Donnerstag,1.Juni Apostelgeschichte 16,19-21; Psalm 37,12.17.

„Sie führten sie den Stadtrichtern vor und sprachen: Diese Menschen, die Juden sind, verwirren ganz und gar unsere Stadt und verkündigen Gebräuche, die uns nicht erlaubt sind, da wir Römer sind.“ Bisher waren es die Juden, die sich gegen den Apostel auflehnten. Sie griffen ihn an, wenn sie meinten, Paulus würde ihre religiösen Vorstellungen antasten. Nun widersetzten sich die Heiden; sie brachten Falsch-Aussagen gegen ihn und Silas bei Gericht vor. Unterwanderung der bestehenden Sitten und Gebräuche wurde ihnen vorgeworfen. Sie wurden beschuldigt, Unruhe unter dem Volk zu stiften. In gewisser Weise hatten ihre Ankläger recht, denn die klare Verkündigung des Evangeliums beunruhigt Menschen. Die Zuhörer werden aus ihrer gedankenlosen Ruhe wachgerüttelt. Eine heilsame Unruhe war in Philippi ausgebrochen. Das Evangelium hatte das Denken und die Lebensgestaltung von Lydia und anderen bereits verändert. (Vgl.Luk.19,1-10.) Vielleicht waren die Besitzer der Sklavin selber von der Botschaft getroffen, jedoch nicht bereit zum Eingeständnis ihrer persönlichen Schuld. Deshalb griffen sie die Boten Gottes an: ihr Hass wurde zur falschen Anklage. Jesus sagte seinen Jüngern: „Wenn die Menschen euch hassen, dann vergesst nicht, dass man mich vor euch gehasst hat" (Joh.15,18-20; lies Luk.6,22.23). Bis heute ist es so, dass Christen in manchen Ländern als Unruhestifter gegenüber der allgemeinen Ordnung bezeichnet werden. Hier in Philippi hören wir sogar schon einen Ton von Antisemitismus durch: wir sind die Römer, das sind die Juden (V.20). - Die Stimmung in der Stadt schlug um, die Apostel wurden öffentlich gedemütigt, entehrt und ohne ein ordentliches Verfahren in das Gefängnis geworfen. Satan schlägt zurück, wo Gott wirkt! Auffallend ist, dass wir von Paulus und Silas kein Wort der Auflehnung oder Verteidigung hören. Dachten sie an ihren Meister, der auf die Anklagen gegen ihn "seinen Mund nicht auftat"? (Lies Jes.53,5-7; Matth.26,62.63a; 27,14; 1.Petr.2,19-23; Ps.38,13-16; 109,1-4.)

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Freitag,2.Juni Apostelgeschichte 16,25; Psalm 138,1-3.7.8.

Der Dennoch-Glaube des Paulus und Silas

„Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobten Gott. Und die Gefangenen hörten sie.“ Wenn wir uns in die Situation von Paulus und Silas versetzen, dann taucht berechtigt die Frage auf: Wie konnten diese beiden Männer unter solchen Umständen noch Loblieder singen? Sie waren im Gefängnis, hatten Schmerzen, die Missionsarbeit schien beendet. Und dabei hatten sie sich von Gott nach Philippi führen lassen! Lagen da nicht Gedanken der Bitterkeit und Resignation, der Auflehnung und Empörung näher? An ihrem Elend waren die verleumderischen Anklagen der geldgierigen Besitzer der befreiten Sklavin schuld. Die rechtswidrig handelnden Richter hatten ihre üble Lage herbeigeführt. Und ging es dem diensteifrigen Kerkermeister nicht letztlich um die Anerkennung seiner Vorgesetzten? Wer kennt nicht die Macht solcher Gedanken, die in schwierigen und notvollen Stunden in unserem Herzen aufkeimen! H.Thielicke gibt den Rat: „Wer von uns gar nicht mehr aus und ein weiß, der soll einmal alles Hadern und Bitten lassen und getrost loben. Nichts ändert uns so wie das Lob Gottes. Damit lernen wir für unser Leben den Ausweg sehen, einfach deshalb, weil Gott am Ende aller Wege und Sackgassen steht.“ (Lies Matth.5,10.11; 1.Petr.4,12-14; Apg.5,40-42.)Lobgesänge, die auch in der Tiefe des Leidens nicht verstummen, sind eine bessere Empfehlung für das Evangelium als viele Zeugnisse aus guten Tagen. „Wenn die Welt Menschen sieht, die im Leiden fröhlich sind, so sucht sie nach einem Grund solcher Freude und wird dadurch empfänglich für die Botschaft von dem, der allein solche Freude geben kann" (A. Christlieb). "Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat... der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönt mit Gnade und Barmherzigkeit" (Ps.103,1-4).

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Samstag,3.Juni Apostelgeschichte 16,25; Römer 12,12.

„Um Mitternacht beteten Paulus und Silas und lobsangen Gott.“ Das griechische Wort, das hier für lobsingen gebraucht wird, ist das gleiche Wort, das über den Psalmen steht, die am Passa-Abend gesungen werden: Psalm 113-118. Es sind die Psalmen, die auch Jesus am Abend vor der Verhaftung mit seinen Jüngern sang (Matth.26,30). Wahrscheinlich erinnerten sich Paulus und Silas im Gefängnis an diese Psalmen, die alle Juden auswendig kannten. In Psalm 116 lesen wir: "Stricke des Todes hatten mich umfangen, ich kam in Jammer und Not. Aber ich rief an den Namen des Herrn: Ach, Herr, errette mich!" Oder in Psalm 118: "Die Rechte des Herrn behält den Sieg! Ich werde nicht sterben, sondern leben und des Herrn Werke verkündigen." Wie gut, wenn wir in schweren Zeiten Gottes Wort im Herzen haben! (Lies Ps.33,3-5; 77,12-14; Röm.15,4.) Jemand erzählte: Ich saß im Wartezimmer des Arztes, und meine Gedanken drehten sich ständig um die Krankheit, die mir noch so unfassbar war. Dabei wurde die Last immer bedrückender. Ich habe mir gesagt: Weg mit dem, was mich so in die Angst treibt, ich will mir nun Bibelworte ins Gedächtnis rufen, die ein "Fürchte dich nicht!" enthalten. Das hat mir geholfen, wie es mir in schlaflosen Stunden hilft, wenn ich mich nach dem ABC auf Worte Gottes oder Liedstrophen besinne. In dunklen Stunden will ich mich bewusst an Gottes Wort halten, und ich habe schon oft erfahren, dass Gottes Wort mich gehalten hat. "Als quälende Sorgen mir Angst machten, hat mich dein Wort zur Ruhe gebracht und getröstet." "Wenn ich mich fürchte, so halte ich mich an dich. Ich will Gottes Wort rühmen; auf Gott will ich hoffen und mich nicht fürchten." "Großen Frieden haben, die dein Wort lieben; sie werden nicht straucheln" (Ps.94,19; 56,4.5; lies Ps.119,47.50.72.92.165; Jer.15,16).

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Sonntag,4.Juni Apostelgeschichte 16,25; Matthäus 5,11.12.

"Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobten Gott." In Zeiten der Bedrängnis stehen wir in Gefahr, uns ganz auf uns selbst zu konzentrieren und keinen Gedanken oder Blick für etwas anderes zu haben. Wir laufen Gefahr, selbst den, der neben uns in einer weitaus schlimmeren Lage ist, nicht mehr zu beachten. Paulus und Silas dagegen ließen sich nicht vom Selbstmitleid gefangen nehmen. Sie blieben auch unter den schwierigsten Umständen dabei: "Der Herr ist gut. Kein Elend ist so groß, er hat so Kraft als Neigung, uns zu schützen. Umschließt uns seiner starken Liebe Schoß, so kann der Geist in stillem Frieden sitzen. Es macht sein Schutz, dass man hier sicher ruht. Der Herr ist gut" (J.J.Rambach). "Ich will den Herrn loben allezeit; sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein!" (Lies Ps.34,1-6; 42,9; 50,15.23; Hab.3,18.19.) Manch einem von uns baut Gott einen persönlichen Staudamm ins Leben. Berufsaussichten werden verbaut, die Folgen einer Krankheit blockieren, mit Familiennöten kann man sich ein Leben lang abschleppen – kurz gesagt: Gott hat uns den Hahn unseres Lebens so abgedreht, dass er eigentlich nur noch tröpfeln kann. Doch dann machen wir - wie Paulus und Silas - zu unserer eigenen Überraschung die Erfahrung, dass unser Leben nicht vertrocknet, sondern von einer göttlichen Quelle gespeist wird, sogar überfließt und andere erreicht. „Die übrigen Gefangenen hörten ihnen zu.“ Es mag ein verwundertes Hinhören gewesen sein. Solche Töne waren hinter Kerkermauern ungewöhnlich. Selbst die harten Herzen der in Schuld und Sünde verstrickten Menschen erreichte das Lied des Vertrauens. Wurden sie wach für eine andere, für sie bisher unbekannte Melodie?Das Lied des Vertrauens und des Lobes, das Gott gesungen wird, findet zu aller Zeit Beachtung! "Mein Herz ist bereit, Gott, mein Herz ist bereit, dass ich singe!" (Lies Ps.145,1-3.20.21; vgl.Phil.1,12-14.)

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Montag,5.Juni Apostelgeschichte 16,26-30; Nahum 1,7.

Gott, dem alle Macht gegeben ist im Himmel und auf Erden, verfügt über unbegrenzte Möglichkeiten, "eiserne Riegel - an Gefängnistüren - zu zerbrechen". Selbst Naturereignisse kann er einsetzen, damit seine Kinder in umfassender, wunderbarer Weise Hilfe erfahren. (Lies Ps.33,18-21; 37,5; Jes.26,3.4.) Der aus dem Schlaf aufgeschreckte Gefängnisaufseher sah nur die offenen Gefängnistüren und vermutete, dass die Gefangenen entflohen waren. Für sein eigenes Leben sah er keine Perspektive mehr. Vielleicht haben wir es selbst schon erlebt, dass wir in den Grundfesten unseres Lebens erschüttert wurden, und schon war der Teufel am Werk und versuchte, das angefangene Werk Gottes zu zerstören, indem er uns einflüsterte: Du bist viel zu schlecht, dir kann nicht vergeben werden. Solchen lügnerischen Worten steht Gottes unverbrüchliches Wort gegenüber: "Doch auch jetzt noch" - in einem Augenblick der Verzweiflung über alles Geschehen - "kehret um zu dem Herrn, eurem Gott! Denn er ist gnädig, barmherzig, geduldig und von großer Güte" (Joel 2,12.13; Jes.1,18; Micha 7,18.19). In Philippi hatte Gott seinen Boten, der dem Gefängnisaufseher zurief: "Tu dir nichts an; wir sind alle hier!" Ist das nicht zum Staunen, dass Paulus sich sofort wieder von Gott einsetzen ließ? Und diesmal für den Gefängnisaufseher, der keinen Funken Erbarmen ihnen gegenüber gezeigt hatte. Aber Paulus zögerte keinen Augenblick, seinen Feind vor Verzweiflung zu retten. Das war in die Tat umgesetzte Feindesliebe, von der Jesus in der Bergpredigt sprach: "Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch beleidigen und verfolgen; auf dass ihr Kinder eures Vaters im Himmel seid" (Matth.5,44.45). Paulus hegte keine aggressiven Gedanken gegen den Gefängnisaufseher, er vergab ihm, sonst hätte er nicht so reagieren können. (Lies Röm.12,14.17-21; vgl.Spr.10,12; Luk.9,51-55; 1.Petr.3,9-11.) "Alles Reden von Jesus ist leer, wenn nicht der ganze Mensch dahintersteht, der bereit ist, die Botschaft von der Erlösung mit seinem Leben unter Beweis zu stellen" (H.von Lehndorff).

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Dienstag,6.Juni Apostelgeschichte 16,26-30; Johannes 3,16.36.

Die Geschichte einer großen Rettung

Während die Gefangenen eine Befreiung besonderer Art erfuhren, erlebte der Gefängnisaufseher die große Rettung in jener Stunde. Obwohl er der einzige freie Mann im Gefängnis war, der alle Schlüssel in der Hand hatte, der Gefängnistüren schließen und öffnen konnte, brauchte gerade er die Erlösung. Diesen Mann hatte Jesus im Auge, ihn suchte er. Er war zwar äußerlich frei, innerlich jedoch war er ein Gebundener. "Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht!" "Darin besteht die Liebe: nicht, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und seinen Sohn gesandt hat zur Versöhnung für unsere Sünden" (Joh.8,34; 1.Joh.4,10). Gott hat viele Wege, um Menschen wachzurütteln aus ihrer Gleichgültigkeit oder Verhärtung, um ihre Gedanken auf das Wesentliche, das Ewige zu richten. Gottes ganze Liebe und Aufmerksamkeit ist ihnen zugewandt. Manchmal benützt er tiefe Erschütterungen, aber mit der Absicht und dem Ziel, dass "alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen", "dass die Gebundenen frei und ledig sein sollen" (1.Tim.2,4; Jes.61,1b; lies Hes.18,23; Röm.6,23; Tit.2,11; 3,4.5; 1.Joh.4,9.10). Ein Zeugnis aus unseren Tagen belegt die Erfahrung des Gefängnisaufsehers in Philippi: "Über Nacht, als mein Mann ganz plötzlich starb, trat eine große Wende in meinem Leben ein. Es war da noch etwas, worum ich ihn um Verzeihung bitten wollte; aber es war zu spät. Große Schuldgefühle brachten mich fast zur Verzweiflung. Da las mein Sohn mit mir die Passionsgeschichte. Mit einem Mal wurde mir bewusst, dass Jesus für meine Schuld am Kreuz hing. Ich bat ihn, in mein Leben zu kommen. In jener Stunde tiefsten Schmerzes und tiefster Betroffenheit wurde ich frei. Jesus Christus wurde der Herr meines Lebens und mein Trost." (Lies Joh.8,32.36; Röm.10,13.)

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Mittwoch,7.Juni Apostelgeschichte 16,28-31; Johannes 17,3.

Den Gefängnisaufseher erreichte Gott in der Angst um sein Leben. "Er forderte ein Licht und stürzte hinein und fiel zitternd Paulus und Silas zu Füßen." Der Mann erkannte, hinter diesen beiden Männern steht ein Größerer. Zu solcher Erkenntnis kann man nur durch Gottes Geist geführt werden. Er, der bisher groß war, der das Sagen im Gefängnis hatte, war klein geworden. (Lies Joh.16,8; Ps.119,67a.71.) Dann richtete der zutiefst Erschrockene die entscheidende und wichtigste Frage eines Menschen an Paulus und Silas: "Was muss ich tun, dass ich gerettet werde?" Es gibt viele wichtige Fragen in unserem Leben, aber die Frage nach der Rettung ist die allerwichtigste. Warum? Weil diese Frage für unser Leben auf der Erde Bedeutung hat und darüber hinaus Bedeutung für die Ewigkeit. Was muss ein Mensch tun, um gerettet zu werden aus der Knechschaft der Sünde, um frei zu werden von aller Fremdbestimmung, frei von allen Zwängen? Wie kann er zu Gott kommen, mit Gott leben, mit Gott ans Ziel kommen? "Herr, lehre mich bedenken, dass unser Leben ein Ziel hat." (Lies Ps.39,5; 90,10; Joh.5,24.28.29.) Hinter der guten Frage verbirgt sich allerdings ein Irrtum, der viele Menschen beschäftigt: Was muss ich tun? "Das unterscheidet das Evangelium von Jesus Christus von allen Religionen und Weltanschauungen, dass es nicht irgendwelche Leistungen vom Menschen fordert, nicht neue religiöse Methoden empfiehlt, nicht geheimnisvolle Erkenntnisse vermittelt, sondern zu dem einen, kindlich leichten Schritt aufruft: Hier ist Jesus - vertrau dich ihm an" (W.de Boor). Wer diesen Schritt über die Linie tut, erfährt etwas von dem tiefen Frieden, von dem Paulus einmal sagt, dass er alles, was wir mit unserem menschlichen Verstand erdenken können, weit übersteigt. Es gibt nichts Größeres in unserem Leben, als dass wir begreifen: Jesus Christus hat meine Schuld durch sein Opfer am Kreuz gesühnt. Durch ihn kann ich Vergebung erfahren. (Lies Röm.3,23-26; 5,1; Gal.1,4.5; Eph.2,4-8.)

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Donnerstag,8.Juni Apostelgeschichte 16,31; Jesaja 45,22.

Der Gefängnisaufseher erhielt auf die wichtigste Frage, die ihn in diesem Augenblick beschäftigte, die entscheidende Antwort: Um gerettet zu werden musst du keine Leistungen vollbringen - nur eins ist wichtig: "Glaube an den Herrn Jesus!" Ralf Luther hat in seinem Neutestamentlichen Wörterbuch einige Punkte darüber notiert, was Glaube heißt: 1. "Glaube ist Heimweh nach Gott." Mit dem Heimweh nach Gott, dem Heimweh nach der Ewigkeit fängt der Glaubensweg an. 2. "Glaube ist Heimkehr zu Gott." Dem Heimweh folgt der Entschluss: "Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir." 3. "Der Glaube nimmt an, was Jesus für uns getan hat." Glaube ist also nicht ein Verdienst, Glaube ist keine Leistung. Der Glaube sagt: Ich danke dir, Herr, für alles, was mir in dir geschenkt ist! (Lies 2.Kor.8,9; 9,15.) "Ergreife den gegenwärtigen Jesus und halte fest an ihm, so bist du heraus aus aller Gottesferne. Wer glaubt, der kann allezeit mit Gottes Möglichkeiten rechnen." (Lies Röm.10,9.10.13; Joh.1,12; 6,37; 12,46.) Nach dem Erdbeben kam Gottes Stunde für den Gefängnisaufseher. Jetzt war der Augenblick da, in dem er ja sagen konnte. "Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verstockt eure Herzen nicht!" Für Jesus kann man sich nicht entscheiden, wann man will. Wir können nicht sagen: morgen oder übermorgen oder wenn ich älter bin, wenn ich etwas vom Leben gehabt habe. Wenn Gott uns anspricht, dann ist der Augenblick da, den wir nicht verpassen dürfen! Es gibt ein Zuspät. "Suchet den Herrn,solange er zu finden ist; ruft ihn an, solange er nahe ist. Der Gesetzlose verlasse seinen Weg... und bekehre sich zum Herrn, so wird er sich seiner erbarmen, und zu unserem Gott, denn bei ihm ist viel Vergebung" (Jes.55,6.7; lies 2.Kor.6,2b).

Für mich gingst du nach Golgatha, für mich hast du die Schuld getragen,

für mich ertrugst du Spott und Hohn, für mich hast du dich lassen schlagen.

Herr, deine Liebe ist so groß, dass ich sie nie begreifen kann, doch danken will ich dir dafür.

Herr, deine Liebe ist so groß, dass ich sie nie begreifen kann, ich bete dich an!

Marget Birkenfeld

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Freitag,9.Juni Apostelgeschichte 16,30-32; 18,8.

In der Zusage, dass wir durch den Glauben gerettet werden, spricht Paulus in wenigen Worten noch eine Verheißung aus: "Du und dein Haus sollst gerettet werden!" Wir wissen von vielen Vätern, Müttern und Kindern, die dem Herrn immer wieder sagen: Herr, du hast versprochen: Du und dein Haus! Herr, ich will nicht aufhören mit Beten. Die Fürbitte für "unser Haus" ist eine große Macht. Damit hat der Herr in einer Familie einen Brückenkopf, sozusagen eine Operations-Basis, von der aus er arbeiten kann. Ein durch Jesus verändertes Leben und das Gebet ist eine Macht. (Lies Ps.62,9; Matth.7,7; 15,21-28; 1.Thess.5,17.) E.Modersohn berichtet von einer Christin, die von ihren Angehörigen wegen ihres Glaubens immer wieder herausgefordert wurde. "Einmal kam ihr Mann spät in der Nacht mit seinen angetrunkenen Stammtischfreunden und forderte sie auf: Wir haben Gäste, koche uns Kaffee! Alle warteten, dass sie losschimpfen würde. Aber es geschah nichts. Als sie den Kaffee brachte, ernüchterte das die Männer, und sie fragten: Wie können Sie so freundlich sein zu Leuten, wie wir es sind? Darauf antwortete sie: Es tut mir so weh, wenn ich sehe, wie mein Mann alles tut, um sein Leben zu ruinieren. Er hat nur dieses Leben, an das ewige Leben glaubt er nicht. So will ich ihm dieses Leben so schön wie möglich machen. Die Männer gingen bald nach Hause. Der Mann aber sagte zu seiner Frau: Liegt dir wirklich so viel an mir, an meinem Seelenheil? Das war der Abend, an dem er begriff: Jesus sucht auch mich!" (Lies Ps.28,6.7; 66,19.20.) Gott kann durch Belastungen und Leiden, die er seinen Leuten zumutet und die sie annehmen, Herzen für das Evangelium öffnen. "Er hat mir ein neues Lied in meinen Mund gegeben, zu loben meinen Gott. Das werden viele sehen und sich fürchten und auf den Herrn vertrauen." (Lies Eph.3,20.21.)

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Samstag,10.Juni Apostelgeschichte 16,32-34; 2.Korinther 5,17.

Im Leben des Gefängnisaufsehers geschah nach seiner Umkehr zu Jesus Christus eine große Veränderung. Der Glaube dieses Mannes äußerte sich in neuen Taten. Wenn er vorher brutal zugeschlagen hatte, so übte er jetzt Liebe - er reinigte und verband den Gefangenen ihre Wunden. Vermutlich entschuldigte er sich auch bei ihnen für die Qualen, die er ihnen zugefügt hatte. Er lud sie ein und holte sie an seinen Tisch. Nun durften sie in seinem Haus "allen das Wort des Herrn sagen". Seine Wende zeigte sich auch darin, dass er getauft werden wollte. Vor allen wollte er bezeugen, dass er nun zu Jesus gehörte. Darüber herrschte Freude im ganzen Haus. Es besteht leicht der Irrtum, Christen wären Leute, die keine Freude kennen. Aber Jesus Christus schenkt Freude! Im Gleichnis vom verlorenen Sohn lesen wir nach seiner Heimkehr zum Vater: "Sie fingen an, fröhlich zu sein" (Luk.15,20-24). Lassen wir das Zeugnis der Freude und des Vertrauens nicht verstummen, es hat Anziehungskraft für andere. (Lies Ps.16,8.9.11; 97,1; 119,45-47; Apg.8,4-7.39.) Die Nacht war an den Stadtverantwortlichen nicht spurlos vorübergegangen. Am liebsten hätten sie die Gefangenen unauffällig abgeschoben. Aber diese beriefen sich auf ihr römisches Bürgerrecht. "So kamen die Richter und führten Paulus und Silas aus dem Gefängnis und baten sie, die Stadt zu verlassen." Mit der Geschichte der "großen Rettung" war ihr Auftrag in Philippi beendet. Später schreibt Paulus nach Thessalonich: "Ihr wisst, ehe wir zu euch kamen, hatten wir in Philippi viel durchgemacht und waren sehr misshandelt worden. Dennoch gewannen wir im Vertrauen auf unseren Gott den Mut, auch euch die frohe Botschaft zu verkündigen." Er und seine Mitarbeiter ließen sich nicht aufhalten, die Botschaft von Jesus Christus weiterzutragen. "Mein Leben ist mir nicht wichtig, wenn es darum geht, den Auftrag auszuführen, den mir Jesus Christus gegeben hat, nämlich das Evangelium von Gottes Gnade und Liebe zu verkündigen" (1.Thess.2,2; Apg.20,24; lies Röm.1,16.17; 2.Tim.1,7-12).

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VIER ANLIEGEN DES HEILIGEN GEISTES

Pfingstsonntag,11.Juni Apostelgeschichte 2,1-4.12.13; Jesaja 43,18.19.

Pfingsten war ein Tag, der im Ratschluss Gottes beschlossen war. Jesu Jünger kannten den Zeitpunkt nicht, wann der Heilige Geist auf die Erde gesandt werden sollte, aber ihr Herr hatte in seinen Abschiedsreden davon gesprochen. Der Heilige Geist sollte Jesu Platz einnehmen; er sollte Jesu Leben in den Jüngern wirken. "Ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben... Er bleibt bei euch und in euch" (Joh.14,16.17). Ehe Jesus in den Himmel zurückkehrte, sprach er noch einmal mit den Jüngern darüber, dass nach nicht vielen Tagen der Heilige Geist über sie kommen werde. Auf diesen Tag sollten sie warten (Luk.24,49; Apg.1,5). So warteten sie in Jerusalem. "Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander." Es gibt solche einmaligen Tage, an denen sich Gottes Plan erfüllt. Paulus schreibt im Galaterbrief von dem Kommen Jesu in unsere Welt: "Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn." Und Jesus sagte: "Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist herbeigekommen" (Gal.4,4; Mark.1,15; Luk.9,51).Man darf solche Tage, an denen sich Gottes Plan in unserem eigenen Leben erfüllen soll, nicht verpassen. Bedenken wir: zwischen den dreitausend Menschen in Jerusalem, die die Erfüllung mit dem Heiligen Geist erlebten, waren andere, die spotteten. Obwohl sie Zeugen des Erlebens waren, standen sie doch buchstäblich daneben. Sie distanzierten sich, indem sie sich ein abwertendes Urteil erlaubten. Die einen wurden gesegnet, die anderen gingen leer aus. Es hängt von unserer Herzenseinstellung ab, ob Gott uns mit seinen Segnungen beschenken kann - mit dem neuen Leben, mit seinem Heiligen Geist. (Lies Matth.19,16-22; Apg.10,33.34; vgl.5.Mose 30,15.)

Dein Heilger Geist, o Herr, allein ist's, der Erweckung bringt,

der neues Leben wirkt und schafft und der den Tod bezwingt.

Dein Heilger Geist nehm heut von uns Besitz, Herr, ganz und gar;

Dein Lebensstrom erfülle uns, dein Heil werd offenbar!

Dein Heilger Geist erwecke dann die Erde weit und breit

und fülle vieler Menschen Herz mit deiner Herrlichkeit!

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Montag,12.Juni 2.Korinther 13,3; Johannes 16,7-9.

"Die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!" Vor einiger Zeit beschäftigten wir uns im Bibellesezettel mit Worten aus Johannes 14 und schrieben darüber: Was Gott seinen Jüngern auf den Weg mitgibt. Er gab ihnen den Heiligen Geist als Tröster, Helfer, väterlichen Freund, Seelsorger und Ratgeber zur Seite. Damit sind die Aussagen der Bibel vom Heiligen Geist, der am Pfingsttag die Gläubigen in Jerusalem erfüllte, nicht erschöpft. Vier weitere Anliegen des Heiligen Geistes sind: Der Heilige Geist will uns reinigen, heiligen, leiten und begleiten, erfüllen.

Der Heilige Geist will uns reinigen

Der Herr Jesus sagte seinen Jüngern: "Wenn ich aber hingegangen bin - zurück zum Vater -, so kommt der Beistand. Und wenn jener kommt, wird er euch die Augen auftun über die Sünde." Der Heilige Geist will uns hellhörig und wach machen, dass wir beim Lesen oder Hören des Wortes Gottes erkennen, ob etwas zwischen dem Herrn und uns oder zwischen Menschen und uns steht, mit denen wir zusammen leben. Wenn es so ist, wird unser Leben dadurch belastet: Die Freude am Herrn schwindet, das Wachstum unseres Glaubens wird gehindert. (Lies Jes.59,1.2; 57,15; Luk.15,18; 18,13.) Mancher leidet darunter, dass in seiner Umgebung so wenig Sichtbares für den Herrn geschieht. Ein Grund dafür mag sein, dass wir nicht auf das Mahnen des Heiligen Geistes eingehen, dass wir über vieles hinweggehen, von dem er uns reinigen will. In diesem Zusammenhang schreibt Paulus in Epheser 4,26: "Zürnet und sündiget nicht. Lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen - bleibt nicht unversöhnlich und gebt dem Teufel keine Chance... ihr betrübt sonst den Heiligen Geist." Weil Gott uns liebt, deshalb deckt der Heilige Geist auf. Aber nicht, um uns das Versagen nun dauernd vor Augen zu halten, sondern um uns davon zu reinigen. (Lies Ps.32,1-5; Spr.28,13.14; Jes.43,25; 44,22.)

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Dienstag,13.Juni 2.Korinther 3,17; Psalm 139,23.24.

Eine englische Christin, Frau Penn-Lewis, erzählt, wie der Geist Gottes in ihrem Leben wirkte. Die Zeit der inneren Reinigung war nicht leicht für sie, aber sie wurde dadurch gesegnet. In der Gemeinde Jesu konnte sie vielen Menschen entscheidende Hilfe geben für ihr Leben mit dem Herrn. Wörtlich heißt es: "Nicht immer geht es um große Dinge. Unser Leben besteht ja aus so vielen Kleinigkeiten. Vielleicht sagt der Heilige Geist: Du hast dich geärgert, das ist ja Groll. Du hast nicht vergeben, du trägst etwas nach. Es mag sein, dass der andere an der Sache schuld war - vielleicht aber auch du in gewissem Sinn. Nun nagt es an deinem Herzen. Die Atmosphäre ist gespannt, du fühlst dich mutlos, zerschlagen, überfordert. Wie kommt man aus einem solchen Loch heraus, wie kann man Reinigung erfahren? Du sagst: Indem wir darüber beten. Ja, das ist das erste, dass wir uns vor dem Herrn demütigen und Vergebung suchen. Aber wenn der Heilige Geist uns nicht darüber zur Ruhe kommen lässt, wenn uns immer neu ein Stich durchs Herz geht, wenn wir den anderen sehen oder an ihn denken? Dann will der Heilige Geist dir helfen, dass du nach dem Wort Jesu handelst: 'Wenn dir einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, dann gehe zu deinem Bruder und versöhne dich mit ihm' (Matth.5,23.24). Der Heilige Geist gebraucht auch Menschen, die uns auf eine Sünde aufmerksam machen, wie es Nathan bei David tat. Durch eine Geschichte sollte David erkennen, 'dass er übel getan hatte in Gottes Augen'. David wurde in seinem Herzen getroffen und bekannte: 'Ich habe gegen den Herrn gesündigt.' Und Nathan sprach: 'So hat der Herr deine Sünde hinweggetan'." - "Eine von Gott gewirkte Betrübnis führt zu jener Reue, die man hernach nicht missen möchte und die man nicht bereut, denn sie dient zum Heil" (2.Sam.12,1-13; lies 2.Kor.7,9.10; Offb.3,18.19).

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Unsere Heiligung, ein Anliegen des Heiligen Geistes

Mittwoch,14.Juni 1.Thessalonicher 4,3.7; 1.Petrus 1,14.15.

"Lebt, wie es Heiligen geziemt." Heilig, geheiligt sein, Heiligung - solche Worte bringen wir heute nicht ohne weiteres mit unserem nüchternen Leben zusammen. Und doch steht in unserer Bibel: "Das ist der Wille Gottes, eure Heiligung." Dass für Menschen aller Zeitalter und aller Generationen ein geheiligtes Leben möglich ist, dafür hat Jesus sein Leben zum Opfer gegeben. "Ich heilige mich selbst für sie, damit auch sie geheiligt seien in der Wahrheit." Ohne seinen stellvertretenden Tod wären wir niemals aus dem Reich der Finsternis herausgekommen. "Mit einem einzigen Opfer hat Jesus alle, die sich heiligen lassen, für immer vollkommen gemacht in ihrer Stellung vor Gott." (Lies 1.Kor.1,30; 6,11; Hebr.2,10.11; 10,14.) "Seid heilig, denn ich bin heilig" - dieses Wort, das Gott seinem aus Ägypten erlösten Volk sagte, gab Petrus in seinem Brief an zerstreut lebende Christen weiter: "Als gehorsame Kinder gebt euch nicht den Begierden hin, denen ihr früher in der Zeit eurer Unwissenheit dientet, sondern wie der, der euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel. Denn es steht geschrieben: Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig." Der Heilige Geist ist es, der eine echte Persönlichkeitsveränderung schaffen kann. Es gibt kein Gebiet in unserem Leben, das er nicht verändern könnte. Die Erlösung hat keine Grenzen. Wir werden nicht alle Gaben bekommen, die ein anderer hat, aber unsere Haltung und Einstellung kann verändert werden. Der Heilige Geist will uns so wandeln, dass unsere Art und unser Umgang dem Leben in der Familie Gottes entspricht. "Wir schauen mit offenem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn an, und so werden wir in sein Bild umgewandelt... Das wirkt der Herr, das wirkt sein Geist" (2.Kor.3,18; lies Römer 8,10-13; 1.Kor.3,16.17).

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Donnerstag,15.Juni Hebräer 12,14; 1.Petrus 2,9-12.

Der Heilige Geist will uns verändern. Sagen wir nicht manchmal zu unserer Entschuldigung: Der und der fordert meinen "alten" Menschen - das heißt mein sündhaftes Wesen - beständig heraus und danach bin ich unglücklich, weil ich falsch reagierte und den Herrn betrübte. Oder es kommt über unsere Lippen: So bin ich halt, das ist nun einmal meine Art. Aber solche Ausreden führen zu Resignation. Es ist so wichtig, dass wir der Entmutigung keinen Raum geben; es gibt ein Herauskommen aus falschem Reagieren. Der Geist Gottes in uns will uns helfen, so zu reagieren, wie es Jesus gemäß ist. "Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln" (Hes.36,27; lies Gal.5,16; Phil.2,13). "Dem heiligen Gott entspricht ein heiliges Volk; ein Volk, das ihm dient mit allen seinen Gaben und Kräften. Darum bedeutet Heiligung: mit der ganzen Existenz Gott zur Verfügung sein. Leib, Seele und Geist, Denken und Fühlen, Reden und Tun, die ganze Lebensplanung und Lebensgestaltung Gott unterstellen. Es bedeutet, nach Gottes Geboten und nach seinem Willen zu fragen, im Alltag wie am Sonntag, im privaten Lebensraum ebenso wie in der Öffentlichkeit, als einzelner Christ und als ganze Gemeinde" (Th.Sorg). Es ist ein tägliches Wunder, dass wir als Nachfolger Jesu nicht unsrer verkehrten alten Wesensart ausgeliefert sind, sondern dass wir in einer neuen Art und Weise leben können, ganz anders als vor unserer Wiedergeburt. (Lies Röm.6,4.10-14; Gal.2,20.) Wir dürfen der verändernden Macht des Heiligen Geistes alles zutrauen. So wie Gott aus einem Jakob einen Israel machen konnte, einen Simon in einen Petrus und einen Saulus in einen Paulus umwandelte, so wurden durch die Macht des Heiligen Geistes zahllose Menschen verändert. Der Heilige Geist wird sein Werk allerdings nur dann in uns tun, wenn wir mitmachen. Er zwingt uns nicht zur Heiligung. (Vgl.Apg.15,37.38; 2.Tim.4,11; Philem.10.11.)

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Freitag,16.Juni Psalm 143,10; Apostelgeschichte 10,19.20; 11,12-15.

Leitung durch den Heiligen Geist

Unser Leben wird oft mit einem Weg verglichen. Es ist ein Weg, der zur Freude führt, der jedoch auch Anstrengung kostet, Kraft fordert. Ein Weg, der nicht ohne Gefahr ist. Ein Weg, der Entscheidungen verlangt, ob wir nach rechts oder nach links gehen sollen. Ein Weg, der sich in die Länge zieht, aber ein Weg, der jeden an das Ziel bringen will. (Lies Phil.3,12-14; Kol.3,2-4.) Jesus sah den Weg seiner Jünger vor sich, als er sie verließ. Er wusste auch, wie sich ihr Weg gestalten würde und wo sie für ihn wirken und sterben sollten. Er versprach ihnen: "Ich werde euch nicht allein zurücklassen; ich komme zu euch." Er kam im Heiligen Geist zu ihnen. Der Heilige Geist ist nicht Ersatz, sondern in einer neuen Weise war Jesus nach Pfingsten bei ihnen, besser noch: in ihnen. Die Einheit und das Zusammenwirken zwischen dem Heiligen Geist, dem Sohn und dem Vater ist ein Geheimnis. Wir können das mit unserem menschlichen Verstand nicht klären und einordnen. Aber es ist deutlich gesagt, dass der Heilige Geist in uns wohnt, uns leitet und begleitet. (Lies Eph.1,13.14; 1.Joh.3,24; 4,13.) Wir werden manchmal gefragt: Erlebt man die Leitung des Heiligen Geistes auch in ganz persönlichen Entschlüssen und kleinen Alltagsdingen? Ja, es gibt ein Geleitetwerden durch den Heiligen Geist in den großen und kleinen Entscheidungen und Aufgaben unseres alltäglichen Lebens. Kinder Gottes dürfen ihren ganzen Tag unter seine Führung stellen. (Vgl.Neh.9,12.13; Ps.25,4.5.12-14.) General Georg von Viebahn gab einem jungen Christen den Rat: "Willst du geleitet werden durch den Heiligen Geist, so nimm dir täglich Zeit, um Gottes Wort zu lesen. Breite jede Entscheidung, jeden Wunsch, jede Lebensbeziehung und jeden Auftrag vor Gott aus, damit er dir seinen Willen offenbaren kann. So wird dein Eigenwille, der ihm den Weg versperrt, überwunden. Lebst du so mit Gott verbunden, wird der Geist Gottes dein Herz berühren und dich leiten."

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Samstag,17.Juni Haggai 2,5; 2.Timotheus 1,7.

Der Heilige Geist, der uns leitet und begleitet, stärkt gegen die Angst. Angst peinigt viele Menschen, und sie peinigt auch Christen. Angst vor Menschen, Angst durch ein schlechtes Gewissen, Angst vor dem Leiden, Angst vor der Zukunft, Angst vor dem Tod. Der Heilige Geist will sein von Angst befreiendes Werk in uns tun! "Das Wort und mein Geist bestehen in eurer Mitte, fürchtet euch nicht." "Gott hat uns seinen Heiligen Geist gegeben. Das ist kein Geist der Furcht, sondern ein Geist, der uns mit Kraft, Liebe und Besonnenheit erfüllt." (Lies Joh.16,33; vgl.Jes.41,13.14.) - Der Heilige Geist ermöglicht die Gemeinschaft untereinander. In Philipper 2 lesen wir: "Erlebt man bei euch etwas von der Gemeinschaft, die der Heilige Geist schafft?" In Kapiltel 4,2 ermahnt Paulus zwei Frauen, dass sie "eines Sinnes seien in dem Herrn". "Daran wird die Welt erkennen, dass ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe untereinander habt." Es wird immer wieder Spannungen und Schwierigkeiten im Miteinander geben, Gemeinschaft ist etwas leicht Zerbrechliches. Gerade in solchen Situationen will der Heilige Geist uns leiten und durch "das Band der Liebe" (Kol.3,14) zusammenhalten oder neu zusammenführen. Wir sind in mancher Hinsicht blind über uns selbst, und das erschwert unser Zusammenleben. Vielleicht sind wir auf einem bösen Weg im Denken oder Reden über einen anderen. Vielleicht beurteilen wir eine Situation ganz falsch. Vielleicht denken wir zu hoch von uns selbst und unseren Ideen und zu gering von den Vorschlägen anderer neben uns. Dann dürfen wir bitten: "Sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege." (Lies Ps.139,23.24; Gal.5,24.25; Röm.8,5-9.14.) - Vielleicht sagt der Heilige Geist uns: Lege deine Last und Sorge auf den Herrn. Was immer es sei in deinem Leben, es soll nicht in eigener Kraft geschehen, "sondern durch meinen Geist, spricht der Herr" (Sach.4,6b).

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Sonntag,18.Juni Galater 6,1; 1.Thessalonicher 1,5.6.

Der Heilige Geist,. der uns leitet, will uns fähig machen, dass wir anderen helfen können. "Wenn sich einer von euch etwas zuschulden kommen lässt und sündigt, dann sollt ihr ihn als Menschen, die Gottes Geist leitet, verständnisvoll wieder zurechtbringen." "Liebe Brüder! Wenn einer von euch vom rechten Weg abkommt und Gottes Wahrheit nicht mehr erkennt, dann sollt ihr ihn wieder auf den rechten Weg zurückbringen." Merken wir es, wenn jemand sich in einer besonderen Notlage befindet, in Gefahr ist, den Glauben wegzuwerfen? Die Art der Hilfe, die der andere braucht, kann ganz verschieden sein. Aber dass man den anderen nicht allein lässt, das ist wichtig: "Ihr, die ihr geistlich seid, die ihr vom Geiste Christi geleitet seid, helft!" In Antiochia ermahnte Barnabas, der voll Heiligen Geistes und Glaubens war, alle, die zur Gemeinde gehörten, "mit festem Herzen bei dem Herrn zu bleiben" (Jak.5,19; Apg.11,23.24; lies Röm.15,1.2; vgl.4.Mose 14,3-9). - Der Heilige Geist will uns in unserem Beten leiten. "Weil wir Kinder sind, hat Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen gesandt, der ruft: Abba, lieber Vater." "Betet allezeit mit Bitten und Flehen im Geist." Manchmal hat man den Eindruck, dass wirkliches Gebet, Dranbleiben am Gebet immer schwieriger wird. Der Teufel startet so viele Ablenkungsmanöver, indem er uns Dinge in den Weg legt, die scheinbar wichtiger sind als das Gebet. Vergessen wir es nicht: der Heilige Geist ist uns für unser Gebetsleben als Beistand gegeben (Röm.8,26). Vielleicht muss er uns heute Gebetshindernisse aufdecken. Handeln wir eigenmächtig, ohne den Herrn zu fragen? Passen wir uns einfach dem Trend der Zeit an? Das Gebet ist das Herzstück unseres Glaubenslebens. Der Heilige Geist will uns helfen, dass wir das bedenken und es nicht verkümmern lassen. (Lies Apg.4,23-31.)

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Montag,19.Juni Johannes 16,13-15; Epheser 5,18-20.

Der Heilige Geist will uns reinigen, heiligen und leiten. Nun kommen wir zu dem vierten Anliegen:

Der Heilige Geist will uns erfüllen

"Lasst euch vom Heiligen Geist erfüllen!" Wie wir um Leitung durch den Heiligen Geist beten, so dürfen wir auch um ein geisterfülltes Leben bitten. Womit erfüllt uns der Heilige Geist? Der Herr Jesus sagte seinen Jüngern: "Er wird mich verherrlichen. Denn von dem Meinen wird er's nehmen und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, ist mein. Darum sage ich, dass er von dem Meinen nimmt und euch verkündigt." Der Heilige Geist will von Jesus zu uns sprechen und unser Leben mit Jesus erfüllen. "Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, hat Gott bereitet denen, die ihn lieben. Uns aber hat Gott es geoffenbart durch seinen Geist. Denn der Geist erforscht alles, auch die Tiefen Gottes." (Lies 1.Kor.2,9-12; Joh.14,26; 15,26.) Der Heilige Geist will es in uns wirken, dass nicht nur wir die Erfüllung in Christus gefunden haben, sondern dass auch andere Jesus Christus durch uns kennen lernen. "Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leben werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen, die an ihn glauben." Von unserem Leben soll Gutes ausgehen. Der Heilige Geist will Nachrichtenträger Jesu aus uns machen: "Ihr seid ein Brief Christi, nicht mit Tinte geschrieben, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes" (2.Kor.3,3). Nicht in einen Stein gräbt er die Botschaft ein, sondern in unser Leben mit seiner Not und Freude, mit seinem öden oder auch turbulenten Alltag. Solche lebendigen Briefe können von den Menschen gelesen werden. Von einer schwerst leidenden Christin sagte eine Schwester: Für jeden, der sie besuchte, hatte sie ein Wort, das auf Jesus hinwies. Niemand ging ungetröstet von ihrem Bett. (Lies 2.Kor.6,3-10.)

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Dienstag,20.Juni Micha 3,8; Apostelgeschichte 1,8.

Auf die Frage: Womit füllt der Heilige Geist unser Leben? finden wir die verschiedensten Antworten in Gottes Wort. Beim Abschied sagte Jesus seinen Jüngern zu: "Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, ... und werdet meine Zeugen sein... bis an das Ende der Erde." Der Heilige Geist will uns mit geistlicher Kraft versorgen. Wie oft fühlen wir uns kraftlos und unfähig für das, was vor uns steht. Wir müssen mit der eigenen Last und mit den Problemen anderer fertig werden. Wir brauchen Kraft, um durchzuhalten, um in dem geistlichen Kampf, in den wir hineingestellt sind, am Sieg Jesu festzuhalten. Der Auftrag, der erfüllt werden muss, blickt uns an wie ein feindlicher Riese. Es geht uns wie Israel: "Wir waren in unseren Augen wie Heuschrecken." Der Herr Jesus weiß das, und es sind nicht nur Worthülsen, wenn er sagt: "Kommt her zu mir, die ihr mühselig und beladen seid..." Und: "Ihr werdet Kraft empfangen." Der Prophet Micha machte die Erfahrung: "Ich bin mit Kraft erfüllt durch den Geist des Herrn." Paulus sagte, dass "Gottes Geist in ihm wirkte voll Kraft". Er schreibt an Timotheus, dass Christen "nicht einen Geist der Furcht haben, sondern der Kraft". (Lies 1.Kor.2,4.5; Eph.3,16; Kol.1,29; 1.Thess.1,5.) Die Kraft des Heiligen Geistes ist eine Kraft nach innen und nach außen. Es ist eine Kraft, die uns zu praktischen Aufgaben befähigt, die uns auch ausrüstet zu den verschiedensten Diensten in der Gemeinde. Von zwei Kunsthandwerkern, die an der Stiftshütte mitbauten, sagte Gott zu Mose: "Ich habe Bezalel mit dem Geist Gottes erfüllt, mit Weisheit und Verstand und Erkenntnis und mit aller Geschicklichkeit, kunstreich zu arbeiten... und ich habe ihm Oholiab beigegeben..." (2.Mose 31,1-6; 1.Kor.12,4-11). Ist das nicht ermutigend: Der Heilige Geist erfüllt uns mit Kraft!?

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Mittwoch,21.Juni Epheser 5,18-20; Josua 1,8.

Einige praktische Hinweise, wie wir mit dem Heiligen Geist erfüllt werden, gibt der Apostel Paulus den Christen in Ephesus. "Werdet mit dem Heiligen Geist erfüllt. Ermuntert einander mit Psalmen, mit Lobgesängen und geistlichen Liedern." Das Leben mit Gottes Wort ist ein Mittel, mehr vom Heiligen Geist erfasst und erfüllt zu werden. Das Lesen in der Bibel und das betende Nachdenken darüber wird unser geistliches Leben immer wieder neu beleben. "Der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig ... Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben." Wenn wir empfinden, dass die Wirkungen des Heiligen Geistes in uns fehlen, dann sollten wir ruhig einmal alles andere auf der Seite lassen, was uns sonst so wichtig erscheint, und uns Zeit für Gottes Wort nehmen - uns dem Wort Gottes aussetzen, wie jemand es nannte. "Lasst das Wort reichlich unter euch wohnen'" (2.Kor.3,6b; Kol.3,16a). Jim Fraser, der als Pioniermissionar in China arbeitete und viele dunkle Stunden durchlebte, schreibt: "In Zeiten der Versuchung und Anfechtung finde ich immer wieder Befreiung durch lautes Beten und Wiederholen von Bibelworten, an die mich der Heilige Geist erinnert. Das ist jedesmal wie das Durchbrechen eines starken Widerstandes und das neu Erfülltwerden mit der Kraft des Heiligen Geistes." (Lies 2.Tim.3,16.17; Ps.19,8-12.) Statt "Ermuntert einander" kann man auch sagen: Redet miteinander über das, womit der Herr euch beim Lesen in der Bibel beschenkt hat. Ein Rat, der gegeben wurde: "Wenn du in einer Phase der Niedergeschlagenheit und Depression steckst, unter deiner inneren Leere seufzt, dich nach der Fülle des Geistes sehnst, dann lies in deiner Bibel und behalte deine Entdeckungen nicht für dich. Sage davon weiter! Vielleicht fällt es dir nicht leicht, darüber zu sprechen. Aber wir sollten lernen, uns zu überwinden. Auch wenn wir denken, wir können es nicht - wenige, einfache Worte schon können deinem Gegenüber hilfreich sein!" (Lies Apg.4,18-20; Ps.66,16; 119,13.45-48.)

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Donnerstag,22.Juni Epheser 5,19.20; Psalm 96,1-4.

"Seid mit dem Geist erfüllt... erquickt einander mit Psalmen, Lobgesängen und schönen geistlichen Liedern." Das gemeinsame Singen kann dem Wirken des Geistes Gottes Raum schaffen. Wo der Geist Gottes wirkt, entsteht neues Leben, und vielfach entstehen auch neue Lieder. Schon im Alten Testament lesen wir: "Er hat mir ein neues Lied in meinen Mund gelegt, zu loben unsern Gott. Das werden viele sehen und sich fürchten und auf den Herrn hoffen." "Der Herr ist meine Stärke und mein Schild; auf ihn hat mein Herz vertraut, und mir ist geholfen worden. Daher frohlockt mein Herz, und ich will ihn preisen mit meinem Lied." (Lies Ps.9,2.3; 33,1-3; 34,2-4; 92,2.3; 106,1-3.47.48.) "Seid mit dem Geist erfüllt, indem ihr allezeit und für alles Gott, dem Vater, dankt im Namen unseres Herrn Jesus Christus." Dank öffnet unser Leben für den Heiligen Geist. "Geisterfüllte Menschen sind dankbare Menschen. Dankbarkeit bringt Gottes Gnadenquellen zum Fließen. 'Opfere Gott Dank!' 'Singt dem Herrn ein Danklied!' Undankbarkeit ist wie der austrocknende Wind, der alle Quellen versiegen lässt" (P.Breymaier). Wir sehen Paulus und Silas im Gefängnis. Gewiss war es für sie nicht leicht, wie Verbrecher behandelt zu werden. Trotzdem beteten sie und sangen Loblieder. Wenn wir mit dem Heiligen Geist erfüllte Menschen werden wollen, dann lasst uns am Danken bleiben! (Lies Jes.12,1-6.) Paulus bringt noch einen Punkt, der mithilft, dass unser Leben vom Geist erfüllt wird. "Ordnet euch einander unter in der Ehrfurcht vor Christus." Menschen voll Heiligen Geistes sind Menschen, die nicht dominieren und imponieren wollen. Sie lassen sich durch den Geist führen, korrigieren und zubereiten. Gegenseitige Hochachtung und Liebe ist ein echtes Kennzeichen geistlichen Lebens.

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Freitag,23.Juni Galater 5,22.23; Psalm 92,13-15.

Der Heilige Geist will in uns ein fruchtbares Leben wirken. "Die Frucht des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit." Wir greifen einige Früchte heraus, die der Heilige Geist in unserem Leben wirken will: Liebe! Die Liebe, mit der Gottes Geist uns füllen will, ist eine Liebe, die zuhören, sich mitteilen, die glauben, für andere sorgen kann. Sie liebt nicht nur die, die wieder lieben. Diese Liebe gibt und gibt und gibt. Die Liebe, die Gott durch den Heiligen Geist in unsere Herzen ausgegossen hat, kann auch einmal sagen: Es tut mir Leid, bitte vergib mir, oder: Ich vergebe dir. (Lies Röm.12,9-21.) Freude! Die Freude, die der Heilige Geist wirkt, kommt nicht in einem Moment, um im anderen wieder zu verschwinden. Sie ist auch nicht von den äußeren Umständen abhängig. Es ist "die Freude am Herrn", von der schon David sagt: "Du zeigst mir den Weg zum Leben. Vor deinem Angesicht ist Freude die Fülle!" (Ps.16,11; Joh.16,24; Röm.14,17). Unser Leben ist oft so hektisch, wir eilen aneinander vorüber, dass die Frucht des Geistes: Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit wenig Raum in uns hat. Wir dürfen den Herrn bitten: Fülle mich mit deinem Heiligen Geist, damit in meinem Leben Früchte reifen, denn du hast es ja gesagt: "Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt." Der Herr Jesus sagte seinen Jüngern: "So denn ihr, die ihr arg seid, euren Kindern gute Gaben gebt, wieviel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten" (Luk.11,13; lies Joh.15,7.8). Wenn wir ausgeräumt haben, was dem Wirken des Heiligen Geistes entgegensteht, werden wir erfahren, was Jesus verheißen hat: "Ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben - den Heiligen Geist. Er bleibt in euch in Ewigkeit." (Lies Spr.1,23.)

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ICH WEISS NICHT - MEIN VATER WEISS

Samstag,24.Juni Jakobus 1,5; Psalm 25,4.5.

Die ganze Welt von heute ist voller Fragen. Sehr häufig hören wir Sätze wie: Wir wissen wirklich nicht, wie wir uns verhalten sollen, welcher Rat in diesem Fall richtig ist. Wir wissen es nicht, wie alles weitergehen soll. Auch im persönlichen Leben kommen wir mehr und mehr in die Lage, zu sagen: "Ich weiß nicht!" Ich weiß nicht, wie ich meiner Verantwortung als Christ in dieser Welt gerecht werde. Ich weiß nicht, soll ich mich in dem bestimmten Fall wehren? Soll ich ein Unrecht hinnehmen? Sollen wir unsere Kinder ihren Weg gehen lassen oder sollen wir eingreifen? Wir wissen einfach nicht, was zu tun ist. (Lies Ps.86,11; 143,10.) Ist es nicht überraschend, dass wir die Worte "ich weiß nicht", die ja Ausdruck von Hilflosigkeit sind, auch in der Bibel finden? Salomo zum Beispiel sprach mit Gott über seine Hilflosigkeit: "Herr, mein Gott, du selbst hast mich zum Nachfolger meines Vaters David gemacht. Ich aber bin noch jung und unerfahren. Ich weiß nicht, wie ich diese große Aufgabe bewältigen soll... Darum bitte ich dich: Gib mir ein Herz, das auf dich hört, damit ich gerechte Urteile fällen und zwischen Recht und Unrecht unterscheiden kann. Denn wie könnte ich sonst ein so großes Volk richtig führen?" Ganz so jung war Salomo hier nicht mehr, aber er empfand, dass ihm alles für die neue Aufgabe fehlte, die auf ihn zukam. Ganz offen sprach er seine Not vor seinem Gott aus. Wir lesen, dass es Gott gefiel, dass Salomo seine Probleme nicht in sich hineindrückte, sondern sie vor ihm ausbreitete. (Lies 1.Könige 3,7-10; Ps.119,33.73.) So offen und vertrauensvoll wie Salomo können auch wir vor unseren himmlischen Vater treten und unsere Hilflosigkeit eingestehen. Er freut sich darüber, wenn wir ihm sagen: Ich weiß nicht, wie ich alles, was vor mir liegt, bewältigen soll. Ich weiß für mich selbst keinen rechten Weg und weiß auch nicht, wie ich anderen raten kann. Bitte, Herr, erleuchte, führe, begabe du mich! (Lies Hiob 12,13; 36,5; Ps..147,5.11.)

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Sonntag,25.Juni Jeremia 1,4-9; 33,3.

Der Prophet Jeremia antwortete auf Gottes Berufung: "O nein, mein Herr und Gott! Ich weiß nicht, wie ich reden soll, denn ich bin noch viel zu jung." Gott nahm sein "ich weiß nicht" ernst und antwortete ihm: "Sag nicht: Ich bin zu jung! Zu allen Menschen, zu denen ich dich sende, sollst du gehen und ihnen alles verkündigen, was ich dir sagen werde. Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir und werde dich beschützen. Darauf gebe ich, der Herr, dir mein Wort. Er streckte mir seine Hand entgegen, berührte meinen Mund und sagte: Ich lege dir meine Worte in den Mund" - ich bin es, der dir Kraft und Vollmacht gibt. Eine solche Wirkung haben die Worte "ich weiß nicht", wenn man sie nicht nur zu sich selbst oder zu Menschen sagt, sondern vor Gott bekennt. (Lies 2.Mose 4,10-12; Jes.51,16.) Als Jeremia diese Worte vor Gott aussprach, kam dieser Einwand aus dem tiefen Empfinden, dass Gottes Auftrag für ihn zu groß war: den Völkern Gottes Weisungen zu verkündigen. Seine Reaktion war kein trotziges "Ich will nicht". Es war der angstvolle Schrei eines jungen Mannes, der über seine Lippen kam. Dem antwortete Gott mit seiner erbarmenden Liebe: Hab keine Angst, ich verlasse dich nicht, ich lege dir meine Worte in den Mund. So überwand er die Unfähigkeit des jungen Mannes, denn Trost und Kraft wurden ihm zuteil. (Lies Ps.28,7; 55,23; 146,5.6.) Von diesem Augenblick an war Jeremia für Gott verfügbar, obwohl die Aufträge schwierig waren und oft aussichtslos blieben. Kein anderer Prophet hatte so zu leiden wie er. Aber er hatte einen redenden Gott. Immer wieder antwortete ihm der Herr auf seine Klage: "Ich weiß nicht zu reden." "Herr, du hast mich überredet, und ich habe mich überreden lassen... Du, Herr, stehst mir bei wie ein gewaltiger Held!" (Lies Jer.20,7-13.)

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Montag,26.Juni Römer 8,26.27; Galater 4,6.

Paulus gestand im Brief an die Römer, dass er beim Beten oft die Schwierigkeit empfand: "Wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebührt." Für uns ist es eine Hilfe, dass er über dieses Nichtwissen offen schreibt.. Damit erfuhren Christen in Rom, und wir alle, die wir heute leben, können seine Erfahrung teilen:"Der Heilige Geist hilft uns und vertritt uns, er betet für uns." Empfinden nicht auch viele von uns ihre Schwäche beim Beten? Und doch ist Beten neben dem Bibellesen das Zentrum unseres geistlichen Lebens. Gott tadelt uns nicht, wenn wir mit dieser Not zu ihm kommen. Er nimmt uns nicht einfach die Anfechtung, aber er lässt uns nicht im Stich. Sein Geist wohnt und wirkt in uns. Wir haben diesen Beistand, diesen Helfer beim Beten. Der Herr Jesus versprach seinen Jüngern, ehe er von ihnen ging: "Ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Fürsprecher geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht noch ihn kennt. Ihr aber kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein" (Joh.14,16-18; lies 1.Joh.5,14.15; Phil.1,19.20). Welch ein Trost für uns, die wir manchmal oder meistens nicht wissen, ob wir in einer Sache um Zurückhaltung oder um einen Durchbruch bitten sollen, um Stärkung oder um Zerbruch, um Heilung oder um Kraft, durchzuhalten. "Nicht wissen, was wir beten sollen, ist Not, aber der Geist Gottes stellt sich mitten in diese Not hinein, er nimmt teil an unserer Schwachheit und seufzt in uns zu Gott. Aber warum teilt sich der Inhalt des Seufzens des Heiligen Geistes nicht unserem Bewusstsein mit? Weil der Heilige Geist nicht dazu bei uns ist, damit uns das Glauben erspart bleibt. ... Aber wir, die wir nicht wissen, was wir beten sollen, wissen zugleich, dass wir beten dürfen" (K.Brandt). (Lies Jer.29,12.13; Sach.12,10a.)

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Dienstag,27.Juni Apostelgeschichte 20,22-25; Johannes 9,4.

Dieses "Ich weiß nicht" musste Paulus manchmal aussprechen. Beim Abschied in Milet weiß Paulus wohl, dass er die Brüder nicht mehr sehen wird, aber er weiß nicht, was ihm begegnen wird. Nur ein Teil seines Weges ist ihm bekannt, nicht der ganze und nicht, was im Einzelnen mit ihm persönlich geschehen wird. "Jetzt folge ich dem Willen des Heiligen Geistes, wenn ich nach Jerusalem gehe. Was dort mit mir geschehen wird, weiß ich nicht." Der Apostel geht den Schritt, den er weiß. Was ihm unbekannt ist, stellt er in Gottes Hand. "Gott, der Herr, hat mir das Ohr geöffnet. Und ich bin nicht ungehorsam und weiche nicht zurück" (Jes.50,5; lies Ps.40,9.10). Die Reise nach Jerusalem lag als göttliches "Muss" vor Paulus. Er durfte nicht anders handeln. Sie war ihm durch den Heiligen Geist immer wieder bestätigt worden, und er fügte sich dem Leiten des Heiligen Geistes - nicht widerwillig, sondern freiwillig. "Mein Leben ist mir nicht wichtig, wenn es darum geht, den Auftrag auszuführen, den mir Jesus Christus gegeben hat, nämlich das Evangelium von Gottes Gnade und Liebe zu verkündigen." Das Ziel unverrückbar vor Augen, verfolgte Paulus seinen Weg. "Was macht ihr, dass ihr weint und mir das Herz brecht? Ich bin bereit, nicht nur mich binden zu lassen, sondern auch in Jerusalem zu sterben für den Namen des Herrn Jesus" (Apg.21,13.14; vgl.Hiob 23,11; Jes.50,7-10; Luk.9,51).

Weiß ich den Weg auch nicht, du weißt ihn wohl;

das macht die Seele still und friedevoll.

Ist's doch umsonst, dass ich mich sorgend müh,

dass ängstlich schlägt mein Herz, sei's spät, sei's früh.

Du weißt, woher der Wind so stürmisch weht,

und du gebietest ihm, kommst nie zu spät.

Drum wart ich still, dein Wort ist ohne Trug.

Du weißt den Weg für mich, das ist genug.

H.v.Redern

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Mittwoch,28.Juni Philipper 1,21-23; 2.Korinther 5,8.9.

Noch einmal finden wir bei Paulus das Wort: "Ich weiß nicht." Es steht im Zusammenhang mit seinen Überlegungen, was das Bessere für ihn wäre: Leben oder Tod. "Ich weiß nicht, was ich wählen soll." So war seine Aussage, und dann folgt die Begründung: "Denn Christus bedeutet für mich alles; er ist mein Leben. Deshalb kann das Sterben für mich nur Gewinn sein. Weil ich aber mehr für Christus erreichen kann, wenn ich am Leben bleibe, weiß ich nicht, was ich mir wünschen soll. Beides erscheint mir verlockend." Das gehört zur Nachfolge Jesu: von unserem Herrn und Heiland abhängig zu bleiben und immer neu die Frage zu stellen: Herr, was willst du, dass ich tun soll? Hätten wir wie Paulus Gott die Wahl überlassen? Paulus musste in dieser Sache nicht wählen. Gott wählte für ihn, und das war für ihn entscheidend. Meinen wir nicht manchmal, wir wüssten, was das Beste für uns und andere ist? Aber wir sollten lernen, so zu sagen: Herr, wie du willst! "Gott weiß auch, dass ich im Gebet immer wieder darum bitte, endlich einmal zu euch zu kommen, wenn es sein Wille ist" (Röm.1,10; lies Apg.16,6-10; 18,20.21). Haben wir nicht schon erfahren, dass das Vertrauen zu seiner Wahl Angst und Unruhe besiegte und Geborgenheit gab? "Jetzt ein Wort an euch, die ihr sagt: Heute oder morgen wollen wir in die und die Stadt gehen. Dort wollen wir dann ein Jahr bleiben, Geschäfte machen und Geld verdienen. Ihr plant so großartig und wisst doch nicht einmal, was morgen geschieht. Was ist denn euer Leben? Nur ein Dunst ist es, der eine kleine Weile sichtbar ist und dann wieder verschwindet. Darum sollt ihr sagen: Wenn es der Wille des Herrn ist, so werden wir leben und dies und jenes unternehmen können! Ihr aber seid stolz auf eure Pläne. Eine solche Überheblichkeit ist verwerflich" (Jak.4,13-16; lies 1.Kor.4,17-19; 16,7).

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Donnerstag,29.Juni Johannes 5,30; 8,26; 12,29.30; Lukas 6,12-16.

Wie völlig war der Herr Jesus Mensch, dass auch er mehrmals sagte: "Ich weiß nicht." Alle Entscheidungen, selbst in den Dingen des täglichen Lebens, traf er im Aufblick zum Vater: "Wie ich höre, so richte ich." "Was ich von meinem Vater gehört habe, das rede ich." Der Wille des Vaters war ihm nicht von vornherein klar, er musste, bevor er handelte, hören. Das geschah oft in den Morgen- oder Abendstunden, die er in der Stille auf einem Berg oder in der Wüste zubrachte. Kann uns das nicht ein Ansporn sein, es auch so zu machen? Erst hören, dann handeln! Das Hören auf Gott ist nicht einfach. Wir möchten gern einen Brief vom Himmel haben oder ein Los, das entscheidet. Aber so antwortet Gott nicht, und sein Brief an uns ist bereits geschrieben. Wir hören ihn, wenn wir sein Wort zur Hand nehmen und es mit der Bitte um das rechte Verstehen lesen. Richtig hören werden wir nur, wenn wir als Hör-bereite Beter zum Vater kommen, unsere Anliegen vor ihm ausbreiten und auf seine Antwort warten. (Lies Spr.4,10-13; 8,32.33; Pred.4,17; Matth.17,5b.) "Hören will ich, was der Herr, mein Gott, zu mir reden wird." Ich will hören! Willentliches, aktives Zuhören brauchen wir für jeden neuen Tag. Dazu müssen wir uns bewusst aufmachen, denn einer ist täglich da, der uns am Hören hindern will. Unsere Zeit mit dem Herrn, das horchende Stillesein vor ihm, ist heiß umkämpft. Aber der Kampf um eine stille Stunde mit der Bibel lohnt sich: Unser Leben gewinnt Tiefe, Dynamik, glaubwürdiges Reden und ein klares Vorwärtsgehen. "Nur wer aus der Stille, aus dem Hören auf Gottes Wort, lebt, kann in die Weite wirken" (Th.Sorg). "Wie ich höre, so handle ich." So wird aus dem "Ich weiß nicht" das Tun seines Willens und erhält uns in seiner Nähe. Wir wollen beten: Herr, ich will ein Nachfolger sein, der hört, wie du auf den Vater gehört hast. (Lies Joh.15,10.)

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Freitag,30.Juni Markus 13,32-37; Hebräer 9,28.

"Ich weiß nicht." So konnte Jesus auf seinem Weg durch diese Welt sprechen, obwohl er der Sohn Gottes war. Der Terminplan des Vaters, der ihn selbst betraf, war ihm oft verborgen. Seiner Mutter antwortete er, als sie berechtigte Erwartungen an ihn hatte: "Meine Stunde ist noch nicht gekommen" (Joh.2,4). Von Gottes Terminen, die die Zukunft betreffen, sagte er ebenso: "Von dem Tag aber und der Stunde weiß niemand, auch die Engel nicht im Himmel, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater. Darum bleibt wach, denn ihr wisst nicht, wann es soweit ist, ob am Abend oder um Mitternacht, im Morgengrauen oder nach Sonnenaufgang. Ihr sollt zu jeder Stunde auf die Ankunft des Menschensohnes vorbereitet sein." Die Zeit ist in Gottes Hand! Gott sagt uns in seinem Wort, was er für die Zukunft beschlossen hat. Den entscheidenden Termin der Wiederkunft Christi jedoch hält er verborgen. Das soll aber nicht dazu verleiten, dass wir uns auf sein Kommen gar nicht einstellen. Im Gegenteil: jederzeit sollten wir damit rechnen. Dass dieser Tag kommt, ist ganz sicher! Deshalb schreibt Paulus den Thessalonichern: "Ihr wisst, dass Jesus Christus unerwartet kommen wird wie ein Dieb in der Nacht. Wenn sich die Leute in Sicherheit wiegen und sagen werden: Überall ist Ruhe und Friede, wird sie das Ende so plötzlich überfallen wie die Wehen eine schwangere Frau... Also schlaft nicht wie die andern! Bleibt wach und nüchtern!" (Lies Matth.25,10-13; Luk.12,37; Offb.3,11.) Im Blick auf offene Fragen, auf die wir nur antworten können: "Ich weiß nicht", sagt der Herr Jesus: "Der Vater weiß! Er weiß, was ihr bedürft, was ihr allezeit nötig habt." Dass unser himmlischer Vater alles weiß, das genügte dem Sohn Gottes, als er auf dieser Erde war. Das kann auch uns getrost machen: Ich weiß nicht, aber mein Vater weiß! (Lies Matth.6,8.24-32.)

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