Freitag, 1. Februar

Psalm 61, 2; 2. Chronik 14, 8-11

"Höre, Herr, mein Gebet", so rief König Asa aus, als er sich einer weit überlegenen Heeresmacht gegenübersah. Er hätte resignieren können angesichts der aussichtslosen Lage. Doch "Asa rief den Herrn, seinen Gott, an und sprach: Herr, es ist dir nicht schwer, dem Schwachen gegen den Starken zu helfen. Hilf uns, Herr, unser Gott; denn wir verlassen uns auf dich, und in deinem Namen sind wir gekommen gegen diese Menge. Herr, du bist unser Gott, gegen dich vermag kein Mensch etwas." Asa starrte nicht auf die Übermacht der Feinde. Er wandte sich an den allmächtigen Gott. Sollte ihm etwas unmöglich sein? (Lies Ps. 34, 7. 18; 64, 2-5.) - Vielleicht befinden wir uns in einer schwierigen Situation. Wir beten schon Jahre für einen "verlore nen Sohn" oder eine "verlorene Tochter", für den ungläubigen Ehepartner - und es scheint ganz unmöglich, dass sie Vertrauen zu Jesus fassen. Sind unsere Gebete im weiten All verklungen? Und was uns selbst betrifft, beten wir vielleicht schon lange um Befreiung von einer sündhaften Leidenschaft. Aber wir verstricken uns tiefer hinein. Und unsere Gebete scheinen nur bis zur Zimmerdecke zu gehen. Doch eines ist gewiss: Gott hört unser Beten, er hört jeden Verzweiflungsschrei - und wenn die Wände noch so dick erscheinen, erreicht unser Klagen, Weinen, Rufen sein Herz. Er ist bei uns in der Not. Er verlässt uns nicht. Wie und wann er eingreifen wird, wissen wir nicht. Aber was der Herr uns in der Not lehren will, ist größer und wichtiger als die Enträtselung dessen, was uns unbegreiflich erscheint. Lassen wir uns immer wieder mit unseren Sorgen und Anfechtungen in seine offenen Arme fallen. Es bleibt dabei: Bei ihm ist kein Ding unmöglich. (Lies Ps. 44, 4; 73, 2328; 136, 11. 12; Jer. 32, 17; Röm. 8, 18; 2. Kor. 4, 1618.)

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Samstag, 2. Februar

Psalm 61, 2. 3

"Vom Ende der Erde rufe ich zu dir; denn mein Herz ist in Angst." David scheint die Nähe Gottes verloren zu haben. Aber er kennt auch eine gegenteilige Erfahrung: "Nahe ist der HERR allen, die ihn anrufen, allen, die ihn in Wahrheit anrufen" (Ps. 145, 18). In seiner momentanen Verfassung hat er den Eindruck: Gott ist unendlich weit weg von mir. Entscheidend ist, dass David genau diesem Empfinden Ausdruck verleiht. Wenn wir alles, was uns bewegt, vor Gott ausbreiten, sagen wir dadurch auch, dass er tatsächlich nicht weit weg ist. Denn der Herr ist nur ein Gebet weit entfernt. (Vgl. Ps. 69, 2-4. 11-18. 30. 31. 33.) Bemerkenswert ist auch, dass David sein angsterfülltes Herz an den Herrn bindet, der ihm ganz persönlich zugewandt ist: "Ich rufe zu dir." Du bist mein Gott, der Einzige, der mir helfen kann. - Pfarrer Konrad Eißler erzählt: "Ich habe eine große Familie. Früher, als die Kinder noch zu Hause waren, kam es vor, dass aus dem schönen Miteinander ein Nebeneinander und dann ein Hintereinander und dann ein Gegeneinander wurde. Bauklötze flogen um den Wandspruch: ›Siehe, wie fein und lieblich ist es, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen.‹ Wenn aber die Meute über den Jüngsten und Schwächsten herfiel, zog er seine stärkste Waffe und rief: Ich sag's dem Vater! Nichts war so wirksam, und Frieden schaffend ohne Waffen, wie dies: Ich sag's dem Vater!" In welch harten Auseinandersetzungen und großen Nöten wir uns auch befinden mögen, wie weit entfernt Gott zu sein scheint: "Ich sag's dem Vater." Jesus selber hat uns den Vater offenbart, der seine Arme nach uns ausstreckt und an sein Herz zieht. "Ich hatte viel Kummer in meinem Herzen, aber deine Tröstungen erquickten meine Seele" (Ps. 94, 19; lies Ps. 68, 20. 21; 1.Kor. 10, 13; 2.Kor. 1, 3. 4. 8-11; 2.Petr. 2, 9a).

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Sonntag, 3. Februar

Psalm 61, 3; Matthäus 14, 25-33

"Vom Ende der Erde rufe ich zu dir; denn mein Herz ist in Angst." Angst schleicht sich bei uns immer dann ein, wenn wir über eine Situation keine Kontrolle mehr haben. Nicht nur David kannte solche Stunden. Auch die Jünger erlebten solch eine Situation auf dem stürmischen See Genezareth. Pure Angst führte sie zu der Meinung, ein Gespenst käme ihnen auf dem Wasser entgegen. Jesus hörte ihren angstvollen Aufschrei und ermutigte sie: "Seid getrost, ich bin's; fürchtet euch nicht!" Beherzt wie Petrus war, antwortete er: "Herr, wenn du es bist, so befiehl mir, zu dir zu kommen auf dem Wasser." Petrus verließ das Boot aufgrund der ermutigenden Aufforderung des Herrn. Welch ein Augenblick! Das Wasser trug! Petrus ging stracks auf den Meister zu. Aber dann ein Blick auf den übermächtig brausenden Wind, und schon begann er zu sinken. - Wie oft schon haben wir in stür mischen Zeiten die Hilfe des Herrn erlebt. Doch dann verloren wir Jesus irgendwie aus dem Blick. Nicht immer nimmt der Herr die Stürme sofort weg. Aber er selber ist doch da! "Lasst uns aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens!" (Hebr. 12, 2; lies Jes. 54, 14; Matth. 10, 28; Mark. 5, 35. 36; Luk. 5, 4-10) Hab keine Angst, wenn du nachts nicht mehr schlafen kannst, wenn du grübelst, was morgen wird, du hast doch mich. Hab keine Angst, auch wenn andre nicht zu dir stehn, wenn du meinst, dass du wertlos bist. ich liebe dich. Und ich hab alles in der Hand, kenn dein Leben ganz genau, ich weiß um alles, was du brauchst, Tag für Tag. Hab keine Angst, ich liebe dich. Du kannst meinem Wort vertraun, und du wirst sehn, wie ich dich führe Schritt für Schritt. Daniel L. Burgess

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Montag, 4. Februar

Psalm 61, 3. 4; 143, 1. 7. 8

"Ich rufe zu dir in der Angst meines Herzens: Führe du mich auf den Felsen, der mir zu hoch ist." Schon allein die Tatsache, dass man so rufen kann, entlastet Herz und Gemüt. Wie ein Kind darf man nach der Hand des Vaters greifen, sich seiner Führung anvertrauen. Wie viele unüberschaubare Höhen gibt es, wie viele dunkle Täler mögen dazwischenliegen! Da können Mutlosigkeit und Unsicherheit aufkommen. Doch Gottes Hand ist stark. - "Ich habe die Erde gemacht und den Menschen, auch dich habe ich erschaffen! Ich habe mit meinen Händen den Himmel ausgespannt und gebiete all ihrem Heer" (Jes. 45, 12). Gott, mit dem wir es zu tun haben, will für uns das tun, was nicht in unserer Macht steht. Er stärkt unser Vertrauen auf seine unermessliche Hilfe. Er ist der Gott, der Unmögliches möglich macht. "Ich würde Gott suchen und meine Rede an ihn richten, der große und unerforschliche Dinge tut, Wunder ohne Zahl!" "Ich erkenne, dass du alles kannst und kein Plan dir unausführbar ist!" "Bei den Menschen ist's unmöglich; aber bei Gott ist alles möglich!" "Seid stark, und euer Herz fasse Mut, alle, die ihr auf den Herrn harrt." (Lies Hiob 5, 8-16; 9, 10; 42, 2; Matth. 19, 23-26; Ps. 27, 14; 31, 22-25.) Vergiss es nicht: In Stunden der Enttäuschung, des Zweifels und der Mutlosigkeit ist einer da, der dich auf den Felsen führt, der dir zu hoch ist. "Der Herr, der Herr, ist meine Kraft; er hat meine Füße denen der Hirsche gleich gemacht und wird mich auf meine Höhen treten lassen!" "Er verbirgt mich im Schirm seines Zeltes und erhöht mich auf einen Felsen" (Hab. 3, 19; lies Ps. 27, 1-6; 59, 17. 18; 60, 6. 7).

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Dienstag, 5. Februar

Psalm 61, 1-4; 40, 2. 3

Viele haben wie David bei Gott Schutz gesucht: "Sei mir ein Fels zur Wohnung, zu dem ich immer kommen kann! Du hast geboten, mich zu retten" (Ps. 71, 3). Wie oft war David auf der Flucht - selbst vor seinem Sohn Absalom, der das Königtum mit List und Tücke an sich gerissen hatte. David war aus Jerusalem vertrieben. Er weinte, und sein Herz war verzagt, aber er wandte sich an seinen Gott (2.Sam. 15, 14. 30. 31). Mitten in der Bedrängnis erfuhr David konkret: "Der Heilige ist nie zu weit von Gott entfernt, dass Gott ihn nicht mehr hören könnte. Er ist nie so tief unten, dass Gottes Arm nicht dahin reichte" (B. Peters). Wir haben die einzigartige Chance, mit dem, was uns Not bereitet, in die offenen Arme Gottes zu laufen. Keiner braucht vor Angst innerlich heimatlos zu werden. Wir können jederzeit zu unserem Herrn fliehen. Darin liegt unsere Stärke. Das entdeckte auch Gigi Graham bei ihrem Großvater. "Mein Großvater war ein viel beschäftigter Mann. Er war Missionar, Arzt, Schriftsteller, Laienprediger, Vater und Ehemann. Aber immer schien er alles bewältigen zu können, was getan werden sollte, und es blieb noch Zeit, sich zu entspannen, zu lachen, zu spielen oder mit Freunden oder der Familie zusammenzusitzen und zu reden. Wann immer ich als Kind zu Besuch dort war und zum Frühstück herunterkam, fand ich ihn mit der Bibel auf dem Schoß oder im Gebet auf den Knien vor seinem Schaukelstuhl. Unvergessen bleibt mir der Spruch in meinem Ferienzimmer: ›Wenn dein Tag von Gebet umsäumt ist, wird er nicht so leicht ausfransen.‹ Mein Großvater war der beste Beweis dafür." (Lies Spr. 18, 10; Jes. 25, 4; 50, 10.)

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Mittwoch, 6. Februar

Psalm 61, 4; 91, 1. 2. 9

Mauer-Türme dienten zunächst der Verstärkung besonders gefährdeter Stellen einer Stadtbefestigung, wurden aber auch auf dem gesamten Mauer zug verteilt. Selbst wenn die Feinde schon in eine Stadt eingedrungen waren, boten die Türme eine letzte Zufluchtsstätte. Manchmal hatten Türme eine Grundfläche von stolzen 24 x 15 Metern! Sie besaßen eine außer ordentlich dicke Mauer. Vom Untergeschoss führte eine Treppe zu den oberen Stockwerken. - Welch ein Bild für Gott, den Höchsten, der unsere Zuflucht ist, sodass wir Zuversicht, Mut und Stärke schöpfen können. In Gottes Gegenwart sind wir in einem absolut sicheren Schutzraum. Seine Gegenwart garantiert dafür. Hudson Taylor, der Gründer der Überseeischen Missionsgemeinschaft, wurde einmal gefragt, ob er sich immer der Gegenwart Gottes bewusst sei. "Nein", antwortete er, "aber er ist um mich, wie die Mauern eines Hauses den, der darin wohnt, umgeben. Wenn ich in einem Haus lebe, so bin ich auch, während ich schlafe, darin geborgen, ohne dass ich mir dessen bewusst bin." "Du, Gott, bist meine Zuflucht!" Wir haben einen direkten Fluchtweg in die Gegenwart des lebendigen Gottes gerade dann, wenn wir keinen Ausweg mehr sehen. "Eine Zuflucht ist der alte Gott, und unter dir breitet er ewige Arme aus" (5.Mose 33, 27; lies Ps. 143, 8. 9; 36, 8; 71, 1-7). Durch die Beziehung zu Gott erwächst David eine schier unerschütterliche Zuversicht, die ihn stark macht und ihm Kraft gibt, auch auf steilen und gefahrvollen Wegen zu gehen. Diese Zuversicht ist wie ein Aufwind, Neues für den Herrn zu wagen. Auch die Menschen in unserer Umgebung gewinnen durch unsere Zuversicht wieder Hoffnung und Mut. "Gesegnet aber ist der Mann, der sich auf den Herrn verlässt und dessen Zuversicht der Herr ist" (Jer. 17, 7; Ps. 146, 5; Hebr. 4, 16).

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Donnerstag, 7. Februar

Psalm 61, 5; 65, 5

Davids Sehnsucht ist: "Lass mich wohnen in deinem Zelte ewiglich - wo du wohnst, dort, in deinem Heiligtum, möchte ich für immer bleiben." Nichts bevorzugt der Beter mehr, als in der Gegenwart Gottes zu leben. Dort begegnet uns etwas von Gottes Heiligkeit. Sünde kann hier nicht bestehen bleiben; sie muss bereinigt werden. Das wird nicht ohne positive Folgen bleiben. "Wir schauen mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wie in einem Spiegel, und wir werden verwandelt in sein Bild von einer Herrlichkeit zur andern von dem Herrn, der der Geist ist" (2. Kor. 3, 18). Dora Rappard beantwortet die Frage nach der sichtbaren Veränderung ihres Lebens so: "Es ist mir nicht schwer, darauf zu antworten, denn wie ein Lobpreis klingt es in meinem Herzen: ›Ich lebe in dir, Herr Jesus Christus, und du in mir!‹ Das hat Jesus mir zugesagt. Die Ursache meiner Freude ist das Wissen um Gottes Gegenwart in meinem Leben." - Das Bewusstsein der Gegenwart Gottes in unserem Leben hilft uns, auch in Anfechtungen nicht zu unterliegen. "Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich" (Röm. 7, 19). In Augenblicken der Versuchung dürfen wir sofort an Gottes Gegenwart denken und offen vor dem Herrn aussprechen, was uns bedrängt. - Rosalie Amstein (18461923) schrieb ihre Erfahrung in einem Lied nieder: "Kommt Versuchung, Satan, Sünde, kann ich stille sein, kann mich bergen hinter Jesus, hinter ihm allein. Und steht Jesus selbst dazwischen, bin ich aus dem Krieg, denn schon lange hat mein Jesus mir erkämpft den Sieg." In Jesus "haben wir nicht einen Hohen Priester, der nicht könnte mitleiden mit unserer Schwachheit, son dern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde"(Hebr. 4, 15; lies Hebr. 2, 18; Jes. 63, 7-9).

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Freitag, 8. Februar

Psalm 61, 5; 84, 5. 11

Das Bewusstsein der Gegenwart Gottes in unserem Leben weckt in uns die Sehnsucht nach beständigem Umgang mit ihm. Was muss die Gemeinschaft mit Gott den Psalmbetern bedeutet haben, wenn sie aussprechen: "Ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als sonst tausend. Ich will lieber an der Schwelle stehen im Haus meines Gottes als wohnen in den Zelten der Gott losen!" Dem Beter sind nur wenige Stunden in der Nähe Gottes wichtiger und wertvoller als alles andere im Leben, das auch groß und schön ist. Selbst wenn er nur am Eingang des Heiligtums stehen würde, wäre das unvergleichlich besser als ein Leben, wie "alle Welt" es lebt. Seine tiefste Erfüllung ist ein Leben mit Gott. Tausend Tage können einen Tag in der Gemeinschaft mit dem Herrn nicht aufwiegen. Seine Gegenwart vermittelt tiefen Frieden und ist eine Quelle bleibender Freude. Gott sei Dank, es gibt noch viel Gutes und Schönes. Doch über Nacht kann auf einmal alles anders werden, und es wird uns bewusst, wie unbeständig und vergänglich irdische Güter und Werte, ja das Leben selber, ist. David traf mit seiner Bitte eine Wahl, die Jahrhunderte vor ihm Mose, der begabte und begüterte Prinz Ägyptens, getroffen hatte. "Er wollte viel lieber mit dem Volk Gottes zusammen geplagt werden, als eine Zeitlang den Genuss der Sünde haben. Er hielt die Schmach des Christus für einen größeren Reichtum als die Schätze Ägyptens, denn er sah auf die Belohnung." Eine ähnliche Entscheidung traf der Apostel Paulus: "Ich achte alles für Verlust um der unübertrefflichen Größe der Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, willen" (Hebr. 11, 25. 26; Phil. 3, 711; vgl. Jos. 24, 14. 15; Joh. 6, 6669). Welche Maßstäbe und Prioritäten setze ich?

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Samstag, 9. Februar

Psalm 61, 5; 43, 3. 4

"Lass mich wohnen in deinem Zelte ewiglich und Zuflucht haben unter deinen Fittichen. . . . gibst mir teil am Erbe derer, die deinen Namen fürchten. " David zieht es mit aller Macht zu Gott hin. Wie Mose und später Paulus wählte er die Gemeinschaft mit Gott. "Ich will lieber . . . " Hier schwingt nichts von traurigem Verzicht mit. Kein Zwang steht dahinter, sondern eine von der Freude über Gott getroffene freie Wahl. Noch einmal steht die Frage im Raum: Was will ich lieber? H. Newman beantwortet sie so: "O Herr, ich gebe mich ganz in deine Hände. Mach mit mir, was du willst. Du hast mich für dich geschaffen. Geh deinen eigenen Weg mit mir. Ich opfere dir die Wünsche, die Schwächen, die Pläne, die Meinungen, die mich von dir fernhalten und mich auf mich selbst zurückwerfen. Ich will ganz das sein, wozu du mich haben willst. Wie die Sonnenuhr von der Sonne, so will ich allein bestimmt sein von dir. Dir gebe ich mich ganz hin." (Lies Ps. 119, 30. 173; 18, 2. 3; 21, 1-8.) In Gottes Gegenwart weiß sich David behütet und geborgen. Diesmal gebraucht er das Bild von den bergenden Flügeln eines Vogels. (Vgl. Ps. 17, 8.) In allen Gefahren, die David umgeben, flieht er in den Schutzraum, den Gott ihm gewährt. Dort ist er sicher vor den Angriffen derer, die ihm feindlich gesonnen sind, die ihn verleumden und ihm heimlich nachstellen. Dieser Zufluchtsort ist auch für uns jederzeit offen. "Sei mir gnädig, Gott, sei mir gnädig! Auf dich traut meine Seele, und unter dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht, bis das Unglück vorübergehe" (Ps. 57, 2; lies Ps. 36, 8; 63, 8; 91, 1-4; 5.Mose 32, 11; Luk. 13, 34).

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Sonntag, 10. Februar

Psalm 61, 6; 66, 13. 14

"Du bist Gott, du hast gemerkt auf meine Gelübde, hast mir gegeben das Erbteil derer, die deinen Namen fürchten." Gott ist Davids unmittelbares Gegenüber. Er kennt seinen Gott, und Gott kennt ihn. Mit seinem ganzen Geschick ist der Beter im Herrn verwurzelt. Dieser hat "gemerkt", gesehen und gehört, wie David sich ausschließlich seinem Schutz und seiner Führung anvertraut hatte. Und Gott versprach David ein ewiges Erbteil, ein bleibendes Reich: "Wenn nun deine Zeit um ist und du dich zu deinen Vätern schlafen legst, will ich dir einen Nachkommen erwecken, der von deinem Leibe kommen wird; dem will ich sein Königreich bestätigen. Der soll meinem Namen ein Haus bauen, und ich will seinen Königsthron bestätigen ewiglich. Ich will sein Vater sein, und er soll mein Sohn sein. . . . meine Gnade soll nicht von ihm weichen, wie ich sie habe weichen lassen von Saul, den ich vor dir weggenommen habe. Aber dein Haus und dein Königtum sollen beständig sein in Ewigkeit vor mir, und dein Thron soll ewiglich bestehen" (2. Sam. 7, 1216). Gott wird David nicht "enterben", denn er bleibt bei seiner Zusage: "Meine Gnade will ich nicht von ihm wenden und meine Treue nicht brechen. Ich will meinen Bund nicht entheiligen und nicht ändern, was aus meinem Munde gegangen ist. Ich habe einmal geschworen bei meiner Heiligkeit und will David nicht betrügen" (Ps. 89, 3436). Darum kann David getrost sein, denn es wird niemandem gelingen, auch nicht seinem Sohn Absalom, ihn für immer aus seinem Erbteil zu vertreiben. Gott steht zu seinem gegebenen Wort. Darauf können auch wir uns verlassen. Seine Versprechen sind keine Versprecher! (Lies Ps. 33, 4; 146, 5. 6.)

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Montag, 11. Februar

Psalm 61, 7-9

Noch einmal wendet sich David mit einer Bitte an Gott: "Du wollest dem König langes Leben geben, dass seine Jahre währen für und für, dass er immer throne vor Gott. Lass Güte und Treue ihn behüten!" Gott erhörte Davids Bitte, er fügte "Tage zu den Tagen Davids" hinzu. Sein Sohn Absalom konnte ihn nicht ergreifen noch töten. Gottes bewahrende Hand lag schützend auf David. "Die auf den Herrn hoffen, werden nicht fallen, sondern ewig bleiben wie der Berg Zion. Wie um Jerusalem Berge sind, so ist der Herr um sein Volk her von nun an bis in Ewigkeit" (Ps. 125, 1. 2; lies Ps. 34, 8; Sach. 2, 9; Hebr. 13, 6). "Und doch muss der König, dessen ›Jahre wie Geschlecht um Geschlecht‹ sein sollen, ein Größerer sein als David. Es ist Davids Sohn, der Messias, der Gesalbte" (B. Peters). Sein Königreich wird kein Ende haben, wie es schon in Lukas 1, 33 verheißen ist. David konnte sich zu seiner Zeit wahrscheinlich nur eine ununterbrochene Kette von Nachkommen vorstellen, doch Gott verwirklichte in Jesus Christus, als dem König und Hohen Priester, ein ewiges Königtum: " . . . dieser aber hat, weil er ewig bleibt, ein unvergängliches Priestertum. Daher kann er auch für immer selig machen, die durch ihn zu Gott kommen; denn er lebt für immer und bittet für sie" (Hebr. 7, 24. 25). Während David sein eigenes Königtum gefährdet sah, hat Gott selber schon das Königreich im Auge, das niemals untergehen wird. David beendet diesen Psalm damit, dass er nicht aufhören möchte, seinen großen und wunderbaren Gott zu loben. Wir sind eingeladen, in diesen Lobpreis einzustimmen. Welch ein Tag wird das erst sein, wenn wir einmal vor Gottes Thron stehen werden und ihn, den König aller Könige und Herrn aller Herren, anbeten werden! (Lies Offb. 7, 9-12; 15, 3. 4.) leben Mit neuer Qualität - 1.petrus 1, 12-25

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Dienstag, 12. Februar

1.Petrus 1, 1-12

Christen haben wahren Grund zur Hoffnung. Wie außergewöhnlich diese Hoffnung ist, entfaltet Petrus gleich zu Beginn seines Briefes. Vor Jahren ereignete sich ein Grubenunglück, das anschaulich werden lässt, welche Veränderung Hoffnung bewirkt. Ein plötzlicher Stolleneinbruch hatte mehrere Bergleute bei ihrer Arbeit überrascht und von der Außenwelt abge- schnitten. Riesige Mengen von Geröll versperrten den Weg in die Freiheit. Gemeinsam bemühten sie sich, den verschütteten Weg freizuschaufeln. Doch schon bald erkannten sie, dass weder ihre Hilfsmittel noch ihre Kräfte noch der vorhandene Sauerstoff langfristig ausreichen würden. Verzweifelt gaben sie auf. Nach längerer Zeit hörten sie, dass sich von der anderen Seite eine Rettungsmannschaft zu ihnen vorarbeitete. Das weckte Hoffnung und belebte ihre Kraft. Sie griffen zu ihren Schaufeln und arbeiteten den Helfern entgegen, die sie schließlich aus ihrer bedrohlichen Lage befreien konnten. Diese Männer haben ihre notvolle Situation völlig unterschiedlich erlebt, je nachdem, ob es Anlass zur Hoffnung gab oder nicht. Petrus schreibt seinen Brief an Christen, die zunehmender Bedrängnis aus- gesetzt sind. An den schwierigen Umständen kann er nichts ändern, aber er kann Hoffnung wecken. Jemand sagte: "Die Liebe, die uns entgegenkommt, setzt in uns neue Kräfte und Energien frei." So lenkt er ihren Blick auf das neue Leben, das in Jesus für sie Wirklichkeit ist. Er spricht von ihrem Erbteil im Himmel und der Fülle der Freude, die Gott für sie bereithält. (Lies Ps. 16, 59; Kol. 1, 12. 27b.) Er erinnert an das große Ziel, das jeden Einsatz lohnt. Immer können sie mit einem barmherzigen Vater rechnen, der für sie sorgt und sie durchträgt. (Vgl. Matth. 6, 26. 31-33; 1.Petr. 5, 7.) Das gibt Mut für den Alltag. Es hat aber auch Auswirkung auf die Gestaltung dieses Alltags in der Gemeinschaft mit Jesus Christus. Davon sprechen die folgenden Verse.

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Mittwoch, 13. Februar

1.Petrus 1, 13

"Nachfolge geschieht nicht fraglos und ohne Bedrängnis. Die Bergung liegt jedoch nicht in vermehrter Sicherung. Sie kommt weder aus Beruhigungsmitteln noch Stimulantien, sondern aus dem wachen Hören auf Gottes Wort und aus der Bereitschaft, das Erkannte im täglichen Leben zu verwirklichen. Denn Nachfolge ist nicht Lehre. Sie ist Leben. Darum kann sie nicht anders geschehen als in der persönlichen Beziehung zu Jesus Christus" (J. Lorch). Dazu möchte Petrus mit seinen konkreten Anweisungen helfen: o umgürtet euch Das ist zunächst eine Aufforderung, sich in Bereitschaft zu halten. Um bei einer Arbeit aktiv zupacken zu können, mussten Männer ihr langes Obergewand hochraffen und mit dem Gürtel fixieren. So erhielten sie die notwendige Bewegungsfreiheit. Auch Paulus beginnt seine Ausführungen zur geistlichen Waffenrüstung mit dem Gürtel, der als Vorbereitung zum Kampf angelegt werden muss (Eph. 6, 14). o umgürtet die Lenden eures Gemütes Der Begriff Gemüt steht für Denkkraft, Gedankenwelt, Verstand, Wollen und Wünschen. Geistliches Leben widerfährt einem Christen nicht unbewusst und ungewollt. Es steht in Verbindung mit unserer Sammlung und bewussten Konzentration auf das Wesentliche. Die Israeliten, die in jener Passanacht ihre Lenden umgürteten, bekundeten ihre Aufbruchbereit schaft; sie waren wach und erwartungsvoll im Blick auf das Eingreifen Gottes (2. Mose 12, 11). Jesus sagt: "Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen und seid gleich den Menschen, die auf ihren Herrn warten" (Luk. 12, 35. 36b). o seid nüchtern Damit unterstreicht Petrus die Notwendigkeit, zielorientiert zu leben. Gefühle und religiöse Schwärmerei können den Blick trüben. Nüchterner Glaube bleibt wach für das Wort Gottes und die Zeichen der Zeit. Wir erwarten das Eingreifen und Kommen unseres Herrn Jesus Christus (1.Thess. 5, 2. 8). Gegürtet und nüchtern sein ist im biblischen Zusammenhang ein Bild für die geistliche Bereitschaft eines Christen, sowohl in schwierigen als auch in guten Zeiten.

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Donnerstag, 14. Februar

1.Petrus 1, 13; Psalm 100, 5

Nüchternheit und Bereitschaft fordert Petrus nicht etwa ein als etwas, das uns unter geistlichen Leistungsdruck setzen soll. Vielmehr bringt er beides mit einer Haltung in Verbindung, die völlig auf die Gnade Gottes baut. George Verwer schreibt: "Ich finde, dass folgende Definition für Gnade sehr treffend ist: Gnade ist Gottes Überfluss, für den sein Sohn aufkommt. Wir, die wir nicht nur eine Null, eine Niete sind, sondern Sünder gegen Gott, können aufgrund des von Jesus gezahlten Preises für Gott ein brauchbares Werkzeug sein." Wenn Petrus davon spricht, dass diese Gnade "in der Offenbarung Jesu Christi angeboten wird", dann gilt die doppelte Bedeutung. o Gottes Gnade ist für uns da, seitdem Jesus sich als Gottes Sohn und Heiland der Welt zu erkennen gab. "Es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen" (Tit. 2, 11; lies Joh. 1, 17; Röm. 3, 2224; Eph. 2, 8-10). Wer in die Nachfolge dieses Herrn tritt, wird immer wieder auf seine eigenen Grenzen und Unzulänglichkeiten stoßen. Doch durch Paulus wissen wir: Je schwächer wir sind, desto stärker erweist sich seine Macht an uns. Seine Gnade reicht aus. (Lies 2. Kor. 12, 9; vgl. 2. Tim. 2, 1.) o Gottes Gnade wird unser Leben vollenden, wenn Jesus wiederkommt und am Ende der Zeit sich der ganzen Welt offenbaren wird. "Gott hat uns mit auferweckt und mit eingesetzt im Himmel in Christus Jesus, damit er in den kommenden Zeiten erzeige den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade" (Eph. 2, 6. 7; vgl. Röm. 5, 20. 21; 1. Petr. 5, 10; 2. Thess. 2, 16). Diese umfassende Gnade ist täglich für uns da und will unser Vertrauen in Gott festigen. (Lies Hebr. 13, 9.) So stehen wir in einer gesegneten Wechselwirkung. Während wir unsere Hoffnung ganz auf seine Gnade setzen, verspricht er uns: "Meine Gnade soll nicht von dir weichen" (Jes. 55, 3).

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Freitag, 15. Februar

1.Petrus 1, 14

Ist es nicht übertrieben zu behaupten, dass wir alle vor unserer Hinwendung zu Christus unseren Begierden ausgeliefert waren und ihnen dienten? Das klingt für unsere Ohren doch sehr extrem. Oder denkt Petrus dabei vielleicht an verwerfliche heidnische Praktiken und grenzt damit den angesprochenen Personenkreis ein? Schauen wir genauer hin! Wenn in den neutestamentlichen Briefen von Begierde die Rede ist, so ist keinesfalls nur eine bestimmte Menschengruppe angesprochen. Paulus schließt sich sogar selbst mit ein, wenn er schreibt: "Gott nimmt uns in Zucht, dass wir absagen . . . den weltlichen Begierden und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt leben" (Tit. 2, 12). Dabei führte der Pharisäer Paulus ein vorbildliches Leben in der Ausrichtung auf Gottes Gebote. Es geht bei diesem Begriff also gar nicht in erster Linie um anstößige Ausschreitungen oder Abhängigkeiten, obgleich konkrete Sünden wie die Gier nach Alkohol, Sex, Geld und Macht angesprochen sein können. (Lies Röm. 13, 13. 14; 1. Tim. 6, 9.) Begierde meint letztlich jenes Verlangen, das nach Selbstverwirklichung strebt und das eigene Leben zum Mittelpunkt macht. (Vgl. Eph. 4, 22-24.) Erst durch Gottes Geist kann diese "frühere Unwissenheit" und Blindheit für uns selbst in der Tiefe durchschaut werden (Tit. 3, 3-5). Zu einem Leben in Freiheit gehört für Petrus Gehorsam. "Kinder des Gehor- sams" sind Menschen, die an Jesus glauben und das ewige Leben erhalten. "Kinder des Ungehorsams" setzen ihr altes Leben fort und bleiben unter dem Zorn Gottes. (Lies Joh. 3, 36; Kol. 3, 6; Röm. 1, 5; Hebr. 5, 8. 9.) Glaube und Gehorsam sind deshalb in der Schrift nicht voneinander zu trennen. Glaube fragt nach Gottes Vorstellung für unser Leben. Wenn wir Gott nicht nur mit Worten, sondern mit unserem Tun Antwort geben, kann Veränderung geschehen. Das ist der Weg, auf dem Glaube zur Entfaltung kommt. (Vgl. Röm. 6, 17. 18; Kol. 3, 1217.)

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Samstag, 16. Februar

1.Petrus 1, 15. 16

"Ihr sollt heilig sein." Zweimal betont Petrus in diesem kurzen Abschnitt den hohen Anspruch und zweimal gibt er die gleiche Begründung! Im vorangegangenen Vers lag der Eindruck nahe, dass unser altes Leben in der Bewertung zu tief angesetzt wurde. Jetzt könnten wir denken, dass der Maßstab zu hoch angelegt wird. In der Tat verrücken Menschen immer wieder Gottes Maßstab, um einen Spielraum zu schaffen, der für sie lebbar erscheint. Wie könnte auch ein Mensch Gottes Heiligkeit entsprechen? Doch in der biblischen Aufforderung sind Ermutigung und Hilfe eingeschlossen. o Wir sind berufen von Gott, der heilig ist. Er ist der völlig Andere, Reine, Erhabene und Allmächtige. Sein Wesen sprengt alle Vorstellungen menschlicher Ideale (2. Mose 15, 11; Jes. 40, 25; Offb. 4, 8). Gerne gibt er jedoch an seiner Heiligkeit Anteil. Wenn er Menschen für sich und seinen Dienst beschlagnahmt, sind sie heilig (5.Mose 7, 6; Röm. 1, 7). o Wir sollen heilig sein. Damit ist die "Heiligung der Heiligen" angesprochen. Das von Gott geheiligte neue Leben soll im Alltag eingeübt werden. (Lies Kol. 3, 12.) Zu jedem Training gehören Rückschläge. Doch unser außergewöhnlicher "Trainer" sorgt nicht allein für notwendige Korrekturen. Er wohnt selbst in uns als die entscheidende Kraftquelle. (Vgl. 1. Kor. 3, 16; 2. Tim. 1, 14.) H. P. Royer gibt seine persönliche Erfahrung als Hilfe weiter: "Meistens, noch bevor ich aus dem Bett steige, spreche ich diesen Satz: ›Vater, ich gehöre nur dir, ich bin dein Kind.‹ Und dann sage ich: ›Hans Peter, das Geheimnis deines Lebens und dieses Tages ist ganz einfach die Tatsache, dass Christus in dir lebt! Er ist der geheime Motor deines Lebens. Vergiss das nicht!‹ Damit lenke ich meinen Blick weg von mir selbst und hin auf Christus, den Anfänger und Vollender meines Glaubens (Hebr. 12, 2)."

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Sonntag, 17. Februar

1.Petrus 1, 17

Mit dem Hinweis auf Gericht und Gottesfurcht gibt Petrus seinen bisherigen Ausführungen eine neue Gewichtung. Er will jedoch weder ängstigen noch drohen. Petrus sieht sich vielmehr in die Pflicht genommen, auch den gebotenen Ernst vor Augen zu stellen. o Gott bleibt als unser Vater der Richter der Welt. Durch Jesus können wir zu Gott Vater sagen (Joh. 20, 17). Das schafft Nähe und Geborgenheit. Dadurch wird Gottes Autorität als Richter über Lebende und Tote in keiner Weise abgeschwächt. (Lies 1. Chron. 16, 14; 2. Tim. 4, 1; Offb. 20, 12.) "Gott hat wohl Kinder, aber keine Günstlinge. Und er kann die Sünde auch bei seinen Kindern nicht leichtnehmen, sondern er richtet sie. . . . Der Gläubige kommt zwar nicht in das Gericht (Joh. 5, 24) - er ist ja gerettet durch den Glauben an Jesus (1. Kor. 3, 15; Joh. 3, 18) - aber seine Arbeit muss doch noch durch das erprobende Feuer hindurch (1. Kor. 3, 1215) " (U. Holmer). Dieses Wissen bewahrt, selbstsicher und leichtfertig zu leben. o Gottesfurcht ist Kennzeichen echten Glaubens. Schon in den Sprüchen heißt es: "Wer den Herrn fürchtet, hat eine sichere Festung, und auch seine Kinder werden beschirmt" (Spr. 14, 26). Wer den Herrn fürchtet, findet das Leben (Spr. 8, 35; 14, 27), geht auf dem richtigen Weg (Spr. 14, 2) und meidet das Böse (Spr. 16, 6b). Es ist ein Leben, das von der Realität und Gegenwart eines lebendigen Gottes Zeugnis gibt (Apg. 9, 31). Gottesfurcht beschreibt damit eine Haltung, die aus Liebe zu Gott davor zurückschreckt, ihn zu kränken oder zu erzürnen. Da Petrus um die Gefährdung der Gläubigen in einer gottfeindlichen Umgebung weiß, ruft er zu einem verbindlichen Leben auf. "Etwa dreihundert Mal steht in der Bibel das Wort: ›Fürchte dich nicht!‹ Aber der Herr sagt es nur zu denen, die ihn fürchten" (E. Frommel).

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Montag, 18. Februar

1.Petrus 1, 18. 19

Aus dem Fußballalltag kennen wir sogenannte Ablösesummen, mit denen ein vertraglich gebundener Spieler freigekauft und von einem neuen Verein verpflichtet werden kann. Dabei geht es unter Umständen um riesige Geldbeträge, je nachdem, wie leistungsstark und erfolgreich der betreffende Spieler eingeschätzt wird. Auch in Entführungsfällen handelt es sich um Millionenbeträge, die Menschenleben einlösen und damit retten sollen. Aber der höchste Wert, der jemals als Lösegeld investiert wurde, bleibt in der Menschheitsgeschichte einmalig und gilt jedem von uns ganz persönlich. In Gottes Augen ist unser Leben nicht mit Gold und Silber aufzuwiegen. Wir sind ihm seinen Sohn wert, der bereit ist, mit seinem Leben zu bezahlen (Joh. 3, 16; 10, 17. 18). Das Bild vom Freikauf entnimmt Petrus der Praxis des Sklavenhandels. Ein Sklave gehörte zur beweglichen Habe seines Besitzers und war ihm zu Diens ten verpflichtet. Ein Leben ohne Bindung an den lebendigen Gott ist der alten, sündigen Linie von Adam herkommend dienstverpflichtet. (Lies Matth. 24, 38. 39; Röm. 5, 12.) Es ist nichtig im Sinne von vergeblich, ohne Ewigkeitswert. Diese Linie wird durchbrochen durch das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt trägt. (Vgl. Joh. 1, 29.) Dein Kampf ist unser Sieg, dein Tod ist unser Leben; in deinen Banden ist die Freiheit uns gegeben. Dein Kreuz ist unser Trost, die Wunden unser Heil, dein Blut das Lösegeld, der armen Sünder Teil. Adam Thebesius Jesus als der reine Gottessohn ist das allein gültige Opferlamm, das uns vom alten Erbe löst und für Gott befreit (Tit. 2, 14; Hebr. 2, 14. 15; 9, 14). "Das führt uns zum Dank und zur Liebe gegen unseren Herrn. Deshalb ist die Gottesfurcht, zu der Petrus die Gemeinden ruft, die Haltung der kindlichen, bangen Liebe, die in allem danach trachtet, dem Christus zuliebe, zu Gefal len zu leben" (H. Krimmer; vgl. Kol. 1, 10).

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Dienstag, 19. Februar

1.Petrus 1, 19. 20

Bereits in vorhergehenden Versen unseres Kapitels beschäftigte uns die Verbindung zwischen der Guten Nachricht von Jesus Christus und den Prophetenworten des Alten Testamentes (Verse 10-12). Noch einmal kommt Petrus auf den langfristig angelegten Rettungsplan zu sprechen. Dieser Blick hinter die Kulissen des Weltgeschehens ist für unser Glaubensleben von Bedeutung. Wir bleiben sonst bei den vordergründigen Ereignissen stehen, die Gottes Wort mitunter fragwürdig erscheinen lassen. Als Jesus starb, brach für Petrus zunächst eine Welt zusammen. Alles schien entsetzlich falsch gelaufen zu sein. Aber Golgatha ist nicht die schlimme Katastro phe einer vergeblichen Rettungsaktion. Ebenso wenig ist Jesus als das Opferlamm eine letzte Notlösung angesichts des Dilemmas menschlicher Unverbesserlichkeit. "Jesus weiß, wer wir sind, und er hat beschlossen, uns zum Vater zurückzubringen und so uns zu dienen und uns reinzuwaschen von aller Sünde. Hier liegt das Geheimnis seines Knechtseins: Er dient uns Menschen nicht, weil wir ihn bitten, sondern weil der Vater, der Gott der ewigen Welt, ihn selbst darum gebeten hat. Er ist nicht ›mein‹ oder ›dein‹ Heiland, weil wir ihn dazu gewählt hätten, sondern er ist ›mein‹ und ›dein‹ Heiland, weil Gott ihn dazu gemacht hat" (K. Vollmer). Petrus unterstreicht: Diese Entscheidung, die für uns Leben und Hoffnung bedeutet, fiel bereits vor Erschaffung der Welt! Paulus nennt dies ein Geheimnis, das seit ewigen Zeiten verschwiegen wurde, nun aber durch die Predigt von Jesus Christus enthüllt worden ist (Röm. 16, 25. 26; vgl. Eph. 3, 911; 2. Tim. 1, 9. 10). Warum ließ Gott sich so viel Zeit? Auf keinen Fall handelt es sich um eine Verspätung Gottes. Jetzt, am "Ende der Zeiten", erkennen wir rückblickend, mit wie viel Geduld Gott alles vorbereitet hat, damit wir seine Heiligkeit erfassen, den Schaden der Sünde begreifen und die Notwendigkeit eines stellvertretenden Opfers verstehen. (Lies 2. Mose 12, 1-13; 1. Kor. 5, 7; 6, 20.)

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Mittwoch, 20. Februar

1.Petrus 1, 21

Auf kleinstem Raum vermittelt uns Petrus wesentliche Inhalte: o Durch Jesus glauben wir an Gott. Petrus war Augen- und Ohrenzeuge, als Jesus sagte: "Wer an mich glaubt, der glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat" (Joh. 12, 44). Der Sohn ist ohne den Vater nicht denkbar, weil Jesus und der Vater völlig eins sind (Joh. 10, 30). Wer sich an Jesus hält, zu dem stellt sich wiederum der Vater (Joh. 6, 40; 10, 27-29; 12, 26). Andererseits gilt auch der Umkehrfall: Die Gemeinschaft mit dem Vater gewinnen wir nur durch den Sohn (Joh. 14, 6. 23; 5, 23; 15, 23). Alle anderen Wege, mit Gott Kontakt aufzunehmen, sind deshalb Irrwege. o Gott hat Jesus als Schlüsselperson beglaubigt. Durch die Auferweckung seines Sohnes bestätigt der Vater das Geschehen am Kreuz (1. Kor. 15, 35). Der stellvertretende Tod erfüllt alle Anforderungen der göttlichen Gerechtigkeit (Röm. 3, 25. 26; 1. Kor. 1, 30; 2. Kor. 5, 21). Die Sünde ist weggetan. Der gerechte Gottessohn aber erhält seinen rechtmäßigen Platz in der Herrlichkeit (Apg. 1, 811; 1. Tim. 3, 16). Das ist die gute Nachricht des Evangeliums, das Gott "zuvor verheißen hat durch seine Propheten in der Heiligen Schrift, von seinem Sohn Jesus Christus, unserm Herrn, der geboren ist aus dem Geschlecht Davids nach dem Fleisch, und nach dem Geist, der heiligt, eingesetzt ist als Sohn Gottes in Kraft durch die Auferstehung von den Toten" (Röm. 1, 24). o Unser Glaube hat in Jesus sicheren Grund. Seine Auferstehung ist das Garantiezeichen für alle seine Worte und Versprechen. Was Gott an Jesus tat, ist zugleich ein Vorbild für uns im Blick darauf, was er auch an uns wirken will. Auch wir werden teilhaben an seiner Auferstehung. Wir sind ja durch Jesus ebenso "berufen zu seinem Reich und seiner Herrlichkeit" (1. Thess. 2, 12; Röm. 8, 17; Phil. 3, 21).

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Donnerstag, 21. Februar

1.Petrus 1, 22. 23

Aus der Zeit der Sklavenarbeit in Amerika wird folgende Begebenheit berichtet. Jeden Abend besuchte eine Farbige nach schwerster Tagesarbeit eine Gemeindeversammlung. Ihre Familienangehörigen zeigten dafür wenig Verständnis. "Warum gehst du immer dorthin, obwohl du ganz erschöpft bist?" Wortlos ergriff die Frau eine Kohlenzange und nahm eine glühende Kohle aus dem Ofen. Es dauerte nur wenige Minuten, bis diese erkaltete. Die eng aneinanderliegenden Kohlen im Ofen dagegen brannten weiter. So veranschaulichte sie: "Gläubige gehören zusammen. Solo-Christen erkalten im Glauben." Petrus hebt in diesem Zusammenhang besonders die Liebe zum Bruder hervor. Waren manche Christen in Gefahr, ihre verstreut wohnenden Glaubensgeschwister zu vergessen? Gab es Gläubige, bei denen sich das Mit einander zu einem Gegeneinander entwickelt hatte? Wir kennen keinen konkreten Hintergrund, wissen aber aus eigenem Erleben um die immer aktuelle Problematik. Noch heimtückischer als das Gegeneinander kann sogar in einer Gemeinschaft ein Nebeneinander sein. Nach außen scheint alles in Ordnung, aber in Wirklichkeit ist die Liebe gestorben. Gerade weil es zwischen uns so viel Unterschiede und damit Störpotential gibt, fordert das Neue Testament auf, den anderen ganz praktisch mit hilfreichen Taten zu lieben, weil Christus uns liebt (1. Joh. 3, 17. 18; 4, 11; Röm. 12, 10. 13). "Die Menschen sind wenig liebenswürdig und wir selbst zur Liebe wenig fähig. Aber wir sind ja nicht nur auf unser natürliches Vermögen angewiesen. . . . Wir sind wiedergeboren. . . . Damit die Liebe stark werde, haben wir zu erwägen, woher wir unser Leben haben" (A. Schlatter). Wer "ungefärbt", also ohne Schauspielerei, Bruderliebe leben will, dem empfiehlt Petrus Offenheit vor Gott. Wir haben es nötig, zuerst uns selbst der Wahrheit auszusetzen und uns von Eigenliebe, Überheblichkeit und Ungeduld reinigen zu lassen. Wir haben es nötig, einander zu vergeben. (Lies Eph. 4, 2.) So wächst Gemeinschaft, die Christus ehrt.

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Freitag, 22. Februar

1.Petrus 1, 23

Bereits in Vers drei beschäftigten wir uns mit dem Geschenk der Wiedergeburt. Im Johannesevangelium wird dieses für den Glauben unverzichtbare Ereignis auch so beschrieben: "Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben" (Joh. 1, 12). "Aufnehmen" beschreibt zunächst den freien Entschluss des Menschen, von seinen alten Wegen umzukehren und sein Leben an Christus zu binden. Aber keiner kann sich aus eigener Autorität ein Kind Gottes nennen. Dazu ermäch tigt allein Gott. Der Mensch empfängt durch ihn Leben in einer völlig neuen Qualität. Diese Wiedergeburt ist Gottes Antwort auf unseren Glauben durch die Kraft des Heiligen Geistes. (Lies Apg. 2, 38; Eph. 1, 13.) Petrus vertieft diese Zusammenhänge und zeigt auf, dass neues Leben grundlegend auf die Wirkung des Wortes Gottes zurückgeht. Gottes Wort muss gehört werden, damit Menschen glauben können (Jak. 1, 18; Röm. 10, 17; Apg. 2, 41). Gottes Wort ist notwendig, damit Veränderung wachstümlich geschehen kann. Auch Bruderliebe und Gemeinschaft entfalten sich unter diesem Einfluss (Kol. 3, 16; Apg. 2, 42). Erich Schnepel schreibt an den vertrauten Kreis seiner Mitarbeiter: "Das Letzte und Tiefste, aber auch das Schönste, ist doch das gemeinsame Studium der Schrift. Wo der Weg zur Bruderschaft nicht gefunden wird und dieses typische Stück des Lebens der JesusGemeinde sich nicht entfaltet, geht viel verloren. Während aber so in der Bruderschaft gemeinsam um letzte Klarheit in allen Fragen der Schrift und des Lebens mit Christus gerungen wird und das sachliche Urteilsvermögen wächst, wird voll Staunen wahrgenommen werden, wie das Ringen um rein sachliche Klarheit der biblischen Erkenntnis eine ungemein starke, nachhaltige Rückwirkung auf das persönlichste Leben mit dem Herrn hat. Wie sollte das auch anders sein können! Das Evangelium von Jesus ist immer Kraft und Leben."

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Samstag, 23. Februar

1.Petrus 1, 23-25

Mit dem Wort Gottes ist den Christen das wichtigste "Handwerkszeug" gegeben, im Glauben zu wachsen und gemeinsam Glauben zu leben. Gottes Wort ist: o lebendiger Same Samenkörner tragen erstaunliche Lebenskräfte in sich. Aus ihnen wächst neues Leben, das mit seinen jungen Trieben sogar Felsgestein sprengen kann. Aber noch eindrucksvoller ist die Wirkung des Wortes Gottes, wenn es Menschen aus dem geistlichen Tod ins Leben ruft. "Er hat uns geboren nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, damit wir Erstlinge seiner Geschöpfe seien" (Jak. 1, 18; vgl. Eph. 2, 5; Kol. 2, 13). Der Vergleich mit einem Samenkorn veranschaulicht einen weiteren hilfreichen Aspekt. Wer Samen sät, muss Geduld investieren, denn Wachstum braucht Zeit. Deshalb darf unser Umgang mit dem Wort von hoffnungsvoller Vorfreude geprägt sein. Es wird größere Wirkung zeigen als jetzt berechenbar ist. (Lies Jes. 55, 10. 11; Luk. 8, 15.) o unvergänglicher Same Gottes Wort trägt nicht wie jeder irdische Same einen Todeskeim in sich. Alle Pflanzen vergehen. Manche Arten sterben sogar aus. Das Wort Gottes überdauert die geschaffene Welt mit den ihr gesetzten Grenzen (Ps. 119, 89; Matth. 24, 35). Deshalb vergehen auch jene Menschen nicht, die durch dieses Wort neugeboren wurden (Joh. 6, 63. 68). Petrus unterstreicht seine Ausführungen mit einem Jesajazitat. Damit bekräftigt und bezeugt er die Glaubwürdigkeit des ewigen Wortes. Seine Leser kennen dieses Wort, weil es ihnen verkündigt wurde. Das verpflichtet. Zu allen Zeiten hat die ehrliche Beschäftigung mit dem Wort nie selbstgenügsam gemacht, sondern vielmehr in Bewegung gebracht. Der Evangelist Ernst Modersohn stellte sich beim Bibellesen regelmäßig drei Fragen: "Hab ich das? Bin ich das? Tu ich das?" So wird Leben aus dem Wort immer zur Nachfolge, zum Dienst und zum missionarischen Zeugnis bewegen. Die Hinwendung zum Bruder und die Wirksamkeit nach außen sind Kennzeichen eines neuen Lebens. spuren der liebe - entdeCkt iM phileMonbrief

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Sonntag, 24. Februar

Philemon 25; Apostelgeschichte 28, 16. 30. 31

Gefangen aus Liebe zum Herrn Am Anfang dieses persönlichen Briefes an seinen Freund Philemon stellt Paulus sich und seinen Mitarbeiter Timotheus als Gefangene des Herrn Jesus Christus vor. Sie waren das in einem doppelten Sinn. Grund ihrer Haft, vermutlich in Rom, war ihre JesusLiebe. Dass sowohl der Apostel als auch sein Mitarbeiter an der Liebe zu Jesus auch unter schwierigen Bedingungen festhielten, zeigt, dass ihr Herz davon in Beschlag genommen war. Liebe ist Herzenssache und lässt uns schwierige Situationen aus Gottes souveränem Rat akzeptieren. (Vgl. Eph. 3, 1; 4, 1; 6, 19. 20.) Wir dürfen annehmen, dass Paulus seinen Mitarbeiter Timotheus absichtlich erwähnte, um deutlich zu machen, dass Jesus viele Zeugen und Dienstleute hat, nicht nur ihn. Damit sollte ihm rechtzeitig die Achtung und das Vertrauen der Gläubigen zu gewandt werden. Wir spüren hier, dass der von vielen als "rein privat" bezeichnete Brief dies nicht im Vollsinn ist, weil er "Öffentlichkeits-Charak ter" hat (V. 2). "Paulus war überhaupt nie privat, sein Leben stand rund um die Uhr im Dienst des Herrn" (F. Grünzweig). Vielleicht wundern wir uns, dass Paulus sich hier nicht als "Apostel von Jesus Christus" vorstellte, wie er es in der Regel tat. Denn gerade durch die Betonung seiner persönlichen Notsituation als Gefangener, der auf Hilfe angewiesen ist, wagt er es, für sein "Kind" Onesimus zu bitten und für ihn einzutreten. Paulus lag viel daran, die Brüder und Schwestern für einen geistlichen Lebensstil durchs eigene Vorbild zu gewinnen. (Vgl. 1. Kor. 9, 12. 19. 22.) Wir erkennen darin eine Spur taktvoll gelebter Jesusliebe. Sicher, Paulus befand sich in einer schwierigen Situation, Onesimus aber auch. Philemon war die Schlüsselfigur, die mitwirken konnte an der Änderung dieser notvollen Lage. Wir wollen heute daran denken, dass Liebe mehr bewirkt als Druck. Dazu 1.Timotheus 4, 12.

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Montag, 25. Februar

Philemon 2. 3

Die Jesus-Liebe verbindet und gibt Frieden Paulus sichert Philemon schon im Eingangsgruß seine Liebe zu, die der Jesus-Liebe entspringt. (Vgl. Joh. 15, 9-17; 16, 27; Eph. 2, 4.) Die Echtheit der Liebe des Paulus zeigt sich darin, dass sie nicht nur auf Einzelne ausgerichtet ist, sondern allen in der Gemeinde gilt. Damit reicht der Brief weit über den privaten Bereich hinaus und wird zum Gemeindebrief. Können wir nicht nur den hervorragenden Mitarbeitern Zuwendung schenken, sondern auch den Schwierigen, die oft besonders viel Zeit und Kraft beanspruchen? Glaube ist kein Privatunternehmen, sondern Gemeinschaftsauftrag. Unter Christen besteht eine einzigartige Verbindung, die durch die göttliche Liebe gewirkt wird. Jesus selbst hat gesagt, dass sie das "Markenzeichen " seiner Nachfolger ist (Joh. 13, 35). Sie lässt sich nicht befehlen, aber sie ist eine Frucht des Heiligen Geistes, die in unserem Leben wachsen darf (Gal. 5, 22. 23). Mit seelsorgerlicher Einfühlsamkeit spricht Paulus dieses Thema an, denn das Konfliktfeld, das er in seinem Brief aufrollen wird, wird nur durch ein besonderes Maß an Liebe gelöst werden können. In Vers 3 finden wir nun einen ersten Gruß des Absenders an die Briefempfänger: "Gnade sei mit euch und Friede von Gott." Auch wenn dies eine typische Grußformel war, sind es keine leeren Worte. Paulus hat sie den Briefempfängern bewusst zugesprochen, und so "werden sie zur Segnung, zur göttlichen Zusage und damit zur gnädigen Tat Gottes" (F. Grünzweig). Beide Segenswünsche sind Gottesgeschenke, die auch uns heute für unseren Alltag zur Verfügung stehen. (Vgl. Kol. 3, 15; Röm. 8, 6b.) Seine Gnade bleibt uns immer zugewandt. Aus ihr leben wir, und wir werden in ihr wachsen. So legt es uns auch der Apostel Petrus ans Herz (2.Petr. 3, 18). Und wir werden erleben, dass unser wankelmütiges Herz durch sie fest wird (Hebr. 13, 9).

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Dienstag, 26. Februar

Philemon 4-6; Epheser 1, 15. 16

Glaube wirkt Liebe Paulus schickt seinen Brief an Philemon nicht einfach auf die Strecke ohne diese heikle Angelegenheit in seine Fürbitte einzuschließen. Er weiß, dass durchs Gebet selbst die schwierigsten Angelegenheiten einen positiven Ausgang nehmen können. In jedem Fall ist sie ein unmittelbares Resultat praktizierter Jesus-Liebe. (Dazu 1.Tim. 2, 1-4.) Ein Ausleger schreibt: "Kindlicher Glaube, der alle Anliegen - besonders die gläubigen und auch ungläubigen Menschen - mit intensivem Gebet und mit Danksagung vor den Gnadenthron Gottes bringt, macht herrliche Erfahrungen." Wir wollen uns heute der Frage stellen: Um wen oder was drehen sich unsere Gebete vorrangig? Wenn hier von Liebe die Rede ist, ist damit nicht ein romantisches Gefühl gemeint, sondern eine willentliche, demütige Herzenshaltung allen Menschen gegenüber. (Vgl. Zef. 2, 3; 1.Petr. 5, 5.) Sie kann nur in echtem Glau ben an den Herrn ihren Ursprung haben. Wir sehen, dass Paulus auch hier wieder die Spur der Liebe aufzeichnet. Er will Philemon und die, die zu ihm gehören, auf eine neue Möglichkeit vorbereiten, uneingeschränkte Liebe gegenüber dem geflohenen Sklaven walten zu lassen. An der Stellung zu Onesimus wird das alles konkrete Bedeutung gewinnen. In Vers 7 bezeugt der Apostel seinem Freund zwar diese Liebe, ermutigt ihn aber gleichzeitig, sie zur vollen Auswirkung kommen zu lassen. Auch wir haben das Gute (Gottes ewige Liebe) vom Herrn empfangen. Nun soll dieser Segen zur Ehre des Herrn wirksam werden, indem wir ihm von Herzen danken. (Vgl. Phil. 4, 8; Ps. 103, 1ff.) Die Echtheit des Glaubens und der Liebe zeigt sich auch bei uns an unsrer Stellung zu unseren Mitmenschen. (Dazu Ps. 84, 12; Jer. 32, 41; Hes. 36, 11.) - Für wen will ich heute besonders Fürbitte üben? - Für wen sollte ich aus ganzem Herzen Dank sagen? Zur Anregung: Manche Christen führen ein persönliches Gebetstagebuch!

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Mittwoch, 27. Februar

Philemon 7; Hebräer 13, 1. 2

Liebe hat Auswirkungen Vers 7 gibt uns Einblick in Philemons persönliches Glaubensleben. Sein Glaube hatte einen weiten Radius und war wirksam durch viele Liebestaten, die den Gläubigen wohltaten, ihnen Freude und Trost schenkten. Der Glaube findet einen Weg tätiger Liebe und kann so für viele Menschen spürbar werden. (Vgl. Gal. 5, 6.) Philemon machte nicht nur Worte, sondern lebte seinen Glauben. Er war ein Segen für viele Menschen. Diese Art von Liebe vermittelt unserem Nächsten Wertschätzung und Stärkung im Glauben. So lassen sich auch Konflikte besser lösen - und wir kommen innerlich zur Ruhe (Hebr. 12, 12). Dazu bedarf es aber eines offenen Herzens für die Schmerzen, Nöte und Bedrängnisse der Kinder Gottes. Darauf kam es auch in der Gemeinde des Philemon an. Die baldige Rückkehr des entlaufenen "unnützen" Sklaven wird sie vor große Herausforderungen stellen. Werden Philemon und die Gemeinde ein offenes Herz für ihn haben? Werden sie die Kraft haben, gemäß 1. Petrus 4, 8 zu handeln? Haben wir die Kraft? Wenn Paulus hier die bereits geschehenen Wohltaten des Philemon hervorhebt, tut er es in der Hoffnung, dass es im "Fall Onesimus" auch so sein wird. Wer sich in der Liebe "übt", dem wird es auch in schwierigen Situationen leichter fallen, ihr den Vorrang zu geben. "Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott" (Micha 6, 8). Es wird immer wieder Situationen geben, in denen es uns nicht leicht fällt zu lieben und wir uns überfordert fühlen. Dann dürfen wir uns an Jesus erinnern. (Vgl. Matth. 11, 28. 29; Joh. 15, 9.)

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Donnerstag, 28. Februar

Philemon 8. 9; 1. Korinther 13, 1-13

Um der Liebe willen: Bitte statt Befehl Wie Liebe aussehen kann, erkennen wir an dem kleinen Wort "darum (deshalb) ", das Paulus in seine Argumentation einfügt. Wer liebt, kann auf Machtgehabe verzichten und um der Liebe willen ungewöhnliche Wege in der Bewältigung von Konflikten gehen. Der Apostel erwartet einfach von dem Gemeindeleiter Philemon, dass er die bevorstehende Begegnung mit seinem entlaufenen Sklaven im Geist der Liebe bewältigen wird. Dabei geht der betagte Apostel mit gutem Beispiel voran. Eigentlich hätte er hier in seiner apostolischen Amts-Autorität auftreten können und Philemon Order erteilen, wie er sich zu verhalten habe. Stattdessen spricht Paulus eine Bitte aus. (Vgl. Matth. 5, 42.) Mit dieser feinfühligen Bitte "um der Liebe willen" handelt Paulus Jesus gemäß. Meistens sind es gerade die Bitten, weniger die Befehle, die uns motivieren, mit angemessenem geistlichen Verhalten auf die Erwartungen unserer geistlichen Begleiter einzugehen. So wird auch die Bitte, nicht ein Befehl des Apostels, eine starke Motivation für Philemon gewesen sein. Paulus setzt auf die Liebe, die ihn durch Jesus mit Philemon verbindet. Er wollte auf keinen Fall über ihn herrschen, sondern ihm die nen! "Bei euch aber soll der Größte euer Diener sein" (Matth. 23, 11). "Die Gefahr des Herrschen-zu-Wollen liegt ja gerade im geistlichen Dienst so nahe" (F. Grünzweig). Herrschen statt zu lieben und zu dienen ist wie Autofahren mit leerem Tank. Ein Ausleger schreibt: "Paulus wusste, dass eine Bitte völlig genügte, um bei Philemon das zu erreichen, was in dieser Sache einzig und allein richtig war. Es war ja viel schöner für alle Beteiligten - viel mehr zur Ehre des Herrn - wenn alles aus freiwilliger Liebe heraus geordnet wurde." "Um der Liebe willen" heißt dann: "Um des Herrn Jesus Christus willen." (Vgl. Gal. 5, 13; Eph. 4, 2; 1. Petr. 4, 8; Röm. 13, 10.)

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Freitag, 29. Februar

Philemon 10-12; 2. Korinther 5, 17

Liebe sieht weiter Nun endlich bringt Paulus sein konkretes Anliegen im Blick auf den entlau fenen Sklaven, der durch Paulus zu Jesus gefunden hatte, vor. Von Rechts wegen war Onesimus des Todes schuldig. Philemon aber soll ihn wieder aufnehmen und Onesimus zu seiner Schuld stehen. Unmöglich, was Paulus hier forderte! Doch jetzt galten andere Voraussetzungen als früher. Es geht nicht vorrangig um die soziale Stellung in ihrer Beziehung, um "Apostel", "Herr" oder "Sklave", sondern um "Kindschaft". Alle drei sind Kinder Gottes und begegnen sich darum auf einer geistlichen Ebene. Von hier aus werden dann Beziehungen neu geordnet und neu gestaltet. StandesUnterschiede haben ihren Sinn. Unter Christen aber sind alle "eins in Christus". (Vgl. 1. Kor. 12, 13; Gal. 3, 28; Kol. 3, 11.) Eine praktische Hilfe bietet uns Hebräer 12, 2 an, als Kinder Gottes nicht auf Ehre und Stellung zu pochen, sondern im gemeinsamen Aufschauen zu Jesus zu leben. Es mag Onesimus schwer angekommen sein, dass der Apostel ihn in die alte Umgebung zurückschickte. Auch Philemon könnte sich schwergetan haben, seinen untreuen, "unnützen" Sklaven wieder aufzunehmen - zuvorkommend, wertschätzend, so, als ob es Paulus selbst wäre. Bemerkenswert ist, dass der Apostel in diesem Brief "nichts für sich oder seinen Vorteil bittet. Er bittet für einen anderen, der hilflos und wehrlos ist, aber jetzt zum Bruder geworden ist" (H. Bürki). (Vgl. 1. Petr. 2, 17; Röm. 12, 9. 10; 1. Thess. 4, 9; Hebr. 13, 1.) Was zählt, ist nicht, ob einer "unnütz" war, sondern, was Jesus an Veränderung in einem Menschenleben bewirkt. Liebe macht sich nicht an der Vergangenheit fest, sondern glaubt daran: Wer "in Christus" ist, ist eine neue Kreatur. Deshalb rechnet Paulus damit, dass "Philemon den Skla ven als Bruder in Liebe empfangen und ihm die Freiheit schenken wird" (H. Bürki).

zur Verfügung gestellt von: bibel.com der Homepage von Christen für Christen.

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