DIENSTAG, 1. FEBRUAR

PSALM 85, 10-14; PHILIPPER 4, 7

Gott will, dass wir Frieden haben, vor allem in unserem Herzen. Wenn sein Friede uns regiert, ist für Aufruhr, Streit und Chaos kein Raum. Welch ein Zeugnis könnten wir sein für die, die friedlos und ungeborgen im eiskalten Klima unserer Zeit Orientierung suchen. Der Psalm spricht von Heil, Frieden, Gnade, Wahrheit und Gerechtigkeit. Das sind herrliche Zustände, die man in unserer Welt vergeblich sucht, auch wenn kluge Leute sich sehr um ihre Verwirklichung mühen. Es wird nicht gelingen, diese Zustände zu schaffen. Sie können nur geschenkt werden. Gott ist der Geber und die, die ihn lieben, die Empfänger. »Gnade und Wahrheit sind sich begegnet, Gerechtigkeit und Frieden haben sich geküsst. Wahrheit wird sprossen aus der Erde, Gerechtigkeit hernieder- schauen vom Himmel« (V. 11. 12). Es fällt auf, dass von den Begriffen »Gnade, Wahrheit, Gerechtigkeit und Frieden« in einer Art gesprochen wird, als seien sie Personen. Tatsächlich werden sie alle voneiner Person repräsentiert. Jesus Christus ist die Wahrheit, ist unsere Gerechtigkeit und unser Friede. Von ihm geht Gnade um Gnade aus. In ihm ist alles da, wonach Menschen sich sehnen. »Auch wird der Herr das Gute geben« (V. 13; vgl. Jes. 45, 8). Unter seiner Friedensherrschaft wird die Frucht nicht auf sich warten lassen. Um Frucht geht es aber nicht nur in der Landwirtschaft. In unserem geistlichen Leben soll sie zu sehen sein. In der Lebensgemeinschaft mit Jesus Christus sind alle Voraussetzungen dafür gegeben. (Lies Joh. 15, 5. 8; Jak. 3, 13; Matth. 5, 16.) - Der Psalmbeter ging davon aus, dass Gott sein Flehen um Neubelebung erhört hat (V. 7). Er erkannte, dass Gott mit seinem Heil denen nahe ist, die ihn ehren und lieben (V. 10), »damit Herrlichkeit wohne in unserem Land«. »Ich, der Herr, bin es, der das alles wirkt« (Jes. 45, 7b; lies Jes. 56, 1; Röm. 1, 17).

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VOM WARTEN UND HOFFEN - SIMEON

MITTWOCH, 2. FEBRUAR

LUKAS 2, 22-25; JESAJA 49, 13

Im alten Ägypten versammelte einst der sterbende Jakob seine zwölf Söhne um sich, um jedem Einzelnen ein letztes Wort mit auf den Weg zu geben. Über Ruben, den Erstgeborenen, hatte er nichts Gutes zu sagen, auch nicht über Simeon und Levi. Bei Juda wurde ihm offenbar, dass aus dessen Nachkommen ein Retter aufstehen würde. Nach Sebulon und Issaschar kam Dan an die Reihe. Jakob verglich ihn mit einer hinterlistigen Giftschlange. Genau an dieser Stelle unterbrach Jakob seine Worte mit einem aus tiefster Seele kommenden Stoßgebet: »Auf deine Rettung - auf dein Heil - Herr, harre ich« (1. Mose 49, 18). Ob Jakob deshalb innehielt, weil er sich mit einem Mal darüber klar wurde, wie sehr seine Söhne auf Heil und Rettung durch Gott angewiesen waren? Ohne es zu wissen, hat er mit diesem Gebet auf den Namen des Retters hingewiesen. Das hebräische Wort für »Rettung« oder »Heil« hat die gleiche Wortwurzel wie der Name »Jeschua« (Jesus). Er ist die Rettung Gottes für die Menschen. Das »Heil« und die »Rettung« sind untrennbar mit dem Namen »Jesus« verbunden. Es ist vom Harren auf diese Rettung die Rede, vom intensiven, gespannten Warten und vom standhaften Hoffen. (Lies Jes. 25, 9; Ps. 130, 5-7.) - Der Evangelist Lukas berichtet uns von einem Mann, der ebenfalls intensiv hoffte und wartete: Simeon von Jerusalem. Er wartete auf den Trost Israels, auf den Retter, den Gott schicken wollte. Simeon wurde nicht enttäuscht. - Wir wissen von dem Weihnachtsereignis und seiner Bedeutung für uns. Wir wissen auch, dass Jesus wieder in die Herrlichkeit des Himmels zurückgekehrt ist. Heißt das nun, dass wir nicht mehr im Wartestand sind? Natürlich nicht. Auch wir sind Wartende: »Dieser Jesus . . . wird so kommen, wie ihr in habt hingehen sehen in den Himmel« (Apg. 1, 11).

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DONNERSTAG, 3. FEBRUAR

LUKAS 2, 25. 36-38

»Und siehe, es war in Jerusalem ein Mensch mit Namen Simeon.« - »Und siehe . . . «, das heißt, jetzt kommt etwas sehr Wichtiges, worauf Lukas aufmerksam machen möchte. Die Bibel sagt uns, dass die übereinstimmende Aussage zweier Zeugen die Wahrheit einer Sache bestätigen (5.Mose 19, 15). Zusammen mit der Prophetin Hanna ist Simeon Zeuge, dass der verheißene Messias wirklich angekommen ist. Sie haben ihn gesehen, als Maria und Josef das Kind in den Tempel brachten. Durch den Geist Gottes wussten sie es: Dieses kleine Kind ist der Trost Israels. Wer war nun dieser Simeon? Über Hanna haben wir etliche Angaben zu ihrer Person. Von der Herkunft Simeons dagegen erfahren wir nichts. Aber sein Leben strahlte etwas aus: Gerecht und gottesfürchtig war er, und über ihm der Heilige Geist, der ihm die Gewissheit gab, dass sein Warten sich lohnte. Er war einer der Stillen und Treuen im Lande, der seinen Blick fest auf Gott gerichtet hielt, in der gewissen Erwartung, dass sich erfüllen würde, was Gott versprochen hatte. Können wir uns hier wiederfinden mit unserer Haltung im Warten auf Jesus? Wird unser Glaube dadurch in Schwung gebracht? Freuen wir uns über die Aussicht, plötzlich vor ihm zu stehen? Das würde ja das Ende all unserer irdischen Wege bedeuten. Es wäre aber auch der Anfang eines ungetrübten Lebens und Lobens in der himmlischen Herrlichkeit. (Lies 1.Thess. 4, 15-18.) - Nicht alle warten in Geduld und vertrauen auf Gott, dass er sein Wort hält und seinen Sohn als Richter und Vollender wiederkommen lässt. Nicht wenige ergreifen selbst die Initiative und wollen das »Messianische Reich« mit Gewalt herbeizwingen - damals wie heute. Nur der absolut Vollkommene aber kann etwas Vollkommenes schaffen: Jesus Christus, unser Herr und Gott. (Lies 2. Petr. 3, 13; Offb. 21, 1-7.)

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FREITAG, 4. FEBRUAR

LUKAS 2, 25; JESAJA 10, 20-22

Simeon gehörte zu dem »Überrest« Israels, der treu, beharrlich und im Glauben daran festhielt, dass Gott ein Gott der Rettungen ist. Er gehörte damit zu einer Minderheit im Land. Die Mehrheit nahm weder die Verheißungen noch die Gerichte Gottes wirklich so ernst, dass sie ihr Leben an seinem Willen ausgerichtet hätte. Dieses leichtsinnige Verhalten hatte Tradition, schon in den Zeiten Noahs. Die Menschen damals beobachteten ihn, wie er ein Schiff auf dem Trockenen baute - und lachten ihn aus, erkannten nicht den Ernst der Lage, lebten weiter wie bisher und verbannten die Möglichkeit eines Gerichts aus ihrem Bewusstsein. (Lies Matth. 24, 37-39.) Nur acht Personen überlebten die Flut. Der ProphetElia kämpfte im Nordreich Israel bis zur Erschöpfung für die Ehre Gottes und dachte sogar, er sei der Einzige, der an dem Bundesgott Israels festgehalten habe. Aber es waren siebentausend, die nicht vor den heidnischen Göttern ihre Knie gebeugt haben - siebentausend von einem ganzen Volk, ein Überrest. (Lies 1. Kön. 19, 10. 14. 18.) Der Prophet Jesaja musste einem seiner Söhne den seltsamen Namen geben »Ein-Rest-kehrt-um«, nämlich zu Gott (Jes. 7, 3). »Denn wenn auch dein Volk, Israel, wie der Sand des Meeres wäre: nur ein Überrest davon wird umkehren.« Dieser Überrest weist allerdings nicht nur auf das Ausmaß der Gerichte Gottes hin, sondern ist auch Zeichen der Hoffnung. Der himmlische Rettungsplan ist nicht aufgegeben. Er gilt weiterhin und wird bis zum Ende durchgezogen. Gott will immer noch, dass alle zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, auch wenn eben nicht alle, die er ruft, folgen werden (1. Tim. 2, 3. 4). - Wir können davon ausgehen, dass die Botschaft vom »Überrest« und das Vorbild vom vertrauensvoll wartenden Simeon heute so wenig ernst genommen wird wie in alten Zeiten. Dennoch haben wir einen Auftrag. Dazu 2.Korinther 5, 14-21.

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SAMSTAG, 5. FEBRUAR

LUKAS 2, 25. 26; PSALM 25, 14; AMOS 3, 7

Simeon wartete auf den »Trost Israels«. »Und ihm war von dem Heiligen Geist eine göttliche Zusage zuteil geworden, dass er den Tod nicht sehen solle, ehe er den Christus des Herrn gesehen habe.« Wie sich Simeon dieses Kommen wohl vorstellte? Erwartete er wie viele andere einen König, mächtig und stark, sieghaft und prachtvoll, der die heidnischen Römer vertreiben würde, damit Israel als eigenständiges Volk in eigenen Grenzen unter »messianischen Verhältnissen« leben konnte? Eines ist sicher: Unsere Vorstellungskraft, wie Gott seinen Plan sichtbar werden lässt, ist so unscharf wie der Blick in einen »blinden« Spiegel. Simeon war sicher weise genug, sich nicht etwas Unwirkliches auszumalen. Er wird eher still und auf Gottes Stimme hörend wachsam gewesen sein, um den himmlischen Fingerzeig nicht zu verpassen. Und dann geschah es an irgendeinem Tag oder in irgendeiner Nacht: Gott weihte seinen Diener in das ein, was er in Kürze tun wollte. »Der Herr zieht ins Vertrauen, die ihn fürchten « (vgl. 1.Mose 18, 17-22; Hiob 29, 2-4; Spr. 3, 32; Dan. 2, 19-23). Gott gab Simeon das Geheimnis seines Willens zu erkennen (Eph. 1, 9). Der Heilige Geist motivierte Simeon eines bestimmten Tages, in den Tempel zu gehen (1.Kor. 2, 10). Er ging den für ihn vielleicht beschwerlichen Weg, ohne zu wissen, was ihn dort eigentlich erwartete. Es störte ihn offensichtlich nicht, dass Gott ihm nur einen Schritt nach dem andern zeigte. Nun stand oder saß er irgendwo im Tempel - und wartete. Darin hatte er sich ja all die Jahre geübt. Er kannte sicher das Schriftwort: »Das Warten der Gerechten führt zur Freude« (Spr. 10, 28). Damit wird Simeon gerechnet haben. Er war gewiss voller Spannung, was jetzt geschehen werde. Gleichzeitig freute er sich, den Gesalbten des Herrn zu sehen, ihm zu begegnen und das Ziel seiner Sehnsucht zu erreichen.

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SONNTAG, 6. FEBRUAR

LUKAS 2, 21-24. 27-32

Jesus war etwa sechs Wochen alt, als Maria und Josef ihn in den Tempel brachten. Er sollte »dem Herrn dargestellt werden«. Dabei ging es um die Auslösung der Erstgeburt. Nach dem Gesetz gehörte alle männliche Erstgeburt dem Herrn. Deshalb musste ein Lösegeld bezahlt werden - fünf Schekel, der Lohn eines Arbeiters für vierzig Tage (2.Mose 13, 12-15; 4.Mose 3, 47; 18, 16). »Und Simeon kam durch den Geist in den Tempel.« Er wusste: Jetzt muss ich gehen. Ganz schlicht heißt es dann in unserem Text: »Und als die Eltern das Kind Jesus hereinbrachten, . . . da nahm auch er es in seine Arme und lobte Gott.« Maria und Josef waren unscheinbare Leute. Sie fielen nicht besonders auf, auch das Kind nicht. Wie konnte Simeon so sicher wissen, dass er das richtige Kind in den Arm nahm? Durch denselben Geist, der ihn veranlasst hatte, gerade jetzt den Tempel aufzusuchen! Dieser Geist ließ Simeon nicht darüber im Unklaren, wer der »Gesalbte Gottes« war. Die »Entdeckung« Davids als von Gott erwähltem König Israels geschah auf ganz ähnliche Weise. Der alte Prophet Samuel sollte im Auftrag Gottes die Familie Isais in Bethlehem aufsuchen. Einen seiner Söhne sollte Samuel zum König salben (lies 1. Sam. 16, 1-13). Aber wen genau? Das hatte Gott dem Propheten nicht gesagt, noch nicht. Samuel musterte alle sieben Söhne Isais. Einer war imposanter als der andere. Jedesmal dachte er: »Gewiss, das ist er, den der Herr erwählt hat.« Aber die Antwort lautete »Nein«. So weit hatte Samuel Klarheit. Erst als man den achten Sohn, den Jüngsten, von den Herden holte, hörte Samuel die Stimme Gottes: »Auf, salbe ihn! Denn er ist es.« Unter der Leitung des Geistes Gottes haben sowohl Samuel als auch Simeon den Richtigen erkannt und das Richtige getan.

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MONTAG, 7. FEBRUAR

1.KORINTHER 2, 9-12; JOHANNES 16, 13

Samuel hätte ohne die Hilfe Gottes den Falschen zum König gesalbt, Simeon ohne den Geist Gottes das falsche Kind in die Arme genommen oder gar nicht erkannt, dass Gott, der Retter, in einem kleinen Kind zu den Menschen gekommen ist. Auch wir werden nichts von den Wegen Gottes oder von ihm selbst erkennen ohne seinen Heiligen Geist. Geistliches kann nur durch Geistliches gedeutet werden. Auf andere Weise ist all das, was uns die Bibel berichtet, nicht so zu verstehen, wie es verstanden sein will. Der Mensch kann über den Menschen Richtiges sagen. Doch das Wesen Gottes bleibt dem menschlichen Geist verschlossen. Wer aber Jesus als Herrn seines Lebens anerkennt, hat auch den Geist Gottes empfangen, der uns die Augen für das Geistliche öffnet. (Lies Eph. 1, 15-19.) Halten wir fest, dass wir als Nachfolger von Jesus »nicht den Geist der Welt empfangen haben, sondern den Geist, der aus Gott ist, damit wir die Dinge kennen, die uns von Gott geschenkt sind«. Es ist heute notwendiger denn je, das, was aus Gott ist, von dem, was aus anderen Quellen stammt, zu unterscheiden. Samuel konnte nur durch den Geist Gottes davor bewahrt werden, seinen eigenen Wunschkandidaten zu salben und nicht den Erwählten Gottes. Simeon wäre mit seinem menschlichen Verstand nicht darauf gekommen, dass der Gesalbte Gottes in einem Säugling auf unserer Welt erscheint. Da aber der Geist Gottes mit ihm war, konnte er »richtig«, d.h. geistlich sehen, verstehen und handeln. Und wir, die wir darauf zugehen, dass Jesus wiederkommt? Ohne seinen Geist werden wir die Zeichen der Zeit falsch deuten und zu Fehlschlüssen kommen. Wir wollen aber bei unserem Hoffen und Warten uns heute nicht täuschen lassen, sondern wach bleiben, damit wir bereit sind, wenn Jesus kommt. (Lies Matth. 24, 4-14; Luk. 12, 40; 1. Thess. 3, 13.)

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DIENSTAG, 8. FEBRUAR

LUKAS 2, 29-32; JESAJA 40, 1. 2. 5

»Nun, Herr, entlässt du deinen Knecht nach deinem Wort in Frieden, denn meine Augen haben dein Heil gesehen.« Dieser Ausruf Simeons erinnert uns an eine ähnliche Situation im Alten Testament: Als Jakob mit seiner ganzen Familie nach Ägypten zog und nach vielen Jahren der Trauer und des Schmerzes seinen geliebten Sohn Josef wiedersah, rief er aus: »Nun kann ich sterben, nachdem ich dein Gesicht gesehen habe, dass du noch lebst« (1.Mose 46, 30). Simeon allerdings sah mehr als nur seine eigene Lebenserfüllung. Er sah, dass dieses kleine Wesen in seinem Arm die Rettung für die Völker bedeutete. Und er sah, dass sein Volk in diesem Jesus - und nur in ihm - zur Erfüllung und Vollendung kommen würde. »Ich, der Herr, habe dich in Gerechtigkeit gerufen . . . und mache dich zum Bund des Volkes . . . « - »Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, um die Stämme Jakobs aufzurichten . . . So mache ich dich auch zum Licht der Nationen, dass mein Heil reiche bis an die Enden der Erde.« (Lies Jesaja 42, 6-9; 49, 6.) Wir können voraussetzen, dass Simeon seine Bibel gut kannte. Welch ein Erlebnis für ihn, als er die Erfüllung dieser Verheißungen in seinen Armen hielt! Das Lob Gottes kam aus tiefstem Herzen, wie er auch von der Erkenntnis der unendlichen Liebe Gottes bis in die Tiefen seiner selbst ergriffen war. »Es müssen, Herr, sich freuen von ganzer Seel und jauchzen hell, die unaufhörlich schreien: Gelobt sei der Gott Israelµ! Sein Name sei gepriesen, der große Wunder tut und der auch mir erwiesen das, was mir nütz und gut. Nun, dies ist meine Freude, zu hangen fest an dir, dass nichts von dir mich scheide, solang ich lebe hier.« J. Rist

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MITTWOCH, 9. FEBRUAR

LUKAS 2, 34. 35; PHILIPPER 2, 6-11

Als Simeon mit dem Jesuskind im Arm Gott für seine Gabe dankte, standen Maria und Josef daneben und wunderten sich. Als Wochen vorher die Hirten überall erzählten, was sie gesehen hatten, wunderten sich die Leute, die es hörten (Luk. 2, 18). Später haben sich die Menschen oft über Jesus gewundert. Manchmal waren sie sogar entsetzt und außer sich vor Furcht, wenn sie seine Wunder miterlebten. Wenn irgendein Vorgang anders abläuft als üblich, dann wundern wir uns. Wir haben uns noch nicht festgelegt, ob wir die Sache akzeptieren oder verwerfen sollen. Wir wissen einfach nicht, was wir davon halten sollen. So mag es Maria und Josef ergangen sein, als sie die Worte Simeons hörten. Jedes Wort drang in ihr Herz, aber sie wussten nicht recht, was es zu bedeuten hatte. Es waren ja Worte, die man normalerweise nicht über einen Säugling ausspricht, so sehr sprengten sie den Rahmen. »Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen« (Luk. 2, 19), auch jetzt. Simeon wandte sich nun direkt an die Mutter von Jesus. Er sagt ihr nicht nur, was auf sie zukommen wird, sondern was das Kommen von Jesus für das ganze Volk bedeutet: »Siehe, dieser ist gesetzt zum Fall und Aufstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird - aber auch deine eigene Seele wird ein Schwert durchdringen - damit die Überlegungen aus vielen Herzen offenbar werden.« Simeon sah es klar und deutlich, auch wenn er es selbst nicht mehr erlebte: Vor diesem kleinen Kind lag ein Leidensweg. Jesus war noch nicht als König und Herrscher gekommen, sondern als Knecht Gottes, gebeugt unter der Sünde des Volkes. Von Anfang an sollten sich an ihm die Geister scheiden. Da gab es kein »Sowohl-als auch«, sondern nur ein »Entweder-oder«. (Lies Jes. 8, 13-15; 1. Petr. 2, 6-8.)

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DONNERSTAG, 10. FEBRUAR

LUKAS 2, 34. 35

Als der Engel Maria die Geburt von Jesus ankündigte, fügte sie sich in den Willen Gottes, denn sie vertraute ihm. »Siehe, ich bin die Magd des Herrn; es geschehe mir nach deinem Wort« (Luk. 1, 38). Als sie Simeons schwerwiegenden Ausspruch hörte, machte sie keinen Rückzieher. Sicher erschrak sie, doch wehrte sie nicht ab: »Nein, bloß das nicht!« Sie widersetzte sich nicht dem, was Gott durch Jesus tun wollte. Dennoch war es hart zu hören: » . . . aber auch deine eigene Seele wird ein Schwert durchdringen.« Wenige Jahre später begann für die Familie Josefs in Nazareth der Alltag. Ob die Worte Simeons darüber in Vergessenheit gerieten? Unangenehmes möchte man sich gern aus dem Sinn schlagen. Vor allem, wenn nicht gleich geschieht, was prophezeit wurde. Wir können annehmen, dass Maria nie vergessen hat, was Simeon damals zu ihr gesagt hatte. In einer Ecke ihres Herzens bewahrte sie alle Worte auf. Schritt um Schritt erlebte sie, wie sich alles erfüllte. Das erste Anzeichen einer Veränderung ihrer Beziehung zu Jesus als ihrem Sohn zeigte sich an einem Fest in Jerusalem. (Lies Luk. 2, 39-52.) Während Maria und Josef verzweifelt überall den verschwundenen Sohn suchten, saß dieser im Tempel unter den Lehrern, hörte ihnen zu und stellte Fragen. »Alle aber, die ihn hörten, gerieten außer sich über sein Verständnis.« Die Vorwürfe seiner Mutter akzeptierte der zwölfjährige Jesus nicht. »Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meines Vaters ist?« Zwar ging er mit ihnen zurück nach Nazareth und ordnete sich unter. Doch hatte er begonnen, sich aus der irdischen Familie herauszulösen. Für Maria begann der Prozess des Loslassens. »Wir müssen das Loslassen lernen. Es ist die große Lektion des Lebens« (J. Schlosser). (Lies Joh. 2, 1-5; Mark. 3, 31-35.)

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FREITAG, 11. FEBRUAR

LUKAS 2, 34. 35; HEBRÄER 12, 1-3

»Siehe, dieser ist gesetzt zum Fall und Aufstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird.« Jesus löste sich aus der irdischen Familiengemeinschaft, ein leidvoller Umstand für Maria. Sie musste ihn gehen lassen. Doch sie erlebte immer wieder seine Fürsorge (Joh. 2, 3-5. 9. 11. 12; 19, 25-27). Später, nach seiner Himmelfahrt, finden wir Maria im Kreis der Jünger und aller, die an Jesus als ihren Herrn glaubten. (Lies Apg. 1, 12-14.) Als Teil dieser geistlichen Familie gehörte ihr nun Jesus in ganz anderer Weise als es vorher möglich war. Jetzt durfte sie ihn im Glauben festhalten und musste ihn nie mehr loslassen. Der irdische Weg des Messias entsprach genau dem, was Simeon vorausgesagt hatte. Zwar hörten die Hirten in jener Nacht die himmlische Freudenbot- schaft: » . . . ich verkündige euch große Freude, die für das ganze Volk sein wird. Denn euch ist heute ein Retter geboren . . . « Dennoch konnte nach dieser Nachricht niemand beruhigt zur Tagesordnung übergehen und denken: »Jetzt ist alles gut, der Christus, der Heiland und Retter, ist ja da.« Denn diese gute Nachricht stellt jeden, der sie hört, in die Verantwortung. Da wird eine persönliche Entscheidung fällig: Will ich Jesus wirklich so nahe - nämlich in meinem Herzen - haben, und zwar mit allen Konsequenzen? Simeon sah es deutlich kommen: Nicht alle werden Jesus als Messias anerkennen. Viele werden sich an ihm stoßen und fallen. Paulus erlebte hautnah den Widerspruch Israels, wenn er in ihren Synagogen von der Bedeutung des Christus sprach und den Schriftbeweis dazu lieferte. Er erntete bittere Feindschaft und musste mehrmals um sein Leben fürchten. Wir sehen hier schon, dass die Worte Simeons weitreichende Bedeutung haben, über das irdische Leben von Jesus hinaus - bis in unsere Zeit. (Lies Röm. 9, 1-5. 32. 33; 10, 1-3.)

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SAMSTAG, 12. FEBRUAR

LUKAS 2, 34. 35; MATTHÄUS 11, 2-6

»Und glückselig ist, wer sich nicht an mir ärgern wird.« Die Machttaten, die Jesus wirkte, waren allen offenbar. Die Schriftgelehrten konnten beobachten, wie sich durch ihn die von Jesaja prophezeiten Messiaszeichen erfüllten (Jes. 29, 18. 19). Unzählige hörten die Jesuslehre, die viele in Erstaunen versetzte. Dennoch waren es nur wenige, die ihm glaubten. Als er in der Synagoge von Nazareth predigte, waren alle überrascht und fragten sich, woher Jesus diese Weisheit habe. Sie kannten ihn doch als Sohn eines Zimmermanns. Sie fanden es unangemessen, wie er auftrat. »Und sie ärgerten sich an ihm« (Matth. 13, 53-58). Damit ist nicht der Ärger gemeint, den wir manchmal empfinden, wenn etwas nicht so klappt, wie wir es gerne gehabt hätten. Dieser Ärger ist zwar auch nicht harmlos und endet schnell in irgendeiner Lieblosigkeit. Sich an Jesus zu ärgern bedeutet dagegen, ihn abzulehnen, ihm den Glauben zu verweigern, obwohl alles für ihn spricht, und bewusst im Unglauben zu verharren. Dieser Ärger trennt den Menschen vom Heil. Gerettet oder nicht gerettet - das entscheidet sich für den Einzelnen an der Art der persönlichen Beziehung zu Jesus. Sich an ihm ärgern ist also alles andere als harmlos. Hartnäckiger Unglaube macht jeden für die Erweise göttlicher Liebe unempfänglich und verdächtigt diese eines dämonischen Ursprungs. Als Jesus einmal von den »schlechten Hirten« sprach und auf den »guten Hirten« hinwies, der sein Leben für die Schafe hingibt, als er von sich sagte, »Ich bin der gute Hirte . . . Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es im Überfluss haben« - da sagten viele der Zuhörer: »Er hat einen Dämon und ist von Sinnen. Was hört ihr ihn« (Joh. 10, 19-21)? Wo stehen wir? Können wir uns zu dem bekennen, was Thomas in Johannes 20, 28 ausruft?

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SONNTAG, 13. FEBRUAR

LUKAS 2, 34. 35; MATTHÄUS 5, 11. 12

Jesus hat seine Jünger darauf vorbereitet, dass auch sie als seine Beauftragten Widerspruch und Anfeindungen erleben werden. Wer seinen Namen trägt, trägt auch seine Schmach. »Ihr werdet von allen gehasst werden um meines Namens willen.« Aber wir haben letztlich nichts zu verlieren: »Wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden« (Matth. 10, 22. 39). Wer Jesus seinen Herrn nennt, muss wissen, dass es bei ihm ums Ganze geht. Auf dem Weg mit Jesus verbietet sich jede Leichtfertigkeit. Simeon hat in seinem Wort von einem Zeichen gesprochen, dem widersprochen wird. Dieses Zeichen ist das Kreuz (F. Rienecker). Am Kreuz offenbaren sich die Gedanken, die Menschen in ihrem Innern hegen. So denken viele, dass das Kreuz heute nicht mehr nötig sei oder noch nie notwendig war. Gott könne doch nicht so grausam sein. Mit der Abschaffung des Kreuzes in seiner ganzen Bedeutung wäre auch der Sühnetod des Herrn Jesus Christus, seine Erlösung und die Auferstehung abgeschafft. Er säße dann jetzt auch nicht zur Rechten Gottes, um für uns einzutreten. Noch weniger würde er wiederkommen, um seine Gemeinde zu sich in den Himmel zu holen. Er wäre tot - und wir auch. Gott sei Dank: Wir können uns freuen und darüber jubeln, dass Jesus Christus uns erlöst hat. Der ewige Tod kann uns nichts anhaben. In ihm leben wir, und zwar ewig. Unsere Sünden werden im Himmel nicht mehr erwähnt werden. Jesus hat sie abgeschafft. Gewiss, der Weg hinter Jesus her kann sehr steil und unbequem sein. Zu bekennen, dass ausschließlich Jesus der Weg, die Wahrheit und das Leben ist (Joh. 14, 6), kann gefährlich sein. Dennoch ist noch Raum, das Evangelium von der Gnade Gottes weiterzusagen. Wenn uns der Gegenwind ins Gesicht bläst, halten wir uns an Römer 8, 31-39 oder an Psalm 25, 1-5.

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SICHTFENSTER DES GLAUBENS

MONTAG, 14. FEBRUAR

EPHESER 1, 15-23; 1. SAMUEL 16, 7b

Das Sehen ist der bedeutsamste Sinn, über den wir verfügen. Mit keinem anderen Sinnesorgan können wir annähernd so viel Information in so kurzer Zeit aufnehmen. Man schätzt, dass 70% aller für den Menschen wichtigen Informationen durch das Sehsystem aufgenommen werden. Und doch bleibt dem menschlichen Auge auch Wesentliches verborgen. Allerdings wird durch die Begegnung mit Gott unser Sehvermögen verändert. Sind wir nicht mehr nur Geschöpfe Gottes, sondern auch seine Kinder, sehen wir mehr und manches anders. Zwar ändert sich physisch nichts an den Sinnesorganen, aber der Geist Gottes schafft Neues in den Kindern Gottes, sodass sie wahrhaft Großes und Wunderbares wahrnehmen können. Damit sind uns Sichtweisen eröffnet, die vorher verborgen waren, die aber unser Leben bestimmen. Sie betreffen unser Verhältnis zu Gott, zu Menschen und Dingen. Darüber wollen wir in den nächsten Tagen nachdenken. Beginnen wir als Erstes mit der Einsicht. »Das sehe ich ein«, sagen wir manchmal und gestehen damit ein, dass wir Neues erkannt und entdeckt haben, vielleicht sogar nach einem Irrtum ein Umdenken nötig wurde. Eine be- stimmte Einsicht hat uns klüger gemacht. Jedes Leben in der Jesus-Nachfolge beginnt mit einer Einsicht, die sehr hart sein kann: Ich bin für den Himmel Gottes verloren, mein Weg endet in der Verdammnis, wenn Jesus mich nicht rettet. »Denn sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten.« Wörtlich heißt es: »Alle haben gesündigt und die Herrlichkeit verloren, die Gott ihnen zugedacht hatte« (Röm. 3, 23; lies Ps. 53, 4; Röm. 3, 10-18). Kein Mensch kann von Haus aus vor dem lebendigen Gott bestehen, der Sündenabgrund trennt uns von Gott. Ohne die erschreckende Einsicht über seine Verlorenheit würde der Mensch nicht nach Rettung fragen. Wie gut, dass es sie gibt! (Lies Jes. 53, 4-6; Apg. 8, 26-39; Röm. 4, 25; 2.Kor. 5, 19-21.)

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DIENSTAG, 15. FEBRUAR

JESAJA 1, 18; 43, 25; 44, 22; JEREMIA 31, 34 Ohne die Einsicht der Verlorenheit bleibt der Mensch in der Gottesferne und ist in den Augen Gottes tot. Wenn ein Mensch nicht während seines irdischen Lebens diese Einsicht gewinnt, erleidet er den ewigen Tod. Das Lukasevangelium berichtet von einem Mann, der erst in seiner Sterbestunde die rettende Einsicht gewann. Sie bewahrte ihn zwar nicht vor dem schmerzhaften Todesurteil, das über ihn verhängt worden war, wohl aber vor dem ewigen Tod. Wir lesen Lukas 23, 39-43. »Ich empfange, was ich für meine Taten verdient habe«, sagte der Verurteilte und bekannte sich zu seinen Verbrechen. Neben ihm starb Jesus, der ohne Schuld war. Er erlitt den Tod am Kreuz für das Böse der ganzen Menschheit. Die Bitte des Übeltäters: »Herr, denke an mich, wenn du in dein Reich kommst!«, zeigt: Er erkannte, dass er sich in seiner Sünden- und Todesnot an Jesus festhalten durfte. Jesus ist der Nothelfer für erschrockene Leute. So umfassend wie er kann niemand helfen, und größer als dieser Helfer kann die Sündennot nicht sein. Sein Rettungswerk schließt den größten Sündenberg ein, den ein Mensch in seinem Leben erkennen kann. Zur Einsicht über die eigene Verlorenheit muss die Entdeckung des Herrn Jesus als Retter kommen. Er hat von sich selbst gesagt: »Ich bin gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist«, und »wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen« (Matth. 18, 11; Joh. 6, 37). Das ist die entscheidendste und heilsamste Einsicht, die es im Laufe eines Lebens geben kann: Nichts brauche ich so nötig wie die Rettung durch Jesus Christus. Die Einsicht in das eigene verdorbene Herz wird sich im Lauf des Lebens mit Jesus vertiefen, ebenso aber die tröstliche Entdeckung seiner ewigen Liebe und Gnade. (Lies Joh. 3, 30; Eph. 2, 1-10; Kol. 1, 10; 2. Petr. 3, 18.)

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MITTWOCH, 16. FEBRUAR

HEBRÄER 11, 13-16; 13, 14

Zu den Vorrechten der Kinder Gottes gehört als Zweites: Sie haben eine herrliche Aussicht. Unterwegs findet man an Hauptverkehrsstraßen oder am Wegrand manchmal den Hinweis auf schöne Stellen in der Landschaft mit besonderen Aussichtspunkten. Da hat man eine Weite vor sich und sieht manches, was sonst nicht zu sehen ist. Eine Grenze aber gibt es dabei immer: Die Sicht geht nur bis zum Horizont. Wer zu Jesus gehört und mit ihm lebt, der sieht durch den Horizont hindurch. Natürlich können die Jesus-Nachfolger nicht in die Zukunft sehen. Sie wissen nicht, was morgen oder übermorgen sein wird, und doch sind Christen die Menschen mit der besten Aussicht. Obwohl wir unsere irdische Zukunft nicht kennen, wissen wir doch um die endgültige Zukunft, die nach diesem Leben kommt. Dieses Wissen kann eine große Hilfe zur Lebensbewältigung sein. Wir dürfen uns auf diese Zukunft freuen, wie sich Paulus gefreut hat. Er schrieb an die Christen in Philippi, dass sein wahres Zuhause im Himmel sei und dass alle Jesusnachfolger unterwegs sind zur himmlischen Heimat. »Unser Bürgerrecht ist im Himmel« (Phil. 3, 20). Für Paulus bedeutete Sterben nicht Verlust, sondern reichen Gewinn, von daher konnte er sagen: »Ich wäre gern schon jetzt bei Christus, das wäre das weit Bessere.« (Lies Phil. 1, 21. 23.) »Wir werden bei dem Herrn sein allezeit«, schreibt der Apostel in einem anderen Brief. (Lies 1.Thess.4,17.) Der Herr Jesus Christus selbst ermutigt in seinen Abschiedsreden seine Jünger: »In meines Vaters Haus sind vieleWohnungen... Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten, und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin« (Joh. 14, 1-3).

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DONNERSTAG, 17. FEBRUAR

APOSTELGESCHICHTE 7, 54-60; 2.KORINTHER 5, 1 Die Jesusnachfolger haben schon während des Lebens auf dieser Erde im Himmel ihr eigentliches Zuhause. Das wird besonders eindrücklich am Leben des Stephanus. Er gehörte zu den sieben Diakonen der ersten Christengemeinde in Jerusalem. Neben den praktischen Aufgaben als Armenpfleger setzte er sich für eine Verkündigung unter Juden (aus der griechisch sprechenden Diaspora) ein, die, vom Alten Testament ausgehend, die Lehre von Jesus Christus vertrat (Apg. 6, 5-15; 7, 1-53). Diese vom Heiligen Geist bevollmächtigte Lehrtätigkeit löste bei seinen Zuhörern Neid, Hass und Wut aus. Dem Stephanus aber wurde eine einzigartige Aussicht geschenkt, als er in seiner lebensbedrohenden Situation nicht angsterfüllt in die aufgebrachte Menschenmenge blickte, sondern geisterfüllt zum Himmel aufsah und in die herrliche Welt Gottes hineinschaute. Staunend rief er aus: »Siehe, ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen.« »Zuweilen fällt die Trennwand zwischen unserer stofflichen Welt, in der wir leben müssen, und der lichten Gotteswelt jenseits der Wahrnehmungsgrenze unserer fünf Sinne. Wir können ermessen, was für eine außerordentliche und stärkende Hilfe in der Stunde des Todes der Vorausblick in die lichte Gotteswelt für Stephanus bedeutet hat« (G. Siegel). Was Stephanus schon sehen durfte, dürfen wir glauben. Glaubende wissen, dass ihr Erlöser lebt und zur Rechten Gottes in der Herrlichkeit ist. (Lies Röm. 8, 34; Eph. 1, 20; Hebr. 1, 3.) Jesus selbst hatte als Angeklagter vor dem Hohen Rat angekündigt: »Ich sage euch, von nun an werdet ihr sehen den Menschensohn sitzen zur Rechten der Kraft . . . « (Matth. 26,64). Dass Jesus schon jetzt auf dem Thron der Macht sitzt und uns in der himmlischen Heimat erwartet oder uns bei seiner Wiederkunft in den Himmel abholt, darf unser Herz mit Freude füllen. Welch eine Aussicht! (Lies Joh. 14, 3; Luk. 16, 22; 2.Petr. 1, 14.)

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FREITAG, 18. FEBRUAR

2.KORINTHER 12, 7-10; MARKUS 14, 36

Als drittes Vorrecht haben wir eine herrliche Weitsicht! Die irdischen Verhältnisse sind oft schmerzhaft begrenzt. Es sind sehr unterschiedliche Grenzen, die uns zu schaffen machen. Grenzen der Gesundheit und Vitalität, nachlassende Lebenskräfte mit wachsendem Alter, chronische Beschwerden. Es gibt Grenzen der Begabung, der Güter und des Einflusses. Vermutlich stößt jeder von uns schmerzhaft an »seine« Grenzen; Grenzen, die der Herr nicht wegnimmt, obwohl wir darum bitten. Dann müssen wir uns entscheiden, ob wir uns an unseren Grenzen wund und weh reiben oder ob wir uns als Spiegel seiner Herrlichkeit polieren lassen wollen. Eine kranke Frau sagte: »Nicht wund reiben will ich mich, sondern blank reiben lassen.« Viele Menschen, auch Glaubende, sind unzufrieden, weil sie mit Begrenzungen leben müssen. Für ein Leben mit Grenzen, Kürzungen und Beschränkungen brauchen wir immer wieder ein klares Ja, das wir vor unserem Herrn aussprechen können. So treffen wir eine bewusste Entscheidung, den verbleibenden Raum innerhalb unserer Begrenzungen positiv zu nutzen. Dann werden wir immer wieder entdecken, welch herrlichen Segen der Herr auf engem Raum schenken kann. Selbst der kleinste, bescheidenste Lebensraum kann erfüllt sein von der Herrlichkeit Gottes. Von Paulus können wir lernen, unsere Grenzen anzunehmen. Inständig bat er den Herrn um eine volle, gesunde Lebenskraft. Jesus beantwortete sein Gebet, erfüllte aber nicht den sehnlichen Wunsch des Apostels: »Meine Gnade - meine Kraft - in deiner Schwachheit - das genügt.« In der Verbindung mit Gott kann ich mit den gegebenen Begrenzungen leben lernen. Er hat alle Gnade und Hilfe für mich; vor allem auch die Gnade, innerhalb meiner Begrenzungen die Weite der Gemeinschaft mit ihm zu erleben. Wenn meine Kraft und meine Möglichkeiten begrenzt sind, will ich heute viel mehr mit der Kraft Gottes und mit seinen Möglichkeiten rechnen. (Lies Röm. 8, 28. 29; 2. Kor. 4, 7. 16-18; 1. Petr. 1, 3-9; Hebr. 12, 11.)

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SAMSTAG, 19. FEBRUAR

1.CHRONIK 4, 9. 10; PSALM 31, 9

Obwohl jeder mit persönlichen Grenzen leben muss, gibt es innerhalb dieser Begrenzungen für Kinder Gottes eine herrliche Weite und auch unübertreffliche Weitsicht. Wie weit sie reicht, können wir selber mitbestimmen. Denken wir an Jabez, der vor Gott seinen Herzenswunsch ausbreitete: »Ach, dass du mich segnetest und mein Gebiet mehrtest!« Jabez, der »Schmerzenssohn«, hatte begriffen, dass er als Glaubender und dem Herrn Vertrauender so bitten durfte, weil sein himmlischer Herr Weite für die Seinen hat. Bei Menschen, die mit der Größe Gottes rechnen, muss es innerhalb der gesetzten Grenzen im irdischen Leben nicht eng zugehen. Jabez wollte aus der Durchschnittlichkeit seines geistlichen Lebens heraus. Er wollte das Leben leben, das ausschließlich bei Gott Weite und Tiefe findet. Hatte er erkannt, dass er sich bisher mit viel zu wenig zufrieden gegeben hatte? Setzen nicht bisweilen auch wir unserem inneren geistlichen Leben unnötige Grenzen? Wie viel Bestimmungsrecht räume ich Jesus ein? Je weniger er zu sagen hat, umso enger wird mein Horizont. Damit muss ich mich aber nicht zufrieden geben. Es gibt eine heilige Unzufriedenheit, eine Sehnsucht, mehr mit Gott zu erleben, weil es tatsächlich mehr gibt. Es ist etwas Großes, wenn ein Mensch seine Begrenzung erkennt und den Herrn bittet: »Herr, erweitere meine Grenzen!« Diese Bitte ist nach dem Herzen Gottes. Er will, dass wir auf dem Glaubensweg vorwärts gehen; darum erweitert er gern unser geistliches Blickfeld. Der Herr will den Kummer und Schmerz, den wir durch enge Grenzen erfahren, in Segen verwandeln. Paulus schrieb an die Christen in Ephesus: »Gott hat uns mit Jesus auferweckt, uns im Geist in die himmlischen Welten versetzt und lässt uns dort schon jetzt mit unserem Herrn und Erlöser thronen« (Eph. 2, 6; lies Eph. 3, 14-19).

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SONNTAG, 20. FEBRUAR

PHILIPPER 3, 12-14; KOLOSSER 1, 29

Als viertes Vorrecht der Kinder Gottes wollen wir die Absicht bedenken. Was meinen wir, wenn wir von Absichten sprechen? Man richtet seinen Blick auf ein Ziel, sieht über das Vordergründige hinaus und sieht vom Unwesentlichen ab, damit das entscheidend Wichtige angestrebt werden kann. Von einer grundlegenden Absicht sprach Jesus in der Bergpredigt, als er seinen Jüngern die Prioritäten zurechtrückte: »Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch alles andere zufallen « (Matth. 6, 33). Wir wollen uns fragen, ob unsere Absichten und Pläne von den Wünschen des Herrn oder von unseren eigenen Wünschen bestimmt werden. Für Paulus gab es keine zweifelnden Überlegungen mehr, nachdem Jesus ihm begegnet war und er dem Herrn schon viele Jahre als Christ gedient hatte. Da wollte er nur eins: »Ihn möchte ich erkennen und die Kraft seiner Auferstehung erfahren. . . , dem jage ich nach, . . . danach strecke ich mich aus.« An anderer Stelle formulierte er das Ziel seines Dienstes: »Wenn ich nur meinen Lauf vollende und das Amt ausrichte, das ich von dem Herrn empfangen habe« (Apg. 20, 24). Wir dürfen unser tiefstes Anliegen vor dem Herrn als Bitte aussprechen. So machte es auch David: »Eines bitte ich vom Herrn, das hätte ich gern, dass ich bleiben könnte im Haus des Herrn mein Leben lang, zu schauen die schönen Gottesdienste des Herrn« (Ps. 27, 4). Er wollte unter allen Umständen in der Gemeinschaft mit seinem Gott bleiben; denn sie war für David das Wichtigste und Kostbarste in seinem Leben geworden. Ist das auch unsere Priorität? Oder gibt es anderes, das uns wichtiger ist? Denken wir daran, dass unsere Vorsätze oft nicht halten, aber unsere Bitten an den Herrn haben Verheißung. (Lies Ps. 51, 12; 55, 23; 91, 15; Luk.11, 9.)

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MONTAG, 21. FEBRUAR

JESAJA 63, 8-10; LUKAS 10, 27

Als fünfte beachtenswerte Sichtweise soll die Vorsicht nicht fehlen. In der Konkordanz zur Bibel kommt dieses Wort zwar nicht vor; und doch gehört die Tatsache vom vorsichtigen Wandel der Kinder Gottes zum ABC des christlichen Lebens. Drei Aspekte können uns dabei hilfreich sein. 1. Christen leben vorsichtig, um ihren Herrn nicht zu betrüben. Im Wort Gottes finden wir diese Aufmerksamkeit in den Worten Davids: »Ich will mich hüten, dass ich nicht sündige.« »Ich hüte mich vor Schuld« (Ps. 39, 2; 18, 24). Jede Sünde betrübt unseren Herrn. Das war David sehr bewusst, nachdem er mit Batseba die Ehe gebrochen und deren Mann an vorderster Kriegsfront hatte umkommen lassen. In seinem Bußgebet bekennt er Gott: »An dir allein habe ich gesündigt« (Ps. 51, 6). »Schuld hat es immer mit Gott zu tun. Alles Böse und Unrechte, das ich anderen Menschen zugefügt habe, ist letztlich Ungehorsam gegen Gottes Willen. Dadurch bekommt die Sünde ihr Schwergewicht, weil sie sich nie allein auf Menschen, sondern immer gegen Gott richtet. Ihn, den heiligen Gott, treffe ich mit meinem Verfehlen« (Theo Sorg). Paulus ermahnte die Christen in Ephesus: »Betrübet nicht den Heiligen Geist« (Eph. 4, 30). Ist es nicht so: Wen wir wirklich lieb haben, dem wollen wir Freude bereiten? Lieben wir unseren Herrn so sehr, dass wir ihn nicht betrüben wollen? In einer oberbayerischen Kapelle ist eine handgestickte Altardecke mit dem Denkspruch zu sehen: »Alles, alles, o Herr, nur keine Sünde mehr.« Wir werden immer wieder schuldig werden, aber wir wollen nicht leichtfertig sündigen, weil es die Vergebung gibt (vgl. Röm. 6, 1. 2). »Bei dir ist die Vergebung, dass man dich fürchte« (Ps. 130, 4). Die Scheu, Gott zu betrüben, gehört sowohl zur Gottesfurcht als auch zur Gottesliebe. (Lies 5.Mose 5, 29; Jos. 24, 14; Ps. 86, 11; 103, 13; Mal. 3, 20.)

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DIENSTAG, 22. FEBRUAR

EPHESER 3, 6. 12. 14; GALATER 2, 19. 20

2. Christen wandeln vorsichtig, damit Christus an ihnen zu sehen ist. Es gibt sehr viele Menschen in unserer Umgebung, die keine Bibel lesen und keinen Gottesdienst besuchen. Sie wissen nichts oder nur wenig von Gott und seinem Erlösungswerk in Jesus Christus. Was sehen sie an uns? Sehen sie die Jesus-Art? Können andere an unserem Leben ablesen, dass wir mit der Wahrheit umgehen, wie Jesus es tat, dass wir lieben und verzeihen wie er? Paulus konnte persönlich bezeugen: »Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir.« »Das ist keine Idee oder Theorie, es ist ein göttliches Geschehen, das tat Gott im Kreuzestod seines Sohnes, des Christus. Seit Damaskus wusste Paulus: Ich gehöre zu ihm. Er hat mich gerufen und in seine Gemeinschaft gestellt. Was ihm widerfuhr, ist auch mir widerfahren. Sein Tod ist mein Tod. Seit Paulus das erfuhr, kommt er vom Tode her und ist nicht wie die anderen Menschen auf dem Weg zum Tod, er ist mit Christus gekreuzigt. Ich selber lebe nicht mehr!, das heißt, nicht mehr jenes Ich, das selbstgerecht und eigenwillig seine Ansprüche anmeldete. Christus lebt in mir! Ich bin nicht nur mit ihm gekreuzigt, sondern auch mit ihm auferstanden, ich lebe im Glauben an den Sohn Gottes. Dieser Glaube ist eine Verbundenheit mit Jesus, mit seinem Leben, seinen Kräften, seiner Gnade, seinem Frieden. Christus in mir, das ist für Paulus der geeignete Ausdruck für das, was er Glauben nennt« (H. Brandenburg). Paulus achtete sorgfältig und wachsam darauf, nicht aus sich selbst heraus christlich zu leben, sondern die Lebensimpulse des »Christus in ihm« aufzunehmen und in das Leben »einströmen« zu lassen. (Lies Joh. 7, 38; 2. Kor. 4, 11.)

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MITTWOCH, 23. FEBRUAR

1.KORINTHER 8, 4-13; RÖMER 14, 13

3. Christen wandeln vorsichtig um der Glaubensgeschwister willen. Die Christen in Korinth wurden immer wieder von heidnischen Verwandten oder Bekannten zu Festen eingeladen, bei denen Götzenopferfleisch auf den Tisch kam. Paulus und andere Christen hatten die Freiheit, von diesem Fleisch zu essen. Der Apostel begründet diese Freiheit: »Wir haben doch nur einen Gott, den Vater, von dem alle Dinge sind und wir zu ihm.« Wer unter der Herrschaft Gottes lebt, ist allen anderen Mächten und Gewalten entnommen. Der Verzehr von Götzenopferfleisch kann ihm deshalb nicht schaden. Aber es gab in Korinth Christen, die theoretisch und selbstverständlich der Lehre von der Bedeutungslosigkeit der Götzen zugestimmt hätten und doch beim Genuss des Fleisches, das den Götzen geopfert war, in ihrem Gewissen belastet waren. Darum schreibt der Apostel: »Vergiss nicht den Bruder, der dadurch in Not kommt und vielleicht sogar zu Fall, denn er orientiert sich am anderen und isst das Fleisch, auch wenn sein Gewissen ihm sagt, dass er es nicht darf.« Vorsichtig wandeln heißt also auch, an den Bruder und die Schwester neben uns zu denken bei dem, was wir, entsprechend unserer Erkenntnis, in Freiheit tun könnten. Die Liebe hat an dieser Stelle über der Erkenntnis zu stehen. »Hier wird die Frage ernst für uns alle, die wir die christliche Freiheit lieben und in Anspruch nehmen. Wir können das für uns selbst mit Recht tun, aber vergiss nicht den Bruder. Für sein Gewissen kann Sünde sein, was du nach deiner Erkenntnis tun kannst, nun dränge den anderen durch dein Beispiel nicht zu einem Tun, das sein Gewissen angreift. Liebe heißt, den anderen ganz ernst nehmen und um der Liebe willen auf etwas zu verzichten. Die Liebe begrenzt die Freiheit um des Bruders willen« (W. de Boor). (Lies Röm. 14, 19-21; 1. Petr. 1, 22.)

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DONNERSTAG, 24. FEBRUAR

5.MOSE 6, 10-12; 1. TIMOTHEUS 1, 12-17

Als sechste Sichtweise soll uns die Rücksicht beschäftigen. Sie ist im Christenleben wichtig, denn sie lehrt uns, auf den Nächsten zu achten. Doch wir gehen auf die ursprüngliche Bedeutung ein: auf das Zurückschauen. Diese Sicht bestimmte Davids Leben, und so sagte er zu sich selber: »Vergiss nicht, was dir der Herr Gutes getan hat« (Ps. 103, 1. 2). Für vieles, das in der Vergangenheit liegt, ist das Vergessen wichtig. Es ist gut, das loszulassen und zu vergessen, was uns vergeben wurde, denn der Herr hat es auch vergessen. (Lies Ps. 103, 12; Jes. 43, 25.) Wir sollten ebenfalls weglegen, was wir vergeben haben, weil das Zurückschauen auf vergebene Schuld uns am Vorwärtsgehen hindert. Wir wollen jedoch das dankbare Zurückschauen üben; denn es stärkt und ermutigt zum Weitergehen. Die Erinnerung daran, was der Herr in der Vergangenheit schenkte, ist eine gute »Geh-Hilfe« für solche Schritte, die in der Gegenwart zu tun sind. Dem Volk Israel galt die Mahnung: »Hüte dich, dass du nicht den Herrn vergisst, der dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft geführt hat.« (Lies Jer. 3, 12-15. 21. 22.) Wir sind durch Jesus aus der Knechtschaft Satans befreit und von der Sünde erlöst. Im Glauben leben wir im Land der Freiheit und der Gemeinschaft mit ihm. Viele Jahre nach seiner Befreiung aus der Knechtschaft der Sünde hat Paulus immer noch gestaunt über das, was ihm durch Jesus geschenkt wurde. »Ich danke unserem Herrn!«, und der Apostel begründete den Dank: »Mir ist Barmherzigkeit widerfahren, ich bin begnadigt und geliebt. Obwohl ich ein Sünder bin, bin ich selig gemacht.« Hat nicht jeder von uns dieselbe Barmherzigkeit empfangen, um fortan von seiner Gnade zu leben? Können wir noch staunen wie Paulus und uns dem Lob Gottes anschließen: »Ihm sei Ehre und Preis in Ewigkeit«? (Lies Eph. 1, 3-14.)

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FREITAG, 25. FEBRUAR

PSALM 77, 6. 12. 13; 78, 1-11

In den beiden Psalmen Asafs geht es um die Rückschau auf die großen Taten Gottes in seinem Volk. »Asaf war ein Mann, dessen Geist durch viel Trübsal und Anfechtungen gereift war. Seine Gedanken suchten in der Vergangenheit, um Trost zu finden. Die Erinnerung borgt ein Licht von den Altären von gestern, um das Dunkel von heute zu erhellen. Beim stillen Nachsinnen können uns Dinge vor die Augen treten, die sich als sehr geeignet erweisen, unseren Mut aufzurichten, und kaum ein Gegenstand des Nachsinnens bietet mehr Aussicht, sich als trostreich zu erweisen als der, welcher sich auf die alte Zeit, auf die Jahre der Vorzeit bezieht, wo die Treue Gottes von Scharen der Seinen auf die Probe gestellt und bewährt erfunden wurde« (C.H. Spurgeon). Am Schluss der beiden Psalmen stellt Asaf fest, dass das Volk Gottes in seinem Herrn einen Hirten hatte, der es führte. »Du führtest dein Volk wie eine Herde.« »Er weidete sie mit aller Treue und führte sie mit kluger Hand« (Ps. 77, 21; 78, 72). Gott führte als guter Hirte sein widerspenstiges Volk, das ihm viel Not bereitete. Was für das Volk Israel galt, gilt ebenso für den einzelnen Gläubigen des Neuen Bundes. Der Herr führte bis hierher, und er führt uns auch in Zukunft. Zwar führte er uns nicht immer auf ebener Straße, nicht immer auf angenehmen Wegen, und oft ging es durch ein dunkles Tal. Aber im Rückblick können wir erkennen: Er führet mich auf rechter Straße, und alle seine Wege sind recht - heute und morgen. (Vgl. Ps. 23, 1-6; 145, 17.) Alle Wegstrecken im Leben mit ihm werden zur »rechten Straße«. Das kann uns froh und zuversichtlich machen, dass er auch durch den heutigen Tag führen wird. (Lies Ps. 73, 23-28; 37, 5.)

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SAMSTAG, 26. FEBRUAR

PSALM 46, 1-12

Eine letzte und siebente Sichtweise erleben die Menschen des Volkes Gottes in der Zuversicht, weil sie einen guten Hirten haben, der für sie sorgt. Dieses Vorrecht erkannten die Söhne Korachs. Sie verdeutlichen uns, was Zuversicht ist. In den schlimmsten Katastrophen, die uns treffen können, vermögen sie zu bezeugen: Selbst wenn die festesten und verlässlichsten Dinge nicht mehr halten, kann dennoch die frohe Gewissheit im Herzen bestehen bleiben, dass unser Gott unveränderlich fest steht und über dem Chaos herrscht. Zuversichtliche Menschen wissen, dass sie beim Herrn eine Zuflucht haben, darum müssen sie in Notzeiten nicht der Hoffnungslosigkeit Raum geben. »Herr, du bist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben.« »Herr, du bist unsere Zuflucht für und für«, betete Mose (Ps. 90, 1). Wer mit Mose sagen kann »Herr, du bist meine Zuflucht«, der befindet sich auf einem Fluchtweg besonderer Art: Er wendet sich ab von den Trümmerstätten der Sorge und des Versagens hin zu dem Ort, an dem er Schutz findet und in Sicherheit ist. Wer den Herrn seine Zuflucht nennt, der hat einen offenen Fluchtweg zum Allerhöchsten - »für und für«, das heißt zu jeder Zeit, in jeder Situation, mit jeder Not. Das ist kein weiter Weg. Unser Herr umgibt uns von allen Seiten. Der beste »Fluchtweg« zu ihm ist das Gebet. Zuversichtliche Leute leben mit der Sicht auf ihren Herrn. Sie finden an diesem Zufluchtsort Geborgenheit. Zuversicht macht das Leben hell. Heute kann solch ein heller Tag sein. (Lies Jes. 12, 2; Hab. 3, 18.) Alle Hoffnungen der Welt vergehn, und es bleibt nur banges Sorgen. Doch weil wir in dir die Hoffnung sehn, sind wir schon jetzt geborgen. Du bist unsre Zuversicht. Du bist unsre Stärke, Herr Jesus Christus, du bist unsre Freude. Herr Jesus Christus, wir preisen dich. Gerhard Schnitter

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SONNTAG, 27. FEBRUAR

RÖMER 15, 13; 1.KORINTHER 1, 4. 5

Mit sieben Sichtmöglichkeiten der Kinder Gottes haben wir uns beschäftigt. Das geistliche Leben beginnt mit der Einsicht, dass in keinem anderen das Heil ist als in Jesus Christus, dem Retter der Welt. Ohne diese Einsicht geht der Mensch verloren. (Lies Apg. 4, 12; Joh. 14, 6.) Wer das eingesehen und erkannt hat, der hat eine einzigartige Aussicht. Christen dürfen sich über die Zukunft freuen, die ihnen »in Aussicht« gestellt ist. Das Leben mit Jesus ist aussichtsreich, denn wer ihm gehört, der hat schon das ewige Leben. (Lies Joh. 10, 27-30.) Innerhalb der irdischen Grenzen und Begrenzungen gibt es die herrliche Weitsicht in einem Leben mit Jesus. Er bringt eine große Weite in das Leben seiner Nachfolger, sie sehen weit über ihre irdischen Begrenzungen hinaus. (Lies Jes. 54, 2. 10-14.) Jesusleute haben bei aller Verantwortung für das irdische Leben eine Priorität, die Jesus den Seinen zumutet: »Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes!« Sie werden von manchem absehen, was dem Herrn nicht gefällt. Zum guten Ton seines Reiches gehört es, dass die Söhne und Töchter Gottes vorsichtig, wachsam und sorgfältig leben. Sein Wort hilft uns, den Herrn nicht zu betrüben, »damit ihr ohne Tadel und lauter seid, Gottes Kinder, ohne Makel mitten unter einem verdorbenen und verkehrten Geschlecht, unter dem ihr scheint als Lichter in der Welt« (Phil. 2, 15; lies Tit. 2, 11-14). Die Rücksicht ist eine große Hilfe zum Vorwärtsgehen, denn das dankbare Zurückschauen auf Gottes bisheriges Handeln hilft zum Vertrauen in sein zukünftiges Handeln. Was auch immer auf uns zukommen wird, wir haben in jeder Lage bei unserem Herrn einen feuersicheren Zufluchtsort und darum allen Grund für viel Zuversicht und Vertrauen. Mit Psalm 27 schenkt Gott uns ein Sichtfenster des Glaubens, durch das wir heute sein Handeln erkennen dürfen.

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GOTT IST IMMER NOCH GRÖSSER

MONTAG, 28. FEBRUAR

PSALM 57, 1-12

Die Bemerkung, die dem Gebet Davids vorangestellt ist (V.1), verknüpft die innere Verfassung des Beters mit seiner äußeren Lage. Wir können diese in 1. Samuel 24, 1ff nachlesen. Welch gegensätzliche Geisteshaltungen prallen in diesem Kapitel aufeinander! Wie groß mag die Versuchung im Herzen Davids gewesen sein, zum Vergeltungsschlag auszuholen! Doch David macht aus seiner bedrängten Situation und Gemütslage ein Gespräch mit Gott. Zu ihm schaut er auf. Auf ihn, den Allmächtigen, ist sein Innerstes ausgerichtet. So erlebt David, wie sein Blick über die eigene Not hinaus geweitet wird und eine tiefe Gelassenheit, ja sogar tiefe Freude sein Leben erfüllt. »Tatsächlich erinnert der Psalm an das Bild eines Mannes, der aus einer dunklen Höhle heraustritt und beim strahlenden Aufgang der Sonne aller Ängste los und ledig wird« (H. Lamparter). Fröhlich und ganz getrost lobt und dankt David seinem Gott schon am Morgen (V. 9. 10). Dieser Psalm von David enthält viele Ermutigungen und zeigt, wie David mitten in seiner schwierigen Lage im Frieden und in tiefer Geborgenheit lebt. Sein Geheimnis war der Blickkontakt mit Gott. Bei allem, was ihm begegnete, schaute er auf zu ihm und machte sich die Tatsache bewusst: Mein Gott ist immer noch größer. Wie auch unsere Situation aussehen mag, wie verfahren, scheinbar hoffnungslos oder angefochten, - nichts und niemand kann uns den Blick auf unseren großen und allmächtigen Gott verwehren. Der Prophet Micha schreibt mitten in dunkler und bedrängender Zeit: »Ich aber will auf den Herrn schauen und harren auf den Gott meines Heils; mein Gott wird mich erhören.« Der Blick auf den Gott unseres Heils, auf den Herrn Jesus Christus gibt uns heute Mut und Zuversicht, getrost und gelassen unseren Weg zu gehen. (Lies Micha 7, 1-7; Hebr. 12, 2. 3; Ps. 16, 8; 73, 28; 145, 18.)

zur Verfügung gestellt von: bibel.com der Homepage von Christen für Christen.

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