EIN LEBEN MIT GOTT

Neujahr,1.Januar 1.Mose 5,21-24; Römer 15,4.

Die Biografie Henochs nimmt in der Bibel wenig Raum ein. Es sind insgesamt nur acht Verse, in denen von Henoch berichtet wird. Sie stehen zum Teil im Alten und zum Teil im Neuen Testament (Hebr.11,5.6; Jud.14.15). Das Besondere dieser kurzen Lebensskizze ist, was in beiden Teilen über Henoch ausgesagt wird: „Henoch wandelte mit Gott... Weil Henoch mit Gott wandelte...“ Im Neuen Testament wird das Geheimnis seines Lebens mit Gott gelüftet: Er lebte „durch Glauben“! In Hebräer 11 wird der Glaube als die notwendige Voraussetzung eines Lebens mit Gott dargestellt. Der Glaube bleibt nicht ohne Wirkung. Er prägt ein Leben, das sich durch Ehrfurcht vor Gott, durch Anbetung und Hingabe an den Höchsten auszeichnet. Glaube heißt Zuflucht nehmen zu Jesus, dem Erlöser. Auf eine einfache Formel gebracht könnten wir sagen: Dem Wort Gottes gehorchen ist Glauben. (Lies Mark.1,15; Apg.16,31; Röm.16,25-27.) Unsere Gemeinschaft mit Gott gründet sich auf das unverbrüchliche Vertrauen zu ihm. „Wer Gott naht, der muss glauben, dass er ist und dass er denen, die ihn suchen, ein herrlicher Belohner ist.“ - „Henoch glaubte Gott!“ Er wurde 365 Jahre alt. Bei dieser Zahl können wir eine Brücke schlagen zu den 365 Tagen eines jeden Jahres. Heute stehen wir am Anfang eines neuen Jahres. Welch ein Segen für uns persönlich und welche Freude würde es für Gott bedeuten, wenn am Ende des Jahres über unserem Leben stünde: 365 Tage des Jahres 2003 „wandelte sie..., - wandelte er... mit Gott“ - sie haben sich nicht den Ansichten der Welt angepasst, sondern sich an Gottes Maßstäben orientiert. (Lies Eph.5,8-11; Phil.2,14.15; 2.Tim.3,14-17.)

Ein Leben, gegeben für den Herrn der Welt!

Ein Leben, gegeben für das, was wirklich zählt!

Ein Leben für Gott, für ihn allein, das soll mein Leben sein.

L.Di Nunzio

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Donnerstag,2.Januar 1.Mose 5,21-24; Psalm 90,12.

Das Kapitel, in dem der Bericht über Henoch im 1.Buch Mose steht, gibt uns einen Überblick über 1500 Jahre menschlicher Geschichte: Geburt und Tod, Leben und Sterben in unaufhörlicher Folge. Es ist eine unerbittliche Antwort auf die Lüge des Teufels gegenüber Eva: „Mitnichten werdet ihr sterben“ (1.Mose 3,1-4; Röm.3,23.24). Der Gang der Geschichte widerlegt die Lüge der Hölle. Nur ein einziges Mal in diesem Zeitraum benützt der Berichterstatter andere Worte. Anstatt nur die Eckdaten von Leben und Tod zu nennen, spricht er über die herausragende Lebensart eines Menschen: „Er wandelte mit Gott.“ Und das Ende von Henochs Leben wird nicht mit der unabänderlichen Tatsache beschlossen: „Und er starb“, sondern: „Er war nicht mehr, denn Gott nahm ihn hinweg.“ Warum wird der monotone Gang der Geschichte mit der steten Wiederholung „und er starb“ dieses eine Mal unterbrochen? „Henoch wandelte mit Gott!“ „Mit Gott gehen“ bedeutet Leben. (Lies Joh.8,51; 10,28; 11,25.26; Spr.12,28; vgl.Jes.35,8-10.) Wie die Hinwendung zu Gott geschah, erfahren wir nicht. Als Einschnitt in seinem Leben wird die Geburt des Sohnes genannt; wurde ihm da vielleicht die Bedeutung seines Namens bewusst? Henoch heißt nämlich „Einweihung“. Weihte er sich zu diesem Zeitpunkt seinem Gott? Gingen ihm mit 65 Jahren die Augen auf für die Welt Gottes und die Macht des Todes, der alle Menschen unterworfen sind? In seiner Generation war es nicht üblich, nach Gott zu fragen, denn Henoch lebte in einer Zeit der Loslösung von Gott, die zugleich von Fortschritt und Lust auf Genuss bestimmt war. Sein Zeitgenosse Lamech z.B. führte die Vielweiberei ein und machte sein Schwert zu seinem Gott (1.Mose 4,17-24). Henoch jedoch fand den Mut, als Einzelner auf Gottes Seite zu treten. Weil er das tat, wurde er dem bevorstehenden Gericht entnommen. (Lies 1.Mose 6,1ff; Röm.13,11-14; 2.Thess.2,11.12.)

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Freitag,3.Januar Hebräer 11,5; Psalm 119,5.59.104.162.

„Henoch wandelte mit Gott!“ Was das Wort „wandeln“ in sich schließt, wollen wir genauer beleuchten. Es gehört zu „wandern“ und bedeutet, sich hin und her wenden und alle Windungen beim Gehen mitmachen. Aber es bedeutet auch „sich ändern“. Wenn wir mit dem Herrn unterwegs sind wie Henoch, dann heißt es, den oft gewundenen Weg mit ihm zu bestehen, bei ihm zu bleiben und mit ihm Schritt zu halten, damit wir auch am Ziel mit ihm ankommen. Dabei lernen wir Gott kennen und werden in seine Art verwandelt. Das kann nur in gegenseitigem Vertrauen geschehen. Auf diesem Weg bleibt der Kampf gegen das Böse nicht aus. Doch Henoch blieb an der Seite Gottes. Er hasste, was Gott hasst, er liebte, was Gott liebt. „Ihr, die ihr den Herrn fürchtet, hasset das Böse.“ Die Liebe zu Gott und der Hass gegenüber dem Bösen ist Herzenssache. Wenn wir Gott wirklich lieben, ist die Trennung von allem, was ihm missfällt, unumgänglich. Deshalb wollen wir uns immer wieder fragen lassen: Wie steht es mit meiner Liebe? „Tut Schritte in der Liebe!“ (Lies Ps.97,10.11; Spr.3,5-7; 8,13.) In Jesaja 33 wird die Frage aufgeworfen: „Wer ist unter euch, der bei verzehrendem Feuer wohnen kann? Wer ist unter uns, der bei ewiger Glut wohnen kann? Wer in Gerechtigkeit wandelt und redet, was recht ist; wer schändlichen Gewinn hasst und seine Hände bewahrt, dass er nicht Geschenke nehme; wer seine Ohren zustopft, dass er nichts von Blutschuld höre, und seine Augen zuhält, dass er nichts Arges sehe.“ Henoch hielt es aus, in diesem verzehrenden Feuer der Gegenwart Gottes zu leben, weil er vom Unrechttun Abstand nahm. Sein Leben unterschied sich von dem seiner Umgebung: Er wandelte im Licht. Darum blieb er in der Gemeinschaft mit Gott. „Suchet das Gute und nicht das Böse, auf dass ihr leben könnt, so wird der Herr, der Gott Zebaoth, bei euch sein“ (Amos 5,14; lies Jes.33,14-17; Ps.15,1-5; 34,15; 37,27-31).

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Samstag,4.Januar 1.Mose 5,22; 17,1; Römer 8,28.

Wandeln mit Gott heißt auch „mit Gott übereinstimmen“. „Können etwa zwei miteinander wandern, sie seien denn einig untereinander? ... Gott der Herr tut nichts, er offenbare denn seinen Ratschluss den Propheten, seinen Knechten“ (Amos 3,3.7). Das Einverstandensein mit Gott setzt voraus, dass wir seiner Stimme lauschen und seinen Willen zu erkennen suchen, um dann ein Ja für seine Wege zu haben. Bei Henoch scheint das problemlos gegangen zu sein. Wie geht es uns? Vielleicht stimmen wir dem Plan Gottes im Allgemeinen zu, sind aber kritisch gegenüber seinen Wegen in unserem Leben. Im Großen und Ganzen sagen wir „ja“, aber in den einzelnen Fragen handeln wir lieber nach unserem eigenen Gutdünken, weil wir letztlich Gott doch nicht trauen, ob er es gut mit uns meint. Wir würden das mit unseren Worten niemals so ausdrücken, aber unsere Haltung lässt erkennen, dass wir sortieren! (Lies Matth.26,39-41; Apg.20,22-24; 21,13.) In Übereinstimmung mit Gott wandeln, wie Henoch es tat, bedeutet das Ende aller Auflehnung gegen eine unverstandene Führung. Es gibt nichts Großes und nichts Kleines in unserem Leben, das nicht von Gott zugelassen und hineingeordnet wäre. „Was ich tue, verstehst du jetzt nicht; du wirst es aber hernach erfahren.“ „Gott ist in allem. Die Ereignisse kommen aus seiner Hand auf uns zu, so schlimm oder übel uns auch manchmal die menschliche Mitwirkung oder die Begleitumstände erscheinen mögen“ (C.Marschall). (Lies Ps.119,75-77; Hebr.12,5-11.) Mit Gott wandeln können wir nur, wenn wir einverstanden sind mit seinem Willen. Henoch wandelte 300 Jahre eindeutig mit Gott. Er stritt nicht gegen Gott auf dem langen Weg. Sein Leben war in Gottes Ratschluss eingebunden, verknüpft mit dem Leiden und mit der rettenden Kraft Gottes. „Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten und von Herzen dir nachwandeln! ... Sie gehen von Kraft zu Kraft und schauen den wahren Gott in Zion“ (Ps.84,6-8.12.13).

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Sonntag,5.Januar 1.Mose 5,21-24; Psalm 91,1.2.14-16.

Gegenseitiges Vertrauen ist notwendig zu einem gemeinsamen Wandel. Henoch vertraute Gott, der ihm einen Neuanfang geschenkt hatte, völlig. Er vertraute auf Gottes Liebe, seine Güte, Weisheit und Allmacht und hoffte, dass Gott auch seinen Zeitgenossen zu einem neuen Leben helfen konnte. Weil Henoch mit Gott wandelte, vertraute der Herr auch ihm und offenbarte ihm, was er tun wollte. Darüber konnte Henoch nicht schweigen: „Es hat aber Henoch geweissagt und gesagt: Schaut, der Herr kommt mit seinen heiligen Zehntausenden, um Gericht zu üben über alle Welt. Er wird alle Gottlosen überführen und strafen wegen ihrer gottlosen Taten, mit denen sie gefrevelt haben, und wegen all der frechen Worte, die gottvergessene Sünder gegen ihn redeten“ (Jud.14.15). Die Menschen seiner Umgebung gingen nicht ungewarnt der Sintflut entgegen. Im Blick auf einen anderen Vertrauten sagt Gott: „Sollte ich vor Abraham verbergen, was ich tun will; denn ich habe ihn erkannt.“ Auch Abraham teilte Gottes Interessen, er war wach für ihn und seine Aufträge. (Lies 1.Mose 18,17-21; Joh.15,15; 1.Kor.2,9.10.) Wir wollen uns fragen, ob Jesus, der unser Innerstes kennt, uns seine persönlichen Pläne anvertrauen kann. Oder steht unser Ich mit seinen eigenen Interessen so im Vordergrund, dass der Herr unser Ohr nicht erreicht? Wir brauchen für Gottes Stimme geöffnete Ohren, „Ohren des Herzens“ sozusagen, damit wir in unserem sehr unterschiedlichen Alltag mit ihm wandeln können. Die Jünger waren im Gespräch über Jesus, Marta war tätig für Jesus, aber Maria „setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seiner Rede zu“. (Lies Luk.10,38-42; 5.Mose 33,3.) Gott sucht nach Menschen, die in einer so lauten Zeit wie der unsrigen, in einer Zeit der vielen Worte auf ihn hören und ihm in rechter Weise dienen. „Das Geheimnis des Herrn, seine vertraute Mitteilung ist für die, die in Ehrfurcht vor ihm wandeln.“ (Lies Spr.8,32.33.)

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Montag,6.Januar Hebräer 11,5; Psalm 17,5.

Während 300 Jahren hielt Henoch Schritt mit Gott. Er lief nicht voraus, und er hinkte nicht hinterher. Im gut gemeinten Eifer wollen wir oft handeln und kommen Gott zuvor oder zögern und versäumen den nächsten Schritt an seiner Seite. So ging es Petrus. Im Garten Gethsemane handelte er voreilig. Jesus musste ihm sagen: „Stecke dein Schwert in die Scheide.“ Und nach der Gefangennahme folgte Petrus ihm von ferne und wärmte sich am Feuer der Feinde. Erst Heldenmut, dann feiges Verleugnen - das ist kein Wandel mit Gott. Wer mit Gott wandelt, der unternimmt nichts ohne seinen Willen. Dazu ist die betende Verbindung nötig. „An seinen Schritten hat mein Fuß festgehalten; seine Wege habe ich beobachtet und bin nicht abgewichen. Von dem Gebot seiner Lippen bin ich nicht abgewichen; ich habe die Worte seines Mundes verwahrt - mehr als meinen eigenen Vorsatz“ (Hiob 23,11.12; 31,4; 34,21; vgl.2.Sam.5,17-25). Wenn wir mit Jesus unseren Weg gehen wollen, können wir im Bild gesprochen keine Seitenwege einschlagen, nicht zurückbleiben, wir müssen mit ihm Schritt halten, damit wir immer in Hörweite sind. Das heißt, „durch Glauben leben“, wobei man fragt und abhängig bleibt, und den Mut hat, zu warten, bis Gott spricht. „Wer glaubt, wird nicht ängstlich eilen“ (Jes.28,16; Ps.101,6). In 1.Mose 4,17-24 erleben wir eine atemberaubende Entwicklung in technischer und künstlerischer Hinsicht, jedoch gepaart mit irdischen Interessen: mit Reichtum, Frauen, Unabhängigkeit und Gottlosigkeit. In solch einer Umgebung „wandelte Henoch mit Gott“. Er war ein Mensch des Gegensatzes. Zu jeder Zeit macht es Gott möglich, dass wir in seinen Wegen gehen und mit ihm Schritt halten können, weil sein Wort zu uns spricht. „Meine Seele folgt dir unmittelbar nach, es hält mich aufrecht deine Rechte“ (Ps.63,9; lies Dan.1,8.9; 6,1-5; Ps.37,34).

Ich bin bei dir an jedem Tage, ich höre dich, wo du auch bist,

vertraue mir, mit mir es wage: Dem Glauben alles möglich ist.

Der Glaubende, er wird erfahren: Ich bin bei dir zu aller Zeit.

Ich bin bereit zu offenbaren all meine Macht und Herrlichkeit.

Diakonissenmutterhaus Aidlingen

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Dienstag,7.Januar Hebräer 11,5; 2.Petrus 1,3-11.

„Auf Grund seines Glaubens wurde Henoch aus der Welt zum Himmel entrückt, sodass er den Tod nicht sah; und er war nicht mehr auf Erden zu finden, weil Gott ihn entrückt hatte.“ Sein Glaube machte Henoch „passend zum Anteil der Heiligen im Licht“, sodass Gott „seinen Leib der Niedrigkeit in einem Augenblick mit Unsterblichkeit und Herrlichkeit überkleiden“, das heißt ihn zum Himmel entrücken konnte, ohne dass er den Tod sah (Kol.1,12; Phil.3,21). Ehe das furchtbare Strafgericht der Sintflut über die Welt hereinbrach, wurde Henoch in die Herrlichkeit Gottes aufgenommen. Als Gottes Prophet hatte er Gott gedient, um seinen gottlosen Zeitgenossen den Zorn Gottes zu zeigen. Ihm selber wurde das Gericht erspart. (Lies Röm.5,8-10; Offb.3,10.) Wenn wir mit den Menschen um uns herum über Gottes Wort sprechen, dann dürfen wir nicht nur von der Liebe Gottes reden, wir dürfen ihnen nicht das Gericht verschweigen, um sie zu warnen, damit sie eine Chance zur Umkehr haben. Die Bibel sagt: „Denn Gottes Zorn wird vom Himmel her offenbart über alles gottlose Wesen und alle Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten“ (Röm.1,18; lies Joh.3,36; Eph.5,6). Wie Henoch den Zorn Gottes ankündigte, ohne ihn selber zu erleiden, so werden es einmal diejenigen erleben, die ihr Leben Jesus anvertraut haben. „Wir aber, die wir dem Tag der Herrlichkeit angehören, wollen ganz wach und nüchtern sein. Wie ein Panzer soll unser Vertrauen und unsere Liebe zu Gott und den Menschen uns decken, und wie ein leuchtender Helm soll uns die herrliche Aussicht auf die nahe Seligkeit krönen. Gott hat uns nicht dazu bestimmt, seinem Zorngericht anheimzufallen; vielmehr sind wir ausersehen zur Erlangung der Seligkeit durch unseren Herrn Jesus Christus“ (1.Thess.5,8.9; vgl.1.Thess.1,10; Jes.57,1.2).

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Mittwoch,8.Januar Hebräer 11,5; 1.Johannes 2,17.25.28.

„Durch Glauben wurde Henoch entrückt, damit er den Tod nicht sehen sollte, und er wurde nicht gefunden, weil Gott ihn entrückt hatte.“ Je mehr das Böse unter den Menschen zunimmt und die Katastrophen sich häufen, gewinnt dieses Wort an Bedeutung. Für manche unter uns kann es ganz wörtlich wahr werden. Jesus kommt wieder! Paulus schrieb den Glaubenden seiner Tage, dass sie dem Herrn entgegengerückt werden in der Luft. „Wir, die Glaubenden, werden nicht alle entschlafen, nicht alle sterben. Wir werden aber alle verwandelt werden, das heißt: unser sterblicher Leib wird zur Unsterblichkeit, zu wunderbarer Herrlichkeit umgestaltet werden, und zwar in einem Nu, in einem Augenblick, bei dem letzten Posaunensignal.“ (Lies 1.Kor.15,51.52.) An anderer Stelle schreibt er, dass die bei der Wiederkunft Christi auf Erden lebenden Glaubenden nicht entkleidet, sondern mit Unsterblichkeit überkleidet werden. Die Glaubenden aber, die nicht mehr auf Erden sind, werden auferweckt und bekleidet werden mit Herrlichkeit. (Lies 2.Kor.4,14-5,9.) Alle Erlösten werden gemeinsam in einer lichten Wolke emporgehoben, um Jesus Christus zu begegnen und für immer mit ihm vereinigt zu sein. „Unsere Heimat und unser Ziel liegt in den himmlischen Welten. Von dort erwarten wir sehnlich unseren Herrn Jesus Christus als Retter zurück. Er wird dann unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten, damit er seinem Herrlichkeitsleibe gleich sei“ (1.Thess.4,17; Phil.3,20.21). Diesen wunderbaren Ausgang des irdischen Lebens und den Eingang in seine Herrlichkeit hat Jesus den Seinen mit seinem Tod am Kreuz erkauft. Er sagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben, wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist; und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit.“ (Lies Joh.6,40; Röm.6,22.23; Hebr.9,27.28.)

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Donnerstag,9.Januar 1.Mose 5,23.24; 1.Petrus 1,13-17.

Mit der Aussicht, dass Jesus bald wiederkommen und uns zur Herrlichkeit heimholen wird, sagt Paulus: „Gestaltet eure Lebensführung nicht nach der Welt Weise und seid ihr nicht gleich; bildet euch nicht nach den Grundsätzen dieser Weltzeit. Lasst euch vielmehr umwandeln, da ihr ja einen neuen Sinn empfangen habt. Dann werdet ihr auch imstande sein, zu prüfen und zu erkennen, was der Wille Gottes ist, das heißt: was gut und wohlgefällig und vollkommen in seinen Augen ist“ (Röm.12,2; lies Spr.3,3.4; Ps.143,10). Ein Leben, das nicht mit dem Kommen des Herrn Jesus in naher Zukunft rechnet, ist in Gefahr, oberflächlich und weltförmig zu werden. Aber das gegenwärtig Sichtbare ist nicht die ganze Wirklichkeit, die Ewigkeit bei Gott ist unsere eigentliche Bestimmung. Wir sind „Kinder des kommenden Tages der Herrlichkeit“. Das ist uns wahrscheinlich nicht neu, aber entscheidend ist, dass wir nicht nur darum wissen, sondern auch danach leben. Wenn wir unsere Zeit als letzte Stunde auf Erden verstehen, dann sollten wir unsere Tage wach durchleben. „Deshalb sind wir voll Eifer und setzen alles daran, ihm wohlgefällig zu sein.“ „Und nun, liebe Brüder, ihr habt ja schon von uns gehört, wie ihr wandeln müsst, um Gott zu gefallen. Ihr seid auch auf dem rechten Weg. Doch bitten und ermahnen wir euch in dem Herrn Jesus, dass ihr im neuen Leben noch eifriger fortschreitet als bisher. Denn dies ist der Wille Gottes: eure Heiligung“ (1.Thess.4,1-3a; lies Luk.12,35-40; Phil.1,9-11; Kol.1,9.10). „Dem aber, der euch zu bewahren vermag, dass ihr nicht zu Fall kommt, und der es euch schenken kann, vor seiner Herrlichkeit tadellos und mit jubelnder Freude zu erscheinen - dem alleinigen Gott, unserem Retter durch unseren Herrn Jesus Christus, ihm gebührt Herrlichkeit und Majestät, Macht und Gewalt wie vor aller Zeit, so auch jetzt und in alle Ewigkeit! Amen“ (Jud.24.25).

Brüder, lernt es auszuharren, in den Leiden und Gefahren

sucht die Hoffnung zu bewahren: Er kommt wieder, Jesus kommt!

Freunde, vorwärts ohne Klagen; wagt es, Christi Kreuz zu tragen!

Bald schon wird der Morgen tagen: Er kommt wieder, Jesus kommt!

Joh.de Heer

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GOTTES ANRECHT AUF UNSERE FREUDE

Freitag,10.Januar Psalm 81,1-17; 1.Chronik 16,7-10.

Psalm 81 beginnt mit verschiedenen Befehlen zur Freude: „Singt fröhlich, jauchzt, stimmt ein Lied an, nehmt die Pauke zur Hand, die Harfe, blast in die Posaune!“ Verschieden wird Vers 5 übersetzt: „Das ist eine Satzung für Israel, eine Ordnung des Gottes Jakobs. Das hat er zum Zeugnis gesetzt für Josef." Oder: „Es ist Israels Pflicht, Gott hat ein Anrecht darauf. Er verordnete es zum Zeugnis.“ Wir merken, es ist Gott nicht gleichgültig, wie unsere Verfassung, unsere Stimmung ist: ob wir unzufrieden und unglücklich verkümmern oder ob wir erfreut sind und unserer Freude entsprechenden Ausdruck geben. Es wird hier gesagt, dass Gott ein Recht auf unsere Freude hat und dass die Freude als ein Zeugnis für Gott wirkt. Wollen wir unser Leben daraufhin ansehen, vielleicht einmal die Tage der vergangenen Woche an uns vorüberziehen lassen? Ist dankbare Freude an Gottes Ohr gekommen? Hat unsere Umgebung ein freudiges Zeugnis gesehen oder gehört? Spürte man etwas von der Freude der Gemeinschaft mit Gott? (Lies Ps.16,2.3.5-11; 28,7; 32,11; 64,11.) Die Ausleger sind sich nicht einig darüber, um welches der Feste es sich handelt, zu dem der Psalmist zum freudigen Gotteslob aufruft. Wenn diese Frage offen bleibt, beeinträchtigt es unsere Beschäftigung mit Psalm 81 in keiner Weise. Die Feste Israels mit den vorgeschriebenen Opfern und der Freude des Volkes sind ein Hinweis auf Jesus und was er uns mit seinem Opfer auf Golgatha erwirkt hat. Paulus schreibt. „Denn auch unser Passalamm ist geschlachtet worden: Christus. Darum lasst uns Festfeier halten“ (1.Kor.5,7.8; lies 5.Mose 16,10-15; Neh.8,10-12).

Seid fröhlich, ihr Christen, hört auf, immerfort zu klagen!

Wenn ihr keinen Grund zur Freude habt, wer hat ihn dann?

Denn Gott ist durch Jesus unser Vater geworden,

und er weiß, was wir brauchen, und gibt es uns gern.

Selbst große Schwierigkeiten sind Zeichen der Liebe Gottes.

Fangt an, wieder neu zu danken, und preist euren Herrn!

D.Strauch

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Samstag,11.Januar Psalm 81,1.2; 34,1-4.

„Singt fröhlich Gott, der unsre Stärke ist, jauchzt dem Gott Jakobs.“ Der Freudenbefehl richtet sich an eine Mehrzahl von Personen. Die Freude über Gott verbindet, schließt zusammen zum Dank und zum Lob des Herrn. In der gemeinsamen Freude liegt auch Hilfe für den, der im Augenblick aus irgendeinem Grund stumm ist, niedergeschlagen, vielleicht auch durch Sünde blockiert. „Singt, jauchzt!“ Für Christen ist eines wichtig: man darf nicht unter dem Druck der Last bleiben. Was für eine Last es auch ist, wir können sie bei Gott abladen und in der Freiheit, zu der Christus uns befreit hat, weitergehen. „Ich habe gesündigt vor dem Himmel und vor dir... Und sie fingen an, fröhlich zu sein.“ (Lies Ps.51,12-14.) „Du sollst fröhlich sein vor dem Herrn, deinem Gott.“ „Dienet dem Herrn mit Freuden, kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken!“ „Seid nicht bekümmert, denn die Freude am Herrn ist eure Stärke.“ „Weil du dem Herrn, deinem Gott, nicht gedient hast mit Freude und Lust deines Herzens, obwohl du Überfluss hattest in allem, wirst du deinen Feinden dienen.“ In Israel gab es Leute, die Überfluss hatten in allem; sie versäumten aber, dem Herrn fröhlich zu dienen. Sie gingen zwar mit, aber nicht mit einem fröhlichen Herzen. (Lies Ps.9,1-4; 100,1-5; 107,21.22; Phil.4,4.) Die Apostel waren ein Zeugnis dafür, dass Freude nicht abhängig ist von den Verhältnissen, in denen man lebt, von dem Druck, unter dem man steht. „Wir haben allerlei Kummer und Herzeleid und können uns dennoch beständig freuen“ (2.Kor.6,10). Obwohl geschlagen und mit Redeverbot belegt, gingen Petrus und Johannes „fröhlich von dem Hohen Rat fort, weil sie würdig gewesen waren, um seines Namens willen Schmach zu leiden“. Die Freude drängte sie, Christus zu verkündigen, und das bestimmte ihren weiteren Weg. (Lies Apg.5,40-42; 16,23-25; Phil.1,17.18; Jak.1,2-4.)

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Sonntag,12.Januar Psalm 81,2; Jesaja 40,26-31.

Wir wollen auf die Namen Gottes achten, die in diesem Freudenpsalm vorkommen. „Gott, der unsere Stärke ist - der Gott Jakobs.“ Wenn Jesaja die Verheißung ausspricht: „Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter“, dann fährt er fort: „Man nennt seinen Namen Kraft, starker Gott.“ „Ihr Erlöser ist stark!“ Johannes, der Jünger Jesu, gibt die Erfahrung weiter: „Der in euch ist, ist mächtiger und größer als der, der in der Welt ist.“ Und der Apostel Paulus behauptete kühn: „Ich vermag alles durch den, der mich stärkt.“ Er hatte Lebensverbindung mit dem „Gott, der unsere Stärke ist“. Gottes Kraft war in ihm wirksam. (Lies Eph.3,16; 6,10; Sach.10,11.12; Jes.12,2; Micha 3,8.) Der zweite Name lautet: „Der Gott Jakobs.“ „Der Gott Jakobs ist er als der, der den Sünder begnadigt. Gott hielt Jakob die Treue, auch als dieser versagte“ (H.Brandenburg). Dass Gott diesen Namen angenommen hat, bleibt für uns immer ein Grund tiefer Freude. Der Name „Gott Jakobs“ besagt, dass es für jeden von uns Rettung gibt. „Wohl dem“ oder „glückselig der, dessen Hilfe der Gott Jakobs ist... Er ist's, der Treue hält ewiglich, der Recht schafft denen, die Gewalt leiden, der die Hungrigen speist. Der Herr macht die Gefangenen frei. Der Herr macht die Blinden sehend. Der Herr richtet auf die Niedergeschlagenen. Der Herr liebt die Gerechten. Der Herr behütet die Fremdlinge und erhält Waisen und Witwen“ (Ps.146,6-8). Der Gott Jakobs ist für Schutzbedürftige da: „Der Name des Gottes Jakobs schütze dich! Er sende dir Hilfe vom Heiligtum.“ Er ist das Gegenüber für die Beter: „Herr, Gott der Heerscharen, höre mein Gebet; vernimm es, Gott Jakobs“ (Ps.20,1.2; 84,9; lies Spr.18,10).

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Montag,13.Januar Psalm 81,2; 1.Mose 32,27-31.

Der gnädige und treue Gott Jakobs erbarmt sich auch heute noch über Sünder und Versager. „Wer zu mir kommt - wie auch immer -, den werde ich nicht hinausstoßen.“ „Wenn der Name Jakobs vorkommt, werden wir an List und Unlauterkeit erinnert, die tief in seiner Natur verwurzelt war. Nicht nur seinen Vater und seinen Bruder betrog er, auch in der Zeit, die er in Haran verbrachte, lag manches, was anstößig war. Leute wie Jakob haben es oft schwer, in Gottes Licht zu treten und in seinem Licht zu wandeln, bis die auf ihnen liegende Dunkelheit ganz durchbrochen ist“ (F.B.Meyer). (Lies Jes.2,5; 1.Joh.1,6.7.) Jakob, der Unlautere, der Überlister! Ist unser alter Mensch nicht sehr schlau darin, andere zu überlisten oder in der Unwahrheit zu leben? Es gibt einen Gott Jakobs! Der wurde mit Jakob fertig. Als Jakob merkte, dass er unbedingt auf Gottes Hilfe und Heil angewiesen war, rief er aus: „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn.“ Und wirklich, Gott schenkte ihm Gnade und Vergebung und die Kraft, dass er ein völlig neues Leben beginnen konnte. Dazu gab ihm Gott den neuen Namen: „Nicht mehr Jakob - Überlister - sollst du heißen, sondern Israel - Gotteskämpfer.“ - Am Ende seines Lebens sagte Jakob von seinem Gott: „Der Gott, der mich geweidet hat, seitdem ich bin bis auf diesen Tag, der Engel, der mich erlöst hat von allem Übel“ (1.Mose 48,15.16). Bei diesem Rückblick konnte er Gott aus tiefstem Herzen danken. Er hatte Gottes Hirtentreue erfahren. Durch Gottes Macht war sein Leben verwandelt. Der allmächtige, ewig treue Gott hatte wunderbar an ihm gehandelt, über ihm gewacht und ihn ans Ziel gebracht. „Jauchzt dem Gott Jakobs!“ (Lies Jes.41,14; Ps.44,5-9; Röm.7,22-8,2; Gal.2,20.)

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Dienstag,14.Januar Psalm 81,7.8; Psalm 71,19-23.

„Singt fröhlich, jauchzt dem Gott Jakobs; denn das ist Israels Pflicht, der Gott Jakobs hat ein Anrecht darauf.“ Warum hat Gott ein Recht auf unsere Freude? Asaf zeigt es uns in seinem Lied:

Die Treue Gottes für sein Volk, für uns, ist wirklich Grund genug zur Freude. „Singt dem Herrn ein neues Lied! Preist ihn, wenn ihr zusammenkommt... Alle, die dem Herrn gehören, sollen jubeln, weil er sie zu Ehren gebracht hat. Sie sollen vor Freude singen, auch in der Nacht. Mit lauter Stimme sollen sie ihn preisen“ (Ps.149,1-5; lies Luk.15,23.24.32; Ps.103,1-4). Wir wollen uns Gottes Tun im Einzelnen vor Augen stellen.

Gott führt in die Freiheit

Der Prediger C.H.Spurgeon sagt: „Israel erhielt seine Magna Charta (sein erstes Grundgesetz) als ein freies Geschenk der göttlichen Macht. Der Tragkorb wurde dem Volk nicht mehr aufgezwungen, noch wurde ihnen die Zahl der Ziegel abverlangt, denn sie kamen in ein freies Land, wo niemand etwas von ihnen erpressen konnte. (Lies Ps.66,1-17.) Wir sehen darin ein Vorbild für die Befreiung der Gläubigen aus der Knechtschaft des Gesetzes, wenn die Bürde der Sünde in das Grab des Erlösers sinkt und die knechtische Arbeit der Selbstgerechtigkeit auf immer ein Ende hat.“ - „Für die Freiheit hat Christus euch frei gemacht. So steht nun fest und lasst euch nicht wieder in ein Joch der Knechtschaft spannen“ (Gal.5,1; lies 5.Mose 7,6-8; Eph.2,4-9).

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Mittwoch,15.Januar Psalm 81,7; 2.Mose 1,13.14; 2,21-25; 3,7-10.

„Ich habe ihre Schultern von der Last befreit und ihre Hände vom Tragkorb erlöst.“ Der Zug nach Freiheit ist sehr stark bei uns Menschen. Wir setzen alles daran, sie zu erlangen, und kommen dabei doch immer mehr in Unfreiheit hinein. Unfreiheit ist eine Qual. Die tiefste Freiheit, die wir suchen und brauchen, ist die Befreiung aus der Sündenknechtschaft, aus den Zwängen unseres alten Menschen. (Lies Apg.26,18; 2.Kor.4,3.4; Hebr.2,14.15.) Viele Menschen erkennen nicht, was wahre Freiheit ist. „Sie suchen, was sie nicht finden...“, heißt es in einem Lied. Gott sieht das Verlangen nach Freiheit, und er hat einen Weg gefunden, wie sie zu erlangen ist. Er gab seinen eigenen Sohn in den Tod als Preis für unsere Freiheit. „Nicht mit vergänglichen Werten, mit Silber oder Gold seid ihr losgekauft worden,... sondern mit dem kostbaren Blut Christi.“ Wenn Jesus uns von der Sünde erlöst, frei gemacht hat, können wir „singen und jauchzen“. „Sie fingen an, fröhlich zu sein!“ „Wie köstlich ist deine Güte, o Gott; bei dir finden Menschen Schutz und Sicherheit. Aus deinem Überfluss schenkst du ihnen mehr als genug; mit Freude und Wonne überschüttest du sie. Du bist die Quelle - alles Leben strömt aus dir!“ (1.Petr.1,18.19; Luk.15,24; Ps.36,8-10; lies Kol.1,12.14; Gal.1,4; Jes.53,5.6; 61,1). Wir sind Befreite, mögen Menschen äußerlich auch noch Macht über uns haben, denn wir dürfen leben aus der Kraft, die uns unser Befreier schenkt. Freiheit ist nicht ein Ziel, das wir erreichen oder uns erkämpfen müssen. Sie ist das Geschenk des Herrn Jesus an seine Erlösten. „Ihr sollt erkennen, wie mächtig seine Kraft sich zeigt in uns, den Glaubenden.“ Darum: „Sei stark in der Gnade - in der Freiheit -, die für dich in Christus Jesus ist!“

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Donnerstag,16.Januar Psalm 81,7; Jesaja 9,1-3.

„Ich habe ihre Schultern von der Last befreit und ihre Hände vom Tragkorb erlöst.“ Dieses Wort bedeutet eine wunderbare Hilfe für jeden, der eine Last trägt. Nicht unsere Schultern müssen die Kraft aufbringen, die Last zu tragen. Er befreit uns von der Last, indem er sie trägt. „Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet. Ich werde euch Frieden geben... Ich meine es gut mit euch und bürde euch keine unerträgliche Last auf.“ „Gepriesen sei der Herr! Tag für Tag trägt er unsere Last. Gott ist unsere Hilfe. Sind wir in Not, so greift er ein“ (Matth.11,28.30; Ps.68,20). Jesus, unser Hoherpriester, trägt unsere Namen auf seiner Schulter und auf seinem Herzen. Er betet für uns und unsere Lasten. Das war die Aufgabe des Hohenpriesters im Alten Bund. (Lies 2.Mose 28,12.29.) Norman Grubb, der über eine lange Zeit Leiter des Missionswerkes WEC - Weltweiter Einsatz für Christus - war, sagte bei einem Besuch in unserem Mutterhaus: „Nein, die Last der Verantwortung für die Mission und für die vielen Mitarbeiter trage ich nicht auf meinen Schultern, die liegt auf den Schultern meines Herrn.“ „Lege deine Last auf ihn, alle deine Not ihm sage, sein Herz hört auf deine Klage, o leg alle Last auf ihn!“ (Lies Ps.50,15; 22,11.12.20-22; 34,7.18; 37,39.40; 91,14-16.) Verantwortung, Sorgen, Probleme dürfen wir im Gebet zu unserem himmlischen Vater bringen, unsere Leiden und Mühen trägt er mit uns. Darin liegt die Hilfe, dass er nicht fern von uns ist, sondern nahe genug, um mitzutragen. „Wälze die Last deines Weges auf ihn!“ „Wälze deine Werke auf ihn!“ (Ps.37,5; Spr.16,3; lies Ps.55,23; 60,13.14). Gott ist der Große, der Starke, mit seiner Kraft dürfen wir allezeit rechnen. Weil Paulus Gottes Kraft kannte, konnte er von der „leichten Drangsal“ schreiben. „Unsere Drangsal, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über die Maßen gewichtige Herrlichkeit“ (2.Kor.4,17.18).

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Freitag,17.Januar Psalm 81,8; Jesaja 43,11; 45,22.

Gott rettet sein Volk

Warum hat Gott ein Recht auf unsere Freude? Weil er der Retter ist. „Als du in der Not zu mir schriest, rettete ich dich.“ Der Sohn Gottes sollte bei seinem Kommen in die Welt den Namen „Jesus“ erhalten. „Der Engel des Herrn sagte zu Josef: Du sollst ihm den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden“ (Matth.1,21). Wenn wir dem Herrn gehören und an den Tag denken, an dem wir bewusst Jesus anriefen und er uns annahm, dann erinnern wir uns auch an die große Freude, die uns erfüllte. Vielleicht ist sie verblasst, vielleicht ist es uns selbstverständlich geworden, dass Jesus unser Retter ist. Muss Gott im gegenwärtigen Augenblick die Freude, den Jubel vermissen? „Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat: der dir alle deine Sünden vergibt..., der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönt mit Gnade und Barmherzigkeit!“ (Lies Ps.57,3.4.7-12; 86,12.13; 145,21.) Rettung haben wir täglich nötig, und sie ist auch täglich vorhanden. Rettung ist uns für alle Stunden und alle Situationen zugesagt. „Jesus hat, weil er ewig bleibt, ein unvergängliches Priestertum. Daher kann er auch bis aufs Äußerste die retten, die durch ihn zu Gott kommen, da er immerdar lebt, um für sie einzutreten“ (Hebr.7,25; lies Jes.61,3; Apg.5,17-24; 1.Tim.1,15; 1.Joh.4,14). Bei einem Zeltdienst gab der Evangelist Samuel Zeller ein persönliches Zeugnis. Er erzählte, dass er als junger Mann sehr gegen seine sinnliche Natur kämpfte. Die Not brachte ihn fast zur Verzweiflung. Durch das Lied „Jesus errettet mich jetzt!“, das jemand im Nebenzimmer sang, erkannte er aufs Neue die Rettermacht Jesu und bekam die Kraft zum Sieg über diese Sünde.

Wenn euch die Welt mit Versuchung anficht, Satan euch nachstellt und hetzt,

so wiederholt es und fürchtet euch nicht: Jesus errettet mich jetzt!

Ja, Jesus errettet mich allezeit, Jesus errettet mich jetzt!

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Samstag,18.Januar Psalm 81,8; Jeremia 33,3.

Gott antwortet

Asaf nennt uns einen weiteren Grund, warum Gott Anspruch auf unsere Freude hat: „Ich antwortete dir.“ Wir haben einen Gott, der hört und antwortet. Wir reden nicht gegen eine Wand, von der nichts zurückkommt. Die Bibel ist voll von Zeugnissen, dass Gott auf Fragen Antwort gibt. Er bleibt unseren Augen zwar oft verborgen, aber er weiß uns Antwort zu geben. (Vgl.1.Kön.18,24.36-39; Jes.30,18.19.) Seiner Liebe haben wir es zu danken, dass er die Wand zwischen der sichtbaren und unsichtbaren Welt durchbricht und auf unser Suchen, unser Beten antwortet. Gott bleibt nicht stumm. Als David vor seinem Sohn Absalom fliehen musste, stand er vor Gott mit Fragen, die ihn bedrängten: „Mit meiner Stimme rufe ich zu dem Herrn, und er antwortet mir von seinem heiligen Berge.“ Was muss ihm Gottes Antwort in solch einer Stunde bedeutet haben! - Auch nach dem beschämenden Abgang vom Hof des Philisterkönigs Abimelech erfuhr er: „Ich wandte mich an den Herrn, und er antwortete mir; er befreite mich von allen meinen Ängsten.“ (Lies Ps.3,1-5; 34,3-5; 18,7ff; 22,24.25.) Jona betete aus dem Bauch des Fisches: „In meiner Not rief ich zu dir, Herr, und du hast mir geantwortet..." Jona war durch eigene Schuld an diesen Ort gekommen, und doch antwortete ihm der Herr. (Lies Jona 2,1-11.) Gott ist bereit zu antworten; aber haben wir es vielleicht aufgegeben, zu ihm zu rufen? Einer Antwort geht das Suchen, Fragen, Rufen, Schreien voraus. „Am Tage, da ich rief, antwortetest du mir, du hast mich gestärkt und meine Seele ermutigt.“ Haben wir hier eine Erklärung des Geheimnisses, warum David ein „Mann nach dem Herzen Gottes“ war? Er hielt die Verbindung mit Gott beständig. „Herr, wie lange willst du dich denn noch verbergen?... Doch ich verlasse mich auf deine Liebe, ich juble über deine Hilfe. Mit meinem Lied will ich dir danken, Herr, weil du so gut zu mir bist!“ (Lies Ps.13,1-6; 30,9.12; 55,17-19.)

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Sonntag,19.Januar Psalm 81,8b; Hebräer 12,5-11.

Gott begleitet und prüft

Gott hat ein Anrecht auf unseren freudigen Dank: „Ich prüfte dich am Haderwasser.“ Prüfungen sind für uns keine Freudenzeit, aber eigenartigerweise sagt Jakobus: „Achtet es für lauter Freude, wenn ihr in bunte Anfechtungen geratet“ (Jak.1,2). Was würde aus uns, wenn Gott uns nicht prüfen würde, nicht begleiten und korrigieren würde? „Haderwasser“ - dieser Name zeigt, dass die Prüfung nicht gut ausfiel. - Die Bibel berichtet uns zwei ähnliche Vorkommnisse auf dem Weg durch die Wüste. Zuerst 2.Mose 17,1-7. Es war kein Wasser da. Die Israeliten hatten Durst, und das Volk haderte. Sie hielten nicht durch im Glauben, sondern murrten. Das Murren offenbarte ihr Misstrauen. Mose jedoch vertraute Gott. Er tat, was Gott ihm befahl. Der Felsen gab Wasser in Fülle. - Das zweite Ereignis ist fast wie eine Wiederholung: 4.Mose 20,2-13. Diese Prüfung bestand Mose nicht. Wie kam es dazu? Wieder murrten die Israeliten, als sie kein Wasser hatten. In der Wüste ist Wasser lebensnotwendig. An diesem entscheidenden Punkt wurde ihr Glaube geprüft. An welchem Punkt in meinem Leben werde ich geprüft? (Vgl.1.Mose 22,2; Hebr.11,8.17-19; Jos.6,1-3; Matth.5,43-48.) Das Volk versammelte sich gegen Mose und Aaron und klagte sie an. Mose und Aaron gingen zum Zelt der Zusammenkunft, fielen auf ihr Angesicht, und die Herrlichkeit des Herrn erschien ihnen. Der Herr sprach zu Mose: „Nimm den Stab und versammle die Gemeinde, du und dein Bruder Aaron, und redet mit dem Felsen vor ihren Augen, der wird Wasser geben.“ Doch was tat Mose? Er redete nicht mit dem Felsen, sondern schlug ihn. So hatte er es bei der ersten Wassernot gemacht, so und nicht anders handelte er beim zweiten Mal. Das entsprach nicht dem Willen Gottes, er wollte Moses Ohr ganz für seine Anweisungen. Nur in der Abhängigkeit merken wir, auf welche Weise Gott helfen will. „Ich habe dich geprüft... Wenn sie doch auf mich hörten... mir gehorchten!“

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Montag,20.Januar Psalm 81,8b; Jakobus 1,19.20.

„Der sanftmütigste Mensch auf Erden“ - so kennzeichnete Gott Mose (4.Mose 12,3), - ließ sich von dem Volk, das nicht auf die von Gott vorgesehene Rettung warten wollte, zur Ungeduld hinreißen. Diese Ungeduld nennt Gott Unglauben. „Ihr habt mir nicht geglaubt.“ Die Ungeduld Moses wird nicht als Kleinigkeit entschuldigt. Gott überging bei seinem treuen Knecht dieses Versagen nicht. (Lies 5.Mose 32,48-52; vgl.3.Mose 10,3.) Ungeduld kann zu verhängnisvollen Kurzschlusshandlungen führen. Gott war ja zur Stelle, und er wollte Wasser geben. Aber Mose war angesteckt von der Ungeduld des Volkes, er hörte nicht richtig hin und handelte eigenwillig. In Psalm 106,32.33 lesen wir: „Sie erzürnten den Herrn am Haderwasser, und Mose ging es schlecht um ihretwillen; denn sie erbitterten sein Herz, dass ihm unbedachte Worte entfuhren.“ Es ist so verständlich, dass er das Murren des Volkes nicht mehr ertragen konnte, ärgerlich wurde und die Beherrschung verlor. Seine trübe, aufgeregte Stimmung kam in „unbesonnenen Worten“ heraus. (Lies Spr.14,17a; 15,18; 16,32; 29,22.) „Mose hat sich von seiner Entrüstung durch den Anblick der ‚Herrlichkeit des Herrn‘ nicht befreien lassen. Es spiegelte sich in ihm eine Stimmung des Überdrusses, eines verkehrten Eifers wider. Dadurch wurde dem Volk das Bild Gottes verdunkelt und entstellt. Durch die Erregtheit der beiden Männer kamen sie um ein weiteres Erleben mit ihrem barmherzigen und gnädigen Gott. - Mose und Aaron wurde der Eingang in das irdische Kanaan, die ideale Vollendung ihrer Aufgabe, versagt“ (J.P.Lange). Gott ersparte Mose die Folgen nicht, aber Mose gab Gott trotzdem die Ehre. „Alles, was er tut, ist recht!“ Mose war mit Gottes Weg einig. (Lies 5.Mose 32,3.4; 2.Sam.22,31.32.)

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Dienstag,21.Januar Psalm 81,9-17; Epheser 3,20.21.

Gott gibt Erfüllung, Sieg und Sättigung

In unserem Abschnitt finden wir weitere Gründe, warum Gott ein Anrecht auf unsere Freude hat, warum der Befehl berechtigt ist: „Jubelt, singt Lieder, spielt die Harfen... Das ist Israels Pflicht, der Gott Jakobs hat ein Anrecht darauf.“ Gott gibt uns nicht nur Freiheit, Rettung, Antwort, Begleitung und Korrektur, er gibt auch Erfüllung, Sieg und Sättigung. „Mache deinen Mund weit auf, ich will ihn füllen... Ich würde deine Feinde schnell töten... Ich würde es mit dem besten Weizen speisen und mit Honig aus dem Felsen sättigen“ (Verse 11.15.17; vgl.Ps.36,8-10; Joh.10,10; 1.Kor.15,57). Vor und zwischen diesen herrlichen Verheißungen kommt die Sorge Gottes zum Audruck, dass wir seinen Plan durch Nichthören und Eigenwillen vereiteln könnten. „Höre, mein Volk, ich will dich ermahnen; Israel, du sollst mich hören... Aber mein Volk hört meine Stimme nicht, Israel will mich nicht.“ „Dass der Mensch Gott Gehör schenkt, ist der erste und grundlegende Akt der Gottesfurcht. Anders kann Gott sein Werk nicht in uns haben. Der geradezu schmerzliche Unterton der göttlichen Vorwarnung: ‚O Israel, wenn du doch auf mich hören wolltest‘, beweist, wie wenig sich dieses Einfache, Grundlegende von selbst versteht. (Lies 5.Mose 31,12.13; Ps.50,7; Luk.10,38-42; Hebr.3,7-15.) Gottes Herrschaftsanspruch ist unteilbar. Er besteht darauf, dass sein Volk auf ihn allein hört und ihm eben dadurch ganz gehört“ (H.Lamparter). Ohne Hören und innerliches Reagieren auf Gottes Stimme kann es keine lebendige Beziehung zu ihm geben. Wir sind täglich vor die Entscheidung gestellt, ob wir seine Stimme hören und ihr folgen wollen. Man gerät leicht in die Verfassung des murrenden Israel, wenn man taube Ohren für Gott hat. „Wie neugeborene Kinder nach Milch schreien, so sollt ihr nach dem unverfälschten Wort Gottes verlangen, um im Glauben zu wachsen und das Ziel zu erreichen.“ (Lies 1.Petr.2,1.2; Ps.85,9; Jes.50,4.5.)

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Mittwoch,22.Januar Psalm 81,12; Jeremia 7,23.24.

„Aber mein Volk gehorcht nicht meiner Stimme, und Israel will mich nicht.“ Aus Nichthören und Nichtgehorchen muss Gott schließen: Sie wollen mich nicht. Der Schmerz einer enttäuschten Liebe, die das Hören nicht erzwingen kann noch will, die Sehnsucht nach der verlorenen Beziehung, die Bereitschaft zu einem Neuanfang - das alles kommt in diesem Wort des Herrn zum Ausdruck. (Lies Jes.65,2; Jer.2,1-5.8.11-13.) Israel wollte nicht auf Gott hören, seinen Willen nicht tun. Auch wir sind oft sehr hartnäckig darauf aus, unseren eigenen Willen durchzusetzen und Gottes Willen zu ignorieren. Damit machen wir uns unfähig zum Horchen und Gehorchen. David bittet, nachdem er durch das Bekenntnis seiner Sünde gedemütigt war: „Lass mir wiederkehren die Freude deines Heils, und mit einem willigen Geist stütze mich“ (Ps.51,12; 1.Sam.15,26). Gott möchte bei uns einen willigen Geist finden. Lassen wir uns von der Sünde des Eigenwillens überführen! Muss sich denn immer alles unserer Ansicht, unserem Geschmack, unserem Urteil fügen? Wissen wir allein, was recht und gut ist in jedem Fall? Wollen wir allein bestimmen? Können wir nicht ja sagen zum Willen Gottes? Auch da, wo er durch Menschen zu uns kommt? Eigenwille ist Hochmut Gott und Menschen gegenüber. „Meinst du, dass der Herr Lust habe am Opfer und Brandopfer gleichwie am Gehorsam gegen die Stimme des Herrn? Siehe, Gehorsam ist besser als Opfer und Aufmerken besser als das Fett von Widdern; denn Ungehorsam ist eine Zaubereisünde, und Widerstreben ist Abgötterei und Götzendienst" (1.Sam.15,22.23a; vgl.Jer.9,11-15). Wenn Unmut und Aufbegehren in uns toben, dann wollen wir uns vor Gott beugen und es eventuell auch vor Menschen bekennen. Wir wollen uns im Gehorchen üben. (Lies Matth.26,39; Jes.48,17.18.)

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Donnerstag,23.Januar Psalm 81,10.11; Jakobus 4,4.5.

„Bei dir darf kein Platz sein für einen anderen Gott, vor einem fremden Gott darfst du dich nicht niederwerfen, ihn nicht anbeten.“ Sind wir uns bewusst, dass wir versetzt sind „aus der Finsternis in das Reich des Sohnes“? Dieses Reich ist „Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist“. „Das Reich Gottes besteht in Kraft“ (Kol.1,13; 1.Kor.4,20). Für die Bürger dieses Reiches gibt es ein „Ausland“ und es gibt „Götter des Auslandes“ (Elb.Übers.), die uns zur Gefahr werden. Da gibt es das Streben nach Unabhängigkeit, Reichtum, Stellung. Da ist auch das Begehren nach Erfolg um jeden Preis, nach Ehre und Macht. Doch Gott bei sich zu haben ist mehr als Erfolg. „Nicht auf die Erfolge, auf die Nachfolge kommt es an“ (O.Riethmüller). Wir wissen von Josua, dass ihm Ehre und Erfolg versprochen wurde, aber wir wissen auch von Jeremia, der kaum Erfolg sehen durfte (Jos.1,1-9; 21,43-45; Jer.15,15-19). Wer oder was sind die „Götter des Auslandes“, mit denen Gott unser Herz nicht teilen möchte? Da gibt es Bücher, die Geist und Phantasie füllen und keinen Raum für das Wachsen der Beziehung zu Gott lassen. Da ist die Verlockung groß, auf jeden Fall Anschluss zu haben an den heutigen Wissensstand, über alles Mögliche informiert sein zu wollen. Können solche Götter geben, wonach unser Innerstes sich sehnt? Man muss je länger je mehr Prioritäten setzen, sonst kommt unweigerlich das Leben mit dem Herrn Jesus zu kurz, das Hören und Gehorchen, das Erfülltwerden von ihm. „Kein anderer Gott sei unter dir, und einen fremden Gott sollst du nicht anbeten. Ich bin der Herr, dein Gott ... Tue deinen Mund weit auf, lass mich ihn füllen.“ Es bedeutet kein Risiko, sich allein auf Gott zu verlassen. „Er soll in allen Dingen den Vorrang haben.“ (Lies 1.Joh.2,15-17; 2.Tim.4,10; Luk.14,25-35; Jos.24,15.)

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Freitag,24.Januar; Psalm 81,11; Jeremia 15,16.

„Tue deinen Mund weit auf...“ Wir sollen vor Gott sein wie die hilflosen kleinen Vögel, wenn sie gefüttert werden. Man sieht im Nest einen weit aufgesperrten Schnabel neben dem andern (Matth.6,26; 1.Petr.2,2.3). „Tue deinen Mund weit auf, ich will ihn füllen.“ Das ist die echte Gebetshaltung: bedürftig, verlangend, erwartend sein. Angewiesen auf Nahrung von oben! Das Gebet soll eine ebenso einfache Sache sein wie das Auftun des Mundes. Wer hungrig ist, macht seinen Mund auf. Unser Wort treibt uns an, bei Gott kühn zu sein und viele und große Segnungen zu erwarten. (Vgl.Ps.66,16-20; Luk.11,9.10; Apg.4,23 -31.) Zum Beweis wird uns gesagt: „Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus Ägyptenland geführt hat: Tue deinen Mund weit auf, lass mich ihn füllen.“ Wie töricht sind wir, wenn wir auf eine solche Aufforderung hin unzufrieden und leer weglaufen. „Weil der Herr uns so viel gegeben hat, so viel für uns getan hat, fordert er uns auf, noch mehr zu bitten, noch mehr zu erwarten. (Lies Hes.36,11; Jes.45,3.) Seht, wie die jungen Vögel in ihren Nestern ganz und gar Mund zu sein scheinen, wenn die Mutter kommt, sie zu füttern. Lasst es ebenso mit uns sein. Lasst uns die Gnade zu jeder Tür hereinholen. Lasst uns sie trinken wie ein Schwamm, der sich mit Wasser vollsaugt, in dem er liegt. Wirklich, Gott ist bereit, uns zu füllen, wenn wir nur bereit sind, uns füllen zu lassen“ (C.H.Spurgeon). Greift es uns nicht ans Herz, wenn Gott bittet: „Lass mich ihn füllen“? Vielleicht klagt jemand unter uns oder murrt und jammert zugleich und merkt nicht, dass Gott bei ihm steht und ihn bittet: Lass mich dich mit Gutem füllen. Was fehlt uns zu unserer Erfüllung? - „Die Hungrigen füllt er mit Gütern!“ (Luk.1,53; lies Joh.1,16; 2.Kor.9,8; Kol.2,9.10).

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Samstag,25.Januar; Psalm 81,11; Jeremia 33,6; 31,14.

„Tue deinen Mund weit auf, lass mich ihn füllen!“ Jeder Mangel soll uns zwingen, unseren Mund weit aufzutun. Unsere Schwäche soll uns anspornen, unsere Angst soll uns treiben, den Mund zu öffnen, so wie ein Kind nach Nahrung oder Hilfe schreit. „Wie ein Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Herr, zu dir!“ „Gott, du bist mein Gott, frühe suche ich dich; es dürstet meine Seele nach dir!“ David, der Gott gut kannte, sah sich ständig genötigt, ihn immer wieder zu suchen, seinen Mund vor ihm weit aufzumachen. Vielleicht brauchen wir eine Wüstenstrecke, damit das Verlangen nach Gott neu in unserem Herzen aufbricht. „Er hat den Durstigen zu trinken gegeben und den Hungrigen reiche Nahrung verschafft.“ (Lies Phil.3,10; Ps.42,1-3; 63,1-4; 27,4.) Es ist ein so einfacher Weg, Erhörung und Erfüllung zu erfahren, wenn wir uns dem Herrn öffnen. Dem Wesen und Willen Gottes entspricht es, seine Geschöpfe zu befriedigen. Jesus sagt, dass er gekommen ist, „um Leben zu geben - und das im Überfluss“. (Lies Joh.4,14; 7,38.39; 10,10; Ps.36,10.) Gott will uns vor allem füllen mit seiner Selbst-Mitteilung. Sein Wort vermittelt die Begegnung mit ihm und seinen Gedanken. Sein Wort zeigt uns seine Liebe, nimmt uns in seine Gemeinschaft. „Von dem Meinen wird er's nehmen und euch verkündigen.“ „Begierig öffne ich meinen Mund, denn mich verlangt nach deinen Befehlen.“ Auch die Gebote Gottes sättigen den Lebensdurst. „Meine Speise ist, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat“ (Joh.16,14; 4,34; Ps.119,103.132; lies Jes.51,16; Joh.20,31). Auch mit seiner Freude, seinem Frieden, seiner Ewigkeit will er uns füllen. „Ihre Zeit würde ewig sein!“ „Vor seinem Angesicht ist Freude die Fülle.“ „Mein Volk soll meiner Gaben die Fülle haben.“ „Ich will ihnen Frieden die Fülle geben.“

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Sonntag,26.Januar; Psalm 81,15-17; Lukas 10,19.

Eine wesentliche Begründung für Freude und Lob enthält Vers 15: Sieg über unsere Feinde. „Wie leicht könnte ich ihre Feinde demütigen und meine Hand gegen ihre Widersacher wenden.“ Wie leicht! Und doch war es Gott nichts Leichtes, seinen einzigen Sohn hinzugeben zu unserer Erlösung. Es war Jesus nichts Leichtes, den Sühnetod zu erleiden. Das Opfer war nicht leicht. Aber es ist vollbracht. Der Sieg ist erstritten, und wir können in diesen Sieg eintreten. Was für Feinde sich auch gegen uns stellen - innere Feinde oder Menschen, die gegen uns auftreten, oder Mächte der Finsternis -, Gott spricht: „Wollte mein Volk mir gehorchen ... wie leicht, wie bald könnte ich ihre Feinde demütigen.“ Es ist sehr deutlich gesagt, dass unser Sieg in den Situationen des Alltags sich am Horchen und Gehorchen entscheidet. Dann wird es Jesus ein Leichtes sein, uns vor den Angriffen des Feindes zu schützen. Darüber wollen wir uns freuen und ihn loben, den immer noch Größeren, den Überlegenen, den Siegenden! „Gott sei Dank, der uns Sieg gibt.“ (Lies Kol.2,14; Röm.16,20; 2.Kor.2,14; 10,4.5; Hebr.2,14-18.) Im letzten Vers unseres Psalmes wird noch einmal an Vers 11 angeknüpft: „Tue deinen Mund weit auf, ich will ihn füllen.“ „Ich würde mein Volk mit dem besten Weizen speisen und mit Honig aus dem Felsen sättigen.“ Sättigung stellt den höchsten Grad der Erfüllung dar. Mit dem Besten will Gott uns sättigen. Es soll kein Rest an Lebenshunger bleiben. Das Beste will er uns geben! (Lies 1.Kor.2,9; Eph.3,18-20; Röm.15,13; Ps.23,1-6.) Verstehen wir, dass Gott ein Anrecht auf unsere Freude und auf unseren Gehorsam hat? Denn er will ganze Erfüllung geben. „Singt fröhlich Gott, der unsere Stärke ist; jauchzet dem Gott Jakobs.“

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EINHEIT UND FREUDE - Philipper 4,1-7

Montag,27.Januar; Philipper 4,1-7; Epheser 4,15.

Im letzten Kapitel des Philipperbriefes greift Paulus noch einmal die entscheidenden Punkte für ein gesundes Gemeindeleben auf. In seelsorgerlicher Weise ermahnt er die Gläubigen zur Einheit untereinander und lädt sie zur Freude am Herrn ein. Das ist die Stoßkraft, durch die sie Menschen ihrer Umgebung mit der befreienden und frohmachenden Botschaft von Jesus Christus erreichen können. Paulus wusste sich mit den Gläubigen in Philippi herzlich verbunden, und ihre persönliche Beziehung zu Jesus Christus lag ihm sehr am Herzen. Er kannte auch die Schwierigkeiten und Nöte in der Gemeinde, deshalb wurde er nicht müde, das Thema von der Einheit, der Liebe und der Freude am Herrn immer wieder aufzugreifen: „Darum bete ich, dass eure Liebe noch reichlicher werde ... Wandelt würdig des Evangeliums, damit ihr in einem Geiste steht und einmütig mit uns kämpft ... Ist nun bei euch Ermahnung in Christus, ist Trost und Liebe, ist Gemeinschaft des Geistes, ist herzliche Liebe und Barmherzigkeit, so macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und einträchtig seid ... Wenn ihr über etwas anders denkt, so wird euch Gott auch das offenbaren. Nur, lasst uns in dem, was wir schon erreicht haben, weitergehen und nicht stehen bleiben.“ (Lies Phil.1,9.27; 2,1-5; 3,15-17; Eph.4,1-3.) Diese seelsorgerlichen Worte sollten auch wir hören, damit wir als Gemeinde Jesu Christi zu einer echten, tragfähigen Gemeinschaft zusammenwachsen. Gemeinde Jesu wird nur da gebaut und Menschen werden nur da für Jesus gewonnen, wo das Leben nach dem Wort Gottes ausgerichtet ist. Paulus war im Blick auf die Gemeinde in Philippi voller Zuversicht, denn er schreibt: „Der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird es auch vollenden bis auf den Tag Christi“ (Phil.1,6; lies Röm.15,14-17).

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Dienstag,28.Januar; Philipper 4,1; 1.Thess.2,19.20.

„Meine lieben Brüder, nach denen ich mich sehne, meine Freude und meine Krone, steht fest in dem Herrn, ihr Lieben.“ Sehnlichst wünschte sich Paulus ein Wiedersehen mit den Philippern, weil ihre Gemeinschaft ihm viel bedeutete. Seine „Freude“ und seine „Krone“ waren sie. Damit drückte er nicht nur seine Wertschätzung aus. Sie gehörten zur Familie Gottes, in der man sich über Brüder und Schwestern freut, weil die Verbundenheit in Christus die tiefste Gemeinschaft ausmacht. Diese Tatsache ermutigte Paulus, die schwere Zeit im Gefängnis klaglos zu ertragen. Die meisten von uns kennen keine Verfolgung um Jesu willen. Wissen wir darum so wenig von dem unübertrefflichen Geschenk der Brüder und Schwestern, die mit uns auf dem Weg sind und uns in schwierigen Situationen oder schweren Lebensführungen nicht allein lassen, sondern uns mit ihrer Fürbitte und ihrer helfenden Hand begleiten? „Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt“ (Joh.13,35; lies 1.Thess.4,9-12). „Steht fest in dem Herrn, ihr Lieben!“ Paulus wusste um die Gefahr, wankend, unsicher und haltlos zu werden, wenn der Druck von außen oder von innen immer stärker wird. Weltweit leben heute viele Christen in ähnlicher Lage. - Bei einer Reise nach Georgien, kurz nach der Perestroika, hatte J.Stabe folgende Begegnung: „In der Gemeinde einer kleinen Stadt kam ich nach dem Gottesdienst mit einem Gemeindeältesten ins Gespräch. Ich fragte ihn: ‚Bruder, wie war das eigentlich bei euch in der kommunistischen Zeit?‘ Eine Weile überlegte er. Ich war sehr gespannt und erwartete ein sehr verständliches Klagelied. Aber er sagte nur: ‚Es war nicht gut.‘ Mehr sagte er nicht. Weil ich ihn aber offensichtlich unbefriedigt ansah und auch nichts sagte, fügte er noch hinzu: ‚Er weiß es.‘ Dabei zeigte er nach oben.“ (Lies Ps.46,2; 91,4.9.)

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Mittwoch,29.Januar; Philipper 4,1; Psalm 16,5.

„Steht fest in dem Herrn!“ In dem Bericht von J.Stabe hören wir weiter: „Meine Vermutung war, dass er aus irgendwelchen Gründen zur Vergangenheit nichts sagen wollte. Also fragte ich ihn: ‚Wie ist es denn jetzt?‘ Wieder dachte er nach und sagte schließlich: ‚Es ist besser, aber wir sind noch nicht im Himmel.‘ Und nach einer Pause kam wieder der Zusatz ‚Er weiß es‘. Dieses ungemein „wortreiche“ Gespräch habe ich nie vergessen. Es kamen dann doch noch einige Informationen dazu, aber im Kern blieb es bei der Aussage ‚Er weiß es‘! Ich war beschämt und angerührt zugleich. Weder Klage noch Illusionen bestimmten sein Denken. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft waren für ihn unter göttlicher Kontrolle. So konnte und wollte er Unrecht ertragen und Hoffnungen nicht überziehen. Gottes Liebesplan war ihm wichtiger als menschliche Macht und Willkür. Alle Gesellschaftsordnungen und Menschen, alles Haben und Können haben ihren Platz unter Gott. Wer es ihm überlässt, Geschichte und Unrecht zu richten, der hat Kopf und Herz frei, mit Gottes Hilfe Neues zu gestalten.“ (Aus J.Stabe: Wunderbar geführt.) - In welcher Situation wir auch stehen, welche Gefahren uns bedrohen, welche Zweifel, Ängste und Spannungen uns mitreißen, wankend machen und zu Fall bringen wollen, können wir daran festhalten: Er weiß es! Und er, der Herr des Kosmos, nimmt sich persönlich unserer Angelegenheiten an. Vertrauen wir ihm? (Lies Ps.50,15; Jer. 29,11-14a; Matth.6,8.) Wer „feststeht in dem Herrn“, der lässt sich nicht auf dem Weg der Nachfolge aufhalten oder davon abbringen. Er kann festbleiben, weil er sich an seinem Gott festhält, und weil er von ihm festgehalten wird. David übte das über lange Jahre, und wir sind aufgefordert, es genauso zu halten: „Meine Seele hängt an dir, deine rechte Hand hält mich“ (Ps.63,9; lies Hebr.3,14; 1.Petr.5,8.9).

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Donnerstag,30.Januar; Philipper 4,1.2; Galater 5,25.26.

„Steht fest in dem Herrn!“ Je näher die Speichen eines Rades sich an der Nabe befinden, umso dichter liegen sie beieinander und halten das Rad zusammen. Genauso ergeht es den Christen, deren Mitte Jesus ist. Je näher sie bei ihm sind, umso fester ist der Zusammenhalt. Nun nennt Paulus zwei Frauen mit Namen, die im Blick auf das Zusammenstehen in der Gemeinde ihre Not hatten. Er redet nicht allgemein vom Streit und seinen Folgen. Nein, er spricht die beiden sehr persönlich an: „Evodia ermahne ich und Syntyche ermahne ich.“ Dabei sind die Namensbedeutungen so positiv: Evodia heißt „Wohlgeruch“ und Syntyche „Zusammenfügung“. Wie werden sie und alle anderen erschrocken sein, dass sie beim öffentlichen Vorlesen des Briefes namentlich erwähnt wurden. Vielleicht mussten diese Ermahnungen deshalb öffentlich genannt werden, damit die Schuld erkannt und nicht länger beim anderen gesucht wurde. Paulus wollte wohl allen bewusst machen, dass Streit und Uneinigkeit keine persönlichen Angelegenheiten sind, sondern die ganze Gemeinde betreffen. Wie viel Unheil haben Streit und Uneinigkeit schon angerichtet! Sie blockieren das geistliche Leben und können das missionarische Zeugnis einer ganzen Gemeinde unwirksam machen. Als Mirjam und Aaron sich wegen seiner kuschitischen Frau gegen Mose stellten, traf Mirjam das Gericht Gottes. Gott sah nicht über Mirjams Sünde hinweg, etwa um ihrer Stellung willen. Im Gegenteil, je mehr Verantwortung jemand trägt, desto eindeutiger muss sein Leben sein. Durch Moses Fürsprache ließ sich Gott erbitten, nach einer Zeit der Buße Mirjam wieder aufzunehmen: „Danach brach das Volk auf.“ Mit dem Reden über Mose hatte es angefangen, sieben Tage wurde das ganze Volk aufgehalten! Von Mose heißt es an dieser Stelle: „Mose war ein sehr sanftmütiger Mensch, sanftmütiger als alle Menschen auf Erden.“ (Lies 4.Mose 12,1-16; 1.Mose 13,5-11.)

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Freitag,31.Januar; - Philipper 4,1-3; 1.Korinther 1,10; 3,3.

Zu den Christen in Philippi, die Paulus seine „Freude und seine Krone“ nannte, gehörten auch Evodia und Syntyche. Als Geschwister sollten sie sich untereinander stärken und zusammenstehen. Aber durch die vom Herrn geliebten Schwestern Evodia und Syntyche war es in der Gemeinde zu einer Krise gekommen, sonst hätte Paulus die Sache nicht zur Sprache gebracht. Die beiden Frauen hatten ja mit ihm „für das Evangelium gekämpft, zusammen mit Klemens und meinen anderen Mitarbeitern, deren Namen im Buch des Lebens stehen“. Taktvollerweise erwähnt Paulus keine Einzelheiten. „Für Evodia und Syntyche wollen wir hier unsere Namen einsetzen, wenn uns irgendein Zank von einem Glied der Gemeinde trennt“, schreibt H. Lamparter. „Dass es zu Meinungsverschiedenheiten kommt, dass auch unter Christen die Geister hart zusammenprallen, das mag noch hingehen; aber dass wir daraus eine Feindschaft werden lassen, dass wir Trennungsmauern aufrichten, das ist nicht recht vor Gott.“ Letztlich ging es damals und geht es auch heute um die Sache Gottes, die durch Uneinigkeit und Streit in Gefahr gerät. (Lies 2.Kor.2,10.11; 1.Petr.1,22; 5,8; Röm.12,10.) Ob die beiden Frauen schon bei der ersten Predigt, die Paulus in Philippi hielt, dabei waren? Gehörten sie etwa zu der Gebetsgruppe um Lydia, der Purpurhändlerin? (Apg.16,13). Es ist manchmal zu beobachten, dass man am Anfang miteinander für das Evangelium kämpft. Und wenn die Jahre vergehen und das Durchhalten gefragt ist, schleichen sich leicht Dinge ein, die bewährte Mitarbeiter auseinandertreiben können. Meist sind es Kleinigkeiten wie ich-süchtige Empfindungen, denen man früher keine Beachtung schenkte. Oder ein in der Erregung hingeworfenes Wort nagt im Inneren, das man dem andern nicht verzeiht, sondern es immer wieder hervorholt und von allen Seiten beleuchtet. Jesus sagt zu seinen Jüngern: „So soll es nicht bei euch sein!“ (Lies Phil.2,3; 1.Petr.4,8; Röm.15,2.)

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