Freitag,1.Juni Apostelgeschichte 1,9-11; 1.Korinther 15,20-26.

Nachdem eine Wolke Jesus aufgenommen hatte und die zurückbleibenden Jünger ihn nicht mehr sahen, standen auf einmal zwei weißgekleidete Männer bei ihnen und sprachen: "Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wird in gleicher Weise wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen." Der frühere Präses des Gnadauer Verbandes Kurt Heimbucher sagte einmal: "Unsere Christenhoffnung hat einen festen Grund, der verankert ist in der Auferstehung Jesu. Sie hat auch ein großartiges Ziel. Der Herr, an den wir Christen glauben, lebt und kommt wieder. Ihm gehört die Zukunft! Er spricht das letzte Wort über die Menschheit. Am Ende der Zeit steht nicht eine Götterdämmerung, auch kein Versinken der Menschen in die dunkle Nacht des Nichts. Das Ende ist ein neuer Anfang. Am Ende steht Christus, der Herr. Sein Ziel ist eine neue Schöpfung, die er ins Dasein rufen wird. Er sagt uns: 'Siehe, ich mache alles neu' (Offb.21,5; lies Dan.7,13.14; Offb.5,11-14). Wir müssen also nicht resignieren, wir müssen unterwegs nicht verzweifeln oder den Kopf in den Sand stecken. Wir wissen doch, dass keine Macht der Welt Christus aus dem Konzept bringen kann. Wir gehören einem Herrn, der das Wort gesagt hat, das kein Mensch von sich sagen kann: 'Mir ist gegeben alle Gewalt in der für euch sichtbaren und unsichtbaren Wirklichkeit.' Wir brauchen nicht ängstlich ins Morgen zu gehen, wenn wir Christus angehören. Er nimmt uns mit in seine Zukunft. Das hat er uns versprochen. Er hält sein Wort. Dafür verbürgt er sich. Deshalb lassen wir uns nicht unterkriegen von den Ängsten und Problemen unserer Welt und Zeit! Wir dürfen im Licht der Auferstehung leben!" "Ich gehe hin und werde wiederkommen und euch zu mir nehmen." (Lies 1.Kor.1,7-9; Tit.2,11-14; Phil.3,20.21.)

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Samstag,2.Juni Epheser 1,19-22; Psalm 29,11.

Am Tag seiner Himmelfahrt sagte Jesus den Jüngern: "Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist!" Es ist die Kraft des zum Himmel erhöhten Herrn, von der Paulus spricht: "Ihr sollt erkennen, wie mächtig Gottes Kraft sich zeigt in euch, den Glaubenden." "Ich vermag alles durch den, der mich stärkt, Christus." "Er hat zu mir gesagt: Meine Gnade ist genug für dich, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Daher will ich mich am liebsten meiner Schwachheit rühmen, damit die Kraft Christi über mir wohne." (Lies Apg.4,33; 2.Kor.12,9.10.) Die Jünger vergaßen in ihrem späteren Dienst nicht, dass Jesus ihnen gesagt hatte: "Ich gebe euch Gewalt, auf Schlangen und Skorpione zu treten und über die ganze Kraft des Feindes, und nichts soll euch irgendwie beschädigen." Dieses Wort wurde einer Leserin des Bibellesezettels zur ganz praktischen Hilfe. Sie übertrug es auf die persönlichen Angriffe des Feindes in ihrem Alltag, indem sie so betete: "Herr Jesus, du hast mir die Kraft gegeben, auf die Schlangen der Antipathie zu treten, die Schlangen der bösen Gedanken, die sich immer wieder meiner bemächtigen wollen. Ich danke dir dafür. Du hast mir die Kraft zum Kampf gegeben, du hast mir zum Sieg über meine Feinde verholfen." (Lies 2.Sam.22,30; Ps.44,5-9; 5.Mose 33,26; Hebr.11,33.34.) Gott will uns Kraft geben, über den Verhältnissen zu stehen, die wir nicht verändern können. Seine Kraft hebt empor und trägt uns durch schwere Tage hindurch, die wie vermauert vor uns stehen. "Mit dir werde ich gegen eine Schar anrennen, und mit meinem Gott kann ich eine Mauer überspringen. Denn wer ist Gott, außer dem Herrn? Und wer ein Fels, als nur unser Gott? Der Gott, der mich mit Kraft umgürtet und meinen Weg vollkommen macht." (Lies Jes.40,27-31.)

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Pfingstsonntag,3.Juni Apostelgeschichte 2,1-3.33; Johannes 14,16.17.

Jesus versprach seinen Jüngern: "Wenn ich nun weggehe, will ich den Vater bitten, er möge euch einen Beistand schicken, der für alle Zeit bei euch bleibt, den Geist der Wahrheit." Er hat sein Versprechen wahr gemacht. In seiner Pfingstpredigt sagte Petrus: "Nachdem Jesus durch die Rechte Gottes erhöht worden ist und die Verheißung des Heiligen Geistes vom Vater empfangen hat, hat er dieses ausgegossen, was ihr seht und hört." "Sie wurden alle mit Heiligem Geist erfüllt." Auch uns gibt Jesus vom Himmel her seinen Geist, der uns in allen Angelegenheiten ein Beistand ist. Er steht uns bei, wenn wir angegriffen werden, legt uns Worte in den Mund, die wir niemals aus uns gehabt hätten. "Sorget nicht, was ihr reden sollt, denn nicht ihr seid die Redenden, sondern der Heilige Geist." (Lies Luk.12,11-13; Apg.6,8-10; 26,20-23.) Der Heilige Geist ist mit uns, wenn wir Menschen für Jesus gewinnen wollen. Er allein hat die Macht, sie von Sünde zu überführen. "Wenn der Tröster, der Heilige Geist, kommt, wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde, über die Gerechtigkeit und über das Gericht." Nach Jesu Aussage ist es der Heilige Geist, der die Wiedergeburt wirkt. Zu Nikodemus, einer führenden Persönlichkeit jener Tage, sagte Jesus: "Ihr müsst von neuem geboren werden ... aus dem Geist geboren." Nikodemus konnte das nicht verstehen. Da erklärte er ihm, dass es auf den Glauben ankommt. "So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben." "Die ihn aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, die an seinen Namen glauben." (Lies Joh.3,1-16; 1,12; Tit.3,5.6.) Paulus spricht von dem Beistand des Heiligen Geistes auch im Blick auf unsere Verbindung mit Gott, wenn er bittet, dass wir "stark werden durch seinen Geist am inneren Menschen". (Lies Eph.3,16; Joh.16,13.14.)

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Pfingstmontag,4.Juni Römer 15,13; Johannes 7,37-39.

"Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes." Joni Eareckson-Tada schreibt: "Immer reicher sollen wir werden - bis wir überfließen. Denn: 'Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Das sagte er von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glauben.' Manche Ausleger setzen 'überfließen' mit 'verschwenden' gleich. Diese Art von Überfluss ist eine gute Sache. 'Euch aber lasse der Herr wachsen und immer reicher werden in der Liebe untereinander und zu jedermann, wie auch wir sie zu euch haben' (1.Thess.3,12; lies 2.Petr.1,7; Gal.6,9.10). Immer reicher an Liebe sollen wir werden, bis wir davon überfließen. Was für ein Bild! Gott will nicht, dass der Überfluss seiner Liebe in unserem Leben im Rinnstein landet oder sich in Luft auflöst. Er will damit andere Menschen geradezu tränken. Das Übersprudeln seiner Liebe und Güte in unserem Leben soll den Menschen um uns herum Gutes tun und ihnen Mut geben. 'Denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist' (Röm.5,5). Wenn wir bei unseren Angehörigen, Freunden, Nachbarn oder Mitarbeitern etwas für Jesus ausrichten wollen, dann müssen wir uns zuerst mit der Freude, dem Frieden und der Liebe Gottes erfüllen lassen. Die Liebe wird sich dann in alle Richtungen verströmen, sodass sie den Menschen um uns zugute kommt. Gott hat etwas mit uns vor. Er will, dass wir für die Menschen da sind und ihnen zum Segen werden. 'Darum, Kinder, lasst uns nicht nur mit Worten lieben, noch mit der Zunge, sondern in der Tat und in Wahrheit.'" (Lies 1.Joh.3,16-18; Apg.9,36; 2.Kor.8,1-5.)

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ERMUTIGUNGEN ZUM BETEN

Dienstag,5.Juni Psalm 86,1-17; Römer 15,4.

In unserem Psalm finden wir Ermutigungen für das Beten. David ist in Not und weiß nur einen Ausweg: Er schüttet sein Herz vor Gott aus und wir erfahren dabei, was Gott ihm alles bedeutet. Er beschreibt, wer Gott ist und wie er ist, was er tut und was er verspricht. Für unser Beten kann es hilfreich sein, wenn wir uns an Gottes Wesen und seine Eigenschaften erinnern, und auch bedenken, was er schon in unserem persönlichen Leben getan hat. Wenn wir Gott in seiner Größe, seiner Liebe und Güte kennen gelernt haben, fällt es uns umso leichter, ihn zu suchen, zu ihm zu rufen. Dann nehmen wir im Glauben seine Verheißungen in Anspruch. "Ein Gebet Davids", so wird der Psalm überschrieben. Beten lernt man von Betern. Manchmal fühlen wir uns nicht in der rechten Verfassung zu beten, manchmal sind wir in der Schusslinie des Feindes, manchmal meinen wir, keine Zeit zum Beten zu haben. Manchmal sind wir niedergeschlagen, weil wir vergessen haben, wie einzigartig Gott ist, dass er Wunder zu tun vermag und seine Liebe zu uns unerschütterlich ist. Es können auch Zweifel im Herzen sein: Darf ich denn überhaupt mit allem zu Gott kommen, darf ich ihn bitten: Tu dies, tu jenes, bewahre mich, rette mich, erfreue mich, lehre mich... Genau das tat David (V.1-11). (Lies Jer.33,3; Matth.7,7-11; Phil.4,6.7.) In unserem Psalm sehen wir, dass David ein Mensch war wie wir, der einen Alltag mit vielen Problemen und Schwierigkeiten hatte wie wir. Das Besondere dieses Gebets sind die Begründungen, die zeigen, dass David ein Recht hat, solche Bitten auszusprechen. Achtmal - je nach Übersetzung - finden wir das kleine Wort "denn", das die Begründung seiner Bitte unterstreicht. Genau in der Mitte des Psalms schaut David auf zu dem unvergleichlichen, einzigartigen Gott, der allein Wunder tut. Dann fährt er fort, glaubensvoll zu beten. (Lies Hiob 5,8.9.)

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Mittwoch,6.Juni Psalm 86,1; Psalm 17,6.7.

Wie Väter und Mütter sich zu ihrem Kind neigen, wenn sie ihm etwas ins Ohr flüstern wollen, so bittet David seinen Gott: "Herr, neige deine Ohren und erhöre mich!" und erwartet seine Zuwendung. Meistens sind es nicht weltbewegende Dinge, für die wir um Erhörung bitten, aber sie machen unser Leben aus. David ist sich bewusst, dass er mit dem Herrn des ganzen Kosmos spricht: "Keiner ist wie du, Herr... nichts gleicht deinen Werken... alle Nationen, die du gemacht hast..." Begreifen können wir es nicht, dass dieser Herr sich um einen einzelnen Menschen und seine kleinen Belange kümmert. Aber gerade das wird uns in der Bibel versprochen. Auch wir dürfen so zu Gott sprechen: "Neige dein Ohr! Erhöre mich!" Er tut es, denn Gott hat ein Ohr für mich. "Sollte der, der das Ohr gemacht hat, nicht hören?" (Lies 2.Kön.19,16-20; Ps.25,16; 71,1-7; Dan.9,17-19.) Ist das nicht eine merkwürdige Begründung, die David für seine Erwartungen Gott gegenüber hat? Elend- und Armsein ist bei den Menschen keine Empfehlung. Denn Elende und Arme gehören in unserer Gesellschaft zu den Unerwünschten. Sie sind lästig, man geht schnell an ihnen vorbei und will möglichst nichts mit ihnen zu tun haben. David gibt diesen Zustand als seine erste Begründung an, vor Gott zu erscheinen. Das erinnert an die erste Seligpreisung, die Jesus auf dem Berg aussprach: "Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich." Also dürfen gerade solche sich an Jesus wenden. "Elend und arm" - das kann Verachtung bei Menschen auslösen, oder den Zugang zu Gott öffnen, der sich der Elenden und Armen annimmt. "Geistlich arm" und im Besitz des Himmelreichs! Ist das nicht ein Wunder? (Lies Matth.11,25; 18,1-3.)

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Donnerstag,7.Juni Psalm 86,1; Psalm 34,7.

David muss in einer ausweglosen Situation gewesen sein, in der er sich auf nichts berufen konnte, weder auf sein Königtum noch auf menschlichen Beistand. Er bildete sich auch nichts ein, sondern gab offen seinen Mangel vor Gott zu. Nur noch von Gott war Hilfe zu erwarten. Wenn wir unsere eigene Schwäche, unseren Mangel, unser Nichts-Sein und Nichts-Haben empfinden, dann leiden wir sehr darunter und sind innerlich in großer Not. Aber gerade solche Tiefen öffnen den Weg zu Gott: "Erhöre mich, o Gott, denn ich bin elend und arm!" "Bin ich auch elend und arm, für mich sorgt der Herr. Du bist meine Hilfe und mein Erretter, mein Gott, verziehe nicht!" (Ps.40,18; lies Ps.10,12-14.17; 72,12.13; 74,21). Die Elenden haben das Ohr Gottes! "Das Verlangen der Elenden hast du, o Herr, gehört; du achtest auf ihr Herz, leihst ihnen dein Ohr." Der Herr sprach zu Mose, als er ihn zum Führer Israels erwählte: "Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen und ihr Geschrei über ihre Bedränger gehört; ja, ich kenne ihre Schmerzen." "Weil denn die Elenden unterdrückt werden und die Armen seufzen, so will ich mich nun aufmachen, spricht der Herr; ich will ins Heil versetzen den, der sich nach mir sehnt." "Herr, wer ist dir gleich? Der du den Elenden rettest vor dem, der ihm zu stark ist, und den Elenden und Armen vor dem, der ihn beraubt." (Lies Ps.102,1-3.18-21; 109,21.22.30.31; Jes.49,13.) Auch Paulus schreibt vom Elendsein: "Ich elender Mensch, wer wird mich retten von diesem Leib des Todes? Ich danke Gott, er hat es getan durch Jesus Christus, unseren Herrn" (Röm.7,24.25). In dem Elend unserer Sünde und unseres natürlichen Menschen hört uns der Herr, und er befreit den Elenden!

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Freitag,8.Juni Psalm 86,2; Psalm 37,28.

Vor allem sieht David seine Seele in Gefahr, darum bittet er um Bewahrung und um Rettung. "Bewahre meine Seele... Rette deinen Knecht!" Bedroht ist das innere und das äußere Leben, darum diese ungewöhnliche Begründung: "denn ich bin fromm - du bist mein Gott!" Andere übersetzen statt "fromm" - "ich bin heilig, ich bin dir zugetan, ich bin dein". David beruft sich nicht auf irgendeinen Verdienst, nicht auf sein frommes Leben und seine Gottesfurcht, er sagt einfach: Ich gehöre zu dir und du bist mein Gott! Ich bin dein und du bist mein! Deshalb weiß ich, dass ich dich um Bewahrung und Rettung bitten darf. Gott ist zuständig für den Schutz seiner Knechte, die sich auf ihn verlassen. "Auf dich vertrauen, die deinen Namen kennen, denn du hast nicht verlassen, die dich suchen" (Ps.9,10.11; lies Ps.25,20; 59,2.17.18; 97,10). "Bei der Bewahrung ist nicht nur an die äußere Bewahrung vor Not und Anfeindung , sondern in erster Linie an die innere Bewahrung in der Gemeinschaft mit Gott gedacht, die wie nichts sonst die Seele erfreut" (H.Lamparter). Gerade unsere innere Gemeinschaft mit dem Herrn ist sehr schutzbedürftig. Sie ist so kostbar, dass der Feind alles daransetzt, uns zu berauben. Wir brauchen zwar nicht ängstlich zu sein, aber wir sollten auch nicht leichtfertig in den Tag mit seinen gefährdenden Momenten hineingehen. Wir müssen realistisch damit rechnen, dass der Feind immer da ist. Aber wir haben einen Bewahrer, wir sind nicht dem Angreifer preisgegeben. "Der Herr verlässt seine Heiligen nicht." Er schützt und bewahrt sein Eigentum. Nur die Bitte unsererseits ist nötig: "Bewahre mich, mein Gott, denn ich traue auf dich!" (Lies 2.Thess.3,2; 2.Tim.1,12; Jud.24.25.)

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Samstag,9.Juni Psalm 86,3.16; Psalm 57,2-4.

"Sei mir gnädig, Herr! Denn zu dir rufe ich den ganzen Tag... Wende dich zu mir und sei mir gnädig." Zweimal spricht David die Bitte aus: "Sei mir gnädig." Wir wissen nicht, was David dazu bewegte. Stand ihm ein Unrecht vor Augen, ein Versagen? In einem anderen Psalm betet er: "Herr, sei mir gnädig. Heile meine Seele, denn ich habe gegen dich gesündigt" (Ps.41,5; lies Ps.51,3-6a; 130,1-7; Micha 7,18.19). Auf jeden Fall wusste David, dass Gnade unverdient ist und dass wir ebenso wenig Anspruch darauf haben, dass der Herr unsere Bitten erhört. David wusste auch, dass er in jeder Stunde Gottes Gnade brauchte, um sich als sein Knecht zu bewähren. "Sei mir gnädig", bittet er und fügt die Begründung hinzu: "Denn zu dir rufe ich den ganzen Tag." Die Gnade ist vorhanden, aber man muss sie für sich erbitten und annehmen. Wir müssen zum Thron der Gnade hingehen, "um Barmherzigkeit zu empfangen und Gnade zu finden zur rechtzeitigen Hilfe" (Hebr.4,16; lies Ps.85,7.8; 90,14; Jes.54,10; 63,7). David sagte nicht: Als vielbeschäftigter Mann in meiner Verantwortung finde ich keine Zeit zum Beten. Nein, wir lesen: "Zu dir rufe ich den ganzen Tag." Er steht in ununterbrochener Verbindung mit seinem Gott. "Ich aber bin stets im Gebet!" Vor und nach seinen Begegnungen und immer wieder, auch während der Arbeit, ruft er zu Gott: Sei mir gnädig. Gib mir Gnade, lass deine gnädige Hilfe in diese Situation einströmen. Paulus schreibt nach Thessalonich: "Betet ohne Unterbrechung!" Und den Ephesern: "Zu jeder Zeit lasst euch betend finden im Geist" (1.Thess.5,17; Eph.6,18). Dann kann die Gnade Gottes jederzeit in unser Leben einströmen. (Lies Dan.6,11; Röm.12,12b; Kol.4,2.)

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Sonntag,10.Juni Psalm 86,4.5; Psalm 90,15-17.

Zu wem können wir sagen "erfreue mich", wenn wir bedrückt und niedergeschlagen sind? David hatte Gott, zu dem er so sprechen konnte: "Erfreue die Seele deines Knechtes; denn zu dir, Herr, erhebe ich meine Seele." Er schickt seine bedrückte Seele zu Gott, er hebt sie geradezu zu ihm empor: Bitte behandle sie, mache mich wieder froh. "Lass mich hören Freude und Wonne, dass die Gebeine frohlocken, die du zerschlagen hast... Gib mir wieder die Freude an deinem Heil" (Ps.51,10.14). Was auch immer die Ursache unserer Niedergeschlagenheit sein mag, Gott kann sie wegnehmen und uns wieder erfreuen. Das geht aus einer zweiten Begründung in Davids Bitte um die Freude hervor: "Denn du, Herr, bist gut und zum Vergeben bereit gegen alle, die dich anrufen." Gott ist gut zu uns, und er gibt gern. Er findet immer einen Weg, die Last von unserer Seele zu nehmen und das Dunkel zu erhellen, damit wir uns wieder freuen können. (Lies Jes.61,1-3; Hos.2,16.17.) Als König konnte David nicht mit einem bekümmerten, sorgenvollen Gesicht unter die Menschen gehen. Dazu war seine Verantwortung zu groß. Von ihm sollte Ermutigung ausgehen und nicht Belastung. Zweifellos hatte er als König viele Lasten zu tragen, Probleme zu entwirren, Rückschläge, Enttäuschungen zu verarbeiten. Aber er hatte den Ausweg zu Gott und konnte bitten: "Erfreue mich!" Vertrauensvoll dürfen wir diese Bitte vor unserem Gott aussprechen. Wir werden Antwort erfahren. "Du hast mir meine Klage in einen Reigen verwandelt, du hast mein Trauergewand gelöst und mich mit Freude umgürtet; auf dass man dir zur Ehre singe und nicht schweige; o Herr, mein Gott, ich will dich ewiglich preisen" (Ps.30,12.13; lies Ps.4,7.8; 19,9a; Jes.56,7a; Joh.15,11).

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Montag,11.Juni Psalm 86,4.5; Jesaja 40,18-28.

Sind wir uns bewusst, welchen Vorzug wir haben, dass wir nicht vor Götzen knien müssen, nicht in einer von vielen Religionen nach Hilfe zu suchen brauchen, sondern den lebendigen Gott erkennen konnten? "Zu dir, Gott, erhebe ich meine Seele!" "Unser Gott ist im Himmel, er tut alles, was er will. Ihre Götzen sind Silber und Gold, von Menschenhänden gemacht. Sie haben einen Mund und reden nicht, sie haben Augen und sehen nicht; Ohren haben sie und hören nicht... mit ihrer Kehle geben sie keinen Laut... Die ihr den Herrn fürchtet, vertraut auf den Herrn! Er ist ihre Hilfe und ihr Schild" (Ps.115,3-8.11; 1.Kön.18,21-39). "Zu dir, Herr, erhebe ich meine Seele, denn du, Herr, bist gut und zum Vergeben bereit gegen alle, die dich anrufen." Je länger wir in der Nachfolge Jesu leben und uns üben, in Verbindung mit dem Herrn zu bleiben, desto mehr merken wir, wie viel Vergebung wir nötig haben und wie unmöglich es ist, Schuld ungesühnt zu lassen, das heißt, einfach darüber hinwegzugehen. Jesaja bekannte: "Wehe mir, denn ich bin verloren. Ich bin ein Mann von unreinen Lippen." Das hörte der Herr: "Da flog einer der Serafim zu mir und hatte eine glühende Kohle in der Hand, die er mit der Zange vom Altar nahm, und rührte meinen Mund an und sprach: Siehe, hiermit sind deine Lippen berührt, dass deine Schuld von dir genommen werde und deine Sünde gesühnt sei" (Jes.6,6.7). "Unser Gott ist reich an Vergebung." "Jesus Christus ist die Sühnung für unsere Sünden!" (Lies Ps.32,1-5; Spr.16,6; Jes.59,12.13.20; 1.Joh.2,1.2.) Wir sind einander ein entlastetes Gewissen, ein von der Sündenlast befreites Leben schuldig. Sonst können wir kein Segen füreinander sein. Gott ist zum Vergeben bereit, und zwar gegen alle, die ihn anrufen. Es werden keine anderen Voraussetzungen verlangt, nur die eine, zu ihm zu kommen.

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Dienstag,12.Juni Psalm 86,6.7; Psalm 65,3.

"Vernimm, Herr, mein Gebet und merke auf die Stimme meines Flehens. In der Not rufe ich dich an; du wollest mich erhören." Am Anfang des Psalms, als David sein Anliegen vorbrachte, sagte er: "Herr, erhöre mich!" Am Schluss von Vers 7 begründet er sein Rufen mit nahezu gleichen Worten: "Denn du erhörst mich." Alles Rufen hätte keinen Sinn, wenn wir nicht wüssten, Gott ist der Hörer des Gebets. Jede neue Erhörung stärkt unser Vertrauen. (Lies Ps.66,19.20; 145,18.19; Jes.65,24.) Wer von uns kennt nicht Tage der Not und der Bedrängnis? Vielleicht bedrängen uns Gedanken an die kommenden Tage mit ihren Aufgaben und Lasten. Vielleicht sind wir innerlich in Not wegen unserer Kinder, unserer Eltern oder sonstiger Freunde, die nichts von Jesus wissen wollen. Aber "am Tage der Not rufe ich dich an, du wollest mich hören" - in anderer Übersetzung: "denn du hörst mich!" Es ist etwas anderes, ob wir beim Beten ganz benommen sind von den Bedrängnissen oder ob wir in dem Bewusstsein beten: "Du hörst mich!" "Wenn ich dich anrufe, so erhörst du mich und gibst meiner Seele große Kraft." Die Erfahrung lehrt uns, dass es immer von neuem erforderlich ist, dass unser Glaube tätig wird und mit den Machttaten Gottes rechnet. In jedem Menschenleben gibt es Tage besonderer Bedrängnis. Solch einen Tag erlebte König Asa, als Serach, der Kuschiter, mit einem Millionenheer gegen ihn zu Felde zog. Da rief Asa, der an der Spitze seines Heeres stand, zu dem Herrn, seinem Gott: "Herr, es ist dir nicht schwer, dem Schwachen gegen den Starken zu helfen. Hilf uns, Herr, unser Gott; denn wir verlassen uns auf dich." Gott griff wunderbar ein. Er ließ einen Schrecken über das Riesenheer des Feindes kommen, sodass sie alle flohen. (Lies 2.Chron.14,8-14; 33,10-13; Ps.50,15; 107,6-9.13.14.20.28-30.)

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Mittwoch,13.Juni Psalm 86,8-10; 5.Mose 33,26.27.

Mitten im Bitten bricht David ab und spricht zu seinem Gott: "Keiner ist wie du, Herr, unter den Göttern, und nichts gleicht deinen Werken... denn groß bist du und tust Wunder, du bist Gott, du allein!" Während David seine Not vor Gott ausbreitet, wird er plötzlich von der Größe seines Gottes überwältigt, dem er ohne Vorbehalt alles sagen kann. Scheinbar unvermerkt geht sein Bitten in Anbetung über. Der einzigartige, unvergleichliche und wirkliche Herr steht vor seinem inneren Auge, und so wird er hinausgehoben über die gegenwärtigen Probleme und gewinnt eine herrliche Zukunftsperspektive: "Alle Völker, die du gemacht hast, werden kommen und vor dir anbeten, Herr, und deinen Namen ehren." (Lies 2.Mose 15,11-18; Jer.10,6.7.) Während David noch mit seinen vielfältigen Bedrängnissen beschäftigt war und sie in Bitten verwandelte, offenbarte sich ihm Gottes Herrlichkeit und ließ ihn das Unvergleichliche seines Tuns sehen. "Groß bist du und tust Wunder, du bist Gott allein. Nichts gleicht deinen Werken." (Lies Ps.92,1-6.) Das dürfen auch wir erfahren. Wie immer unsere Bitten sind oder wie unsere Verfassung beim Beten ist, wenn wir ihn anrufen, werden wir ihm begegnen. Er selbst ist die Antwort auf unsere Bedürfnisse. Sein großes Tun ist unsere Hilfe. Ihm gehört die Zukunft. Wie befreiend ist es, von diesem Standort aus die Dinge des Lebens zu sehen. Wir sind nicht allein gelassen. Der Einzigartige, Unvergleichliche, Wundertuende, der Herr über allem ist, ist mein Gott, der mich hört! (Lies 1.Sam.2,1-3; Ps.77,14-21.)

Ihm kann ich ganz vertrauen, ich stütze mich auf ihn

und darf getrosten Herzens stets meine Straße ziehn.

Er, dem Millionen Engel als Diener untertan,

er weiß für mich zu sorgen, wie niemand sonst es kann.

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Donnerstag,14.Juni Psalm 86,10.11; Hiob 9,10.

Durch sein Vertrauen erlebte David das Eingreifen Gottes auf wunderbare Weise. Das war für ihn Anlass, seinem Herrn zu sagen: "Du bist groß und tust Wunder, du bist Gott, du allein!" Die Götter der Heiden sind tote Götzen, unser Gott allein ist groß und offenbart sich - wenn auch nicht immer sofort - als der Allmächtige. Das erleben alle, die ihm vertrauen. Zu der Bitte "Lehre mich, Herr, deinen Weg" schreibt H.Lamparter: "Die Einzigartigkeit Gottes ruft nach einer ganzen, ungeteilten Hingabe. In diesem Sinn will die Bitte von Vers 11 verstanden sein. 'Lehre mich, Herr, deinen Weg, dass ich wandle in deiner Wahrheit', das heißt so, dass ich dich, den allein wahren, lebendigen Gott allezeit vor Augen und im Herzen habe. (Lies Ps.89,7-9.16; 27,11.) Tief erkennt David seine eigene Ohnmacht, den Weg Gottes zu erkennen und auf ihm zu bleiben, ernstlich ist es ihm darum zu tun, dass die Erkenntnis Gottes sein ganzes täglich gelebtes Leben durchdringt und bestimmt... Darum fasst er sein Bitten zusammen: 'Erhalte mein Herz bei dem Einen, dass ich deinen Namen fürchte.'" Ein ungeteiltes Herz erbat sich David von Gott. Sein Gebet wurde erhört, denn die Bibel nennt ihn wiederholt als Vorbild eines Menschen, der ungeteilt auf Gott ausgerichtet lebte. "Sein Herz war ungeteilt mit dem Herrn, seinem Gott!" (Lies Apg.13,22.36; 1.Kön.8,61; 2.Chron.15,15; Ps.37,31.) Mit einem halben Herzen kann man Gott weder suchen, noch lieben, noch ihm danken oder dienen. Wenn ich darunter leide, dass ich Gott zu wenig liebe, weil ich einerseits will, aber andererseits auch wieder nicht will - und nicht nur das Eine will, weil mein Herz nicht ganz, nicht ungeteilt ist, dann darf ich bitten: Herr, richte mein Herz auf dich, überwinde mich, und wenn ich dir widerstrebe, mache mich ganz im Wollen und im Tun! "Von ganzem Herzen will ich dich preisen!" (Lies 1.Chron.29,9.18.19; Ps.119,80.145; Spr.23,26.)

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Freitag,15.Juni Psalm 86,11; Psalm 25,4.5.9.12.

Ein Besucher unseres Mutterhauses sagte zu der Bitte Davids in Vers 11: "Der ganze Mensch ist in diesem Gebet wiederzufinden. Zuerst sehen wir, wie offen seine Gedanken für Gott sind: 'Lehre mich deinen Weg... Ich will in deiner Wahrheit wandeln.' Sind auch unsere Gedanken offen für Gottes Wahrheit, ist es unser tiefster Wunsch, dass Gott uns seine Wege lehrt? Gott offenbarte Mose seine Wege, er will für uns dasselbe tun. Wir brauchen gerade in unserer Zeit Leute, die von Herzen sprechen: Herr, ich möchte in meinem ganzen Wesen mit meinen Gedanken offen für dich sein, ich bitte dich, lass mich deine Wege und deine Wahrheit erkennen! (Lies Ps.139,23.24; 119,30-33; 143,10.) - Aber Gedanken sind nicht genug. Gehorsam ist nötig, um seinen Willen nicht nur zu erfahren, sondern ihn auch zu tun. Der Psalmist gab Gott das Versprechen: Wenn du mir deine Wege zeigst, dann will ich dir gehorchen. Auf das Tun kommt es an. Der Herr Jesus sagte: 'Wenn jemand Gottes Willen tun will...' Wie sieht es bei uns aus: Wollen wir wirklich Gottes Willen tun? (Lies Ps.40,9; Matth.7,21; 12,50; Apg.21,13.14.) Der Psalmist wollte Gottes Willen erkennen, um ihn zu tun: 'Richte mein Herz auf das Eine, dass ich deinen Namen fürchte.' Ein ungeteiltes Herz ist nur auf den Herrn ausgerichtet, ein geteiltes Herz ist gefährlich. 'Niemand kann zwei Herren dienen: entweder wird er den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon' (Matth.6,24). Jakobus spricht von dem geteilten, zweifelnden Herzen, das unbeständig auf allen seinen Wegen ist. Willst du heute, dass Gott dich führt und segnet, dann gib ihm deine Gedanken und bitte: Lehre mich! Gib ihm deinen zum Gehorsam bereiten Willen und sage ihm: Ich will tun, was du von mir getan haben willst. Gib ihm dein ungeteiltes Herz, fürchte seinen Namen, preise ihn und bete ihn an für die Segnungen, die er bereit hat." (Lies Röm.12,1.2.)

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Samstag,16.Juni Psalm 86,11-13; 5.Mose 6,5.

Der Bitte, ein ganzes Herz für Gott zu haben, lässt David folgende Begründung folgen: "Denn deine Gnade ist groß gegen mich, du hast meine Seele errettet aus der Tiefe des Todes." Jesus hat ein ganzes Opfer gebracht, darum kann er völlig erretten und in uns wirken, dass unser Herz ungeteilt, ganz ihm gehört. Eine unserer Schwester, der nur wenige Jahre geschenkt waren, dem Herrn zu dienen, überschrieb eines ihrer Gedichte: Ganz und gern!

Ganz hat er mich erlöst, mein treuer Gott, ganz tilgte er all meine Schuld und Not,

ganz nahm er fort mein altes Leben, ganz hat er seine Fülle mir gegeben.

Ganz soll auch meine Antwort sein, ganz will ich folgen ihm allein.

Ganz hab ich mich ihm anvertraut, ganz alles Sein und Tun auf ihn gebaut.

Gern sagte er dem Vater "Ja" und ging den Weg nach Golgatha.

Gern hat des Vaters Willen er erfüllt und dadurch aller Welten Schmerz gestillt.

Aus Liebe will auch ich ihm leben, gern will ich folgen, ihm mich geben.

Gehorchen will ich ganz und gern und bitte ihn, dass ich es lern.

Gern und ganz mit ihm zu leben, das ist mein allerhöchstes Streben,

denn nur dann wird mein Herr geschaut, wenn sein Kind ganz und gern ihm traut.

Unser Herz lässt sich so leicht durch tausenderlei Dinge und Gedanken verwirren. Darum ist die Bitte und das Trachten nach gesammelten Gedanken und einem Herzen, das ungeteilt auf den Herrn gerichtet ist, in unserer Zeit besonders notwendig. Ein auf den Herrn ausgerichtetes Herz bleibt in Verbindung mit den göttlichen Kraftquellen, "denn des Herrn Augen schauen alle Lande, dass er stärke die, die mit ganzem Herzen an ihm sind" (2.Chron.16,9; lies 4.Mose 14,24; 32,11.12; Jos.14,6-9; 1,7; 24,15.16).

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Sonntag,17.Juni Psalm 86,14-16; Psalm 3,1-9.

David, der "zu seiner Zeit dem Willen Gottes diente", stand im Kampf: "O Gott, Übermütige sind gegen mich aufgestanden, die Rotte der Gewalttätigen trachtet mir nach meinem Leben, und sie haben dich nicht vor sich gestellt." Im Gegensatz zu seinen Widersachern gehörte es zu Davids Grundsätzen: "Ich habe den Herrn stets vor mich gestellt; weil er zu meiner Rechten ist, werde ich nicht wanken" (Ps.16,8). Obwohl angegriffen, reagierte David nicht mit einem Gegenangriff, sondern klammerte sich an Gott: "Du aber, Gott...", und er gebraucht Worte, mit denen Gott sich Mose vorstellte: "Herr, Gott, du bist barmherzig und gnädig, geduldig und von großer Güte und Treue" (2.Mose 34,6). So ist Gott! So hatte David ihn in Kampfsituationen vor Augen und wollte ihm ähnlich sein. Darum bittet er: "Wende dich zu mir, sei mir gnädig, stärke deinen Knecht mit deiner Kraft." (Lies Ps.18,32-40; Hebr.11,34.) Auch unser Leben in der Nachfolge des Herrn verläuft nicht kampflos. Wenn wir heute an unsere Aufgaben gehen, kann es sein, dass der Kampf schon auf uns wartet. Dann haben wir das Recht, wie David zu bitten: "Stärke mich mit deiner Kraft." Wen könnte man sonst um Hilfe bitten? Unser Gott ist da. Wir können damit rechnen, dass er uns Kraft und Weisheit gibt, wie wir sie brauchen. Er gibt die Kraft nicht auf Vorrat, sondern entsprechend den Forderungen unserer Tage. Was Asser verheißen wurde: "Wie deine Tage, so deine Kraft", gibt uns die Gewissheit, dass er auch uns Kraft für die täglichen Anforderungen zuströmen lässt. "Der Herr ist meine Stärke und mein Schild; auf ihn hat mein Herz vertraut, und mir wurde geholfen. Der Herr ist seines Volkes Kraft." Micha bekennt: "Ich bin erfüllt mit der Kraft des Herrn." (Lies Sach.10,12; Eph.3,16; 2.Tim.2,1.)

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Montag,18.Juni Psalm 86,17; Jesaja 43,18.19.

Noch eine letzte Bitte spricht David aus: "Wirke an mir ein Zeichen zum Guten, dass die, welche mich hassen, es sehen und beschämt werden, weil du, Herr, mir geholfen hast." Wirke an mir! An mir muss etwas geschehen, das empfinden wir oft. Dann sollten wir nicht länger unser Elend beklagen, sondern entschlossen mit allem Belastenden zum Herrn uns wenden und ihn bitten: "Wirke an mir!" Paulus tat seine Arbeit, weil er mit dem Wirken Gottes in ihm und durch ihn rechnete: "Ich mühe mich ab und ringe in der Kraft dessen, der in mir kräftig wirkt." Sein Wort ist ein Mittel, wodurch Gott in uns wirkt, und auch der Heilige Geist. "Gottes Wort, das in euch wirkt, die ihr glaubt." "Meine Rede und meine Verkündigung bestand nicht in Worten, durch die menschliche Weisheit Menschen überzeugen will; dagegen war sie begleitet mit deutlichen Wirkungen des Geistes und von göttlicher Kraft" (Kol.1,29; 1.Kor.2,4; 12,6; 1.Thess.2,13). David war so kühn, Gott um ein Zeichen zu bitten: "Wirke an mir ein Zeichen", dass andere, die noch deine und meine Gegner sind, es sehen. Für Aaron wirkte Gott ein unübersehbares Zeichen, als er mit seinem Amt in Frage gestellt wurde. Aarons toter Stab wurde in das Zelt der Zusammenkunft gebracht und über Nacht trieb er Sprossen und Blüten und brachte reife Mandeln hervor. Das war das untrügliche Zeichen, dass Aarons Amt nach Gottes Willen war. Die Widersacher wurden beschämt, und Aaron wurde durch Gottes sichtbares Handeln getröstet. Auch heute greift der Herr oft wunderbar ein, wenn seine Nachfolger verleumdet oder angegriffen werden. (Lies 4.Mose 16,3.11; 17,16-26.) Arm und elend empfand sich David, als er zu beten begann. Getröstet beendete er sein Gebet, in der Gewissheit, als Zeichen Gottes in dieser Welt zu leben, "weil du, Herr, mir geholfen und mich getröstet hast".

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WAS BLEIBT, WENN WIR VOR JESUS STEHEN?

Dienstag,19.Juni 1.Petrus 4,7-11; Johannes 14,2.3.

„Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge.“ Seit Petrus das schrieb, sind fast zweitausend Jahre vergangen, aber Jesus ist noch nicht wiedergekommen. Doch immer da in der Geschichte der Gemeinde Jesu, wo Liebe zu Jesus, Erweckung, echtes geistliches Leben war, finden wir auch die Erwartung seiner Wiederkunft. Der Geist Gottes macht uns die Botschaft von der baldigen Wiederkunft unseres Herrn lebendig. Das letzte Buch der Bibel schließt mit der Bitte: „Amen, komm, Herr Jesus!“ (Lies Apg.1,11; Offb.22,17.20.) Was bewegt uns beim Gedanken an die Wiederkunft unseres Herrn? Angst vor Beschämung oder erwartungsvolle Freude? Petrus schreibt von einer Freude, die unsere Vorstellungen übersteigt: „Dann werdet ihr frohlocken, die ihr jetzt traurig seid in manchen Anfechtungen. Ihr habt Jesus nicht gesehen, und doch habt ihr ihn lieb. Ihr glaubt jetzt an ihn, ohne ihn zu sehen, und ihr werdet euch über ihn freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, wenn ihr das Endziel eures Glaubens davontragt, der Seelen Seligkeit“ (1.Petr.1,8.9). Oder bewegt uns die Sorge um unsere Angehörigen und die Menschen, die noch nicht zu Jesus gehören? Jesus liegt daran, dass sie gerettet werden. „Der Herr säumt nicht mit der Verheißung seiner Wiederkunft, wie manche es für ein Säumen halten, sondern er ist langmütig gegen uns, da er nicht will, dass jemand verloren geht, sondern jeder Raum zur Buße habe.“ (Lies 2.Petr.3,3.4.8-10; 1.Tim.2,4; Hes.33,11; Röm.5,15.18.19.) Ob wir nun Jesu Ankunft erleben oder nicht, so werden wir doch spätestens vor ihm stehen, wenn wir sterben. Der Apostel Johannes schreibt, worauf es jetzt ankommt: „Bleibt in ihm“ - in Verbindung mit ihm -, „damit, wenn er erscheint, wir Freudigkeit haben und uns nicht schämen müssen vor ihm bei seiner Wiederkunft“ (1.Joh.2,28).

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Mittwoch,20.Juni 1.Petrus 4,7; 1.Thessalonicher 5,1-6.

Wie sollen wir uns verhalten angesichts der nahen Wiederkunft Jesu? Was wird bleibenden Wert haben, wenn wir vor ihm stehen werden?

1. Unsere Hinwendung zu Gott im Gebet

„So seid nun besonnen und nüchtern zum Gebet.“ Mit Besonnenheit meint Petrus Selbstbeherrschung. Wir dürfen uns nicht einfach treiben lassen, schon gar nicht, wenn wir beten wollen. So vieles will uns davon abhalten und ablenken. Wir brauchen Selbstbeherrschung, um dabei zu bleiben und unserem Drang, jetzt schnell noch dies und das zu erledigen, nicht nachzugeben. Ein Notizzettel hilft, dass wir trotzdem nicht vergessen, was uns jetzt gerade eingefallen ist. „Seid nüchtern zum Gebet.“ Der Nüchterne ist fähig, zu erkennen und zu unterscheiden, worauf es Jesus ankommt. Er nimmt auch wahr, wo Gefahren lauern für uns - für unsere Familie oder für andere Menschen, die uns am Herzen liegen. Erkannte Gefahren können wir Jesus bringen und so eine Schutzmauer des Gebets um einen Menschen oder auch um unser Volk bauen. Dabei dürfen wir uns auf Gottes Verheißungen stützen. „Was ihr auch in meinem Namen bitten werdet, will ich tun, damit der Vater verherrlicht werde in dem Sohn“ (Joh.14,13; lies Klagel.2,18.19; Hes.22,30; Dan.9,3-5; 1.Mose 18,22-33; 2.Mose 32,31.32; 5.Mose 9,25-29; 1.Sam.12,23). Biblische Nüchternheit lässt sich nicht vom Bösen überlisten und verführen. „Seid nüchtern und wacht. Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge. Dem widersteht, fest im Glauben“ (1.Petr.5,8). Nüchtern sein zum Gebet heißt, dass wir die Vorrangigkeit und den überragenden Stellenwert des Gebets erkennen und uns nicht von scheinbar Wichtigerem einnebeln lassen. Durch das Gebet hat Gott uns wunderbare Möglichkeiten gegeben. Nutzen wir sie!

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Donnerstag,21.Juni 1.Petrus 4,8; 1.Korinther 13,4-7.

2. Die Bruderliebe

„Vor allen Dingen aber habt untereinander eine anhaltende Liebe.“

"Vor allen Dingen" - also mehr als alles - soll unsere Liebe zueinander eifrig, beharrlich und echt sein, sodass sie nicht von jeder Enttäuschung wieder umgeweht werden kann. Anhaltende, nachhaltige Liebe „lässt sich nicht erbittern und rechnet das Böse nicht zu“. Jesus hat uns an das Reservoir seiner Liebe angeschlossen. „Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist“ (Röm.5,5). Diese Liebe vermag Schritte auf den zuzugehen, der uns weh tat, sie kann ihm offen begegnen, ihm vergeben und sich wieder versöhnen. Wir leben in der Familie, unter den Arbeitskollegen und in der Gemeinde davon, dass wir immer wieder neu miteinander anfangen, einander vergeben. Lassen wir Aussöhnung nicht so lange anstehen! Warum? Jemand begründete es treffend: „Versäumst du den Funken zu löschen, wirst du der Flamme nicht Herr.“ „Die Sonne gehe nicht unter über eurem Zorn.“ (Lies Matth.5,23-26; 7,12; Gal.5,13-15; Eph.4,26.27; vgl.1.Mose 4,3-8; 13,5-13.) Wir wollen nicht gegeneinander kämpfen, sondern miteinander gegen den kämpfen, der Menschenleben zerstört. „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem“ (Röm.12,21). Wenn wir auf Böses mit Bösem reagieren, vermehren wir das Böse in der Welt und stärken seine Herrschaft. Deshalb will Jesus uns durch seinen Geist leiten, dass wir nicht nach dem Motto handeln: „Wie du mir, so ich dir!“, sondern: „Wie Jesus mir, so ich dir.“ (Lies Joh.13,34.35; 1.Joh.3,16; 4,11.12.) "Wenn es eine Zeit gab, in der wir als Christen zusammenrücken müssen, dann ist es die Gegenwart. Gießen wir deshalb kein Wasser auf die Mühlen der Feinde. Verschwenden wir keine Zeit damit, gegen andere Christen zu kämpfen. Nutzen wir die Zeit lieber dazu, mit aller Kraft an der Liebe festzuhalten" (Ch.R.Swindoll).

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Freitag,22.Juni 1.Petrus 4,8; Matthäus 6,12.14.15.

Echte Liebe erkennen wir vor allem an der Bereitschaft zu vergeben. „Denn die Liebe deckt eine Menge von Sünden.“ Sünde zudecken heißt, sie vergeben. David wusste darum und jubelte: „Wohl dem, dessen Missetat vergeben, dessen Sünde bedeckt ist.“ Gott ist es, der unsere Sünde bedeckt mit dem Blut seines Sohnes, der für uns das Opferlamm wurde. Deshalb sagte Johannes der Täufer, auf Jesus schauend: „Siehe, das Lamm Gottes!“ Weil Gott uns vergibt, erwartet er, dass wir auch unserem Nächsten vergeben. „Wenn ihr den Menschen ihre Vergehungen nicht vergebt, so wird euer Vater auch eure Vergehungen nicht vergeben“ (Ps.32,1; lies Mark.11,25.26; Spr.10,12; 17,9). Unsere Liebe muss nicht scheitern und an den Fehlern des andern erliegen. „Ertragt einander und vergebt einander, wenn einer wider den andern zu klagen hat. Wie Christus euch vergeben hat, also auch ihr“ (Kol.3,13). Petrus fragte einmal den Herrn: "Herr, wie oft muss ich denn meinem Bruder, der an mir sündigt, vergeben? Genügt es siebenmal? Jesus sprach zu ihm: Ich sage dir: nicht siebenmal, sondern siebzigmal siebenmal" (Matth.18,21-35). Immer sollen wir vergeben! Gott kann viele Männer und Frauen nicht gebrauchen, weil ihre Beziehungen zu anderen ungeordnet sind. (Lies Matth.7,1-5; Luk.6,36.37; Röm.14,3.4.10.13; 15,1.2; Jak.2,13.) Weil wir Jesu Liebe in so hohem Maß erfahren dürfen, dürfen wir sie auch anderen weitergeben. Die Gefahr ist, dass wir für seine Liebe wie eine Sackgasse sind, anstatt wie eine Durchgangsstraße zu sein. Im Blick auf die technische Entwicklung leben wir in einer Kommunikationsgesellschaft. Wir können weltweit telefonieren, faxen, mailen, im Internet surfen. Trotzdem werden Menschen immer einsamer. Erst die Liebe lässt die Kommunikation mit unserem Nächsten gelingen, weil sie Sünden zudecken kann.

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Samstag,23.Juni 1.Petrus 4,9; Hebräer 13,1.2.

Liebe zeigt sich auch in Gastfreundschaft: „Seid gastfrei gegeneinander ohne zu murren.“ Liebe zeigte sich bei den ersten Christen auch im offenen Haus, in der Gastfreundschaft (Apg.2,46). Das war damals die Voraussetzung für die Mission und für die Gemeinschaft der Gläubigen miteinander, denn die Zusammenkünfte fanden ja in Privathäusern statt. Als Paulus Anweisungen gab, wem Verantwortung für die Gemeinde übertragen werden sollte, erwähnte er auch, dass diese Männer gastfrei sein sollten (1.Tim.3,1-3; Tit.1,7-9). Was kann uns hindern, Gastfreundschaft zu üben? Sie ist manchmal mit besonderer Mühe und Opfern an Zeit verbunden. Deshalb liegt die Versuchung nahe, zu murren. Aber: „Gastfrei zu sein vergesst nicht, denn dadurch haben manche ohne ihr Wissen Engel beherbergt.“ Hier klingt an, dass wir als Gastgeber nicht nur die Gebenden sind, sondern oft die Beschenkten und Bereicherten. Wenn wir das erleben, tut uns das vorausgegangene Stöhnen Leid. Die Purpurhändlerin Lydia hatte ein offenes Haus in Philippi, Aquila und Priscilla in Korinth. Sie nahmen Paulus auf und wurden dadurch gesegnet. Sicher war das für sie auch mit Arbeit und Einschränkung verbunden, aber der Segen, den sie empfingen, war weitaus größer. (Lies Apg.16,14.15; 18,1-3.24-26; Röm.12,13; 16,23; 3.Joh.5-8.) Ein offenes Haus kann auch heute ein großer Segen sein, weil es so viele einsame junge und alte Menschen gibt, denen der Kontakt zu anderen fehlt. Auch Menschen anderer Nationalität, die unter uns wohnen, tut es wohl, wenn wir sie einladen. In der Gastfreundschaft wird die Liebe Jesu praktisch gelebt, so kann sich uns die Tür zum Zeugnis von ihm öffnen. Sogar im kommenden Gericht, von dem Matthäus schreibt, kommt die Gastfreundschaft, die den Nachfolgern Jesu erwiesen wurde, zur Sprache und findet ihren Lohn (Matth.25,31-46). Vielleicht gehen wir auf eine Zeit zu, wo die Gemeinde Jesu sich nur noch in den Häusern der Gläubigen treffen kann, wie in der Anfangszeit!

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Sonntag,24.Juni 1.Petrus 4,10.11; Markus 10,43-45.

3. Der Dienst mit den Gaben, die uns anvertraut sind

„Dient einander, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mannigfachen Gnade Gottes.“ Jesus selbst hat uns das vorgelebt. Er war und ist der große Diener seiner Gemeinde. „Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt auch ihr einander die Füße waschen. Denn ein Vorbild habe ich euch gegeben, damit auch ihr tut, wie ich euch getan habe.“ Er diente uns bis aufs Äußerste und gab sogar sein Leben für uns hin (Joh.13,14.15; lies Luk.22,24-27; Phil.2,5-8; Eph.4,7-12). Als Auswirkung seiner dienenden Liebe haben wir Gaben empfangen, und zwar jede als Liebesbeweis Gottes. Die Gaben sind uns von ihm „verliehen worden“, das heißt, sie sind uns „geliehen worden“. Jede unserer Gaben soll im gegenseitigen Dienst eingesetzt werden. Nach welchen Gesichtspunkten teilt Gott die Gaben aus? Er tut es nicht nach Verdienst und Würdigkeit. Auch die mit den starken Ellenbogen haben hier keinen Vorteil. Wenn wir 1.Korinther 12 aufschlagen, das klassische Gabenkapitel, lesen wir: „Dieses alles aber wirkt ein und derselbe Geist, der einem jeden persönlich zuteilt, wie er will“ (V.11; lies Matth.25,15; Joh.3,27). Ob Gott uns seine Gaben entsprechend den Herausforderungen unseres Platzes oder unserer Zeit gibt? Jesus ermutigt uns, den Vater um den Heiligen Geist zu bitten: "Wie viel mehr wird der Vater den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten" (Luk.11,13b). Wir können ihn darum bitten, dass er seiner Gemeinde in unseren Tagen die Gabe der Geisterunterscheidung und der klaren Wortverkündigung erhält oder neu schenkt. Auch um die Gabe der Seelsorge dürfen wir bitten, dass uns die mutmachenden, helfenden Worte geschenkt werden in unserer Gesellschaft, in der oft so ein eisiger Wind weht. (Lies Apg.9,36-39; Luk.4,38.39; 10,30-37; Röm.12,6-8.)

Montag,25.Juni 1.Petrus 4,10.11; Matthäus 25,14-30.

Am Anfang setzte Gott den Menschen als Haushalter ein über seine so schön geschaffene Erde, besonders über den Garten Eden, „dass er ihn bebaute und bewahrte“. Der Hebräerbrief zeigt uns Jesus als den vollkommenen Haushalter über das Haus Gottes, über seine Gemeinde. Er übte seine Haushalterschaft total selbstlos aus und wollte nur den Willen des Vaters tun. (Lies Hebr.3,1-6; Joh.6,38.) Wir sind nicht Besitzer, sondern nur Verwalter der Gaben, die Gott uns gegeben hat. Er will, dass wir wuchern mit unseren Begabungen, mit Gesundheit, Besitz, Zeit und Geld. Alle Gaben haben gemeinsam, dass sie erst in der Ausübung lebendig werden. Dann haben andere Nutzen davon. - Jesus sprach in dem Gleichnis von den anvertrauten Pfunden von einem Mann, der sein Pfund vergrub. Ob er sich mit denen verglich, die mehrere Pfunde bekommen hatten, und deshalb resignierte? Schätzte er seine Fähigkeiten und Möglichkeiten zu gering ein oder hatte er Angst, auch noch das eine Pfund zu verlieren? Jesus geht gegen unsere Bedenken und Einwände an, indem er uns ermutigt: "Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit, so wird euch alles Übrige zufallen" (Matth.6,33). - "Wenn jemand dient, so tue er es aus dem Vermögen, das Gott darreicht." "Wer kleine Taten der Barmherzigkeit tut..." Nicht nur die großen Hilfeleistungen, sondern auch die kleinen Taten der Barmherzigkeit sind gefragt. Man kann zum Beispiel Stolperstellen aus dem Weg räumen, eine Peinlichkeit überbrücken, eine Erfrischung bereiten, einen Besuch machen, ein gutes Wort sagen. Nicht jeder kann an der vordersten Front stehen. Aber jeder kann mit seiner Gabe direkt oder indirekt zum Segen oder zur Rettung von Menschen mitwirken. Wir wollen uns von Gott zeigen lassen, was wir mit unserem Pfund machen sollen, damit es wirklich etwas bedeutet für den Bau seines Reiches. (Lies Luk.19,13; Röm.1,11-17; 15,26; 2.Kor.9,1-8.)

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Dienstag,26.Juni 1.Petrus 4,10.11; 1.Korinther 4,2.7.

“Fördert euch gegenseitig, jeder mit der Gabe, die Gott ihm geschenkt hat. Dann seid ihr gute Haushalter der reichen Gaben Gottes.“ Was zeichnet einen guten Haushalter aus? „Im Übrigen wird von Haushaltern nur erwartet, dass einer treu erfunden wird.“ Wenn wir jemandem treu sind, stehen wir zu ihm in einer besonderen Beziehung. Unsere Gaben können wir nur im Sinne Jesu und nach seinem Willen einsetzen, wenn unsere Beziehung zu ihm stimmt und er Mittelpunkt unseres Lebens ist. Ein treuer Verwalter wirtschaftet nicht in die eigene Tasche, sondern versucht, das Gut seines Herrn zu vermehren. Die Dienstgaben, die wir von Jesus empfangen haben, sind leider nicht vor Missbrauch geschützt. Sie bergen die Versuchung in sich, dass wir uns selbst in ihrem Strahlenkranz profilieren. „Jeder Blick auf mich und mein Charisma ist tödlich. Das Wachstum in der Heiligung kann nur darin bestehen, dass ich kleiner werde und dass dann in meiner tieferen Schwäche mehr Raum entsteht für Gottes Geisteswirken in mir. Kein Charisma darf den Blick auf mich lenken“ (W.Tlach). (Lies Luk.17,10; Joh.3,27.30; Röm.12,16; Phil.2,2-5.) Nicht die Begabungen und Talente, die wir haben, machen unseren Wert vor Gott aus, sondern unsere Liebe und unser vertrauensvoller Gehorsam ihm gegenüber. „Der Herr sieht das Herz an.“ (Lies 1.Sam.16,7; Apg.10,34.35; Hebr.10,22.) Mit der empfangenen Gabe sollen wir einander dienen. „Dass die Glieder gleichmäßig füreinander sorgen“, ist Jesu Ziel für seine Gemeinde. „Was jemand vor andern hat, hat er auch für die andern.“ Petrus erwähnt noch: "Wenn jemand predigt - das Evangelium verkündigt - soll er es als Gottes Wort weitergeben", das heißt, er soll nicht seine eigene Meinung verkündigen, sondern Gottes Botschaft in der Vollmacht, die der Heilige Geist verleiht. Das Wort Gottes enthält die Kraft, Menschen zur Wiedergeburt zu führen und sie zu verändern. (Lies 1.Petr.1,23-25; 1.Kor.12,25.)

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Mittwoch,27.Juni 1.Petrus 4,11; Römer 15,5-7.

4. Alles soll zur Ehre Gottes dienen

„Auf dass in allem Gott verherrlicht werde durch Jesus Christus, dem die Herrlichkeit und die Macht gehört von Ewigkeit zu Ewigkeit.“ Durch alles, was wir tun, soll er gepriesen werden. „Nehmt euch einer des andern an, wie Christus sich eurer angenommen hat, zu Gottes Ehre.“ (Lies Joh.15,8; 1.Kor.10,31; Kol.3,17.23.) Wie viele Konflikte innerhalb der Gemeinde Jesu ließen sich vermeiden, wenn die Ehre Gottes immer unser Ziel wäre. Neid oder Selbstüberhebung können dieses wunderbare Zusammenwirken der einzelnen Gaben gefährden. Dagegen hilft nur, dass wir immer wieder zu unserem gemeinsamen Ziel umkehren - zu Gottes Verherrlichung. „Das allein bewahrt die Gemeinde vor Eitelkeit, vor Selbstsucht, vor Unduldsamkeit, wenn in allen ihren Gliedern das eine Verlangen lebt, dass nur Gott gepriesen werde“ (Goppelt). (Lies Röm.12,10; 1.Kor.6,20; Gal.5,26; Phil.4,20; 2.Thess.1,10-12.) Jesus als der einzigartige Haushalter Gottes hatte diese Leidenschaft, dass durch alle seine Lebensäußerungen der Vater verherrlicht werden sollte, auch wenn er dafür durch tiefste Tiefen und schwerstes Leiden gehen musste. „Geheiligt werde dein Name“, betete er (Matth.6,9). Hier finden wir den gewaltigen Unterschied zwischen Jesus und Satan. Satan strebt immer nach eigener Größe und Verherrlichung. Jesus aber suchte in allem die Verherrlichung des Vaters. (Lies Matth.4,8-11; Jes.14,12-14; Joh.12,27; 17,1.) Auch der Heilige Geist will nicht sich selbst groß machen, sondern Jesus. „Derselbe wird mich verherrlichen; denn von dem Meinigen wird er es nehmen und euch verkündigen“ (Joh.16,13.14). Damit wird uns ein wichtiger Maßstab an die Hand gegeben: Wer soll in unserem persönlichen Leben oder bei einer Veranstaltung groß herauskommen? Menschen oder Jesus? Das hilft uns auch, unsere eigenen Wünsche zu beurteilen. Ist es unser Verlangen: „Auf dass in allem Gott verherrlicht werde“? (Lies Ps.115,1.)

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Donnerstag,28.Juni Johannes 15,16; Philipper 1,10.11.

“Auf dass in allem Gott verherrlicht werde durch Jesus Christus.” Wie können wir Gott verherrlichen? Indem wir ja sagen zu der Lebenssituation, in der wir uns befinden. Vielleicht sehnen wir uns danach wegzugehen und hegen Fluchtgedanken? Aber Jesus hat uns an unseren Platz gestellt, damit wir ihn gerade da verherrlichen. Die Mutter, die durch ihre Kinder angebunden ist und sich mehr Freiheit wünscht, kann bitten: Segne mich an meinem Platz, dass ich durch meine Erziehungs- und Hausarbeit dich verherrlichen kann. - Der altgewordene Mensch, dessen Lebensradius enger wurde, kann danken für die Möglichkeiten zum Wirken, die er noch hat. Vor allem kann er Gott preisen für den Ausblick auf die ewige Heimat bei ihm. Das gibt Geborgenheit, auch wenn die Kräfte schwinden. Paulus rechnete damit, dass er nach seinem Tod bei Jesus sein würde. Der Himmel und das ewige Leben waren für ihn Realität. Deshalb blickte er erwartungsvoll in die Zukunft. Er wünschte sich, in jeder Lage seinen Herrn zu verherrlichen. Gott gab ihm dazu die Kraft. Dabei machte er die Erfahrung: „Wenn auch meine körperlichen Kräfte nachlassen, wird doch das Leben, das Gott mir schenkt, von Tag zu Tag erneuert“ (2.Kor.4,16; lies Phil.1,20-24; 2.Tim.4,6-8; Joh.21,19). Der junge Nachfolger Jesu kann beten: Lass mich dich verherrlichen in der Schule, im Studium. Lass mich ein treuer Haushalter sein im Blick auf das Lernen. Er kann sein Leben Gott zur Verfügung stellen für seinen Dienst. Er kann ihn auch bitten, dass er ihn leitet in seiner Entscheidung bei der Partnerwahl. Mitten in unserem Alltag verherrlichen wir Gott, wenn wir ihm kindlich vertrauen und freudig sein Wort befolgen. „So soll euer Licht leuchten vor den Leuten, dass sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ (Lies Matth.5,13-16; Phil.4,4.5; Eph.5,20; 2.Tim.2,22.)

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MIT GOTTES WORT LEBEN

Freitag,29.Juni Jeremia 15,16; 5.Mose 8,3.

Dass Gottes Wort zu Jeremia geschah, war das Größte in seinem Leben. Es war ihm Speise, Trost und Freude, gab ihm innere Stärke, dem Druck von außen standzuhalten. Es gibt Stunden über der Bibel für Nachfolger Jesu, die mit keinem Glück, keinem Erfolg oder Reichtum dieser Welt zu vergleichen sind. Hier redet der Vater mit seinem Kind. Kennen wir solche Zeiten, in denen Gott uns sein Wort persönlich zuspricht? Eine junge Christin schrieb: "Das sind die glücklichsten Stunden oder Augenblicke, wenn ich einen Abschnitt vom Wort Gottes Stückchen um Stückchen essen darf. Wie werde ich da gesegnet." (Lies Matth.4,4; Luk.10,38-42; 24,32; Ps.1,1-3.) Wir sind heute vielbeschäftige, aber dadurch auch gefährdete Leute. In der Arbeitswelt geht es darum, zeitsparende Verfahren zu entwickeln. Doch wenn wir dieses Prinzip der Zeiteinsparung auch auf unser Verhältnis zu Gott übertragen, geht es an unseren Lebensnerv. Streichen wir aus unserem Leben das Hören auf Gott, das Gebet, die "Stille Zeit", dann streichen wir auch Gott weg. Wir können auf alles verzichten, nur nicht auf seine Gegenwart. Ein Wycliff-Bibelübersetzer schreibt: "Ich habe meine Arbeit als Sprachwissenschaftler geliebt und mich nicht über Arbeitstage von zehn bis zwölf Stunden beklagt. Aber es gab viele Tage, in denen die Zeit mit Gott zu kurz kam. (Lies Esra 7,10; Spr.6,23; 8,32-35.) Wie ist es mit deiner Zeit für Jesus und sein Wort? Ist sie zu einigen kurzen Momenten zusammengeschmolzen, in denen du schnell im Vorbeilaufen einen Bibelvers liest oder ein hastiges Gebet murmelst? Er möchte, dass du dir wirklich Zeit für ihn nimmst. Er möchte Zeit, um dich zu lehren und dich zu ermutigen, Zeit, um dich zu führen und dir die Kraft für das zu geben, was er dir aufgetragen hat." (Lies 1.Sam.3,1.19-21; Hes.3,1-3; Ps.32,8.)

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Samstag,30.Juni Jeremia 15,16; Psalm 19,8-12.

"Dein Wort ward meine Speise, sooft ich's empfing." Altlandesbischof Theo Sorg sagte bei einem Gemeindetag unter dem Wort: "Dieser kleine Satz spricht eine wichtige Erkenntnis aus: Wir Menschen verfügen nicht über Gottes Wort; wir sind vielmehr ganz aufs Empfangen angewiesen. Darum sollten wir an die Bibel immer mit der Erwartung und mit der Bitte herangehen, dass Gott uns aus seinem Wort das gibt und das schenkt, was wir jetzt für unsere eigene Situation oder auch für andere Menschen nötig haben. Das geöffnete Ohr ist die rechte Voraussetzung für die Begegnung mit Gott und seinem Wort. 'Alle Morgen weckt er mir das Ohr, dass sich höre, wie Jünger hören. Gott der Herr hat mir das Ohr geöffnet. Ich bin nicht ungehorsam und weiche nicht zurück' (Jes.50,4.5; lies Spr.18,15; 25,12; Joh.5,39; Apg.17,11). - Das Wort als Speise weist auf den regelmäßigen Umgang mit dem Wort hin. Man geht nicht zum Essen, wenn man gerade Lust und Laune verspürt, sondern zu ganz bestimmten Zeiten. So sollte auch unser Umgang mit der Bibel gestaltet sein. Wir sollten zu einer guten Ordnung finden. Auch wenn man heute vieles nur noch nach dem Prinzip der Lust ausführt, dürfen wir unsere Beschäftigung mit der Bibel diesem Prinzip nicht unterwerfen. Denn ein ungeordneter Umgang mit der Heiligen Schrift kann nicht zum Wachstum im Glauben führen. So können wir uns mit der Bibel geistlich nähren und dabei die Erfahrung machen, die auch Jeremia zuteil geworden ist: Mitten in der tiefsten Anfechtung, mitten im nagenden Zweifel hat Gott ihn gestärkt durch sein Wort und hat ihm geholfen, die Anfechtung zu bestehen und schließlich zu überwinden, weil er treu an Gottes Wort blieb und sich auch durch alle Widerstände nicht davon abbringen ließ." "Ich behalte dein Wort in meinem Herzen, damit ich nicht wider dich sündige." (Lies Ps.119,16.47.72.97; 2.Mose 33,8-11; 34,29.)

zur Verfügung gestellt von: bibel.com der Homepage von Christen für Christen.

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