Jesus Christus spricht: ich lebe und ihr sollt auch leben

Dienstag, 1. Januar

Johannes 14, 19

Wir eröffnen das neue Jahr mit einer einzigartigen Zusage, die der Herr Jesus Christus seinen ratlosen und bestürzten Jüngern gab. Sehr bald würde er nicht mehr unter ihnen leben, sondern leiden, sterben, auferstehen und zu seinem Vater in den Himmel zurückkehren. Die Jünger gerieten buchstäblich aus der Fassung. Ohne ihren Meister konnten sie gewiss nicht so leben, wie er sie gelehrt hatte. Wie sollte es weitergehen, wenn er nicht mehr bei ihnen war? In einer langen, seelsorgerlichen Abschiedsrede (Joh. 14-16) erklärte Jesus den Seinen, wie sie dennoch leben können und leben sollen. Greifen wir einige Tatsachen heraus, die auch unseren Glauben im neuen Jahr stärken können: o Jesus geht den Seinen nur voraus. Sie haben eine herrliche Zukunft vor sich. Dann wird er selber wiederkommen, um sie zu sich in den Himmel abzuholen (Joh. 14, 1-3).

  • Jesus allein ist der Weg zum Vater, die Brücke ins ewige Leben. Wer auch immer diesen Weg betritt, bekommt Zugang zur himmlischen Wohnung (V. 4-9).
  • Die völlige Einheit zwischen dem Vater und dem Sohn wird auch seinen Nachfolgern im Glauben erschlossen. Dann werden sie zur Ehre des Vaters reden, beten und handeln können (V. 10-14).
  • Ein Leben zur Ehre Gottes ist nur durch die Sendung und Innewohnung des Heiligen Geistes möglich. Er ist der Fürsprecher, Berater und Tröster - der "Geist der Wahrheit, der bei euch sei in Ewigkeit" (V. 15-17).
  • Jetzt noch reißt der Tod familiäre Verbindungen auseinander. Aber Jesus lässt die Seinen nie allein. Sie gehören für immer zur Familie Gottes (V. 18). "Mein Vater und meine Mutter verlassen mich, aber der Herr nimmt mich auf" (Ps. 27, 10).
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    Mittwoch, 2. Januar

    1.Thessalonicher 5, 9. 10

    Stellen wir uns einmal vor: Ein kleines Baby liegt in einem Straßengraben. Blutverschmiert, die Nabelschnur noch am Bauch, liegt es da und schreit jämmerlich. Dieses Kind war nicht erwünscht, sondern lästig. Es war nicht zum Leben bestimmt, sondern wurde einfach dem Tod überlassen. Aber da kommt einer vorbei. Er sieht das Kind, erbarmt sich über das arme Geschöpf und nimmt es auf seine Arme. Liebevoll schaut er das Kind an und ruft aus: "Du sollst leben." Er nimmt das Findelkind mit und versorgt es. Es wächst heran und entwickelt sich prächtig. Bald ist aus dem Mädchen eine schöne junge Frau geworden, die alle Blicke auf sich zieht. Der liebevolle Pflegevater unterstützt die Schönheit seiner Tochter noch mit schicken Kleidern, modischen Schuhen, einem extravaganten Stirnband, mit wertvollem Schmuck und teurer Kosmetik. Wir finden diesen Bericht in Hesekiel 16, 3-14. Sind wir nicht auch wie ein Findelkind, das nur noch ums Überleben kämpft? Verlassen, ohne Lebensperspektive, ohne die Liebe und Fürsorge Gottes, das ist doch kein Leben! Vielleicht hat Jesus an das Findelkind in Hesekiel gedacht, als er zu seinen Jüngern sagte: "Ich lebe und ihr sollt auch leben." - Jeder, der mit Jesus in Berührung kam, erlebte, dass die Lebenskraft Gottes in ihm war. (Vgl. Joh. 10, 11b; 6, 35; 11, 20-26.) Angesichts des Schreckens und Leides, der Ängste und Todesnöte spricht er: "Du sollst leben!" Ist das deine Vorstellung, die du von Jesus hast? Oder denkst du unterschwellig, dass er sagt: "Ich gönne dir nicht, was du zum Leben brauchst. Ich will dir vorenthalten, was froh und frei, was gelassen und gelöst macht." Doch Jesus ist ganz anders. Er, das blühende Leben in Person, will auch unser Leben zum Blühen bringen, damit wir schön werden für Gott (Jes. 33, 17).

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    Donnerstag, 3. Januar

    Johannes 14, 16. 17; 15, 1-5

    "Du sollst leben!" Was bedeutet das für Jesus-Jünger? Schauen wir uns die Lebensqualität, die er uns geben will, genauer an: 1. Im Leben begleitet Die Jünger, die mit Jesus durchs Land Israel zogen, liefen buchstäblich hin ter ihrem Meister her. Er ging voran, sie folgten ihm. Er machte den Reise und Terminplan für sie. Der Herr kümmerte sich um ihre Bedürfnisse und Nöte. Er rüstete sie mit allem aus, was sie zum Leben und für ihren Dienst brauchten. Als Jesus sich von seinen Jüngern verabschiedete, um zu seinem Vater heimzukehren, kamen sich seine Freunde vor wie Findelkinder, wie ausgesetzte Babys im Straßengraben. Jesus ließ sie zurück mit einem ungeheuren Auftrag. Die Jünger sind hilflos, ängstlich, inkompetent, schwach, angefeindet und gefährdet. Aber der Herr sorgt für sie, indem er ihnen den anderen Tröster, den Begleiter und Helfer, senden wird. "Du sollst leben", heißt darum zuerst einmal: Du musst hilfsbedürftig werden und dir helfen lassen. Du lebst auf und wirst lebenstüchtig, wenn du wirst "wie die Kinder" (Matth. 18, 3). Sie sind auf Hilfe angewiesen. Ein Kind kann vieles nicht allein und muss daher die Mutter oder den Vater um Hilfe rufen. Es braucht ständig einen Beistand: "Mama, bind mir bitte meine Schuhe zu." "Mama, ich kann diese Mathe-Aufgabe nicht lösen, hilfst du mir mal bitte?" "Papa, ich habe beim Fußballspielen bei Meiers eine Scheibe eingeschlagen. Können wir das gemeinsam in Ordnung bringen?" Jesus sagt: "Ohne mich könnt ihr nichts tun." Ich möchte daher vor ihm ganz hilfsbedürftig werden. Ich möchte auf seine Stimme hören, alles mit ihm gemeinsam tun und beständig mit ihm im Gespräch bleiben. (Lies 1.Sam. 3, 1-9; Ps. 18, 33-37; Jes. 9, 5; Micha 3, 8.)

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    Freitag, 4. Januar

    Römer 8, 34. 35. 37

    Wir brauchen einen Beistand im Himmel. Bei jeder Sünde, die ich begehe, tritt mein Anwalt Jesus Christus für mich ein und vertritt mich vor Gott. "Wer will verdammen? - Christus ist hier, der mich vertritt." Er kann sagen: Das ist erledigt. Die Sache ist bereits in Ordnung gebracht. Ich habe für ihn bezahlt. (Dazu Hebr. 7, 25; 9, 24; 10, 19-22.) Wir brauchen aber auch einen Beistand auf der Erde. In jeder Situation tritt mein Beistand Jesus Christus für mich ein und steht mir bei. "Wer will uns (daher) scheiden von der Liebe Gottes?" Der Apostel Paulus hat es in seinem Leben mehrfach erlebt, dass ihm die Augen für diesen wunderbaren Beistand geöffnet wurden. In Jerusalem taten sich einige Gegner zusammen. Sie bildeten eine regelrechte Lynch justiz und wollten Paulus beseitigen. Da erscheint ihm der Herr in der Nacht und steht ihm bei: "Sei getrost! Denn wie du für mich in Jerusalem Zeuge warst, so musst du auch in Rom Zeuge sein" (Apg. 23, 11). Später, als Paulus auf der Überfahrt nach Rom in einen heftigen Seesturm geriet, sieht er erneut, dass sein mächtiger Begleiter mit ihm ist. Paulus bekommt die Zusage des Heiligen Geistes: "Fürchte dich nicht, Paulus, du musst vor den Kaiser gestellt werden; und siehe, Gott hat dir geschenkt alle, die mit dir fahren" (Apg. 27, 24). Auch in Rom, als alle seine Freunde ihn versetzten, war es wieder der starke Beistand des Herrn, der ihm Mut machte: "Bei meinem ersten Verhör stand mir niemand bei, sondern sie verließen mich alle. Es sei ihnen nicht zugerechnet. Der Herr aber stand mir bei und stärkte mich, . . . so wurde ich erlöst aus dem Rachen des Löwen" (2. Tim. 4, 16. 17; vgl. Hiob 5, 19; Ps. 91, 15; Jes. 43, 2; Dan. 3, 25. 26).

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    Samstag, 5. Januar

    Johannes 15, 26; 16, 13

    "Du sollst leben." Das zeigt sich darin, dass der Heilige Geist uns Lebensmut gibt. Er ist unsere entscheidende Lebenshilfe. 2. Zum Leben geleitet Die Jünger hatten viel mit ihrem Meister erlebt. Wenn sie bei Jesus waren, kamen sie sich vor wie solche, die aus einer stickigen, dunklen und kalten Höhle hinaus an die frische Luft traten, in das helle und warme Licht der Sonne. Jesus zeigte ihnen, wer er selber ist und was er vermag. Er offen barte ihnen seine Liebe und Allmacht. In der Nähe ihres Herrn erlebten die Jünger auch, wer sie selbst waren: ohnmächtig, skeptisch, glaubenslos. Aber als Jesus ging, versprach er, seine Freunde nicht als Waisenkinder zurückzulassen. Er kündigte den Geist der Wahrheit an, der "euch alles lehren und euch an alles erinnern wird, was ich euch gesagt habe" (Joh. 14, 26). "Du sollst leben", heißt also: Du musst lernwillig werden. Du lebst auf, wenn du wirst "wie die Kinder", wenn du dich wirklich belehren lässt. Kinder fragen dauernd. Sie wollen alles wissen. Verhalten wir uns als erwachsene Christen nicht wiederholt kindisch, recht- haberisch, mürrisch und engstirnig? (Vgl. 1. Kor. 3, 1. 2; Hebr. 5, 13; Eph. 4, 14.) Fragen wir den Herrn noch aufrichtig und anhaltend? (Siehe 1.Mose 25, 22; 1.Sam. 23, 2. 4. 10-13; 1.Chron. 16, 11; Ps. 27, 4; aber: Jos. 9, 14; Jes. 30, 1. 2.) Gewiss sollen und müssen wir unseren Verstand einschalten. Wir haben dabei zu bedenken: a. Der Glaube geht oft weit über unser Denken und Begreifen hinaus. b. Wir dürfen alles, die kleinsten Kleinigkeiten und die schwersten Probleme, vor unserem Herrn ausführlich ausbreiten. c. Wir dürfen immer wieder bitten: "Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten." d. Wir wollen "jeden Gedanken gefangen nehmen unter den Gehorsam des Herrn Jesus Christus" (2. Kor. 10, 5).

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    Sonntag, 6. Januar

    Philipper 4, 4-7; 1.Petrus 5, 6. 7

    Der Geist der Wahrheit, der uns wie ein hervorragender Lehrer unterrichtet, schult uns ein Leben lang. o Ich frage: "Wer bin ich?" Und der göttliche Lehrer wird mir beim Hören auf Gottes Wort und in den Praxisübungen meines Lebens einen Spiegel vorhalten. Er wird mir zeigen, wie viele unnötige Sorgen, schlechte Gedanken und Fehltritte in meinem Leben sind. Er wird mir zeigen, wie wenig Vertrauen und wie wenig Liebe in mir wohnen. Wer bin ich? Ich bin ein glaubensloser und liebloser Christ. (Vgl. Mark. 4, 40; 16, 14; Luk. 9, 41; Röm. 7, 18. 19.) o Ich frage: "Wer bist du, Herr?" Da wird mir der göttliche Lehrer durchs aufmerksame Lesen und Hören seines Wortes und das Gespräch mit ihm Einsicht geben, wie viel Macht und Güte, wie viel Treue, Liebe und Weisheit bei Gott ist. Allerdings stellt der Heilige Geist unser althergebrachtes Denken auf den Kopf, und es wird klar: Wir brauchen eine grundlegende HerzensUmbildung (Röm. 12, 2; Eph. 4, 23). Diese neue Art zu denken müsste sich vielfältig in unserem Leben zeigen. Jesus sagt zum Beispiel: "Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird er euch jeden Tag geben, was ihr braucht" (Matth. 6, 33). Was Gott will, was Gott schafft und was Gott kann, müsste in allem absoluten Vorrang haben. Dann wird der Schwerpunkt auf den Herrn verlagert. Dann geht's nicht mehr nach der alten Gewohnheit: "Was brauche ich, ich, ich?", sondern: "Was braucht der Herr?" Nicht mehr: "Was will ich?", sondern: "Was will der Herr?" Nicht mehr: "Was vollbringe ich?", sondern: "Was vollbringt der Herr?" Nicht mehr: "Was muss ich tun, damit ich es schaffe?", sondern: "Was muss ich tun oder lassen, damit er es schafft?" (Lies Ps. 34, 3-10; Luk. 22, 32; 1.Petr. 4, 2.)

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    Montag, 7. Januar

    Johannes 14, 23

    Für die Jünger war völlig neu, wovon Jesus jetzt sprach. Sie hatten noch keine Erfahrung gemacht, wie sich die Zusage ihres Herrn erfüllen könnte: " . . . wir werden zu ihm (dem Jünger) kommen und Wohnung bei ihm machen." Jesus war ihr Gegenüber, aber er lebte nicht in ihnen. Wanderte der Herr an einen anderen Ort, gingen sie Schritt für Schritt hinter ihm her. Jesus war leibhaftig an Raum und Zeit gebunden. Nur der eine, der jetzt gerade mit ihm sprach, bekam eine Antwort. Das sollte jetzt anders werden. 3. Mit Leben erfüllt Nur durch den Weggang des Herrn konnte er auf eine neue Weise seinen Jüngern ganz nahe sein. Das hatte er den Seinen soeben versprochen: Mein Vater und ich werden zu dem kommen, der Gottes Wort bewahrt, und wer den bei ihm wohnen. - "Du sollst leben", heißt also: Du musst bewohnt werden. Nicht die Möblierung deines alten Lebens macht dein Leben wohnlich und schön. Du lebst vielmehr auf, wenn du wirst "wie die Kinder". Kinder leben in der Wohnung ihrer Eltern. Sie freuen sich über das, was Vater und Mutter gefällt. Sie lieben die vertraute Umgebung ihrer Eltern. Für die Kinder des Vaters im Himmel bedeutet das: Der Heilige Geist will zuerst ausräumen, was dem Vater nicht gefällt. "Denn Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten" (Joh. 4, 24). Die Frau aus Samaria schaute der Wahrheit ins Auge und stellte sich ins Licht Gottes: Johannes 4, 10. 14-18. 28. Wir wollen uns der Frage nicht entziehen: Was muss Gottes Geist aus meinem Lebenshaus ausräumen? Eifersucht? Tratsch? Unwahrhaftigkeit? Heuchelei? (Vgl. Jos. 24, 14. 15; Jes. 1, 16; 55, 7; Jer. 4, 14; Jak. 4, 8; 1. Joh. 1, 5-10.)

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    Dienstag, 8. Januar

    Johannes 14, 16. 17. 23

    Der Heilige Geist will nicht nur ausräumen, was dem Vater im Himmel nicht gefällt. Er will auch das einräumen, was dem Vater gefällt. Er macht deutlich, wie die Wohnung deines Lebens aussehen soll. Er will deine Lebensart verändern und neue Gewohnheiten schaffen. Viele Räume und Bereiche deines Lebens wird er einer neuen Bestimmung übergeben. Denn der Vater und der Sohn wohnen durch den Heiligen Geist in dir. Sie sind keine Feriengäste, die nach zwei oder drei Wochen wieder ausziehen. Sie sind auch nicht auf Besuch bei uns, sondern haben sich "häuslich niedergelassen". Wie im Alten Bund der Tempel von Gottes herrlicher Gegenwart erfüllt wurde, soll unser Lebenshaus ein Tempel des Heiligen Geistes sein. "Wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes in euch ist, den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid um einen Preis erkauft worden. Verherrlicht nun Gott mit eurem Leib" (1. Kor. 6, 19. 20). Du wirst dein Leben dann nicht mehr nach eigenem Geschmack umräumen wollen. Es geht darum, aus Liebe und aus dieser neuen Wohnatmosphäre heraus, das zu tun, was dem Herrn gefällt. Dann wird auch die Atmosphäre, vor allem im gemeinsamen Leben zu Hause, eine andere sein. Lassen wir uns vom Wort Gottes beraten, wie wir unser persönliches und unser gemeinsames Lebenshaus in Ordnung bringen und halten können: Matthäus 18, 21. 22; Galater 5, 15. 16; 6, 1. 2; Epheser 4, 25-32; Kolosser 3, 13-16. "Herr, füll mich neu, füll mich neu mit deinem Geiste, der mich belebt und zu dir, mein Gott, hinziehet! Hier bin ich vor dir. Leer sind meine Hände. Herr, füll mich neu mit dir!" (Jesus-Bruderschaft Gnadenthal) neues leben in Christus

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    Mittwoch, 9. Januar

    Kolosser 3, 1-11

    Paulus hatte der Gemeinde in Kolossä vor Augen gehalten, dass sie durch Glauben zusammen mit Christus zu einem neuen Leben auferweckt worden sind. Das hat Gott durch seine wirksame Kraft möglich gemacht (Kol. 2, 12). "Wenn ihr nun mit Christus auferweckt worden seid, so sucht, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. Sinnt auf das, was droben ist, nicht auf das, was auf der Erde ist!" Was will Paulus damit sagen? (Dazu Röm. 12, 1. 2.) Auf der Erde geht es vorrangig um den eigenen Vorteil und die eigene Ehre. Man kann damit auch manches im Leben erreichen, zu Ansehen und Wohlstand gelangen. Das ewige Leben in Gottes Herrlichkeit wird aber so nicht erreicht. "Sucht, was droben ist!" Paulus sagt damit, dass unsere eigentliche Lebenserfüllung nicht im Diesseits zu finden ist. Jesus Christus hat denen, die sich ihm anvertraut haben, die Ewigkeit schon jetzt ins Herz "gepflanzt". Sie verbindet die Seinen schon auf der Erde mit dem Himmel. "Denn ihr seid (im Hinblick auf die Sünde) gestorben, und euer Leben ist verborgen mit Christus in Gott." Wir leben aber noch auf der Erde, sind eingespannt in einen aufreibenden Alltag und überschüttet mit Problemen dieses Daseins. Gerade deshalb sollen wir uns schon jetzt auf die Zeit "danach" konzentrieren und vorbereiten. Um das zu verstehen, hat Paulus in einem anderen Brief den Leistungssportler als Vorbild genommen. Dieser hat ein einziges Ziel vor Augen: als Erster das Ziel zu erreichen. In Monaten oder Jahren der Vorbereitung konzentriert er sich auf die Erfüllung dieses Vorhabens und unterlässt alles, was seine Kraft und Schnelligkeit beeinträchtigen könnte. Die Vorbereitung ist hart und mühsam. Aber er hält durch. (Lies Phil. 3, 13. 14; 1. Kor. 9, 24. 25.)

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    Donnerstag, 10. Januar

    Kolosser 3, 3-5a

    "Euer Leben ist verborgen mit Christus in Gott." Weshalb verborgen? Sollen wir denn nicht erkennbare Zeugen von Jesus Christus sein? Natürlich sollen wir das! Nur - wir sind noch nicht aus unserer Haut ausgestiegen. Wir leben in einem Leib, der vergänglich ist. Unsere Erscheinung gleicht erst dann in vollkommener Weise der unseres Herrn, wenn wir bei ihm sind. (Siehe 1. Joh. 3, 2; 2. Thess. 1, 10 zu Kol. 3, 4.) Wenn wir also nicht vollkommen sind, obwohl die Ewigkeit in unser Herz gelegt ist, wie sollen wir dann ein glaubwürdiges Leben führen, wie es Jesus Christus entspricht? Durch Glauben! Jesus Christus lebt durch Glauben in unseren Herzen (Eph. 3, 17). Er in mir ist größer und stärker als meine althergebrachte Gesinnung, größer als alle Versuchungen und Sünden - auch größer als harte Gewohnheitssünden. Jesus lebt in mir sein Leben. Darauf darf ich täglich vertrauen und immer wieder ablegen, was ihm nicht gefällt. Es wird auch immer wieder darum gehen, sich von dem zu trennen, was uns zur Sünde verführt: "Tötet durch den Heiligen Geist die Taten des Fleisches . . . " (Röm. 8, 13). Ähnlich sagte es Jesus selber: "Wenn deine rechte Hand dir Anlass zur Sünde gibt, so hau sie ab und wirf sie von dir" (Matth. 5, 29. 30). Es dürfte klar sein, dass weder der Herr noch Paulus dazu aufrufen, sich selbst zu verstümmeln. Vielmehr geht es um eine kompromisslose Absage und Abkehr von Sünde, Ichbezo genheit und Eigensinn. Sünde müssen wir mit einer Kraft konfrontieren, die ihr überlegen ist: dem Heiligen Geist, der uns mit Christus geschenkt ist. Wir können beten: "Herr, ich schaffe es nicht, zu widerstehen. Du aber bist der starke Erlöser. Ich vertraue dir, dass du jetzt an meiner Statt handelst."

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    Freitag, 11. Januar

    Kolosser 3, 9. 10. 12; Römer 6, 11

    Leben wir - durch Glauben - in dem, was Christus für uns erworben hat? Paulus verwendet nun ein anderes Bild, um deutlich zu machen, wie notwendig unsere Veränderung ist: das Aus- und Ankleiden. Alte Kleider zer reißen und sind unansehnlich. Vielleicht sind sie schmutzig und riechen unangenehm, weil sie nicht mehr mit Wasser und Waschpulver in Berührung gekommen sind. Zieht den "alten Menschen" mit seinen hässlichen Eigenschaften doch endlich aus (Verse 5-9), ermahnt Paulus die Kolosser. Trennt euch von den schmutzigen Sachen und zieht den "neuen Menschen" an, der dem Bild des Herrn Jesus Christus entspricht. Er hat denen, die an ihn glauben, den "heiligen und geliebten Kindern Gottes", eine neue Garde robe geschenkt. Diese zieht nun an: Und zwar "herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld". Die Verse 13-17 halten nicht nur den KolosserChristen, sondern auch uns den Spiegel vor. Wie werden manchen Schmutz sehen. An der Freundlichkeit, Liebe, Demut und Geduld unseres Herrn entdecken wir unseren Egoismus, unsere Lieb- und Treulosigkeit . . . und, und, und. Sollte der Herr, der aus einem "Lästerer und Verfolger und Gewalttäter" einen wahren und vorbildlichen Christen machte, nicht auch uns vergeben und erneuern können? - Viele haben es bezeugt: Als sie Jesus die Herrschaft über ihr Leben übergaben, erlebten sie, wie sie ruhig bleiben konnten, wenn etwas misslang. Sie mussten nicht mehr die Türen zuschlagen, um aller Welt mitzuteilen, dass sie zornig sind. Wir werden zwar auch wieder versagen. Doch wir haben einen Herrn, der die Versager liebt und für sie betet. Und wir unsererseits bitten auch um Vergebung. Welch eine Ermutigung haben wir mit Micha 7, 18-20 und Psalm 103, 2-13!

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    Samstag, 12. Januar

    Kolosser 3, 12-17

    "Zieht nun an . . . ", hat Paulus geschrieben - als ob die guten Eigenschaften bereitlägen wie die frische Wäsche am Morgen. Man muss sie eben nur anziehen. Ist das wirklich so einfach? Wenn es kompliziert wäre, hätte Paulus das dann so geschrieben? Machen wir es uns nicht oft selber schwer? Wir geraten immer wieder dahin zu denken, wir müssten all die schönen Eigenschaften, die Paulus aufzählt, selbst herstellen - durch Erziehung, Gewöhnung und Disziplin. Das ist zwar auch gut und richtig, führt aber allein nicht zum erwünschten Ziel. Nicht unser "alter Mensch" muss umerzogen werden, sondern der "neue Mensch" soll zur Entfaltung kom men. Der "alte Mensch" ist und bleibt unverbesserlich. Er soll aber nicht mehr das Sagen haben. Das Sagen hat jetzt Christus, der durch den Glauben in mir lebt. Der chinesische Christ Watchman Nee schreibt dazu: "Sprich zu Gott: ›Ich kann es nicht schaffen, aber dein Gesetz in mir (Christus in mir) kann und wird es schaffen. Ich setze mein Vertrauen auf dich.‹ . . . Meine Heiligung (dass sich all die guten Eigenschaften in mir zeigen) ist kein Lebenszustand, sondern eine Person (Christus in mir). Das tägliche Leben mit Christus lässt sich in einem Wort zusammenfassen, dem Wort: Anneh men. Alles, was Gott von mir verlangt - Geduld, Sanftmut, Demut, Güte, Heiligkeit und Freude - stellt nicht etwas dar, was ich bin, noch etwas, was ich tue, noch eine Tugend, nach der ich trachte oder die ich zu erreichen versuche. Es ist alles der Christus in mir. In dem allen tritt er zutage." Was haben wir zu tun? " . . . dass der Christus durch den Glauben in unseren Herzen wohne . . . " (Eph. 3, 17). Lassen wir Jesus in uns den Vortritt? (Lies Hebr. 11, 1-11. 17-19. 24-30; 12, 1. 2.)

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    Sonntag, 13. Januar

    Kolosser 3, 12-17

    In diesem Text sind etwa fünfzehn gute Eigenschaften genannt, Verhaltensweisen, die unsere Beziehung zu Gott und unserem Nächsten betreffen. Es geht dabei nicht darum, dass wir geistliches Ansehen gewinnen, sondern um diejenigen, mit denen wir in diesem Leben zusammengestellt sind. Pau lus weiß: das neue Leben in uns versetzt in einen Kampf, der nur natürlich ist, denn unser Wesen neigt dazu, von Gott wegzustreben und unser Ego zu pflegen. "Denn das Fleisch (unser natürliches Leben) begehrt gegen den Geist (das von Gott geschenkte neue Leben) auf, der Geist aber gegen das Fleisch. Diese sind einander entgegengesetzt, damit ihr nicht das tut, was ihr eigentlich wollt (dem Geist Gottes gehorchen)" (Gal. 5, 16. 17). Durch den Geist Gottes lebt Christus in uns, d. h. seine Art zu denken und zu handeln. Doch solange wir in dieser Welt leben, besteht die verhängnisvolle Möglichkeit, wieder in unsere alte und widerspenstige Lebensweise zurückzufallen. An diesem Punkt bewährt sich unser Glaube, unser Vertrauen, das an den Gaben Gottes festhält. Das ist der Kampf, den wir täglich kämpfen müssen; denn der Widersacher Gottes ist nicht untätig. Für diesen Kampf ist entscheidend, dass wir uns nicht mit dem Polieren unseres eigenen geistlichen Ansehens beschäftigen. Die Jesus-Art will so zur Entfaltung kommen, dass unsere Mitmenschen und Mitchristen etwas davon haben. Sie sollen an meinem Leben ablesen können, wie gut Gott ist, wie sehr er uns liebt. Wie gütig, barmherzig und geduldig er mit uns umgeht. Deshalb "ertragt einan der und vergebt euch gegenseitig, wenn einer Klage gegen den andern hat; wie auch der Herr euch vergeben hat, so auch ihr!" (Lies Matth. 6, 14; 18, 21. 22; Eph. 4, 1-6. 32.)

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    Montag, 14. Januar

    Kolosser 3, 14

    Wir sind alle sehr verschieden: der eine tritt langsam und bedächtig auf, der andere ist flink und immer der Erste; der eine ist praktisch veranlagt, dem anderen liegt mehr die Theorie; der eine liebt im Zimmer kühle und frische Luft, der andere liebt die Wärme; der eine ist kritisch und genau, der andere eher großzügig . . . Wenn es nicht das Band der Liebe gäbe, wäre ein Zusam menleben auf Dauer nicht möglich. Die einen würden versuchen, sich selbst durchzusetzen, die anderen zögen es vor, sich zurückzuziehen und zu verbittern. Wir sehen, das "Band der Vollkommenheit" hat eine ganz wichtige Funktion. Axel Kühner erklärt es am Beispiel eines Buches: Vor 25 Jahren bekamen meine Frau und ich zur Trauung eine Bibel geschenkt. Sie umfasste 2500 Seiten. Keine Seite ist das Ganze, aber jede Seite ist für das Ganze wichtig. 25 Jahre lang haben wir jeden Tag in der Bibel gelesen und geblättert, gearbeitet und gesucht. Dass alle 2500 Seiten heute noch vorhanden und unbeschädigt sind, liegt am sorgsamen Einband, der all die vielen sehr dünnen Seiten schützt und zusammenhält. Auch die einzelnen Christen sind wie die Seiten eines Buches. Keiner ist das Ganze. Alle werden durch den Einband zusammengehalten. Loseblattsammlungen haben kei nen Bestand. Die Seiten sind verschieden bedruckt, ergänzen aber einander und bilden das Ganze. Manche Bibeln bzw. deren Seiten haben einen Goldschnitt. Bei einer einzelnen Seite ist dieser kaum zu sehen. Wenn die Seiten aber alle zusammenliegen, verbreitet er einen schönen Glanz. Allein wirken wir blass und winzig. Zusammen haben wir eine starke Ausstrahlungskraft, wenn wir so eingebunden sind in das Band der Vollkommenheit, das "Liebe" heißt. (Vgl. Apg. 2, 42. 46. 47; 4, 3235; Eph. 4, 15. 16.)

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    Dienstag, 15. Januar

    Kolosser 3, 17-25

    "Und alles, was ihr tut, im Wort oder im Werk, alles tut im Namen des Herrn Jesus, und sagt Gott, dem Vater, Dank durch ihn." - Das äußere Leben ist ein ungekünstelter Ausdruck des inneren Lebens, das wir mit Christus führen. Wenn wir sagen: Jesus Christus lebt in mir, gibt uns diese Aussage doch keinesfalls Anlass, mit einem vermeintlichen "Heiligenschein" aufzutreten. Gerade in den kleinen und oft verborgenen Dingen des Alltags soll sich bewähren, was wir glauben, sei es in der Familie, in der Schule, im Beruf oder im Ruhestand. Paulus nimmt jetzt die "Hausgenossen" in den Blick und wird sehr konkret. Er spricht die Frauen und die Männer an, die Kinder und die Väter, die Diener und ihre Herren. Das biblische Bild von Ehe, Familie und KinderErziehung wird heute vielfach als rückständig und überholt angesehen. Haben wir wirklich verstanden, was Paulus dazu schreibt? - "Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter . . . " Was heißt hier "unterordnen"? Geht es nicht eher um Selbstbestimmung und Emanzipation? Sind wir im Allgemeinen überhaupt noch bereit, uns unterzuordnen - das Kind unter die Eltern, der Schüler unter den Lehrer, der Arbeitnehmer unter den Arbeitgeber, der Bürger unter die Gesetzgebung des Staates? Was ist unter "Unterordnung" überhaupt zu verstehen? Viele denken bei Nennung dieses Wortes sofort an Druck und Zwang, und leider gibt es auf allen Ebenen persönlicher Beziehungen zu viele Beispiele, die vom Missbrauch der Unterordnung Zeugnis geben. Wir wollen uns bei diesem Thema auf die von Paulus angesprochenen menschlichen Beziehungen beschränken. Zuerst nennt er die verheiratete Frau, die sich ihrem Ehemann unterordnen soll, "wie es sich im Herrn ziemt". (Vgl. Eph. 5, 21; Hebr. 13, 17; 1.Petr. 2, 13. 14; 5, 5; Luk. 22, 42; 2.Kor. 12, 7-9.)

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    Mittwoch, 16. Januar

    Kolosser 3, 18. 19

    Nach dem Sündenfall sagte Gott zu Eva: " . . . er aber (der Mann) wird über dich herrschen" (1. Mose 3, 16b). Hier handelt es sich nicht um ein Gebot, sondern um ein prophetisches Wort. Die Menschheitsgeschichte zeigt die Wahrheit dieser Prophezeiung. Männer beherrschten ihre Frauen und betrachteten sie als ihr Eigentum. Andererseits versuchten auch Frauen, ihren Mann zu beherrschen, wie etwa die grausame Königin Isebel. (Vgl. 1. Kön. 16, 30. 31; 18, 13; 21, 1-16; Offb. 2, 20. 21.) Nach biblischer SchöpfungsOrdnung ist die Frau dem Mann als Hilfe gegeben, als Unterstützung, als Gegenüber, das ihm entspricht (1. Mose 2, 18). Die Frau ist nicht Mann. Der Mann ist nicht Frau. Sie unterscheiden sich nicht nur körperlich voneinander, sondern auch in ihrer Art zu denken, zu fühlen und zu handeln. Daraus ergeben sich unterschiedliche Schwerpunkte im Blick auf die Arbeit und Rollenverteilung. Die Stärke des Mannes besteht darin, Frau und Kinder zu ernähren, sie zu schützen und geistliche Verantwortung zu über nehmen. Die Stärke der Frau liegt in der Unterstützung und Stärkung ihres Mannes bei seinen weltlichen und geistlichen Aufgaben. Sie wird besondere Sorgfalt auf die evangeliumsgemäße Erziehung ihrer Kinder aufwenden und für eine gute Atmosphäre zu Hause sorgen. Das heute weitgehend verächtlich gebrauchte "Kinder, Küche, Kirche" muss erst einmal die ausgesprochen positive Rolle der Frau in Sprüche 31, 1031 zur Kenntnis nehmen! Mann und Frau sind schöpfungsgemäß einander zur Ergänzung gegeben. Im Miteinander liegt die Stärke gemeinsamen Handelns. Der Mann ist also weder Pascha noch "Kind", das zu erziehen wäre, die Frau weder Chefin noch ein dummes "Heimchen". Gegenseitige Hochachtung und innige Liebe sollen die Ehe prägen. Wertschätzung und Liebe gelten aber nicht nur in der Ehe. Die Jesus-Liebe ist allen seinen Nachfolgern anbefohlen: Johannes 13, 34; 1.Petrus 1, 22; 1.Johannes 4, 7; 5, 1.

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    Donnerstag, 17. Januar

    Kolosser 3, 18-21

    Unterordnung meint zunächst die auf geschenkter Liebe beruhende gehorsame Anerkennung einer Autorität. Dabei werden also nicht einfach Befehle erteilt, dem blinder Gehorsam zu folgen hätte. Damit würden Unstimmigkeiten, Machtkämpfe und Streitereien entfacht werden. Haben wir so Jesus Christus kennengelernt? Entspricht dies seiner Liebe? Gewiss nicht. Jesus gemäß wäre eine gegenseitige, in den Mantel der Demut eingehüllte Unterordnung: Der Mann dem Herrn, die Frau dem Mann. "Ordnet euch einander unter in der Furcht Christi" (Eph. 5, 21). Darum schreibt der Apostel: Die Unterordnung der Frau geschehe "wie sich's gebührt in dem Herrn". Wieder werden wir auf die Geisteshaltung des Herrn Jesus Christus hingewiesen: Er ist aufgrund der zwischen Vater und Sohn waltenden Liebe den Weg des Gehorsams und der Unterordnung gegangen, ohne dabei seine Einzigartigkeit aufzugeben. "Deshalb müssen wir auch für uns diesen Weg nicht als entwürdigend empfinden" (W. de Boor). Jesus kannte in seinem Leben nur eins: den Willen Gottes zu erfüllen. (Vgl. Joh. 4, 34; 5, 19. 30; 6, 38; Matth. 26, 39. 42; Hebr. 5, 79; Ps. 40, 9.) Die Unterordnung der Frau hat noch einen weiteren Aspekt. "Unterordnen heißt ganz wörtlich ›unter einen Schutzschirm treten‹. Damit ist auch klar, dass es gewiss nicht um eine Abwertung der Frau geht: Sie wird eingeladen, sich dem Mann anzuvertrauen" (H. Krimmer). - Was ist nun mit den Männern? "Ihr Männer, liebt eure Frauen, und seid nicht bitter gegen sie!" "Dem Mann wird also nicht gesagt: Ordne dich über! Nimm dein Vorrecht wahr", sondern liebt sie (W. de Boor). Es ist hier von der AgapeLiebe Gottes die Rede, die sich gibt und nichts für sich selbst sucht. Jesus hat uns so geliebt und uns damit vor dem ewigen Tod gerettet (Joh. 3, 16).

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    Freitag, 18. Januar

    Kolosser 3, 19-21; Epheser 5, 25-29

    "Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch der Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat." Die Agape-Liebe "meint die aus Gott stammende klare, gebende Liebe, die das natürliche Liebhaben nicht ausschließt, aber doch in sich selbst etwas völlig anderes ist" (W. de Boor). Es findet sich hier also nicht das geringste Anzeichen einer Berechtigung, im Bewusstsein der eigenen "Vormachtstellung", herrschsüchtig und mitunter gewalttätig aufzutreten. "Erbittert eure Frauen nicht", mahnt Paulus. Wie viele Ehemänner haben nie Zeit für die Familie, kritisieren und nörgeln, zeigen es sehr deutlich, wenn sie unzufrieden sind, entschuldigen sich nicht, wenn sie einen Fehler begangen haben, sind geizig mit dem Haushaltsgeld und überlassen die Erziehung der Kinder nur ihrer Frau und gehen selber ihre eigenen Wege. Wie können Eheleute sich das gemeinsame Leben schöner machen? "Damit es in einer Ehe zu einem harmonischen Ineinander des Lebens und der Aufträge von Mann und Frau kommen kann, braucht es das gemeinsame Hören auf Jesus, d. h. das gemeinsame Bibellesen und Beten. Zumindest einmal sollten Mann und Frau am Tag die Bibel lesen und zumindest zweimal zusammen beten" (A. Mauerhofer). Manche Ehepaare haben sich das schon oftmals vorgenommen und ließen sich dann von den Turbulenzen des Alltags überrollen. Das ist nicht verwunderlich. Denn der Widersacher Gottes und der Menschen hat großes Interesse daran, die Familie als Keimzelle der Gesellschaft von Gott und seinem guten Wort zu entfremden, dass keine Zeit mehr zum Nachdenken und zur Pflege der Gemeinschaft bleibt. Wollen wir das widerspruchslos so hinnehmen und den Dingen ihren verhängnisvollen Lauf lassen? (Lies Jak. 4, 7. 8a; 1. Petr. 5, 6-8; 2. Kor. 2, 11; Eph. 4, 27; 6, 10-13.)

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    Samstag, 19. Januar

    Kolosser 3, 20. 21

    "Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern in allem; hört auf sie in jeder Hinsicht." Wieder packt der Apostel Paulus ein "heißes Eisen" an. Es ist offenbar gar nicht selbstverständlich, dass Kinder auf ihre Eltern hören, sonst hätte Paulus getrost auf diese Mahnung verzichten können. Gehorsam will gelernt sein. Nicht einmal Jesus hat sich dem entzogen (Luk. 2, 51; Hebr. 5, 8. 9; Matth. 15, 4). Biblisch gemeinter Gehorsam der Kinder soll den Gehorsam der Eltern Gott gegenüber zum Vorbild haben. Vater und Mutter haben eine von Gott verliehene Autorität und Verantwortung, ihre Töchter und Söhne in der Ehrfurcht vor Gott zu erziehen (5. Mose 6, 19). Es ist weder einfach zu erziehen noch Gehorsam zu lernen. Zur Kinder-Erziehung gehören Ermutigung, Lob, Einfühlungsvermögen, Korrektur, das Ziehen von Grenzen und vereinbarte Konsequenzen bei Überschreitung der Grenzen. Ohne Wachstumsschmerzen auf Seiten der Eltern und der Kinder wird Erziehung wohl kaum gelingen. Dabei haben auch Eltern darauf zu achten, Vergebung und Versöhnung zu leben. Hier liegt ein starker Schutz vor Erbitterung, Mutlosigkeit und Angstzuständen im Herzen des Kindes. Das glaubwürdig gelebte Vorbild wird die Kinder stärken, sich dem Vater im Himmel anzuvertrauen und dem Alter entsprechende Verantwortung für andere und für Aufgaben zu übernehmen. Wie viel Weisheit gehört zum Erziehungsauftrag von Vater und Mutter! Diese Weisheit fällt nicht vom Himmel, sie muss vom Herrn erbeten werden. (Vgl. Jak. 1, 5; Spr. 2, 6; Dan. 2, 20-23.) Hier wird noch einmal sehr deutlich, dass Ehepaare miteinander im Gespräch bleiben und gemeinsam Rat und Hilfe vom Herrn erbitten müssen. Darüber hinaus brauchen wir alle viel Liebe, Geduld und Weisheit im Umgang mit Menschen, besonders mit unseren GlaubensGeschwistern. "Die Liebe unseres Herrn lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht an" (1. Kor. 13, 5b; wir lesen 1. Kor. 13, 48; Röm. 15, 2; 1. Kor. 10, 24; Gal. 6, 2; Phil. 2, 4).

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    Sonntag, 20. Januar

    Kolosser 3, 21

    "Ihr Väter, reizt (ärgert, verwirrt) eure Kinder nicht, damit sie nicht mutlos werden." Manche mögen zu den "mutlosen Kindern" gehören. Sie denken an eine überstrenge Erziehung zurück. Sie wurden ständig überfordert mit Zielvorstellungen, die die Eltern für sie hatten und auch durchsetzen wollten. Sie wurden missbraucht, gefügig gemacht, geprügelt. Oder die Eltern nahmen sich keine Zeit für sie, überließen die Kinder sich selbst oder verwöhnten sie, um ihre Ruhe zu haben. Möglicherweise nannten sie sich Christen, aber von der Liebe und Güte des Herrn wurde kaum etwas sichtbar. So entließen sie die Kinder in die Entmutigung. - Wie stark können Wunden aus der Kindheit aufbrechen und in Angst und Trübsinn treiben! Doch Jesus kann Wunden heilen. Er selber war zutiefst verachtet und furchtbar verwundet. Darum kann niemand verwundete Herzen so sehr verstehen und helfen wie Jesus: "Wunden müssen Wunden heilen, Heilsöl weiß er auszuteilen" (Ph. F. Hiller). Dazu gehört auch, dass Wunden gereinigt werden - vom Schmuddel der Rache, des Selbstmitleides, der Bitterkeit und Unversöhnlichkeit. Jesus hilft den Seinen, sich mit ihrer Biografie zu versöhnen, den Menschen, die so hart verletzten, zu vergeben. Und wenn wir es (noch) nicht können? Dann dürfen wir beten: "Herr, mach mich bereit, vergeben zu wollen und schenk mir dazu die Kraft." - Das gilt sicher nicht nur für Verletzungen der Kindheit, sondern für alle schwierigen und belastenden Beziehungen. Erinnern wir uns an Josef. Welch großes Unrecht hatten ihm seine Brüder angetan! Aber er überwand die unzähligen Gemeinheiten in seinem Herzen und wuchs an den Widerständen und Widerwärtigkeiten. Er wurde ein geistlich reifer Mann. (Dazu 1.Mose 49, 22-24; 5.Mose 33, 13-17.) So konnte Josef bezeugen: "Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen" (1. Mose 50, 20; vgl. 3. Mose 19, 18; Ps. 37, 5-8).

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    Montag, 21. Januar

    Kolosser 3, 22 - 4, 1; Epheser 6, 5-7

    Gott sei Dank wurde die Sklaverei offiziell längst abgeschafft. Aber aufgehört hat sie in Wirklichkeit nie. Menschen können in Situationen gelangen, die mit dem Zustand der Versklavung zu vergleichen sind. Das Oben und das Unten gibt es nach wie vor. Die Herren heißen Chef oder Chefin, die Sklaven heißen Arbeitnehmer oder Arbeitnehmerin. Und wie viele Spannungen liegen gerade in diesen Verhältnissen von oben und unten: Zwischen Staat und Staatsbürger, zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, zwischen Vorgesetztem und Untergebenem, zwischen Lehrer und Schüler und auch zwischen Mann und Frau in der Ehe, zwischen Eltern und Kindern. Aber die Abhängigkeiten, in die wir geraten können, und die Ungerechtigkeiten, die wir erleben können, beziehen sich nicht nur auf die, die das Sagen haben. Wir kommen auch auf der normalen zwischenmensch lichen Ebene schnell in sklavische Abhängigkeiten hinein. Bei Kollegen oder Mitarbeitern, bei Verwandten und Bekannten, und sogar bei Brüdern und Schwestern in der Gemeinde. (Vgl. 1. Kor. 1, 10; 12, 25; Gal. 5, 26.) Wie soll ein JesusNachfolger mit sklavenhaften Abhängigkeiten, mit den Konflikten von "oben und unten", umgehen? Der seelsorgerliche Rat des Apostels Paulus setzt nicht beim Menschen, sondern bei Christus an. In drei Versen wird viermal der Herr ins Zentrum gerückt (Kol. 3, 22-24). Du gehörst zuerst dem Herrn Jesus Christus. Niemand ist größer und wichtiger als dieser einzigartige Herr. Wer vor iHm steht und seine Arbeit vor iHm verrichtet, braucht vor Menschen weder zu buckeln noch gegen sie aufzubegehren. (Siehe Spr. 29, 25; Jes. 51, 1216; Röm. 12, 1721.) Jeder soll seine Arbeit im Aufschauen zu Christus ausüben, nicht mit der Absicht, sein eigenes Ansehen bei den anderen aufzupolieren. "Denn rede ich jetzt Menschen zuliebe oder Gott? Oder suche ich Menschen zu gefallen? Wenn ich noch Menschen gefiele, so wäre ich Christi Knecht nicht" (Gal. 1, 10).

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    Dienstag, 22. Januar

    Kolosser 3, 24 - 4, 1; Epheser 6, 9

    Das Aufsehen zu Jesus, besonders in den schwierigen Verhältnissen des irdischen Lebens, hilft dem Unterdrückten, durch den Horizont der Zeit in die Ewigkeit zu schauen. Der Herr selber wird einmal alles ins rechte Licht rücken und für seine Getreuen ein herrliches Erbe bereithalten. Haben wir den Wert dieses Erbes schon schätzen gelernt? Er ist unermesslich. Allerdings sehen wir unser Erbe noch nicht. Das ist manchem ein Problem. Wir können aber immer wieder in der Bibel nachlesen, dass es dieses Erbe wirklich gibt (Eph. 1, 13. 14; 1. Petr. 1, 3. 4). Ist der Arbeitsplatz jeden Tag eine Feuerprobe, sind die Nadelstiche der Kollegen kaum noch auszuhalten, steht die Kündigung ins Haus - das alles und noch Schlimmeres kann uns von der Liebe unseres Herrn nicht trennen (Röm. 8, 3539). Paulus fasst neben den "Sklaven" auch deren "Herren" ins Auge. Ihr Los ist nicht leichter. Denn sie tragen eine hohe Verantwortung, Gerechtigkeit wal ten zu lassen, das Wohl der Untergebenen im Auge zu haben und weise Entscheidungen zu treffen. Wie oft müssen die Verantwortungsträger lieblose Kritik und dummes Gerede aushalten und dürfen dabei ihr Herz für den Einzelnen nicht verschließen. Welch eine Entlastung, dass sie um den wissen, der aller Herren Herr ist. Die Ehrfurcht vor diesem Herrn schenkt Besonnenheit, Festigkeit und Güte. "Du sollst nicht mit Gewalt über ihn (den Sklaven) herrschen und sollst dich fürchten vor deinem Gott" (3. Mose 25, 43). Der Ehrfürchtige wird niemals den Eindruck vermitteln: Ich bin oben, ihr seid unten. Er wird sich am Maßstab des Herrn aller Herren orientieren lernen: "Der Größte unter euch sei wie der Jüngste und der Führende wie der Dienende." (Lies Mark. 10, 43; Luk. 22, 24-26; 1.Petr. 5, 2-8.) Jesus Christus - ein Meister iM helfen

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    Mittwoch, 23. Januar

    Jesaja 63, 1; Psalm 55, 23

    "Auch die Helfer sind hilflos", so hieß es in den Nachrichten nach einem furchtbaren Erdbeben. Viele Helfer waren angereist, um die große Not zu lindern, aber die Situation war so schrecklich, zumal der Winter eingebro chen war, dass selbst geübte Helfer nichts ausrichten konnten. "Hilflose Helfer" - welch eine Enttäuschung! Die Notleidenden brauchten die Hilfe so dringend. Auch Christen sind tief betroffen und sprachlos angesichts grenzenlosen Elends. Bei allem praktischen Einsatz rund um die Uhr, bei finanziellen Zuwendungen können Christen außerdem die Hände falten und sich an den einen Helfer wenden, der niemals ratlos oder hilflos ist: Jesus Christus. Das Wort Gottes nennt ihn einen Meister im Helfen. - Wenn wir das Leben mit seinen Höhen und Tiefen anschauen, wissen wir, dass wir einen Helfer brauchen, der über allem steht und der allen Nöten gewachsen ist. Sein Eingreifen ist oft anders als gedacht und dennoch meisterhaft, fehlerlos, vollkommen. (Lies Ps. 91, 1416; 50, 15; Jes. 41, 10. 13. 14.) Das Wort Gottes spricht klar und deutlich von der Hilfsbedürftigkeit des Menschen und Gottes Meisterschaft im Helfen. Zwei Gesichtspunkte wollen wir bedenken. 1. Der Helfer für die größte Not Es gibt unendlich viel Not in der Welt. Doch welche Not ist die allergrößte? Dafür setzte Jesus den Maßstab, als er einem Gelähmten zuerst die Sünden vergab und ihn danach heilte (Matth. 9, 2. 6). Petrus hatte im Fischerboot ein Wunder erlebt. Auf Anweisung von Jesus fuhren die Fischer zur Unzeit auf den See hinaus, warfen ihre Netze aus, die übervoll wurden, dass sie zerrissen. "Als aber Petrus das sah, fiel er vor Jesus nieder und sprach: Herr, gehe von mir hinaus, denn ich bin ein sündiger Mensch." (Lies Luk. 5, 111.) Staunendes Erschrecken überwältigte Petrus, denn er erkannte den Abstand zwischen sich, dem Sünder, und dem heiligen, sündlosen Gott. (Lies Jes. 57, 15.)

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    Donnerstag, 24. Januar

    1.Mose 3, 1-15

    "Herr, gehe von mir weg, denn ich bin ein sündiger Mensch." Kennen wir solches Erschrecken? "Von einem heiligen Schrecken ist Simon erfüllt, als ihm in der Tat des Herrn . . . Gott sehr nahe kommt in einem Ereignis, das so greifbar ist. In solchen Augenblicken schwindet alles Äußerliche, alles Förmliche, das tiefste Empfinden des Herzens bricht durch und, was da immer im Verborgenen war, kommt ans Licht: ›Ich bin ein sündiger Mensch‹" (F. Rienecker). David sprach in seinem Bußgebet aus: "Ich bin in Sünden geboren!" Es sind ja nicht einzelne Worte oder Taten, die verkehrt sind, sondern unser ganzes Wesen ist von der Sünde durchzogen. Der Zöllner im Tempel wusste, dass er ein Sünder war, er kannte sein Herz besser als der Pharisäer das Seine. Darum rief er aus: "Herr, sei mir Sünder gnädig" (Ps. 51, 7; Luk. 18, 13; lies Röm. 3, 22b. 23; 1. Mose 6, 5). Das ist die größte Not des Menschen, dass er ein Sünder ist. Nicht alle Menschen erkennen das und viele, die es wissen, wollen ihr Leben nicht ändern. Wir können wohl kaum Gottes großen Schmerz ermessen, als sich seine ersten geliebten Menschen, Adam und Eva, gegen das Wort Gottes entschieden. Als Sünder mussten sie die unmittelbare Nähe Gottes verlassen. Sünde trennt, sie bildet die Scheidewand zwischen Gott und Menschen. Der Garten Eden ist seitdem für Menschen verschlossen. (Lies 1. Mose 3, 2024.) Können wir die Schuld auf Adam und Eva als die Alleinschuldigen schieben? Nein, denn wir sind wie Adam und Eva. Der einzige sündlose Mensch nach ihnen ist der Sohn Gottes. Deshalb dürfen wir bitten: "Gott, sei mir Sünder gnädig!" Diese Bitte bleibt nicht ohne Antwort, denn Gott hat die Begnadigung für Sünder ermöglicht. (Lies 2. Kor. 5, 19; Joh. 3, 16; Röm. 8, 32.)

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    Freitag, 25. Januar

    Lukas 19, 10; 1.Petrus 2, 24

    Jeder Mensch ist von Hause aus ein zum ewigen Tod verurteilter Sünder. Aber es gibt auch begnadigte Sünder. Zu denen dürfen wir gehören, wenn wir uns als Sünder erkennen und dem Wort der Bibel glauben. Es lädt uns ein, mit der Sündennot zu Jesus zu kommen. Denn Jesus sagt: "Ich bin gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist." Es gibt nur zweierlei Menschen: Solche, die Sünder sind und noch nicht erkannt haben, dass sie Jesus Christus brauchen und solche, die als Sünder zu diesem Herrn gekommen sind. Diesen Weg bahnte Gott aus Liebe zu uns. Die Trennung von den geliebten, aber schuldig gewordenen Menschen sollte nicht endgültig werden. Gott wollte die Gemeinschaft mit ihnen. Darum sandte er schließlich seinen Sohn in die Welt, und darum konnten die Hirten auf dem Feld bei Bethlehem diese frohe Botschaft hören und dann weitersagen: "Euch ist heute der Heiland geboren." (Lies Luk. 2, 8-14.) Jesus Christus ist der Einzige, der den Sündenschaden der Menschen heilen kann. Kann das Wort des Paulus auch unser persönliches Bekenntnis sein: "Das ist gewisslich wahr und ein Wort, des Glaubens wert, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, die Sünder selig zu machen, unter welchen ich der erste bin" (1. Tim. 1, 15)? Denn "er trug unsere Krankheit (unseren Sündenschaden) und lud auf sich unsere Schmerzen . . . Er ist um unserer Missetat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen, die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt" (Jes. 53, 5). Jesus Christus ist der Helfer für die größte Not der Menschen. Wer diese Hilfe für sich persönlich annimmt, bei dem wird die Sündenschuld ausgelöscht. Er erfährt Vergebung und bekommt das ewige Leben.

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    Samstag, 26. Januar

    Psalm 3, 8. 9; 50, 15 2.

    Ein Helfer für alle Nöte Außer der Sündennot gibt es viele andere Nöte, die uns zu schaffen machen. Man möchte sie am liebsten schnell loswerden. Wer krank ist, möchte die Krankheitsnot überwinden. Wer einsam ist, sehnt sich aus dem Alleinsein heraus. Wer unter der Arbeitslosigkeit leidet, sehnt sich nach einer Arbeitsstelle. Wer Probleme im Miteinander erlebt, wünscht sich eine gute Lösung. Wir wollen festhalten: "Unser Herr ist ein Meister im Helfen!" Das bedeutet aber nicht, dass er uns aus allen Nöten befreit. Wie er zum Helfer für alle Nöte werden kann, soll in drei Schritten entfaltet werden. a) Er kann aus der Not helfen. Dafür gibt es im Wort Gottes viele Belege. Wir schauen auf den Bericht von der Heilung des Bartimäus. (Lies Mark. 10, 46-52.) Die Not des Bartimäus war seine Blindheit. Blinde und Bettler gehörten damals zu den Ärmsten der Armen. Als Jesus nach Jericho kam, ließ Bartimäus einen unüberhörbaren Notschrei los. Sein Hilferuf war nicht nur mutig, sondern auch eine Proklamation: Jesus ist der von Gott gesandte Messias. Damit bezeugte Bartimäus: Ich weiß, wer du bist, ich weiß, was du kannst, und ich weiß, was ich brauche. Jesus rief den Blinden zu sich und heilte ihn. Und Bartimäus folgte Jesus nach. Wissen wir, wer Jesus ist? Dann sollten wir ebenso zu ihm rufen und ihn um sein Erbarmen anflehen. Denn im Wort Gottes heißt es auch für uns: "Der Herr ist unser Richter, der Herr ist unser Meister, der Herr ist unser König; der hilft uns" (Jes. 33, 22; lies Ps. 23, 1-4; 27, 1-4). Nehmen wir Gott beim Wort!

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    Sonntag, 27. Januar

    Hiob 42, 2

    Jesus will in jeder Not unser Zufluchtsort sein. Wenn wir Jesus kennen, wissen wir auch, was er kann. Nach bitterem Erleben konnte Hiob sagen: "Ich erkenne, dass du alles vermagst und nichts, was du dir vorgenommen hast, ist dir zu schwer." (Lies Mark. 10, 27; Luk. 1, 37; Matth. 19, 26.) Haben wir nicht schon oft erlebt, dass der Herr eine Not wegnahm, wenn wir sie ihm brachten? Hat er nicht immer wieder geheilt, entlastet, befreit? Hat er sich nicht als meisterhafter Helfer erwiesen? Karl Studd, ein Bote Gottes in China und Afrika, schrieb in seinen Lebens aufzeichnungen: "Meine Familie wusste nicht mehr von uns, als dass wir im Herzen Chinas lebten. Eines Tages waren unsere letzten Mittel aufgebraucht und soweit wir sehen konnten, hatten wir keinerlei Aussicht auf irgendwel che menschliche Unterstützung. Wenn die nächste Post uns keine Hilfe brachte, starrte uns der Hungertod an. Wir beschlossen, einen Gebetsabend zu halten. Wir sagten Gott alles. Der Postbote kam am anderen Tag zur gewohnten Zeit. Wir überflogen die Briefe, da war nichts. Ich ging noch einmal zum Postsack, fasste ihn an den Enden und schüttelte ihn aus. Da kam noch ein Brief zum Vorschein mit einer uns unbekannten Handschrift. Der Inhalt des Briefes war: ›Aus irgendeinem Grund habe ich von Gott den Befehl erhalten, Ihnen einen Scheck über hundert Pfund zu schicken. Gott hat mich in dieser Nacht nicht schlafen lassen. Warum er mir befiehlt, Ihnen diese Summe zu schicken, weiß ich nicht. Hier ist das Geld.‹ So kann der Herr aus mancher Notsituation befreien. Er ist ein Helfer aus der Not." (Lies Ps. 34, 7; 86, 7; 107, 6; Jes. 65, 24; Mark. 1, 29-31; Matth. 8, 23-27.)

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    Montag, 28. Januar

    Psalm 119, 50; 138, 7

    Wie kein anderer kann Jesus meisterhaft eine Not beenden. Aber er tut es nicht immer: b) Er kann in der Not helfen. Selbst wenn Jesus das, was uns Not bereitet, bestehen lässt, entfernt er sich nicht von uns. Wir hätten es am liebsten, dass er wie bei Bartimäus eingreift und völlige Hilfe schafft. Aber sein Tun wird nicht von der Not bestimmt, sondern vom Willen Gottes. Deshalb gilt es, auf sein Wort auch in der Not zu hören: "Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein! Wenn du durch Wasser gehst, so will ich bei dir sein, dass dich die Ströme nicht ersäufen sollen; und wenn du ins Feuer gehst, sollst du nicht brennen und die Flamme soll dich nicht versengen, denn ich bin der Herr dein Gott, der Heilige Israels, dein Heiland" (Jes. 43, 1. 2). Sind wir schon durch Wasser oder Feuer gegangen? Gott mutet es uns zu, Schlimmes und sehr Schmerzliches zu erleben. Aber wir wollen sein Versprechen festhalten, dass wir nicht allein sind. Er bewahrt uns im "Wasser" und im "Feuer", dass wir nicht untergehen. Wasser und Feuer sind Bilder, die von Situationen sprechen, die uns Angst machen. Es mögen ungelöste Probleme, Krankheitszeiten, Anfechtungen und Prüfungen jeder Art sein. Können wir uns dann zum Vertrauen aufschwingen, dass der Meister bei seinen Leuten in der Not ist und ihnen Kraft gibt, mit der Not zu leben? Gibt es eine Antwort auf das Warum? Die kann nur persönlich aus fallen: J. F. Räder beantwortet sie so: "Größer als der Helfer ist die Not ja nicht!" Gottes Größe lässt sich in großen Schwierigkeiten erfahren. (Lies Ps. 68, 20; 37, 5; Apg. 27, 9-26; 28, 1.)

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    Dienstag, 29. Januar

    Daniel 3, 10-22; Hebräer 11, 34

    Was die drei Männer im Feuerofen erlebten, erscheint uns als ein einmaliges Wunder Gottes in der Not. Doch zu allen Zeiten erfahren Menschen, die dem Herrn vertrauen, Anfeindungen und Bewahrung. Die drei Freunde Daniels wurden um ihres Glaubens willen in den glühend heißen Ofen geworfen. Hätte ihnen Gott, dem sie vertrauten und gehorchten, nicht den Feuerofen auf wunderbare Weise ersparen können? Das wäre dem Herrn ein Kleines gewesen, aber er tat es nicht. Gott setzte ein ganz anderes Zeichen: Er offenbarte seine Macht und Herrlichkeit in der Not. Die drei Freunde lernten ihren Gott auf eine Weise kennen, wie sie ihn außerhalb des Ofens nie erlebt hätten. Gott wird nicht zum Eingreifen beschworen. Die Freunde ehrten Gott durch Vertrauen, wussten sie doch, dass selbst die schreckliche Feuersglut sie nicht aus der Hand ihres Herrn reißen konnte. Sie überließen es iHm, dem sie vollkommen vertrauten, souverän zu handeln. Gott offenbarte seine Herrlichkeit aber auch öffentlich vor den Macht habern in Babel und allen Völkern: Wir lesen noch Daniel 3, 23-30. Nebukadnezar, der mächtigste Mann im Staat, bekannte: "Denn es gibt keinen anderen Gott, der so erretten kann." Wir wissen's oft nicht, wie unser Herr seine Herrlichkeit vor den Augen "der Welt" offenbart. Auch wenn wir's nicht erkennen, dürfen wir wissen, dass seine Wege und sein Handeln völlig fehlerfrei sind. Er ist ein Meister, der gewiss hilft, selbst dann, wenn er die Schwierigkeiten nicht wegnimmt. Ist uns die Ehre unseres Herrn so wichtig, dass er auch aus unserer Not einen Beweis seiner Größe und Allmacht machen darf? Sein Handeln wird immer fehlerlos sein. Er ist ein Meister im Helfen.

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    Mittwoch, 30. Januar

    Jesaja 54, 10; Jeremia 29, 11

    Unser Herr hilft manchmal aus der Not. Oft offenbart er seine Hilfe und Herrlichkeit in der Not. Es gibt aber noch einen dritten Aspekt, den wir beachten sollten: c) Gott will in der Not und durch die Not einen Segen für uns schaffen. Wenn Gott eine Not bestehen lässt, will er dadurch segnen. "Ich will mich nicht wundreiben an meiner schweren Krankheit, sondern Gott soll mich dadurch blankreiben - aus der Not einen Segen für mich machen", sagte eine Frau, die viel zu leiden hatte. Dazu passt die Strophe eines Liedes, die in unserem Mutterhaus entstand: "Große, schwere Lasten drücken Herz und Sinn, doch du formst daraus mir kostbaren Gewinn." Das geschieht aber nicht automatisch. Der Herr Jesus Christus will uns helfen, Leiden und Nöte anzunehmen. Wir dürfen uns in ihm bergen, der in seinen schwersten Stunden sagte: "Vater, nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe." In einer Bibelwoche benutzte der Pastor einen Tageslichtschreiber. Es waren nur schwarze Punkte, die er da und dort auf die Folie zeichnete und die nun vergrößert an der Wand erschienen. Was sollte dieser scheinbare Unsinn? Dann zog er einige Striche und Linien, schließlich einen Schlüssel an den Anfang der Linien. Nun war zu erkennen, dass die schwarzen Punkte Noten darstellten. Sie ergaben die Melodie: "Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren!" In unserem Leben befinden sich auch viele schwarze Punkte und Flecken, die wir nicht verstehen. Wir wissen nicht, weshalb sie da sind und warum Gott sie zugelassen hat. Wenn wir aber unserem Herrn erlauben, die dunklen Punkte richtig anzuordnen und die Linien zu ziehen, die er will, dann macht er aus den schwarzen Punkten unseres Lebens eine wunderbare Melodie, uns zur Freude und ihm zur Ehre. (Lies 1.Mose 50,20; Ps. 46, 24. 68; Jes. 38, 17; 55, 8. 9; Röm. 8, 28. 29.) herr, wo du wohnst, will auCh iCh sein - psalM 61

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    Donnerstag, 31. Januar

    Psalm 61, 1-9

    David befand sich in einer äußerst bedrängten Situation. Man hat vielfach angenommen, dass dieser Psalm entstanden sei, als David in der felsigen Wildnis wieder einmal knapp seinen Verfolgern entkommen war, aber historische Anhaltspunkte gibt es nicht. - Mit einem lauten Aufschrei wendet David sich an Gott: "Höre, Gott, meinen Hilfeschrei, und achte auf mein Gebet!" Er fleht zu Gott, ihm ein offenes Ohr zu leihen. Vor ihm möchte er alles Belastende ausbreiten. Er weiß, bei Gott kommt mein Rufen an, dort bin ich an der richtigen Adresse. Bei Gott darf ich die Alarmglocke läuten, er hört meinen Aufschrei, meinen Hilferuf. Der Herr trägt Sorge für mich. Viele Menschen der Bibel haben es genauso wie David gemacht. Als das Volk Israel in großer Bedrängnis in Ägypten war, "kam ihr Schreien über ihre Knechtschaft zu Gott". Gefangen, geknechtet, versklavt - der Herr reagierte auf diesen Aufschrei mit seiner Zuwendung: "Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen und ihr Geschrei über ihre Bedränger gehört; ich habe ihre Leiden erkannt. Und ich bin herniedergefahren, dass ich sie errette aus der Ägypter Hand und sie herausführe in ein gutes und weites Land" (2.Mose 2, 23; 3, 7. 8; lies 2.Mose 14, 5-14. 21. 22). Gott schaut nicht tatenlos zu, wenn die Seinen in Not sind. Er greift oft auf recht über raschende Weise ein. Das lesen wir zum Beispiel auch vom Stamm Juda, als er ins Kreuzfeuer feindlicher Angriffe geriet. "Sie wurden von vorn und von hinten angegriffen. Da schrien sie zum Herrn. Und als sie schrien, schlug Gott Jerobeam und ganz Israel vor Abija und Juda" (2. Chron. 13, 14. 15). Was auch immer uns bedrängt, einengt und gefangen nimmt, wir dürfen damit zu Jesus kommen und ihn bitten: Herr, führe mich heraus!

    zur Verfügung gestellt von: bibel.com der Homepage von Christen für Christen.

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