Für den Terminkalender: Am 6. Januar 2007 ist das JAHRESTREFFEN der Aidlinger Schwestern in Stuttgart, in der Liederhalle im Beethovensaal

Konferenzthema: GLAUBEN WAGEN

9. 30 Uhr Mit Gott im Gebet rechnen Oberin Renate Kraus, Aidlingen
10. 30 Uhr Nach Gottes Willen fragen Studienleiter Pfr. Hartmut Schmid, Tübingen
11. 45 Uhr Mittagspause
13. 30 Uhr Musical SPUREN DER HOFFNUNG Sr. Christel Schröder, Aidlingen
15. 00 Uhr Einander ermutigen Sr. Barbara Zentgraf, Aidlingen

Es wäre schön sie in Stuttgart begrüßen zu dürfen.


SIEHE, ICH WIRKE NEUES

MONTAG, 1. JANUAR

JESAJA 1,18. 19; 40, 1. 2; 44, 22

Das alte Jahr ist vergangen. Viele von uns haben gestern Abend Rückschau gehalten. Sie haben das Vergangene im Licht Gottes angeschaut. Da gab es manches zu beklagen, zu beweinen, aber auch zu besingen. So ähnlich muss es demPropheten Jesaja ergangen sein. Die Zeit seines Wirkens war eine »böse Zeit«. Der Zeitgeist hatte Einzug im Volk Gottes gehalten. Viel Ungehorsam dem Wort Gottes gegenüber kennzeichnete die alttestamentliche Gemeinde des Herrn: Aberglaube und Götzendienst, oberflächliche Gottesdienste, Bestechlichkeit und Habgier, mangelnde Fürsorge für die schutzlosen Witwen und Waisenkinder, Wohlstandsdenken und die Jagd nach Luxus. Und der Alkohol floss vom frühen Morgen bis spät in die Nacht (Jes. 1, 11-14. 23; 2, 8; 5, 11. 22). Seit dem Auszug aus Ägypten hatte es im Volk Gottes immer wieder den Rückfall ins alte Leben gegeben. Aber jetzt war die Zeit gekommen, von der schon Mose prophetisch geredet hatte: 5.Mose 28, 15. 63. 64. Gottes Volk war für Gottes Gericht reif geworden. Das musste Jesaja verkündigen. Er selber hatte ja bei seiner Berufung einen tiefen Eindruck von der Heiligkeit Gottes gewonnen, die keine Sünde duldet, sondern hart richtet. Wir alle müssten tatsächlich an der Heiligkeit Gottes verbrennen. »Weh mir, ich vergehe!« (Jes. 6, 5) Aber - Gott schenkte seinem Propheten auch eine majestätische Vorschau auf SEIN Heil: »Ich habe mein Angesicht im Augenblick des Zorns ein wenig vor dir verborgen, aber mit ewiger Gnade will ich mich deiner erbarmen, spricht der Herr, dein Erlöser« (Jes. 54, 8). Das Größte daran ist, dass Jesaja schon den EINEN schaut, der den Gerichtszorn Gottes auf seine Schultern nimmt und sich für uns bestrafen lässt, »damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt« (Jes. 53, 5). In diesem Licht können wir entlastet und getrost in ein neues Jahr gehen. Auch das Jahr 2007 steht unter dem Erbarmen Gottes. Das führt Jesaja in Kapitel 54 seines Buches aus. Wir lesen diesen Abschnitt betend und denken darüber nach, welche Zusagen Gott uns für unser Leben gibt.




Dein ist das Jahr, Dein ist die Zeit.
Dein, Gott, ist alle Ewigkeit.
Dein ist die Welt, auch wir sind Dein;
kann keins hier eines andern sein.
Dein ist der Tag und Dein die Nacht,
Dein, was versäumt, Dein, was vollbracht.
So gehen wir, Gott, aus dem, was war,
getrost hinein ins neue Jahr,
ins Jahr, dem Du Dich neu verheißt,
Gott Vater, Sohn und Heilger Geist. Arno Pötzsch

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DIENSTAG, 2. JANUAR

JESAJA 43, 18. 19a

»Ja, früher . . . !«, »Ja, damals . . . !« - war alles ganz anders. Wie leicht können wir der Vergangenheit nachhängen, sie zu einer traumhaften Zufluchtsstätte verzaubern. Oder wir können nicht vergessen, wie wir damals verletzt wurden, und wir reagieren noch heute empfindlich auf bestimmte Menschen, auf ihre Äußerungen und auf ihr Verhalten. Bis zu einem bestimmten Grad ist es normal, dass uns schöne und leidvolle »alte Geschichten« immer wieder streifen. Über manches von gestern können wir heute lachen. Aus manchem Erlebnis von damals haben wir gelernt. Aber ist es nicht eigenartig, wie tief die Vergangenheit noch in uns steckt? Selbst der Apostel Paulus erinnerte sich in seinen letzten Lebensjahren an schreckliche Zeiten: » . . . früher war ich ein Lästerer und Verfolger und Gewalttäter« (1. Tim. 1, 13). Doch er hielt die blutigen Sünden-Wunden der Vergangenheit dem gekreuzigten Jesus hin und erlebte: Jesus vergibt und Jesus heilt. Der Herr bietet auch uns seine Hilfe an - aber nicht so, dass er die verflossene Geschichte einfach von uns abschneidet, sondern er hilft und heilt, indem er uns die Augen für SICH SELBST öffnet: »SIEHE, ICH!« Es gibt keine Situation und keine Gemütsverfassung, für die nicht gilt: »SIEHE, ICH!« o Bedrücken und bedrängen uns alte Sünden? »Siehe, ich habe deine Schuld von dir weggenommen und bekleide dich mit Feierkleidern« (Sach. 3, 4). o Sind wir getrieben von ungelösten Fragen und Nöten? »Siehe, ich gebe ihm meinen Bund des Friedens« (4.Mose 25, 12). »Siehe, ich wende ihr Frieden zu wie einen Strom« (Jes. 66, 12). o Sorgen wir uns um unsere materielle Existenz? »Siehe, ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen« (2.Mose 16, 4). o Fühlen wir uns kraftlos im Widerstreit mit unserem sündigen Ego? »Siehe, ich will euch meinen Geist sprudeln lassen« (Spr. 1, 23; vgl. 2.Mose 34, 10-12). o Belasten uns Grübeleien, sehen wir keine Lösung für unsere Konflikte? »Siehe, ich gebe dir ein weises und verständiges Herz« (1. Kön. 3, 12).

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MITTWOCH, 3. JANUAR

JESAJA 43, 19a

Auch heute befassen wir uns mit dem Zuspruch Gottes »SIEHE, ICH!« Immer wieder neu wird es darum gehen, in den unterschiedlichen Lebenssituationen auf den zu sehen, der uns ganz persönlich zuspricht: »SIEHE, ICH!« (Man kann die Punkte von gestern und heute kopieren und sie griffbereit in die Bibel legen, um Gottes Wort zu verinnerlichen.) o Fürchten wir uns vor einer neuen Aufgabe, einem neuen Lebensabschnitt? »Siehe, ich bin mit dir, und ich will dich behüten überall, wohin du gehst« (1.Mose 28, 15; vgl. 2. Mose 23, 20). o Sind wir in Gefahr, den Dienst der Mitarbeiter Gottes als selbstverständlich hinzunehmen oder lieblos zu kritisieren? »Siehe, ich habe eure Brüder, die Leviten, aus der Mitte der Söhne Israel herausgenommen;euch als Geschenk sind sie dem Herrn gegeben, die Arbeit für das Zelt der Begegnung zu ver- richten« (4.Mose 18, 6). o Trauern wir um geliebte Menschen, die nicht mehr leben? Oder haben wir Angst vor dem Sterben? »Siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und des Totenreiches« (Offb. 1, 18). o Seufzen wir unter den Lasten des Alters und der Vergänglichkeit des Lebens? »Siehe, ich bin der Gott allen Fleisches! Sollte mir irgendein Ding unmöglich sein?« »Siehe, ich mache alles neu« (Jer. 32, 27; Offb. 21, 5; vgl. Jer. 33, 6). o Möchten wir erfahrenes Leid in einem neuen Licht sehen? »Siehe, ich habe dich geläutert, aber nicht wie Silber, sondern ich habe dich geprüft im Glutofen des Elends« (Jes. 48, 10). o Fehlt uns der Durchblick im Wirrwarr des Zeitgeistes? »Siehe, ich will gegen die vorgehen, die Lügenträume weissagen und die sie erzählen und mein Volk irreführen mit ihren Lügen und mit ihrer Flunkerei!« (Jer. 23, 32) o Fehlen uns die Worte, wenn es darum geht, ein klares Bekenntnis zu Jesus auszusprechen? »Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund« (Jer. 1, 9; vgl. Offb. 3, 8. 9). o Sorgen wir uns um die Weltgeschichte und das Geschick Israels? »Siehe, ich bringe sie herbei . . . und sammle sie von dem äußersten Ende der Erde, . . . als eine große Volksversammlung kehren sie hierher zurück.« »Siehe, ich mache Jerusalem zu einer Taumelschale für alle Völker ringsum.« »Juble und freue dich, Tochter Zion! Siehe, ich komme und werde in deiner Mitte wohnen.« »Siehe, ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde. Und an das Frühere wird man nicht mehr denken, und es wird nicht mehr in den Sinn kommen« (Jes. 28, 16; Jer. 31, 8; Sach. 12, 2. 3; 2, 14; Jes. 65, 17). o Zittern wir vor der unheimlichen Macht Satans? »Siehe, ich habe euch die Macht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten, und über die ganze Kraft des Feindes, und nichts soll euch schaden.« »Siehe, ich habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhört.« »Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt.« »Siehe, ich komme bald!« (Luk. 10, 19; 22, 31. 32; Matth. 28, 20b; Offb. 22, 7. 12)

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DONNERSTAG, 4. JANUAR

Übermorgen JAHRESTREFFEN

am 6. Januar 2007 Stuttgart, Liederhalle, Beethovensaal

GLAUBEN WAGEN

9. 30 Uhr Mit Gott im Gebet rechnen Oberin Renate Kraus, Aidlingen
10. 30 Uhr Nach Gottes Willen fragen Studienleiter Pfr. Hartmut Schmid, Tübingen
11. 45 Uhr Mittagspause
13. 30 Uhr Musical SPUREN DER HOFFNUNG Sr. Christel Schröder, Aidlingen
15. 00 Uhr Einander ermutigen Sr. Barbara Zentgraf, Aidlingen

JESAJA 43, 4. 19a; 63, 9; JEREMIA 31, 3; LUKAS 15, 20 »Siehe, ich wirke Neues!« - Es ist ein besonderes Kapitel, wenn in einer Ehe die Liebe in die Jahre kommt . . . Da müsste manches neu werden. Gilt das nicht auch für unsere Beziehung zu Gott? Ist unser Glaube, unsere Liebe unversehrt oder beschädigt? Welch ein Glück, welch eine Entlastung, dass wir ein angeknackstes Vertrauen oder eine zerbrochene Liebe nicht selber »reparieren « müssen. Wir könnten es auch gar nicht. Umso wichtiger, dass wir uns darauf besinnen, dass der Herr uns schon von Weitem zuruft: Ich freue mich, dich zu sehen. Ich möchte dich in meiner Nähe haben. Denn ich liebe dich so sehr. Glauben wir ihm das? Nach allen traurigen Erfahrungen mit uns selbst und mit anderen? Ein Ehepaar, das miteinander alt geworden war, bekannte: »Jesus hat uns eine ganz neue Liebe füreinander geschenkt.« Genau das ist es, was wir für unsere Jesus-Nachfolge brauchen: »Neues wird geschenkt!« Haben wir es nicht erlebt, als der Heilige Geist uns die Gewissheit schenkte: »Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden« (2. Kor. 5, 17)? - Ist das Alte tatsächlich vergangen? Lebt es nicht allzu übermütig weiter? Es ist richtig, dass alles um uns herum »alt« geblieben ist. Aber wir selber sind in Jesus Christus perfekt eingehüllt, und wir tragen ihn im Herzen. Darum können wir Altes, das den Heiligen Geist betrübt, herausgeben, loslassen und »in Neuheit des Lebens wandeln« (Röm. 6, 4; Eph. 4, 30; vgl. Joh. 14, 15-17). Gott kann und will unsre Liebe zu ihm reinigen und erneuern. Dann ist wieder Raum in uns für das alte »neue Gebot«, das Jesus uns zu leben aufgetragen hat: Johannes 13, 34; 15, 12. 17; Römer 12, 10; 1. Thessalonicher 4, 9; 1. Petrus 1, 22.

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AN JESUS, DEM WEINSTOCK, BLEIBEN -

JOHANNES 15, 1-8

FREITAG, 5. JANUAR

Morgen JAHRESTREFFEN

am 6. Januar 2007 Stuttgart, Liederhalle, Beethovensaal

GLAUBEN WAGEN

9. 30 Uhr Mit Gott im Gebet rechnen Oberin Renate Kraus, Aidlingen

10. 30 Uhr Nach Gottes Willen fragen Studienleiter Pfr. Hartmut Schmid, Tübingen

11. 45 Uhr Mittagspause

13. 30 Uhr Musical SPUREN DER HOFFNUNG Sr. Christel Schröder, Aidlingen

15. 00 Uhr Einander ermutigen Sr. Barbara Zentgraf, Aidlingen

JOHANNES 13, 1-10. 13-17

Die Jünger sind mit ihrem Meister unterwegs. Es ist Abend - ein besonderer Abend. Die Ereignisse des Tages lagen so gedrängt beieinander und waren auch nicht leicht zu verkraften gewesen. Die Jünger hatten das Passamahl bereitet; dann die Blamage und gleichzeitige Wohltat erlebt, dass Jesus selbst die Waschschüssel nahm und jedem von ihnen die Füße wusch. Das Thema Reinigung kam auf. Aber dann ging es auch um Dienen und Lieben und um Verrat. Jesus hatte so viel Wichtiges gesagt - über sein Blut, das vergossen wird zur Vergebung der Sünden, über den Weg zum Vater, über den Heiligen Geist, den er als Tröster senden wollte und über ihre Liebe zu ihm. (Lies Matth. 26, 26-28; Joh. 14, 6. 15-21.) Es war spät geworden, als sie die Psalmworte sangen (Ps. 113-118) und als der Meister sie aufforderte: »Steht auf und lasst uns von hier weggehen« (Joh. 14, 31). Jesus bricht auf, zielbewusst Richtung Kreuz, wo er bald sterben wird, und ist doch innerlich intensiv mit seinen Jüngern beschäftigt. Die Jünger folgen ihm nachdenklich und mit einem bangen Herzen ins Kidrontal hinab. (Vgl. Joh. 18, 1.) Der Weg zum Garten Gethsemane führt durch Weinberge. Da bleibt Jesus stehen und blickt nachdenklich auf einen Weinstock. Die Jünger scharen sich um ihn, und Jesus beginnt von sich und dem Vater, von ihnen und auch von uns zu sprechen. Der Herr eröffnet seine Rede mit den Worten: »Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner« (Joh. 15, 1). Dies ist der Kern-Satz, von dem aus sich alle anderen Aussagen ergeben. Mit ihm stellt sich Jesus in Gegensatz zu allen bisherigen Weinstockvorstellungen, die in Israel vorhanden waren.Heute findet das Jahrestreffen der Aidlinger Schwestern in Stuttgart statt. Thema und Programm finden Sie auf der ersten Innenseite des Umschlags.

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SAMSTAG, 6. JANUAR

Heute JAHRESTREFFEN

am 6. Januar 2007 Stuttgart, Liederhalle, Beethovensaal

GLAUBEN WAGEN

9. 30 Uhr Mit Gott im Gebet rechnen Oberin Renate Kraus, Aidlingen

10. 30 Uhr Nach Gottes Willen fragen Studienleiter Pfr. Hartmut Schmid, Tübingen

11. 45 Uhr Mittagspause

13. 30 Uhr Musical SPUREN DER HOFFNUNG Sr. Christel Schröder, Aidlingen

15. 00 Uhr Einander ermutigen Sr. Barbara Zentgraf, Aidlingen

JESAJA 5, 1-7

Im Alten Testament galt das Volk Israel als Gottes Weinberg. Gott investierte viel Mühe und Liebe in seinen geliebten Weinberg. Sein Herz hing daran. Dieser wurde allerdings zur großen Enttäuschung. Aus dem edlen Weinstock wurde ein unfruchtbarer, wilder Weinstock. Deshalb geht Gott, der Vater, jetzt einen anderen Weg. Er sendet seinen Sohn als den wahren Weinstock in diese Welt. Jesus nimmt diese Aufgabe, Weinstock zu sein, an. Es ist eine dienende Aufgabe. Der Weinstock ist abhängig vom Boden, der ihm die Nährstoffe und das Wasser bereithält. Jesus hat seine Wurzeln tief eingegraben in die ewige Welt des Vaters. Von dort bezieht er alles, was er nötig hat, um wahrer Weinstock zu sein und die Reben versorgen zu können. Dass Jesus diese Aufgabe annimmt, zeigt seine Demut. Vom Gerechten wird in Psalm 92, 13 gesagt: »Er wird grünen wie ein Palmbaum, dass er wachsen wird wie eine Zeder auf dem Libanon.« Jesus imponierte nicht als Zeder oder Eiche. Diese Bäume sind schön, geben wertvolles Holz. Das kann ein Weinstock nicht vorweisen. Laubbäume haben im Winter auch ohne Blätter ihren Reiz, ihre Schönheit. Ein Weinstock sieht im Winter nur kahl aus. Jesus ist als wahrer Weinstock einverstanden, wenn es von ihm heißt: »Er hatte keine Gestalt und Hoheit, er war weder stattlich noch schön« (Jes. 53, 2; wir lesen weiter bis Vers 12). Wenn der Weingärtner alle Reben bis auf zwei zurückschneidet und diese nach unten gebogen am Spalier angeheftet sind, erinnert der Weinstock an ein Kreuz - an jenen Ort, an dem Jesus sterben wird. Er wird leiden und sterben, damit wir als Reben am Weinstock leben können. In diesem Bewusstsein spricht Jesus kurz vor seinem Tod das siebte Ich-bin-Wort aus: »Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner.«

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SONNTAG, 7. JANUAR

JOHANNES 15, 1

Die Aussage: »Mein Vater ist der Weingärtner« bestätigt: Jesus ist von Gott in diese »Erde gepflanzt« und zugleich in der Ewigkeit verwurzelt. Klingt nicht in diesem Satz auch Trost und Freude an? Der Weinstock ist nicht irgendjemandem ausgeliefert. Nicht den Menschen. Nicht dem Fürsten dieser Welt. Nein, der Weinstock gehört allein dem Weingärtner, dem Vater. Dieser weiß sich verantwortlich für alles, was geschieht, und ist absolut vertrauenswürdig. 1. DER VATER SEHNT SICH NACH FRUCHT UND WIRD DURCH DIE FRUCHT VERHERRLICHT Der Vater steht am Anfang und Ende unseres Abschnitts (Joh. 15, 1-8). In Vers 1 erfahren wir, dass er der Weingärtner, der Eigentümer ist. Er kümmert sich um seinen Weinstock - er reinigt und beschneidet ihn. In Vers 8 lesen wir, dass der Vater durch die Frucht verherrlicht wird. (Vgl. Ps. 22, 24; Joh. 13, 31; 1.Petr. 4, 11.) Wer einen Gutschein für einen Zierstrauch geschenkt bekommt, wird davon keine Nutzpflanze, keinen Weinstock kaufen. Von einem Zierstrauch erwartet der Besitzer schöne Blüten, einen besonderen Duft. Er will sich freuen an der Schönheit des Strauches. Wer, wie der himmlische Weingärtner, einen Weinstock pflanzt und dazu einen einzigartigen, erwartet etwas anderes: Er wartet auf Frucht. Ein Weinstock blüht und duftet auch, aber nur ganz kurz. Das ist etwas Besonderes, aber es ist nicht das Wesentliche an ihm. Blüte und Duft allein würden den Weingärtner enttäuschen. Jesus ergänzt das Weinstockbild mit dem Satz: »Ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht.« Frucht ist der Ertrag unseres Lebens. Früchte haben eine doppelte Aufgabe: Sie ermöglichen »Vervielfältigung«, und sie ernähren. Andere Menschen sollen etwas Stärkendes, Heilsames von uns empfangen. (Vgl. 1. Mose 39, 2-4; 45, 5-7; 49, 22-26; Ps. 1, 1-3.)

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MONTAG, 8. JANUAR

JOHANNES 15, 1-8

In unserem Abschnitt geht es um Frucht in allen Variationen: Es besteht die Möglichkeit, dass eine Rebe keine Frucht bringt (V. 2. 4). - Jede Rebe kann Frucht bringen (V. 2). - Jede, die Frucht bringt, kann mehr Frucht bringen und wird deshalb individuell beschnitten (V. 2). - Wenn die Rebe viel Frucht bringt, verherrlicht sie den Vater, der der Weingärtner ist (V. 5. 8). Da der Vater Weingärtner ist, der den Weinstock unter großem persönlichen Opfer gepflanzt und in sorgfältige Pflege genommen hat, wartet er sehnsüchtig auf Frucht - und zwar von jeder Rebe am Weinstock. Zweimal kommt das Wort »jede« in Vers 2 vor. »Eine jede Rebe, die keine Frucht bringt, wird er wegnehmen; . . . und eine jede, die Frucht bringt, wird er reinigen, dass sie mehr Frucht bringe.« Das Ziel bleibt für jede Rebe immer gleich: Frucht, . . . mehr Frucht, . . . viel Frucht, und wenn wir Vers 16 dazu lesen: bleibende Frucht. Mit Vers 8 nimmt Jesus seine Jünger mit hinein in seinen eigenen Lebensauftrag und Lebenswunsch: die Verherrlichung des Vaters. »Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.« Seine Gebete waren davon durchdrungen: »Vater, verherrliche deinen Namen« (Joh. 12, 28). »Ich habe dich verherrlicht auf Erden und das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, dass ich es tue« (Joh. 17, 4). Dieses Ziel, den Vater zu verherrlichen, ihm zu gefallen und Ehre zu machen, darf auch unser Ziel sein, unabhängig davon, ob wir jünger oder älter, gesund oder krank sind, an einem hervorgehobenen oder verborgenen Platz stehen. Lebt in uns der Wunsch, den Vater zu verherrlichen? Nicht zuletzt dadurch, dass wir als Gemeinschaft seinen Auftrag erfüllen? (Lies Apg. 2, 42-47; Phil. 1, 9-14.)

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DIENSTAG, 9. JANUAR

JOHANNES 15, 8

Wenn wir uns fragen, warum der Vater verherrlicht wird, wenn wir Frucht bringen, finden wir zwei Antworten: Zum einen: Es geschieht der Heiligungs- Wille des Vaters, das heißt, dass der Geist Gottes Raum hat und in unserem Leben etwas davon wahrnehmbar ist. Zum anderen: Es geschieht der Heils- Wille des Vaters. Die Verherrlichung des Vaters ist keine eigene Leistung. Sie entsteht als Frucht des neuen Lebens, das er uns geschenkt hat. Der Weinstock lässt uns Augenblick für Augenblick alles zuströmen, was in unserem Leben erforderlich ist, um Frucht zu bringen. Der Herr erwartet von uns eine zweifache Frucht. o Er erwartet Frucht in unserem persönlichen geistlichen Leben. Diese Frucht fällt uns nicht automatisch in den Schoß. Christa von Viebahn schrieb vor mehr als 50 Jahren, was bis heute aktuell ist: »Das Hungern und Dürsten nach Wirkungen des Geistes Gottes in uns muss nicht nur erwachen, sondern von uns selbst im Gebet begehrt, gestärkt und wach gehalten werden . . . Es gilt, Schritte zu tun bis zu seinem Thron, dass er uns in der Verborgenheit sein Herz auftun kann. Hier will er in uns hineinlegen, was heute für ihn Frucht bringen kann. Doch Erkenntnis Gottes, Verherrlichung seines Namens ist nicht das Verlangen, das das tägliche Leben beherrscht. Und deshalb müssen so viele über innere Leere und Unfruchtbarkeit klagen . . . « Lasst uns für uns und füreinander beten, dass der Herr dieses Verlangen in uns wach hält oder neu weckt. o Er erwartet die Frucht, die in der Errettung von Menschen besteht. Die Reihenfolge ist hier bedeutsam: Zuerst muss der Herr sein Werk in uns tun, bevor er etwas durch uns wirken kann. (Lies Apg. 9, 1-5. 10-22.)

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MITTWOCH, 10. JANUAR

GALATER 5, 16. 22. 23a

Das Neue Testament spricht an verschiedenen Stellen von unterschiedlicher Frucht in unserem Leben. Jeder Augenblick, in dem wir »im Geist wandeln« (leben, denken, reden, reagieren, entscheiden), anstatt aus unserem alten Wesen zu leben, ist ein Augenblick, der Frucht wachsen lässt - unabhängig davon, ob wir das selber feststellen oder nicht. »Es kann ein Gedanke, eine innere Haltung oder eine Tat sein - etwas, das in Gottes Augen wertvoll ist, weil es ihm Ehre macht« (B.Wilkinson). Paulus schrieb an seinen Mitarbeiter Titus: »Denn die zu uns gehören, sollen kein nutzloses Leben führen, sondern (durch die Kraft des Heiligen Geistes) lernen, überall dort Gutes zu tun und zu helfen, wo es nötig ist« (Tit. 3, 14). Geistliche Frucht kann sich durchaus in guten Werken zeigen (vgl. Jak. 2, 17). Geistliches Leben hat immer auch eine soziale Dimension. Dazu Apostelgeschichte 6, 1-5 und 9, 36-42. Paulus schreibt an die Epheser-Christen von der Frucht des Lichts: Lebt nun als Menschen, die im Licht Gottes stehen. Aus diesem Licht wächst jede Art von Güte, Rechtschaffenheit und Treue (Eph. 5, 9). Was für eine Wohltat ist ein gütiger Mensch. Und wie belastend kann es sein, wenn jemand mürrisch, unfreundlich oder rechthaberisch ist. Im Hebräerbrief 13, 15 lesen wir von der Frucht der Lippen. Frucht, und damit sind wir wieder bei der zweiten Art, sind nicht zuletzt auch Menschen, die durch unser Leben und Zeugnis zu Jesus fanden. Manchmal sind wir indirekt beteiligt. Wenn zum Beispiel jemand während einer Freizeit Jesus in sein Leben aufnimmt, ist das nicht nur Frucht desjenigen, der das Wort Gottes verkündigt oder ein seelsorgerliches Gespräch führt, sondern auch eine Frucht derjenigen Brüder und Schwestern, die vielleicht schon lange für den Menschen gebetet oder ihn eingeladen haben.

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DONNERSTAG, 11. JANUAR

JOHANNES 15, 1

2. JESUS ERMÖGLICHT FRUCHT Jesus, der eingeborene Sohn des Vaters, der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens, ist der wahre Weinstock. Der Vater führt seinem Sohn Menschen zu und pflanzt sie in den wahren Weinstock ein. »Sie waren dein, und du hast sie mir gegeben«, betete Jesus kurz vor seinem Tod (Joh. 17, 6). Wer Jesus sein Leben anvertraut, wird durch den Geist Gottes wiedergeboren und Rebe am Weinstock. Von diesem Tag an lebt Jesus sein Leben in uns. Wir sind nicht mit Draht oder Schnur an den Weinstock angebunden, nicht angetackert. Nein, wir gehören organisch zu ihm: »Ihr seid die Reben.« Wir sind einsgemacht mit ihm. Wir leben alle vom gleichen Weinstock. Deshalb gehören wir zusammen, auch wenn es manchmal heftig raschelt im Blätterwald. Und wenn der Wind eine Rebe vom Spalier, das ihr Halt geben sollte, losgerissen hat und sie am Boden liegt, dann hebt der Weingärtner sie auf und gibt ihr aufs Neue Halt, dass sie nicht abknickt. Dazu einige biografische Notizen über Johannes Markus: Apostelgeschichte 12, 12. 25; 13, 4. 5. 13; 15, 36-40; Kolosser 4, 10; 2. Timotheus 4, 11; Philemon 1, 24; 1. Petrus 5, 13. Wenn Jesus von sich selbst als dem wahren Weinstock spricht, heißt das dann: Es gibt auch Schein-Weinstöcke, die uns vormachen wollen, dass wir aus ihnen leben können? Es besteht tatsächlich die Gefahr, dass wir denken: Viel Einsatz, viel Dienst, viel Arbeit bringt viel Frucht - oder viel Wissen, viel Ein- fluss bringt reiche Frucht. Manchmal erwarten wir auch von einem Menschen, dass er so etwas wie ein Weinstock für uns ist - stützend, belebend . . . Doch kein Mensch kann uns geben, was nur der wahre Weinstock uns zuströmen lassen kann. Wir überfordern einander, wenn wir voneinander erwarten, was nur der Weinstock geben kann. Jesus allein ist der wahre Weinstock, durch den Frucht möglich wird.

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FREITAG, 12. JANUAR

JOHANNES 15, 4-7

Jesus sagt nicht zu seinen Jüngern: »Ich verlasse euch. Nach meinem Tod müsst ihr zusammenhalten und euch anstrengen, dass ihr Frucht bringt. Ihr müsst euch Mühe geben, Menschen zu Jüngern zu machen.« Es gibt keine Aufforderung, Frucht zu bringen, keinen Befehl. Früchte lassen sich nicht befehlen. Frucht darf wachsen. Und das Wachstum darf dauern. Statt eines Appells spricht Jesus eine große Verheißung aus! »Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.« Siebenmal lesen wir in diesen Versen vom Bleiben. Bleiben ist das Schlüsselwort. 3. BLEIBEN BRINGT FRUCHT Jesus geht davon aus, dass Reben Frucht bringen. Wo keine Frucht zu finden ist, da besteht keine lebendige Verbindung mit dem Weinstock. Man kann in äußerer Verbindung mit dem Christentum stehen. Aber wenn das Leben aus Gott fehlt, kann dieser verhängnisvolle Mangel durch nichts ausgeglichen werden. - In unserem Textabschnitt ist von einem vierfachen Bleiben die Rede: Bleiben in der reinigenden Pflege des Vaters - Bleiben in Jesus, dem Weinstock - Bleiben in seinem Wort - Bleiben im Gebet. 3.1 Bleiben in der reinigenden Pflege des Vaters »Mein Vater ist der Weingärtner« - ein ermutigender Satz, den wir auch für uns wortwörtlich nehmen dürfen. Wir sind nicht uns selbst überlassen. Wir müssen nicht geistlich verwahrlost und ungepflegt dahinleben. (Vgl. 1. Kor. 3, 1-3; Hebr. 5, 12-14.) Auch heute noch gilt sein Versprechen: »Ich, der Herr, behüte meinen Weinberg und begieße ihn immer wieder« (Jes. 27, 3). Wie sehr wünschen wir uns oft, unsere Verbindung mit Jesus vertiefen zu können. Unser Vater, der Weingärtner, will uns dabei unterstützen. (Lies Ps. 25, 1-10. 14. 15.)

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SAMSTAG, 13. JANUAR

JOHANNES 15, 2

Was tut der Weingärtner konkret? Er schaut nach, ob die Rebe Frucht bringt. Und »jede Rebe, die Frucht bringt« . . . zeichnet er aus? Nein, die »wird er reinigen, dass sie mehr Frucht bringe«. - Im Frühjahr sieht man am Weinstock viele wuchernde Schosse und Ranken, die den Reben die Säfte und damit die Kraft stehlen. Man sieht aber auch den Weingärtner, wie er am Weinstock arbeitet. Mit dem gebogenen Winzermesser oder der Rebschere schneidet er ab, was überflüssig und hinderlich ist. Nur so gibt es einen guten Fruchtansatz und können Trauben wachsen, die groß und süß genug werden. Andernfalls gibt es kleine, saure Trauben. »Reinigen« bedeutet das sorgfältige, individuelle Bearbeiten und Pflegen der Reben. Dazu gehört auch das Bekämpfen von Schädlingen. Sind wir nicht auch manchmal bedroht vom Mehltau der Gleichgültigkeit, der Unzufriedenheit und Uneinigkeit? Das sind Wachstumshemmer, die sich lähmend auf uns legen. »Reinigen« ist das Entfernen von allem in unserem Leben, was die Frucht hindert. Da gilt es, manches loszulassen, vor allem unser »dickes Ich«. Es gibt einige Merkmale, an denen es erkennbar ist: o Es begehrt Lob. Es will immer hoch geschätzt sein und gepriesen werden. Es ist durchdrungen von seiner eigenen Wichtigkeit. (Vgl. 1. Sam. 15, 30.) o Es drängt sich vor - auf grobe oder auf feine Weise. o Es fürchtet jeden Tadel und windet sich bei jeder Berührung mit Kritik. o Es verteidigt sich rasch und ist außerordentlich empfindlich. o Es fühlt sich schnell zurückgesetzt. o Es kann Beleidigungen nicht vergessen. o Bei ihm steht ständig ein Fragezeichen auf dem Wachposten: Was wird man von mir sagen? Was wird man von mir denken? - Wie gut, dass uns der Weingärtner in seine Pflege genommen hat! Wir wollen uns seinen arbeitenden Händen nicht entziehen, sondern anvertrauen. (Lies 1. Mose 50, 20; Hiob 42, 1-6; Jak. 5, 10. 11.)
»Mein Vater, arbeite an mir. Reduziere mich auf das Wesentliche. Ich weiß, dass das, was du tust, gut für mich ist. Mach aus mir eine Rebe zu deiner Verherrlichung. Amen.«

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SONNTAG, 14. JANUAR

JOHANNES 15, 2. 4; 1.KORINTHER 1, 9

Die Absicht des Vaters ist nicht Zerstörung. Sein Ziel ist gesundes Wachstum und mehr Frucht - damit verherrlichen wir ihn. Seine Arbeit an uns ist Ausdruck der Wertschätzung und der Freude, dass unser Leben fruchtbar ist. Vielleicht können wir manches, was uns widerfährt, neu einordnen: Mein Weingärtner reinigt und beschneidet seine Rebe. »Ich denke an unser Leben. Aufgaben und Arbeitszweige sind uns zugewachsen. Wir treiben um und überschlagen uns. Aber was kommt dabei heraus? Wächst Frucht? Bleibt Zeit für das Wichtigste? Wie viel Wasserschosse sind in unserem Leben, die herausgereinigt werden müssen? Längst nicht alles, was wir treiben, ist dazu angetan, dass unser Leben fruchtbar und sinnvoll wird. Wir verzetteln uns. Zu viel schießt ins Leere. Deshalb kommt Gott mit dem Messer. Er geht unseren Wasserschossen auf viele Arten zu Leibe. Wer das begreift, bekommt ein neues Verständnis seines Lebens. Entbehrungen, Verzichte, Pannen, Sackgassen, dunkle Wegstrecken geraten in ein neues, versöhnendes Licht. Man läuft Gott nicht aus der schneidenden Hand, auch wenn es schmerzt und wehtut« (K. Eißler). 3.2 Bleiben in Jesus, dem Weinstock »Bleibt in mir und ich in euch!« Im Wort vom Bleiben liegt ein Zweifaches: Zugehörigkeit und Abhängigkeit. Zugehörigkeit: Mein Herr sieht mich in Zeit und Ewigkeit als zu ihm gehörig. Bei ihm, in ihm ist mein Platz. »Jesus gibt uns Raum in sich und stellt uns in einen inneren Zusammenhang, durch den er unser Leben von seiner Wurzel bestimmt« (nach A. Schlatter). Mein Herr will, dass ichbleibe. Es ist sein Wunsch an mich, Ausdruck seiner Liebe und Freundschaft. Gott ist meine Verbindung zu ihm sehr wichtig, die nahe, innige Gemeinschaft, die mein Leben froh und reich macht. (Lies 5.Mose 4, 7; Ps. 65, 5; 73, 23-26. 28; 84, 3-5; Jak. 4, 8.)

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MONTAG, 15. JANUAR

LUKAS 22, 31-34; JOHANNES 15, 4

Als Rebe gehöre ich zu Jesus, bin aber auch ganz von ihm abhängig. Ich kann nur in Verbindung mit dem Weinstock ein geistliches Leben führen. Es ist sein Leben, seine Liebe, seine Geduld, seine Weisheit, die uns zuströmt. Seine ganze Fülle gehört uns. Er will uns weder einen Segen noch einen Sieg vorenthalten. Das meinte Paulus, als er schrieb: » . . . wie sollte er (Gott) uns mit ihm (Jesus) nicht alles schenken?« (Röm. 8, 32; lies Ps. 84, 6-13; Eph. 1, 3-8). Wenn wir bleiben, strömt uns das zu, was Frucht wachsen und reifen lässt. Doch das andere gilt auch: Die Rebe kann keine Frucht »aus sich selbst«, außerhalb vom Weinstock, getrennt von Jesus, bringen (V. 4). »Sind wir los von ihm, so sind wir ohnmächtig und unnütz. Dann werden wir vom Selbstvertrauen regiert, statt vom Glauben an ihn, von unseren eigenen Gedanken voll, statt durch sein Wort bestimmt, um unsere Ehre besorgt, statt von der Liebe zu ihm geleitet, dann verderben wir nicht nur unsere Arbeit, sondern auch unsere Person« (nach A. Schlatter). Wie hart waren die Lektionen, die Petrus lernen musste, bis er begriffen hatte: Aus mir selbst kann ich Jesus nicht treu sein. Seine Überheblichkeit war nichts anderes als Selbst-Herrlichkeit. Sein Zuschlagen nichts anderes als Selbsthilfe. Die Verleugnung seines Herrn war pure Eigenliebe. Aber Jesus hat für Simon Petrus gebetet, sodass er ein vollmächtiger Zeuge und Hirte der Jesus-Gemeinde werden konnte. (Vgl. Joh. 21, 15-19.) Wir sind jeden Augenblick gefährdet, aus uns selbst zu leben. Deshalb sollten wir uns immer wieder prüfen: Ist meine Beziehung zu Jesus in Ordnung oder blockiert? Solch eine Blockade kann unser liebloses Reden über andere sein, das Übelnehmen und Nachtragen oder unser Ungehorsam. (Lies 1. Petr. 5, 8. 9; Jak. 4, 7.)

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DIENSTAG, 16. JANUAR

JESAJA 59, 2; 43, 24b. 25

Es ist eine Fehlannahme, wenn wir denken, wir könnten in Jesus bleiben, ohne ihm zu gehorchen. Durch Ungehorsam bekommt unsere Beziehung zu Gott einen Riss. Es hat dann auch keinen Sinn, so zu tun, als sei alles in Ordnung. Darüber berichtete einmal Festo Kivengere, ein ehemaliger Bischof in Uganda: »Als ich nach meiner Begegnung mit dem Herrn zum ersten Mal merkte, dass ich mich ein Stück weit von ihm entfernt hatte, wollte ich mich nicht damit befassen. Ich meinte, wenn ich es ignorierte, werde sich das Problem schon von selbst lösen. Ich sang weiter und sagte meine Gebete, aber die Distanz blieb. Mir wurde immer unwohler in meiner Haut. In meinen Gedanken hatte ich meinen Herrn vom Thron gestoßen und ihn verletzt, aber ich nahm an, wenn ich den Anschein der Nähe zu Christus aufrechterhielte, würde sich diese Nähe auch wieder einstellen. Ich verlor meinen Hunger nach der Bibel, die für mich ein lebendiges Buch gewesen war; aber ich las pflichtschuldigst weiter darin. Ich hätte eigentlich wissen sollen, dass dies ein sicheres Zeichen geistlicher Krankheit ist. Das Gebet wurde zur langweiligen Routine, und die Gottesdienste bedeuteten mir nichts mehr. Ich versuchte immer noch, anständig zu sein; aber damit überanstrengte ich mich ständig im Alltag. Ich begriff nicht, warum ich mich auf einmal so einsam fühlte, wo sich doch rein äußerlich nichts geändert hatte. Ich sehnte mich nach dem alten Frieden. Dann predigte eines Tages ein Bruder über Hebräer 10, 19-22: So haben wir nun durch das Blut des Herrn Jesus Christus die Freiheit zum Eingang in das Heiligtum, . . . « Wenn wir schuldig werden und den Heiligen Geist betrüben, bleibt nur eins: die Bitte um Reinigung, um Vergebung. (Lies Ps. 38, 19; Luk. 15, 17- 22; 18, 13; Röm. 4, 7. 8; 1. Joh. 1, 8. 9.)

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MITTWOCH, 17. JANUAR

JOHANNES 15, 4. 8

In Jesus zu bleiben heißt nicht, pausenlos an Jesus zu denken. Wir müssen uns sehr wohl auf unsere Aufgaben konzentrieren. Bleiben heißt vertrauen, dass er dabei ist. »Wir bleiben in ihm, wenn wir ihn nicht durch Untreue und Sünde bewusst und freiwillig verlassen. Du bist in Jesus auch unter dem Druck der täglichen Sorge, auch in der Eile der vielen Geschäfte, wenn du nur in einer demütigen Hingabe bleibst und dein Gewissen rein von Sünde ist. Dann kannst du während des Tages jeden Augenblick sprechen: Ich bin in dir, mein Heiland« (F.B.Meyer). Ein anderer Christ gibt uns den Rat: »Denke nicht so viel an dich als eine Rebe, noch an das Bleiben als an eine Pflicht. Halte fest daran: Er, der starke Weinstock, hält mich in Verbindung mit sich. Je größer uns der Weinstock ist, desto zuversichtlicher können wir in ihm bleiben. Darum: Beschäftige dich viel mit Jesus, und erwarte viel von ihm als dem wahren Weinstock. Sag dir immer wieder: Ich bin in Jesus. Bleiben besteht einfach darin, dass der Schwache sich der Bewahrung eines Mächtigen übergibt. « (Lies 2. Kor. 12, 9. 10; vgl. Dan. 3, 23-28; Apg. 27, 14-25.) Jesus unterstreicht die Bedeutung des Bleibens noch einmal in Vers 5: »Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht.« Dies sieht wie eine Wiederholung von Vers 4 aus, aber Vers 5 enthält mit Vers 8 noch die Verheißung: » . . . der bringt viel Frucht, die den Vater verherrlicht.« »Es ist eine Frucht, über die wir uns einst noch freuen werden vor dem Thron Gottes, wenn wir Menschen treffen, die dankbar sind, dass wir gelebt haben. In welcher Art sie durch uns heilsame Lebenshilfe empfingen, bleibt oft auf dieser Erde verborgen « (P.Deitenbeck).

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DONNERSTAG, 18. JANUAR

JOHANNES 6, 60-69; 15, 5. 7

Zwei Gegensätze stehen sich hier scharf gegenüber: Viel Frucht aus der Verbindung mit dem Herrn und ohne ihn, getrennt von ihm, - nichts, keine Frucht. Die innige Gemeinschaft mit Jesus ist nicht ersetzbar. Ohne mich nichts, sagt Jesus. Das ist Klartext. Das klingt ausschließlich, hart, kompromisslos. Doch darin ist die gute Nachricht verborgen: Du brauchst nichts ohne mich zu tun. Ich erwarte nichts aus dir selbst. Und du musst nichts aus dir erwarten. Du darfst Augenblick für Augenblick alles von MIR erwarten. - Wer nicht bleibt, verliert alles. Ob Jesus dabei an Judas gedacht hat? 3.3 Bleiben in seinem Wort »Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren« (V. 7). Jesus will »nicht ein verschwommenes, schwärmerisches Verhältnis, sondern eine klare Ausrichtung an seinen Worten«. Das Bleiben im Wort ist ein Kennzeichen der Jünger. »Weicht sein Wort aus ihrem Sinn«, schreibt Adolf Schlatter, »sodass es sie nicht mehr leitet und nicht mehr inwendig bewegt, so ging er ihnen verloren. Ist dagegen ihre Verbundenheit mit ihm eng, fest und kräftig, so regiert sie sein Wort stark, lebendig und tief.« Das Auswendiglernen von Bibelworten kann uns eine große Hilfe sein, denn beim Wiederholen und Einprägen schließt sich uns das Wort nochmals ganz anders auf. - Damit seine Worte in uns bleiben, lesen wir unsere Bibel, deshalb gibt es »Zeit mit Gott« im doppelten Sinne, deshalb treffen wir uns zum Gottesdienst, zur Andacht, zum Hauskreis . . . - und wir sollten diesen Zeiten eine hohe Priorität einräumen. (Lies 5. Mose 6, 6-12; Ps. 119, 11. 16. 93. 97. 99. 148; Luk. 2, 19. 51; Joh. 2, 5.) Wenn sein Wort in uns lebt, »geht von uns das Licht und der Glanz seiner Liebe aus« (M. Seitz).

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FREITAG, 19. JANUAR

PSALM 34, 12; LUKAS 18, 1; JOHANNES 15, 7. 8

3.4 Bleiben im Gebet

Beten und Beten kann ein großer Unterschied sein. »Beten wir wirklich oder sprechen wir nur Gebete? Niemand kann wirkliche Gebetsarbeit tun außer durch den Heiligen Geist« (O. Smith). Wenn wir in Jesus bleiben und sein Wort in uns lebendig ist, können wir auch im Gebet bleiben. Wo die Verbindung mit Jesus da ist, schenkt er uns »den Geist der Gnade und des Gebets« (Sach. 12, 10a). Wie uns das Atmen keine Mühe macht, sondern Selbstverständlichkeit ist, so darf unsere Gebetsverbindung den Tag durchziehen. Das kann mitten in aller Arbeit ein Aufblicken zu Jesus sein, ein Seufzen zu ihm hin, ein Dank oder die Bitte, unseren Gesprächspartner . . . zu segnen. Jede Kleinigkeit unseres Alltags, jede Sorge, jede Last, jede Freude dürfen wir mit ihm teilen. So können wir mit Gebet in den Tag gehen, durch den Tag und am Abend in die Nacht. (Lies 1. Sam. 1, 19; Ps. 109, 4; 1. Chron. 23, 30; Mark. 1, 35; 6, 45. 46; Luk. 6, 12. 13.) Jesus greift in Johannes 15, 7 die Gebetsverheißung aus Kapitel 14, 13. 14 auf: »Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, damit der Vater verherrlicht werde im Sohn. Was ihr mich bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun.« Jesus sieht seine Leute als Beter, die erhört werden. Er will uns zeigen, wofür und für wen wir beten sollen. Er schenkt uns Bitten nach seinem Herzen. Gerade durch erhörte Gebete soll der Vater verherrlicht werden. Der Vater hat den Sohn verherrlicht und der Sohn den Vater. Alle Herrlichkeit fließt zum Vater zurück, von dem sie ausgegangen ist. Und wir sind in diesen Kreislauf hineingenommen. »Und werdet meine Jünger.« Mit Gottes Geist erfüllt, sind wir in Wahrheit seine Jünger. Für sie gilt bleibend: »Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt, damit, wenn ihr den Vater bittet in meinem Namen, er's euch gebe« (V. 16).

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DAVIDS SIEG - 1. SAMUEL 28, 3 - 2. SAMUEL 4,12

SAMSTAG, 20. JANUAR

1. SAMUEL 28, 3-19

1. Das Ende des Jägers

David, noch immer auf der Flucht vor seinem Widersacher Saul, hatte im Land der Philister Zuflucht gesucht und gefunden (1. Sam. 27, 1. 2). Um ein Haar wäre er in den Krieg der Philister gegen die Israeliten hineingezogen worden. Durch den Protest der Obersten gegen die Teilnahme Davids an den Kampfhandlungen wurde er davor bewahrt (1. Sam. 29, 1-5). David zog sich mit seinen Männern in den Süden des Landes zurück und kämpfte gegen die Amalekiter (1. Sam. 30, 1. 2. 8. 9. 17). Währenddessen braute sich über Saul und seinem Heer das Unheil zusammen. Vom Berg Gilboa aus konnte er beobachten, wie die Philister sich in der Jesreel-Ebene zum Kampf versammelten, um Israel eine vernichtende und endgültige Niederlage beizubringen. Saul sah das feindliche Heer und fürchtete sich sehr. Da war kein David, der ihm aus dieser Bedrängnis hätte heraushelfen können (vgl. 1. Sam. 17, 32)! Und der Prophet Samuel lebte nicht mehr. Was sollte der König tun? »Und Saul befragte den Herrn, aber der Herr antwortete ihm nicht.« Einst verhielt sich Saul so, als ob er gut ohne die Hilfe Gottes zurechtkäme. Jetzt, hilflos und ratlos, suchte er ihn, aber fand ihn nicht mehr. (Lies Sach. 7, 13; Jes. 55, 6. 7; Jer. 29, 13. 14a.) Die Priesterschaft von Nob hatte er in blinder Wut umbringen lassen. Nun war niemand mehr da, der für ihn vor Gott eingetreten wäre (1. Sam. 22, 16ff). Da traf er eine Entscheidung, die ihn endgültig vom Leben abschnitt: »Sucht mir eine Frau, die Tote beschwören kann.« Wenn Gott mir nicht antwortet, dann muss es Samuel tun, dachte Saul in tödlicher Verzweiflung. Die Frau von En-Dor soll ihn mir aus dem Totenreich herbeibringen. Welch eine eigenmächtige und gottlose Entscheidung! (Lies 3. Mose 19, 26b. 31; 20, 6. 27; 5. Mose 18, 10-14; Ps. 62, 2. 3. 6-9.)

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SONNTAG, 21. JANUAR

1. SAMUEL 28, 8-19

Gott hat seinem Volk klipp und klar geboten, sich keinesfalls auf Wahrsagerei und andere okkulte Praktiken einzulassen. Saul aber missachtete dieses Verbot (V. 9). Jetzt, von Gott verlassen, stand er voller Angst vor dem Nichts und suchte einen Beistand. Er erhoffte sich diesen vom verstorbenen Propheten Samuel. Eine Totenbeschwörerin sollte ihn aus dem Totenreich heraufholen. Gemeint ist hier nicht die Hölle, sondern eine Art »Wartezimmer«, in dem die Verstorbenen bis zur Auferstehung und zum Gericht versammelt sind (vgl. Luk. 16, 22-29; Offb. 20, 4. 5. 11-15). Es stellt sich die Frage, wie ein Mensch in den Bereich des Totenreiches eingreifen und einen Mann wie Samuel herbeischaffen kann. »Das Totenreich ist doch der Machtbereich Gottes, an dessen Grenze alle Macht der Menschen, aber auch des Teufels endet« (M. Holland). Demnach hatte die Frau von En-Dor keine Macht, mit Verstorbenen in Kontakt zu treten. »Da (aber) Samuel tatsächlich der Frau erschienen ist, müssen wir annehmen, dass hierGott Samuel geschickt hat, um Saul das Gericht anzukündigen« (M.Holland). (Lies 1. Sam. 2, 6.) Der am Boden zerstörte König erfährt nichts anderes, als dass seine Zeit abgelaufen ist. Die Erzfeinde Israels werden dem Heer eine große Niederlage bescheren. Für David aber ist die Zeit reif, sein Königtum anzutreten. Die jahrelange Hetzjagd durch Saul hatte ein Ende. - Die Totenbeschwörerin von En-Dor gewährte Saul noch eine Stärkung, bevor dieser mit seinen Begleitern in der Nacht verschwand, um am folgenden Tag auf tragische Weise mit seinen drei Söhnen im Kampf mit den Philistern den Tod zu finden (1. Sam. 31, 1-6). David jubelte nicht, als man ihm die Botschaft von den katastrophalen Ereignissen im Heer der Israeliten überbrachte. In tiefem Schmerz zerriss er seine Kleider und trauerte bis zum Abend (siehe 2. Sam. 1, 11. 12).

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MONTAG, 22. JANUAR

2. SAMUEL 1, 1-27

2. Das Blatt wendet sich

Es gibt Leute, die aus dem Unglück anderer Kapital zu schlagen wissen. Zu diesen gehörte der junge Mann vom Kriegsschauplatz. Mit zerrissenen Kleidern und Erde auf seinem Kopf, in der Hand Sauls Krone und Armspange, wirft er sich vor David zu Boden, um ihm die Ehre zu erweisen. Kam er wirklich aus dem Heerlager Israels (vgl. 1. Sam. 31, 8. 9)? Der Mann erzählt David eine Lügen-Geschichte und hofft, von diesem reich belohnt zu werden, hat er doch angeblich dessen Peiniger zur Strecke gebracht (vgl. 1. Sam. 31, 4. 5). Er machte die Rechnung ohne den Wirt. Zweimal hatte David sich geweigert, trotz der mehr als günstigen Gelegenheit, Saul zu töten (siehe 1. Sam. 24, 8; 26, 8. 9). Als »Gesalbter des Herrn« war Saul für ihn unantastbar, wenn er auch seinem Königtum keine Ehre machte. Von Gott war Saul einst zum König über Israel eingesetzt worden (1. Sam. 9, 27; 10, 1), und in Gottes Macht lag es, ihn wieder abzusetzen. »Er ändert Zeit und Stunde; er setzt Könige ab und Könige ein« (Dan. 2, 21). David respektierte die Zeiten und Pläne Gottes. Er sah darin ein schlimmes Unrecht, den Verlauf der Dinge eigenmächtig zu fördern und zu beschleunigen (vgl. 1. Mose 15, 18; 16, 1. 2. 15; 17, 18. 19). David konnte nicht zulassen, dass der Eindruck entstand, er habe sich den Königsthron durch eine Mordtat angeeignet. Deshalb wurde dem jungen Amalekiter seine erfundene Geschichte zum tödlichen Fallstrick (V. 13-16). - Die Klage Davids über Saul und Jonatan ist ergreifend (V. 17-27). Nicht ein negatives oder abwertendes Wort über seinen Verfolger ist darin zu vernehmen. Hat David inzwischen erkannt, wie sehr die Zeit seiner Flucht vor Saul ihm selbst zum Guten diente, indem sein Vertrauen auf den lebendigen Gott gewachsen und gereift war? War Gott ihm nicht gerade in der größten Bedrängnis besonders nahe gewesen? (Dazu Ps. 13, 1-6; 18, 1-7. 18-20. 29-36.)

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DIENSTAG, 23. JANUAR

2. SAMUEL 2, 1-11

3. Der Start in die neue Aufgabe

Nach menschlicher Vorstellung hätte es nach dem Tod Sauls zu einer Machtergreifung durch David kommen sollen. Doch dieser dachte nicht daran, wie ein Eroberer nach Israel einzumarschieren. Er ging behutsam vor: »Herr, soll ich . . . ?« Er brauchte und wollte den Rückhalt Gottes. Gerade jetzt, wo es galt, das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen. David wollte nicht selbstherrlich auftreten. Ganz bewusst stellte er sich unter die Leitung Gottes, den wahren und höchsten König. Nach Anweisung dieses Herrn zog David mit seinem Gefolge nach Hebron. Die Verhältnisse waren vorbereitet: Eine Abordnung der Bevölkerung kam zu ihm und salbte ihn zum König über Juda. Das war der Anfang seines Weges als König. Was wohl die Philister darüber dachten, als unversehens »ihr Eindringling« im Nachbarland auf dem Thron saß? Offensichtlich sahen sie darin noch keine Gefahr und verhielten sich still. Der Feind regt sich erst, wenn sein Gegner ihm zu stark zu werden droht. Das ist im Leben eines Christen nicht viel anders. Wenn er sich an den Maßstäben dieser Welt orientiert, sodass er sich kaum noch von den »Weltmenschen« unterscheidet, wird ihm der Widersacher Gottes nicht viel Beachtung schenken. Er hat ja den Gleichgültigen so gut wie in der Tasche. Er kann Satan nicht gefährlich werden. Aber die anderen, die ernsthaft Jesus nachfolgen, sind ihm ein Hindernis. Sie bringen seine Stellung ins Wanken. Besonders wenn sie beten und auch noch glauben, dass Gott sie erhört. So betrachtet, haben allerdings die Philister David unterschätzt.

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MITTWOCH, 24. JANUAR

2. SAMUEL 2, 5-11

Der Start Davids in seine neue Aufgabe hinein war geglückt. Wie er es einst versprochen hatte, so vermied er es, den Anhängern Sauls nachzustellen (1. Sam. 24, 22. 23). David würdigte die Leute von der Ortschaft Jabesch, die Saul und seine Söhne begraben hatten (1. Sam. 31, 11-13). Er lud sie indirekt ein, sich seiner Herrschaft zu unterstellen (V. 6. 7). Ob dies Abner dazu veranlasste, den Thron Sauls mit einem noch lebenden Sohn zu besetzen, um die Ausbreitung der Herrschaft Davids über die übrigen Stämme zu verhindern? Als Heeresoberster stand Abner einst neben Saul und beobachtete David, wie er Goliat entgegenlief (1. Sam. 17, 55-57). Es ist nicht ausgeschlossen, dass der Neid auf Davids Erfolge Abner dazu brachte, sich jetzt gegen den König von Juda zu stellen. Neid und Eifersucht sind langlebig und sehr giftig. Sie machen Kränkungen und Benachteiligungen unvergesslich und nähren die Lust nach Vergeltung. Abner wird sich als der Hüter des Vermächtnisses Sauls gesehen haben. Er wollte es David nicht gönnen, die Stellung Sauls einzunehmen. So ließ Abner den König von Juda sehr bald seine Feindschaft spüren und gab den Anlass zu einem gewalttätigen Kampf, den er verlor (siehe V. 12-17). Asaël, ein Neffe Davids, verfolgte Abner und wurde von diesem getötet (V. 18-23). Daraufhin versuchten Joab und Abischai, die beiden Brüder Asaëls, Abner einzufangen (V. 24). Da sich dieser aber plötzlich darauf besann, dass ihre Auseinandersetzung zu einem Bruderkrieg ausarten könnte, stellte Joab die Verfolgung des Mörders ein (V. 26-28). - Kriegsgeschichten in der Bibel? Und besonders solche, die im Zusammenhang stehen mit David, dem Vorläufer des zukünftigen Königs und Messiasµ, dessen Reich ein ewiges Reich sein wird? Es liegt in der Natur der Pläne Gottes, dass sie in dieser Welt den Widerstand derer herausfordern, die sich von Gott gelöst haben und dessen Ratschluss vereiteln wollen. (Lies 2. Kor. 2, 11; Luk. 22, 31. 32; 1. Petr. 5, 8. 9.)

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DONNERSTAG, 25. JANUAR

2. SAMUEL 3, 1-11

4. Wie man das Fähnchen nach dem Wind dreht Der Bruderkrieg hatte sich nicht verhindern lassen. »David aber wurde immer stärker, während das Haus Sauls immer schwächer wurde.« Die Hand Gottes stärkte und segnete das Haus Davids. Dies wird mit der Aufzählung seiner Frauen und Söhne unterstrichen. Regenten galten als besonders wohlhabend und einflussreich, wenn sie mehrere Frauen hatten. David folgte in dieser Sache den orientalischen Gepflogenheiten, da die alttestamentliche Rechtsprechung nirgends die Polygamie verbietet. Die Einehe bleibt aber die von Gott eingesetzte Ordnung, die Jesus bestätigt hat (lies 1. Mose 2, 24; Matth. 19, 4. 5; Eph. 5, 31-33; 1. Tim. 3, 2. 12; Tit. 1, 6). - Dass der Besitz von Frauen ein Zeugnis der Königsmacht war, zeigt sich auch in Vers 7. Abner, der bisher treu zum Hause Sauls und zu dessen Sohn Isch-Boschet gehalten hatte, nahm sich die Nebenfrau des verstorbenen Königs. Mit Recht sah Isch-Boschet darin ein schweres Vergehen, sogar einen Machtanspruch Abners auf das Königtum, den er um seinetwillen nicht dulden konnte (vgl. 1.Kön. 2, 13-18. 21-23). Diese Auseinandersetzung mit dem letzten Sohn Sauls kam Abner sehr gelegen. Sein Zornausbruch vertuschte zunächst seine wahren Absichten (V. 8), denn er konnte sich ausrechnen, dass der Tag, an dem David die Herrschaft über ganz Israel antreten würde, nicht mehr lange auf sich warten ließe. Was würde dann aus ihm werden? Musste er nicht beizeiten sein »Fähnchen« für die Judäer flattern lassen, auch wenn er sie als »Hundsköpfe« bezeichnete? Abner überlegte nicht lange, ergriff die Gelegenheit beim Schopf und verkündete dem erschrockenen König, sich als Vollstrecker des Gotteswillens ab sofort auf Davids Seite zu stellen (V. 10. 11). Er war dem Nachfolger Sauls nur so lange treu, wie es ihm Vorteile brachte.

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FREITAG, 26. JANUAR

2. SAMUEL 3, 12-21

Abner verstand es, sich für David interessant zu machen: »Siehe, meine Hand wird mit dir sein, um dir ganz Israel zuzuwenden.« Er war sich seiner Sache sicher und führte Verhandlungen mit den Ältesten Israels (V. 17. 18), mit dem Stamm Benjamin, aus deren Reihen Saul hervorgegangen war (V. 19a), und zog schließlich zu David nach Hebron, um sein Versprechen zu unterstreichen (V. 19b-21). David hatte keine Bedenken, die Dienste Abners anzunehmen. Nur eine Bedingung für das Bündnis nannte er: Man solle ihm seine Frau Michal bringen, die Saul eigenmächtig einem anderen Mann gegeben hatte, als David auf der Flucht war (V. 13-16). Michal hatte ihm erfinderisch dazu verholfen, der tödlichen Eifersucht Sauls zu entkommen (1. Sam. 19, 9-17). - Mit welchen Motiven auch immer Abner zugunsten Davids handelte, so dienten letztlich seine diplomatischen Bemühungen dazu, für David die Machtübernahme über ganz Israel vorzubereiten und einen Bürgerkrieg zu vermeiden. Insofern war Abner tatsächlich ein Handlanger Gottes. Deshalb traf es David hart, als er von dem Mord an Abner erfuhr (V. 26-28. 30). Würde man dem König von Juda diese Untat in die Schuhe schieben? Konnte er die elf Stämme davon überzeugen, dass ihn keine Schuld traf? Wenn nicht, dann war es unwahrscheinlich, dass er ganz Israel unter sich vereinen konnte, denn Abner hatte einen Namen im Volk. Die Erfüllung der Bestimmung Davids war gefährdet. Aber Gott verließ ihn nicht. Wir lesen Psalm 27 betend. - Davids Reaktion auf das Verbrechen, seine Trauer und die Art, wie Abner zu Grabe getragen wurde, überzeugte alle, dass David keine Schuld traf (V. 31-37). Er hatte guten Grund, Joab zu bestrafen (V. 23-26). Aber David ging einen anderen Weg (V. 31. 38. 39). (Lies Ps. 62,13; Spr.24, 12; Jer.17, 10; 32, 19; 1.Kor.3,8; Offb. 2, 23.)

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SAMSTAG, 27. JANUAR

2. SAMUEL 4, 1-12

5. Geduldiges Warten

Der gewaltsame Tod Abners erschütterte Israel. Sauls Sohn Isch-Boschet verließ aller Mut. Wer würde ihm jetzt beistehen? Im Volk brodelte es. Wann würde David die Herrschaft über ganz Israel antreten? Zwei Männer vom Stamm Benjamin hatten die Idee, dem Lauf der Dinge nachzuhelfen und sich selbst und für ihren Stamm bei David einen guten Namen zu machen. Sie machten in niederträchtiger Weise dem Leben Isch-Boschets ein Ende und erschienen mit dem Beweis ihrer Tat bei David. Zwar wussten sie nichts vom Ehrenwort Davids, den Nachkommen Sauls und Jonatans nicht nachzustellen, um sie zu vernichten. Aber rechtfertigte dies einen Mord? David hingegen wollte bei seinem Regierungsantritt nicht über Leichen gehen wie so viele Machthaber. Dass er das Leben seiner Feinde achtete, hatte er in langjähriger persönlicher Bedrängnis unter Beweis gestellt. Ihm lag viel mehr daran, dass das Volk ihn zum König haben wollte. Darum wartete David, bis dieser Zeitpunkt gekommen war. Isch-Boschet saß zwei Jahre auf seinem Thron. Davids Königsherrschaft nur über Juda währte dagegen siebeneinhalb Jahre. Er musste sich also auch nach dem Tod seines Rivalen in Geduld üben. Dass er das tat, zeugt von seiner Weisheit. (Lies Spr. 24, 5; Jak. 3, 13-18; 5, 10.) In harten Geduldsproben können wir uns an der Treue und Geduld Gottes orientieren und stärken. (Lies Neh. 9, 30a; Ps. 86, 15; 103, 8; 1. Kor. 10, 13; 2. Thess. 3, 3.) - Davids Geduld wurde belohnt: »Und alle Stämme Israels kamen nach Hebron« (siehe 2. Sam. 5, 1-3). Dabei wird deutlich, dass sich viele aus Israel schon vor Jahren darüber im Klaren waren, dass David, und nicht Saul, der von Gott erwählte König ist. Nun wird ihm das Vertrauen ausgesprochen. Kein Aufruhr, keine Gewaltanwendung begleiten Davids Machtübernahme. Das Volk heißt ihn freiwillig willkommen. (Vgl. Ps. 118, 25. 26; Matth. 21, 9; 23, 39.)

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DU, HERR, BIST MEIN ERRETTER - PSALM 18

SONNTAG, 28. JANUAR

PSALM 18, 1-51

Psalm 18 ist ein Loblied Davids auf seinen großen und wunderbaren Gott. Er befreite ihn mit seiner mächtigen Hand aus größten Gefahren und stellte sich an seine Seite. »Kurz vor Ende der Thronfolgekriege gegen Isch-Boschet, den Sohn Sauls, konnte David schon bekennen, Gott habe ihn aus aller Bedrängnis erlöst (2. Sam. 4, 9). Einige Zeit nach der Thronbesteigung, als er bereits in Jerusalem residierte, erinnerte Gott ihn daran, dass er ihm Ruhe geschafft habe vor allen seinen Feinden (2. Sam. 7, 5. 11). Aber es standen David, dem Knecht des Herrn, noch große Gefahren bevor, die schlimmste durch Absalom, seinen eigenen Sohn (2. Sam. 15-18). Doch am Ende seines Lebens konnte David rückblickend bezeugen: Der Herr lebt, der meine Seele aus aller Bedrängnis erlöst hat (1. Kön. 1, 29)« (B. Peters). Auffallend ist, dass sich David, wie Mose und Josua im Rückblick auf ihr Leben, als »Knecht des Herrn« bezeichnet und nicht als »König Israels«. Es war ihm größtes Vorrecht, ein Diener des Allerhöchsten zu sein, um in dieser Geisteshaltung ein Volk zu regieren. (Lies 5. Mose 34, 5; Jos. 1, 1. 2; 24, 29.) Immer wieder unterstellte David sich der »mächtigen Hand Gottes« (vgl. Jes. 57, 15; 1. Petr. 5, 6) und kam darüber zu Lob und Anbetung. David erlebte den Herrn als seinen mächtigen Retter, starken Beschützer und einzigartigen Verteidiger, der sich seinen Widersachern entgegenstellte. - Haben nicht auch wir allen Grund, unserem Herrn für die unzähligen Male erfahrener Bewahrung und Rettung zu danken? »Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren, . . . In wie viel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet!« (J. Neander). Mit Hilfe von 2. Mose 15, 1-14 und Psalm 98, 1-9 können wir ein ganz persönliches Dankgebet - nicht zuletzt für Zeiten der Anfechtungen - aufschreiben.

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MONTAG, 29. JANUAR

PSALM 116, 1-7; 18, 1-3

David konnte nach einem langen Leben sagen: Es gibt wirklich Sieg! - Er hatte zwar harte Zeiten durchzustehen, Tage, in denen ihm »das Wasser bis an die Kehle ging und vernichtende Fluten auf ihn einstürzten« (V. 5), katastrophale Tage, in denen er sich Angst einflößenden Feinden gegenübersah und von mächtigen Gegnern umzingelt war (V. 18. 19). Doch sie behielten nicht das letzte Wort. David bezeugt, dass der Herr ihn aus aller Not errettet hat, selbst von seinen »Hassern, die ihm zu mächtig waren«. - Gott fängt nicht nur an, uns zu erretten, er ist Tag für Tag für uns da. Sein Ziel ist unser Sieg! (Lies Luk. 10, 19; 2. Kor. 2, 14. 15.) Unmittelbar nach der Beschreibung der Situation Davids in Vers 1 erfolgt ein sehr persönliches Bekenntnis, in dem der Beter die Größe und Herrlichkeit des Herrn beschreibt: »Ich liebe dich, Herr«, »Herzlich lieb habe ich dich, Herr, meine Stärke!« Diese Worte sprechen von einer tiefen Vertrauens-Beziehung zwischen David und Gott - ein Vertrauen, das auch Treue und Zuverlässigkeit beinhaltet. Wenn wir jemanden schätzen oder lieb haben, sagen wir es ihm gerne auch mit Worten. Bringen wir Gott gegenüber doch viel mehr unsere Liebe zum Ausdruck! Er freut sich, wenn wir uns ihm zuwenden, ihn loben und anbeten - und sei es auch nur stotternd. Ein Vater freut sich selbst über gestammelte Worte seines Kindes, das auf die Liebe des Vaters antwortet und ihm sagt, wie sehr es ihn lieb hat. »Liebe, die sich nach oben richtet, ist Anbetung. Liebe, die sich nach außen richtet, ist Zuneigung. Liebe, die sich herabneigt, ist Gnade« (D. G. Barnhouse). (Lies Joh. 16, 27; 14, 23-26; Röm. 8, 26-29.)

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DIENSTAG, 30. JANUAR

PSALM 18, 2. 3; 27, 1. 2

»Du, Herr, bist mein Fels, meine Burg, mein Retter, du Gott, bist meine sichere Zuflucht, mein Beschützer, mein starker Helfer, meine Festung auf steiler Höhe! Zu dir kann ich fliehen . . . « (2. Sam. 22, 2. 3). David sang dieses Lied, nachdem Gott ihn errettet hatte, »weil er Lust an mir hatte« (Ps. 18, 20). Er fügte ein Stichwort zum anderen, um Gott mit den unterschiedlichen Namen anzusprechen und damit zu zeigen, wie vielfältig er Gottes Hilfe erfahren hatte, so »als wolle er Stein um Stein aufschichten zu einem Dankaltar« (H. Lamparter). Dreimal wiederholt David in unserem Psalm, du bist »mein Fels« (V. 3. 32. 47). Erinnerte sich der Beter an die Geschichte Israels, als Gott »die Felsen in der Wüste spaltete und sie tränkte mit Wasser in Fülle« (Ps. 78, 15)? Oder dachte er an die zerklüfteten Felsen, in denen er in großer Gefahr Unterschlupf fand (1. Sam. 22, 1)? David bezeichnete Gott als »meine Burg«. Sie war ein Ort sicherer Verwahrung. Gott selbst hatte ihn in »Verwahrung« vor seinen Feinden genommen. (Vgl. Ps. 31, 3. 4; 91, 2.) Weiter sprach David von Gott als »meinem Retter«. Das heißt so viel wie, er lässt mich ohne Schaden davonkommen, mit heiler Haut der Gefahr entrinnen (Ps. 31, 2; 37, 40). David nannte seinen Gott »mein Hort«. Bei Gott fand er einen Zufluchtsort, eine Unterkunft, einen Wohnort. (Vgl. 5. Mose 32, 4. 30. 31.) Für David war Gott wie »ein Schild«, hinter dem er sich bergen konnte. »Wie der Schild des Kriegers die Geschosse und Schläge der Angreifer auffängt, so steht der allmächtige und allgegenwärtige Gott selbst jedem Angriff auf jeden seiner Heiligen im Weg« (B. Peters; vgl. Ps. 3, 4; 35, 1. 2). Wenn David vom »Horn meines Heils« sprach, benützte er ein Symbol, das Gottes Macht und Stärke ausdrückte. Führt auch uns die Größe unseres Gottes zur Anbetung?

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MITTWOCH, 31. JANUAR

PSALM 18, 4-6; 2.CHRONIK 20, 22

»Ich rufe an den Herrn, den Hochgelobten, so werde ich vor meinen Feinden errettet.« David war sich der Tatsache bewusst, dass Gott sein Schreien hört und beantwortet. Wer ihn anruft, erlebt sein Handeln! »An manchen Türen ist zu lesen: Sprechstunde von . . . bis . . . Nicht so an der Tür Gottes. Der Zugang zu ihm ist Tag und Nacht offen. Jesus nahm sich Zeit bei Nacht (Joh. 3, 2) und bei Tag, auch wenn er müde war (Joh. 4, 6). Rufe zu jeder Zeit, besonders in Nöten. Paulus schrieb der Gemeinde in Ephesus von bösen Tagen (Eph. 6, 13). Wer kennt sie nicht? Doch gerade da ist unser Anruf bei Gott besonders erwünscht« (nach G. R. Brinke). (Lies Ps. 91, 15; 50, 15; 69, 14-19.) David kannte viele dunkle Tage. Er erinnerte sich: »Des Totenreiches Bande umfingen mich, und des Todes Stricke überwältigten mich.« Wie oft war er wehrlos ausgeliefert, gehasst und gejagt, gehetzt und verfolgt, tief verletzt und in Angst versunken - jeder Bedrängte kann sich hier wiederfinden. Aber David hielt daran fest, »ich werde gerettet«. »Errettung ist das Gegenteil von Enge und Gefangenschaft; sie verschafft die Möglichkeit und Fähigkeit ungehinderten Handelns. Die Bibel demonstriert an der Befreiung Israels aus Ägypten, dass Errettung Befreiung ist« (B. Peters). Sie hatte zum Ziel, dass das Volk Israel seinem Gott diente (2.Mose 4, 23). Im Neuen Testament bedeutet Errettung, besonders die Befreiung aus der Knechtschaft der Sünde, Befreiung von Schuld. Auch hier wird das Ziel, Gott zu dienen, betont. (Lies 1. Thess. 1, 9; Röm. 6, 18. 19.) Erstaunlich ist, dass wir in Psalm 18, 1-3 die dreifache Grundlage christlichen Glaubens finden. Liebe: »Ich liebe dich, Herr« (V. 2), Glaube: »Auf dich traue ich« (V. 3), Hoffnung: »Ich werde gerettet werden « (V. 4). Welch enge Beziehung muss David zu seinem Gott gehabt haben!

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