulus einen großen Trost. Es gibt in Jesus einen festen Halt und eine sichere Grundlage für unser Zeugnis. Wie oft sind wir verunsichert und haben wenig Zuversicht, wenn wir auf uns schauen. Wir erleben unser Versagen und würden uns lieber geschlagen zurückziehen als in den Dienst stellen. Wir empfinden unser Unvermögen, sind angefochten, freudlos und gefährdet, bei den eigenen Gefühlen und nagenden Zweifeln stehen zu bleiben. Ein erfahrener Missionspilot bekam die Aufgabe, junge Piloten zu testen. Sein erster Prüfling zeigte hervorragende Leistungen. Schon wollte er ihn für den Alleinflug entlassen. Doch der Chefpilot fragte: »Hat er schon eine missglückte Landung gemacht? Wenn nein, dann ist er nicht einsatzfähig.« Zwei weitere Testwochen folgten, bis der Pilot in einer schwierigen Situation einen Landefehler beging, das Flugzeug aber später wieder unter Kontrolle bekam. Er fühlte sich tief gedemütigt und dachte, er sei ungeeignet, ein Versager. Seine Akte jedoch erhielt den Vermerk: Bereit. Wir dürfen täglich von Gottes Vergebung und dem Geschenk seiner Gerechtigkeit leben und wollen üben, davon im Glauben Gebrauch zu machen (Eph. 6, 13. 14). Das Evangelium von Jesus Christus gilt. Dahinter darf ich getrost zurücktreten und sein Wort bezeugen: 1. Petrus 2, 9. 10.

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SONNTAG, 5. JUNI

2. KORINTHER 3, 14-16; RÖMER 11, 25. 26 Wir treffen auf ein weiteres Beispiel, wie Paulus ein Bild verwendet und in verschiedener Weise entwickelt und deutet. Die Decke auf dem Gesicht von Mose wird gleichnishaft zu einer Decke, die über dem Alten Testament und dem Denken Israels liegt. »Das griechische Wort für verstocken, verhärten bezeichnet ursprünglich eine Gesteinsart, nämlich Tuffstein, der sich aus erkalteter Lava gebildet hat. Das Feuer ist erloschen, die Lava ist erkaltet und ein harter Stein geworden. Was wegfließt vom Feuer, erkaltet und wird hart. Das geschah an und mit Israel. Sie lehnten die Liebe Gottes ab, die ihnen doch im Bund entgegenkam. Auch das Gesetz war aus Liebe gegeben: Es sollte Israel zum erfüllten Leben im Bund helfen. Israel ging weg von der Liebe und wählte den Weg der Pflichterfüllung des Gesetzes. Aus der Liebesgabe machte Israel ein Anspruchsrecht, ist erkaltet und verstockt worden. Am tiefsten geschah das gegenüber Jesus. Ihn, die menschgewordene Liebe Gottes, lehnte Israel ab, tötete ihn - und Israel erkaltete, wurde verstockt« (H.Krimmer). Vers 15 blickt noch tiefer. Es ist nicht nur das Alte Testament zugedeckt. Die verhüllende Decke hängt vor ihren Herzen bzw. liegt auf ihren Herzen. Aber wie sollen die Israeliten »von Herzen glauben« und damit jene Entscheidung treffen, auf die alles ankommt (vgl. Röm. 10, 10)? Zur Umkehr ist schon jetzt der Einzelne gerufen. Aber die Wende für das ganze Volk kann erst geschehen, wenn sich Gottes Zeitpunkt erfüllt. Dann wird Israel sich bekehren (Sach. 12, 10; Jer. 31, 18). Paulus ist dieses Geheimnis von Gott mitgeteilt worden, und er entfaltet es besonders in Römer 11. »Gottes Gabe und Berufung können ihn nicht gereuen« (Röm. 11, 29). Das darf uns für das Volk Israel, für die Geschicke dieser Welt und für unsere eigene kleine Lebensgeschichte froh und dankbar stimmen.

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MONTAG, 6. JUNI

2. KORINTHER 3, 17; KOLOSSER 3, 23. 24

Jesus und der Heilige Geist sind nicht voneinander zu trennen. Wo Jesus ist, ist Gottes Heiliger Geist. Wo der Heilige Geist wirkt, wirkt Jesus. Es ist gefährlich, die Bedeutung des Heiligen Geistes zu verselbständigen und über die Gemeinschaft mit Jesus zu stellen. Wir haben den Heiligen Geist nur durch Jesus, aber im Glauben an ihn haben wir ihn auch wirklich (Eph. 1, 17). Wo nun dieser Geist des Herrn präsent ist und wirken kann, werden wir in die Freiheit geführt. Freiheit ist letztlich nur auszuhalten, wenn sie uns in einen geschützten Raum nimmt, in dem Leben bewahrt wird. Bindung wiederum ist nur auszuhalten, wenn sie Freiraum gewährt, in dem Leben sich entfalten kann. - Jesus befreit uns in seiner Liebe von allen unguten Bindungen und Zwängen. Mit derselben Liebe bindet er uns fest an sich und sein Heil. Die Freiheit des Geistes und der Jesus-Liebe ist o Freiheit von jener Decke, die verhindert, Jesus zu erkennen (Joh. 8, 31. 32; 2.Petr. 1, 2. 3) o Freiheit vom eigenen Ich (Röm. 6, 4; Gal. 2, 20) o Freiheit vom Zwang der Sünde (Joh. 8, 34-36; Röm. 6, 6) o Freiheit zum Lieben (Röm. 5, 5; Gal. 5, 22) o Freiheit zum Dienen (1. Petr. 4, 10; 1. Thess. 1, 9) Gott ist nicht die große Bedrückung unseres Lebens, sondern die große Befreiung. An Jesus Christus zu glauben heißt, zum Dienst Gottes bestimmt zu sein. Was wir in unseren christlichen Gemeinschaften »dienen« nennen, das kann jedoch unter der Hand zum Herrschen werden. Man kann über Brüder und Schwestern herrschen, über Ratlose und Schwache, über Kranke und Alte, über Mitarbeiter. Aber Jesus erinnert uns: »Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker niederhalten und die Mächtigen ihnen Gewalt antun. So soll es nicht sein unter euch; sondern wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener« (Matth. 20, 25. 26).

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DIENSTAG, 7. JUNI

2. KORINTHER 3, 18; EPHESER 3, 14-17

Durch den Heiligen Geist nehmen wir schon jetzt ohne trennende Schranke und Hülle Herrlichkeit des Herrn wahr - und doch nur wie in einem Spiegel. Als Paulus lebte, bestanden Spiegel aus poliertem Metall. Sie spiegelten kein exaktes, sondern nur ein unvollkommenes Bild wider. Auch wenn die Gemeinschaft mit dem Vater durch Jesus möglich ist, so können wir in dieser Welt noch kein vollkommenes Bild der Herrlichkeit Gottes sehen. Erst in der Ewigkeit ist uns dieser Blick vergönnt (1. Joh. 3, 2). Doch das, was wir anschauen, verändert uns auch. In diesem Sinne verstehen wir die genauere Übersetzung: »Wir sehen die Herrlichkeit des Christus widerspiegelnd.« So wie Mose etwas von der Herrlichkeit Gottes widerspiegelte, so zeigt sich auch im Leben der Gläubigen und in der Gemeinde des Neuen Testamentes Christusglanz. Es kann nicht verborgen bleiben, wenn ein Mensch Jesus begegnet ist und wenn Christus in ihm wohnt (Matth. 5, 14-16; Apg. 2, 45. 46). Andere nehmen Christus wahr, selbst wenn es für den Gläubigen ganz unbewusst geschieht. Die Veränderung von einer Herrlichkeit zur anderen beschreibt keinen Prozess in zunehmenden Wachstumsgraden. Wir werden nicht mit jedem Jahr besser und vollkommener. Es geht hier vielmehr um den steten Einfluss des auferstandenen Herrn durch sein Wort und durch seinen Geist auf den, der ihm nachfolgt (Kol. 3, 16. 17). »Darum treffen wir unter den Jesus-Leuten auch keine perfekten Heiligen. Sie sind alle noch auf dem Weg. Und doch ist der Neuanfang unübersehbar. Gut, dass er es uns verhüllt, damit wir klein und bescheiden bleiben. Das Ziel ist unerhört: wir sollen sein wie er. Wenn nicht Jesus selbst diese Geschichte in seine Hand genommen hätte, wäre sie undenkbar. Nun aber bürgt er dafür, dass sie ans Ziel kommt« (E. Schnepel). (Vgl. Phil. 1, 6; 2, 13; 1. Kor. 1, 8. 9.)

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MITTWOCH, 8. JUNI

2. KORINTHER 4, 1; 1. TIMOTHEUS 1, 12. 13 Dieser Vers an die Korinther war ein Leitspruch von Friedrich von Bodelschwingh, dem Gründer der Betheler Anstalten. Auch auf seinem Grab steht dieses Bekenntnis seines gelebten Glaubens. Gottes Barmherzigkeit war für ihn Motor, sich der Nöte seiner Zeit zu erbarmen und tatkräftig Hilfe zu schaffen. So entstand unter seiner Leitung eine Heimat für Epilepsiekranke und für Obdachlose. Ebenso förderte er die Arbeit der Äußeren Mission. Seinen Zuhörern konnte er sagen: »Fragt nicht nach eurer Ehre, sondern nach seiner Herrlichkeit. Er gibt uns Arbeit am rechten Platz.« Das Wissen um Gottes Barmherzigkeit und unsere eigenen Erfahrungen mit seiner großen Liebe will auch in uns Erbarmen wecken für die Not und Orientierungslosigkeit der Menschen unserer Zeit. Berufung geschieht immer auf dem Hintergrund einer verlorenen Welt. »Als Jesus das Volk sah, jammerte es ihn; denn sie waren verschmachtet und zerstreut wie die Schafe, die keinen Hirten haben. Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber wenige sind der Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende« (Matth. 9, 36-38). Und weil Gott nie müde an und über uns wird, möchten wir auch in seinem Dienst nicht müde werden. Unser Text bezieht sich nicht auf die Tatsache einer körperlichen Ermüdung. Es geht um die Gefahr der Mutlosigkeit und Resignation im Dienst. Viele Erfahrungen und Ereignisse greifen derart nach uns, dass wir sehr wohl aufgeben möchten und keinen Sinn in unseren Bemühungen sehen. Enttäuschende Rückschläge nach ermutigenden Anfängen, hartnäckiger Widerstand trotz geduldiger Gesprächsbereitschaft, Erfolglosigkeit trotz betendem Einsatz und vieles mehr möchte uns zur Schlussfolgerung bringen: Ich arbeite vergeblich. Aber wir dürfen wissen, dass unsere Arbeit »in Jesus« niemals vergeblich ist (1.Kor. 15, 58; Jes. 49, 4). Die Freude am Herrn will unsere Stärke sein (Neh. 8, 10; Apg. 13, 48-52).

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DONNERSTAG, 9. JUNI

2. KORINTHER 4, 2-4; 1. KORINTHER 1, 18

Noch einmal bemüht sich Paulus, Motiv und Methode seines Dienstes transparent zu machen. Schon in Kapitel 2, 17 grenzte er sich gegen alle Verkündiger ab, die mit dem Wort Gottes Geschäfte treiben. Auch jetzt unterstreicht er die Vertrauenswürdigkeit seiner Worte und seiner Vorgehensweise. Er verfolgt weder heimliche Ziele noch gebraucht er fromme Tricks, um Menschen für seine Ideen gefügig zu machen. Er weiß sich der Wahrheit des Evangeliums verpflichtet. Andererseits trägt dieses Evangelium in sich einen hohen Entscheidungscharakter. Paulus verdunkelt die gute Nachricht nicht, um unerwünschte Personen auszugrenzen. Aber es wird immer Menschen geben, für die das Evangelium verdeckt scheint, weil sie sich seinem Anspruch nicht stellen wollen. Paulus erklärt, der Gott dieser Welt habe ihren Sinn verblendet. »Damit soll den Ungläubigen die Verantwortung für ihren Unglauben nicht abgenommen werden. Aber es soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass der Widerstand gegen das Evangelium einen Ursprung hat, der über allen Ungehorsam der Menschen hinaus in die jenseitige Welt hineinreicht« (O. Schmitz). Der »Gott dieser Weltzeit« ist kein Gegengott. Seine Macht ist begrenzt, und er wird am Ende der Zeit vernichtet werden (Offb. 20, 10). Schon jetzt hat Christus ihn am Kreuz besiegt. Zur geistlichen Wachsamkeit gehört es jedoch, mit seiner List zu rechnen, die uns von Jesus trennen will (1. Petr. 5, 8; 2. Kor. 11, 14). Keiner, der das Evangelium gehört hat, wird ohne seine eigene Schuld blind für das Evangelium. Das Evangelium selbst beschreibt Paulus als helles Licht, das für uns die Herrlichkeit von Christus aufleuchten lässt. An ihm erkennen wir den Vater (Hebr. 1, 3; Kol. 1, 15). Wir wollen uns heute seinem Licht öffnen.

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FREITAG, 10. JUNI

2. KORINTHER 4, 5. 6; 1. PETRUS 2, 9

Jesus Christus ist der Herr. Aus diesem Grunde nennt sich Paulus wiederholt »Knecht (Sklave) von Christus Jesus« (Röm. 1, 1; Phil. 1, 1; Tit. 1, 1). Den Korinthern gegenüber betont er den daraus folgenden logischen inneren Zusammenhang. Wie der Herr seinen Jüngern dient (Matth. 20, 28; Joh. 13, 14. 15), so will auch Paulus mit seinen Mitarbeitern den Gläubigen die- nen. »Wir sind eure Knechte, weil wir Jesus dienen« (V. 5). Alle, die über seine Stellung als Apostel streiten, werden durch solche Worte beschämt. Dienen schließt nicht nur Herrschen aus. Es bedeutet auch nicht »bedienen «, um Menschen zu gefallen. Es geht um die Begegnung mit Jesus. Dieses Geschehen vergleicht Paulus mit dem Schöpfungswunder. Nur wo Gott spricht »Es werde Licht« (1.Mose 1,3), wird es in einem Menschenherzen hell. Sein Licht erleuchtet, sodass man Gott als den Vater erkennen kann. Dieses Licht wärmt, schenkt Geborgenheit und Lebensfreude. Gottes Licht belebt, sodass Leben zur Entfaltung kommt. Es ist uns jedoch nie nur zu unserem eigenen Gewinn gegeben. »Durch uns sollen alle Menschen Gottes Herrlichkeit erkennen, die in Jesus Christus sichtbar wird« (V. 6b). Was leuchtet als Licht in unserem Leben? Es ist nicht unser eigener Glanz. Erinnern wir uns an den Anfang des zweiten Korintherbriefes. Wir können Trost weitergeben, weil er uns tröstet (2. Kor. 1, 4). Wir können guten Duft von Jesus verbreiten, weil er in uns lebt (2. Kor. 2, 14-16). Wir können Veränderung erfahren, wenn wir ihn anschauen (2. Kor. 3, 18). »Weil wir uns dieses Licht über Christus nicht erarbeitet haben, sondern es allein der schöpferischen Tat Gottes verdanken, darum löscht es durch alle dunklen Wegstrecken unseres Lebens nicht aus. Dass wir Gott selbst diese Klarheit über Jesus verdanken, macht uns dankbar gewiss, dass sie nie wieder stirbt, sondern bis in die Ewigkeit uns bleibt« (E. Schnepel).

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GEDENKSTEINE GEGEN DAS VERGESSEN

SAMSTAG, 11. JUNI

1. SAMUEL 7, 12; PSALM 103, 1. 2

»Bis hierher hat uns der Herr geholfen.« Das bezeugte Samuel, als er einen Gedenkstein aufrichtete und ihm den Namen »Eben-Eser« (= »Stein der Hilfe«) gab. Der Herr hatte den Israeliten im Kampf gegen die Philister geholfen. Der Stein als Denk-Mal sollte an das Geschehen erinnern und für die Zukunft ermutigen, weiterhin mit der Hilfe des Herrn zu rechnen. Der lebendige Gott hatte geholfen, er hilft heute, und er wird auch zukünftig helfen. Dass Gedenksteine gegen das Vergessen aufgerichtet wurden, finden wir wiederholt im Wort Gottes. Dort finden wir aber auch die Klage Gottes: »Du hast des Herrn vergessen, der dich gemacht hat.« »Sie haben übel getan und den Herrn, ihren Gott, vergessen.« Und wir lesen in der Bibel, dass Gott die Seinen ernsthaft ermahnt: »Hüte dich nur und bewahre deine Seele gut, dass du nicht vergisst, was deine Augen gesehen haben, und dass es nicht aus deinem Herzen kommt dein ganzes Leben lang.« »Hüte dich, dass du nicht den Herrn vergisst, der dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt hat« (Jes. 51, 13a; Jer. 3, 21; 5.Mose 4, 9; 6, 12). »Unser Gedächtnis ist treulos, gerade in Beziehung auf die besten Dinge; einer seltsamen Verkehrtheit zufolge, die ihm durch den Sündenfall eingeimpft worden ist, häuft es die üblen Dinge der Vergangenheit bei sich auf und lässt unschätzbare Schätze achtlos liegen. Kümmernisse, Leiden aller Art hält es krampfhaft fest, für Wohltaten dagegen ist es schlaff wie eines gelähmten Mannes Hand. Achten wir darauf, dass David alles, was in ihm ist, dazu auffordert, aller Wohltaten des Herrn zu gedenken. Der Name, ein undankbarer Mensch zu sein, ist einer der schmählichsten, den jemand tragen kann, drum wach auf und lass den Lobgesang hören« (C. H. Spurgeon)! (Lies 5.Mose 8, 10; 2. Chron. 20, 22; Ps. 35, 28; 51, 17; 100, 4.)

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SONNTAG, 12. JUNI

1.MOSE 28, 10-22

In den nächsten Tagen beschäftigen wir uns mit drei Gedenksteinen und fragen dabei nach der Bedeutung für unser Leben. Den ersten Gedenkstein nennen wir: Gott erbarmt sich über uns. Der schuldig gewordene Jakob befand sich auf der Flucht. Als er endlich Halt machte, war die Sonne bereits untergegangen. In dieser Nacht lastete die Dunkelheit seines Lebens schwer auf ihm. Alles, was sein bisheriges Leben ausgemacht hatte, war »untergegangen«, und sein Leben war bedroht durch seinen Bruder, den er betrogen hatte. Doch Gott überließ den Betrüger nicht sich selbst. Gerade auf diesem Tiefpunkt erlebte Jakob Wunderbares. Vermutlich hatte er bisher keine persönliche Begegnung mit Gott gehabt; in dieser Nacht aber kam Gott ihm im Traum nahe. Jakob sah eine Leiter, die vom Himmel auf die Erde reichte, genau auf das Fleckchen Erde, wo der einsame, von Angst und Not Gejagte lag. Oben an der Leiter sah er den Herrn stehen, der sich ihm vorstellte: »Ich bin der Gott deines Vaters Abraham und der Gott Isaaks.« Auf diese Weise erklärte ihm der Herr, dass er der Gott aller Zeiten ist, treu und absolut zuverlässig, in dessen Hand auch das Leben und die Zukunft Jakobs gesichert lag. Solch eine Begegnung hätte Jakob sich nie »träumen lassen«, obwohl er um den Segen wusste, den Gott seinem Großvater, seinem Vater und dessen Nachkommen zugesprochen hatte (1. Mose 12, 2. 3; 26, 2-6). Diesen Segen Gottes wollte Jakob unbedingt haben. Den Erstgeburtssegen hatte er seinem Bruder mit List »abgekauft« und in den Betrug eingewilligt, um den verheißenen Familiensegen zu bekommen. Nun auf der Flucht empfing er den gleichen Segen von höchster Stelle. Gott begegnete ihm als der barmherzige und gnädige Gott. (Lies Jes. 54, 10; 63, 9; Ps. 103, 8-14.)

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MONTAG, 13. JUNI

1.MOSE 28, 10-22; 32, 11

Obwohl Jakob schwer versagte, hielt Gott an seinem Segensplan fest: »Ich bin mit dir . . . Ich will dich nicht verlassen. . . « Welch eine Zusage Gottes an einen Menschen, der viel eher die Absage des Herrn verdient hätte! Wie gut, dass dieses »Dennoch« Gottes auch über unserem Leben mit seinen Traurigkeiten und (selbstverschuldeten) Dunkelheiten gnädig waltet! Es ist das Dennoch der Barmherzigkeit, das schon im Alten Testament über Menschen ausgesprochen wird, weil der Blick Gottes schon auf das Kreuz von Golgatha gerichtet ist. Der gekreuzigte Sohn Gottes ist Bürge für das Erbarmen Gottes zu allen Zeiten: »Denn die Strafe lag auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt« (Jes. 53, 5b). Gott gab seinen einzigen Sohn für uns her, damit unsere Schuld vergeben werden kann. So sehr liebt uns Gott (Joh. 3, 16). Das dürfen wir ihm glauben und ihm ein Leben lang vertrauen. An seiner Treue darf unser Vertrauen sich stärken - besonders dann, wenn wir uns auf einem steilen und steinigen Weg wiederfinden und unser Blick für die Barmherzigkeit und Güte Gottes verstellt ist. Auch mit einem schweren Herzen dürfen wir es getrost wagen, am Erbarmen Gottes festzuhalten und ihm unser Vertrauen auszusprechen: »Dennoch bleibe ich stets bei dir.« Unser Herr lässt uns nicht fallen, auch dann nicht, wenn wir fallen. Unser Gott lässt uns nicht in die Irre gehen, auch dann nicht, wenn wir irren. Immer wieder hebt er uns auf, vergibt uns unsere Schuld und leitet uns nach seinem guten Rat. (Vgl. Ps. 73, 23; Röm. 8, 28.) Der Priester Zacharias nannte Gottes Barmherzigkeit eine herzliche Barmherzigkeit und bringt damit zum Ausdruck, dass Gottes ganzes Herz beteiligt ist, wenn er sich über schuldig gewordene Menschen erbarmt. Zur Stärkung unseres Vertrauens: Lukas 1, 68-79.

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DIENSTAG, 14. JUNI

1.MOSE 28, 16-22; PSALM 78, 38

Diese entscheidende Nacht auf freiem Feld ließ Jakob auch die Heiligkeit Gottes erkennen. Vielleicht erlebte er zum ersten Mal die Furcht vor dem heiligen Gott, sodass er ausruft: »Wie heilig ist diese Stätte!« Wer Gottes Heiligkeit erkannt hat, kann staunend seine Barmherzigkeit wahrnehmen und annehmen: »Hier ist nichts anderes als Gottes Haus, und hier ist die Pforte des Himmels.« Von Gottes Treue und Güte überrascht, tat Jakob ein Gelübde: »Wenn Gott sein Versprechen einlöst, dann soll er mein Herr sein.« Scheinen hier nicht doch noch alte Ängste und Zweifel durch? Wer sein eigenes Herz kennt, den wundert's nicht. Aber wir kennen den, der größer ist als unser Herz. Von ihm heißt es: »Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Er handelt nicht mit uns nach unseren Sünden und vergilt uns nicht nach unserer Missetat« (Ps. 103, 8. 10). Der heilige Gott muss die Missetat bestrafen, der barmherzige Gott lässt Gnade vor Recht ergehen. Seine Barmherzigkeit ist jeden Morgen neu da. Manches mag uns belasten: Versäumnisse, die nicht nachzuholen sind, Entscheidungen, die im Ungehorsam getroffen wurden, liebloses, egoistisches Verhalten anderen gegenüber, unbedachte Worte, die wir gestreut haben, . . . trotz allem schenkt Gott aus großer Barmherzigkeit einen Neuanfang. Er ist bereit zu vergeben und setzt unserer Resignation ein Hoffnungszeichen entgegen: »Ich will dich nicht verlassen noch versäumen.« (Lies Jes. 49, 10; Jak. 5, 11; Ps. 145, 9.) Ehe Jakob weiterzog, richtete er ein Zeichen für Gottes Barmherzigkeit auf. Der Stein sollte als Hilfe gegen das Vergessen dienen. Gibt es solche Zeichen an unserem Lebensweg? Wir richten keine Steine auf, aber in unserer Bibel oder einem Tagebuch können wir Zeichen für die Barmherzigkeit und Treue Gottes markieren. (Lies Ps. 106, 6-8. 21; Jes. 63, 7-9.)

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MITTWOCH, 15. JUNI

PSALM 86, 15; KLAGELIEDER 3, 22-24

Die Begegnung mit Gott und die erfahrene Barmherzigkeit haben auch das weitere Leben Jakobs bestimmt (vgl. 1.Mose 31, 11-13. 42; 32, 11-13. 25-32; 48, 15. 16). Es lohnt sich, über den herrlichen Reichtum der Barmherzigkeit Gottes ausführlicher nachzudenken. Gott zeigt seine Barmherzigkeit als o Vergebung aller meiner Sünden. »Der dir alle deine Sünden vergibt und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit.« Gott sagte es uns zu: »Ich tilge deine Missetat wie eine Wolke und deine Sünde wie den Nebel. Kehre dich zu mir, denn ich erlöse dich« (Ps.103, 3. 4; Jes. 44, 22). o Weitherzige und bedingungslose Liebe. »Gott, der da reich ist an Barmherzigkeit, hat in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, auch uns, die wir tot waren in Sünden, mit Christus lebendig gemacht« (Eph. 2, 4. 5). o Befähigung zur Hingabe an seinen Willen. Wir lesen Römer 12, 1ff und fragen uns vor Gott, welche »wunden Stellen« in unserem Miteinander wir seiner Barmherzigkeit neu anvertrauen wollen. o Rettung aus ewiger Verlorenheit. »Als erschien die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, unseres Heilandes, machte er uns selig nach seiner Barmherzigkeit« (Tit. 3, 4. 5). o Erneuerung zu einer unsterblichen Hoffnung. »Nach seiner Barmherzigkeit hat er uns wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung des Herrn Jesus Christus von den Toten« (1. Petr. 1, 3). Ich hatte nichts als Zorn verdienet und soll bei Gott in Gnaden sein; Gott hat mich mit sich selbst versühnet und macht durchs Blut des Sohns mich rein. Wo kam dies her, warum geschieht's? Erbarmung ist's und weiter nichts. Ph. Fr.Hiller

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DONNERSTAG, 16. JUNI

JOSUA 3 UND 4

Die Botschaft des zweiten Stein-Denkmals lautet: Für Gott ist nichts

unmöglich.

Wir stehen oft vor großen Unmöglichkeiten und sind auf Wunder angewiesen. Ein Wunder Gottes erlebte das Volk Israel am Jordan. Zur Erinnerung daran sollten zwölf Steine aus dem Jordan aufgehoben und als Gedenksteine am Ufer aufgebaut werden. Außerdem richtete Josua zwölf Steine im Jordan an der Stelle auf, wo die Füße der Priester mit der Bundeslade gestanden hatten. Bei Niedrigwasser konnten die Israeliten später diese Steine sehen und sich an das große Wunder erinnern. Die Steine sollten den zukünftigen Generationen als Zeugen für das Handeln Gottes an Israel dienen. Von Generation zu Generation sollte das Geschehene weitergesagt werden (vgl. 5.Mose 6, 7). Gedenksteine, Denkmäler geben Anlass zum Nachdenken und Nachfragen. Vielleicht lautete eine Antwort so: »Die Lage war aussichtslos für uns. Gott hatte geboten, über den Jordan zu gehen, und wir wussten, das verheißene Land lag auf der anderen Seite des Flusses. Doch es gab keine Möglichkeit, das andere Ufer zu erreichen, keine Brücke, keine Furt weit und breit. Aber dann traten die Priester mit der Bundeslade auf ihren Schultern an das Ufer, sie gingen in das Wasser hinein und blieben im Fluss stehen. Wenn die Bundeslade da war, wussten wir, dass Gott selber bei uns war - und das Wunder geschah. Dabei plätscherte der Jordan in jener Jahreszeit nicht friedlich dahin, sondern glich einem reißenden Strom, der über die Ufer getreten war. Aber die Priester stiegen in die Fluten. Wie Gott es angeordnet hatte, so handelten sie, und das Wasser blieb stehen und staute sich auf. Es gab keinen Untergang, vielmehr bereitete Gott einen Durchgang für die Seinen; denn er ist der Herr auch über mächtige Wasserfluten. Wir alle konnten trockenen Fußes durch den Jordan gehen.« (Lies Hiob 42, 2; Ps. 115, 3; Matth. 19, 26.)

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FREITAG, 17. JUNI

JOSUA 4, 9; 2.MOSE 14,13. 14

Gott wirkte am Jordan das erste große Wunder durch Josua. Wie der Herr mit Mose gewesen war, so war er auch mit Josua. »Was wir Menschen fertig bringen, das wissen wir, und was sich der Teufel in dieser Welt leistet, haben wir auf Schritt und Tritt vor Augen - glauben heißt, mit dem zu rechnen, was Gott fertig bringt. Er kann einen Weg bereiten, wo eigentlich keiner ist« (K. Hartenstein). Wir wollen daran festhalten: Gott kann! »Gott stellt auch uns immer wieder an den Jordan, er prüft unseren Glauben, unseren Wagemut. Der Jordan gehört zu Gottes Weg, er gehört zu Gottes Plan, wir sollten uns dann keine Behelfsbrücken bauen; unser Jordan ist überall da, wo uns ein Wagnis des Glaubens abgefordert wird. In einem Lied heißt es: Wie Gott zu unsern Vätern trat auf ihr Gebet und Klagen, wird er, zu Spott dem feigen Rat, uns durch die Fluten tragen. Mit ihm wir wollen's wagen« (Th. Sorg). Josua bekam die göttliche Anweisung, zweimal zwölf Steine aufzurichten, und er tat es. Haben nicht auch wir das wunderbare Handeln Gottes erlebt? Was tun wir gegen das Vergessen? Statt eines Steinmals können wir selbst aufgerichtete Zeichen sein, an denen abzulesen ist, dass es einen lebendigen Gott gibt, der wie ein guter Vater für seine Kinder sorgt. Vertrauen und Zuversicht in schweren Lagen können den lebendigen Gott bezeugen. Wir wollen uns fragen lassen: Wie klingen unsere Worte in unseren Notund Angstzeiten? Wir müssen nicht so tun, als hätten wir keine Angst, wir sollten sie ehrlicherweise zugeben, doch gleichzeitig haben wir die Möglichkeit, unserem Gott bedingungslos zu vertrauen, weil für ihn nichts unmöglich ist. Die Menschen in unserer Umgebung nehmen es wahr, ob wir es Gott überlassen, uns nach seinem guten Plan zu führen. (Lies Jes. 41, 10. 13; 40,28; Joh.4,41.42; Matth.6,8.)

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SAMSTAG, 18. JUNI

JOSUA 4, 9; PSALM 103, 1. 2

Auf einem Stein, der sich in einem See in der Nähe von Genf befindet, steht die Inschrift: »Wenn du dies liest, dann weine!« Steht das Wasser dieses Sees so niedrig, dass man diese Worte lesen kann, dann herrscht in dieser Gegend eine große Dürre, und die Menschen haben es schwer. Das Denk- mal im Jordan verkündete die gegenteilige Botschaft. Wenn du diese Steine siehst, dann erinnere dich und freue dich an dem großen Gott, der Wunder tut! Ist uns bewusst, wie viele Wunder Gottes wir schon erlebt haben? Sie sind nicht zu zählen. (Vgl. Hiob 5, 9.) Doch weil wir Menschen so vergesslich für das Gute sind, brauchen wir die Erinnerung daran, was Gott getan hat. Corrie ten Boom konnte ab und zu sagen, wenn jemand immer wieder von seinen Niederlagen erzählte: »Zu viel Ehre dem Teufel, wenn du ständig von dem sprichst, was er zu Stande gebracht hat, erzähle lieber von den Wundern, die Gott täglich tut!« Wir können in aussichtslosen Situationen mit unseren Worten, besonders aber durch unsere innere Einstellung still darauf hinweisen, dass Gott Wunder tun kann. Das herrlichste aller Wunder jedoch ist das Wunder der Erlösung. Kein Mensch kann sich selbst freisprechen von dem Gerichtsurteil, das ihn wegen seiner Sünde der ewigen Verdammnis ausgeliefert hat. Die Erlösung ist menschlich nicht machbar, aber erfahrbar, wenn ein Mensch sich Jesus Christus, dem Erlöser, anvertraut. Ist es nicht einzigartig, dass die Trennung zwischen uns und dem lebendigen Gott aufgehoben wurde, weil die Schuldfrage unseres Lebens geklärt ist? Martin Luther notierte zum zweiten Artikel des Glaubensbekenntnisses: »Ich glaube an Jesus Christus . . . , der mich verlorenen und verdammten Menschen erlöst hat, erworben und gewonnen von allen Sünden, vom Tod und von der Gewalt des Teufels. Nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem eigenen teuren Blut und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben.« (Lies Joh. 3, 3-6. 14-18; 10, 11; Gal. 4, 4. 5; 1, 14; Tit. 2, 14; Röm.5,2; Eph.3,12.)

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SONNTAG, 19. JUNI

2. PETRUS 1, 3. 4; 1. CHRONIK 16, 11

Christen leben täglich vom Wunder der Erlösung. Ist es nicht ein Wunder, dass uns alles geschenkt ist, was wir zum Leben als Kinder Gottes brauchen? Es scheint einem noch größeren Wunder zu gleichen, dass wir diese herrlichen Geschenke erkennen und sie für uns in Anspruch nehmen. Obwohl wir uns schon beschenken ließen, will unser Herr uns noch viel mehr schenken. Trauen wir ihm das zu? Rechnen wir damit? Jesus sagte einmal in einer vollkommen hoffnungslosen Situation: »Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen« (Joh. 11, 40). Wir dürfen uns dem anvertrauen, der die Herrlichkeit Gottes in jeder Not und Ausweglosigkeit entfalten will. Denn unserem Schöpfer-Gott stehen Wassermassen nicht im Weg, und für unseren Erlöser-Gott ist selbst der Tod nicht unüberwindlich. (Lies Joh. 11,25; 1. Kor. 15,20-26; 1.Thess.4,13-18; 2.Tim.1,10.) Für Gott ist nichts unmöglich. Luther nennt in der gestern zitierten Erklärung zum zweiten Glaubensartikel die Zielrichtung des wunderbaren Erlösungshandelns Gottes: » . . . damit ich sein Eigen sei und in seinem Reich unter ihm lebe und ihm diene.« In einer ausführlicheren Erklärung folgt dann ein »Zwiegespräch«: »Wozu hat er dich erlöst?« »Dass ich sein Eigen sei!« »Willst du nun auch gewiss sein Eigen sein und in seinem Reich unter ihm leben?« »Ja, von Grund meines Herzens, gleichwie er mich geliebt hat bis in den Tod und noch liebt in seiner Herrlichkeit, so will ich ihn lieben und loben mein Leben lang und in solcher Liebe mich ihm ergeben, seinem Vorbilde folgen, ihm leben und ihm sterben. Und nicht nur in meinem Herzen will ich mein Vertrauen fest auf seine Erlösung setzen, sondern auch mit dem Munde bekennen, dass ich ihm also zu dienen schuldig bin.« Menschen, die dem Herrn ganz gehören und zur Verfügung stehen, sind aufgerichtete Lebens-Zeichen in dieser Welt des Todes. (Lies Röm.10, 9-13; 13, 12-14; 14,13. 17-19; 2. Kor. 5, 15.)

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MONTAG, 20. JUNI

JOSUA 24, 1-27

Die Botschaft des dritten Gedenksteins erinnert an das Versprechen Israels: »Wir wollen dem Herrn dienen.« Seit dem Durchzug durch den Jordan war viel Zeit vergangen. Israel wohnte im verheißenen Land. Josua war alt geworden. Er blickte in die Zukunft. Darum ließ er einen Gedenkstein aufrichten, der einem Vermächtnis gleichkam und als Mahnmal dienen sollte. Dieser Stein sollte an die Entscheidung erinnern, die das Volk Gottes hier getroffen hatte. »Auch wir wollen dem Herrn dienen, denn er ist unser Gott« (Vers 18). Entscheidungen sind von weittragender Bedeutung. Wenn wir die Weltgeschichte betrachten, entdecken wir, dass Entscheidungen der Völker wie auch Entscheidungen einzelner Personen in starkem Maße den Verlauf der Geschichte bestimmten. So haben auch sehr persönliche Entscheidungen eine oft ungeahnte Tragweite für die eigene Lebensgeschichte, und sie wirken sich auf den Werdegang anderer Menschen aus. Gott schuf uns mit der Fähigkeit, Entscheidungen bedenken und eine Wahl treffen zu können. Josua verkündigte beim Landtag in Sichem die wichtigste Entscheidung, die ein Mensch Gottes treffen kann: »Ich aber und mein Haus wollen dem Herrn dienen.« Christen haben sich einmal bewusst dafür entschieden, mit Jesus Christus zu leben und ihm nachzufolgen. Diese für unser Leben sehr wichtige Entscheidung bedeutet nur den Anfang. Wir sind aber immer wieder herausgefordert, unserer ersten Entscheidung entsprechend weitere Entscheidungen zu treffen. Paulus hat es so ausgedrückt: »Wenn wir durch den Heiligen Geist leben, dann lasst uns auch durch den Geist wandeln« (Gal. 5, 25). Der Heilige Geist kam bei unserer Wiedergeburt in unser Leben (Tit. 3, 4-7). Wachstum im Glauben ist aber nur möglich, wenn der Geist Gottes unsere Lebensweise bestimmen darf. Dann wird die Jesus-Art - seine Liebe und Wahrhaftigkeit, seine Demut und Güte - immer deutlicher an uns zu sehen sein. (Lies Röm. 8, 14; Eph. 4, 30; Gal. 5, 22; 2. Tim. 1, 7.)

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DIENSTAG, 21. JUNI

JOSUA 24, 14-18; PSALM 119, 30

Josuas Aufforderung, eine eindeutige Entscheidung zu treffen, hat oft auch mit einer klaren Scheidung zu tun. Das gilt ebenfalls für die Menschen des Neuen Bundes. »Wenn Sie Christ sind, dann bitte ich Sie, immer wieder diese Entscheidung zu treffen, die im Wort Gottes so formuliert ist: Und nun fürchtet den Herrn und dienet ihm in Vollkommenheit und Wahrheit und tut die Götter hinweg, welchen eure Väter gedient haben, und dient dem Herrn! Was sind Ihre Götter? Welche Götter haben Sie verlassen, als Sie Ihre große Entscheidung trafen, Christ zu werden? Gott sagt: Du entscheidest dich ein für alle Mal, Christ zu werden, gut, nun entscheide dich weiter, entscheide dich weiter, entscheide dich weiter! Du musst weiterhin entscheiden zwischen den alten Göttern und mir, dem lebendigen Gott« (F. Schaeffer). Das Volk Israel entschied sich beim Landtag in Sichem, Gott zu dienen. Josua bekräftigte die Entscheidung mit den Worten: »Ihr seid Zeugen euch selbst gegenüber, dass ihr euch für den Herrn entschieden habt und ihm dienen wollt«, und Josua richtete einen Gedenkstein auf. Der sollte Israel an sein Versprechen erinnern. Wie gut, dass der Herr lange zuvor seinen Entschluss gefasst und sein Versprechen gegeben hatte, seinen Erlösten die Treue zu halten. (Lies 5.Mose 7,9; Ps.9, 11; Jes. 54, 10; Hebr. 7, 22; 9, 15.) Gott hält an seinem Bund mit uns fest; denn er ist die Treue in Person (Offb.19,11). Weil Gott seine Versprechen hält, ist es gut, wenn auch wir halten, was wir ihm versprochen haben (Ps. 116, 14). Sicher sind unsere Zusagen unvollkommen, und wir handeln immer wieder treulos (1.Mose 32, 11). Und doch sind Gott unsere Versprechen wertvoll, weil er unser Herz kennt und weiß, dass wir ihm und seinem Wort die Treue halten wollen. (Lies 1. Tim. 1, 12; 2. Tim. 2, 13; 2. Thess. 3, 3.)

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MITTWOCH, 22. JUNI

JOSUA 24, 27; SACHARJA 4, 6. 7

Josua nannte den Gedenkstein, den er gegen das Vergessen aufrichtete, einen Zeugen, »der alles gehört hat, was der Herr gesprochen hat; und der Stein soll euch an alles erinnern, damit ihr eurem Gott nicht untreu werdet«. So wie jener Stein das Sprechen und Handeln Gottes bezeugte, dürfen wir - als »lebendige Steine« (1. Petr. 2, 5) - bezeugen, wer Jesus für uns ist. Jeder echte Christ ist eine Visitenkarte Gottes. Das meinte Paulus, wenn er an die Christen in Korinth schrieb: »Ihr seid ein Brief von Christus« (2. Kor. 3, 3). »Die Gemeinde in Korinth hat Paulus viele Schmerzen bereitet, aber alle Enttäuschungen, alle Schattenseiten können die Tatsache nicht aufheben, dass sie mit Jesus Christus in Verbindung stehen und dass er sie zu seiner Gemeinde gemacht hat. Die Jesus-Gemeinde entdeckt man nicht nach moralischen Maßstäben, es braucht jenen Blick, der unter allem Menschlichen und Brüchigen das Werk, das Jesus tut, wahrnehmen kann. Die Jesus-Gemeinde ist nie Idealgemeinde, nie Gemeinde von perfekten Heiligen, sie ist immer eine Gemeinde von Sündern, in denen aber Christus sein Werk durchführt« (E. Schnepel). Darum spricht der Apostel Paulus nicht von der Möglichkeit »Ihr solltet ein Brief von Christus sein«, sondern vielmehr »Ihrseid es«. Dieser Brief ist schon geschrieben. Jesus Christus selber hat das Leben der Seinen geprägt, nicht mit Tinte geschrieben, sondern viel schöner: mit dem Geist des lebendigen Gottes. »Ich will mein Gesetz in ihr Inneres legen und werde es auf ihr Herz schreiben« (Jer.31, 33; vgl. Hes. 11, 19. 20). Da viele Menschen nicht mehr die Bibel lesen, können sie Gottes Wirken im Leben der Christen lesen. Unser sehr alltägliches Leben ist die Visitenkarte des lebendigen Gottes. »In Wort und Werk und allem Wesen sei Jesus und sonst nichts zu lesen« (G. Tersteegen). (Lies 2. Kor. 2, 14-17; Phil. 2, 13-16a; Jak. 3, 13-17.)

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DONNERSTAG, 23. JUNI

2. KORINTHER 3, 3; JOHANNES 7, 37-39

»Ihr seid ein Brief von Christus.« Pfarrer W. Lüthi schreibt: »Merkt man uns an, aus welch hoher Werkstatt wir kommen? Oder ist es nicht vielmehr so, dass wir für die Firma, aus der wir hervorgingen, nicht eben eine gute Reklame sind? Es gibt großzügige Geschäftshäuser, die ihrem Fabrikat oder Produkt, das sie auf den Markt bringen, einen Zettel beilegen, wenn etwas an der Ware fehlerhaft oder gar verdorben sei, man es zurückschicken möge, es werde einem durch die Firma ersetzt. Wenn uns von unserem Schöpfer ein solcher Zettel beigelegt wäre, sagt an, müssten wir dann nicht ausnahmslos alle an die Firma zurückgeschickt werden? Gott weiß, dass wir ihm Schande bereiten, und dennoch bekennt er sich zu uns, und dennoch erlaubt er uns, ihn unseren Herrn zu nennen. Welch ein erbarmender Gott!« Wir sind ein Brief von Christus, geschrieben »mit dem Geist des lebendigen Gottes«. Deshalb wollen wir uns der Bildungsarbeit des Heiligen Geistes immer neu ausliefern und uns seine Schriftzüge einprägen lassen. Es darf auch unser Gebet sein, wie es Gerhard Tersteegen vor vielen Jahren formulierte: »Du durchdringest alles; lass dein schönstes Lichte, Herr, berühren mein Gesichte. Wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten, lass mich so still und froh deine Strahlen fassen und dich wirken lassen.« Ein Brief von Jesus Christus zu sein ist Vorrecht und Verantwortung zugleich. Müssen wir uns vor diesem hohen Anspruch fürchten? Paulus führt seinen Gedanken fort: »Unsere Tüchtigkeit kommt von Gott, nicht aus uns, sondern aus Gott sind wir tüchtig zum Dienst.« Gott hat uns alles geschenkt, dass wir ein Brief von Christus sein können, ein aufgerichtetes, lebendiges Zeichen gegen die traurige Gott-Vergessenheit in unserer Zeit. (Lies Ps. 31, 20; 2. Kor. 3,6; 9,8; Phil. 4, 13.)

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FREITAG, 24. JUNI

PSALM 106, 1. 2; 103, 2. 3

Wir haben uns mit wichtigen Botschaften von drei Gedenksteinen beschäftigt. Der Stein, den Jakob aufrichtete, sollte von der Barmherzigkeit Gottes zeugen, die er erfahren hatte (1. Mose 28, 18-22). Das zweite Steinmal erinnerte an das wunderbare Handeln Gottes für sein Volk, ebenso an seine unbegrenzte Macht, die den Naturgewalten gebieten und einen Weg durch reißende Wassermassen schaffen kann (Jos. 3, 14-17). Der dritte Stein sollte an die besondere Stunde der Entscheidung eines ganzen Volkes erinnern (Jos. 24, 24-27). Auch Christen können lebendige Zeichen sein, an denen man Gottes Erbarmen, Gottes Größe und Treue ablesen kann. Wir haben eine wunderbare Botschaft, die uns für diese Welt aufgetragen ist, dass Gott sie liebt und dass er aus Sünde und Not retten will. Dabei ist es wichtig, dass wir selber immer neu über die Liebe Gottes und seine herzliche Barmherzigkeit staunen. (Lies Ps. 100, 4; 107, 22; 117; 105, 1-5.) Ein Missionsarzt in Nepal wurde vom Richter, vor dem er um seines Glaubens willen als Angeklagter stand, gefragt: »Doktor, wenn Sie sich verpflichtet haben, nicht zu predigen, warum sind Sie dann nach Nepal gekommen? « Der Missionar berichtete, was Jesus Christus in seinem Leben getan und wie er ihn als Missionsarzt nach Nepal gerufen hatte. Dann erklärte er dem Richter die beiden großen Gottesgebote, dass wir Gott von ganzem Herzen und mit unserem Leben lieben sollen und unseren Nächsten wie uns selbst und dass die Menschen in Nepal seine Nächsten seien: »Wenn sie sehen, dass ich ihnen aus Liebe helfe, werden sie neugierig auf meinen Gott.« Ein eingeborener Mitarbeiter, der ebenfalls als Christ angeklagt war, fügte als Zeugenaussage hinzu: »Wir haben die Lehren des Christentums im Leben dieser Menschen ablesen können.« (Lies Kol. 3, 17; Matth. 5, 14-16. 43-48; Luk. 10, 25-37.)

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WAS UNS DIE ALTEN SAGTEN -

S(CH)ÄTZE DES GLAUBENS FÜR LEUTE VON HEUTE

SAMSTAG, 25. JUNI

JESAJA 63, 7-14; 1. KORINTHER 10, 11

In Jesaja 63 ist zum ersten Mal in der Schrift vom Betrüben des Heiligen Geistes die Rede. Israel hatte die Ruhmestaten Gottes, seine Erbarmungen und die Menge seiner Gütigkeit erlebt. Denken wir nur an die wunderbare Rettung aus der Sklaverei Ägyptens - an den Durchzug durchs Rote Meer - an die wunderbare Versorgung Israels, eines Volkes von mehr als einer Million Köpfe, in der Wüste während vierzig Jahren - an den Siegeszug hinein nach Kanaan, wo sieben mächtige Völker im Besitz des Landes waren! Der Herr hatte sich so eins mit seinem Volk gemacht, fühlte so tief mit ihnen, dass hier geschrieben steht: »In all ihrer Bedrängnis war er bedrängt, und der Engel seines Angesichts hat sie gerettet.« Ja, Gott gab seinen Heiligen Geist in ihre Mitte und geleitete sein Volk mit Wundern und Zeichen, um sich einen herrlichen Namen zu machen. Wodurch hat Israel den Heiligen Geist betrübt? Durch stets erneuten Unglauben. War wieder eine Notlage da, dann vertrauten sie nicht ihrem herrlichen Gott, der doch schon so große Wunder an ihnen getan hatte. Durch stets erneuten Ungehorsam. Immer neu übertraten sie Gottes klare Gebote: »Sie aber sind widerspenstig gewesen . . . Da wandelte er sich ihnen zum Feind« (vgl. Ps. 106, 10-14. 21-24. 33-36. 40-45). - Wie furchtbar, wenn man den Gott, von dem man so viel Gnade erfahren hat, zum Gegner bekommt. Unglaube, Ungehorsam, Widerspenstigkeit kränken den Höchsten bis in sein Herz hinein und beleidigen seinen Geist aufs Tiefste. Wenn der Gläubige sich nicht leiten, nicht warnen, nicht zurechtweisen lässt durch den Heiligen Geist, dann zieht dieser sich zurück und hüllt sich in Schweigen. Gott kann die Ungehorsamen ihre eigenen Wege gehen lassen. Ihr Herz wird hart, ihr Gewissen stumpf, und tödliche Gleichgültigkeit legt sich auf sie.

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SONNTAG, 26. JUNI

EPHESER 4, 30; 1. SAMUEL 15, 22. 23

Wir verstehen den Schmerz eines Vaters oder einer Mutter, wenn sie einen Sohn oder eine Tochter einen falschen Lebensweg gehen sehen. Ihr Reden, das Betragen, der Umgang und die Verwendung von Geld ist für die Eltern wie ein Dorn, der ununterbrochen gefühlt wird. Der Sohn bleibt Sohn; die Tochter bleibt Tochter. Aber solche Kinder sind nicht wirklich glücklich. Unzufriedenheit plagt sie. - Das ist das Bild von zahllosen Gläubigen, die die große Gnade ihrer Errettung nicht dankbar zu schätzen wissen und die durch ihre mangelnde Wachsamkeit, Untreue und Gleichgültigkeit den Geist Gottes immer wieder betrüben. (Lies Jes. 43, 24b.) Die Kraft und Wirksamkeit des Heiligen Geistes bleibt ihnen etwas Fremdes. Eine der Hauptsünden vieler Kinder Gottes ist der Ungehorsam: Ungehorsam in kleinen Dingen, Ungehorsam in großen Dingen. Ach, wenn der Heilige Geist es uns allen beleuchten könnte, dass es etwas Schreckliches ist um den Ungehorsam Gott gegenüber! »Denn so schlimm wie die Sünde der Wahrsagerei ist Widerspenstigkeit und das Widerstreben so schlimm wie Abgötterei und Götzendienst.« - Es wird unter unseren Lesern kaum einer sein, der es wagen wird, sich mit Wahrsagerei oder heidnischem Götzendienst einzulassen. Aber wie viele mögen es sein, die es wagen, dem heiligen Gott immer neu durch Ungehorsam ins Angesicht zu sündigen. - Sind wir nicht berufen zum Gehorsam Jesus Christus gegenüber (1. Petr. 1, 2)? Ist es nicht das Kennzeichen der Kinder Gottes, dass sie sich leiten lassen durch den Heiligen Geist? (Lies Jes. 48, 17. 18.) Satan aber will diese Stimme unwirksam machen, übertönen - bald durch die eigenwilligen Wünsche des natürlichen Herzens, bald durch das Geräusch und die Lust der Welt. Die Folge ist ein Leben des Unfriedens. Wenn dies auf dich zutrifft, dann kehre in aufrichtiger Buße um zu deinem Gott. Dann kann aus deinem Leben etwas Neues werden.

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MONTAG, 27. JUNI

EPHESER 4, 25; 3.MOSE 19, 11

Gott macht nie einen Bund mit der Lüge: »Die Taten seiner Hände sind Wahrheit und Recht« (Ps. 111, 7; vgl. 25, 10). - Von König Hiskia hören wir: »Er tat, was gut und recht und wahr war vor dem Herrn, seinem Gott« (2. Chron. 31, 20). - Paulus sagt von jedem Wiedergeborenen, er habe »die Lüge (d.h. alles Falsche und Unwahre) abgelegt«. Die Frage ist aber, ob der Gerettete sich nun auch auf dem neuen Weg der Wahrheit bewahren ließ. Wie klar ist das Leben eines Erlösten, wenn er mit dem Psalmbeter spricht: »Den Weg der Wahrheit habe ich erwählt!« Aber wie vielfach ist es der Fall, dass der Heilige Geist durch Lüge, Heuchelei, falschen Schein betrübt wird im praktischen Leben der Kinder Gottes. Habe nicht auch ich dies getan nach meiner Bekehrung? Habe ich es bei Gott und Menschen bekannt und gutgemacht? Stehe ich in Aufrichtigkeit vor Gott und Menschen als der, der ich wirklich bin? Leider findet man Gläubige, die ein Leben des Scheins führen (vgl. Apg. 5, 1-4). Sie bringen eine Unwahrhaftigkeitslast nach der anderen auf ihr Gewissen. Jedes Mahnen des Heiligen Geistes wird unterdrückt, bis er sich zurückzieht und zum Schweigen gebracht ist. - Kind Gottes, lass dich bewahren vor dem bösen Weg - vor der Zunge, die Verkehrtes redet - vor denen, »die da verlassen die Pfade der Geradheit, um auf den Wegen der Finsternis zu wandeln«! - Der Herr Jesus Christus nennt den Heiligen Geist immer wieder den »Geist der Wahrheit«; wie wollen wir irgendetwas von seinem Licht und Trost erfahren, wenn wir in unserem Herzen der Unaufrichtigkeit und Lüge Raum geben? »Glückselig der Mensch, dessen Übertretung vergeben, dessen Sünde zugedeckt ist . . . und in dessen Geist kein Trug ist« (Ps. 32, 2; vgl. Ps. 39, 2; 141, 3).

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DIENSTAG, 28. JUNI

EPHESER 4, 29-32; 5, 3. 4; JAKOBUS 3, 3-12 Eng mit der Unwahrhaftigkeit verknüpft ist überhaupt das sündige Gebiet ungeheiligter Worte. Wie sehr wird der Geist Gottes hierin betrübt und unterdrückt bei Kindern Gottes! »Wer leben will und gute Tage sehen, bewahre seine Zunge vor Bösem und seine Lippen, dass sie nicht Trug reden« (Ps. 34, 13. 14)! (Lies Spr. 10, 31. 32; 12, 13. 14.) Vielleicht sind deine »faulen Geschwätze« nicht direkt mit Sündenschmutz gefärbt - doch die »lustigen« Witze, die lächerlichen Anspielungen!, das genügt schon, dich von der Gegenwart deines Gottes wegzubringen. Gewöhnlich ist die Einleitung ziemlich harmlos; es dauert jedoch nicht lange, so wird die Zunge von der Hölle angezündet zu witziger Herabsetzung Abwesender, zu verleumderischer Nachrede, zu anstößigen und zweideutigen Scherzen! »Wo viele Worte sind, da geht es ohne Sünde nicht ab. Wer seinen Mund und seine Zunge bewahrt, bewahrt vor Drangsalen seine Seele; wer seine Lippen aufreißt, dem wird es zum Untergang.« - Fast zahllos sind die Schriftworte, die vor unbesonnenen und vielen Worten warnen. (Vgl. Spr. 15, 2; 17, 28.) Es ist furchtbar, welch einen Schaden für sich selbst, für andere und für die Sache Gottes Kinder Gottes mit ihrem ungeheiligten Reden anrichten. (Lies Ps. 64, 2-4; 140, 2-7.) Zungensünden werden vielfach nicht ernstlich genug als Sünden angesehen. Viele Gotteskinder bedenken gar nicht, dass sie damit Tag für Tag den Heiligen Geist betrüben und das Wachstum ihres inwendigen geistlichen Lebens hindern. Wo dagegen der Heilige Geist durch solche Verfehlungen nicht getrübt wird, da leuchtet unter den Gotteskindern das Wesen und die Art von Christus: Sie sind gegeneinander gütig, mitleidig und vergeben gern und von Herzen, ohne etwas nachzutragen. Da erfasst man es: »Das Reich Gottes ist Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist« (Röm. 14, 17).

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MITTWOCH, 29. JUNI

EPHESER 4, 28; 2. THESSALONICHER 3, 6-15; TITUS 3, 14 Diese Worte handeln von der Redlichkeit, von der Gewissenhaftigkeit im Erwerbsleben und vom Fleiß in der Arbeit. Damit wird ein Gebiet berührt, auf dem der Heilige Geist stark gedämpft werden kann. Es gibt Kinder Gottes, die deshalb nicht zu einem Leben der inneren Kraft und Freude kommen, weil hier ihre Gebundenheiten und Verfehlungen liegen. Sie können sich nicht zu der Überzeugung durchringen, dass man im Geschäftsleben ohne Lüge und Betrug durchkommt - ja, dass der Segen des Herrn in wunderbarer und sichtlicher Weise auf einem Gläubigen ruht, der sein Geschäft mit Gebet, Fleiß und Weisheit von oben führt, ohne zu lügen und zu hintergehen. Aber wir erleben es auch, dass gottesfürchtige Männer und Frauen ein Geschäft führen ohne Unwahrhaftigkeit - ohne Betrug, und Gott segnet sie wunderbar. Ihr Leben ist eine Darstellung des Wortes: »Glücklich ein jeder, der den Herrn fürchtet, der wandelt auf seinen Wegen. Denn essen wirst du die Arbeit deiner Hände; wohl dir, du hast's gut.« (Vgl. Ps. 15, 1-5.) Unredlicher Erwerb - alles, was nach göttlicher Wahrheit in das Gebiet des Unrechts und des Stehlens gehört, bringt eine Last auf unser Gewissen. Solche Sünde, wie fein sie auch eingekleidet sei in das Gewand scheinbarer Rechtlichkeit, muss vor Gott und Menschen ins Licht gebracht - und das unrechte Gut erstattet oder die vorenthaltene Zahlung getätigt werden. Vom unrechtmäßigen Erwerb greift die Schrift hinüber auf das Unterlassen gottgewollter Arbeit - auf Untreue und Faulheit in der Pflichterfüllung. Leute, die nicht fleißig arbeiten, nennt man Tagediebe: »Wie Essig den Zähnen und wie Rauch den Augen, so ist der Faule denen, die ihn senden (d. h. einstellen).« (Vgl. Spr. 26, 14-16.) Tüchtiges Arbeiten im Aufblick zum Herrn macht frisch und fröhlich.

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DONNERSTAG, 30. JUNI

EPHESER 4, 26. 27

Wir werden hier gewarnt vor Sünden des Temperaments. Eine wahre Bekehrung zu Gott bringt naturgemäß Erkenntnis und Bekenntnis der im Leben zurückliegenden Sünden hervor. Was aber Zorn, schlechte Laune und Missstimmungen vor Gott sind, das erkennen viele erst nach und nach, wenn ihr Herz durch das Wort Gottes beleuchtet wird. Es unterliegt keinem Zweifel, dass nach dem Willen Gottes unser angeborenes sündiges Temperament und unsere seelischen Stimmungen das neue Leben aus Gott nicht aufhalten und herabdrücken dürfen. Der Heilige Geist will fertig werden mit jedem Temperament, indem er es gründlich reinigt und heiligt. (Lies unter diesem Gesichtspunkt aufmerksam Römer 8, 1-9.) Unter der heiligenden Macht des Geistes Gottes müssen die Lebensäußerungen unserer alten Natur, unseres angeborenen sündigen Wesens ins Grab sinken. Wir sind durch den Glauben einsgemacht mit Christus in seinem Sterben: »Unser alter Mensch ist mitgekreuzigt worden, auf dass der Leib der Sünde abgetan sei, dass wir der Sünde nicht mehr dienen« (Röm. 6, 6). Stimmungen, Launen, Nachtragen, Verletzt- und Beleidigtsein, gekränktes Schweigen, hitziges Reden, Ärger, Missmut, Neid und Eifersucht und wie all die schlimmen Eigenschaften und Äußerungen des alten Menschen heißen - sie sind Sünde und beleidigen Gott. (Lies 1. Petr. 2, 1-5.) Diese Sünden werden nicht allein begangen mit Worten und Blicken, in unfreundlichen Antworten oder in lieblosen Briefen, sondern ebenso sehr in jener Kette bitterer und nachtragender Gedanken. Wenn du so gebunden bist, gib dein Temperament in die Hand des Herrn. Eile zur Befreiung, die Jesus heute an dir vollbringen will - damit du dann auch fröhlich rühmen kannst: »Das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat mich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.«

zur Verfügung gestellt von: bibel.com der Homepage von Christen für Christen.

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