Montag, 1. Februar

1. Samuel 3, 9; Hebräer 3, 7. 8a

Geht es uns nicht manchmal so, dass wir zwar wissen, was Gottes Wille in dieser oder jener Angelegenheit ist, ihn zu erfüllen aber nicht bereit sind? Wir wollen eigentlich Gottes Willen tun, wollen, dass er uns nach seinem Plan führt, lassen uns aber blockieren. Vielleicht hemmen uns Mutlosigkeit, mangelnde Sicherheit, Minderwertigkeitsgefühle, Unlust, Bequemlichkeit, sündige Angewohnheiten, Menschengefälligkeit oder Menschenfurcht. Was kann uns helfen? Wir machen uns klar:

• Christen sind Bürger zweier Welten – der Welt Gottes und dieser irdischen Welt. Darum sind geistliche Kämpfe normal. Sie gehören zu unserem täglichen Leben.

• Christen heften ihren Blick auf Gott. Wenn wir mit gespannter Erwartung über Gott – über sein Wesen und Tun – nachdenken, werden wir zu der Überzeugung kommen, dass er der einzige ist, der nur das Beste für uns will. Diesem Gott können wir unser Vertrauen aussprechen. Das gibt uns Gelassenheit und Sicherheit, auch dann, wenn wir weitreichende Entscheidungen zu fällen haben. Wer Gott von ganzem Herzen gefallen will und sich von ihm führen lässt, erfährt Bewahrung vor fehlgeleitetem und vorschnellem Handeln. (Lies Ps. 16, 1-11.)

Christen halten am Sieg ihres Herrn fest. Wir sind oft so fixiert auf unser Unvermögen und die Blockaden. Üben wir uns darin, dem Herrn noch viel mehr für seinen Sieg zu danken! »Gott aber sei gedankt, der uns allezeit Sieg gibt in Christus« (2. Kor. 2, 14a; vgl. 1. Kor. 15, 57).

Christen rechnen mit der Kraft des Wortes Gottes. Wir lesen in Philipper 2, 13: »Denn Gott ist es, der in euch das Wollen und das Vollbringen bewirkt, zu seinem eigenen Wohlgefallen.« Was Gott sagt, das tut er. Sein Wort ist zuverlässig. Wir müssen es lernen, mehr auf sein Wort als auf unsere Gefühle zu achten. Gefühle schwanken, sind unberechenbar. Gottes Wort wankt nicht. Und wir können mit ihm rechnen wie mit Zahlen.

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Dienstag, 2. Februar

Matthäus 7, 24; Lukas 8, 21

Unsere Antwort auf Gottes Berufung wird in jedem Fall mit einem Glaubensschritt verbunden sein. Das bedeutet, dass wir uns immer wieder aufs Neue vor eine Herausforderung gestellt sehen werden. Damit fordert Gott unseren Glauben heraus. »Wir sind berufen zum Glauben an ihn, zur Gemeinschaft mit ihm, zum Dienst für ihn. Glaube ist die Antwort auf das Heilswerk Gottes in Jesus, das auch – als Ganzes – oft mit dem Begriff ›berufen‹ umschrieben wird. Das Reden Gottes wartet auf die Antwort des Menschen. Voraussetzung dieser Antwort ist das Hören, Inhalt der Antwort ist Gehorchen. Glaube ist Vertrauen dem gegenüber, der volles Vertrauen verdient. Aus solchem Vertrauen lebt Nachfolge in den Fußtapfen des Meisters. Solcher Glaube ist zugleich Gemeinschaft mit dem Meister (Joh. 15, 1ff), hochzeitliche Tischgemeinschaft (Luk. 14, 15ff) und wird zur Dienstgemeinschaft aus Dank und aus Liebe« (F. Rienecker / G. Maier, Lexikon zur Bibel). Wenn Gott einen Menschen anspricht, ihn ruft und ihm eine Aufgabe überträgt, wird ein positiver Entwicklungsprozess in Gang gebracht, der das Leben des Gerufenen verändert und in das Leben seiner Mitmenschen eingreift. Wir wollen diesen Entwicklungsprozess an der Lebensgeschichte Gideons entfalten. Hier wird besonders deutlich, dass die biblischen Berufungsgeschichten keine »Heiligen-Geschichten«, sondern »Sünder-Geschichten« sind. Wenn wir über den Ruf und die Berufungen Gottes nachdenken, wird unsere menschliche Logik in der Regel haushoch überboten. Berufungsgeschichten wollen uns zum Staunen über Gott bringen. Sie lehren uns auch Ehrfurcht und Dankbarkeit. Gott kennt jeden, den er beruft, ganz persönlich. Er ist souverän in seiner Wahl und hat doch eine Vorliebe für das, was »töricht ist in den Augen der Welt«. (Dazu 1. Kor. 1, 27. 28; Matth. 11, 25; Apg. 4, 13; Jak. 2, 5.)

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Mittwoch, 3. Februar

Richter 6, 11-18

Die Richterzeit wird als eine dunkle Epoche der Geschichte Israels geschildert, in der »jeder tat, was recht war in seinen Augen« (Richt. 21, 25). Israel leidet unter den Feinden von außen und den chaotischen, vom Götzendienst geprägten Zuständen im Innern. In diese Situation sendet Gott von ihm berufene und mit seinem Geist begabte Retter, die sogenannten Richter. Ihre Aufgabe ist nicht nur die Rechtsprechung, sondern in erster Linie die Befreiung des Volkes Gottes aus der Unterdrückung durch die Kanaaniter und benachbarte Völker. Dabei folgt der Gang der Geschichte einem typischen, fast gleichförmig wiederkehrenden Ablauf: Abfall von Gott – Bedrängnis durch Feinde – Hilferuf zu Gott – Rettung – erneuter Abfall nach dem Tod des Richters. Gideon ist der siebte in der Reihe der Richter. Wir finden seine Geschichte im Richterbuch in den Kapiteln 6-8. Sie spielt etwa um die Zeit 1100 v. Chr. Nehmen wir Einblick in die Situation, in der sich das Volk Israel und die Familie Gideons befand, wird uns deutlich, wie gefährlich und verheerend die Zeiten waren. (Lies Richt. 6, 1-5.) Bevor Gott Gideon als Retter berief, beauftragte der Herr einen Propheten, die Ursache des Problems aufzudecken. (Dazu Richt. 6, 6-10.) Wieder einmal war das Volk Gottes über das erste Gebot »gestolpert«. »Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus dem Land Ägypten, aus dem Sklavenhaus, herausgeführt habe. Du sollst keine andern Götter haben neben mir« (2. Mose 20, 2. 3). – Gott aber, der die schlimme Diagnose stellt, ist bereit zu helfen und zu retten. Er sendet »den Engel des Herrn« zu Gideon in die Kelter. Dieser hatte sich für seine Arbeit gewissermaßen eine Nische gesucht. Hier erreicht Gideon der Gruß Gottes: »Der Herr ist mit dir, du streitbarer Held« (V. 12; vgl. Luk. 1, 26-33). In die dunkle Kelter war Licht aus der himmlischen Welt eingeströmt.

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Donnerstag, 4. Februar

Richter 6, 12-16; Jeremia 5, 19; 12, 1

Gideons Antwort auf den ungewöhnlichen Gruß des Herrn lässt uns einen Blick in sein Herz tun. Er hat echte Probleme mit dem Glauben an den Gott seiner Väter. Gideon kennt die biblischen Geschichten – und das ist wichtig – aber er kann es nicht mehr glauben, dass Gott in die gegenwärtige katastrophale Lage eingreift. Wo ist denn Gott?, fragt Gideon. Wenn der Herr wirklich mit uns ist, warum hat uns das alles getroffen? Es ist gut, dass Gideon dem Engel des Herrn sagt, was in seinem Herzen ist. Wir dürfen Gott unsere Fragen und Zweifel und unsere Niedergeschlagenheit eingestehen. Bezeichnend ist, dass der Herr mit Gideon nicht über die Warum-Fragen diskutiert, sondern sich dem Verzagten persönlich zuwendet: »Der Herr ist mit dir, du tapferer Held!« Gott ist es nicht egal, wie es Gideon geht. Gott interessiert sich für ihn und will ihn – einen Nicht-Helden – mit einer Mission beauftragen, die das geplagte Volk Gottes aus Feindeshand retten soll. »Gehe hin in dieser deiner Kraft. Siehe, ich habe dich gesandt.« Gideon ist noch lange nicht bereit, den Auftrag Gottes durchzuführen, aber er bleibt mit Gott und Gott bleibt mit ihm im Gespräch. Gideon möchte dem Herrn vertrauen und gehorchen, aber er ist so tief verzagt, dass er es nicht fassen kann, dass der Herr ausgerechnet ihn sendet. So bittet er um ein Zeichen: Lies Richter 6, 16-24. In Gideons Herzen kommt es zum ersten Mal zu einem Durchbruch. Der Engel des Herrn offenbart sich als der heilige Gott, vor dem niemand am Leben bleibt. »Denn der Herr, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer« (5. Mose 4, 24; 9, 3a; 2. Mose 24, 17). Gideon weiß, dass er ein Todeskandidat ist. Und nun erlebt er zum ersten Mal, was Gnade ist: Du, der du den Tod verdient hast, sollst leben!

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Freitag, 5. Februar

Richter 6, 25-32

Gottes Auftrag war ein zweifacher: • Gideon soll die Götzen-Altäre umstürzen. Gideon fängt an – mit zitterndem Herzen. Es ist eine anspruchsvolle Mission. Bevor Gideon sein Volk von den Feinden befreien kann, muss er mit dem Götzendienst brechen, und zwar zuerst bei sich selbst und seiner Familie (V. 25b). Zur Unterstützung nimmt Gideon zehn seiner Knechte mit. Gemeinsam gehen sie ans Werk. Und die Angst geht mit: Vers 27b. Aber es heißt ausdrücklich von Gideon: »Er tat, wie der Herr zu ihm geredet hatte.« Darauf kommt es an. Man kann sehr wohl den Willen Gottes ängstlich tun, entscheidend ist der Gehorsam – und indem wir gehorchen, erstarkt der Glaube. Aber er bleibt wohl immer auch ein angefochtener Glaube. Die Männer der Stadt Ofra (Stamm Manasse) fordern das Leben Gideons. Erschütternd, dass die Israeliten bereit sind, für Baal und Aschera einen Mit-Israeliten zu töten, obwohl sie einst allem Götzendienst abgeschworen hatten. Welch eine verdrehte Welt: 5. Mose 13, 5-10! – Joasch aber, Gideons Vater, tritt auf die Seite seines Sohnes, und – man hat den Eindruck – auch auf die Seite Gottes (V. 31).

• Gideon soll das Volk Gottes von den Midianitern befreien: Lies die Verse 33-35. Nachdem Gideon den Götzendienst aus seinem Vaterhaus beseitigt hat, ruft der Geist Gottes zur Tat. Erst folgt ihm seine eigene Sippe, dann sein Stamm und schließlich machen sich auch die mitbetroffenen Nachbarstämme auf. Gideon ist durch diese überwältigenden Erfahrungen nicht selbstsicher geworden. Schritt für Schritt braucht er die Gewissheit: Der Herr ist mit mir. So bittet er den Herrn noch zweimal um ein Zeichen (V. 36-40). Gott erhört die Bitten Gideons, denn der braucht das Zeichen als Glaubensstärkung, nicht zur Steigerung seines Ansehens.

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Samstag, 6. Februar

Richter 7, 1-25

Gideons Glaube und Vertrauen zeigen sich darin, dass er Gott freien Handlungsspielraum gibt. Der Herr wählt die Leute für diesen Kampf aus – und er hat seine eigene Strategie: • Gideon muss sein Heer verkleinern, damit Gottes Ehre umso größer und klarer hervortritt (V. 2. 3).

• Gideon soll nach der mosaischen Gesetzgebung handeln. Danach durften ängstliche Krieger heimkehren, damit nicht das ganze Heer von Angst angesteckt wurde (5. Mose 20, 8).

• Gideon soll auf die ungewöhnliche Trinkweise derer achten, die die Truppe stellen sollten. Dieses Auswahlverfahren bekräftigt, dass hier keine schlagkräftige Elitetruppe zusammengestellt werden soll. Mit nur 300 Mann ist der Sieg gegen die Midianiter nicht zu gewinnen. – Aber mit Gott schon! Gott will Gideon und uns lehren, dass seine Kraft in den Schwachen mächtig ist. Wir sind nur kleine Leute, aber wir haben einen großen Gott. Er sucht solche, die sich in ihrer Ohnmacht mit seiner Allmacht verbinden und tun, was er gesagt hat. Für Gideon gehört dazu die eigenartige Kampfausrüstung seiner Truppe. Gott zeigt ihm, dass eine »lächerliche« Ausstattung, bestehend aus Fackel, Tonkrug und Posaune, ausreicht. Mit ihrem Einsatz – verbunden mit der Truppen-Aufstellung in drei Abteilungen und dem Schlachtruf – soll beim Feind der Eindruck einer gewaltigen Heeresmacht erweckt werden. Der gegenüber Vers 18 erweiterte Schlachtruf (V. 20b) bekommt einen hintergründigen Sinn: Das feindliche Heer wird nicht durch die Waffen der Israeliten, sondern durch seine eigenen Schwerter geschlagen. Dunkelheit und Panik führen zu einer heillosen Verwirrung bei den Midianitern, in der jeder, nur auf die eigene Rettung bedacht, gegen jeden kämpft. Nicht Israel kämpft hier, sondern Gott. (Vgl. 2. Mose 14, 10-14; 5. Mose 1, 30; 3, 22; Jos. 10, 14. 42; Neh. 4, 14.) Le ben in Verantwortung füreinander – 1. Pe trus 4, 1 - 5, 14

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Sonntag, 7. Februar

1. Petrus 3, 22 - 4, 3

Christus ist der Herr und besitzt alle Macht im Himmel und auf Erden. Mit diesem Hinweis auf die eigentlichen Machtverhältnisse in unserer Welt fanden die vorausgehenden Ausführungen über das Leben als Christ in einer verführerischen und feindlichen Umgebung ihren ermutigenden Abschluss. Doch Christus hat den Thron deshalb inne, weil er sein Leben zum Opfer brachte. Seinem Sieg ging das Kreuz voraus. Zur Nachfolge dieses Herrn gehören deshalb Sieg und Leid. (Vgl. 1. Kor. 15, 57; Joh. 15, 18-21.) Dabei geht es nicht allein um unsere Bereitschaft, Leid als schmerzliche »Begleiterscheinung « zu akzeptieren. Durch Gottes Macht kann Leid guten Zielen dienen (Röm. 8, 28)! Darauf macht uns Petrus in Vers 1 aufmerksam: »Wer im Fleisch gelitten hat (als Mensch in einem sterblichen Körper), der hat aufgehört mit der Sünde.« Diese Formulierung darf nicht absolut verstanden werden, als würden Krankheit, Schmerzen oder Verfolgung automatisch bewirken, dass wir nicht mehr sündigen. Wir wissen sehr wohl, dass schwere Leidenswege eine völlig gegensätzliche Wirkung haben können (Hiob 2, 9). Doch »wenn wir das Leiden um Gottes willen übernehmen, richten wir in uns eine feste Trennung vom Bösen auf« (A. Schlatter). Die bewusste Annahme von Leid gelingt ja nur, wenn wir uns besonders dicht an Jesus halten. In seiner Nähe haben Sünden keinen Platz. Er kann auch unsere Einstellung zum Leid verändern. In der Regel sind wir bemüht, schwere Lebensführungen von uns oder anderen »wegzubeten«. Das kann durchaus entlastend sein. Von Jesus lernen wir noch mehr: Für ihn hatte die Gemeinschaft und Übereinstimmung mit dem Vater höheren Stellenwert (Matth. 26, 39). Segen bedeutet eben nicht Abwesenheit von Leid, sondern Anwesenheit unseres lebendigen Herrn. Manchmal lässt es sich erst im Rückblick bezeugen: »Er hat Beschwerliches dazu benutzt, um in mir Heilsames zu schaffen« (R.Scheffbuch).

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Montag, 8. Februar

1. Petrus 4, 4. 5

Unser Brief ist an Christen in der Diaspora gerichtet, die als Fremde unter Anfeindungen ihren Glauben leben und bewähren müssen. Aber auch in einem vertrauten Umfeld gibt es Entfremdung, wenn der an Jesus Christus Glaubende das sinnlose, vergnügungssüchtige oder gar gottlose Programm nicht mehr mitmacht. Es ist eigenartig, dass an diesem Punkt die Toleranz der Umwelt schwindet, Hochmut vorgeworfen wird oder Engstirnigkeit und Fanatismus. Christen sind an dieser Stelle in doppelter Hinsicht gefährdet. Wir wollen uns einerseits prüfen, ob wir nicht in der Tat in Gefahr sind, auf Außenstehende herabzusehen und durch frommen Rückzug eher abstoßend als einladend wirken. Andererseits können Gruppenzwang und gesellschaftlicher Druck in altes Fahrwasser zurückdrängen oder zu falschen Kompromissen führen. Beten wir darum, dass wir trotz eines eindeutigen Neins zur Sünde den Menschen Wertschätzung entgegenbringen. Damit werden Anfeindung und Spott keineswegs vermieden (Luk. 6, 22). Petrus spricht sogar von Lästerung. Unabhängig davon, ob diese sich gegen die Boten oder die Botschaft richtet, wird damit Gottes Ehre angegriffen. Wir können und müssen in diesem Fall nicht nach ausgleichender Gerechtigkeit und Strafe trachten. Gott selbst wird jene Spötter zur Rechenschaft ziehen. »Er aber, der sich bereithält zu richten, wird kein anderer sein als eben der, den sie verachten, dem sie ausweichen und dessen Zeugen sie schmähen: Jesus, der Gekreuzigte. Kein Ausweg, keine Rettung wird es für die Verlorenen geben, auch nicht durch den Tod. Denn nicht nur Lebende, sondern auch Tote werden sich dann zu verantworten haben« (U. Holmer; lies Matth. 25, 31. 32; Apg. 17, 31; 2. Tim. 4, 1; 1. Petr. 3, 16). Diese Erkenntnis ist für Jesusjünger nicht Anlass, über ihre Feinde zu triumphieren. Sie wird Motor zu einer ganz anderen Reaktion: »Weil wir nun wissen, dass der Herr zu fürchten ist, suchen wir Menschen zu gewinnen« (2. Kor. 5, 11).

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Dienstag, 9. Februar

1. Petrus 4, 5. 6

Es fällt auf, dass Petrus im Blick auf das göttliche Gericht eine Unterscheidung trifft. Seine Aussage »sie werden Rechenschaft geben müssen« nimmt Bezug auf die Feinde und schließt die leidenden Nachfolger aus. Diese Einschätzung fußt auf einem Wort von Jesus: »Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen« (Joh. 5, 24; vgl. Joh. 5, 29). Wenn Jesus wiederkommt, geht es bei seinen Jüngern nicht um die Frage »gerettet oder verloren« (Offb. 20, 12-15), sondern um Bewertung und letzte Klärung von Wort und Tat, bevor sie auf ewig mit ihm zusammen sind (1. Kor. 3, 11-15; 2. Kor. 5, 10; 1. Thess. 4, 16. 17). Wie sehr Gottes Sehnen dahin geht, jeden Menschen für das Leben mit ihm zu gewinnen, unterstreicht die Tatsache, dass er seinen Sohn auch zu jenen Toten sandte, die lebten und starben, bevor Christus am Kreuz unsere Schuld bezahlte. (Vgl. 1. Petr. 3, 19 und unsere Auslegung am 19. 11. 2009.) Durch ihren Tod haben sie bereits eine Art »End-Gericht« erlebt. Er gehört zur Vergänglichkeit des Menschen als Folge der Sünde. (Lies 1. Mose 3, 19. 22. 24; Röm. 6, 23.) Weil sie ohne Kenntnis von Jesus starben, sollten auch sie die Möglichkeit erhalten, Gottes Rettungsbotschaft zu hören und Leben aus Gott zu empfangen. »Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen« (Joh. 17, 3; vgl. 6, 63). Seine Langmut und Geduld mit jedem von uns ist überwältigend. Kein Hirt kann so fleißig gehen nach dem Schaf, das sich verirrt. Solltst du Jesu Herze sehen, wie der treue Seelenhirt sucht und vor Verlangen brennt nach dem, was sich abgetrennt von ihm und der Schar der Seinen, würdest du vor Liebe weinen. Paul Gerhardt

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Mittwoch, 10. Februar

1. Petrus 4, 7. 8

Petrus beschreibt das »Ende aller Dinge« als nah. Damit will er keine falschen Erwartungen wecken, als stünde die Wiederkunft von Jesus unmittelbar bevor. Niemand außer Gott, dem Vater, weiß Tag und Stunde (Matth. 24, 36). Außerdem umspannt die so genannte »Endzeit« einen großen Zeitraum. Sie begann mit dem öffentlichen Auftreten von Jesus (Matth. 4, 17; Hebr. 9, 26), ist also bereits »nahegekommen« und damit Teil von Vergangenheit und Gegenwart. Jeder weitere Tag bringt uns der zukünftigen Vollendung näher. Petrus rückt diese Wahrheit in den Blick, damit wir als Gemeinschaft von Christen nötige Konsequenzen bedenken. Dazu gehört der bewusste Entschluss, von der Macht des Gebets Gebrauch zu machen. Der Glaubende wird diese einzigartige Kraftquelle und Wirkungsmöglichkeit angesichts einer vergehenden Welt nicht von Lust oder Unlust abhängig machen. Eine weitere Konsequenz betrifft das Verhältnis untereinander. »Vor allem aber lasst nicht nach, einander zu lieben« (V. 8 nach Hoffnung für alle). »Das ist ein Hauptangriffsziel Satans: Er lässt der Gemeinde alles Mögliche (Glaube, Hoffnung usw.), aber er stört, zerstört die Liebe. Und damit stirbt der geistliche Mensch. Jesus sagt darum auch mahnend gerade von der letzten Zeit: ›Die Liebe wird in vielen erkalten‹ (Matth. 24, 12). Deshalb ermahnt auch Petrus zur Liebe – ›vor allen Dingen‹. Alles andere ist nachgeordnet. Wenn die Liebe fehlt, ist alles andere nichts (vgl. 1. Kor. 13, 2f). Die geistliche Liebe gestaltet die Gemeinde, macht sie lebendig und ist anziehendes Zeugnis nach außen« (H. Krimmer). Die Aussage in Sprüche 10, 12b ist keine Ermunterung, aus falsch verstandener Liebe Sünden unter den Teppich zu kehren. Gott vergibt ohne Grenzen alle Sünden, die ans Licht gebracht werden. Im Wissen um diese Liebe beten wir: »Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern« (Matth. 6, 12; vgl. 18, 21ff).

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Donnerstag, 11. Februar

1. Petrus 4, 9-11

Mut und Kraft für die Wirksamkeit nach außen erwächst insbesondere aus einem starken Rückhalt durch eine Gemeinde, die sich als Dienstgemeinschaft versteht. Dieser Dienst miteinander und füreinander reicht auch in den Bereich der Gastfreundschaft untereinander. Nun galt völlig unabhängig von jeder Glaubenszugehörigkeit in damaligen Verhältnissen Gastfreundschaft als Ehrensache. (Vgl. Luk. 11, 5-8.) Muss Petrus an diese Bereitschaft appellieren, weil sich unter den Glaubensgeschwistern manche Liebesgeste abgenutzt hatte oder sogar zur Last geworden war? Auch in unseren Gemeinden kann es geschehen, dass befreundete Familien am Sonntag selbstverständlich Zeit miteinander verbringen und darüber Einsame oder Alleinstehende vergessen. Niemand kann sich um jeden kümmern. Aber wenn jeder ein offenes Auge für andere behält, müsste niemand ausgeschlossen bleiben. Petrus mahnt: »Dient einander!« Dabei geht er selbstverständlich von der Tatsache aus, dass jeder von Gott begabt ist. Diese Gabe soll nicht den Empfänger groß herausstellen. Sie ist anvertraut, um in der Gemeinde und für Gottes Interessen wirksam zu werden. Gleichwertig stehen hier die Gaben für die Verkündigung neben jenen Fähigkeiten, die durch praktischen Einsatz oder auf andere Weise helfen. »Überall dürfen wir etwas von dem weiterreichen, was unser Herr uns selbst gegeben und anvertraut hat. Die Menschen warten darauf. Und auch wir selbst brauchen es. Denn nur im Dienst für Jesus machen wir Erfahrungen mit ihm. Nur im Dienst lernen wir ihn wirklich kennen. Wer die Gaben, die Gott ihm gegeben hat, für sich allein verbraucht, dessen Leben ist wie ein See ohne Abfluss. Sein Wasser wird stinkend. Es ist zu nichts mehr zu gebrauchen. Und schließlich verlandet der See. Er wird kleiner und kleiner – und eines Tages gibt es ihn nicht mehr« (T. Sorg). Wir ehren Gott, wenn wir unsere Gaben in der Abhängigkeit von ihm und seiner Kraft einsetzen. (Lies Eph. 1, 5. 6. 12.)

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Freitag, 12. Februar

1. Petrus 4, 12. 13

Zum wiederholten Mal werden wir mit dem Thema Leid konfrontiert. Es durchzieht in der Tat diesen ganzen ersten Petrusbrief. Von Anfang an ist Petrus bemüht, den tieferen Sinn der Bedrängnisse, die Jünger leiden, zu erhellen (vgl. 1. Petr. 1, 6. 7) und zu einer nüchternen Einstellung zu helfen (1. Petr. 2, 21). Doch als Menschen mit dem natürlichen Bedürfnis nach Sicherheit, Frieden und Erfolg bereitet uns diese Aussicht Mühe. Wenn wir in ein belastendes Spannungsfeld geraten, melden sich oftmals zweifelnde Stimmen. Warum erfüllt sich Gottes Verheißung von Sieg und Bewahrung nicht? Glaube ich zu wenig oder habe ich womöglich gar nicht den richtigen Glauben? Ist das Böse doch stärker als Gott? Nun heißt es jedoch: »Wundert euch nicht über die heftigen Anfeindungen, die ihr jetzt erfahrt. Sie sollen euren Glauben prüfen und festigen« (V. 12a nach Hoffnung für alle). So tröstet Petrus und fügt eine ermutigende Perspektive hinzu. Für Christus leiden und mit Christus leiden ist untrennbar verbunden mit dem Ausblick, von allen Leiden erlöst, mit ihm seine Herrlichkeit teilen zu können. »Sind wir aber Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, wenn wir denn mit ihm leiden, damit wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden« (Röm. 8, 17; vgl. Joh. 17, 24). Nur in diesem Licht kann von Freude die Rede sein. Deshalb hört die Freude des Glaubenden auch nicht im Leid auf. Es ist eine Freude, die unabhängig von fröhlichen Gefühlen, Trauer oder Mutlosigkeit durchbrechen kann, weil sie eine Frucht des Heiligen Geistes ist (Gal. 5, 22; vgl. Phil. 4, 4-7; Jud. 24. 25). »Weicht, ihr Trauergeister, denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, muss auch ihr Betrüben lauter Freude sein. Duld ich schon hier Spott und Hohn, dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude« (J. Franck).

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Samstag, 13. Februar

1. Petrus 4, 14-16

Namen helfen uns zur Unterscheidung und Identifikation von Personen. Wir verbinden sie manchmal mit einer Idee, einem Programm oder einem besonderen Ereignis. Wir kennen auch die Redewendung »Namen sind Schall und Rauch«. Ganz anders verhält es sich mit dem Namen »Jesus Christus von Nazareth«. In diesem Namen haben Petrus und die anderen Apostel Wunder getan (Apg. 3, 6; 16, 18). In seinem Namen erfahren Menschen Rettung (Joh. 20, 30. 31; Apg. 4, 10. 12), empfangen sie Vergebung von ihren Sünden (Apg. 10, 43; 1. Joh. 2, 12) und Gerechtigkeit (1. Kor. 6, 11). Es ist der höchste Name, vor dem sich einst alle Knie beugen werden (Phil. 2, 9. 10). In diesem Namen erhört Gott Gebet (Joh. 14, 13; 16, 23) und beschenkt mit seinem Geist, dessen Kraft er besonders seinen bedrängten Jüngern zugesagt hat (Mark. 13, 11; vgl. Apg. 7, 55; 1. Thess. 1, 6). Deshalb nennt es Petrus eine Ehre, um seinetwillen zu leiden (Apg. 5, 41) oder Träger dieses Namens zu sein. Wer Christ ist, also zu Christus gehört, sollte nicht mit wirklichen Übeltaten in Verbindung gebracht werden. Sachlich scheint es uns unnötig, dies besonders zu erwähnen und mit einer Aufzählung abzusichern. Die Wirklichkeit mag damals dennoch Anlass gegeben haben. Dabei bleibt offen, was wir unter »Eingriff in ein fremdes Amt« zu verstehen haben. Ein erfahrener Christ erwähnt als Beispiel auch die taktlose Art, mit der manche Christen ihre geistliche Verantwortung wahrnehmen, andere selbstsicher verurteilen, öffentlich bloßstellen oder auch verletzend Kritik üben. Aber niemand darf sich einreden, als Christ zu leiden, wenn er durch solchen Übereifer auf Widerstand stößt. (Lies Gal. 6, 1-5.) Im Bemühen, alles im Namen von Jesus zu tun (Kol. 3, 17), wollen wir füreinander beten, »damit der Name unseres Herrn Jesus in uns verherrlicht werde und wir in ihm« (2. Thess. 1, 12).

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Sonntag, 14. Februar

1. Petrus 4, 17-19

In dieser »letzten Zeit« (vgl. 1. Petr. 4, 7) hat Gott in besonderer Weise acht auf seine Kinder. Mit großem Ernst spricht Petrus vom Gericht, das im Hause Gottes anfängt. Zwei alttestamentliche Beispiele sind vermutlich Hintergrund für diese Formulierung. Sowohl Jeremia als auch Hesekiel sprechen von einem Gottesgericht, das jeweils beim eigenen erwählten Volk in Jerusalem (Jer. 25, 29) und sogar im Heiligtum (Hes. 9, 6) seinen Anfang nimmt. Dahinter steht nicht der Gedanke der Vernichtung, sondern Gottes Absicht, seine Kinder zurechtzubringen. »Wenn wir aber von dem Herrn gerichtet werden, so werden wir gezüchtigt, damit wir nicht samt der Welt verdammt werden« (1. Kor. 11, 32; vgl. Hebr. 12, 7). Es ist eine dringliche Warnung für den Gottlosen, wenn selbst der Gerechte »kaum«, das heißt »durch Mühe und Arbeit«, gerettet wird. Diese Mühe investiert Gott für uns (Jes. 43, 24). Petrus wirbt um die Bereitschaft, sich dieser wichtigen Erziehung Gottes nicht zu entziehen. Im Rückblick lassen sich vier unterschiedliche Aspekte nennen, die für leidende Nachfolger von Bedeutung sind:

• Leiden erprobt unseren Glauben mit dem Ziel, dass dieser erstarkt (1, 7. 8).

• Es vertieft die Gemeinschaft mit dem Herrn, der selber für uns gelitten hat (2, 21; 4, 12. 13).

• Es gibt Raum zum Zeugnis für ihn und zur Ehre seines Namens (4, 14. 16).

• Es gehört zu Gottes Erziehung, uns zu verändern (4, 1. 17). Wir sind auf allen Wegen geborgen in der Treue Gottes und können uns ihm mit Worten von Hermann Bezzel anbefehlen: »Hineingestellt in die Welt der Widersprüche gegen Jesus, hineingeboren in eine harte, stürmische Zeit, wollen wir dem die Treue halten, der uns bis auf unseren heutigen Lebensweg treu zur Seite stand, und wollen sprechen: Alles für dich, alles dir nach und wo ich schwach bin, alles durch dich. Dein Eigen will ich sein in Ewigkeit.«

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Montag, 15. Februar

1. Petrus 5, 1. 5a

In seinen abschließenden Ausführungen nimmt Petrus den Gegensatz von Alt und Jung in den Blick. Gewiss wird in diesem Fall auch das Lebensalter eine Rolle spielen, also wird von Älteren und Jüngeren an Jahren die Rede sein. Wichtig für die Gemeinde waren jedoch die im Glauben »Älteren«, Gereiften, im Gegensatz zu den Neubekehrten. Auch junge Menschen können in geistlicher Hinsicht reif sein, sodass Gott sie zu seinen Diensten beruft. Das sehen wir am Beispiel von Jeremia oder Timotheus (Jer. 1, 7; 1. Tim. 4, 12). In unserem Text ist zunächst von den so genannten Ältesten die Rede. Wir wissen aus der Apostelgeschichte, dass Paulus auf seinen Missionsreisen dafür sorgte, dass nach seiner Abreise die Verantwortung und Leitung für die Gemeinde in geeigneten Händen lag. »Sie setzten in jeder Gemeinde Älteste ein« (Apg. 14, 23). Damit war der einzelne Gläubige nie der Verantwortung für sich selbst und die Gemeinde enthoben. Bis heute braucht es solche, die innerhalb der Gemeinde für Leitungsaufgaben zur Verfügung stehen. Unsere Väter im Glauben nannten als Auswahlkriterien besonders drei Stichworte: Bekehrt – Hat der Gefragte eine Entscheidung für Christus getroffen und sein Leben geordnet? Berufen – Weiß er sich von Gott in den Dienst gerufen? Können andere diesen Ruf bestätigen? Bewährt – Hat er andere Aufgaben verlässlich ausgeführt? Es ist für uns ein großer Trost, dass ausgerechnet Petrus sich als Mitältester bezeichnet, jener Jünger also, der nach seinem demütigenden Versagen von Jesus neu in den Dienst genommen wurde (lies Joh. 21, 16). Wir sehen oft nur das Augenscheinliche, das Versagen, die Unzulänglichkeit. Jesus aber sieht mehr. So erkennt er in Petrus den opferbereiten Hirten, im Zöllner Levi den Evangelisten Matthäus und schämt sich ihrer nicht. Gott sucht Menschen, an denen er seine Kraft erweisen kann.

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Dienstag, 16. Februar

1. Petrus 5, 1. 2

Wenn im Dienst für Gott Berufungen geschehen, geht es nie um das Erklimmen einer Karriereleiter. Viel eher ist die Bereitschaft gefragt, mehr Lasten zu tragen und vielleicht für eine größere Zahl von Menschen Sorge zu übernehmen. Das schließt Leiden nicht aus, wie der Apostel aus eigener Anschauung weiß. (Vgl. 1. Petr. 4, 13.) Die Ältesten ermahnt er, sich als Hirten zu verstehen. Dieses Bild entspricht dem biblischen Verständnis von Leitung. (Vgl. Jes. 40, 11; Joh. 10, 11-14; Apg. 20, 28.) Der Begriff »weiden« umfasst hierbei die Bedeutung von »schützen, hüten, umsorgen«. Wer sich in diesem Sinne einsetzen möchte, muss laut Petrus drei grundlegende Fragen klären:

• Warum übernehme ich diesen Dienst? Weil ich dazu von Menschen überredet wurde, also gezwungenermaßen? Weil mich der Druck der Umstände bestimmt oder mein Pflichtgefühl? All das mag bei einer Entscheidung eine Rolle spielen. Trotzdem heißt es bei Petrus: Freiwillige gesucht! Nur Gott darf »drängen« und über uns gebieten. (Lies Jona 1, 1. 2.) Aber selbst dann wartet er auf unsere Antwort »Hier bin ich, sende mich« (Jes. 6, 8; vgl. Jona 2, 10). Es kann auch sein, dass wir mit unserer Bereitschaft zögern, weil wir bei uns bestimmte Gaben vermissen. Doch es bleibt zum Staunen, wie Gott Gaben schenkt, die sich erst im Dienst zeigen und entfalten. Manchmal ergänzt er den Mangel dadurch, dass er uns andere Menschen an die Seite stellt und so vor Selbstsicherheit oder Stolz bewahrt. (Lies 2. Mose 4, 10-15; 18, 13ff.) Wir dürfen beherzigen: »Du bist in deiner ganzen Person eine gute Gabe Gottes! Hier ist zu beginnen! Sonst kommt es leicht zu falscher Akzentsetzung: ›Ich diene Gott mit dieser Begabung! Mit dem Rest meiner Person kann er nichts anfangen!‹« (F. Gutsche). Aber Gott kann. Paulus bezeugt: »Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin« (1. Kor. 15, 10).

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Mittwoch, 17. Februar

1. Petrus 5, 2-4

• Wozu tue ich diesen Dienst? Weil ich einen eigenen Vorteil und persönliche Bereicherung erwarte? Der Umgang mit Geld kann auch für Christen zum Fallstrick werden. Petrus ist es »damit ernst, dass seine Mitältesten völlig frei sein sollten von Habsucht. Der Leiter soll in seinem Dienst oder in seinen Entscheidungen nicht durch irgendwelche Erwägungen persönlicher finanzieller Interessen oder anderen materiellen Gewinnes beeinflusst werden. Wenn Menschen sehen, dass er hier wirklich frei ist, werden seine Worte größeres Gewicht haben« (O. Sanders). Denkt Petrus beim »schändlichen Gewinn« vielleicht auch an den Wunsch, Ansehen, Einfluss und Bedeutung zu gewinnen? Menschlicher Ehrgeiz verfolgt solche Ziele. Petrus mahnt: Diene von Herzen! An seinen Schreiber Baruch richtete Jeremia den Rat: »Du begehrst für dich große Dinge? Begehre es nicht!« (Jer. 45, 5). Es geht ja um Gottes Angelegenheiten, um Christus und seine Gemeinde.

• Wie will ich meinen Dienst ausüben? Mit einem Anspruch auf Macht und indem ich über »Untergeordnete« herrsche? Doch Führungsaufgaben geben nicht das Recht, andere als Diener zu benutzen, sondern wer groß sein will, der soll wie Jesus ein Diener sein. (Lies Mark. 10, 42-45.) Petrus stellt klar: Lebe so, dass andere gerne Nachahmer im Dienen werden. Der Verantwortungsträger soll ein Vorbild sein. Wir werden dabei an Worte erinnert, die Paulus an Timotheus richtete: »Sei den Gläubigen ein Vorbild im Wort, im Wandel, in der Liebe, im Glauben, in der Keuschheit« (1. Tim. 4, 12). Dies stellt ganz in die Abhängigkeit von Jesus und erfordert Demut, sich von Gott erforschen und korrigieren zu lassen. Denn Menschen können wohl Aufgaben und Ämter verteilen, aber geistliche Vollmacht und Autorität kommen allein von Gott. Jesus als der »Erzhirte« oder der wahre »große Hirte der Schafe« kann in uns schaffen, was ihm gefällt (Hebr. 13, 20. 21).

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Donnerstag, 18. Februar

1. Petrus 5, 5. 6

Auch den Jüngeren gibt Petrus geistlichen Zuspruch. Sollten die Ältesten ihre Verantwortung dienend und selbstlos ausüben, so sind nun die Jungen gemahnt, ihre anders geartete Überlegenheit nicht zum eigenen Vorteil auszunutzen. »Unterordnung« bedeutet hier, ähnlich wie in der Ehe (1. Petr. 3, 1. 5), keineswegs willenlose Unterwerfung, sondern Respekt und Achtung vor den Gaben und Aufgaben des anderen. Paulus schreibt: »Wir bitten euch aber, liebe Brüder, erkennt an, die an euch arbeiten und euch vorstehen in dem Herrn und euch ermahnen; habt sie umso lieber um ihres Werkes willen. Haltet Frieden untereinander« (1. Thess. 5, 12. 13). Ohne Unterschied spornt Petrus alle miteinander zur Demut an. (Vgl. Phil. 2, 3.) Das ist weit mehr als ein guter Lebensrat. »Demut meint die Bereitschaft des Menschen zu dienen. So weist Demut auf Jesus, wie er am Gründonnerstag seinen Jüngern die Füße wäscht, wie er sich freiwillig zu ihrem Diener erniedrigt. Dazu gehört eine große Seelenkraft, ein großer ›Mut‹. Wer dergestalt demütig ist, dem gilt das Apostelwort: ›Dem Demütigen gibt er Gnade‹« (F. Melzer). Er weiß: »Ich hatte nichts als Zorn verdienet und soll bei Gott in Gnaden sein.« Der Demütige weiß: Demut, die Gott gefällt, ist nicht mein Werk, sondern ein Gnadengeschenk meines Herrn. – Auf dem Boden der Gnade wächst Demut zu einer geistlichen Gesinnung, die Gott alle Ehre gibt. Da uns allerdings der Hochmut so tief im Blut liegt, kann es sehr wohl sein, dass wir die Hand Gottes auch als »gewaltige Hand« erfahren und der Herr sich unserem Hochmut entgegenstellt. (Vgl. Matth. 23, 12; Luk. 18, 9-14.) – Petrus zeigt auf, dass es heilsam ist, sich Gottes machtvollem Zugriff zu beugen. Gottes wunderbares Ziel mit uns ist »Erhöhung«. Er führt uns ja zu sich.

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Freitag, 19. Februar

1. Petrus 5, 7

Unser himmlischer Vater weiß, was wir brauchen, ehe wir ihn bitten (Matth. 6, 8). Die logische Konsequenz in der Bibel lautet nicht: Deshalb brauchst du nicht zu beten. Jesus sagt: »Darum sollt ihr so beten« und lehrt seine Jünger das Vaterunser (Matth. 6, 9ff). Im Gebet geht es ja nicht darum, einen unwissenden Gott zu informieren. Wir sind eingeladen, mit ihm zu reden, sodass unsere Beziehung zu ihm Gestalt gewinnen kann. Dazu zählt die Einladung, ihm alle Sorgen zu nennen. (Lies Phil. 4, 6.) Weshalb? Weil wir ihm wichtig sind und er sich um uns kümmert (Röm. 8, 32). »Werfen« veranschaulicht den Entschluss, die entsprechenden Lasten nicht nur aufzuzählen, sondern an Gott abzugeben. In der Regel brauchen wir in dieser Wurf-Disziplin viel Training, um unsere Sorgen wirklich bei ihm zu lassen und nicht länger selber zu schultern. Vertrauen ist gefragt, und das braucht wiederum Demut: Ich gebe zu, dass ich nicht selbst für alles Sorge tragen kann und auf größere Hilfe angewiesen bin. »Herr, ich übergebe meine Sorgenlasten dir und deinen Möglichkeiten.« Vertrauen braucht außerdem Mut: Ich verzichte auf Sicherheiten und beschreite einen unbekannten Weg mit ungewisser Länge. »Herr, ich überlasse mich und meine Angelegenheiten deiner Fürsorge.« Ein Liederdichter bekennt: »Der die Haare zählet, dem kein Sperling fehlet, der die Raben speist, der hat mich geschaffen, der bedarf kein Schlafen, der ist nicht verreist; der den Sohn so lange schon für mein Heil dahingegeben, der ist noch am Leben. Wenn ich ihn erkenne, meinen Herrn ihn nenne, wie sein Geist mich lehrt, so bin ich, der Sünder, in der Zahl der Kinder, die er bitten hört. Mein Gebet wird nicht verschmäht, und nach überstandnen Proben werd ich fröhlich loben« (E. G. Woltersdorf).

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Samstag, 20. Februar

1. Petrus 5, 8. 9

Wenn wir das Sorgerecht für unser Leben an Gott abtreten, bleibt für uns eine dreifache Herausforderung:

• Seid wachsam! Es gilt für uns die begründete Notwendigkeit, trotz aller Fürsorge Gottes unser Leben achtsam zu führen. Der Widersacher Gottes, der Mörder von Anfang und Vater der Lüge (Joh. 8, 44) ist mit einem hungrigen Löwen zu vergleichen, der auf Beute aus ist. Und »uns ist wohl bewusst, was er im Sinn hat« (2. Kor. 2, 11; vgl. Luk. 22, 31). Sein Ziel ist es, den Menschen von seinem Schöpfer zu trennen, ob durch Ungehorsam oder durch Unglauben. Wir müssen uns deshalb darauf einstellen, dass die Herzstücke unseres Glaubenslebens umkämpft sind: unsere Gebetszeit, der vertrauensvolle Umgang mit dem Wort Gottes, die Gemeinschaft mit anderen Gläubigen. Als häufige Angriffstaktik nennt der Ausleger Adolf Schlatter Versuchung, Verwirrung und Verfolgung. Paulus fordert alle Gläubigen auf, die geistliche Waffenrüstung anzulegen (Eph. 6, 11-17).

• Seid ohne Furcht! Es gilt für uns die begründete Gewissheit, trotz aller Feindeslist ohne lähmende Furcht leben zu können. Auch wenn der Löwe durch sein Gebrüll in Angst und Schrecken versetzt: Wir sind bei Gott geborgen. Der Teufel ist nicht allmächtig. Er hat in dieser Welt nur so weit Einfluss, wie Gott ihm dazu Spielraum und Frist lässt (Offb. 20, 2. 3. 10). Wer sich zu Jesus hält, steht auf der Seite des Siegers. »Der Herr ist treu; der wird euch stärken und bewahren vor dem Bösen« (2. Thess. 3, 3; vgl. Offb. 1, 17. 18). Einen weiteren Trost gibt Petrus durch seinen Hinweis auf den Glaubenskampf, der alle Christen betrifft. Auch wenn wir an einem Platz alleine stehen, sind wir nicht wirklich abgehängt. Wir gehören zur großen Familie Gottes (1. Kor. 12, 13. 26. 27). Gott wacht über seiner Gemeinde in guten und schweren Zeiten. (Lies 1. Kor. 15, 57; Phil. 1, 6.)

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Sonntag, 21. Februar

1. Petrus 5, 9

• Leistet Widerstand! Es gilt für uns die begründete Mobilmachung zum Kampf, obgleich eigene Kräfte dazu nicht ausreichen. Deshalb heißt es »widersteht im Glauben«. Der Glaube ist ja der Sieg, der die Welt überwunden hat (1. Joh. 5, 4; vgl. 1. Tim. 6, 12). »Auf welche Weise überwindet der Glaube die Welt? Die Grundregel lautet: ›Gleiches heilt Gleiches.‹ Der Glaube zertritt die Furcht dieser Welt mittels der Furcht Gottes. Die Welt sagt: ›Wenn du nicht dies und das tust und dich vor mir niederbeugst, werde ich dich in den feurigen Ofen stecken.‹ Doch der Mann des Glaubens entgegnet: ›Ja, vielleicht fürchte ich dich, doch kenne ich noch eine weitaus größere Furcht, nämlich die, meinen Herrn zu betrüben.‹ Und wie bereitet der Glaube den Hoffnungen dieser Welt eine Niederlage? ›Schau dir dies doch einmal an‹, sagt die Welt, ›das alles kannst du haben, wenn du mein Jünger wirst. Es gibt Hoffnung für dich, du kannst reich und groß sein.‹ Doch der Glaube antwortet: ›Für mich ist eine Hoffnung im Himmel aufgehoben, eine Hoffnung, die nie vergeht.‹ So überwindet die Hoffnung der Herrlichkeit die Hoffnung, die die Welt anbieten kann. ›Ach, warum willst du nicht dem Vorbild so vieler um dich herum folgen?‹ ›Warum? Weil ich dem Vorbild des Herrn Jesus Christus folge‹, antwortet der Glaube. ›Gut‹, sagt die Welt, ›wenn du dich durch alles dies nicht überwinden lassen willst, dann komme her, lass dich von mir lieben. Sei mein Freund.‹ Doch der Glaube schleudert ihr entgegen: ›Wer der Welt Freund ist, kann kein Freund Gottes sein. Gott liebt mich. Was brauche ich mehr?‹ So stellt der Glaube der einen Liebe die andere entgegen, der Hoffnung die bessere Hoffnung, der Furcht die Furcht Gottes und überwindet so die Welt« (C. H. Spurgeon).

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Montag, 22. Februar

1. Petrus 5, 10-14

Mit Segenswort, Grüßen und dem Friedenswunsch beschließt Petrus seinen Brief. Es sind nur wenige Worte, dennoch wird anschaulich, wie sehr sich der Apostel mit allen Gläubigen verbunden weiß. Auch Entstehung und Übermittlung des Briefes sind Zeugnis gemeinsamer Arbeit. Der Kontakt zu Silvanus (Silas) geht weit zurück. Er war Überbringer der Beschlüsse der Jerusalemer Apostelversammlung (Apg. 15, 22. 27) und verlässlicher Mitarbeiter von Paulus (Apg. 15, 40; 16, 25; 17, 14). Vermutlich hat Silvanus den ersten Petrusbrief persönlich den Gemeinden überbracht und auch bei der Abfassung als Schreiber mitgewirkt. Petrus betont die Glaubwürdigkeit dieses Mitarbeiters und damit auch die Übereinstimmung seiner Botschaft mit der des Apostels Paulus. (Vgl. 2. Kor. 9, 8; Tit. 2, 11-13.) Auch Markus ist ein solches Verbindungsglied. Er gehört ebenfalls zum Mitarbeiterteam von Paulus (Apg. 12, 25; Kol. 4, 10; 2. Tim. 4, 11). Gleichzeitig versteht sich Petrus als sein geistlicher Vater. Ihre gemeinsamen Grüße senden sie aus »Babylon «, Inbegriff der Feindschaft gegen Gott und Deckname für Rom mit seinem Götzendienst und der zunehmenden Entschlossenheit zur Christenverfolgung. Wir erinnern uns: Das Anliegen des Briefes ist es, die Gläubigen zu ermutigen, auch in der Fremde und im Leiden Christus nachzufolgen. Sie sollen lernen, »wie sie inmitten solcher Feindseligkeit siegreich leben können: 1. ohne Hoffnung zu verlieren, 2. ohne bitter zu werden, 3. im Vertrauen auf ihren Herrn und 4. in Erwartung seiner Wiederkunft« (J. MacArthur). Dazu hat Gott jede nur erdenkliche Hilfe in Liebe und Treue für uns bereit. Er wird uns vollbereiten (ausrüsten), festigen (beständig machen), stärken und gründen (ein Fundament geben). Deshalb wollen wir uns zum Lob anstecken lassen (V. 11), den Frieden weitergeben, den allein Jesus gibt (Eph. 2, 14), bei und in ihm bleiben. »Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht« (Joh. 15, 5). Ein he rrliche r Duft – der Ge ruch des Le bens

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Dienstag, 23. Februar

2. Korinther 2, 14-16

Ein Missionar saß im Abteil eines Zugs, der eben in den Bahnhof eingefahren war. Er reiste mit einem sehr beschwerten Herzen. Ihn beschäftigte seine Arbeit, die er bisher hier im Land Kolumbien getan hatte. Es war so wenig Echo auf seine Verkündigung gekommen. Mit einem Mal wurde er jäh aus seinen Gedanken gerissen. Auf dem Bahnsteig liefen Jungen mit Tabletts frischer Brötchen am Zug auf und ab. Sie drängten die Reisenden zum Kauf. Doch kaum einer beachtete das Angebot. Als sich der Zug wieder in Bewegung setzte, mussten die Jungen mit ihren vollen Tabletts zurücktreten. Da sah der Missionar, dass einer sich auf das Trittbrett schwang, obwohl der Zug schon angefahren war. Und schon war der Junge im Abteil. Er setzte sich auf einen Platz, nahm eines von seinen Brötchen, brach es auseinander und begann zu essen. Der Mann neben ihm schaute von seiner Zeitung auf; denn dem aufgebrochenen ofenfrischen Brötchen entströmte der volle köstliche Duft. Es dauerte nicht lange, da kaufte der Mann ein Brötchen und begann zu essen. Schnell verbreitete sich der Duft im Abteil. Einer nach dem anderen rief den Jungen zu sich und kaufte ein Brötchen. Als der Zug an der nächsten Station hielt, verließ ihn der Junge. Sein Tablett war leer und sein Geldbeutel gefüllt. Der Junge hatte dem Missionar eine Botschaft hinterlassen. Während die anderen Verkäufer laut gerufen hatten, hatte er die bessere Methode gefunden, die Leute zum Kauf zu bewegen. Er setzte sich einfach in ihre Nähe und ließ den Duft verströmen. So weckte er den Appetit auf Brötchen. Und einer nach dem anderen verlangte danach. Nun wusste der Missionar, wie man bei Menschen den Appetit auf das Brot des Lebens weckt. Auch Jesus suchte bewusst die Nähe der Menschen auf, um ihr Verlangen nach »Lebenshunger« zu stillen: Johannes 4, 1-30; 5, 1-9. 14; Lukas 17, 12-19.

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Mittwoch, 24. Februar

1. M ose 8, 20. 21; 2. M ose 29, 18; 3. M ose 1, 1-9

»Noah opferte Brandopfer auf dem Altar, und der Herr roch den lieblichen Geruch.« Normalerweise riecht verbranntes Fleisch alles andere als gut. Aber der Geruch des Opfers, das aus dem dankbaren Herzen Noahs kam, war Gott angenehm – wörtlich heißt es: »Geruch der Beruhigung«. Was ist gemeint? Gott braucht keine Beruhigung, weil er unter Nervosität leiden könnte. Er ist vielmehr erzürnt über den Ungehorsam seiner Geschöpfe, weil dieser den ewigen Tod bringt. Der Gott wohlgefällige Geruch des Opfers, das Noah darbrachte, ist gewissermaßen ein Zeichen für den »beruhigten« Zorn Gottes. Noah brachte dem Herrn aus Dankbarkeit für die Rettung aus den Todeswassern der Sintflut ein Brandopfer dar. Dieses war ein »Ganzopfer« – das ganze Tier wurde geopfert. Er opferte Gott das Beste, und zwar ganz. Er behielt nichts für sich zurück. »Alles für Gott«, so war seine Herzenshaltung, und das bewirkte einen lieblichen Duft, an dem Gott Gefallen hat. Gott nahm Noahs Opfer an und erwies ihm Gnade. Mit dem Regenbogen besiegelte Gott sein Versprechen, gnädig zu sein. Alle Opfer, die Gott seinem Volk Israel darzubringen gebot, weisen über sich hinaus auf das eine Opfer, das Jesus, der Sohn Gottes, brachte. »Christus hat uns geliebt und sich selbst für uns hingegeben als Opfergabe und Schlachtopfer, Gott zu einem duftenden Wohlgeruch« (Eph. 5, 2). In das Lebensopfer, das Jesus brachte, münden alle alttestamentlichen Opfervorschriften und -handlungen ein. Gott nahm die Opfer an, die sein Volk brachte, weil er schon das einzigartige, vollgültige Opfer seines Sohnes vor Augen hatte. Dieses Opfer ist vollkommen und einmalig. Es ist das einzige Opfer, das uns aus den Todes-Fluten der Sünde rettet. Mit diesem Opfer beginnt der Neue Bund. In ihm sind die Opfervorschriften des Alten Bundes für immer erfüllt. (Lies Hebr. 7, 25-27; 9, 12-28; 10, 10.)

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Donnerstag, 25. Februar

1. Korinther 1, 30. 31; 1. Petrus 1, 18. 19 1.

Wohlgeruch, der von Jesus ausgeht Mit dem Opfer seines Lebens hat Jesus Christus das größte Problem der Menschheit gelöst – das Problem der Sünde. »Am besten verstehen wir Sünde, wenn wir das Leben von Jesus Christus anschauen. Wenn ich sein Leben mit meinem Leben vergleiche, erkenne ich relativ leicht, was Sünde ist. Sein Leben war perfekt und absolut gut. (Lies Joh. 8, 46; Hebr. 4, 15.) Wenn wir das Leben und die Worte von Jesus wirklich ernst nehmen, stellen wir fest: Wir sind nicht gut, und wir können nicht gut sein. Sünde hat den Menschen entstellt und böse gemacht. Von Grund auf ist das Herz des Menschen böse. Wenn ein Mensch ehrlich wird mit sich selbst, dann begreift er immer mehr, was Sünde ist, und er versteht auch die Notwendigkeit des Opfers, das Jesus am Kreuz dargebracht hat. Wer nichts von diesem Opfer weiß oder es nicht wahrhaben will, der kann dieses ›Von-Grund-auf-Bösesein‹ nicht zugeben. Wenn es keine Lösung für das Problem der Sünde geben würde, müssten wir sie verdecken und verleugnen. Wir könnten dann nur die Symptome der Sünde behandeln. Aber dabei bleiben wir an der Oberfläche und gelangen nicht zum Herzen des Problems. Das Herz unseres Problems ist das Problem unseres Herzens. ›Denn von innen, aus dem Herzen des Menschen, kommen die bösen Gedanken hervor: Unzucht, Dieberei, Mord, Ehebruch, Habsucht, Bosheit, Arglist, Neid, Torheit, Ausschweifung, Lästerung, Hochmut. Alle diese bösen Dinge kommen von innen heraus und verunreinigen den Menschen‹ (Mark. 7, 21-23). Genau darum musste Jesus am Kreuz sterben, er hat alle unsere Sünde auf sich geladen, damit wir frei sein können. Deshalb haben wir als Christen die unverschämte Freiheit, offen und ehrlich über unsere Verfehlungen, Schwächen und Nöte zu reden, weil wir wissen, dass es eine Lösung für die Sünde gibt, nämlich die Erlösung durch Christus. Seine Erlösung ist unsere Lösung« (H. P. Royer). (Lies Eph. 1, 7. 8.)

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Sonntag, 26. Februar

Galater 1, 4; 1. J ohannes 3, 16

Alle Menschen sollten es wissen, und jeder, der Jesus Christus gehört, weiß es: Der Sohn Gottes hat sein Leben für mich geopfert. Er starb meinen Tod, den ich wegen der Sünde verdient habe und den Gott nicht einfach aus Liebe erlassen kann, weil all das Böse nicht ungesühnt bleiben kann. Sein Sohn hat stellvertretend die Strafe für meine Sünde auf sich genommen und hat mich mit Gott versöhnt. Dieses Opfer ist für Gott zu einem »duftenden Geruch« geworden, den Zorn Gottes zu beruhigen. Das Opfer von Jesus entsprach der Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes. Unsere Sünde würde zum Himmel »stinken«, wenn Gott nicht den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht hätte. Weil Jesus sich geopfert hat, steigt zu Gott nicht der Gestank unserer Sünde auf, sondern der Christusduft, der liebliche Duft der durch Christus Versöhnten. Wir sind vor Gott recht gemacht. »Das Blut Jesu Christi hat uns rein gemacht von aller Sünde.« »Denn die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.« »Wohl dem Menschen, dem die Übertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedeckt ist.« »Darum lasset uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen in völligem Glauben, besprengt in unseren Herzen und los von dem bösen Gewissen und gewaschen am Leibe mit reinem Wasser.« »Und wer will nun die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der da gerecht macht, wer will verdammen? Christus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferstanden ist, der zur Rechten Gottes ist und uns vertritt« (1. Joh. 1, 7; Jes. 53, 5b; Ps. 32, 1; Hebr. 10, 22; Röm. 8, 33. 34). Praxis-Impuls: Überdenken wir die einzelnen Bibelverse im Gespräch mit Jesus. Was sagt der Vers aus? Wofür kann ich danken, worum bitten? Welche Zusagen entdecke ich?

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Samstag, 27. Februar

2. Korinther 2, 14-17

Wer die Erlösung durch Jesus angenommen hat und sich von ihm aus seinem großen Reichtum beschenken lässt, verbreitet den Christus-Duft. »Wir sind für Gott ein Wohlgeruch des Christus«, sagt Paulus. Der gute Geruch ist dort, wo Jesus ist. 2. Der Christusduft bei Menschen der Bibel Im 2. Kapitel der Apostelgeschichte wird von der Entstehung und vom Leben der ersten Christengemeinde berichtet. Im letzten Vers dieses Kapitels ist zu lesen, dass der Herr täglich welche hinzutat, täglich kamen Menschen zum Glauben. Da lohnt es sich zu fragen: Was ging von den Christen damals aus? Ihr Gemeindeleben wird so beschrieben: »Sie blieben aber beständig in der Apostel Lehre und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet . . . und alle, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam« (Apg. 2, 42. 44). Viele waren ein Eigentum des Herrn Jesus Christus geworden. Weil sie aber wenig von diesem Herrn wussten, war es ihnen wichtig, mehr von ihm zu erfahren, und die Apostel berichteten ihnen, »was Jesus zu tun und zu lehren begann« (vgl. Apg. 1, 1-3). Sie erzählten, was sie mit Jesus erlebt und von ihm gehört hatten. Die Christen waren beieinander. Die Gemeinschaft war für sie lebensnotwendig. Keiner hätte für sich alleine bleiben mögen. Sie aßen miteinander, feierten zusammen das Abendmahl, und sie beteten miteinander. »Gemeinsames Glauben treibt zum gemeinsamen Beten« (W. de Boor). Die Menge der Gläubigen war ein Herz und eine Seele, und sie teilten auch ihren Besitz miteinander (Apg. 4, 32). Welch ein Christusduft! Er wurde von anderen wahrgenommen, weil die Christen dem Heiligen Geist in ihrem Herzen und Leben Raum gaben. (Lies 1. Thess. 1, 2-10.)

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Sonntag, 28. Februar

Apostelgeschichte 6, 5. 8-15; 7, 54-60

Stephanus gehörte zur ersten Gemeinde, er war erfüllt vom Geist Gottes, erfüllt von Jesus Christus. Wenn ein Mensch in seinem Leben Christus den Vorrang gibt, dann breitet sich der Duft des neuen Lebens aus. Stephanus, ein Mann »voll Gnade und Kraft«, war erfüllt mit Glauben und Heiligem Geist. Als Hellenist (griechisch sprechender Jude) suchte er die hellenistisch geprägten Synagogen in Jerusalem auf. Einige Männer dieser Synagogen standen auf und stritten kräftig mit Stephanus über den Glauben. Aber »sie vermochten nicht zu widerstehen der Weisheit und dem Geist, in dem er redete«. Darum ergriffen jene Männer immer härtere Maßnahmen, Stephanus mundtot zu machen. Sie überfielen ihn und zerrten ihn vor den Hohen Rat. Hier sollte Stephanus sich verteidigen. Er nutzte die Gelegenheit, einen Vortrag über das Wirken Gottes in der Geschichte Israels zu halten, um seinen Klägern zu zeigen, dass Jesus der wahre Prophet und der eine Gerechte ist, den sie getötet hatten. »Aber als sie das hörten, wurden ihre Herzen durchbohrt, und sie knirschten mit den Zähnen gegen ihn.« Anstatt dem Wirken des Heiligen Geistes nicht länger zu widerstreben und dem Wort Gottes zu glauben (7, 51-53), missbrauchten sie ihre Macht und ließen Stephanus steinigen. Er aber wurde von seinem Herrn in der Ewigkeit empfangen. Stephanus war in die himmlische Heimat umgezogen. Seine Gegner jedoch standen letztlich auf der Seite der Todgeweihten. »Denn wir sind für Gott ein Wohlgeruch Christi unter denen, die gerettet werden, und unter denen, die verloren werden: diesen ein Geruch des Todes zum Tode, jenen aber ein Geruch des Lebens zum Leben.« (Vgl. Ps. 72, 14; 116, 15.) Der Lebensbericht, den uns der Evangelist Lukas überliefert hat, macht deutlich: An Jesus Christus scheiden sich die Geister. Da ist eine Entscheidung fällig. Es gibt kein »Jein«, sondern nur ein Ja oder ein Nein. (Vgl. Apg. 2, 37-41; 1. Kor. 1, 22-24; 2. Kor. 4, 5; 1. Petr. 2, 7. 8.)

zur Verfügung gestellt von: bibel.com der Homepage von Christen für Christen.

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er sie aber bekennt und lässt, der wird Barmherzigkeit erlangen« (Spr. 28, 13; vgl. Ps. 32, 3-5). Es ist hart, seine Sünden zu bekennen, aber es ist vor allem heilsam. Denn wir verbinden und verbünden uns mit dem, der uns alle unsere Sünden vergibt und nicht mehr an unsere Sünden denkt (Ps. 103, 3; Hebr. 8, 12). Dieser Herr, der reich ist an Vergebung, ist auch reich an Kraft. Er macht uns stark, unsere Sünden zu überwinden. Er macht uns stark, den alten Menschen abzulegen und den neuen anzuziehen. So gewinnt Christus selber Gestalt und immer mehr Raum in unserem Leben. Im Bild gesprochen: Wir haben angefangen, den Duft des neuen Lebens zu verströmen. Die Menschen in unserem Lebenskreis werden’s gewiss merken, dass ein Nachfolger von Jesus einen angenehmen Duft verbreitet. Hier sei nur erinnert an den Rechtsanwalt Quintus Tertullian (150-225 n. Chr.), der im Jahr 195 Christ wurde und sich dann als Schriftsteller für die jungen Gemeinden einsetzte. Von ihm ist bekannt, dass er die Worte überliefert hat, mit denen man damals staunend von den Christen sprach: »Seht, wie haben sie einander so lieb!« (Lies 1. Joh. 4, 7-16.) Donnerstag, 4. märz Psalm 92, 13-16; Galater 5, 22 Wir haben im Diakonissenmutterhaus in Aidlingen einen Apfelkeller. Im Sommer riecht es nicht besonders gut darin. Aber im Herbst, wenn die Holzkisten mit frisch gepflückten Äpfeln im Keller gestapelt werden, duftet der ganze Raum nach leckeren Äpfeln. Gute Frucht verbreitet einen guten Duft. Der Apostel Paulus erinnert uns daran, dass in unserem Leben die gute Frucht des Heiligen Geistes wächst. Sie wächst beständig, weil Jesus beständig in uns lebt. Mit dem Wachstum der »Geistes-Frucht« werden unsere Mitmenschen auch den Duft des neuen Lebens wahrnehmen. – Schauen wir etwas genauer hin: Liebe gehört zur Frucht des Heiligen Geistes. Im Urtext ist von der Agape-Liebe die Rede. Sie ist die Liebe, die dem Wesen Gottes entspricht. Diese Liebe »ist geduldig und freundlich, sie kennt keinen Neid, keine Selbstsucht und ist nicht überheblich. Sie ist weder verletzend noch auf sich selbst bedacht, weder reizbar noch nachtragend. Sie freut sich nicht am Unrecht, sondern freut sich, wenn die Wahrheit siegt. Diese Liebe erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles und hält allem stand« (1. Kor. 13, 4-7; Hohel. 8, 7; 2. Kor. 6, 6). Die Liebe Gottes ist eine unerschöpfliche Kraftquelle für die vielen Konflikte in unserem Leben. »Konflikte sind etwas Alltägliches. Alle Konflikte kommen aus unseren Erwartungen an andere, aus dem, was wir für uns selber haben wollen. Oft spielt die Angst mit, zu kurz zu kommen. Wenn ich mich von Gott geliebt weiß, dann verliere ich diese Angst. Das Geheimnis der Konfliktfreiheit ist das Geheimnis der Angstfreiheit, die dadurch kommt, dass ein Mensch sich in der Liebe seines Gottes ganz und gar geborgen weiß und im Vertrauen zu Gott lebt. Wir kommen aus der Konfliktträchtigkeit unseres Lebens heraus, indem wir hineingehen in die Geborgenheit der Liebe unseres Herrn zu uns« (R. Seiss). »Weder Neid noch blinder Ehrgeiz sollen euer Handeln bestimmen, im Gegenteil, denkt von euch selbst gering und achtet den anderen mehr als euch selbst. Denkt nicht immer zuerst an euch, sondern kümmert und sorgt euch auch um die anderen. Orientiert euch an Jesus Christus« (Phil. 2, 2-5). Freitag, 5. märz Philipper 4, 4; Lukas 10, 17-20 Zur Frucht des Heiligen Geistes gehört Freude. Gott ist ein Gott der Freude. »Hoheit und Pracht sind vor ihm, Macht und Freude in seinem Heiligtum« (1. Chron. 16, 27). Dem hebräischen Wort für Freude liegt die Bedeutung von »Festfreude, außerordentlichem Frohsein« zugrunde. (Vgl. Ester 9, 17-19; Ps. 21, 7.) Der griechische Ausdruck beinhaltet einerseits etwas Beseligendes, Hinreißendes, Jubel Erregendes. Andererseits bedeutet er eine tiefe Heiterkeit des Gemüts, ein völliges Abgefallensein aller Sorgen, das Glück des Geborgenseins, die strahlende Unbefangenheit und Mitteilsamkeit gegen jedermann: »Freut euch mit mir« (Luk. 15, 6. 9). Von alledem klingt etwas mit, wenn Jesus sagt: »Das sage ich euch, damit meine Freude in euch bleibe und eure Freude vollkommen werde« (Joh. 15, 11). Unser Herr möchte, dass die Freude, die er uns geschenkt hat, zunimmt, größer wird, weiterwächst und bis zur vollen Frucht reift. Es geht durch manche Wachstumsschmerzen, durch Bedrängnisse, Mühen und Leid. Aber die Widerstände sind wie ein Zaun, an den angelehnt bzw. angebunden, die Pflanze dem Licht entgegenwächst. (Lies 1. Mose 49, 22; Ps. 84, 6. 7; 2. Kor. 6, 3-10; 7, 4.) Wenn der Apostel Paulus die Christen auffordert »Freut euch in dem Herrn zu jeder Zeit«, weiß er gut, dass die Freude nicht auf Knopfdruck eingeschaltet wird. Aber er erinnert uns daran, dass wir in aller Not in unserem Herrn geborgen sind. Und in dieser Geborgenheit liegt ein stiller Glanz der Freude des Himmels. Wir sehen: Freude – mehr als Vergnügen, wie Grimms Wörterbuch der Deutschen Sprache definiert – scheint gerade in einer vergnügungsreichen Zeit zu einem immer knapperen Gut zu werden. Umgekehrt haben Menschen, die sich Gott anvertrauten, gerade in vergnügungsarmen oder -freien Zeiten tiefe Freude »in dem Herrn« erlebt. »Aber das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setze auf Gott, den Herrn, dass ich verkündige all dein Tun« (Ps. 73, 28; vgl. Neh. 8, 10; Ps. 34, 6). Samstag, 6. märz Johannes 14, 27; Psalm 29, 11 Zur Frucht des Heiligen Geistes zählt der Friede. Auch er gehört zum Wesen Gottes. Jesus ist der Friedensfürst. Er ist gekommen, Frieden zu stiften zwischen Gott und den mit ihm entzweiten Menschen. Die Bibel spricht deutlich von diesem Bruch, der durch das Misstrauen des Menschen und seinen Ungehorsam gegenüber Gott entstand. (Lies 1. Mose 2, 15-17; 3, 1-6; Jes. 59, 2-8; Röm. 3, 12.) Weil der Mensch den schrecklichen Schaden nicht von sich aus heilen kann, erbarmte Gott sich über seine sündenkranken Menschen. Er sandte Jesus, seinen geliebten Sohn, in unsere Welt. Der sollte unseren bösen Schaden heilen. Das geschah, indem er aus Liebe zu uns das Todesurteil, das über uns verhängt war, auf sich nahm und an unserer Stelle unseren verdienten Tod starb – » . . . auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt« (Jes. 53, 5). Wir brauchen das Heilungsgeschenk nur anzunehmen: »Herr, auch ich gehöre zu denen, die getrennt von dir gelebt haben. Mein Schade ist groß, meine Sünden haben die Beziehung zu dir zerstört. Vergib mir alle Schuld und heile meinen Schaden. Ich danke dir, dass du mein Todesurteil auf dich genommen hast, damit ich für immer mit dir leben kann.« Der Herr antwortet auf unser Beten und beschenkt uns mit seinem Frieden (Röm. 5, 1). Der Friede mit Gott bedeutet, dass die kaputte Beziehung zu ihm ganz heil geworden ist. Es ist alles gut geworden. Wer Frieden mit Gott empfangen hat, kann nun auch ein Mensch des Friedens sein. Das bedeutet zum Beispiel: Ich muss mich nicht mehr ängstigen und entsetzen vor dem, was kommt, auch nicht vor dem Tod. Denn mein Friedensfürst geht mit durch jedes dunkle Tal. – Ich lerne es, Frieden mit meinem Nächsten zu halten. (Vgl. Röm. 12, 18.) – Ich kann zum Frieden unter den Menschen beitragen. (Lies 1. Mose 45, 24; Ps. 122, 6. 7; Jes. 48, 18; 52, 7; Röm. 8, 6; Jak. 3, 18.) Sonntag, 7. märz Lukas 2, 36-38; Jeremia 17, 7. 8 Am Glauben der vierundachtzigjährigen Prophetin Hanna lässt sich entdecken, wie gute geistliche Frucht wächst und der Duft eines Lebens mit Gott verströmt wird. Als Prophetin hatte Hanna den Menschen etwas zu sagen; sie galt als Glaubensvorbild. Auch in Hannas Leben gab es Wachstumsschmerzen. In sehr jungen Jahren wurde sie Witwe, und wahrscheinlich hatte sie keine Kinder, deren Pflicht es gewesen wäre, für sie zu sorgen. Vor Hanna lag ein hartes Leben, dürre Zeiten, in denen es gerade zum Durchkommen reichte. Dürre ist für alles Lebendige eine gefährliche Zeit. Pflanzen und Bäume vertrocknen, wenn sie in einer großen Trockenheit keinen Zugang zu wasserreichen Quellen haben. Aber die Dürre schadet einer Pflanze nicht, wenn sie genug Wasser hat. Hanna streckte ihre Lebensund Glaubenswurzeln zu den Quellen des Wortes Gottes hin. So wurde ihr Vertrauen auf Gott gestärkt, und sie konnte im Glauben wachsen. »Ich bin elend und arm, der Herr aber sorgt für mich. Du bist mein Helfer und Erretter, mein Gott säume (zögere) nicht!« (Ps. 40, 18; vgl. Ps. 25, 16; 71, 12; 138, 3) Hannas Lebensumstände wären bestens geeignet gewesen, sie innerlich auszutrocknen. Aber das geschah nicht, weil die Dürrezeiten sie nach den Quellen suchen ließen, aus denen Belebung und Trost kommen. »Sie wich nicht vom Tempel.« Ihre Lebenswurzeln fanden einen Halt an den Quellen des Wortes Gottes und im Gebet. Wie viele Menschen, die zum Tempel kamen, mochten durch den Dienst Hannas ermutigt und gesegnet worden sein. – Vielleicht sind unsere Lebensumstände so, dass es an vielem mangelt. Daran aber muss es nicht mangeln, dass wir in jeder Situation durch das Wort unseres Herrn gestärkt und erfreut werden. (Lies Ps. 23.) Montag, 8. märz Lukas 2, 36-38; Psalm 1, 1-3 Hanna hatte zu den Quellen des Wortes Gottes ihre Zuflucht genommen. Sie war vertraut mit den alttestamentlichen Verheißungen, die auf die Ankunft des Messias hinweisen. Und Hanna wartete auf ihn. Anscheinend gab es in Jerusalem eine kleine Gemeinde von Wartenden, und für sie hatte Hanna immer wieder ein Wort der Ermutigung, mit dem sie die anderen an Gottes Treue und an seine Zusagen erinnerte, wenn sie des Wartens auf den verheißenen Messias müde wurden. Das ist eine Frucht des Glaubens, die einen guten Duft verbreitet, wenn ein Mensch mit den Zusagen Gottes rechnet, auch wenn von ihrer Erfüllung noch nichts zu sehen ist. »Sie redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung warteten.« »Sie redete, das meint nach der griechischen Grammatik: Sie redete wieder und wieder über Jesus, er wurde zum Hauptthema ihrer verbleibenden Lebenszeit« (G. Maier). Es wäre nur gut, wenn in unserem Land wieder mehr von Jesus gesprochen würde. Viele Christen haben sich verkrochen und ins Private zurückgezogen. Man sucht zwar die Gemeinde und ihre Kreise auf, aber der Glaube erschöpft sich darin. Und so beginnt er, unangenehm zu »riechen«. Dann müssen wir uns nicht wundern, wenn keiner oder nur selten einer zum lebendigen Glauben an Jesus kommt. – Es kann sein, dass das Problem bei anderen die fromme Geschäftigkeit ist. Man redet viel von Jesus und arbeitet viel für Jesus. Aber er ist nur »dienstlich« das Hauptthema, nicht im persönlichen Leben. Hier besteht die Gefahr, dass der Glaube im Lauf der Zeit verödet. Wie kann uns geholfen werden? Indem wir täglich in die Seelsorge zu Jesus gehen, uns in sein Wort vertiefen, uns trösten und korrigieren, uns von Sünde reinigen und zum Gehorsam leiten lassen. (Lies Johannes 4, 4-42.) Für immer bei Gott geborgen – Psalm 71 Dienstag, 9. märz Psalm 71, 1-24 Der Psalm-Dichter beginnt sein Gebet mit einem persönlichen Bekenntnis: »Herr, ich traue auf dich!« Andere übersetzen: »Bei dir, Herr, habe ich mich geborgen.« »Bei dir, Herr, suche ich Zuflucht.« David, dem viele Ausleger Psalm 71 zuschreiben, bezeugt aus eigener Erfahrung, wie gut es ist, dem Herrn in allen Lebenslagen zu vertrauen. Ihn kannte er von frühster Jugend an, und bis ins Alter hielt er an der Tatsache fest: Gott ist zuverlässig und treu. Als David in jungen Jahren gegen Goliat in den Kampf zog, war sein Vertrauen in Gott schon tief verwurzelt. Nur so konnte er sagen: »Der Gott, der mich aus den Klauen des Löwen und des Bären errettet hat, der wird mich auch aus der Hand dieses Philisters erretten« (1. Sam. 17, 37). Dieses tiefe Verwurzelt-Sein in Gott kann uns an den Bau einer Straßenbrücke erinnern. Monatelang konnte man die Arbeiter tagtäglich auf der Baustelle in Aktion sehen, aber von ihrer Arbeit war nicht viel zu sehen. Ihre ganze Konzentration galt dem, was unter der Erde liegt, dem Fundament. Dann endlich wurde ein Brückenpfeiler gegossen und einige Zeit später die Eisenträger aufgelegt . . . Letztlich aber hängt die Tragfähigkeit einer Brücke von den Fundamenten ab. Alles Sichtbare wäre buchstäblich auf Sand gebaut, wenn die Fundamente nicht stabil wären. Gottes Treue war das Fundament, auf dem David sein Leben aufgebaut hatte. Darum konnte David sagen: »Herr, ich traue auf dich.« Vertrauen äußert sich immer in einer persönlichen Beziehung zu einem Gegenüber, dem man traut, dem man sich anvertraut, mit dessen Zuverlässigkeit und Treue man rechnen kann. Dieses Gegenüber war für David in allen Lebenslagen der lebendige Gott. (Lies Ps. 25, 10; 40, 11. 12; 146, 5. 6; Klagel. 3, 22. 23.) Mittwoch, 10. märz Psalm 71, 1-3; 31, 1-4 Immer wieder erinnerte David sich an die Treue Gottes. So konnte er sagen: »Ich fürchte mich nicht vor Tausenden, die sich rings gegen mich stellen« (Ps. 3, 7). Gott selber gab ihm Frieden ins Herz. »Ob sich zehn oder zehntausend gegen uns verbünden, ist so lange ohne Belang, wie das Herz dort ruht, wo es allein Festigkeit und Ruhe finden kann: im Vertrauen auf Gott, im Staub vor Gottes Angesicht« (B. Peters). In Psalm 20 erinnert David an jene, die Wagen und Rosse für den Inbegriff von Macht und Stärke halten. Ihnen stellt er ein eindeutiges Aber gegenüber: » . . . wir aber nennen den Namen des Herrn, unseres Gottes« (Ps. 20, 8). David verließ sich nicht auf menschliches Leistungsvermögen, auch nicht auf sein eigenes Können. Er setzte sein Vertrauen ganz auf Gott. Selbst als er vom »finsteren Tal« sprach, wusste er sich in seinem Gott geborgen. Seine innige Beziehung zu Gott kommt in seiner Wortwahl zum Ausdruck. Er wechselt in Psalm 23 vom »Er« der Verse 2 und 3 zum ganz persönlichen »Du« in Vers 4: » . . . denn du bist bei mir«, so als wollte er sagen, dass der Herr, unser Hirte, uns gerade dann besonders nahe ist, wenn wir durch dunkle Täler zu gehen haben. David bleibt dabei: Was auch geschehen mag, ich vertraue meinem Gott. In solch einem »dunklen Tal« entstand auch das beliebte und viel gesungene Lied: »Herr, weil mich festhält deine starke Hand, vertrau ich still. Weil du voll Liebe dich zu mir gewandt, vertrau ich still. Du machst mich stark, du gibst mir frohen Mut, ich preise dich, dein Wille, Herr, ist gut« (H. Winkel). Donnerstag, 11. märz Psalm 71, 1-3 Nachdem David am Anfang seines Gebets bezeugt, wo sein Vertrauen verankert ist, spricht er nun vor diesem Gott die Bitten seines Herzens aus: »Lass mich nicht zuschanden werden, errette mich durch deine Gerechtigkeit und hilf mir heraus, neige deine Ohren zu mir und hilf mir! Sei mir ein starker Hort, zu dem ich immer kommen kann, der du zugesagt hast, mir zu helfen; denn du bist mein Fels und meine Burg.« In seinem Buch »Ich habe meine Mitte in dir« schreibt Hans-Joachim Eckstein: »Welchen Sinn macht es, wenn wir Gott im Gebet Dinge erzählen, die er schon weiß, Fragen stellen, die er längst beantwortet hat, Anliegen vorbringen, die er viel besser beurteilen kann, Bitten aussprechen, deren Erhörung er bereits eingeleitet hat? Abgesehen von seiner Liebe macht es keinen Sinn! Aber in Anbetracht seiner grenzenlosen Zuneigung zu uns können wir gar nicht zu oft vor ihn treten, zu lange mit ihm sprechen und zu viel von ihm erbitten. Denn Gott ist in seiner Liebe nicht darauf aus, nur Bitten zu hören. Er möchte nicht etwas Neues von uns hören, sondern er will uns hören – und das immer wieder aufs Neue.« Diese Einladung gilt uns heute ganz persönlich: Du darfst kommen, immer und zu jeder Zeit, mit allem, was dich heute beschäftigt, dem Glück, das dich froh macht, und den Anliegen, die dich umtreiben. Du kannst kommen mit den ungelösten Fragen, mit dem Leid und allem Unverständlichen und dem, was dich fertigmacht. Du darfst kommen! David zeigt uns hier den Weg, wie er trotz aller Widerwärtigkeiten durchgekommen ist. Gott selber war sein Zufluchtsort. Die Einladung »komm doch zu mir« gilt uns: Matthäus 11, 28; Jesaja 55, 1; Lukas 14, 17; Johannes 6, 35. 37; 7, 37; Offenbarung 22, 17. Freitag, 12. märz Psalm 71, 1-5; 37, 17 »Rette mich durch deine Gerechtigkeit und befreie mich, neige deine Ohren zu mir und hilf mir!« Wenn David hier von der Gerechtigkeit Gottes spricht, so ist es »ein in die Tiefe greifender Ausdruck für Gottes Heilswillen« (H. Brandenburg). Gott bewahrt und rettet ihn nicht nur aus der Not, sondern stellt ihn unter sein Recht und unter seine Herrschaft. Wiederholt spricht David von dieser Gerechtigkeit. Er zeigt sogar die unglaubliche Reichweite der Gerechtigkeit Gottes auf: »Gott, deine Gerechtigkeit reicht bis zum Himmel; der du große Dinge tust, Gott, wer ist dir gleich?« (V. 19) Ohne Gottes Gerechtigkeit kann es keine echte Rettung geben. Wie könnte David auf Errettung aus der Hand der Ungerechten hoffen, wenn es bei dieser Errettung nicht in jeder Hinsicht gerecht zuginge? »Nur ein Werk vollkommener Gerechtigkeit lässt den Gottlosen verstummen und erkennen, dass er gegen keinen der von Gott Geretteten und Gerechtfertigten Klage erheben kann« (B. Peters; lies Röm. 8, 33. 34). Aber David äußert nicht nur, was Gott ihm an Rettung und Hilfe gewährt, sondern er hebt hervor, wer Gott ganz persönlich für ihn ist. »Du bist . . . «, sagt er wiederholt, »du bist mein Fels und meine Burg« (V. 3); » . . . du bist meine Zuversicht, Herr, mein Gott, du bist meine Hoffnung von meiner Jugend an« (V. 5). Mit immer neuen Umschreibungen versucht David, die Größe Gottes deutlich zu machen. Überhaupt bieten uns die Psalmen insgesamt ein weites Spektrum bildhafter Begriffe, die etwas von dem aussagen, was Gott David bedeutet. Diesen Gott gilt es heute für sich ganz persönlich zu entdecken zum Beispiel in Psalm 16, 5; 18, 2. 3; 25, 14; 32, 7; 59, 17; 73, 23-26; 84, 12; 86, 15; 90, 1; 92, 9; 94, 22. Samstag, 13. märz Psalm 71, 4-8; 46, 1-12 David nimmt seine Zuflucht zu Gott, der ihm in den verschiedenen Lebenssituationen immer wieder zur Seite stand. Er wird nicht müde, ihn um Hilfe anzurufen, wenn der Feind ihn bedrängt. Den Widersacher Gottes bezeichnet er als den »Gottlosen«, den »Ungerechten«, den »Tyrannen«, aus dessen Hand er befreit werden möchte. Martin Luther beschreibt diesen furchterregenden Feind in seinem Reformationslied so: »Groß Macht und viel List sein’ grausam Rüstung ist, auf Erd’ ist nicht seinsgleichen.« Satan weiß sich auch heute bemerkbar zu machen, manchmal schlägt er brutal zu, ein andermal verführt er mit »frommen« Worten. Unterschätzen wir ihn und seine heimtückischen Taktiken nicht! (Siehe Joh. 8, 44; 2. Kor. 11, 14.) – David bleibt dabei, sein Vertrauen auf Gott zu setzen, und nennt uns vier Gründe, warum er gewiss ist, dass Gott ihm zu Hilfe kommen wird: 1. »Du bist meine Zuversicht, Herr, mein Gott.« Diese Tatsache gibt David Mut und Kraft. Er vertraut darauf, dass für Gott nichts zu groß und nichts zu kompliziert ist. Er rechnet mit dem, der allen Mächten und Gewalten weit überlegen ist. Er stützt sich auf den Herrn, der einer Situation nie hilflos gegenübersteht und der auch nicht irgendwann an seine Grenzen stößt. So hielt es auch Martin Luther. Von ihm können wir diese Zuversicht lernen. Er nennt Psalm 46 »das Lied des heiligen Gottvertrauens«. War er mit Problemen konfrontiert, so konnte er zu seinem Freund Philipp Melanchthon sagen: »Komm, Magister Philipp, wir wollen den 46. Psalm anstimmen!« Auch Johann Daniel Herrnschmidt hielt in schwerer Zeit daran fest: »Gott will’s machen, dass die Sachen gehen, wie es heilsam ist. Lass die Wellen höher schwellen, wenn du nur bei Jesus bist.« Wie viel Zuversicht für heute kommt uns aus diesen Worten entgegen! (Lies Ps. 91, 1. 2; Jer. 17, 7; Hebr. 4, 16.) Sonntag, 14. märz Psalm 71, 5-8; 31, 15. 16 Der zweite Grund, warum David gewiss ist, dass Gott ihm zur Hilfe kommen wird, liegt darin, dass er sagen kann: 2. »Gott ist meine Hoffnung.« Schauen wir in die Geschichte Israels hinein, so merken wir, dass seine Glaubens- und Lebensgrundlage der Bund Gottes mit ihm ist. »An diesen Bund hat er seine Verheißungen geknüpft. Durch das Bundesverhältnis unterscheidet sich Israel deutlich von heidnischen Gottesvorstellungen. Für diese ist die Gottheit eine Naturmacht oder ein dämonisches Wesen. Israel aber bekennt sich zu einem persönlichen Gott. An ihn weiß es sich gebunden. Israels Hoffnung gründet sich darum auf Gottes Verheißung. Gottes Volk glaubt gewiss, dass Gott seine Versprechen hält. Das ist der Grund dafür, dass der Begriff ›Hoffnung‹ in der Bibel mit solch großer Gewissheit und Zuversicht verbunden ist . . . Wer diese lebendige Hoffnung hat, darf sein Leben auf ein schönes, großes Ziel ausgerichtet wissen. Das bloß Vergängliche verliert damit vieles von seiner letzten Aufdringlichkeit. Wenn alles Irdische vorläufig ist, kann man auch im Alltag um dieser Dinge willen nicht mehr so ganz fanatisch, verbohrt und versessen sein. Man erlebt als Hoffender etwas von der Freiheit jenes ›Haben, als hätte man nicht‹. Man kann gelassen sein in allem, was über einen kommt. Auch schwere und dunkle Stunden sind dann lediglich Schritte auf einem Weg, der in das Licht führt. Ist die Zukunft erfreulich, kann ich mich jetzt schon in meiner Gegenwart der Zukunft freuen. Ist das Morgen aber dunkel, wirft es seine Schatten schon auf das Heute« (K. Eickhoff). David hielt an der Hoffnung auf seinen Gott schon von Jugend auf fest. So können auch wir für heute und morgen Hoffnung schöpfen. (Lies Ps. 40, 5; 62, 6-9; 78, 5-7; 146, 5.) Montag, 15. märz Psalm 71, 4-7; 22, 10. 11 Ein weiterer Grund, warum David gewiss ist, dass Gott ihm zu Hilfe kommen wird, liegt darin, dass Gott ihm das Leben geschenkt hat: 3. »Seit meiner Geburt bist du mein Halt. Von Geburt an hast du für mich gesorgt.« David hält daran fest, dass Gott die Verantwortung für sein Leben übernommen hat. Der Herr sorgt für ihn. Bei ihm kann er sich bergen, wenn er angegriffen, verspottet oder ungerecht behandelt wird. Er lässt ihn nicht einen Augenblick allein. Als Gottes Volk sich verlassen und vergessen wähnte, stellte Gott ihnen die Frage: »Kann auch eine Mutter ihres Kindes vergessen, dass sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie seiner vergäße, so will ich doch deiner nicht vergessen. Siehe, in meine beiden Hände habe ich dich eingezeichnet; deine Mauern sind immerdar vor mir« (Jes. 49, 15. 16; lies Jer. 31, 20; Ps. 121, 3. 4; 40, 18). Hier wird jede Möglichkeit des Vergessen-Werdens ausgeschlossen. »Ich lasse dich nicht fallen, und ich verlasse dich nicht. So sagt es Gott zu allen, die hören, wenn er spricht. Gott lässt uns niemals fallen, und er verlässt uns nicht« (G. Schnitter). Den nächsten Grund beschreibt David so: 4. »Ich bin für viele wie ein Zeichen.« Im Rückblick auf sein Leben kann David sagen: »Der Herr zog mich aus der grausigen Grube, aus lauter Schmutz und Schlamm, und stellte meine Füße auf einen Fels, dass ich sicher treten kann; er hat mir ein neues Lied in meinen Mund gegeben, zu loben unsern Gott. Das werden viele sehen und sich fürchten und auf den Herrn hoffen« (Ps. 40, 3. 4). Können Menschen in unserem Umfeld etwas von Gottes Handeln in unserem Leben sehen? Es ist heute wichtiger denn je, Zeichen für den Glauben an Jesus zu setzen! (Lies Jes. 43, 19; 2. Kor. 5, 17.) Dienstag, 16. märz Psalm 71, 8; 104, 33 Über aller Hilfe, die David in seinem langen Leben von Gott erfahren hat, bleibt ihm nur das eine, Gott zu loben. »Mein Mund ist erfüllt von deinem Lob, von deinem Ruhm den ganzen Tag.« Mitten in der Bedrängnis und bei allem Empfinden seiner Hilflosigkeit hält David am Lobpreis Gottes fest. »Das Lob Gottes führt mein Leben in die Weite. In vielen Psalmen ist von Ängsten und Sorgen die Rede, und dennoch finden wir fast in jedem Psalm das Lob Gottes. Wer die Größe und Herrlichkeit Gottes lobt, der erhebt sich gleichzeitig über die Enge und Muffigkeit seiner Sorgen und Ängste. Wer mit dem Lob Gottes beginnt, der bleibt nicht in der Kleinkariertheit seiner Alltagsbelange hängen. Wer mit dem Lob Gottes beginnt, der lernt sein Leben unter dem weiten Horizont eines großen Gottes zu sehen. Was könnte sich in unserem Leben verändern, wenn wir jeden Tag mit dem Lob Gottes beginnen und durch das Lob diesen Weitblick gewinnen würden! (Lies Ps. 145, 1-21.) Von der Größe und Herrlichkeit Gottes her bekomme ich die richtige Sicht für die großen und kleinen Probleme meines Lebens. Das Lob Gottes lehrt mich das Aufblicken und damit automatisch auch das Wegblicken von mir selbst. Es hilft mir, auch die Niederlage, Enttäuschung und Frustration meines Lebens richtig einzuordnen« (V. Gäckle). Welches Loblied stimmen wir heute an? Schon der Kirchenvater Augustinus bemerkte vor über 1600 Jahren: »Wenn das Lob Gottes die Bestimmung unseres Lebens ist, dann gibt es keine Heilung einer Gesellschaft oder einer Gemeinschaft jenseits dieser Gottesbeziehung. Indem ein Mensch zum Lob Gottes durchdringt, wird er wieder seine eigene Mitte finden, Orientierung und Halt, Werte, Sinn und Hoffnung.« »Lobe den Herrn, meine Seele« (Lies Ps. 138, 1-8.) Mittwoch, 17. märz Psalm 71, 9-13; 42, 10-12 Nachdem David voll Zuversicht auf Gott geschaut und ihn als seinen starken Hort, seinen Fels, seine Burg und seine Hoffnung bezeichnet hat, klingen plötzlich ganz andere Töne an: »Verwirf mich nicht, verlass mich nicht, Gott, sei mir nicht ferne, eile mir zur Hilfe.« Hier zeigt uns David, dass es in seinem Leben auch Stunden und Tage gab, in denen er sich mit einem Aufschrei an Gott gewandt hat. Der Beter spricht davon, dass er alt geworden ist. Vielleicht kann er die Dinge, die das Leben an ihn heranträgt, nicht mehr so leicht verkraften. Macht ihm körperliche Schwachheit zu schaffen? Weil er in seiner Kraft- und Hilflosigkeit die Angriffe seiner Gegner noch viel intensiver empfindet, fleht er zu seinem Gott: »Verwirf mich nicht in meinem Alter, verlass mich nicht in meiner Schwachheit.« David hält auch in den schweren Tagen an seinem Gott fest und bringt das, was ihm Not bereitet, im Gebet vor ihn: »Meine Feinde reden über mich, und die auf mich lauern, beraten sich miteinander und sprechen: Gott hat ihn verlassen; jagt ihm nach und ergreift ihn, denn da ist kein Erretter!« Die Feinde Davids wollen ihn endgültig mundtot machen und sein Leben auslöschen. Sie wollen ihm den sicheren Halt in Gott entreißen und ihm zeigen, dass niemand da ist, der ihn retten könnte. Äußere und innere Anfechtungen sollen David resigniert und kraftlos machen. Wie schnell lassen wir uns von Angriffen, von Zweifel und Entmutigung niedermachen? Es bleibt dabei: »Gott wird dich tragen durch Tage der Not; Gott wird dir beistehn in Alter und Tod. Fest steht das Wort, ob auch alles zerstäubt, Gott ist ein Gott, der in Ewigkeit bleibt« (F. Crosby). (Lies Ps. 31, 16-18. 22-25; 34, 5-9.) Donnerstag, 18. märz Psalm 71, 14-16; 66, 16 David hält sich nicht lange beim verletzenden Spott seiner Gegner und deren Argumenten auf. Ihn zieht es zu seinem Gott, dem er sein ganzes Leben anvertraut hat und der ihn bis hierher begleitet und bewahrt hat. Er muss weitersagen, was er mit ihm erlebt hat. Seine Erfahrungen mit Gott, in großen und kleinen Dingen, in hellen und dunklen Stunden, kann er nicht für sich behalten. Ihm geht es darum, Gottes Größe und seine Gerechtigkeit großzumachen. – Eine Christin erzählte: Unvergessen ist mir ein Besuch bei einem über neunzigjährigen Evangelisten. Strahlend öffnete er mir die Haustüre, begrüßte mich herzlich und sagte dann: »Weißt du, ich singe heute schon den ganzen Tag vor mich hin: ›Vergiss nicht zu danken dem ewigen Herrn, er hat dir viel Gutes getan.‹ Ich werde gar nicht damit fertig, meinem großen Gott zu danken, dass er mir meine Schuld vergeben, mich errettet und in seinen Dienst gerufen hat.« Und dann erzählte er ein wenig von Gottes Führung in seinem Leben. Dabei stand Gottes wunderbares Handeln immer im Mittelpunkt. Sein dankbares Rückschauhalten wirkte bei mir regelrecht ansteckend. Der Blick auf unseren Herrn und seine einzigartige Führung in unserem Leben hilft uns, mitten in Krisenzeiten und in Anfechtungen, standhaft zu bleiben und neuen Mut zu gewinnen. So können wir gelassen und mit Zuversicht der Zukunft entgegengehen. (Lies Ps. 9, 2. 15; 96, 3; 145, 6.) Immer wieder kommt David auf Gottes Gerechtigkeit zu sprechen. »Deine Gerechtigkeit – der Psalm ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Gerechtigkeit Gottes gesammelt und gerafft etwas über Gottes Größe aussagt. Für den Psalmisten umschließt Gottes Gerechtigkeit seine Güte und seine Wahrheit« (H. Brandenburg). (Lies Ps. 36, 6-8; 48, 11; 71, 19; Röm. 5, 18. 19.) Freitag, 19. märz Psalm 71, 17-21; 5. M ose 32, 46. 47 David schaut dankbar zurück auf ein reiches Leben und gewinnt dadurch Mut und Zuversicht für das Kommende. Für ihn ist es ein unschätzbarer Reichtum, Gottes Wort schon von Kindheit an gehört zu haben. Gerade jetzt, im Alter, wo manche neue Herausforderung auf ihn zukommt, hält er an Gottes Zusagen fest und erinnert sich an die Wunder, die sein Volk mit Gott erlebt hat. Gott selber legte seinem Volk immer wieder ans Herz, das, was in ihren Familien gelehrt wurde und was sie selber mit ihm erfahren hatten, an die nächste Generation weiterzugeben: »Höre, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr allein. Und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen und von ganzer Seele und mit all deiner Kraft. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen und sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzt oder unterwegs bist, wenn du dich niederlegst oder aufstehst« (5. Mose 6, 4-7; vgl. Ps. 34, 12; Spr. 3, 1-26). Damit wurde Gott selber zum Mittelpunkt des Lebens und zugleich zum zentralen Gesprächsthema. »Bis jetzt verkündige ich deine Wunder«, sagt David. »Das Wort ›Wunder‹ meint die Gesamtheit der Taten Gottes in der Geschichte des Volkes und im persönlichen Leben des Einzelnen« (D. Schneider). Kann das heute ein Impuls für unsere Gespräche sein? Welche Themen stehen im Mittelpunkt unserer Unterhaltung? Bleiben wir an den vielfältigen Problemen unserer Zeit hängen? Schauen wir pessimistisch auf die Entwicklung unserer (westlichen) Welt? David hat seine Umwelt gewiss nicht ausgeblendet, aber die Frage, wer Gott für ihn ist, geht ihm über alles andere. Davon will er weitersagen. (Lies 2. Chron. 32, 7. 8; Ps. 145, 1-7.) Samstag, 20. märz Psalm 71, 19-24; 33, 12 Der letzte Abschnitt unseres Psalms lädt noch einmal ein, über Gottes Größe nachzudenken, ihn anzubeten und sein Lob großzumachen. Diese letzte Strophe beginnt mit Gottes Gerechtigkeit, und am Ende steht wiederum Gottes Gerechtigkeit. Fünfmal sagt David in diesem Psalm: »deine Gerechtigkeit « (V. 2. 15. 16. 19. 24). »Gottes Gerechtigkeit ›reicht bis zur Höhe‹, zu Gott selbst. Sie geht von ihm aus, und sie rechtfertigt den Sünder und führt ihn hinauf ›bis zur Höhe‹, zu Gott selbst. Sie reicht tiefer, als wir denken können, sie ist weiter gegangen, als wir je hätten ahnen können. In seiner Gerechtigkeit verließ der Sohn Gottes den Thron Gottes, wurde Mensch, wurde Knecht und am Ende ein zum Tode Verurteilter. Er stieg hinab ›in den untersten Teil der Erde‹« (Eph. 4, 9; B. Peters). Aber gerade »weil er gehorsam war bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz, hat ihn Gott erhöht und ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist« (Phil. 2, 8-10). So »große Dinge« tat Gott. David stellt deshalb – von der Größe Gottes überwältigt – die Frage: »Wer ist dir gleich?« (Vgl. Ps. 35, 10; 89, 7; 113, 5.) Und dann nimmt der Beter den Faden noch einmal auf und erzählt von den Ängsten, die er in seinem Leben durchzustehen hatte. Doch im gleichen Atemzug beschreibt er, wie Gott ihm in allem Schweren neue Kraft schenkte und ihn aus der Tiefe heraufführte. Er schreibt die Höhen und die Tiefen seines Lebens Gott zu. Nicht anklagend, sondern in dem Wissen: Du hast mich in jeder Phase meines Lebens begleitet und mich nicht aus den Augen verloren. »So will auch ich dir danken mit Saitenspiel für deine Treue, mein Gott; ich will dir zur Harfe lobsingen, du Heiliger Israels.« Das Ziel dieses gereiften Lebens liegt im Lob und in der Anbetung Gottes. (Lies Ps. 89, 9; Jes. 40, 25. 26; 1. Chron. 17, 16. 20.) DIE HERRLIC HKEIT DES SO HNES GOTT ES IM HEBR ÄERBRI EF (10, 35-39) Sonntag, 21. märz HEBRÄER 10, 35; PSA LM 77, 1-15 Hin und wieder müssen wir etwas aussortieren und wegwerfen, weil sonst der Platz nicht reicht. Das fällt dem einen leichter, dem andern schwerer. Doch bei allem Wegwerfen, bei allem Abstoßen von Ballast, darf eines nicht »in den Container« oder »in den Sperrmüll« geraten: unser Vertrauen. »Werft euer Vertrauen nicht weg!« »Freudigkeit« und »Zuversicht« kann das Wort, das hier im griechischen Text steht, auch bedeuten. Unsere freudige Zuversicht Gott gegenüber sollen wir festhalten. Unser Vertrauen wird angefochten und bedroht von Entmutigung. Nach der Aussage des Jakobusbriefes ist das normal. »Meine Brüder, achtet es für lauter Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtungen geratet« (1, 2). Wir beten um Aussöhnung zwischen zwei Menschen, aber es ändert sich scheinbar nichts. Vielleicht werden die Verhältnisse nur noch verworrener. Wir beten um Heilung, und doch nimmt die Krankheit ihren Lauf. Wir beten, dass zerstrittene Eheleute wieder zusammenfinden, aber die Scheidung rückt näher. Wir beten für Frieden in der Welt. Stattdessen entstehen neue Kriegs- und Krisenherde. Jeder kann hier eine Anzahl von Anfechtungen dazuliefern. Weil diese Erfahrungen Realität sind, besteht die Gefahr, dass wir ermüden, resignieren. Die Enttäuschungen machen uns mutlos. Vielleicht ist Entmutigung und Kleinglaube unsere größte Gefahr. In der Hast des Alltags bleiben der Glaube und vielleicht auch das Gebet auf der Strecke. Dann kalkulieren wir nur noch mit Zahlen und unseren menschlichen Möglichkeiten. »Dachte ich an Gott, so musste ich seufzen, sann ich nach, so ward mein Geist bekümmert. Hat denn Gott vergessen, gnädig zu sein? O Gott, dein Weg ist heilig! Wer ist ein so großer Gott wie du? Du bist der Gott, der Wunder tut.« (Lies Ps. 145, 17. 18; Jes. 49, 14-16.) Montag, 22. märz HEBRÄER 10, 35; MAR KUS 8, 13-21 Wenn die Jünger vor einer Schwierigkeit standen, waren sie genau wie wir versucht, das Vertrauen wegzuwerfen. Bei einem Aufbruch ans andere Ufer des Sees Genezareth vergaßen sie, Brote mitzunehmen. So hatten sie nur ein Brot bei sich im Schiff. Das ist eine einfache Rechenaufgabe: ein Brot für dreizehn Männer? Unmöglich! Die Sorge kroch hoch in ihnen. Dabei hatten sie doch Jesus im Boot, der kurz vorher zweimal mehrere tausend Menschen gespeist hatte! Aber das war ihnen angesichts der neuen Herausforderung nicht mehr gegenwärtig. Ihr Glaube reichte nur für eine kurze Zeit. Dann warfen sie das Vertrauen weg. Fühlen wir uns diesen Kleingläubigen und Kurzgläubigen verwandt? (Lies Matth. 14, 13-21; 5. Mose 1, 29-32.) Wenn Gott in einem absehbaren Zeitraum unsere Gebete nicht erhört und die Verhältnisse nicht geändert hat, sind wir versucht, unser Vertrauen wegzuwerfen. Unser Denken wird mutlos und unser Reden wird entmutigend, denn »wes das Herz voll ist, des geht der Mund über«. Vielleicht sind wir noch stolz auf unsere Ehrlichkeit. Wir sind ja keine Heuchler! Gott sieht unsere Gedanken und hört unsere Worte: »Warum sprichst du denn, Jakob, und sagst du, Israel: Mein Weg ist vor dem Herrn verborgen, und mein Recht entgeht meinem Gott?« (Lies Jes. 40, 26-28; Ps. 31, 23-25.) Wir sind nicht für uns allein mutlos und sorgenvoll. Wir ziehen andere mit hinein; so beleidigen wir unseren Gott. Martin Luther schrieb einmal an seinen Freund Melanchthon, der sich auch auf das Sorgen verstand: »Ich hasse von Herzen die großen Sorgen, von denen Du, wie Du schreibst, verzehrt wirst. Dass sie Dein Herz so beherrschen, daran ist nicht die Größe der Gefahr, sondern die Größe unseres Unglaubens schuld.« Dienstag, 23. märz HEBRÄER 10, 35. 36; GA LATER 5, 22 »Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat!« Nicht, dass wir nicht entmutigt sein dürften! Das kommt einfach vor. Wir sind angefochtene Leute. Aber Entmutigung und Resignation dürfen nicht chronisch werden. Sonst ist es alarmierend, und wir brauchen dringend Hilfe von Gott und Menschen. Wir können Gott darum bitten, dass er uns wieder persönlich anspricht durch sein Wort und unseren Glauben stärkt. »Belebe uns, Herr, so wollen wir deinen Namen anrufen!« »An dem Tage, da ich rief, antwortetest du mir; du hast mich ermutigt, in meiner Seele war große Kraft« (Ps. 80, 19; 138, 3). Gott kann auch durch die Gemeinschaft mit Glaubensgeschwistern oder durch ein Erlebnis zu uns reden und uns aufrichten. Als Paulus auf seinem Weg nach Rom mit einigen Brüdern von dort zusammentraf, »dankte er Gott und fasste Mut« (Apg. 28, 15; lies Spr. 17, 17). Verbunden mit Entmutigung ist die Verengung unseres Blicks so, als wäre alles schwarz und hoffnungslos, so als gäbe es Gott und seine Macht nicht. Dabei kommen wir uns vielleicht noch sehr realistisch vor. Aber eigentlich nehmen wir nur einen Ausschnitt der Realität wahr. (Vgl. 2. Kön. 6, 15-17; Hiob 42, 5; Matth. 28, 18. 20.) Der Schreiber des Hebräerbriefes hat eine Medizin für angekränkeltes Vertrauen: die Geduld. »Geduld aber habt ihr nötig, damit ihr nach Erfüllung des göttlichen Willens die Verheißung erlangt.« Wenn der Heilige Geist in uns Geduld wirkt, so befähigt er uns, im Glaubenskampf standzuhalten und das Vertrauen nicht wegzuwerfen. Der Geduldige behält lange Mut. Mehr noch: Wir empfangen durch den Heiligen Geist die Kraft, den Willen Gottes zu tun, auch wenn kein Erfolg sichtbar ist. Das kann zum Beispiel bedeuten, einen Menschen zu lieben, ihm wohlzutun – trotz seiner Ablehnung oder gar Feindschaft. (Lies 1. Kor. 13, 4-7; Hebr. 12, 1-3; Röm. 12, 12. 20. 21; 2. Kor. 1, 6; 6, 4-7.) Mittwoch, 24. märz HEBRÄER 10, 35-37; RÖMER 5, 3. 4 »Geduld aber habt ihr nötig, damit ihr den Willen Gottes tut und das Verheißene empfangt.« Wir werden nicht im Handumdrehen zu gestandenen Christen. Wer aber die Last mit seinem Herrn geduldig trägt, wird zu einem reifen und bewährten Jünger. Einen einfacheren Weg gibt es nicht. Paulus sagt: »Wir rühmen uns aber in den Trübsalen, weil wir wissen, dass Trübsal Geduld wirkt, die Geduld aber Bewährung, die Bewährung aber Hoffnung.« So löst die Not, in der wir uns an den Herrn klammern, eine positive Kettenreaktion aus. Die Geduld hilft uns, dranzubleiben, Gott zu gehorchen, seinen Willen zu tun und die Erfüllung der Verheißung zu erlangen. (Lies Eph. 4, 1-3; Jak. 1, 2-4. 12.) »Denn nur noch eine kleine, ganz kleine Weile, so wird kommen, der da kommen soll, und wird nicht verziehen.« Jesus hat uns versprochen, dass er wiederkommen wird. Er wird diese Welt richten, d. h. in Ordnung bringen und alle gottfeindlichen Mächte abtun, unter denen wir jetzt noch leiden. Für unser menschliches Empfinden wartet Jesus sehr lange mit seiner Wiederkunft. Doch Gott hat einen langen Atem. Wenn wir von der Wiederkunft unseres Herrn her denken und handeln, verlieren wir unsere Kurzatmigkeit. Das Vertrauen zu ihm verleiht auch uns einen langen Atem, dass wir nicht so schnell die Flinte ins Korn werfen und meinen, nun sei es endgültig aus. Doch: Wir gehen auf das Ziel zu, vor Jesus zu stehen. Wer am Vertrauen auf Jesus festhält, gehört am Schluss zu den Gewinnern. Unser Vertrauen auf Jesus hat eine große Belohnung: »Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und keinem Menschen in den Sinn gekommen ist, das hat Gott denen bereitet, die ihn lieben« (1. Kor. 2, 9; lies Hebr. 6, 11. 12; 1. Petr. 1, 6-9; 1. Joh. 3, 2. 3). Donnerstag, 25. märz HEBRÄER 10, 37. 38; HABA KUK 2, 4 Was ist zu beachten auf der Wegstrecke bis zum Ziel? Dazu erinnert uns der Hebräerbrief an das Wort aus dem Propheten Habakuk: »Mein Gerechter aber wird aus Glauben leben.« Damit, dass wir gerecht geworden sind, d. h. durch den Glauben an die Erlösungstat von Jesus vor Gott in die richtige Stellung gebracht worden sind, können wir uns nicht vom Glauben verabschieden. Dem Anfangsglauben, der Gottes wunderbare Rettung ergreift, folgt ein ganzes Leben aus Glauben. »Herr«, so könnte vielleicht einer fragen, »Herr, halte ich das durch? Das Leben ist so anstrengend.« Doch wir sollen wissen: Der Herr selber schenkt uns das durchhaltende Vertrauen, das ihn ehrt und erfreut. Am Kreuz von Golgatha wurde der Neue Bund für uns geschlossen. Nun stehen wir mit Gott in einem Bundesverhältnis. Dazu gehört ein bundesgemäßes Verhalten. Es besteht einzig darin, dass wir Gott liebend vertrauen und ihm unsere leeren Hände hinhalten. Hudson Taylor (1832-1905), einer der ersten christlichen Missionare, die in China wirkten, bekannte, als seine Kräfte einmal völlig zusammengebrochen waren und er für längere Zeit untätig sein musste: »Ich kann nicht lesen, kann nicht klar denken, kann oft nicht einmal beten; aber ich kann vertrauen.« Als er das erste Mal nach China ausreiste, schrieb er in sein Tagebuch: »Gott allein ist meine Hoffnung; eine andere brauche ich nicht.« Jeder noch so kleine Vertrauensschritt bringt uns dem herrlichen Ziel der Ewigkeit näher. Nur hier auf Erden können wir ihn durch Vertrauen ehren und erfreuen. Im Himmel aber wird unser Vertrauen abgelöst, weil wir dann vom Glauben zum Schauen gelangen. (Lies 2. Kor. 4, 17. 18; 5, 6-9; Offb. 22, 3. 4.) Freitag, 26. märz HEBRÄER 11, 6; RÖMER 4, 17-21 »Ohne Glauben aber ist es unmöglich, Gott wohlzugefallen, denn wer zu Gott kommen will, muss glauben, dass er ist und die, welche ihn suchen, belohnen wird.« »Im Vertrauen des Menschen liegt eine Möglichkeit, die Gott den Weg bereitet, dass er sein Werk tun kann« (O. Michel). Wenn wir Gott durch unser Vertrauen den Weg bereiten können, dann wollen wir unser Vertrauen keinesfalls wegwerfen. So leicht aber rutschen wir in dunkle, trübe Gedanken. Wir sehen nur noch schwarz. Damit betrüben wir den Heiligen Geist. Gott sagt zu seinem Volk: »Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht« (Jes. 7, 9; lies Eph. 4, 30). Wir können nur durch Glauben existieren. Und Glauben bedeutet, offen zu sein für die Möglichkeiten, die Gott hat und mit ihnen zu rechnen. Andere sind vor uns den Glaubensweg gegangen und ermutigen uns. So schreibt Eva von Tiele-Winckler (1866-1930), die Gründerin zahlreicher Kinderheimaten, rückblickend: »Noch lagen unübersteigbare Hindernisse wie hohe Berge vor mir. Aber las ich nicht in meiner Bibel: ›Habt Glauben an Gott! ‹? An einer anderen Stelle las ich: ›Bei den Menschen ist’s unmöglich, aber nicht bei Gott, denn alle Dinge sind möglich bei Gott.‹ Dieses Wort prägte sich mir ein und wurde schon in jener frühen Zeit bestimmend für mein Leben. Ich konnte es fassen, dass der Glaube an Gottes Allmacht und an die Treue und Unwandelbarkeit seiner Verheißungen unüberwindlich und allvermögend ist. Berge und Schwierigkeiten mussten schmelzen wie Wachs vor dem Herrn, Hindernisse mussten weichen. ›Nichts unmöglich!‹, so konnte ich triumphierend ausrufen und im gewissen, vertrauenden Glauben vorausnehmen, was erst in der Zukunft sichtbar in Erscheinung treten sollte« (Mark. 11, 22-24; 10, 27; Ps. 97, 5). Samstag, 27. märz HEBRÄER 12, 1; OFFENBARUNG 7, 9-12 »Darum auch wir: Weil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist.« Ein solcher Zeuge war August Hermann Francke (1663-1727). Er wirkte in Halle und gründete dort unter anderem ein Waisenhaus und eine Schule. »In einer für seine Umgebung beängstigenden Weise lebte er dabei in den Anfangszeiten buchstäblich von der Hand in den Mund. Durch eine in ganz Europa berühmte kleine Broschüre hat er seine Erfahrungen bei diesem ›Glaubensexperiment‹ weitergegeben. ›Von den Fußstapfen des noch lebenden und liebreichen und getreuen Gottes zur Beschämung des Unglaubens‹. Dem Zweifel hielt er entgegen: Realist ist, wer mit Gott rechnet!« (E. Beyreuther) Francke konnte sagen: »Wie herrlich ist es doch, wenn man nichts hat und sich auf nichts verlassen kann, kennt aber den lebendigen Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat, und setzt auf ihn allein sein Vertrauen; wie kann man da auch im Mangel ruhig sein!« Auf seinem Denkmal in Halle steht als Zusammenfassung seines Lebens: »Er hat Gott vertraut.« (Lies Hebr. 11, 1. 2. 32-40.) Nachdem Hitler die Macht übernommen hatte, traf sich im Oktober 1933 in Berlin ein Kreis von Theologen und Kirchenleuten zu einem Gespräch über die Frage, was zu tun sei. Es gab die verschiedensten Auffassungen darüber, wie auf Zumutungen an die Kirche zu reagieren sei und wie gegenüber unangenehmen Leuten am geschicktesten zu taktieren sei. Dann meldete sich Karl Barth zu Wort. Er halte nichts von Anpassertum, aber auch nichts von einem kirchenpolitischen Taktieren und von Aktionsprogrammen. Jetzt gebe es nur eines, was die Lage kläre und was die Kirche unüberwindlich mache: »Wir müssen Menschen sein, die glauben, erstens, zweitens und drittens glauben und nichts anderes« (nach E. Busch). (Lies Ps. 93, 1-4; Jes. 40, 23-31; 43, 16-19.) Sonntag, 28. märz HEBRÄER 13, 7; RICHTER 6, 11-16 »Ahmt ihren Glauben nach!« Wir müssen nicht nostalgisch zurückblicken. Wir haben unsere Glaubensherausforderungen in unserer Zeit. Sie sind anders als zurzeit Evas von Tiele-Winckler, August Hermann Franckes oder des Dritten Reiches, aber sie bergen die gleiche Chance in sich, Gott zu erfahren wie unsere »Väter« und »Mütter« im Glauben. Wie sie können auch wir allein durch Vertrauen leben. Unser Vertrauen bindet sich an die Zusagen Gottes. So kommt eine gute Spannung in unser Leben: die Spannung zwischen Gottes Zusage und ihrer Erfüllung. Ist unser Leben vielleicht deshalb manchmal so eintönig, weil wir es aufgegeben haben, mit Gottes Verheißungen zu rechnen? (Lies Ps. 42, 7-12.) Als Gott Gideon berief und der Engel des Herrn ihn ansprach: »Der Herr ist mit dir, du streitbarer Held!«, da hatte Gideon Fragen und Gegenargumente. »Wo sind alle seine Wunder, von denen uns unsre Väter erzählten, indem sie sprachen: Hat der Herr uns nicht aus Ägypten geführt? Nun aber hat uns der Herr verlassen und in die Hand der Midianiter gegeben.« Als Gott ihn dann beauftragte, Israel zu retten, konnte Gideon nur fragen: »Ach, mein Herr, womit soll ich Israel erretten?« Der Herr aber sprach zu ihm: »Weil ich mit dir sein will, wirst du die Midianiter schlagen wie einen einzigen Mann!« Unsere »Midianiter« sind unsere heutigen Probleme und Herausforderungen – die kleine Kraft, die Ängste, Bedenken und Sorgen. Sie greifen uns an, entmutigen uns, streuen Zweifel in unser Herz. Doch wenn der Herr mit uns ist, müssen wir uns keineswegs an Niederlagen, Schwierigkeiten und Mutlosigkeit gewöhnen. Denn er ist mächtiger als alle »Midianiter« der Welt. Er kann und er wird sie bewältigen. (Lies Ps. 3, 3-5; 46, 2; 146, 5-10; Jer. 1, 8.) Montag, 29. märz HEBRÄER 10, 35-39; 4, 16 »Werft euer Vertrauen nicht weg, das eine große Belohnung hat.« Wie können wir weggeworfenes Vertrauen wieder hervorholen? Wir dürfen sagen: »Herr, vergib mir, dass ich dir so wenig zugetraut habe. Hilf mir, dich in Zukunft durch Vertrauen zu ehren.« Wie kann das geschehen? Wie können wir Vertrauen praktizieren? • Indem wir beten Das Recht eines Vollbürgers im antiken Griechenland war es, in der Volksversammlung offen und freimütig zu reden. In dem Wort, das hier mit Vertrauen wiedergegeben wird, schwingt »Freudigkeit, Zuversicht« mit. Weil wir zu Gottes Kindern gemacht sind, und damit zu Vollbürgern in Gottes Reich, können wir freimütig und offen und voller Vertrauen mit ihm reden. »So lasst uns nun mit der größten Freiheit und Zuversicht dem Gnadenthron unseres Gottes nahen, damit wir als schon Begnadigte neue Barmherzigkeit erlangen und weitere Gnade finden zu unserer rechtzeitigen Hilfe!« Gott lädt uns ein, alles, was uns bewegt, vor ihn zu bringen, denn »eines Christen Handwerk ist beten« (M. Luther). (Lies Matth. 18, 19. 20; Mark. 11, 24; Luk. 11, 9-13.) Wir können uns Verheißungen aus dem Wort Gottes zwischen oder neben unsere Gebetsanliegen schreiben. Das hilft unserem Vertrauen auf die Beine. Pfarrer Paul Deitenbeck (1912-2000) sagte einmal: »In der Bibel ist immer wieder davon die Rede, dass ich Gott an seine Verheißungen erinnern darf. Als ob er die je vergessen hätte! Es ist doch nichts anderes als Barmherzigkeit Gottes, dass er sich wie ein Vergesslicher von uns erinnern lässt. Denn indem wir ihn an die Verheißung erinnern, machen wir sie uns selbst neu bewusst und öffnen uns für ihre Einlösung in unserem Leben.« (Lies Ps. 94, 19; 103, 13; 138, 7. 8; Jes. 46, 4.) Dienstag, 30. märz HEBRÄER 10, 35; LUKAS 1, 45 »Werft euer Vertrauen nicht weg.« Wie können wir Vertrauen praktizieren? • Indem wir in der Bibel beheimatet sind Wir sollen Leute werden, »die dem lieben Gott aufs Wort glauben und mit seinem Wort wie mit Zahlen rechnen und am Anfang der Angriffe sich schon des Sieges freuen«. So hatte es Ludwig Nommensen (1834-1918), Missionar unter den Batak (Indonesien), für Missionare formuliert. Solch lebendiges, kindliches Vertrauen ist in der Mission nötig und braucht auch jeder von uns in seinem Umfeld. • Indem wir uns die Liebe Gottes bewusst machen Manchmal bereitet es uns Not, dass wir von der Gegenwart und Liebe Gottes nichts spüren. Dann dürfen wir trotzdem mit seiner Nähe und Liebe rechnen – ohne zu fühlen, einfach nur, weil er es zugesagt hat. »Glauben heißt: sich jeden Augenblick die Tatsache zu vergegenwärtigen, dass man geliebt wird« (T. Kagawa). Der Theologe Hermann Bezzel (1861-1917) schrieb: »Man muss mit seinem Heiland verkehren als mit einem persönlich anwesenden Freund, von dem uns nur noch eine Scheidewand, Leib geheißen, trennt, als mit einem neben uns hergehenden Wanderer, der da sichtbar würde, wenn unser Auge nicht noch so gehalten wäre, als mit der uns ganz nahen Persönlichkeit, zu der wir alles sagen können, mit der wir reden dürfen wie mit unseresgleichen.« • Indem wir uns Gottes vergangene Hilfe merken Vergiss nicht, wie viele kleine und große Wunder er schon gewirkt hat. Diese Erinnerungen helfen uns, Gott zu danken. In der Haltung des Dankens wird es uns leichter, auch mit neuen Gebetserhörungen zu rechnen. »Sorgt um nichts; sondern in allem lasst durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden« (Phil. 4, 6). Wir dürfen bitten, aber auch das Danken soll zu unserem Beten gehören. (Lies Ps. 103, 2; 34, 2-9; Spr. 29, 25; Jes. 26, 3. 4; 50, 10; Jer. 17, 7. 8.) Mittwoch, 31. märz RÖMER 8, 14. 15. 26-28; MATTHÄUS 26, 39 Können wir uns bei unserem zuversichtlichen Beten nicht auch irren und etwas einbilden? Wir haben nicht die Verheißung, dass Gott jetzt schon für seine Kinder alles Leid und alle Not aufheben wird. Wir haben auch nicht die Zusage, dass Gott alle unsere Wünsche erfüllen wird, wenn wir sie nur mit festem Glauben im Gebet zu ihm bringen. Wir können aber fragen: • Gibt es für meine Bitte eine Verheißung in der Heiligen Schrift? • An wen ist sie gerichtet und in welche Situation spricht sie hinein? • Geht es mir bei meiner Bitte darum, dass Jesus verherrlicht und sein Reich gebaut wird? Ich kann ihm sagen: »Vater, nicht mein, sondern dein Wille geschehe.« Mit dieser Einstellung können wir voll Zuversicht beten. »Alle, die Gott im rechten Glauben mit Ernst von Herzen anrufen, werden gewiss erhört und empfangen, was sie gebeten und begehrt haben, wiewohl nicht so bald auf dieselbe Stunde, Zeit, Maß oder eben das, darum sie bitten; doch kriegen sie ein viel Besseres, Größeres und Herrlicheres, denn sie haben hoffen dürfen« (M. Luther). Macht Vertrauen und Gebet uns nicht passiv, dass wir womöglich das gebotene Handeln versäumen? Ein Missionar in Indien schrieb dazu: »Ich entdeckte, dass das Vertrauen auf Gott niemals die Anwendung der zur Verfügung stehenden Mittel und Kenntnisse einschränken darf, so wenig, wie der Gebrauch solcher Mittel das Vertrauen auf Gott verringern darf. Es ist nicht eine Frage des Entweder- Oder, sondern des Sowohl-als-auch« (E. Sherwood). Wir müssen manches wegwerfen, aber unser Vertrauen wollen wir behalten, weil es sich lohnt, diesem treuen Gott aufs Wort zu glauben. (Lies 2. Mose 14, 14; Jes. 38, 1-6. 21; Apg. 27, 22-26. 30-37; Eph. 5, 15-17.) 01. 01. - 12. 01. Euer Herz erschrecke nicht! – Zur Jahreslosung Johannes 14, 1 13. 01. - 27. 01. Gefangen – und doch frei in Christus (Epheser 1, 1-23) 28. 01. - 06. 02. Leben unter Gottes Führung (Teil 2) 07. 02. - 22. 02. Leben in Verantwortung füreinander – 1. Petrus 4, 1 - 5, 14 23. 02. - 08. 03. Ein herrlicher Duft – der Geruch des Lebens 09. 03. - 20. 03. Für immer bei Gott geborgen – Psalm 71 21. 03. - 31. 03. Die Herrlichkeit des Sohnes Gottes im Hebräerbrief (10, 35-39) INHALTSVERZEICHNIS 111. JAHRGANG Wir laden Sie herzlich ein zu unserem JAHRESTREFFEN am 6. Januar 2010 Stuttgart, Liederhalle, Beethovensaal NIE ALLEIN 9.30 Uhr Nie allein – Gott ist da Oberin Renate Kraus, Aidlingen 10.30 Uhr Nie allein – im Auf und Ab des Lebens Pfarrer Dr. Volker Gäckle, Direktor des Theologischen Seminars der Liebenzeller Mission 11.45 Uhr Mittagspause 13.30 Uhr Nie allein – in Herausforderung en Ermutigende Berichte 15.00 Uhr Nie allein – im Alltag und auch morgen Sr. Regine Mohr, Aidlingen