SO NAHE IST GOTT

MITTWOCH, 1.JULI

MATTHÄUS 28,20; 1.TIMOTHEUS 1,17

„Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende!“ Gott ist sehr nahe, das ist eine Tatsache, die die Bibel an vielen Stellen begründet. Er ist unsichtbar, aber das liegt nicht an der Entfernung, es liegt an unseren Augen, die ihn nicht wahrnehmen können. Er ist unsichtbar – das bedeutet aber nicht unwirklich. Gott ist realer als alles, was wir mit unseren Augen sehen oder mit unseren Händen greifen oder mit den modernsten Instrumenten erforschen können, „denn das Sichtbare ist vergänglich und vergeht, das Unsichtbare aber ist ewig, es bleibt“. „Aus dem Unsichtbaren ist das Sichtbare hervorgegangen“, sagt uns das Wort Gottes. (Lies Hebr.11,3; 2. Kor.4,18; vgl. 2.Kön.6,15-17.) Die unsichtbare Welt ist die beständige Welt, während alles Sichtbare, alles, was wir mit unseren menschlichen Möglichkeiten wahrnehmen können, vergeht. Wir Menschen sind letztlich nicht für das Sichtbare geschaffen. Wenn wir nur um das Sichtbare wissen, kennen wir noch kein Hundertstel der Welt, für die wir geboren sind. Solange wir den Anschluss an die unsichtbare Wirklichkeit nicht haben, bleibt uns der Sinn unseres Lebens verborgen. Gott hat den Menschen die Ewigkeit ins Herz gelegt, damit er das Heils-Werk, das Gott vollbracht hat, wirklich erfassen kann. „Gott hat die Menschen gemacht, dass sie ihn suchen, ob sie ihn wohl tastend fühlen und finden möchten, obgleich er nicht fern ist von einem jeden von uns. Denn in ihm leben und weben und sind wir; … denn wir sind sein Geschlecht! Da wir nun Gottes Geschlecht sind, so sollen wir nicht meinen, dass das Göttliche dem Golde oder Silber oder Stein, einem Gebilde der Kunst und der Erfindung der Menschen gleich sei!“ (Lies Pred.3,11; Apg.17,26-31; Röm.1,20.)

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DONNERSTAG, 2.JULI

HEBRÄER 13,8; 11,27b; 2.MOSE 33,11a

Die Bibel will uns vertraut machen mit dem Unsichtbaren, als sähen wir ihn. Er ist gegenwärtigund kein ferner Gott. Er ist kein zukünftiger Gott, kein vergangener Gott. „Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und in alle Ewigkeit.“ Der Herr ist so nahe, dass es uns den Atem nimmt, wenn wir nur daran denken. Er ist dir näher als dein Nachbar. Er nimmt Anteil an deinen Gedanken, an deinen Träumen, an deiner Sehnsucht, an deinem Verlangen nach tiefer Erfüllung. Er steht neben dir, um seine Schulter unter deine Last zu schieben. Er ist so nahe, dass er dein stummes Gebet hört, wie er auf das Elend Hagars einging. „Der Engel des Herrn sprach zu ihr: Du bist schwanger und wirst einen Sohn gebären; und du sollst ihm den Namen Ismael geben, denn der Herr hat auf dein Elend gehört.“ „Da nannte sie den Herrn, der zu ihr redete: Du, Gott, siehst mich! denn sie sprach: Gewiss habe ich hier den gesehen, der mich hernach angesehen hat. Darum hieß man den Brunnen einen Brunnen des Lebendigen, der mich ansieht!“ (Lies 1.Mose 16,7-14; Ps.138,3.) So nahe ist Gott, dass seine Hand dich berührt und dich zu stärken vermag. Daniel hat es erlebt: „Da rührte mich einer an und stärkte mich. Und er sprach: Friede dir! Sei stark, ja, sei stark! Und als er mit mir redete, fühlte ich mich gestärkt und sprach: Mein Herr möge reden, denn du hast mich gestärkt.“ Es war eine Stärkung, die Daniel befähigte, die Offenbarung Gottes zu ertragen und den Auftrag Gottes zu erfüllen! (Lies Dan.10,10-19; vgl. Apg.18,9.10; 23,11; 2.Kor.12,9.10.)

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FREITAG, 3.JULI

5. MOSE 4,7; PSALM 145,18-21

„Welche große Nation gibt es, die Götter hätte, die ihr so nahe wären wie der Herr, unser Gott, in allem, worin wir zu ihm rufen?“ „Nahe ist er allen, die ihn anrufen, allen, die ihn anrufen in Wahrheit!“ Vielleicht ist es nur einSatz, den du vor ihn bringst – er hört ihn! Seine Antwort bleibt nicht aus. Der Psalmbeter ist sich der Nähe Gottes bewusst: „Herr, du erforschst mich und kennst mich. Du kennst mein Sitzen und mein Aufstehen, du verstehst meine Gedanken von ferne. Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege. Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, Herr, nicht schon wüsstest. Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.“ (Lies Ps.139,1-5; Hiob 34,21; Spr.5,21; 15,3) Du fühlst dich allein gelassen, einsam, unverstanden? Es gibt Menschen, die an ihrer Einsamkeit verzweifeln. Das bringen Schriftsteller unserer Tage erschütternd zum Ausdruck. Aber nein, sagt die Bibel, du bist nicht allein. Einer weiß um dich, und er steht dicht an deiner Seite. Er ist nicht räumlich fern, nicht zeitlich fern – jetzt ist er da, unsichtbar, aber ganz wirklich. Jesus, der Sohn Gottes, der von Gott in die Welt gesandt wurde, er ist da, damit keiner einsam sein sollte, damit keiner vergeblich auf Rettung warte. Und wenn Jesus noch nicht Wohnung in dir nehmen durfte, so steht er vor der Tür und klopft heute an. „Wer ihm auftut, zu dem wird er eingehen und Wohnung bei ihm machen!“ Dann ist das Alleinsein, die trostlose Einsamkeit vorbei. Denn er wohnt indir. (Lies Hes.34,11; Offb.3,20; Jak. 4,8-10.)

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SAMSTAG, 4.JULI

JOHANNES 14,23; 2.MOSE 33,14

Jesus spricht: „Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.“ Unsere Sprache hat kaum Worte, um diese Nähe unseres Gottes auszudrücken. Bei euch, miteuch, umeuch, ineuch sagt die Bibel! „Siehe, ich bin bei euchalle Tage!“ „Mein Angesicht wird mit dirgehen!“ „Seine Linke ist unter meinem Haupte, und seine Rechte umfasst mich!“ „Du umgibst michmit Rettungsjubel“, lobsingt der Psalm-Beter und Sacharja hört: „Und ich, spricht der Herr, werde ihm eine feurige Mauer sein ringsumund werde zur Herrlichkeit sein in seiner Mitte!“ Mose bekennt: „Deine Wohnung ist der Gott der Urzeit, und unter dirsind ewige Arme!“ „Er fand ihn im Land der Wüste und in der Öde, dem Geheul der Wildnis; er umgab ihn, gab acht auf ihn, er behütete ihn wie seinen Augapfel. Wie der Adler sein Nest aufstört, überseinen Jungen schwebt, seine Flügel ausbreitet, sie aufnimmt, sie trägt auf seinen Schwingen, so leitete ihn der Herr allein, und kein fremder Gott war mit ihm“ (Hohel.2,6; Sach.2,9; 5.Mose 33,27; 32,10-12; lies Hiob 1,10a; Jud.24.25.) Jesaja ermutigt sein Volk: „Der Herr zieht vor euch her, und eure Nachhut ist der Gott Israels“ (52,12b). Er bricht vor uns Bahn und schützt uns, dass der Feind uns nicht von hinten oder von der Seite angreifen kann. Das ist der Gott Israels, der mächtige! „Der, der in euch ist, ist stärker als der, der in der Welt sein Wesen treibt!“ – So nahe ist Gott! (Lies Ps.44,3-8; 11,4.7; 1.Sam.22,23.)

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SONNTAG, 5.JULI

1.KORINTHER 3,16; 6,19; EPHESER 3,17

Gott ist uns nahe, er schenkt sich uns in Jesus, im Heiligen Geist. Watchman Nee (1903-1972), der in China über 700 Gemeinden mit über 70.000 Mitgliedern gründete, schreibt in seinem Buch „Das normale Christenleben“: „Wisst ihr es, dass der Geist in euch der wahrhaftige Gott ist? Dass doch unsere Augen geöffnet würden und wir die Größe der Gabe Gottes erkennten! Dass wir die unermesslichen Möglichkeiten sähen, an denen er uns Anteil gegeben hat. Ich möchte bei dem Gedanken jubeln: Der Geist in mir ist eine lebendige Person, er ist Gott. Der ewige Gott ist in meinem Herzen! Ich weiß nicht, wie ich die Herrlichkeit dieser Entdeckung mitteilen soll. Ich selbst bin nur ein irdenes Gefäß, aber ich berge einen Schatz von unsagbarem Wert: den Herrn der Herrlichkeit. Alles kleinliche Sorgen und Grämen der Kinder Gottes würde verstummen, wenn ihre Augen geöffnet würden und sie die Herrlichkeit des Schatzes sähen, der in ihren Herzen geborgen ist. Wir haben die Kraft Gottes in uns, die Umstände unseres Lebens anzunehmen und zu meistern. Wir besitzen die Macht, die Stadt, in der wir leben, zu bewegen. Ich muss es noch einmal und mit größter Ehrfurcht sagen: Ihr, die ihr vom Heiligen Geist von Neuem geboren seid, ihr tragt Gottin eurem Herzen. – Haben wir begriffen, was bei unserer Bekehrung geschah? Gott kam in unser Herz und machte es zu seinem Tempel. Ist es uns aufgegangen, dass wir bei jedem Schritt den Heiligen Geist Gottes in uns tragen? Nicht nur sein Wort, nicht nur viel gutes Wissen über Gott, ihn selbst tragen wir!“ „Christus in uns, die Hoffnung der Herrlichkeit!“ (Lies Röm.8,1.9-16; 2.Kor.13,5; Joh.15,4.5; 17,23.26; Kol.1,27; 2,19.)

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MONTAG, 6.JULI

PSALM 73,28; 65,5; 84,11

So nahe ist Gott – dieses Bewusstsein ändert unser Leben von innen her, und wir erleben etwas von der Freude des Himmels. Das bezeugt auch Asaf: „Dir, Herr, nahe zu sein, ist mein ganzes Glück.“ In jedem Menschen lebt eine Ursehnsucht: Er will Gott nahe sein. Wir sind so angelegt, dass wir „Gott suchen, ob wir ihn wohl tastend fühlen und finden möchten“. Die vielen Religionen, die ihre Stimme erheben und ihre Ansprüche geltend machen, sind eine Bestätigung dafür, dass die Menschen Gottes Nähe suchen. Und jede Sehnsucht sucht Erfüllung. Die Frage ist nur, aus welchen Quellen wir schöpfen. (Lies Ps.42,1-3; 143,6.7; Jes.26,8.9a.) Gott nahe zu wissen bringt Entspannung in unser Leben. „Von deiner Gegenwart geht mein Recht aus“ (Ps.17,2). Wenn unser Recht von diesem nahen Gott vertreten wird, brauchen wir nicht immer in Spannung und Angst zu leben. Wenn Gott, der Allmächtige, mit mir in die Situation hineingeht, kann ich gelassen und unbekümmert bleiben. „Wenn du durchs Wasser gehst, ich bin bei dir, und durch Ströme, sie werden dich nicht überfluten; wenn du durchs Feuer gehst, wirst du nicht versengt werden, und die Flamme wird dich nicht verbrennen“ (Jes.43,2). Der Weltherrscher Nebukadnezar sieht bei den drei Männern im Feuerofen einen Vierten: „Siehe, ich sehe vier Männer frei wandeln mitten im Feuer, und keine Verletzung ist an ihnen; und das Aussehen des Vierten ist gleich einem Sohne der Götter!“ Die Nähe Gottes schenkt den drei Freunden im Feuerofen Gelassenheit und Freiheit. Ja, sie sind letztlich unversehrt und geborgen. Niemand, auch nicht der mächtige König der Babylonier, war in der Lage, ihnen ihre Ruhe in Gott zu nehmen! (Lies Dan.3,8-27.)

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DIENSTAG, 7.JULI

JOHANNES 4,1-14; PSALM 36,8-10

Das Leben in der Nähe von Jesus ist ein erfülltes Leben. Es ist ein Leben mit einer Aufgabe, die Frucht für die Ewigkeit bringt – mit einem Ziel, das das höchste und doch erreichbar ist. Es ist ein Leben an der Quelle. Als die Samariterin, die schuldig geworden war und auf die ihre Dorfgenossen mit Fingern zeigten, in die Nähe von Jesus kam, sagte er zu ihr: „Wenn du die Gabe Gottes kenntest und wer es ist, der zu dir redet, so würdest du ihn bitten, und er würde dir lebendiges Wasser geben!“ – Jesus hat für dich lebendiges Wasser, das dich erfrischt und dein Leben zum Blühen bringt und geistliche Früchte bis in die Ewigkeit wachsen lässt. David sagt: „Du tust mir kund den Weg des Lebens; Fülle von Freuden ist vor deinem Angesicht“ (Ps.16,11). Wir hören es immer wieder aus seinen Liedern heraus, dass sein Leben ein erfülltes war, voller Frische und Kraft, weil er die Nähe seines Gottes liebte und erlebte, weil er den Weg des Lebens und der Freude vor seinem Angesicht kannte. (Lies Ps.63,1-8; Jes.55,1.2.) Und David erfuhr es auch buchstäblich: In Gottes Nähe ist Sicherheit. Ungewissheit, Zweifel, Mutlosigkeit und Sorgen können so quälend sein! Fragen werden laut: Was kommt auf mich zu? Wie soll es weitergehen? Was soll ich tun, wenn …? Die Nähe Gottes ist meine Sicherheit! „Ich habe den Herrn stets vor mich gestellt; weil er zu meiner Rechten ist, werde ich nicht wanken!“ In Gottes Nähe sind wir geborgen. Er nimmt uns in Schutz vor „zänkischen Zungen“. (Lies Ps.16,8; 27,1-5; 31,20.21.)

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MITTWOCH, 8.JULI

PSALM 145,18.19; 46,1-12

Gottes Nähe bedeutet Rettung! Vom Morgen bis zum Abend und oft auch in der Nacht sind wir vielen Gefahren ausgesetzt. Aber: „Wir preisen dich, Gott! Wie nahe ist uns dein Name! Deshalb verkündigen wir deine Wundertaten.“ – So nahe ist Gott, jetzt in dieser Stunde, dass er dich retten kann, in welcher Not du dich auch befindest. Ist dir die Sinnlosigkeit deines Lebens zur Qual geworden? Verklagt dich deine Vergangenheit vor Gott? Hast du keinen Sieg über Sünde? Das böse Reden über andere, das so viele verletzt? Mit welcher Sünde hast du dich arrangiert? Woran hast du dich gewöhnt – Dinge, von denen du weißt, dass sie Jesus nicht gefallen? Das kann Bequemlichkeit sein oder Arbeitswut – Gereiztheit oder Ungeduld – Gleichgültigkeit oder Machtansprüche – Bitterkeit oder Wut. Der Apostel Paulus erinnert seinen Mitarbeiter Titus: Wir wollen nicht vergessen, dass auch wir ohne Selbsterkenntnis gelebt haben und Gott gegenüber ungehorsam waren. Wir wurden von allen möglichen Wünschen und Leidenschaften beherrscht. Wir lebten in Bosheit und Neid, waren hassenswert und hassten uns gegenseitig. – Wenn du verzagt bist und denkst: Ich bin halt so. Ich kann nicht anders. Immer wieder falle ich in alte Sünden zurück – dann denke daran, dass Gott ein Heiland-Gott ist: gnädig und barmherzig, geduldig und von großer Güte. Er hat sich uns in seiner großen Freundlichkeit und Menschenliebe offenbart und uns gerettet durch „das Bad der Wiedergeburt“ und erneuert durch die neu schaffende Kraft des Heiligen Geistes (Tit.3,3-6). Dieses rettende Handeln Gottes, von dem Paulus schreibt, soll jeder erleben – und sei er noch so verzagt und finde er sich noch so unmöglich. Schau auf zu deinem Heiland-Gott. Er ist ein Gott rettender Taten. Er ist jetztfür dich da. (Lies 2.Mose 15,2; 1.Sam.2,1; 2.Sam.22,1-4.50.51; 1.Chron.16,23.35; Ps.37,39.40; Luk.1,71; Röm.5,9.10.)

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DONNERSTAG, 9.JULI

APOSTELGESCHICHTE 10,33; RÖMER 10,13

„Wir sind jetzt alle vor Gott gegenwärtig!“ Er will das Werk der Rettung, der Wiedergeburt an all denen tun, die es wünschen. Jesus steht vor der Tür. Er klopft an und ist bereit, Wohnung bei dir zu nehmen und dir so nahe zu kommen, wie kein Mensch dir nahe sein kann. Übergib ihm dein Leben – mit allem Schmutz und Schutt. „Gott sei mir Sünder gnädig“, sagte jener Zöllner. (Lies Luk.18,9-14; 19,1-10.) „Nahe ist der Herr denen, die zerbrochenen Herzens sind, und die zerschlagenen Geistes sind, rettet er!“ Verdecke die Sünde nicht, die dein Leben zerstört, gib sie heraus in einem offenen Bekenntnis, auch wenn es dich beschämt und es dir schwerfällt. Nahe ist der Retter-Gott, der dir auch in dieser Stunde hilft. Wenn wir unsere Verfehlungen eingestehen, dürfen wir damit rechnen, dass der treue und gerechte Gott uns vergibt und von aller Schuld reinigt. (Lies Ps.32,1-5; 1.Joh.1,7-9; Jes.1,18-20.) „Wie herrlich befreit fühlt sich ein Mensch, der seine Sünde bekannt hat und der jetzt weiß: Die Vergebung ist größer als mein Versagen! Gott will – was ich aufgedeckt habe – zudecken. Wie glücklich kann derjenige sein, wenn er nicht mehr so tun muss ‚als ob‘! Zuerst dachte ich, es merke ja doch keiner und es gehe niemand etwas an, was ich tue. Aber mein Gewissen rebellierte, und ich wurde fast krank und nervös vor Angst, es könnte doch herauskommen, wer ich wirklich bin und was ich getan habe. Jetzt ist es mir klar: Was mich bedrückte, war deine Hand. Du hattest mich innerlich aufs Trockene gesetzt. Als mir das aufging, habe ich mich zur Aussprache durchgerungen und habe aufgehört zu schauspielern“ (W. Becker).

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FREITAG, 10.JULI

JESAJA 36,1-10; PSALM 39,2

In den Kapiteln 36-38 des Propheten Jesaja begegnen wir dem König Hiskia. Über sein Leben könnte man schreiben: „So nahe ist Gott!“ Darum kann Hiskia still sein gegenüber dem Spott des feindlichen Heerführers (36,21). Die raffinierte Methode, die dieser Feldherr anwandte, um das Vertrauen zu Hiskias Anordnungen zu untergraben und damit den Widerstand Israels zu brechen, war Hiskia und Jesaja bitter schwer. Der Rabschake (Obermundschenk des assyrischen Königs) sprach zu den Abgesandten Hiskias: Sagt doch zu Hiskia: So spricht der große König, der König von Assyrien: Worauf vertraust du eigentlich, dass du dich so sicher fühlst? Meinst du etwa, dass du mit leeren Worten gegen meine Kriegsmacht und Kriegserfahrung antreten kannst? Auf wen hoffst du, dass du es wagst, dich gegen mich aufzulehnen? Oder willst du behaupten, dass ihr euch auf den Herrn, euren Gott, verlassen könnt? Dann sag mir doch: Ist er nicht eben der Gott, dessen Opferstätten und Altäre du, Hiskia, beseitigt hast? Der Feind ist ein Lügner und entstellt die Dinge. Und was verspricht er uns nicht alles, wenn er nur das Vertrauen zu Gott untergraben kann: „Der König von Assyrien gibt dir …“ (Vgl. 1.Mose 3,1-7). Und schließlich ist da auch die Stimme der Entmutigung: „Du kannst es ja nicht einmal mit dem unbedeutendsten Truppenführer meines Herrn aufnehmen!“ – Unwillkürlich werden wir hier an die Taktik des „Fürsten dieser Welt“ erinnert. Wir kennen diese Stimme, die uns schwach und mutlos machen will: Du hast bis jetzt nichts erreicht, gib auf! Du stehst allein auf weiter Flur, dir kann sowieso niemand helfen. Wirklich niemand? Wir sehen keinen Helfer weit und breit. Aber: mein Herr ist mir nahe. In seiner Gegenwart erkennen wir, ob wir reden oder schweigen sollen. David gibt uns Anteil an einigen Erfahrungen aus seinem Leben mit Gott: Psalm 38,13-16. (Vgl. 2.Sam.16,10-12; Jes.53,7; Amos 5,13; Jak.1,26; 3,2.)

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SAMSTAG, 11.JULI

JESAJA 36,10-22; PSALM 17,10-15

Der Obermundschenk fährt fort: „Meinst du, dass ich ohne den Herrn gegen dieses Land heraufgezogen bin, um es zu verheeren? Ja, der Herr hat zu mir gesagt: Ziehe hinauf in dieses Land und verderbe es!“ – Seine Behauptung, Gott stehe auf seiner Seite, war wirklich eine Versuchung für das bedrängte Volk. Alles stand auf dem Spiel. Wenn der Feind auch sehr nahe ist und er seine Macht vor uns aufbaut, Gott ist näher. (Vgl. 1.Sam.17,8-11.41-51.) Die feindliche Rede hat noch eine Fortsetzung: „Höre die Worte des Königs, des großen Königs von Assyrien: Dass euch Hiskia nicht täusche, denn er wird euch nicht zu erretten vermögen. Und dass euch Hiskia nicht auf den Herrn vertröste, indem er spricht: Der Herr wird uns gewisslich erretten!“ Der Feind weiß genau, dass die Front zusammenbricht, wenn es ihm gelingt, das Vertrauen auf Gott und zu seiner Macht zu zerstören. Darum bietet er alle Überredungskünste auf, um den Blick von Gott weg, hin auf den „Fürsten dieser Welt“, zu lenken: „Machet Frieden mit mir, kommt zu mir heraus.“ Nach seiner langen Rede bietet der Obermundschenks Hiskia an: „Ich werde euch in ein Land holen wie euer Land!“ Angebote hat der Feind in Mengen bereit. Er muss „Ersatz“ bieten für ein Leben in der Nähe Gottes. „Weißt du dieses, dass von jeher, seitdem der Mensch auf die Erde gesetzt wurde, der Jubel der Gesetzlosen kurz, und die Freude der Gottlosen für einen Augenblick war?“ „Da ist ein Weg, der einem Menschen gerade erscheint, aber sein Ende sind Wege des Todes. Auch beim Lachen hat das Herz Kummer, und ihr, der Freude, Ende ist Traurigkeit!“ (Lies Hiob 20,4-11; Spr.14,12.13; Pred.2,1-26.)

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SONNTAG, 12.JULI

JESAJA 36,18-22; PSALM 115,2-11

Schließlich fügt der Sprecher des assyrischen Königs noch die Liste der Eroberungen an, die dem großen König gelungen waren. Was wollte Hiskia gegen den Sieger von Hamat und Arpad und Sefarwajim sagen? Und dann spielt der Obermundschenk seinen letzten Trumpf aus: „Welche sind es unter allen Göttern dieser Länder, die ihr Land von meiner Hand errettet haben, dass der Herr Jerusalem von meiner Hand erretten sollte?“ – Seht die großen Niederlagen unter dem Volk Gottes! Seht, wie da und dort einer fällt! Wie sollte Gott euch retten und euch seine Rettung erweisen, ihr kleinen Leute? Aber Hiskia schwieg still. „Und sie alle schwiegen still und antworteten ihm kein Wort; denn es war das Gebot des Königs, der gesagt hatte: Ihr sollt nicht antworten!“ (Lies Ps.135,5; Spr.26,4.) Hiskia hat es nicht nötig, dem Obermundschenk zu antworten, er überlässt die Antwort Gott. Schweigen ist oft die beste Antwort, wenn wir angeklagt und verhöhnt werden. Sei still, übergib deine Sache Gott, der dir nahe ist, wenn du zu ihm rufst! Jesus selbst ist darin unser Vorbild. Er schwieg vor der Anklage des Hohen Priesters. Pilatus fragt ihn: „Antwortest du nichts? Siehe, wie hart sie dich verklagen! Jesus aber antwortete nichts mehr!“ (Lies Mark.15,4.5; Matth.27,11-14; Hiob 5,8.9; Ps.37,5-9.) „Wenn ihr stille bliebet, würde euch geholfen; durch Stillesein und Hoffen würdet ihr stark sein!“ Stille sein, weil uns unser rettender, liebender, mächtiger Gott so nahe ist – wollen wir das nicht ganz neu in unserer Lage ausprobieren? Es ist kein verbittertes Schweigen, kein trotziges Verstummen, sondern ein vertrauendes Warten auf das Handeln Gottes. (Lies Jes.50,6-9; Ps.109,1-4.)

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MONTAG, 13.JULI

JESAJA 37,1-14; PSALM 50,15

So nahe ist Gott, dass Hiskia ihm den Schreckensbrief des Königs von Assyrien vorlegen kann. „Und Hiskia nahm den Brief aus der Hand des Boten und las ihn, und er ging hinauf in das Haus des Herrn. Und Hiskia breitete ihn vor dem Herrn aus.“ Telefon, Fernsehen, Internet, Print-Medien … sind in unserem Leben mächtige Faktoren. Viele Nachrichten kommen dadurch ins Haus. Darunter können Nachrichten sein, vor denen wir erschrecken, die über unsere Kräfte und Fähigkeiten gehen: eine Unglücksbotschaft, eine große Rechnung, ein Hilferuf, die Absage einer Bewerbung. Wir lesen den Brief oder die E-Mail mit Herzklopfen und wissen nicht, was wir nun tun sollen. (Lies Dan.2,12-23.) Hiskias Gott ist auch mein Gott, und ich darf es genauso machen wie er. Auch für mich ist Gottes Heiligtum weit offen, und er hört und antwortet. Er weiß um den Inhalt der Briefe, der Anrufe, der E-Mails. Und er kennt auch die rechte Antwort, die Lösung der Schwierigkeiten. (Lies Ps.86,1-7.10.) Der unsichtbare und doch so nahe Gott hat unbegrenzte Möglichkeiten, mit meiner Situation fertig zu werden. „Siehe, ich bin der Herr, der Gott alles Fleisches; sollte mir irgendein Ding unmöglich sein?“ „Rufe zu mir, und ich will dir antworten und will dir große und unerreichbare Dinge kundtun“ (Jer.32,27; 33,3). „Wälze die Last deines Weges auf den Herrn, im Vertrauen auf ihn ruhe, er wird handeln.“ „Wirf auf den Herrn, was dir auferlegt ist, und er wird dich erhalten; er wird nimmermehr zulassen, dass der Gerechte wanke!“ Hiskia legt den Brief im Heiligtum vor Gott ab. Damit liegt die eigentliche Verantwortung für das, was nun geschehen soll, auf Gott, und Hiskia kann aufatmen. Er ist entlastet. (Lies Ps.123,1-4; 143,6-12; 62,1-3.)

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DIENSTAG, 14.JULI

JESAJA 37,14-38; RÖMER 11,33

Hiskia breitet seinen Brief vor dem Herrn aus, und nun betet er: „Herr der Heerscharen, Gott Israels, der du zwischen den Cherubim thronst, du allein bist es, der der Gott ist von allen Königreichen der Erde, du hast den Himmel und die Erde gemacht.“ Hiskia, der kein Wort verschwendet hat, mit seinen Feinden herumzustreiten oder zu verhandeln, weiß, an welcher Stelle er über alles reden kann, was ihn bedrängt und was er nicht mehr in sich verschließen kann und auch nicht soll. Wir merken an seinen Worten, wie nahe er dem unsichtbaren Gott in seiner Allmacht und Schöpfergröße steht. (Vgl. Jer.32,16ff; Neh.9,5.6.) Wir merken aber auch, dass er den allmächtigen Herrn anschaut, eheer Gott seine Anliegen und Bitten vorträgt: „Herr, neige dein Ohr und höre; Herr, tue deine Augen auf und sieh! Ja, höre die Worte Sanheribs, der gesandt hat, um den lebendigen Gott zu verhöhnen.“ Auch das Bitt-Gebet Hiskias bezeugt die enge Verbundenheit zwischen ihm und seinem Gott. Gott kennt die Feinde, die Hiskia bedrängen, ganz genau. Es sind nicht nur Hiskias Feinde, es sind auch Gottes Feinde, und Gott weiß ihnen zu begegnen. „Ich kenne dein Sitzen und dein Aus-und Eingehen, dein Toben wider mich!“ Hiskia fährt in seinem Gebet fort: „Und nun, Herr, unser Gott, rette uns von seiner Hand, damit alle Königreiche der Erde wissen, dass du allein Herr bist!“ Es geht Hiskia unter allen Umständen um die Ehre Gottes. Was könnte das für mein Beten und Leben, für Anfechtungen und Engpässe bedeuten? Manchmal stehen wir Gott im Weg, wenn wir selber groß rauskommen wollen und „vergessen“, was der Herr uns Gutes getan hat. (Lies 2.Sam.7,26; 1.Kön.18,36.37; 2.Kön.19,19; Ps.115,1; Jes.42,8; 48,11.)

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MITTWOCH, 15.JULI

JESAJA 37,33-38; 8,9.10; 10,33.34

So nahe ist Gott, dass sein Wort direkt in die Situation des betenden Hiskia hineinspricht und das Eingreifen des Herrn eine vollkommene Rettung bringt. „Darum, so spricht der Herr von dem König von Assyrien: Er soll nicht in diese Stadt kommen, und er soll keinen Pfeil darein schießen und keinen Schild ihr zukehren, und er soll keinen Wall gegen sie aufschütten. Auf dem Wege, den er gekommen ist, auf dem soll er zurückkehren und soll in diese Stadt nicht kommen, spricht der Herr! Und ich will diese Stadt beschirmen, um sie zu retten.“ Gott erschrickt nicht vor der großen Übermacht der Feinde. Er wird fertig mit einem Weltherrscher, wie der König von Assyrien es war, der tatsächlich schon viele Völker unterworfen hatte. Von höchster Stelle wird ihm Einhalt geboten. Gott überwindet Not mit Leichtigkeit. Sein Reden zu Hiskia ist so direkt und unmittelbar, aber auch der Assyrer erhält eine direkte Antwort Gottes auf seinen Brief: „Ein Engel des Herrn zog aus und schlug im Lager der Assyrer hundertfünfundachtzigtausend Mann. Und als man des Morgens früh aufstand, siehe, da waren sie allesamt Leichname!“ Eine große Rettung für Hiskia und das Volk Gottes, aber ein massives Gerichtshandeln des heiligen Gottes gegenüber dem Feind. (Lies Hiob 15,25-30; Jes.17,12-14; Spr.21,30.31.) „Und Sanherib, der König der Assyrer, brach auf und zog fort und kehrte zurück und blieb in Ninive. Und es geschah, als er sich niederbeugte im Hause Nisrochs, seines Gottes, da erschlugen ihn Adrammelech und Sarezer, seine Söhne, mit dem Schwert.“ Hiskia empfing Hilfe im Haus seines Gottes, Sanherib wurde erschlagen im Haus seines Gottes – „damit alle Königreiche der Erde es wissen, dass du allein Herr bist“! (Lies Ps.35,1-9; 76,1-9.)

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DONNERSTAG, 16.JULI

JESAJA 38,1-5; PSALM 91,15.16

So nahe ist Gott, dass Hiskia ihm seine Todesangst klagen kann und Gott als Arzt an ihm handelt. „In jenen Tagen wurde Hiskia krank zum Sterben … Da wandte Hiskia sein Angesicht gegen die Wand und betete zu dem Herrn!“ Er konnte in dieser Not nicht mehr in das Haus Gottes gehen, aber er konnte sich auch in seinem Krankenzimmer von allem anderen abwenden und vor Gott sein Herz ausschütten. In der bisherigen Bedrängnis ging es um die Existenz des Volkes Gottes, nun steht plötzlich Hiskia selbst am Rand des Todes. Er spricht: „Ach, Herr, gedenke doch, dass ich vor deinem Angesicht gewandelt bin in Wahrheit und mit ungeteiltem Herzen, und dass ich getan, was gut ist in deinen Augen!“ (Lies 2.Chron.31,20.21; vgl. Hiob 23,11.12; Ps.16,8.) Es ist erstaunlich, dass Hiskia angesichts des Todes so sprechen kann. Und wir lesen, dass die Antwort des Herrn nicht ausblieb. Der Prophet Jesaja wurde zu dem erschütterten, betenden König geschickt mit der Botschaft Gottes: „Ich habe dein Gebet erhört, deine Tränen gesehen. Siehe, ich will zu deinen Tagen fünfzehn Jahre hinzufügen.“ Die Gabe Gottes ist nicht klein. Sie übertrifft Hiskias Erwartungen. Er wollte gesund werden, er wollte die Rettung seiner Stadt erleben – Gott gibt ihm fünfzehn Jahre. Das ist eine lange und doch auch eine begrenzte Zeit. Sie schließt Möglichkeiten ein, mit dem nahen Gott weitere Erfahrungen zu machen und in der Gemeinschaft mit Gott zu wachsen und zu reifen. „Zur vollen Reife sollen wir gelangen, damit wir in ganzem Ausmaß die Fülle und Herrlichkeit des Herrn Jesus Christus erfassen können“ (Eph.4,13b; lies Ps.90,10-12; 92,13-16; 2.Petr.3,18).

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FREITAG, 17.JULI

JESAJA 38,10-17; 1.TIMOTHEUS 2,4.5

So nahe ist Gott, dass er Bürge für einen Sünder wird. Es gab eine Stunde in Hiskias Todesnot, in der er sich nicht mehr auf seinen Lebenswandel stützen konnte. In seiner Angst sagt er: „Ich werde den Herrn nicht sehen im Lande der Lebendigen. Meine Wohnung ist abgebrochen und ward von mir weggeführt wie ein Hirtenzelt … Vom Tage bis zur Nacht wirst du ein Ende mit mir machen; … Schmachtend blickten meine Augen zur Höhe: O Herr, mir ist bange, tritt als Bürge für mich ein!“ Auch Hiskia braucht einen Bürgen. Vor Gott gibt es keine eigene Gerechtigkeit! Doch Hiskia fährt fort: „Was soll ich sagen? Dass er es mir zugesagt und es auch ausgeführt hat. Herr, du machst mich gesund und erhältst mich am Leben! Siehe, zum Heile ward mir bitteres Leid: Du zogst liebevoll meine Seele aus der Vernichtung Grube; denn alle meine Sünden hast du hinter deinen Rücken geworfen!“ (Lies Ps.119,122.123; Hiob 33,23-28; Micha 7,18.19.) Gott selbst ist Bürge für Hiskia geworden. Auch für dich ist ein Bürge da, der die Schuld auf sich genommen hat! Jesus wird im Hebräerbrief der Bürge des Neuen Bundes genannt. „Damals wart ihr fern von Gott, jetzt aber seid ihr ihm nahe durch die Verbindung mit Jesus Christus, durch das Blut, das er vergossen hat“ (Eph.2,13). Nimm Zuflucht zu diesem Bürgen, der sein Leben aus Liebe für dich gab! Stütze dich auf nichts anderes – nicht auf die fromme Familie, aus der du kommst, nicht auf das, was du schon für Gott getan hast. Stütze dich auf Jesus, der als Bürge für dich eintrat! Dann wird die letzte Stunde dich bereitfinden, den Schritt aus dem Sichtbaren in das Unsichtbare zu tun! (Lies Hebr.7,22-27; Joh.14,6.)

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SAMSTAG, 18.JULI

1.KORINTHER 2,9.10; 2.KORINTHER 4,16-18

Einmal wird der Augenblick kommen, in dem der Vorhang vor dem Unsichtbaren weicht und wir Gott schauen werden, der uns heute verhüllt und doch so nahe ist. In Erwartung dieser Stunde stützt sich unser Glaube auf die Zeugnisse der Bibel. » Der Apostel Petrusschreibt: „Ihn liebt ihr, obwohl ihr ihn nie gesehen habt. Auf ihn setzt ihr euer Vertrauen, obwohl ihr ihn jetzt noch nicht sehen könnt. Und darum jubelt ihr mit unaussprechlicher und herrlicher Freude. Denn ihr wisst, dass euer Vertrauen, euer Glaube, euch die endgültige Rettung bringen wird.“ (Lies 1.Petr.1,3-13.) » Hiobhält daran fest: „Ich weiß, dass Gott, mein Anwalt und Erlöser, lebt! Er spricht das letzte Wort hier auf der Erde. Jetzt, wo die Haut in Fetzen an mir hängt und ich kein Fleisch mehr auf den Knochen habe, jetzt möchte ich ihn sehen mit meinen Augen, ihn selber will ich sehen, keinen Fremden! Mein Herz vergeht in mir vor lauter Sehnsucht“ (Hiob 19,25-27 – Gute Nachricht). » Der Apostel und Seher Johannesversichert: „Ihr Lieben, wir sind schon Kinder Gottes. Was wir einmal sein werden, ist jetzt noch nicht sichtbar. Aber wir wissen, wenn es offenbar wird, werden wir Gott gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er wirklich ist“ (1.Joh.3,2; lies Offb.21,3.22.23; 22,4). » Jesus selbersagt: „Über ein Kleines, und ihr werdet mich sehen!“ Dann wird keine Verhüllung mehr da sein! Aber heute schon freuen wir uns in dem Bewusstsein: So nahe ist Gott! Er umgibt mich heute von allen Seiten, und ich darf mein Herz auf ihn richten und seine Antwort erfahren. – „Gott ist gegenwärtig, lasset uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten!“ (Lies Ps.145,18; 75,2.) FREUND DES KÖNIGS

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SONNTAG, 19.JULI

1.CHRONIK 27,33; SPRÜCHE 18,24

Huschai war ein Freund des Königs David geworden. Wir erfahren nichts darüber, wie es zu dieser Freundschaft gekommen war? Doch wir dürfen davon ausgehen: Wenn Huschai ein Freund Davids war, dann muss eine innere Übereinstimmung zwischen diesen beiden Männern da gewesen sein, ein tiefes gegenseitiges Vertrauen. Dann muss eine lebendige Beziehung zu Gott und eine echte Hingabe an Gott auch Huschais Leben geprägt haben. Hätte David sich ihm sonst anvertrauen können? (Lies Spr.22,11; 16,13.) Es war keine naturwidrige Beziehung, die Huschai mit David verband. Huschai war ein Arkiter, er entstammte einem phönizischen Volksstamm, der sich im Grenzgebiet zwischen den Stämmen Benjamin und Ephraim angesiedelt hatte (Jos.16,2). Hatte Huschai das Land seiner Geburt verlassen, um in Israel den wahren Gott anzubeten? Es wäre interessant, das Zeugnis des Arkiters zu kennen, aber es wird uns nicht weitergegeben. Wie viel muss Huschai die Freundschaft Davids bedeutet haben! Vielleicht war es ihm ganz unfasslich, dass gerade er „Freund des Königs“ genannt wurde. Vielleicht sagte er sich, diese Freundschaft ist ein völlig unverdientes Geschenk, ich wüsste viele, die würdiger wären, ein Freund des Königs zu sein als ich. Was kann ich dem König bedeuten? An dieser Stelle dürfen wir hinüberschauen ins Neue Testament zu Jesus, dem wahren „Sohn Davids“. Er ist ein „Freund der Zöllner und Sünder“ und hat die, die sich ihm anvertraut haben, seine „Freunde genannt“. (Lies Luk.7,34; 15,2; 19,7; Joh.15,13-15.) Für Huschai kam eine Stunde, in der seine Freundschaft erprobt und unter Beweis gestellt werden sollte, die Stunde, in der König David einen Freund brauchte. Und gerade diese Stunde, die für Huschai eine Krisenstunde hätte werden können, wird in allen Einzelheiten festgehalten. Nicht die Entstehung der Freundschaft, nicht das Glück der Freundschaft, sondern eine brisante, gefährliche Situation ist uns aufbewahrt, die Huschai als Freund des Königs durchstand.

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MONTAG, 20.JULI

2.SAMUEL 15,30-37; HIOB 6,14

Als David den Ölberg hinaufstieg, ging er zum Zeichen der Trauer barfuß, verhüllte sein Gesicht und weinte. Auch seine Begleiter verhüllten ihr Gesicht und weinten. Sie nahmen Anteil an Davids Traurigkeit. Da erreichte David eine erschütternde Meldung: „Ahitofel steht auf der Seite der Verschwörer um Absalom!“ Ahitofel, der Ratgeber des Königs, hatte sich von David abgewandt und sich auf die Seite Absaloms geschlagen. Viele Jahre hatte David ihm sein Vertrauen geschenkt – und nun: dieser Verrat! (Vgl. Ps.55,13-15; Hiob 19,19-21.) In dieser dunklen Stunde muss David erneut den Thron verlassen und wieder zum Flüchtling werden. Sein eigener Sohn hatte heimlich gegen seinen Vater eine groß angelegte Verschwörung betrieben, um den Königsthron einzunehmen (2.Sam.15,1ff). Als David oben auf dem Ölberg bei der Grabstätte ankam, stieß sein alter Freund und Berater, der Arkiter Huschai, zu ihm. Zum Zeichen der Trauer hatte er sein Gewand zerrissen und sich Erde auf den Kopf gestreut. Ob Salomo Jahre später an Huschai, den Freund seines Vaters, dachte, als er seine Lebensweisheiten schriftlich niederlegte? „Ein Freund liebt allezeit und ein Bruder wird für die Not geboren“ (Spr.17,17; 27,9). Als Verachtung und Demütigungen über David hereinbrachen, da zog es Huschai an die Seite des Königs. Das war eine gewagte Sache. Doch jetzt braucht David einen Freund, einen, der ihm treu zur Seite steht. Freundschaft ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Seither hat Huschai von David viel Liebe erfahren. Jetzt ist Huschai der Gebende. Seine Liebe und Treue bedeuteten in diesem Augenblick sehr viel für David. Sein Freund war da, auf ihn konnte er rechnen. Er würde alles für ihn wagen und tun. (Vgl. Rut 1,16.17; 1.Sam.18,3; 19,1-7; 23,14-18.)

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DIENSTAG, 21.JULI

2.SAMUEL 15,30-37; 16,15 - 17,14

David konnte mit Huschai ganz offen sprechen. Er war sein Freund, der auch Unverständliches annehmen und aushalten konnte. „Geh nicht mit mir, du würdest mir nur zur Last fallen!“ Welche Freundschaft erträgt ein solches Wort? Man könnte direkt beleidigt sein und den Rückzug antreten! Doch so viel ist klar: In dieser Situation war jetzt nicht das Gespräch dran, sondern stilles, vertrauensvolles Einvernehmen und die Durchführung eines wichtigen Auftrags. Bei dem, was jetzt auf dem Spiel stand, ging es in diesen Augenblicken nicht um persönliche Freundschaft, sondern um ein überpersönliches Unternehmen: um die Rettung des Königtums Davids. Für David konnte es keinen Geeigneteren geben als Huschai. Und dieser ist auch bereit, als Beobachter nach Jerusalem zurückzugehen und David über die Entwicklungen zu unterrichten. Ein gewagtes Unternehmen, bei dem Huschai Kopf und Kragen riskiert! Doch die Liebe sieht weiter – wenn nur David den Thron zurückerhält, alles andere ist zweitrangig. (Vgl. Est.4,13-16.) Wir wissen, was der Aufenthalt Huschais in Jerusalem ausrichtete. Absalom und alle Männer Israels bezeugten: „Huschai hat recht! Sein Rat ist besser als der Rat Ahitofels!“ So sorgte der Gott selber dafür, dass der kluge, für Absalom günstige Rat Ahitofels missachtet wurde. Denn Gott hatte den Untergang Absaloms beschlossen. Huschai blieb in der Stadt, die David streitig gemacht worden war. Er handelte als Freund in einer Situation, in der der Freund gebraucht wird. Auch wir dürfen Freunde des allerhöchsten Königs sein! Jesus hat seine Jünger darauf vorbereitet, dass sie als seine Gesandten unter Druck, ja ins Leiden geraten: Matthäus 10,16-20. Aber gerade sie werden von Gott getröstet. „Selig seid ihr, wenn sie euch wegen des Namens von Jesus Christus beschimpfen, denn der Geist der Herrlichkeit, der Geist Gottes, ruht auf euch“ (1.Petr.4,14).

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MITTWOCH, 22.JULI

JAKOBUS 4,4b.5; 1.JOHANNES 2,15-17

Es gibt Augenblicke, in denen die Freundschaft mit Gott gefährdet ist und Entscheidungen von uns verlangt. Jakobus weist in seinem Brief nachdrücklich darauf hin, dass die Freundschaft mit Gott sogar zerbrechen kann: Die herzliche Liebe zu Gott wird verlassen. Es ist so, wie wenn einer Ehebruch begeht. „Wisst ihr denn nicht: Freundschaft mit dieser Welt bedeutet Feindschaft gegen Gott.“ Was ist gemeint? Lesen wir Jakobus 4,1-12 und 5,1-5 im Zusammenhang und fragen uns: Woran erkennen wir die Freundschaft mit der Welt und die Feindschaft gegen Gott? Es wird uns schnell klar werden, dass unser selbstsüchtiger Wille, „die Gesinnungdes Fleisches, Feindschaft gegen Gott ist“ (Röm.8,7). Die Liebe zur Welt hat also mit unserem eigennützigen Wesen, mit unserem alten Menschen, zu tun. Hierher gehören Stichworte wie „Eifersucht“, „Habsucht“, „Klatsch- und Streitsucht“ … Zuerst regen sich eifersüchtige, habsüchtige … Gedanken und Gefühle in uns. Sie werden lauter und stärker, bis sie nach außen treten und sich in Wort und Tat äußern. Die Liebe zu Gott dagegen kommt aus einem von Sünden gereinigten und durch den Heiligen Geist erneuerten Herzen: „Gott, wasche mich rein von meiner Missetat, und reinige mich von meiner Sünde; … Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, beständigen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen Heiligen Geist nicht von mir. Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem willigen Geist rüste mich aus“ (Ps.51,3.4.12-14). Und wie äußert sich die Liebe zu Gott? Das Erste wird unser Sündenbekenntnis sein. Manchmal brauchen wir auch einen seelsorgerlichen Begleiter, wie der Prophet Nathan ein Seelsorger für David war (Ps.51,1.2). Dann werden wir uns von manchem, das die Freundschaft mit unserem König im Himmel verdrängte, trennen. Der Heilige Geist wird uns zeigen, was wir aufgeben und wovon wir uns lösen sollen.

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DONNERSTAG, 23.JULI

SPRÜCHE 17,17; HEBRÄER 13,13

An Huschais Haltung David gegenüber können wir ablesen, was es bedeutet: „Ein Freund liebt zu jeder Zeit.“ Seine ganze Liebe und Kraft konzentriert sich auf den König. Er hat alles zurückgelassen und ist hinausgegangen, um die Demütigungen mit seinem Freund zu teilen. „Als Bruder wird er für die Not geboren.“ Huschais Liebe ist so groß, dass er auch bereit ist, um einer not-wendigen Aufgabe willen in die Stadt zurückzukehren, weil der König es so wollte. Die Schmach, die König David ertragen musste, weist hinüber zu Jesus Christus, dem „König der Juden“, der verachtet und geschmäht war. „So lasst uns nun zu ihm hinausgehen aus dem Lager und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir“ (Hebr.13,13.14). Unsere Liebe zu unserem König Jesus Christus wird besonders in Situationen erprobt, in denen wir um seinetwillen unter Druck geraten. Wir werden gedemütigt, verspottet, weil wir den Herrn lieben. Dann lasst uns daran denken: Auch mein Jesus ging den Weg ins Leiden, und ich gehe an seiner Seite – an der Seite dessen, der den Tod überwand und uns den Weg in den Himmel, die „bleibende Stadt“ frei machte. (Lies Röm.8,35-39.) Manchmal verlangt die Freundschaft mit unserem Herrn Jesus Christus, dass wir – wie Abraham – einen Lebensabschnitt beenden, um einen neuen Weg „in unbekanntes Land“ einzuschlagen. (Lies 1.Mose 12,1-3; 15,6; Jes.41,8.9; Jak.2,23.) Manch ein Pensionär bringt sich mit seiner gewonnenen Zeit und seinen Gaben im Reich Gottesein. Manch einen jungen Mann oder eine junge Frau beruft der Herr in eine Bruder- oder Schwesternschaft oder in den vollzeitlichen Missionsdienst; andere wiederum ins Theologie-Studium oder in eine Bibel-Schule ... „Herr, was willst du, dass ichtun soll?“ So darf und soll jeder Christ fragen. Und der Herr wird gewiss antworten.

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FREITAG, 24.JULI

2.MOSE 33,11a; HEBRÄER 11,24-27

Mose wurde es geschenkt, dass „der Herr mit ihm redete wie ein Mann mit seinem Freund, von Angesicht zu Angesicht“. Gott zog ihn ins Vertrauen. Er offenbarte ihm sein liebendes Herz und ließ ihn teilhaben an seinen Retter-Absichten. Und Mose vertraute sich Gott an und besprach alles, was ihn bewegte, mit dem Herrn. Er brachte auch seine Bedenken vor Gott und durfte fragen: „Warum, Herr? Warum sollten die Ägypter also sprechen? Kehre um und lass dich des Übels wider dein Volk gereuen!“ (Lies 2.Mose 32,11-14.30- 32.) Der Freund Gottes darf auch seiner Sehnsucht Ausdruck verleihen: „Lass mich doch deine Herrlichkeit sehen.“ Und der Herr sprach: „Siehe, es ist ein Ort bei mir, da sollst du auf dem Felsen stehen. Und es wird geschehen, wenn meine Herrlichkeit vorübergeht, so werde ich dich in die Felsenkluft stellen und meine Hand über dich decken.“ (Lies 2.Mose 33,18-23.) Mit welcher Liebe deckte Gott seinen Freund, als Mirjam und Aaron ihren Bruder Mose überheblich kritisierten! Und der Herr sprach: „Hört her! Wenn ich Propheten zu euch sende, offenbare ich mich ihnen in Visionen und spreche zu ihnen in Träumen. Mit meinem Bevollmächtigten Mose aber halte ich es anders. Ihm habe ich mein ganzes Haus anvertraut. Deshalb rede ich zu ihm wie ein Mensch zu einem andern, in klaren, eindeutigen Worten. Er darf sogar mich selbst sehen. Wie könnt ihr es wagen, ihm etwas vorzuwerfen?“ (Lies 4.Mose 12,1-13.) Durch die Freundschaft Gottes reift Mose zum Leiter des Volkes Gottes. „Es stand in Israel kein Prophet mehr auf wie Mose, den der Herr gekannt hätte von Angesicht zu Angesicht“ (5.Mose 34,10).

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SAMSTAG, 25.JULI

JOHANNES 15,13-17

Das Neue Testament zeigt uns, dass es nicht beim Vorrecht Einzelner geblieben ist, Freund des Königs, Freund Gottes zu sein. Wir erinnern uns noch einmal daran: Ehe der Herr Jesus Christus seinen Leidensweg ans Kreuz ging, sprach er mit seinen Jüngern über dieses Thema. Dabei stellt Jesus sich seinen Jüngern als der einzigartige Freund vor, der aus Liebe zu ihnen sein Leben hingibt, damit auch sie aus der Kraft seiner Liebe leben können. Betrachten wir nun unseren Tagestext ein wenig genauer, so erkennen wir, welch große Bedeutung die Freundschaft mit Jesus für unser Leben als Jesus-Nachfolger hat: » Ein Freund ist bereit, sein Leben für seine Freunde zu opfern. » Er befolgt das eine, das größte Gebot des Herrn: Lukas 10,27. » Er kennt die Qualität der Freundschaft – Lieben wieJesus: Johannes 13,34. » Er erhält tiefen Einblick in das Wesen und den Plan des Vaters: 1.Korinther 2,7-12. » Er weiß um die Würde seiner Erwählung: Epheser 1,4-6. » Er kennt die Bestimmung seines Lebens: Galater 5,22. » Er ist ein vollmächtiger Beter: Johannes 14,13. » Er ist nicht allein auf dem Weg der Nachfolge, sondern in Liebe mit allen Freunden des Herrn verbunden: Johannes 14,21.23; Epheser 5,2. Von der ersten Christen-Gemeinde berichtet der Arzt Lukas: „Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele“ (Apg.4,32). Und in der frühen Kirchengeschichte wurde von der Jesus-Gemeinde bezeugt: „Seht, wie haben sie einander so lieb!“ Diese Liebe Gottes ist stabiler und größer als alle Konflikte. (Lies Apg.12,25; 13,4.5.13; 15,36-40; Kol.4,10; 2.Tim.4,11.) Welcher Schritt der Liebe ist für mich, für uns als Gemeinschaft und Gemeinde jetzt dran?

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SONNTAG, 26.JULI

LUKAS 12,37; PHILIPPER 2,5-11

Worin besteht eigentlich das Wesen der Freundschaft mit Jesus, und was macht die Gemeinschaft der Freunde miteinander aus? Besonders hilfreich sind jene Abschieds-Stunden, in denen der Herr selber das Beispiel dafür gab. Hinter den Jüngern lagen drei Jahre der Gemeinschaft mit ihrem Meister. Sie hatten Haus, Familie und Beruf verlassen, um in dieser intensiven Schulungs-Zeit die grundlegenden Lektionen für ein Leben als Menschen Gottes in einer von Gott abgefallenen Welt zu lernen. Und nun waren die Stunden des Abschieds gekommen. Sie waren miteinander im Ober-Saal versammelt, und Jesus gab ihnen einen letzten und äußersten Beweis seiner Liebe: Wir lesen Johannes 13,1-17.34.35. Aus kultischen Gründen war es den Juden geboten, zahlreiche Waschungen vorzunehmen – so auch an diesem Abend: Ehe man sich zum Gemeinschafts-Mahl auf den Liegepolstern niederließ, gehörte es zu den Aufgaben eines Sklaven, den Gästen die Füße zu waschen. Dieser aber war nicht aufzufinden. Wer würde sich dieser Angelegenheit annehmen? Wer würde die Arbeit eines Sklaven verrichten? Wer sich nach schmutzigen Füßen bücken? Und wer würde dies alles noch aus Liebe zum Nächsten und mitLiebe tun? – Es ist Jesus, der Meister selber. Er, dem alle Engel dienen, nahm „Knechtsgestalt“ an, um stolzen Menschen seine dienende Liebe zu erweisen. Die Jünger hatten, jeder für sich, den Rückzug angetreten. Ob sie erkannten, welch einen Freundschafts-Dienst der Herr ihnen erwiesen hatte? Ob sie durch sein Beispiel bereit wurden, einander zu lieben wieJesus sie liebte? Ob wiruns von Jesus lieben und dienen lassen, damit wir fähig werden, unseren Nächsten zu lieben und ihm zu dienen? Vielleicht ist es heute für mich dran, dass ich mich neu von Jesus reinigen lasse, um auf meinen Nächsten offen und frei zuzugehen und ihm Jesus-Liebe zu schenken.

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MONTAG, 27.JULI

2.SAMUEL 15,23; JOHANNES 14,31; 18,1

Es ist interessant, dass das Gespräch Davids mit seinem Freund Huschai auf demselben Weg stattfand, auf dem Jesus seine Jünger „Freunde“ nannte und er ihnen ihren Auftrag in der Welt gab. Wie Huschai ohne David in der Stadt zurückbleiben muss, so lässt der Herr seine Jünger zurück in der Welt. Und wie David mit Huschai über den Auftrag sprach, dem er sich in der Stadt widmen sollte, so sprach Jesus mit seinen Jüngern über ihre Aufgabe in der Welt. Er bittet für sie beim Vater: „Bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast. Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt wegnehmest, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen. Heilige sie durch die Wahrheit, dein Wort ist die Wahrheit. Gleichwie du mich gesandt hast in die Welt, so habe auch ich sie in die Welt gesandt.“ (Lies Joh.17,9-23.) David hält mit seinem Freund Huschai die Verbindung aufrecht über die Priestersöhne Ahimaaz und Jonatan. „Berichtet mir durch sie jede Sache, die ihr hören werdet!“ (2.Sam.15,35.36). Auch der Herr Jesus Christus gibt die Verbindung und Verbundenheit mit seinen Jüngern nicht auf. Sie dürfen alles mit ihrem Freund und König besprechen, dürfen im Gebet jede Sache, sie sei klein oder groß, vor ihn bringen. (Lies Joh.15,16b; 16,23.24.) Und der Heilige Geist wird ihnen gesandt, um ihnen von Jesus Nachricht zu bringen. „Er wird nicht aus sich selbst reden; was irgend er hören wird, wird er reden, und das Kommende wird er verkündigen.“ (Joh.15,26; 16,13.14) Für David und Huschai gab es ein Wiedersehen. Und auch Jesus spricht: „Über ein Kleines, und ihr schaut mich nicht, und wiederum über ein Kleines, und ihr werdet mich sehen.“ (Lies Joh.16,16-22; 17,24.)

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DIENSTAG, 28.JULI

JOHANNES 15,15

Jünger waren diese Männer um Jesus geworden, als sie in seine Nachfolge traten, Apostel, als der Herr sie aussandte. Und nun kommt das Neue hinzu: Freunde! Es ist so schön, dass in unserem Leben mit Jesus immer wieder etwas ganz Neues hinzukommt. „Ich habe euch Freunde genannt, nicht länger Knechte (wörtl. Sklaven).“ Wir wissen um das große Elend der Sklaverei in der Geschichte. Ein Sklave zählte damals unter die Gegenstände. Er ist das Eigentum seines Herrn, hat keinerlei Recht auf Besitz, keine Möglichkeit, aus eigener Initiative eine Wahl zu treffen und zu handeln. Das Leben eines Sklaven besteht aus absoluter Unterordnung, aus blindem Gehorsam, ansonsten muss er mit harter Bestrafung rechnen. – Wenn aber der Herr eines Sklaven Wohlwollen und aufrichtige Liebe walten lässt, bekommt die Beziehung eine neue Qualität. Jesus ist kein Sklavenhalter, sondern unser Herr. Jesus herrscht uns nicht an, er verteilt auch keine Tritte, sondern er ist unser Heiland. Einer, der uns nicht verachtet, sondern würdigt, seine Freunde und Diener zu sein. Auf diesem Hintergrund können wir verstehen, warum Paulus sich „Sklave von Jesus Christus“ nennt. Das gilt dem Apostel als Ehren-Bezeichnung. Er ist ein freier Mann und zugleich tief an seinen Herrn gebunden. Er verfügt über einen persönlichen Willen und konzentriert sich mit aller Kraft auf den Willen seines Herrn. (Lies Phil.1,1; Gal.1,10; Kol.4,12.) Wer Jesus nachfolgt, ist wie Paulus ein „Knecht“ des Herrn. Der Herr selber benützt seinen Jüngern gegenüber diese Bezeichnung: „Der Knecht ist nicht größer als sein Herr und der Apostel nicht größer als der, der ihn gesandt hat“ (Joh.13,16). Ein Knecht des Herrn ist zugleich ein Freund des Herrn. Jemand, der ihm aus Liebe und Dankbarkeit mit Freude dient. (Lies Ps.100.)

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MITTWOCH, 29.JULI

JOHANNES 15,15; 14,6-13

„Ich habe euch Freunde genannt, weil ich alles, was ich von meinem Vater gehört habe, euch kundgetan habe.“ Jesus hat seinen Jüngern sein Herz aufgetan. Er wollte sie teilhaben lassen an allem, was ihn selber und den Plan Gottes mit den Seinen und mit der Welt betraf. Die Jünger wurden Freunde des Herrn, weil er sie hineinschauen ließ und hineinführte in seinen Umgang mit dem Vater. Freundschaft entsteht, wo einer dem anderen das Herz öffnet, wo das Tiefste miteinander geteilt wird, wo das Vertrauen da ist, das aus innerer Übereinstimmung erwächst. Jesus liebt mich. Er teilt sein Leben mit mir. Er zieht mich ins Vertrauen und enthält mir nichts vor. Das Größte ist, dass er mir den Vater zeigt und dass er mich hineinzieht in seine Gemeinschaft mit dem Vater! (Lies Joh.16,27.28; 17,1-26; Eph.3,16-19.) Je mehr wir den Vater erkennen, seine Heiligkeit, seine Liebe, seine Macht, seine Gnade, umso mehr werden wir zu Freunden von Jesus heranreifen. „Wer mich sieht, sieht den Vater!“ Welch einzigartige Verbundenheit herrscht zwischen dem Sohn und dem Vater! An Jesus und seiner Liebe zum Vater erkennen wir, dass wir einen guten, ja den besten Vater haben! Als Jesus diese Sicht mit seinen Jünger teilte, wurden sie aus Knechten zu Freunden. Das hatte zur Folge, dass sie in neuer Weise den Auftrag von Jesus verstanden und selbst einmündeten in diesen Auftrag. „Glaubet mir, dass ich in dem Vater bin, und der Vater in mir ist; wenn aber nicht, so glaubet mir um der Werke selbst willen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird auch die Werke tun, die ich tue, und wird größere tun als diese, weil ich zum Vater gehe.“

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DONNERSTAG, 30.JULI

SPRÜCHE 17,17; 2.KORINTHER 5,14.15

Was macht wahre Freundschaft aus? Liebe, die sich vorbehaltlos schenkt, die persönliches Interesse am anderen hat und eigene Wünsche gern zum Opfer bringt. „Der Freund liebt zu aller Zeit!“ „Größere Liebe hat niemand, als diese, dass jemand sein Leben lässt für seine Freunde!“ Das Bedürfnis meines Freundes lässt mich meine eigenen Bedürfnisse zurückstellen, und ich weiß, auch er wird alles tun, um mir zu helfen. Er sucht mein Bestes und ich das Seine. „Christus hat mich geliebt und sich selbst an meiner Stelle hingegeben!“ Die Hingabe seines Lebens befähigt mich zur Hingabe meines Lebens an ihn. „Am Leben bleiben heißt für mich: für Christus da sein. Aber auch das Sterben wäre ein großer Gewinn!“ (Lies Phil.1,20.21; Apg.20,24; 21,13.) Jesus legte den Grund zu unserer Freundschaft! Er hat angefangen. „Nicht ihr habt mich auserwählt, sondern ich habe euch auserwählt!“ Jesus sucht Freundschaft, nicht erzwungenen Gehorsam, sondern verständnisvolles, liebendes Zusammengehen. Nicht zu harter, mühseliger Zwangsarbeit sind wir gerufen, nein: „Ich habe euch Freunde genannt.“ Als Freund des Königs drängt mich mein Herz auf seinen Weg, an seine Seite! Da will ich sein. Auch wenn ein schwerer, ein dunkler und schmerzvoller Weg vor mir liegt, ist er bei mir, und ich will mit ihm gehen. (Lies Matth.16,24.25; 10,37-39; Apg.14,22; 2.Tim.3,12.) – Von Henoch lesen wir: Er „wandelte mit Gott“. Man kann auch übersetzen: Er hielt Schritt mit Gott. Denn Henoch lebte in enger Verbindung mit Gott. In einer Zeit wachsenden Unrechts blieb er an Gottes Seite. Auch Huschai hielt in einer schwierigen Zeit Schritt mit seinem König, und auch ich will Schritt halten mit dem, der mich Freund nennt!

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FREITAG, 31.JULI

JOHANNES 15,16; SPRÜCHE 11,30

Was hatte Jesus mit seinen Freunden vor? „Ich habe euch dazu bestimmt, reiche Frucht zu tragen, Frucht, die Bestand hat. Darum gilt auch: Alles, was ihr vom Vater in meinem Namen, unter Berufung auf mich, erbittet, wird er euch geben“ (Gute Nachricht). Es geht Jesus nicht nur darum, dass es uns gut geht, sondern, dass in unserem Leben die Frucht des Heiligen Geistes wächst – unabhängig davon, ob es uns gut oder schlecht geht. Wir dürfen darum beten, dass jede Art von Güte, Rechtschaffenheit und Treue wächst. Fragt immer, was dem Herrn gefällt! Beteiligt euch nicht am finsteren Treiben, das keine Frucht hervorbringt. Im Gegenteil, deckt es auf! (Eph.5,9-11; lies Gal.5,22-26). Eine Rebe am Weinstock trägt Frucht, weil sie vom Weinstock alles nimmt, was sie irgend braucht. Jede Traube sagt uns, dass die Rebe, die sie trug, teilhatte am Leben des Weinstocks. Die Freunde von Jesus sollen Frucht tragen, die einer hungernden, dürstenden Welt zur Heilung dienen. Die Frucht, die aus der liebenden Verbundenheit mit Jesus, dem Weinstock, wächst, wird unserer Umwelt viel bedeuten, wird ihr Leben vermitteln. (Lies Hos.14,8; Joh.15,4.5.) Wenn wir als Freunde von Jesus sein Leben mit ihm teilen, dann wird auch unser Leben ein Suchen nach dem Verlorenen, dem Verwundeten, dem Verschuldeten. Jesus suchte immer Kontakt mit unglücklichen, belasteten und sündigen Menschen. Er nahm uns auf und wurde unser Freund, um uns zu Freunden Gottes zu machen. Diese Freundschaft nimmt uns in die Pflicht und hilft uns, nicht an uns selbst genug zu haben, sondern mit der Jesus-Liebe im Herzen nach dem Verlorenen zu suchen und zu sehen. (Lies 2.Kor.4,7-12; Joh.12,24.)

zur Verfügung gestellt von: bibel.com der Homepage von Christen für Christen.

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