Eine Herzliche Einladung vom Author des Bibellesezettels:

Zum JAHRESTREFFEN auch aller Freunde des Diakonissenmutterhauses Aidlingen

am 6. Januar 2009 nach Stuttgart,
in die Liederhalle, Beethovensaal.
Weitere Infos unter:

http://www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.de/index.php?id=50


Wenn Unmögliches möglich wird

Impulse zur Jahreslosung

Donnerstag, 1. Januar

Psalm 90, 14. 17; Lukas 18, 27

Wie sehr wünschen wir uns für das Jahr 2009 Gottes Segen und Hilfe, seine tröstende Nähe, sein Führen und Leiten und gute Erfahrungen mit den vielfältigen ermutigenden Zusagen in seinem Wort! Wie viel Zuversicht können wir bereits aus nur einem Psalm gewinnen: Zum Beispiel Psalm 91. Wie mögen wir die neue Jahreslosung »Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.« empfinden (Luk. 18, 27)? Will uns dieses Wort aufrütteln und korrigieren oder trösten und ermutigen oder beides? Wird Gott aus dem Unmöglich ein Möglich schaffen, wenn wir in unlösbaren Problemen stecken und alle Mittel ausgeschöpft haben? Können wir überhaupt dem Herrn so tief vertrauen, dass er auch in meinem Fall auf diese Weise handelt? Kennen wir nicht sogar den Rückzug in die Enttäuschung, weil scheinbar alles beim Alten bleibt? Wir sehen, unsere Jahreslosung hat es in sich. Darum müssen wir uns mit dem Zusammenhang des Geschehens, in den sie eingeordnet ist, befassen. Beginnen wir mit der äußeren Situation der Geschichte: Viele Menschen hatten sich um Jesus und seine Jünger versammelt. Soeben war das Gleichnis vom selbstgerechten Pharisäer und dem gottesfürchtigen Zöllner verklungen, da fassten einige Eltern den Entschluss, ihre kleinen Kinder zu Jesus zu bringen: Lukas 18, 15-17. Diese Begegnung verdeutlicht: Jesus hat ein Herz für Kinder, für die kleinen und hilflosen Leute. Sie sind nicht zu gering für das Reich Gottes. Im Gegenteil, sie sind dem Herrn hoch willkommen. Da löst sich ein vornehmer Mann aus den Reihen der Zuhörer. Ob ihn das Wort des Herrn: »Wer nicht das Reich Gottes annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.« berührt hat? Jedenfalls ist der »Oberste« nicht zu stolz, sein Anliegen Jesus vorzutragen, um mit ihm in ein sehr persönliches Gespräch einzutreten.

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Freitag, 2. Januar

Lukas 18, 18-21; 1. Johannes 5, 20

Zweifellos dieser Mann ist ein Besonderer, eine angenehme Persönlichkeit: Als »Oberster« bekleidet er einen verantwortungsvollen Posten, kehrt aber seine Stellung nicht heraus. Arroganz liegt ihm fern. Der Mann gehört zu den gebildeten, aber nicht eingebildeten Leuten. Er weiß nicht schon alles, sondern hat noch Fragen, und er stellt sie: ehrlich, direkt und zuvorkommend und das in aller Öffentlichkeit. Darüber hinaus fällt auch sein klarer Durchblick auf. Er sieht in Jesus einen überlegenen Gesetzeslehrer und worauf es im Leben und Sterben wirklich ankommt: Ich brauche ewiges Leben. Nur, wie bekomme ich das? Offenbar lässt ihm diese Frage keine Ruhe, auch wenn er zu den »edlen« Menschen gehört, zu denen, die darum ringen, Gott zu gefallen und ein gutes Leben zu führen. So wird er sich tapfer den Versuchungen des Lebens entgegengestellt haben. Und Jesus gewann diesen Menschen sofort lieb (Mark. 10, 21). Umso befremdlicher erscheint die Antwort des Herrn auf die wohlwollende Anrede »Guter Meister«: »Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als Gott allein.« Und dann zeigt der Herr ihm die Konsequenz auf: »Wenn du damit recht hast, dass ich :gut9 bin, dann musst du auch zugestehen, dass ich :Gott9 bin. Denn :außer Gott allein ist niemand gut9. Das heißt doch: Jesus wirft die Frage nach seiner eigenen Person auf« (G. Maier; vgl. Matth. 22, 41-46). Wäre Jesus nicht mehr als ein gutes Vorbild, ein ausgezeichneter Lehrer, ein großer Prophet, ein hingegebener Märtyrer, ein berühmter Sozial-Reformer, aber nicht Gottes Sohn, dann wäre er ein Super-Mensch gewesen, doch nicht unser Erlöser von Sünde und Sieger über Hölle, Tod und Teufel. Denn allein der sündlose Sohn Gottes hat uns eine vollkommene Erlösung geschaffen. (Siehe Mark. 15, 39; Luk. 4, 33-36. 41; 5, 20-24; 22, 70; Gal. 2, 20; Kol. 1, 14; 1. Joh. 5, 10. 12. 20.)

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Samstag, 3. Januar

Lukas 18, 19-22; Markus 10, 21

Die Frage nach dem ewigen Leben war gestellt. Wieder erstaunt die Antwort von Jesus. Zunächst sehen wir, dass der Herr den Mann dort abholt, wo er glaubensmäßig steht, und am Leben des Obersten als frommer Jude anknüpft. Was würde sich besser eignen als die Zehn Gebote anzusprechen, galten sie doch als offizielles Glaubensgut. Von klein auf war jeder Jude mit ihnen vertraut. Bemerkenswert ist, dass Jesus mit der zweiten Hälfte der Zehn Gebote beginnt. Sie regelt die Beziehung von Mensch zu Mensch: »Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis reden; du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren!« Wir staunen nicht schlecht, dass der Oberste voller Überzeugung auf seinen Gehorsam verweist. Ebenso überraschend ist das Verhalten von Jesus. Er ruft nicht aus: »Das ist ganz und gar unmöglich! Kennst du nicht dein Herz?« Der Herr tadelt nicht, aber er lobt auch nicht. Vielmehr führt er den Mann seelsorgerlich zupackend einen Schritt weiter: »Eins fehlt dir noch.« Jesus knüpft genau dort an, wo der Oberste einen Mangel empfand. »Was muss ich tun, damit ich ewiges Leben bekomme?« Wenn Jesus nun diesem Mann gebietet, alles zum Wohl der Armen zu verkaufen, richtet er das erste Gebot auf: »Ich bin der Herr, dein Gott.« Solange Jahwe nicht dein Gott und Herr ist, fehlt dir das ewige Leben, der »Schatz im Himmel«. Die Aufforderung von Jesus, sich von allen irdischen Gütern zu lösen, ist der Prüfstein für die Bereitschaft, sein Leben ausschließlich an Gott zu binden. Darum ruft Jesus, der Sohn Gottes: »Komm, und folge mir nach!« Wörtlich sagt er: »Hierher, hinter mich!« (Lies Mark. 1, 16-20; 2, 14; 10, 28.)

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Sonntag, 4. Januar

Lukas 18, 22-25; 2. Mose 20, 2. 3; Matthäus 16, 26

In jenem Augenblick, in dem der Oberste sich gegen das Angebot von Jesus entschied, kam eine große Traurigkeit in sein Herz. Die Absage an Jesus macht tief unglücklich. Man könnte sich fragen: Musste Jesus so unerbitt lich fordern (Luk. 18, 22)? Ja, er musste es. Warum? " Wenn einer weiß, was auf dem Spiel steht ewiges Leben oder ewiges Verderben dann Jesus. Deshalb ringt er mit großer Liebe und ganzem Ernst um jeden Menschen. " Offenbar sieht Jesus in der Hingabe eines Menschen an den Mammon eine besondere Gefahr. »Niemand kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird einem anhängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon« (Matth. 6, 24; vgl. Luk. 12, 15; 1. Tim. 6, 10; Hebr. 13, 5). " Es gilt zu bedenken, dass Jesus den Reichtum eines Menschen nicht ausschließlich auf das Geld beschränkt. Die wörtliche Übersetzung von Vers 24 weist darauf hin, dass mit dem Begriff »die Reichen« nicht nur an viel Geld, sondern auch an sonstigen Besitz, eine hohe Position, geistige oder künstlerische Reichtümer gedacht ist. " Es wäre ein Fehlschluss zu denken: Wer arm und bescheiden lebt, hat einen größeren Vorteil bei Gott. Die alles entscheidende Frage lautet: Woran hängst du dein Herz? Das kann eine Briefmarke sein, ein besonderer Stein, Kleidung, die Sorgen des Lebens . . . Im Herzen liegen die Hindernisse, die eine Hingabe an Gott blockieren. Im Fall unseres Obersten sind es die irdi- schen Reichtümer, die ihn hinderten, den »Schatz im Himmel« zu ergreifen. (Vgl. Matth. 6, 19; Luk. 12, 21.) Zum Nachdenken: »Der ist kein Tor, der hingibt, was er nicht behalten kann, auf dass er gewinne, was er nicht verlieren kann« (J. Elliot).

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Montag, 5. Januar

Lukas 18, 24-27

Als Jesus die tiefe Traurigkeit des Obersten wahrnimmt, stellt er fest: »Wie schwer kommen die Reichen in das Reich Gottes!« Darin liegt noch eine Chance; denn der Herr sagt hier nicht: »Wie unmöglich ist es, dass...« (Dazu Lukas 19, 1-10.) Und doch ist der Eingang ins ewige Leben mit unglaublich großen Schwierigkeiten verbunden. Um seinen Zuhörern diese Wahrheit noch tiefer einzuprägen, fügt der Herr hinzu: »Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr hindurchgehe, als dass ein Reicher in das Königreich Gottes eingehe.« Der Vergleichspunkt dieses Sprichwortes bildet das menschlich Unmögliche. Nichts anderes stellen die Zuhörer fest: »Wer kann dann errettet werden?« Jetzt geht es nicht mehr nur um die Reichen, sondern um jeden Menschen. »Es ist außerordentlich imponierend, mit welcher Sicherheit sie erkennen, dass nur derjenige ins Reich Gottes kommt, der zuvor aus dem Gericht Gottes :gerettet9 wurde. Die Antwort von Jesus auf diese Frage ist deshalb so wichtig, weil Jesus als Einziger auf Erden weiß, wie der Mensch wirklich zu Gott kommen kann. Seine Antwort lautet: :Was bei Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich9 (V. 27). Es ist menschlich tatsächlich unmöglich, dass jemand ins Reich Gottes kommt bzw. gerettet wird. Das schafft kein Reicher, das schafft kein Armer, das schafft kein Junger und kein Greis. Das heißt: durch menschliches Verhalten oder menschliche Leistung. Bei Gott aber ist es möglich. Das heißt: durch Gottes Gnade kann jeder ins Reich Gottes kommen! Wie? Indem er an Jesus als seinen Erlöser glaubt. An Jesus glauben kann jeder Reiche, jeder Arme, jeder Junge, jeder Greis. Die Frage ist immer: Will das der Betreffende auch? Wer aber nicht an Jesus glaubt, ist verloren ganz gleich, ob er arm, reich, jung, alt, Moslem, Buddhist, Animist, Spiritist oder was immer auch ist« (G. Maier). (Lies Matth. 1, 21; Joh. 1, 12; Apg. 2, 21; 4, 12; Gal. 3, 26.)

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Dienstag, 6. Januar

Lukas 18, 22. 28

Die Begegnung zwischen Jesus und dem Obersten kann die Frage aufwerfen: Muss jeder, der Christ werden will, seinen Besitz aufgeben? Das Wort des Herrn in Lukas 12, 33 scheint das zu bestätigen. Auch die Jünger von Jesus sind sehr verunsichert: »Siehe, wir haben, was wir hatten, verlassen und sind dir nachgefolgt.« Immer wieder gab es in der Kirchengeschichte solche, die um des Reiches Gottes willen ihr Hab und Gut hinter sich ließen. Man denke etwa an Franz von Assisi oder Petrus Waldus (Valdes). Bis in unsere Zeit sehen sich Menschen so oder ähnlich von Gott geführt. Entscheidend bleibt: Wer sich Jesus anvertraut, gehört ihm, mit allem, was er ist und hat. Praktisch bedeutet dies, dass er auch der Herr über Hab und Gut ist. So hielten es die Frauen Maria Magdalena und Johanna, die Frau des Chuzas, eines Verwalters des Herodes, und Susanna und viele andere, die ihnen (Jesus und seinen Jüngern) dienten mit ihrer Habe (Luk. 8, 1-3). Was bin ich bereit, freiwillig, von der Liebe zu Jesus motiviert, in Gottes Reich einzubringen? Jesus wird es uns zeigen, und wir werden seinen Segen empfangen: Siehe 1. Mose 14, 19. 20; Maleachi 3, 10 und Lukas 18, 29. 30. »Lasset uns singen, dem Schöpfer bringen Güter und Gaben; was wir nur haben, alles sei Gotte zum Opfer gesetzt! Die besten Güter sind unsre Gemüter; dankbare Lieder sind Weihrauch und Widder, an welchen er sich am meisten ergötzt. Abend und Morgen sind seine Sorgen; segnen und mehren, Unglück verwehren sind seine Werke und Taten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen; wenn wir aufstehen, so lässt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit Schein« (P. Gerhardt).

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Mittwoch, 7. Januar

1. Mose 11, 29. 30

Wir haben unsere Jahreslosung zunächst in ihrem Text-Zusammenhang betrachtet. Die Bibel berichtet darüber hinaus von vielen anderen Situationen, die bezeugen: »Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.« Abraham und Sara Wie viele Hoffnungen mögen im Leben dieses Ehepaares zerbrochen sein? Abraham und Sara wünschten sich nichts sehnlicher als ein Kind. Dann leuchtete ganz überraschend am Horizont ein helles Licht auf. Gott selber offenbarte sich Abraham und gab ihm eine unglaubliche Verheißung: Wir lesen 1.Mose 12, 1-8. Das vollmächtige Wort Gottes leitete einen ganz neuen Lebensabschnitt ein. Ermutigt und zuversichtlich mögen Abraham und Sara in die Zukunft geblickt haben. Doch im Lauf der Zeit kam Abrahams Glaube ins Wanken. Die Zusage Gottes behielt er zwar im Kopf, aber im Herzen breiteten sich Zweifel und Mutlosigkeit aus: »Herr, mein Gott, was willst du mir geben? Ich gehe dahin ohne Kinder . . . Mir hast du keine Nachkommen gegeben . . . « (1. Mose 15, 2. 3). Gott aber steht zu seinem Versprechen. Er stärkt Abraham durch sein Wort: Lies 1. Mose 15, 4-6. Dann kam jener verhängnisvolle Tag, an dem Sara und Abraham die Zusage Gottes eigenmächtig »vorantrieben«. (Siehe 1. Mose 16, 1-3. 15.) Nach der Geburt Ismaels bricht die Erzählung von Abrahams Familiengeschichte ab. Sie nimmt den Faden erst wieder auf, als Ismael schon das Jugendalter erreicht hat. (Vgl. 1. Mose 16, 16; 17, 1.) Wie mag es Abraham und Sara in dieser Zeit ergangen sein? Ihr Ungehorsam war geschehen und sollte sich verhängnisvoll auswirken. Doch in aller Bedrückung gibt es wirkliche Entlastung: die aufrichtige Bitte um Vergebung (Ps. 32, 5; Spr. 28, 13). »Siehe, um Trost war mir sehr bange. Du aber hast dich meiner Seele herzlich angenommen, dass sie nicht verdürbe; denn du wirfst alle meine Sünden hinter dich zurück« (Jes. 38, 17; vgl. 54, 8).

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Donnerstag, 8. Januar

1. Mose 17, 1-8. 15-19

Seit dem Auszug aus Haran sind 24 Jahre vergangen. Nun ist Abraham 99 Jahre alt. Und Gott hält an seinem Wort fest. Abraham und Sara sollen Nachkommen haben. »Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist möglich bei Gott.« Noch immer können Abraham und Sara das Wunderbare, das Gott tun will, nicht fassen. Das spiegelt ihr skeptisches Lachen wider (1. Mose 18, 12). Aber der Herr wird nicht müde, ihnen zu helfen: »Sollte dem Herrn etwas unmöglich sein? Um diese Zeit will ich wieder zu dir kommen übers Jahr; dann soll Sara einen Sohn haben« (1.Mose 18, 14). Gott steht zu seinem Wort. Er erfüllt es; denn er ist treu. Dann kommt der Tag, an dem Abraham und Sara sich an Gottes Treue festhalten. (Lies Hebr. 11, 11.) Wie groß ist die Freude, das befreite Lachen und der Jubel, als Isaak geboren wird! (Vgl. 1. Mose 21, 1-6.) Wenn es im Leben Abrahams und Saras um die Geburt des heiß ersehnten Kindes geht, müssen wir den großen heilsgeschichtlichen Zusammenhang beachten. Hier geht es um mehr als die Erfüllung persönlicher Wünsche. Hier soll es um die Geburtsstunde Israels, des Volkes Gottes, gehen. Sie ist menschlich nicht machbar. Da muss schon ein Wunder geschehen. Gott will es tun, aber er wirkt es durch den Glauben. Nicht anders verhält es sich bei der Geburtsstunde seiner neutestamentlichen Gemeinde. Der Herr knüpft am Glauben des Einzelnen an und wirkt die »Wiedergeburt«. Sie ist ein Wunder Gottes. Wer hier keine Gewissheit hat, darf beten: »Herr, wirke du dieses Wunder in meinem Leben. Ich habe dir so lange misstraut, habe Schuld auf mich geladen. Aber jetzt will ich mich dir ganz anvertrauen. Vergib mir meine Sünden und verändere mich, wie du es haben willst. Amen.«

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Freitag, 9. Januar

Jakobus 5, 10. 11 Hiob

Wer war dieser Mann? Er war ein sehr reicher und ein frommer Mann. Sorgfältig achtete er darauf, Unrecht zu meiden. Bei aller Gewissenhaftigkeit war er ein freigebiger Mann mit einem weiten Herzen für Menschen in Not. Er öffnete sein Haus für Ausländer, besuchte Kranke, kümmerte sich um Behinderte und Rechtlose. Er konnte trösten und seelsorgerlich raten. Viele, besonders die eigenen Kinder, begleitete er im Gebet. Überall war er bekannt als guter Familienvater, treuer Ehemann und gerechter Arbeitgeber. Das Geheimnis seiner Ausstrahlungskraft lag in seiner Beziehung zu Gott. Darum konnte der Herr von diesem Mann sagen: »Es gibt keinen wie ihn auf Erden ein Mann, so rechtschaffen und redlich, der Gott fürchtet und das Böse meidet« (Hiob 1, 8). So untadelig und treu wie Hiob war sonst keiner auf der Erde. Er setzte sein ganzes Vertrauen auf den Herrn. Doch dann kam die furchtbare Wende. Von einer Stunde auf die andere verlor Hiob alles: Hab und Gut, seine Töchter und Söhne, seine Gesundheit. Vom schweren Leid ihres Mannes gebeutelt, beschwor ihn seine Frau, Gott abzusagen (Hiob 2, 9. 10). Ja, wo war Gott? Wie konnte er zulassen, dass ein Gerechter leidet? In langen Gesprächsrunden erheben Hiobs Freunde immer wieder den Vorwurf, dass er für verborgene Schuld von Gott bestraft werde. Doch davon will Hiob nichts wissen. Er anerkennt zwar die Sündhaftigkeit aller Menschen, lässt sich aber seine Gottesfurcht nicht nehmen. Hiobs verzweifelte Anklagen und hoffnungslose Aufschreie richten sich immer wieder an den Herrn. In der tiefsten Ausweglosigkeit des Schmerzes hält der Leidende an der Gewissheit fest, dass Gott ihn noch erlösen wird, selbst wenn er sein Handeln nicht versteht und nur als Unrecht empfinden kann. (Lies Hiob 19, 25-27; Ps. 16, 9-11.)

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Samstag, 10. Januar

Hiob 40, 1-4; 42, 1-6

Gottes Wort hat eine erschütternde Kraft. Der Herr stellt Hiob zur Rede: »Will der Tadler mit dem Allmächtigen rechten? Der Ankläger Gottes möge darauf antworten!« Hiob erschrickt und gibt seine Unwürdigkeit zu. Er begreift, dass er die Grenze von der Klage zur Anklage überschritten hat. Aber es vollzieht sich im Herzen Hiobs noch eine andere Erkenntnis: Als der allmächtige Gott sich in seiner Schöpfermacht Hiob offenbart (Hiob 38-41), unterwirft sich dieser der Herrlichkeit Gottes. Die heftigen Anklagen verstummen, und es wird deutlich: Die Frage nach der Gerechtigkeit Gottes erhält keine Antwort, wie wir sie erwarten und oft suchen. Wohl können wir einen Sinn darin erkennen, dass Leiden zur Prüfung und Bewährung im Glauben dienen. (Vgl. Hebr. 12, 4-11; 1. Petr. 1, 6. 7.) Doch das sind für den, der wie Hiob leidet, nur vorletzte Lösungen. Die wirkliche Antwort kann nur im Glauben erfahren werden. Denn wir können Gott nicht auf der Ebene unserer Gerechtigkeit begegnen, sondern nur mit dem Herzen: »Ich habe erkannt, dass du alles vermagst und kein Plan (Gedanke) für dich unausführbar (unmöglich) ist.« Hier spricht einer, der neues Vertrauen zu Gott gefasst und einen Blick in Gottes Herz getan hat. Einer, der seine armseligen Gedanken und sein dummes Gerede über Gott verwirft und Buße tut. Hiob hat gelernt, Gott zu lieben, weil er Gott ist der Allmächtige, der Erlöser, der Ewige. Diese Herzenswandlung kann keine menschliche Anstrengung erreichen. Maria, die Mutter von Jesus Sie wohnte in Nazareth, einer kleinen, verwinkelten Ortschaft, im Alten Testament ganz unbekannt. Ausgerechnet diesen Ort sucht Gott für sein einzigartiges Wirken aus und ausgerechnet Maria. Sie war jung, kam aus unbekannten Kreisen. Nicht einmal die Eltern sind bekannt. Aber bei Gott ist sie die »Begnadete«. (Lies Luk. 1, 26-28.)

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Sonntag, 11. Januar

Lukas 1, 28-33

Der Herr geht ungewöhnliche Wege. Er kann dazu auch Engel benutzen. (Vgl. Ps. 103, 20. 21; Hebr. 1, 14.) Gabriel sucht Maria in ihrem Zuhause auf. Sie war mit Josef »verlobt«. Das heißt: Der Ehevertrag war nach damaliger Sitte bereits geschlossen. Aber die beiden lebten noch nicht zusammen. Von Maria wird gesagt, dass sie noch »Jungfrau« war. Diese Tatsache ist bedeutsam. Sie soll zum einen das Wunder, das Gott tun will, vorbereiten, zum anderen soll sie aufzeigen, dass Gott sein Wort niemals bricht. Darauf weist besonders Jesaja 7, 14 hin: »Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie nennen Immanuel.« Aus dem hebräischen Urtext geht eindeutig hervor: Die »junge Frau« ist noch »Jungfrau«. Sie wird von Gott erwählt. Der Heilige Geist soll über sie kommen und das Unmögliche wirken. Er wird in Maria eine Neuschöpfung vollbringen, so dass ohne menschliche Vaterschaft ein Sohn geboren wird. Das Kind ist also Sohn Gottes und es ist seiner Herkunft nach Gott. (Lies Luk. 1, 35.) Werfen wir einen Blick auf Josef! Er war ein Nachkomme Davids, dem Gott ein »ewiges Königreich« zugesagt hatte. (Siehe 2. Sam. 7, 12. 13. 16.) Diese Verheißung soll sich jetzt, da Jesus, der »Sohn Davids«, geboren werden soll, erfüllen. (Lies Jesaja 9, 5. 6.) Wir können uns nicht tief genug einprägen: Gott steht zu seinem Wort. Er wird es niemals brechen. »Des Herrn Wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das hält er gewiss« (Ps. 33, 4). »Nicht ein Mensch ist Gott, dass er lüge, noch der Sohn eines Menschen, dass er bereue. Sollte er gesprochen haben und es nicht tun und geredet haben und es nicht aufrechthalten?« (4. Mose 23, 19)

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Montag, 12. Janaur

Lukas 1, 29. 30. 34-38

Maria steckt in einer Situation, in der alles darauf hinweist: Unmöglich! Unmöglich! Wie hilft der Herr Maria persönlich? Gott weiß, dass Maria nichts vorzuweisen hat, und Maria weiß es auch. Gerade diese »Niedrigkeit« ist Anknüpfungspunkt für Gottes Gnade. Wir sind gewiss nicht Maria, und doch sind wir vertraut mit Situationen, in denen wir uns unendlich klein, hilflos und schwach vorkommen. Doch er spricht uns zu: »Meine Gnade reicht aus für dich. Denn in Schwachheit gelangt die Kraft Gottes zur Vollendung « (2. Kor. 12, 9 Bruns). Auch dann, wenn wir fragen: Wie soll das gehen?, dürfen wir uns daran erinnern, dass Gottes Wort kein »leeres Wort« ist, sondern bewirkt, was Gott gefällt, und ausführt, wozu er es gesandt hat (Jes. 55, 11). Der Herr offenbarte Maria sein Wort. Er zeigte ihr seinen Willen und stimmte seinen Plan auf die Schwangerschaft Elisabeths ab. Auch sie erlebte wie einst Sara und Hanna , dass bei Gott kein Ding unmöglich ist. Wie sehr mochte Gottes Hinweis auf sein Wunder an Elisabeth Maria gestärkt, zufrieden und gewiss gemacht haben! Sie beugt sich unter den Willen Gottes und möchte ihm von Herzen dienen. Der hilflose Vater Wir lesen Markus 9, 14-22 und Lukas 9, 38. Stellen wir uns diesen Vater vor! Sein einziger Sohn litt seit seiner Kindheit unter lebensbedrohlichen Symptomen. Ein böser Geist hatte ihn stumm gemacht. Er quälte und schwächte den Jungen derartig, dass der Vater verzweifelt war. Die Hoffnungslosigkeit spitzte sich noch dadurch zu, dass die Jünger von Jesus nicht helfen konnten. Dabei hatte der Herr sie mit Vollmacht ausgerüstet (Mark. 3, 14. 15; 6, 7). Jetzt aber sind sie in einen mächtigen Streit mit einigen Schriftgelehrten verwickelt bis Jesus das Wort ergreift. Er nimmt sich der verfahrenen Situation an.

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Dienstag, 13. Januar

Markus 9, 16-27

Die streitenden Jünger konnten dem Besessenen nicht helfen. Der Herr übergeht dieses Unvermögen nicht. Aber statt sogleich selber zur Tat zu schreiten, führt er mit seinen Jüngern ein aufklärendes Gespräch. Er weicht dem Konflikt nicht aus, sondern stellt in die Verantwortung: »Worüber streitet ihr mit ihnen?« Der Herr will es genau wissen und gibt ihnen die Gelegenheit, sich zu äußern; sie aber schweigen hilflos, verlegen, beschämt. Die Antwort kommt erstaunlicherweise aus der Volksmenge. Der Vater des Besessenen schildert Jesus die Situation. Doch statt unvermittelt zu helfen, deckt der Herr zuerst den geistlichen Schaden seiner Jünger auf: »Ihr Ungläubigen! Wie lange muss ich noch bei euch sein, bis ihr endlich glaubt? Wie lange muss ich euch noch ertragen?« In diesen Worten kommen Erschütterung, Schmerz und Traurigkeit des Herrn zum Ausdruck. (Vgl. Luk. 24, 25.) Lasst euch doch nicht von eurer Ohnmacht gefangen nehmen! Setzt doch dem menschlichen Unvermögen das Vermögen Gottes entgegen! Der Vater des Jungen möchte dieses Vertrauen wagen. Er wendet sich Jesus zu und vertraut sich dem Herrn im Gespräch an. Und doch hegt der Mann noch leise Zweifel: »Wenn du etwas kannst . . . !« Natürlich kann Jesus, aber er will nicht am Bittenden vorbei handeln, sondern ihn durch seinen Glauben am wunderbaren Handeln Gottes beteiligen. »Dem Glaubenden ist alles möglich.« Das beginnt der Mann zu begreifen und macht seinem Herzen Luft: »Ich glaube!« Aber ich bin arm und schwach, darum »hilf meinem Unglauben«. So ehrlich dürfen wir werden. Wir wissen, dass Jesus alles vermag. Wir glauben daran und stoßen dennoch an unsere Grenzen. Das ist gut so; denn unser Glaube ist nicht Menschenwerk, sondern Gottes Werk. Ihm, unserem treuen Herrn, dürfen wir uns immer wieder im Gebet anvertrauen. (Lies Matth. 21, 22; Mark. 11, 22-24; Luk. 11, 9-13.)

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Mittwoch, 14. Januar

Markus 9, 23. 24. 28. 29

Der Vater des Jungen hatte Jesus nach seinem Können gefragt. Jesus aber fragt den Vater nach seinem Vertrauen. »Dem Glaubenden ist alles möglich.« Dieser Satz mag so gewaltig vor uns stehen wie die höchsten Berge der Welt. Wir stehen ängstlich und kleinmütig davor. Schließlich haben wir auch genügend Erfahrungen mit unseren bescheidenen Versuchen, mit Enttäuschungen, Unglauben und Ungehorsam gemacht. Anderen scheint alles zu gelingen. Sie sind geistreich, engagiert und fit sozusagen die Schrittmacher der Gemeinde. Haben nun die einen einen schwachen, die anderen einen starken Glauben? Was meint Jesus, wenn er sagt: »Dem Glaubenden ist alles möglich«? " Der Glaube ist keine Leistung, sondern Vertrauen, Vertrautheit, Zutrauen. »Eines Nachts brach in einem Haus ein Brand aus. Während die Flammen hervorschießen, stürzen Eltern und Kinder aus dem Haus. Entsetzt sehen sie dem Schauspiel dieses Brandes zu. Plötzlich bemerken sie, dass der Jüngste fehlt, ein fünfjähriger Junge, der sich im Augenblick der Flucht vor Rauch und Flammen fürchtete und in den oberen Stock kletterte. Man schaut einander an. Keine Möglichkeit, sich in etwas hineinzuwagen, das immer mehr zu einem Glutofen wird. Da öffnet sich oben ein Fenster. Das Kind ruft um Hilfe. Sein Vater sieht es und schreit ihm zu: :Spring!9 Das Kind sieht nur Rauch und Flammen. Es hört aber die Stimme des Vaters und antwortet: :Vater, ich sehe dich nicht!9 Der Vater ruft ihm zu: :Aber ich sehe dich, und das genügt, spring!9 Das Kind sprang und fand sich heil und gesund in den Armen seines Vaters, der es aufgefangen hatte« (L.-J. Luenes). " Glaube ist unbegrenzte Offenheit vor Gott. Seine Menschenfreundlichkeit öffnet unser Herz für das anhaltende Gespräch mit ihm. Hier berührt er unsere Verhärtungen und löst uns aus dem Netz des Unglaubens und der Oberflächlichkeit. Im Gespräch mit Jesus bevollmächtigt er uns zum »Glauben, der durch die Liebe tätig ist« (Gal. 5, 6). aUf festem Boden in den höhen Und tiefen des leBens psalm 40 (teil 3)

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Donnerstag, 15. Januar

Psalm 40, 1-18

Auch im dritten Teil unseres Psalms (40, 13-18) begegnen uns Höhen und Tiefen im Leben eines Menschen, der in Gottes Gegenwart leben will. David berichtet, wie er selber aus der Tiefe herausgeführt wurde. In seiner größten Not schrie er zu Gott, und dieser zog ihn aus der »grausigen Grube, aus lauter Schmutz und Schlamm und stellte seine Füße auf festen Grund«. In seinem Innersten erwachte ein Loblied für seinen Gott. David war Zeuge der großen Wunder geworden, die Gott für ihn getan hatte, so dass er nur anbetend staunen konnte: »Herr, mein Gott, groß sind deine Wunder und deine Gedanken, die du an uns beweisest, dir ist nichts gleich!« David vergisst Lob und Dank nach erfahrener Rettung nicht (Ps. 103, 2). Er muss von dem einzigartigen, unvergleichlichen Gott reden und dessen Güte und Treue verkündigen. Und er bittet voll Zuversicht: »Du, Herr, wollest deine Barmherzigkeit nicht von mir wenden!« (Lies Ps. 119, 77. 156; 69, 17; 2. Sam. 24, 14.) Doch nun in Vers 13 dieser plötzliche Einbruch: »Es haben mich umgeben Leiden ohne Zahl.« Manche Ausleger meinen, dass hier eine andere Person klagt. Doch das muss nicht sein. Wir können die Leiden auch als Steigerung im Leben eines Menschen verstehen. »Übel bis zur Unzahl haben mich umgeben« wie viel Schweres, Unverständliches und Unfassbares mag hinter dieser Aussage stecken! Für viele Menschen, die in große Nöte geraten sind, wurden die Psalmen schon zum Trost und zur Hilfe. »Mein Gott, betrübt ist meine Seele in mir . . . Deine Fluten rauschen daher, und eine Tiefe ruft die andere; alle deine Wasserwogen und Wellen gehen über mich . . . Harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist!« (Lies Ps. 42, 1-12; 69, 14-18; 130, 1-3.)

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Freitag, 16. Januar

Psalm 40, 13. 14; 34, 2-10

Alles, was Menschenherzen an Hoffnung, Dankbarkeit und Freude bewegt, alle Enttäuschungen, Schmerzen und Bitterkeiten finden wir in den Psalmen, dem einzigartigen Gebetbuch der Bibel. Wir brauchen uns nicht zu wundern, dass manche Psalmen voller Fragen und Zweifel sind; denn so ist unser Herz. Die Psalmen sprechen vom Staub des Alltags, lassen uns aber nicht zerbrochen am Boden liegen. Sie nehmen uns bei der Hand und richten uns auf. Sorgen und Kummer, Ängste und niederschmetternde Gedanken, wer kennt sie nicht? Von David können wir lernen, dennoch in der Spur des Vertrauens zu bleiben oder sie neu zu entdecken. So kann der Beter am Ende von Psalm 40 zuversichtlich bekennen » . . . aber der Herr sorgt für mich.« »Wenn der Herr deinen Lebensbaum schüttelt, dass die Blätter herunterfliegen, was will er anderes, als dass du durch die kahlen Äste und Zweige den lichten Himmel umso besser siehst?« (E. Frommel) (Lies Ps. 56, 2-12; 62, 1-9; 66, 8-12.) Die Tiefen in unserem Leben lehren uns Dinge, die wir sonst nie lernen würden. Leiden haben mit der »Erziehungs-Kunst« Gottes zu tun. Wenn wir in den Nöten stecken, sehen wir das oft nicht. Vielleicht können wir erst Jahre später feststellen: »Zum Heile ward mir bitteres Leid.« Ein Christ unserer Tage hat es so ausgedrückt: »Ohne Schwere würde der Anker das Boot nicht halten. Ohne Widerstand würde der Muskel nicht wachsen. Ohne Spannung würde der Bogen keinen Pfeil schießen. Ohne Belastung wüssten wir nicht die Grenzen der Belastbarkeit. Ohne Gewicht bliebe der Same nicht in der Erde. Ohne Ballast wäre der Ballon nicht zu steuern. Ohne Schwere würde ich davonfliegen, weder Halt haben noch geben und ohne Verständnis sein für die Schwere der Welt!« (Lies Hiob 5, 17-19; 2. Kor. 4, 8-11. 16-18.)

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Samstag, 17. Januar

Psalm 40, 13; 116, 1-7

»Es umgeben mich Leiden ohne Zahl.« Wie nahe liegt da der Gedanke: Gott hat mich verlassen. Wie schnell fühlen wir uns einsam in unserem Jammer und Elend. »Herr, mein Gott, hast du mich verlassen?« Dieses Gefühl des Verlassenseins, die nicht mehr überschaubare Lage, die zahlreichen Sorgen wollen uns zu Boden werfen. Aber Leiden sind nicht Zeichen dafür, dass Gott uns verlassen hat, sondern gerade in Leidenszeiten hat er uns seine Gegenwart zugesagt. David konnte aus persönlicher Erfahrung sagen: »Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben« (Ps. 34, 19. 20; lies Ps. 54, 3; 71, 1-8). Wenn Gott Leid und Leiden in unser Leben hineinordnet, dann verfolgt er damit ein Ziel. Doch wenn wir ihm das Steuer unseres Lebens überlassen, führt er seinen Plan mit uns zu seiner Ehre und zum Besten für uns hinaus. Ein Mitarbeiter des Gemeindepflanzungsprojekts »Oase im Reitbahnviertel« (Neubrandenburg) wurde durch eine schwere Erkrankung mitten aus der aufblühenden missionarischen Arbeit herausgerissen. In einem Rundbrief ließ er uns teilnehmen an seinem Ergehen. Auf die Frage, wie es ihm mit der Krankheit gehe, schreibt er: »Es gibt zwei Seiten: Zum einen ist da das Wissen um die Krankheit und um die Therapie mit den dazugehörenden Folgen. Es fällt mir nicht ganz leicht, einfach von einem Augenblick zum andern aus dem normalen Leben herausgenommen zu sein. Die andere Seite ist die geistliche Seite, und die spielt eine vordergründige Rolle. Als Familie fühlen wir uns in eine große Gemeinschaft von vielen Betern eingebettet, ein fast nicht zu beschreibendes Phänomen. Einfach einzigartig!« Welch eine Stärkung ist es, Beter hinter sich zu wissen, die uns durch solch schwere Zeiten begleiten. Unterschätzen wir nicht manchmal die Macht des Gebets? (Lies Matth. 18, 20; Eph. 6, 18.)

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Sonntag, 18. Januar

Psalm 40, 13; 42, 7-12

In jenem Rundbrief heißt es weiter: »An einem Samstag, als ich im Bett lag, schenkte mir Gott eine wunderbare Auslegung von dem, was ich schon lange wusste, aber nie so in die Praxis umsetzen konnte wie jetzt. Plötzlich bekommt der Glaube in dieser nicht überschaubaren Situation eine andere Dimension. Gott zeigte mir Folgendes: Dein Leib ist ein Tempel des Heiligen Geistes. Jesus Christus wohnt durch den Heiligen Geist in dir und bildet eine WG eine Wohngemeinschaft mit dir. Paulus sagte es so: :Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit9 (Kol. 1, 27b). Jesus Christus ist mit dir ins Krankenhaus gegangen. Er ist bei jeder einzelnen Entscheidung, die getroffen werden muss, dabei. Wenn er die medizinische Behandlung für notwendig hält, dann steht er die Chemo mit dir durch. Er lässt dich keine Sekunde allein, weder bei Tag noch bei Nacht. Das ist eine unwahrscheinlich neue Erfahrung, die ich so noch nie in die Praxis umgesetzt hatte. Im Auf blick auf Jesus können wir Zeiten der Krankheit als Segenszeiten erleben. Das möchte ich einfach als ganz praktische Erfahrung, wie ich sie gerade durchlebe, an euch weitergeben.« (Lies 1. Mose 41, 52; Ps. 66, 10-12; 1. Petr. 4, 12-14.) Leiden kann auch ein Zeichen von Gottes Liebe zu mir sein. Wie ein Bildhauer an seinem Meisterwerk arbeitet, feilt und hämmert, um etwas wunderbar Gestaltetes darzustellen, so arbeitet Gott an uns und schleift die Ecken und Kanten unseres Lebens mit der Absicht, dass wir ihm ähnlicher werden. Dazu gebraucht er manchmal solche Zeiten, in denen er uns in die ganze Abhängigkeit von ihm führt, damit unsere Beziehung zu ihm wieder lebendig und inniger wird und er uns reich beschenken und segnen kann. (Lies Hiob 36, 15. 16; Ps. 73, 23-26. 28; Hebr. 12, 5-11.)

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Montag, 19. Januar

Psalm 40, 13; Sprüche 24, 16

»Unlösbare Schwierigkeiten haben sich vor mir aufgetürmt, sie nehmen kein Ende.« Die Missionarin Amy Carmichael erzählt in ihrem Buch »Es sollen wohl Berge weichen« von einem bewegenden Erlebnis. Sie war nach einem sehr anstrengenden Missionseinsatz nach England zurückgekehrt. Dort begegnete sie auf einer Konferenz dem Pfarrer und Schriftsteller Andrew Murray. Amy war neugierig, ob Murray so gut war wie seine Bücher, und sie fand, dass er noch besser war. »Er war nur gütig«, sagte sie, »er hatte auch einen köstlichen, trockenen Humor; er war unerschrocken, unkompliziert und bescheiden. Und er war sehr liebevoll.« Dann widerfuhr Murray etwas Schreckliches. Amy Carmichael berichtet, wie er darauf reagierte: »Er war eine Weile still vor seinem Gott. Dann schrieb er Folgendes nieder: " Der Herr brachte mich hierher. Es geschieht nach seinem Willen, dass ich an diesem engherzigen Platz bin. In dieser Gewissheit will ich stille sein. " Er wird mich hier in seiner Liebe bewahren und mir Gnade schenken, mich wie sein Kind zu betragen. " Er wird aus der Versuchung seinen Segen machen, indem er mich die Lektionen lernen lässt, die ich nach seinem Willen lernen soll, und indem er in mir die Gnade wirkt, die er schenken möchte. " Als Letztes kann er mich zu seiner Stunde wieder hier herausbringen wie und wann er es für richtig hält. Ich bin also hier durch Gottes Führung, in seiner Bewahrung, unter seiner Erziehung, solange er es will.« Ob die Dinge, die uns über die Maßen beschweren wollen, nicht auch für uns ein anderes Gewicht bekommen, wenn wir sie aus der Perspektive Andrew Murrays ansehen lernen? (Lies Jer. 29, 11-14a; Ps. 63, 9.)

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Dienstag, 20. Januar

Psalm 40, 13. 14; Lukas 18, 13

Es gibt Lasten, die wir uns selber auferlegen. David bekennt: »Meine Sünden haben mich ereilt, ich kann sie nicht überblicken. Ihrer sind mehr als Haare auf meinem Haupt, und mein Herz ist verzagt. Lass dirs gefallen, Herr, mich zu erretten, eile mir zu helfen.« Man sagt, eine Religion ist so viel wert, wie sie auf die Frage der Sünde, des Leides und des Todes eine Antwort hat. Keine weitere der großen Weltreligionen kann auf diese Fragen eine befriedigende Antwort geben. So faszinierend andere Religionen für viele sein mögen man kann etwas tun, um sich sein Heil zu verdienen so hoffnungslos und enttäuschend ist die Antwort auf die Frage nach Vergebung der Schuld, dieses Grundproblems des Menschen. Wenn David hier die Worte »ereilt nicht zu überblicken unzählbar« gebraucht, zeigt er, wie bedrückend Sünde ist, wie sie plötzlich vor einem steht, auch wenn sie Jahre oder Jahrzehnte zurückliegt, wie haushoch und massiv sie jeden Ausblick verwehrt und Menschen in Verzweiflung stürzt. David benutzt ein eindrückliches Bild für die Menge der Sünden, wenn er sagt: »Ihrer sind mehr als Haare auf meinem Haupt.« Sieht er in diesem Augenblick sein eigenes Leben im Licht des heiligen Gottes? Sünde wird im Licht Gottes als Verletzung der Heiligkeit Gottes erkannt. Wer einen dunklen Raum betritt, sieht zunächst kaum etwas. Beginnt es aber dort zu dämmern, erkennt man Umrisse. Wird es hell, bleibt der Staub nicht verborgen. Fallen aber Sonnenstrahlen in den Raum, kann man die Staubpartikel in der Luft beobachten. Unsere Bitte kann heute sein: »Herr, stell mich in dein Licht, beleuchte die staubigen und kaputten Stellen in meinem Leben und vergib mir meine Schuld.« (Lies Psalm 90, 8; 51, 3-14; 79, 9.)

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Mittwoch, 21. Januar

Psalm 40, 13. 14; 1. Petrus 3, 18

»Meine Sünden haben mich ergriffen . . . mein Herz ist verzagt.« So war es David zumute, als ihm seine Sünden bewusst wurden. Verzagt, mutlos, zu Boden geworfen, kraftlos und ohne Schwung, so stand er dem Leben mit seinen Herausforderungen gegenüber. Die Auswirkungen der Sünde sind gravierend: Sünde verheizt unsere Kräfte, sie blockiert uns in unserem Denken und Handeln. Sünde baut nie auf, sondern stört und zerstört. Sie hinterlässt Trümmer und Verwüstung. Sünde macht das Leben schwer und das Herz verzagt. David wusste nicht nur um Sünden-Vergebung, er erlebte sie auch; sonst hätte er das neue Lied in diesem Psalm nicht anstimmen können. Aber war nun alles für ihn wie ausgelöscht angesichts seiner Schuld? Kann ein bekehrter Christ, einer, der durch das Blut von Jesus Christus mit Gott versöhnt ist, wieder in Not geraten durch Sünde? Wir wissen es aus eigener Erfahrung, wie schnell wir schuldig werden durch schlechte Gedanken, lieblose Worte und böse Taten. Aber wir brauchen deshalb nicht zu verzagen. Wir können mit den Worten, die Jesus seine Jünger gelehrt hat, zu ihm kommen und bitten: »Vergib mir meine Schuld, wie auch ich vergebe meinen Schuldigern« (Matth. 6, 12; vgl. 1. Joh. 2, 1; Ps. 32, 5). Diese Gewissheit, dass Jesus meine Schuld vergibt, wirkt unendlich befreiend. Es ist wie ein Aufbruch aus dunkler Nacht ins helle Licht. »Lass die vergebene Vergangenheit ruhen, lass sie bei Jesus und gehe mit ihm der Zukunft entgegen. Das erlaubt uns ein echtes Aufatmen, denn Jesus führt zu seiner Zeit heraus aus den Leiden ohne Zahl. Jesus ist bereit, die Sünden, die ich nicht mehr überschauen kann, zu vergeben. Und deshalb sagt den verzagten Herzen: :Siehe da ist euer Gott! Seid getrost9« (Jes. 35, 4; O. Chambers).

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Donnerstag, 22. Januar

Psalm 40, 13; Klagelieder 3, 40. 41. 55-58

»Mein Herz ist verzagt.« Diese Verfassung kennt wohl jede(r) von uns. Wir sind entmutigt. Notvolle Dinge, über die wir uns nicht einfach hinwegsetzen können, belasten uns. Vielleicht ging es auch den Jüngern Petrus, Johannes und Jakobus ähnlich. Sie hatten etwas schier Unverzeihliches getan. Es war im Garten Gethsemane. Als Jesus sie in seinen schwersten Stunden bat, mit ihm im Gebet zu wachen, schliefen sie ein. Doch der Herr wandte sich deshalb nicht von ihnen ab, sondern richtete ihren Blick auf das, was vor ihnen lag: »Steht auf, lasst uns gehen!« (Matth. 26, 46). Wenn wir verzagt am Boden liegen, kann es hilfreich sein, das Nächstliegende zu tun. Der Herr ist doch da. Er lässt uns nicht im Stich. Er sieht unsere schlechte Verfassung. Ihm dürfen wir auch unser Versagen bringen. Er hört unser Rufen. Das Gespräch mit Jesus vertieft die Gemeinschaft mit ihm und hilft, Mutlosigkeit zu überwinden. Auch wenn die Gefühle streiken, steh auf, tu den nächsten Schritt, geh mit Jesus weiter! »Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der Herr, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst« (Jos. 1, 9; 8, 1; 2. Chron. 7, 12-16). »Herr, ich staune über dich. Unverändert hältst du mich. Ich versage, aber du bleibst treu. Unvergleichlich, wie du liebst, wie du mir die Schuld vergibst. Voller Dank erbitte ich es neu: Jesus, leite mich mit deinen Augen! Ich will gehn, weil du mich gehen heißt. Doch weil meine Kräfte nicht viel taugen, bitte ich um deinen starken Geist« (P. Strauch).

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Freitag, 23. Januar

Psalm 40, 15. 16; 55, 2-4. 17-24

David hat Feinde, die sein Leben auslöschen wollen. Deshalb betet er: »Schämen müssen sich und zuschanden werden, die mir nach dem Leben trachten, mich umzubringen. Es sollen zurückweichen und zuschanden werden, die mir mein Unglück gönnen.« Sind das nicht seltsame Misstöne, die David hier anschlägt? Liegt er nicht völlig daneben mit solchen Rachegedanken? Sind diese Worte nicht Ausdruck angestauter Bitterkeit, wenn er in vernichtendem Ton von seinen Feinden spricht? Solche Äußerungen sind schwer verständlich. Aber es gibt kleine Verstehenshilfen: " Wir müssen uns bewusst machen, dass David in härtesten Auseinandersetzungen stand. Ständig wurde er verfolgt. Oft hing sein Leben an einem seidenen Faden. So wundert es nicht, dass ein Mann, der ständig mit handgreiflichen Feindseligkeiten konfrontiert wurde, nun auch zu Gott davon redet. »Vor Gott klagen kann ich jederzeit. Klage ist kein Zeichen dafür, dass mein Gebet ungläubiger ist als sonst. Mehr als ein Drittel aller Psalmen sind Klagepsalmen. Nirgendwo wird so viel und intensiv gebetet wie dort, wo geklagt wird. Was gehört denn zur Klage? Ganz wichtig: die Anrufung Gottes. Ich gehe mit dem, was mich fertigmacht, zu Gott. Ich klage Gott nicht an, ich klage zu ihm. Ich schreie nicht auf, ich schreie zu ihm« (R. Albrecht). (Lies Ps. 25, 1-3. 19-22.) " Wir müssen uns bewusst machen, dass der Herr Jesus Christus uns die Feindesliebe geboten hat. Gewiss dürfen wir weiterhin zu Gott klagen, aber Rache, Hass, Heimzahlung sind uns nicht erlaubt. »Seht zu, dass niemand einem anderen Böses mit Bösem vergelte, sondern strebt allezeit dem Guten nach gegeneinander und gegen alle« (1. Thess. 5, 15; lies Matth. 5, 44. 45; Luk. 23, 34a; Röm. 12, 14. 19. 20; 1. Petr. 3, 9).

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Samstag, 24. Januar

Psalm 40, 15. 16; 56, 1-14

Für den Umgang mit feindlichen Übergriffen denken wir heute über zwei weitere Verstehens-Hilfen nach: " Wir müssen uns bewusst machen, dass die Welt grundsätzlich dem Volk Gottes feindlich gegenübersteht. Mit dieser Tatsache wird das Psalmen- Buch sogar eröffnet. »Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen noch tritt auf den Weg der Sünder noch sitzt, wo die Spötter sitzen.« Gottlose, Sünder und Spötter sind Gegner aller, die den lebendigen Gott ehren, die auf sein Wort hören und ihm gehorchen. Nicht immer stehen wir im Kreuzfeuer von Spott, Verachtung und Verfolgung, aber wir müssen von der Front wissen. " Wir müssen uns bewusst machen, dass die »FeindesFront « im eigenen Herzen lebt. »Wer der Welt Freund sein will, ist Gottes Feind« (Jak. 4, 4). Gib acht, dass du nicht aus lauter Gefälligkeit und Liebenswürdigkeit oder auch aus Furcht vor Konflikten dich der Meinung und den Maßstäben deiner Umgebung anpasst. Wir scheuen uns aufzufallen, taktlos zu erscheinen, abgelehnt zu werden und als Spaßverderber zu gelten. Aber gewisse Dinge können Jesusnachfolger nicht mitmachen. Es gibt auch keine neutrale Zone, in der wir uns bewegen können. Das mag an manchen Stellen eine große Herausforderung sein und zu Auseinandersetzungen führen. Beleidigungen, Demütigungen und Spannungen gehen uns »gegen den Strich«. Aber unser himmlischer Vater weiß um das Ausmaß und die Tiefe unserer Nöte. Und er hat genug Gnade für uns, dass wir in der Spur des Glaubens bleiben und ihm nicht »aus der Schule laufen«. Jesus machte seinen Jüngern deutlich: Wundert euch nicht, wenn es Gegensätze, Fronten gibt! . . . Ich habe es euch jetzt gesagt, damit ihr euch später nicht wundert. (Lies Matth. 5, 10-12; Apg. 5, 40-42; 1. Petr. 4, 12-14.)

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Sonntag, 25. Januar

Psalm 40, 15. 16; Lukas 22, 31. 32

Wir haben überlegt, warum in den Psalmen so häufig von Feinden und deren Bekämpfung die Rede ist. Als Erstes stellten wir fest: David war von vielen Feinden umgeben. Es leuchtet ein, dass er seine Situation, wie sie war, im Gebet vor Gott brachte. Auch wir dürfen vor Gott klagen. Zweitens haben Nachfolger von Jesus aber auch das Gebot von Jesus, ihre Feinde zu lieben. So hat es der Herr selber praktiziert. Drittens gibt es in der Menschheitsgeschichte grundsätzlich zwei unvereinbare Gegensätze, die seit dem Sündenfall unsere Welt spalten: Das Reich der Finsternis und das Reich des Lichts. Viertens: Unser eigenes Herz ist eine »zwiespältige Welt«. Wir müssen es lernen, in allen Auseinandersetzungen auf Jesus zu schauen und in seiner Schule Eindeutigkeit, Geduld und Treue zu lernen. Der Apostel Paulus stellt uns in Epheser 6, 10-17 für alle Lebens- und Glaubenskämpfe geistliche Verteidigungshilfen vor. Er leitete diese von der Rüstung eines römischen Soldaten ab: Der Hüftgürtel hielt das weite Gewand zusammen. Außerdem waren dort die einzelnen Waffenteile befestigt. Im geistlichen Kampf kommt es grundlegend auf unsere Einsatz-Bereitschaft für Jesus, der die Wahrheit in Person ist, an. (Vgl. 1. Petr. 3, 15.) Die Halbstiefel verhinderten, dass kleine Steine die Kampfleistung minderten. Oft sind es »nur« Kleinigkeiten, die uns lähmen, wenn es um die Bekanntmachung des Evangeliums geht. Der Schild war ein Langschild, der von Kopf bis Fuß reichte, und alle Pfeile unwirksam machte. Der Glaube an Jesus Christus und das Vertrauen auf ihn, den Sieger über Sünde, Hölle, Tod und Teufel, stärkt uns zur Standhaftigkeit und bewahrt uns, wenn die Pfeilspitzen des Bösen uns löchern wollen.

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Montag, 26. Januar

Epheser 6, 17

Der Helm beschützt den Kopf, das wichtigste Organ unseres Körpers. Ohne Helm ist der Kampf von vornherein verloren. Der »Helm des Heils«, die Rettung des Menschen, ist grundlegende Voraussetzung und beständige Notwendigkeit, um Siege erringen zu können. Welche Bedeutung kann der »Helm des Heils« im Blick auf unsere Gedankenwelt haben? (Vgl. 2. Kor. 10, 5.) Das kurze Schwert war die einzige Angriffswaffe des Kämpfers. Dieses »Schwert des Geistes«, das Wort Gottes, hat in sich selber eine große und treffsichere Kraft. Der Heilige Geist wird uns leiten, das richtige Wort Gottes zur richtigen Zeit einzubringen. In einer Zeit, in der die biblischen und ethischen Werte zunehmend zerbrechen, scheint das »Schwert des Geistes« vieler Jesusleute stumpf geworden zu sein. Sie ziehen sich ins Private zurück, schweigen sich aus, lassen alles laufen, wie es läuft, statt mutig aufzustehen und sich zu Jesus und zu den biblischen Normen zu bekennen. »Steht auf!«, sagte der Herr zu seinen Jüngern in Gethsemane. Kommt heraus aus den Winkeln der Schläfrigkeit! Steht und kämpft für das Evangelium! Dabei sollten wir unbedingt die Gefechtskunst, wie Jesus sie gelehrt hat, beherzigen: »Seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben« (Matth. 10, 16). Wie können wir die Gefechtskunst praktisch einüben? Der Apostel Paulus schrieb an seinen Mitarbeiter Timotheus: »Ich ermahne nun vor allen Dingen, dass Flehen, Gebete, Fürbitten, Danksagungen getan werden für alle Menschen, für Könige und alle, die in Hoheit sind, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Dies ist gut und angenehm vor unserem Heiland-Gott, welcher will, dass alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen« (1. Tim. 2, 1-4; lies Eph. 6, 18-20). Unser Beten wird nicht vergeblich sein.

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Dienstag, 27. Januar

Psalm 40, 17; 18, 2. 3

»Lass deiner sich freuen und fröhlich sein alle, die nach dir fragen; und die dein Heil lieben, lass allewege sagen: Der Herr sei hoch gelobt!« Wer darf sich eigentlich freuen? David sagt: »Alle, die nach dir fragen!« Wie nüchtern, ja bescheiden, drückt sich David aus. Er spricht nicht einige Wenige an. Er sagt nicht: Alle, die etwas Großes mit Gott erlebt haben, können sich freuen. Oder: Alle, die biblisch und theologisch gebildet sind. Hier steht ganz schlicht: »Alle, die nach dir fragen!« »Nach dir fragen« das heißt: offen sein für Jesus und sein Reden. (Lies Hebr. 3, 1. 2; Kol. 3, 1-3.) Richte deinen Blick auf ihn, der dich mit »ewiger Liebe geliebt hat«. Frage ihn: Herr, wie sieht dein Programm heute für mich aus? Was willst du mir heute durch dein Wort sagen? Wie wirst du mein Vertrauen in dieser Herausforderung stärken? Wie soll ich mich in dieser Sache entscheiden? Wo brauche ich Korrektur? Solches Fragen und die Beachtung der Antwort, die Jesus mir gibt, heiligt und reinigt mein Alltagsleben. Und ich werde mit Freude erfüllt. (Lies Ps. 27, 4; 34, 6; 63, 6-9.) Wer darf sich freuen? David fügt hinzu: »Die dein Heil lieben!« Hier liegt der Grund, warum David trotz aller Anfechtung und Bedrängnis nicht am Boden liegt. Und wenn ich falle, stehe ich wieder auf: Micha 7, 8. Hier liegt der Grund, warum er und wir nicht freudlos, verhärmt, verbittert und trübsinnig unseren Weg gehen müssen. Auch wenn wir Gottes Führung manchmal nicht verstehen, wenn uns menschlich gesehen kein Grund zur Freude übrig bleibt, weist David auf den Gott hin, der zu uns steht und von dem wir Hilfe, Rettung und Heil erfahren. (Lies Ps. 121, 1-8; 109, 31; Jes. 43, 1-4.)

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Mittwoch, 28. Januar

Psalm 40, 17. 18; 94, 18. 19

»Alle, die sich dir anvertrauen, werden vor Freude jubeln! Wer dich als Retter kennt und liebt, wird immer wieder rufen: :Groß ist der Herr!9« »Jesus lieb haben ist die Erfüllung unseres Lebens. Das überstrahlt alles, was sonst an Glück oder Unglück, an Leid oder Freude, an Tiefen oder Höhen unser Leben durchzieht« (B.Kempf). David bleibt nicht bei den Widerwärtigkeiten stehen. Er schaut zu dem auf, von dem er weiß, dass er Sorge trägt für sein Leben: »Ich bin arm und elend; der Herr aber sorgt für mich. Du bist mein Helfer und Erretter; mein Gott, zögere doch nicht!« Wenn wir an den Apostel Paulus denken, sehen wir, dass es ihm ähnlich wie David erging. Auch er suchte den Herrn, schaute zu ihm auf und nahm die schweren Wegführungen aus Gottes Hand an. So konnte er aus der Gefangenschaft in Rom seinen »Freudenbrief« an die Gemeinde in Philippi schreiben. Obwohl sein Wirkungsbereich sich auf wenige Quadratmeter beschränkte und die ungewisse Zukunft ihn hätte aufreiben können, schaut er zu dem auf, der ihm in seiner Lage Kraft zum Durchhalten gab: »Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich euch, freuet euch« (Phil. 4, 4). »Blicke nur auf Jesus mitten in dem Streit. Wird der Kampf auch heißer, Hilfe ist bereit. Ist der Feind auch mächtig, deine Kraft nur klein, blicke nur auf Jesus, sein Sieg ist auch dein« (H. Burton). Wir brauchen nicht an den äußeren Umständen stehen zu bleiben, egal wie »elend und arm« wir uns fühlen mögen. »Die Sorge für dich soll der haben, der dich gemacht hat. Der um dich Sorge trug, ehe du warst, wie sollte der nicht Sorge um dich tragen, da du nun nach seinem Willen am Leben bist?« (Augustin) (Lies Röm. 8, 38. 39; 1. Petr. 1, 6-9.) der herr allein ist gott aUs dem leBen elias (teil 2)

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Donnerstag, 29. Januar

1. Könige 17, 1; 18, 41-46; Jakobus 5, 17. 18

Elias Gebet um Regen wurde erhört, weil er in der Erwartungshaltung lebte und es Gottes Zeit war. Wir können uns bestimmt vorstellen, wie sich die Menschen nach drei Jahren Dürre in die Arme fielen, als sie die ersten großen, schweren Regentropfen spürten. Vielleicht war der Regen ein noch größeres und deutlicheres Zeichen von Gottes Macht als das Feuer. Selbst Ahab rast mit seiner Staatskarosse davon, um nicht im Schlamm stecken zu bleiben. Und plötzlich wird er von Elia überholt, der im Platzregen an ihm vorbeisprintet. Wie ein Siegesbote lief der Mann Gottes dem Gespann Ahabs bis in das etwa 30 km entfernte Jesreel voraus. Wie war dies nur möglich, und das nach solch einem äußerst fordernden Tag? »Die Hand des Herrn war auf ihm«, lautet die schlichte biblische Antwort. Und doch mögen wir uns fragen: Ist Elia nicht ein außergewöhnlicher Mann, an den wir nie herankommen werden? Jakobus stellt nüchtern fest: »Elia war ein schwacher Mensch wie wir.« Er war keine »Berühmtheit«, kein »Held«. Aber er lebte ganz und gar aus der engen Gemeinschaft mit Gott. Darum hatte Elias Gebet solch große Kraft. Es ist kein Gebet in eigener Sache, sondern Fürbitte für das Volk des Herrn. »Elia war nie so mächtig, dass er nicht mehr gebetet hätte, nie so zuversichtlich, dass er nicht mehr abgewartet hätte, nie so abgehoben, dass er den Regen in der winzigen Wolke nicht mehr erkannt hätte« (C.Swindoll). Wir dienen demselben Gott und dürfen deshalb große, unseren Verstand übersteigende Erfahrungen mit ihm machen. Gebet bedeutet allerdings auch Kampf. Wer im Geist leben will, muss auch im Geist kämpfen, und wir dürfen den Sieg vom Herrn erwarten. (Vgl. 2. Mose 17, 8-16; Sach. 10, 12; Eph. 6, 10-13. 18.)

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Freitag, 30. Januar

1. Könige 19, 1-18

Diese Geschichte zeichnet das Urbild einer Lebenskrise, auf die wir bis heute immer wieder stoßen vielleicht sogar bei uns selbst. Entsetzen, Mutlosigkeit und Menschenfurcht hatten den Propheten erfasst. Elia war zwar ein standhafter Prophet, der sich viel abverlangte, aber eben kein »Übermensch«. Der Mann Gottes hatte Erfahrungen gemacht mit Enttäuschungen, Verzagtheit, Einsamkeit, Erschöpfung und Niedergeschlagenheit. In der Geschichte des Reiches Gottes finden wir nicht wenige Mitarbeiter, die Ähnliches wie Elia erfahren (haben). »Es ist auch bei Gottes Dienern nur ein kleiner Schritt vom Stehen zum Fallen. Wie alle Boten Gottes, von denen die Heilige Schrift erzählt, lässt sie auch Elia einen Menschen sein; sie hat nicht einen gemalten Heiligen aus ihm gemacht« (H. Lamparter). Gott baut sein Reich nicht mit Übermenschen, sondern mit verwundbaren, zerbrechlichen Leuten. Ein Ausleger schreibt dazu: »Unsere Gebrochenheit ist derart sichtbar und greifbar, derart konkret und individuell, dass man sich im Grunde gar nicht vorstellen kann, man könne über sehr viel anderes nachdenken. Die Führer und Propheten Israels, die auserwählt und gesegnet waren, haben alle ein sehr gebrochenes Leben geführt.« (Dazu Ps. 34, 19; 51, 19; Jes. 57, 15.) Wir fragen uns, warum Elia ausgerechnet nach diesem überwältigenden Sieg auf dem Berg Karmel in eine derartige Not geriet. Zuerst wollen wir über fünf Gründe nachdenken, die Elia in schwere Bedrängnis brachten. Dann schauen wir die Hilfestellungen des Herrn an, die zur Veränderung führen.

  1. Elia dachte nicht mehr realistisch, er hatte keine klare Sicht mehr (V.1. 2).
  2. Elia verzichtete auf stärkende und Mut machende Beziehungen (V. 3).
  3. Elia befand sich in der Nachwirkung eines großen Sieges (Kap.18, 45. 46).
  4. Er war körperlich erschöpft und gefühlsmäßig ausgelaugt (V. 4).
  5. Er hatte sich im Selbstmitleid verrannt (V. 4b).

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Samstag, 31. Januar

1. Könige 19, 1-3 1.

Elia fürchtete sich vor den Mord-Drohungen Isebels, weil er wohl nicht mehr bedachte, aus welchem Lager sie kam. Er konnte nicht mehr sachlich reagieren, weil ihn die Drohworte gefangen nahmen und er sich nicht klarmachte, dass es nicht Gott war, der ihm so Schreckliches androhte. Wer war die Königin Isebel in Gottes Augen? Wer regierte in Wirklichkeit: sie, oder der allmächtige Gott? (Lies Ps. 145, 13; 8, 2.) In Anfechtungen und Anfeindungen ist es hilfreich, sich diese Frage zu stellen. Hätte Elia nicht ein vertrauensvolles Gebet zu Gott sprechen können, anstatt fortzulaufen und auf Distanz zu gehen? Müsste er nicht aufgrund eigener Erfahrungen wissen, dass bei Gott tatsächlich kein Ding unmöglich ist? (Vgl. Luk. 1, 37; 1. Mose 18, 14; Jer. 32, 27.) Wir könnten Elia alle möglichen Fragen an den Kopf werfen und ihm vorhalten: Du bist selbst schuld an diesem Zusammenbruch! Hättest du doch . . . Gott aber macht seinem Boten keine Vorwürfe, spricht keine Schuldzuweisungen aus. Wir müssen erkennen, »dass auch größte Erfahrungen, auch stärkster Glaube keine Sicherungen darstellen gegen Tiefpunkte, gegen Depressionen, gegen schwersten Zweifel und härteste Anfechtung« (H.Lamparter). In Menschenfurcht gefangen, trat Elia die Flucht an. Diese war gewiss kein Heldenstück aber wer kann schon für sich selber garantieren, dass er nicht ähnlich gehandelt hätte? Schon einmal war Elia »geflohen« allerdings auf Gottes Anweisung hin. Jetzt tut er es eigenmächtig. »Je weiter ihn die Füße tragen, umso schwerer wird die Last der Frage: Durfte ich jetzt meinen Platz verlassen, jetzt, wo es gilt, den rechten Gottesdienst im ganzen Land wieder aufzurichten?« (H. Lamparter) Kennen wir das quälende Gewissen, das schlägt, wenn wir eigenmächtige Entscheidungen getroffen haben? Sie bringen uns nicht in Gottes Nähe, sondern in die Entfernung von ihm. (Vgl. Jona 1, 1-5.)

zur Verfügung gestellt von: bibel.com der Homepage von Christen für Christen.

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