Sonntag, 1.Februar

Jakobus 4,13.

V. WIE CHRISTEN RICHTIG PLANEN (4,13-17) »Wohlan nun!«, so lautete die Dringlichkeits-Formel im Geschäftsleben damals. Jakobus beschreibt den jüdischen Händler, der rasche Entschlüsse fasst (»heute oder morgen«), mehrmals den Wohnort wechselt und durchdacht geplant (»in die oder die Stadt«) sein Unternehmen auf Jahre hinaus berechnet. Terminkalender, Planung, Management, Optimierung und Effizienz können heute weniger denn je aus unsrer Industriegesellschaft weggedacht werden. Für einen Christen gehören geschicktes, sorgfältiges Planen und ausgewogene, besonnene Aktivität zur Treue eines Verwalters. Darüber hat Jesus deutliche Worte gesagt: Lukas 12, 42. 43; 16, 1-10; 19, 11-23. Auch Jakobus wendet sich nicht gegen die Planung von Aktivitäten und deren Orientierung an sinnvollen Zielen. Aber er beanstandet das selbstherrliche Denken, in dem Menschen überlegen, planen, handeln. Nicht Planung an sich ist schlecht, sondern die stolze Haltung dahinter. Der Mensch meint: »Ich habµs, und ich kannµs!« Wer Jesus kennt und mit ihm geht, soll dieses Strickmuster weglegen. Begründung: 1. Der Mensch ist Geschöpf und nicht Schöpfer. Als Geschöpf bleibt er angewiesen auf Gottes Geben und Schenken. 2. Alle Zeit steht in der Hand Gottes (Ps.31,16). Die Zeit kommt von Gott. Er hat sie gemacht (1.Mose 1, 14-18). Darum gibt Gott dem Menschen Zeitmaß und Rhythmus an. Wer auf Dauer die Zeit eigenmächtig einteilt und verbraucht, zerbricht an der selbst gestrickten Planung. Ein denkwürdiges Beispiel dafür finden wir in 2.Chronik 36,20.21 (vgl. 3.Mose 26,43). Nehmen wir die Bewegung Gottes, den guten Rhythmus von Anspannung und Entspannung, Arbeiten und Ruhen wirklich ernst? Dazu: 1.Mose 2, 1-3; 5.Mose 5, 12-15; Markus 2, 27; Lukas 2, 42; 4, 16. Christen hüten sich vor der Gesetzlichkeit (Kol. 2, 16; Röm. 14, 5), bleiben aber verantwortlich dafür, die guten Lebensordnungen Gottes (Morgen und Abend, Tag und Nacht, sechs Arbeitstage und ein »Gottestag«) zu beherzigen.

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Montag, 2.Februar

Jakobus 4,13-15.

Jakobus nennt einen weiteren Grund, warum er vor eigensinnigem Planen und Arbeiten warnt: 3. Der Mensch hat die Zukunft nicht in der Tasche. Gott als Herr der Zeit hält auch die Zukunft in seiner Hand. Vom Menschen sagt Jakobus: »Ihr wisst ja nicht, wie es morgen um euer Leben steht.« Diese Wahrheit veranschaulichte Jesus eindrücklich im Gleichnis vom reichen Kornbauern, der über seinen großartigen Zukunftsplänen vergaß, dass Gott über Leben und Tod regiert (Luk. 12, 16-21). »Sorge dich nicht um den nächsten Morgen; denn du weißt nicht, was er dir bringt. Vielleicht gibt es kein Morgen mehr für dich.« Diese rabbinische Weisheit erfüllte sich buchstäblich im Leben jenes Bauern. Es kann lebensgefährlich sein, wenn wir vergessen, dass unser Leben wie ein »Dampf ist, der eine kleine Zeit sichtbar ist und dann verschwindet«. Gedacht ist an den aufsteigenden Dampf bei kochendem Wasser. So schnell wie kochendes Wasser verdampft, verfliegt das menschliche Leben: Psalm 90, 5. 6; Sprüche 27,1; Jesaja 40,6.7. Die atemberaubende Schnell-Entwicklung unserer Zeit trägt zur Heilung der tief im Menschen verwurzelten Unsicherheit nichts bei. Aber es gibt Hilfe: die Verwurzelung des Christen im Willen Gottes. Junge Christen tragenµs vielfältig am Arm »WWJD« (what would Jesus do; was würde Jesus tun?). Bei den älteren heißtµs oft »S.G.w.« - »So Gott will«. Werµs ernst damit meint, erlebt, wie viel Gelassenheit, Zuversicht und Geborgenheit Gott denen schenkt, die sich auf allen Wegen und bei allen Unternehmungen ihm anvertrauen. Aufmerksame Christen haben ihre Pläne stets im Bewusstsein ihrer Abhängigkeit von Gott gemacht: Apostelgeschichte 18, 21; 1.Korinther 4, 19; 16, 7. Wie sieht meine Alltags-Wirklichkeit aus? Bitte ich nur um Gottes Segen für meine Arbeit, oder plane ich so, dass genug Zeit für ihn, für den Ehepartner, die Familie und fürs Reich Gottes da ist?

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Dienstag, 3.Februar

Jakobus 4,15.

Die christliche Grundhaltung »Wollen, wie der Herr will« hat Jakobus vor allem bei Jesus Christus gesehen und gelernt. Das Größte, das Jesus tat, geschah weder durch Krankenheilungen und Toten-Auferweckungen noch durch gute Worte und Schulungsprogramme, sondern durch die lückenlose Verwirklichung desWillens Gottes. Im Alltagsgetümmel reagierte Jesus hellwach auf die Impulse seines Vaters. (Lies Luk. 2,49; 19,5; Joh. 2, 4.12; 4,4; 7, 8.10; Luk.22,42.) Nun mag sich für manch einen Christen die Frage stellen: Wie erkenne ich den Willen und die Führung Gottes in meinem Leben? Wir treffen bei dieser Fragestellung zuerst eine Unterscheidung: Gott hat in der Bibel seinen Willen eindeutig erklärt. Die zehn Grundworte stehen in 2.Mose 20 und 5.Mose 5. Zu ihnen gehört der ethische Wille Gottes für Christenmenschen, wie er vor allem in der neutestamentlichen Briefliteratur formuliert steht. Stellen wir uns mit Hilfe der Bibelstellen (1. Thess. 4, 3-11; 5, 12-14. 18; Phil. 2, 5; 1. Tim. 2, 4; 1. Petr.1,15.16; 2,15) eine Liste nach dem Muster zusammen: o Gott will Redlichkeit und nicht Betrug (1.Thess.4, 6) o Gott will Liebe und nicht Gleichgültigkeit (1.Thess.4,9.10) Von diesen eindeutigen Grundlinien sind Fragen der persönlichen Lebensgestaltung zu unterscheiden. Welchen Beruf soll ich erlernen und ausüben? Wo ist mein Platz? Ist ein Arbeits- oder Ortswechsel dran? Soll ich heiraten oder ledig bleiben? . . . Für heute nehmen wir die Zusage und Anleitung Gottes auf: »Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten. Seid nicht wie Rosse und Maultiere, die ohne Verstand sind, denen man Zaum und Gebiss anlegen muss; sie werden sonst nicht zu dir kommen. Der Gottlose hat viel Plage; wer aber auf den HERRN hofft, den wird die Güte umfangen« (Ps.32, 8-10).

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Mittwoch, 4.Februar

Jakobus 4,15.

Wie können wir den Willen Gottes für unsere persönliche Lebensgestaltung erkennen? 1. Ich habe mich zu fragen: Will ich den Willen Gottes wirklich tun? Es geht um meine aufrichtige Bereitschaft (Matth. 21, 28-32), nicht um mein Können. Dabei überdenke ich auch mitschwingende Motive. Hilfreich kann hier die Bitte aus Psalm 139, 23. 24 sein. 2. Ich überlege: Gibt es in der Bibel bereits Hinweise auf meine Frage? Weiter prüfe ich sorgfältig und möglichst schriftlich das Pro und Kontra der Argumente (2. Kor. 10, 4. 5). Auch äußere Umstände können Fingerzeig sein (Röm.15,22-28). 3. Ich nehme gegebenenfalls seelsorgerliche und/oder fachbezogene Beratung in Anspruch. Niemand kann alles wissen und mitbedenken. Darum ist der vertrauensvolle und offene Austausch hilfreich (Apg. 15, 1-6; 16, 10-15). 4. Ich rechne mit der vielfältigen Güte und dem unerschöpflichen Reichtum Gottes: Jeremia 32, 40. 41; 33, 9; Hesekiel 36, 11. Manchmal haben wir die Wahl zwischen zwei oder mehreren guten Möglichkeiten. Im Gespräch mit Gott (Röm. 8, 26. 27) entscheide ich mich für den Weg, den ich als den besten erkenne. Der richtige Weg ist nicht unbedingt der schwerere! - Auch die Frage nach meinen Gaben und Grenzen will hier bedacht sein. 5. Ich beachte die Stimme des »Schiedsrichters« in mir: Habe ich nach meiner Entscheidung Frieden (Phil.4, 7)? - Was aber, wenn sich große Entscheidungen nachträglich als falsch erwiesen und nichts mehr zu ändern ist? Dann darf ich wissen: Gott kann auch auf krummen Linien gerade schreiben. Sein wunderbares Ziel mit mir kann er nicht verfehlen, auch wenn ich fehle. Darum ist es gut, zu ihm umzukehren und ihm zu vertrauen.

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Donnerstag, 5.Februar

Jakobus 4, 16. 17.

Wer kennt nicht die Gefahr, nach guter Planung, gelungener und erfolgreicher Arbeit (V.13-15) sich selbst auf die Schulter zu klopfen?! Gewiss dürfen wir uns freuen, wenn eine Arbeit gut wurde. Wir sollten auch untereinander nicht mit Lob und Wertschätzung geizen - aber vor allem den Dank Gott gegenüber zum Ausdruck bringen. Wer gab uns die Zeit, die nötigen Mittel, die Fähigkeit, Kraft, Entschlossenheit, Ideen und Durchhaltevermögen? »Was sind wir doch? Was haben wir auf dieser ganzen Erd, das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd« (Paul Gerhardt, 1653). Bei aller Planung und allem Einsatz haben Christen keinen Grund, sich stolz und wortreich um ihre gute Arbeit zu drehen. Sie haben aber allen Grund, sich dankbar um ihren Vater im Himmel zu drehen. Was haben Psalm 115, 1 und Jesaja 42, 8 mit Lukas 17, 10 zu tun? Jakobus beschließt den Abschnitt mit einem Leitspruch, der bewusst als Zielpunkt seines Nachdenkens angesteuert wird: »Wer nun weiß, Gutes zu tun, und tut es nicht, dem ist es Sünde.« Der Textzusammenhang macht deutlich: Gut ist alles, was Gott, der Herr, will, nicht, was menschliche Meinung als »gut« erklärt. »Dazu, dass wir Gottes Willen, Plan und Wink gehorsam werden, gehört auch, dass wir uns nicht in solchem Maß von unseren eigenen Planungen, auch was den Tageslauf betrifft, besetzen und gefangen nehmen lassen, dass wir nicht mehr offen und frei sind für die Aufträge, zu denen Gott uns jeweils ruft. Es ist recht, mit Sorgfalt seine Zeit einzuteilen, doch es ist wichtig, auch jederzeit dazu bereit zu sein, sich von Gott Pläne umwerfen und neue Aufträge geben zu lassen. Es ist nötig, flexibel zu sein für Gott« (Fritz Grünzweig). (Vgl. Apg. 8,26. 27; 10, 21-23.)

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GEBET UM GOTTES FÜHRUNG UND VERGEBUNG - Psalm 25

Freitag, 6. Februar

Psalm 25, 1-22; 143, 8.

David gibt uns in Psalm 25 Einblick in sein Leben. Er schaut zurück auf Gefahren, Ängste, Not und Schuld in seinem Leben. Doch alles, was seine Vergangenheit betrifft, hat er vor Gott ausgesprochen, und so Trost, Vergebung und tiefen Frieden empfangen. Im Blick auf die Zukunft hält David an der einzigartigen Beziehung zu Gott fest. Er beschreibt sie so: »Der Herr ist denen Freund, die ihn fürchten; seinen Bund lässt er sie wissen« (V.14). Freundschaft, Gemeinschaft mit Gott - danach sehnt sich David, denn darin liegt das Höchste und Schönste für sein Leben verborgen. Dieses Glück, diese Freude, diesen Schatz möchte er nie verlieren und niemals preisgeben: Psalm 16, 8-11; 18,2.3; 27, 4. Wie können wir mitten in unserem Alltag eine solch tiefe und herzliche Beziehung mit Gott leben? Schon der erste Vers aus Psalm 25 gibt uns einen wichtigen Hinweis: »Nach dir, Herr, verlangt mich.« Der Beter will sagen: »Herr, ich sehne mich mit allen Fasern meines Herzens nach dir! Ich brauche dich so sehr wie die Luft zum Atmen. Ich will immer mit dir zusammen sein.« David weiß, dass nur dieser beständige Kontakt mit Gott ihm in all den bunten Herausforderungen seines Lebens Halt, Mut, Bewahrung, Zuversicht und Orientierung gibt. So kann er auch sagen: »Mein Gott, ich hoffe auf dich und vertraue dir.« Haben wir den persönlichen, den dankbaren, ja frohen Ton in seinen Worten bemerkt: »Mein Gott«? Christa von Viebahn sagte einmal: »Ich kann noch viel inniger mit meinem Gott verbunden werden, als ich es jetzt bin. Mein Ringen und Sinnen geht danach, dass ich noch viel vertrauter sein möchte mit meinem Gott.« Echte Freundschaft mit dem Herrn entsteht und wächst in der Gemeinschaft mit ihm: Psalm 63, 1-9.

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Samstag, 7.Februar

Psalm 25, 1-3; 42, 1-3.

Gemeinschaft mit Gott ist lebendige Beziehung, und lebendige Beziehung ist Gespräch: aktives Hören und wahrhaftiges Reden. Möchte ich mit Gott so im Gespräch sein? Ist mir das Gespräch mit ihm wirklich wichtig? Habe ich ein offenes Ohr für das, was er mir mitteilen möchte? Nehme ich mir Zeit, konzentriert und sorgfältig zu hören, was er mir sagen will? Das ist die eine Seite des Gesprächs. Und die andere:Wir dürfen Gott unser Herz ausschütten, ihm unsere Fragen, Pläne und Überlegungen vorlegen, all unsere Nöte, Enttäuschungen, Schmerzen und das Versagen vor ihm ausbreiten, aber auch das Schöne und Gute. David bittet Gott: »Lass mich nicht enttäuscht, nicht zuschanden, nicht beschämt werden. Diesen Triumph dürfen meine Feinde nicht über mich haben!« Auch wir haben »Feinde«, die uns in Beschlag nehmen und besiegen wollen. Oft sind es unsere eigenen Fehler, unser Egoismus, unsere Lieblosigkeit, die Bitterkeit und Eifersucht, das Vergleichen, das den Neid schürt. Oder es tauchen Zweifel auf, die unser Vertrauen auf Gott zu zerstören suchen. Wir dürfen uns wie David an Gott wenden und sagen: »Mein Gott, auf dich setze ich mein ganzes Vertrauen. Lass mich jetzt nicht fallen. Gönne meinen Feinden nicht diesen Triumph über mich.« Corrie ten Boom erzählte, wie ihr Vater sie einmal in einer gefährlichen Situation getröstet hat. Er wies sie auf die Gemeinschaft mit Gott hin und sagte: »Wenn unser Gott uns bei der Hand nimmt, hält er uns fest. Wenn er uns festhält, geht er vor uns her. Wenn er uns führt, bringt er uns eines Tages sicher nach Hause.« Darauf kommt alles an, dass wir in den Herausforderungen auf Gott schauen und seine Zusagen ernst nehmen. (Lies Ps.91,14.15; 62,6.7; Jer. 17,7.8.)

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Sonntag, 8.Februar

Psalm 25, 4; 27, 11.

Wege und Pfade - man stelle sich eine Landschaft vor. Immer wieder tauchen Kreuzungen auf, an denen man sich orientieren muss, in welche Richtung die nächsten Schritte gehen sollen. Obwohl David schon viele Jahre mit Gott unterwegs ist, bittet er wiederholt: »Herr, zeige mir deine Wege.« (Lies Ps. 139,23.24.) »Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich!« David ist es wichtig, dass Gott ihn in seinen Entscheidungen leitet. In einer höchst bedrängenden Situation, die ihn zu schnellem, entschlossenem Handeln herausforderte, nahm er sich zuerst die Zeit zum Gespräch mit Gott und befragte ihn: »Soll ich, werde ich?« (Lies 1.Sam.30, 6-20.) Gott wird auch uns antworten, wenn wir ihn ernstlich um seine Führung und Leitung bitten. Sein Versprechen gilt noch heute: »Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst. Ich will dich mit meinen Augen leiten« (Ps. 32, 8). Auch wenn wir nicht immer »postwendend« Antwort haben, können wir gelassen bleiben. Entscheidend ist, dass wir zu ihm hin offen bleiben und bereit sind, seine Wege zu gehen: Herr, ich will mich von dir führen und prägen lassen. Die Menschen in meiner Umgebung sollen an meinem Verhalten ablesen können, dass ich mit dir im Gespräch bin. Sie sollen merken, dass ich mit dir nach Problemlösungen suche, dass ich nicht nach meiner Einschätzung vorpresche, sondern in deiner Gesinnung handle und dein Wort mein Maßstab ist (1.Petr. 2,9.10.15.16.21-25). Hilf mir, dass ich heute keine falschen Wege, Umwege, Irrwege einschlage. Du hast mir sichere Führung zugesagt (Jes. 30, 21), selbst dann, wenn ich (noch) nichts davon sehe (Jes. 42, 16). Lass mir dein Ziel vor Augen bleiben.

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Montag, 9.Februar

Psalm 25, 4; 23, 3.

David vergleicht Gott in Psalm 23 mit einem guten Hirten, der mit seinem Namen dafür bürgt, dass er die Seinen gut und richtig führt. Sorgfältig sucht er für sie die beste Weide und führt sie dahin, wo sie ihren Durst löschen können. Immer hat er eine Erfrischung für sie bereit. Und wenn es auf steilen, einsamen Wegen eine Strecke zu wandern gilt, ist er dabei und mit seinem Trost ganz nahe. Nie lässt er sie allein. Ihnen gilt seine liebevolle Fürsorge. Wer sich seiner Führung anvertraut, den bringt er sicher ans Ziel. Das Volk Israel hatte das während der langen Wüstenwanderung erlebt. »Der Herr zog vor ihnen her, am Tage in einer Wolkensäule, um sie den rechten Weg zu führen, und bei Nacht in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten, damit sie Tag und Nacht wandern konnten« (2.Mose 13, 21; lies Ps. 78, 14; 4.Mose 9, 15-23). Sollten wir Gott, der so weise und liebevoll um uns besorgt ist, nicht viel mehr in unsere Überlegungen einbeziehen und ihn um seine Wegweisung bitten? »Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg.« Wenn wir manchmal keinen Weg sehen, wenn die Spannungen wachsen über der Frage, wie es weitergehen soll und die Zeit scheinbar sinnlos verstreicht, so gilt es doch, auf Gottes Stunde zu warten. Er wird uns zur rechten Zeit den richtigen Weg zeigen. Keiner ist so pünktlich wie unser Herr! Paulus und Timotheus erlebten auf ihrer zweiten Missionsreise klare Wegweisung. Der Heilige Geist durchkreuzte zwar ihre geplanten Wege. Doch dann hörte Paulus den Ruf: »Komm herüber nach Mazedonien und hilf uns! Da suchten wir sogleich nach Mazedonien zu reisen, gewiss, dass uns Gott dahin berufen hatte.« Gewissheit über Gottes Führung macht froh und getrost! (Lies Apg.16, 6-10.)

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Dienstag, 10.Februar

Psalm 25, 4; 73, 24.

»Herr, zeige mir deine Wege!« Wie oft waren wir schon wie David auf der Suche nach dem richtigen Weg. Gott lässt uns dabei nicht allein, wenn wir ihm nur vertrauen. Er hat einen Weg für uns. Ja, er weiß den besten Weg. Das erkennen wir allerdings nicht immer, und die Frage beschäftigt uns, warum Gott so und nicht anders handelt. »Europäische Siedler hatten sich unter den Indianern niedergelassen. Viele dieser Leute waren zu den Indianern unfreundlich und betrogen sie. Nur eine Familie begegnete ihnen wie Freunde und achtete sie. Ein Indianer fasste deshalb Vertrauen und besuchte die Familie öfter. Eines Tages kam er ganz aufgeregt zu den Siedlern und bat sie dringend, mit ihm zu kommen. Als er ihr Zögern bemerkte, packte er kurzerhand das Kind der Familie und rannte mit ihm auf und davon. Entsetzt und in großer Angst um ihr Kind, liefen die Eltern hinter ihm her. Wie ein Freund hatte sich dieser Mann ihnen bisher gezeigt, und nun raubte er ihnen ihre einzige kleine Tochter. Doch plötzlich blieb der Indianer stehen und wartete auf die Eltern. Wortlos übergab er ihnen ihr Kind. Gleichzeitig zeigte er mit seinem ausgestreckten Arm in Richtung der Siedlung. Als die Eltern sich umschauten, waren sie wie erstarrt. Hinter ihnen brannte die ganze Siedlung. Die Indianer hatten den Entschluss gefasst, sich an den Europäern zu rächen und ihre Häuser niederzubrennen. Doch der eine wollte seine Freunde retten. Er sah keine andere Möglichkeit, sie aus der Siedlung herauszubringen, und raubte deshalb zum Schein ihr Kind« (A. Kühner). Manchmal erscheinen uns Gottes Wege genauso unverständlich. Manche Warum-Frage wird erst in der Ewigkeit geklärt sein. Aber es bleibt dabei: »Er führet mich auf rechter Straße.« (Lies Ps.37,5; 48,15; 78,53a.)

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Mittwoch, 11.Februar

Psalm 25, 8-10; Sprüche 23, 26.

Gott führt jeden Menschen ganz persönlich. Er weiß längst, welche Aufgabe er dem Einzelnen zugedacht hat, und er begabt und schult ihn dafür. Schon von klein auf bereitete Gott Mose für seine große Verantwortung vor. Lektion um Lektion musste er lernen - zunächst in Ägypten am Hof des Pharaos, dann in der Sinai-Wüste als Schafhirte (2.Mose 1, 20-3, 2). - Dem Gelehrten Saul aus Tarsus, jenem erbarmungslosen Verfolger der Christen-Gemeinde, begegnete der Herr so, dass aus ihm ein Botschafter des Evangeliums von Jesus Christus wurde (1.Tim.1,12-17). Wie viel Zeit, Geduld und Liebe investiert Gott, um seine Leute für seine Pläne brauchbar zu machen! Wer sein Leben Gott anvertraut, wer sich von ihm beraten lässt und tut, was er sagt, wird immer wieder die Güte Gottes, seine Liebe und Treue entdecken. Dann wird selbst der schwierigste Weg ein Segensweg sein (1.Mose 49, 22-25). Joseph konnte im Rückblick auf sein Leben zu seinen Brüdern sagen: »Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, Gott aber gedachte es gut zu machen« (1.Mose 50,20; lies Ps.37,39. 40; 68,20). Bei allem, was in unserem Leben geschieht, kommt es darauf an, wie wir damit umgehen. Wir dürfen daran festhalten: Die Höhen und die Tiefen sind in Gottes Hand. Er selbst will uns helfen, auch das dunkle Geschick aus seiner Hand annehmen zu lernen, und uns dort, wo wir in Rebellion und Anklage festsitzen, befreien. Ein Ausleger empfiehlt: »Sag ja zu den Überraschungen, die deine Pläne kreuzen, deine Träume zunichte machen, deinem Tag eine ganz andere Richtung geben, - ja vielleicht deinem Leben. Sie sind nicht Zufall. Lass dem himmlischen Vater die Freiheit, selber den Verlauf deiner Tage zu bestimmen.« (Lies Röm. 8,28; Jak.1,12.)

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Donnerstag, 12.Februar

Psalm 25, 6. 7; Klagelieder 3,22. 23.

»Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von Ewigkeit her gewesen sind. Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und meiner Übertretungen, gedenke aber meiner nach deiner Barmherzigkeit, Herr, um deiner Güte willen!« Je intensiver wir in der Gemeinschaft mit Gott leben, umso deutlicher führt er uns auch in Sündenerkenntnis hinein. Wir merken auf einmal, dass dies und jenes nicht mehr zum Leben eines wiedergeborenen Christen passt. Paulus schreibt der Gemeinde in Kolossä: »Nun legt alles ab von euch: Zorn, Grimm, Bosheit, Lästerung, schandbare Worte aus eurem Munde, belügt einander nicht, denn ihr habt den alten Menschen mit seinen Werken ausgezogen. « Und dann fährt er fort: »So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld und ertragt einer den andern und vergebt euch untereinander, wenn jemand Klage hat gegen den andern« (Kol.3, 8-10.12-14). Nur durch Vergebung unserer Schuld und Sünde kann auch in uns neues Leben entstehen und wachsen. David erinnert sich an die »Sünden seiner Jugend«, was immer ihm dabei vor Augen stand. Er weiß, wie verheerend sich unvergebene Schuld auswirkt: »Als ich es verschweigen wollte, verschmachteten meine Gebeine durch mein tägliches Klagen. Denn deine Hand lag Tag und Nacht schwer auf mir, dass mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürre wird« (Ps. 32, 3. 4). Doch dann spricht David von Gottes großer Barmherzigkeit und Güte, durch die er Vergebung seiner Schuld erfahren hat. Nicht oft genug kann er es wiederholen: »Du aber, Herr, Gott, bist barmherzig und gnädig, geduldig und von großer Güte und Treue.« (Lies Ps.86,15; 103, 1-13.)

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Freitag, 13. Februar

Psalm 25,11; Jesaja 1,18.

»Um deines Namens willen, Herr, vergib mir meine Schuld, die so groß ist!« Kein Mensch braucht unvergebene Schuld mitzuschleppen. Er muss sie auch nicht schönreden oder vertuschen - und erst recht nicht andern in die Schuhe schieben. Jesus Christus ist für unsere Schuld am Kreuz gestorben, damit wir Vergebung erfahren können. Wenn Gott uns an eine unvergebene Schuld erinnert, haben wir jetzt die Möglichkeit, mit ihm darüber zu reden und ihn um Vergebung zu bitten. Kein Versagen, keine Sünde ist zu schwer, zu klein oder zu groß, als dass er sie uns nicht vergeben könnte. »Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit« (1. Joh.1,9; lies 1. Joh. 2,1.2; Jes.44,22). David lässt sich durch die Erinnerung an seine Schuld nicht bedrücken und mutlos machen. Er weiß, vor Gott bekannte Schuld ist für immer vergeben. Und so kann er sagen: »Gnade und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.« Welch eine Zuversicht wächst aus der Gewissheit der Vergebung! (Lies Luk. 15, 11-24; Ps. 51, 3-14.)

Wie ein Fest nach langer Trauer, wie ein Feuer in der Nacht, ein offnes Tor in einer Mauer, für die Sonne aufgemacht. Wie ein Brief nach langem Schweigen, wie ein unverhoffter Gruß, wie ein Blatt an toten Zweigen, ein »Ich-mag-dich-trotzdem-Kuss«. So ist Versöhnung. So muss der wahre Friede sein. So ist Versöhnung. So ist Vergeben und Verzeihn. Jürgen Werth

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Samstag,14.Februar

Psalm 25, 14; Johannes 15, 15.

Das Ergebnis der Umkehr zu Gott fasst David in der froh machenden Tatsache zusammen: »Freundschaft hält der Herr mit denen, die ihn fürchten; und seinen Bund lässt er sie wissen.« Gott selber bietet uns seine Freundschaft an. Alles räumt er aus dem Weg, was für diese Freundschaft hinderlich wäre. Gott will mich zum Freund haben - ein unfassbares Vorrecht, eine tiefe Freude und ein nicht zu überbietendes Glück. (Lies 1. Joh.1,3; 1.Kor.1,9; Joh.14,21.23.) Nicht nur mit Mose »redet Gott von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freunde redet«, auch David erfährt Gottes Reden und zugleich spricht David Gott in seinem Gebet ganz persönlich an: »Zu dir, Herr, erhebe ich meine Seele, nach dir verlangt mich, leite mich, denke an mich, vergib mir, wende dich mir zu, bewahre meine Seele.« David spricht alle seine Wünsche vertrauensvoll vor Gott aus. Und dann stellt er sich die Größe und Barmherzigkeit Gottes vor Augen und sagt: »Der Herr ist gut und gerecht; darum weist er Sündern den Weg. Er leitet die Elenden recht und lehrt die Elenden seinen Weg.« Was David von Gott weiß, veranlasst ihn, Großes von ihm zu erbitten. Er fühlt sich »einsam und elend«, er sehnt sich nach der Freundschaft mit Gott. »Nach dir verlangt mich, mein Gott, ich hoffe auf dich!« Die Umstände, in denen David lebt, sind nicht gerade rosig: Um ihn her sind feindlich gesinnte Menschen. Elend und Not bedrängen ihn. Die Einsamkeit beschleicht ihn, und seine Angst ist groß. Er empfindet den Druck, der auf ihm lastet, aber David bleibt nicht dabei stehen. Er richtet seinen Blick auf Gott, der ihm seine Freundschaft zugesagt hat, und das lässt ihn wieder froh werden. (Lies Ps.34,5.6; 57,1-12; Hebr.12,2.3.)

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Sonntag, 15.Februar

Psalm 25, 14; 86, 11.

»Freundschaft hält der Herr mit denen, die ihn fürchten!« David spricht von einer Bedingung, an die die Freundschaft mit Gott geknüpft ist: »Gott fürchten.« Hier ist nicht gemeint, dass wir ängstlich, eingeschüchtert und erschrocken, voll angstvoller Ungewissheit vor Gott leben sollen, sondern mit Hochachtung und herzlicher Verehrung - in heiliger Ehrfurcht vor ihm. (Vgl. Spr.14,27; Ps.111,10.) In Ehrfurcht vor Gott leben bedeutet, nach seinem Willen zu fragen und ihn zu tun. Jesus selber sagt: »Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete.« Gottesfurcht zeigt sich in der Liebe, im Vertrauen und Gehorsam Gott gegenüber. Dadurch strömt reicher Segen in unser Leben hinein. »Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, soll aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit und Heil unter ihren Flügeln« (Mal.3,20; lies Spr.15,33; Mal.3,16.17). David teilt uns mit, wie er die Bedingung für die Freundschaft mit Gott zu erfüllen versucht. Er sagt: »Meine Augen sind stets auf den Herrn gerichtet, denn er wird meinen Fuß aus dem Netze ziehen!« Gott fürchten heißt, im Aufblick zu Gott zu leben - besonders wenn wir unter Druck sind. Der Herr wird uns beistehen, besonders in der Versuchung. David schaut Hilfe suchend zu seinem Gott auf und bittet ihn: »Wende dich mir zu, Herr, und rechne meine Schuld nicht an, denn ich bin einsam und niedergeschlagen. Mir ist angst und bange, nimm diese Last von meinem Herzen! Sieh meinen Jammer und mein Elend an und vergib mir alle meine Sünden! Herr, meine Feinde sind nicht zu zählen. Abgrundtief hassen sie mich. Bewahre mein Leben und rette mich!« Mit diesem Gebet gibt sich David ganz in Gottes Hände und weiß sich bei dem geborgen, der ihm seine Freundschaft versprochen hat. (Lies Ps.138, 1-8.)

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Montag, 16. Februar

Psalm 25, 14.15; Jesaja 41, 10.

»Gott ist ein Freund denen, die ihn fürchten.« David rechnet mit dem Gott, der ihm seine Freundschaft gewährt. Hier liegt die Erklärung dafür, dass David selbst in schweren und dunklen Tagen und in schmerzlichen Verhältnissen sagen kann: »Enttäuscht wird keiner, der auf Gott vertraut. Hilf mir, aufrichtig und ehrlich zu leben. Herr, ich rechne mit dir!« Wir können uns auf Gott verlassen, denn er verlässt die nicht, denen er seine Freundschaft zugesagt hat. Darin zeigt sich eben das Wesen echter Freundschaft, dass Gott uns in Not und Leid und in dem, was uns unerträglich und rätselhaft erscheint, besonders nahe ist. Vielleicht haben wir zurzeit auch mit einer der Nöte zu kämpfen, die auch David durchmachte: mit Einsamkeit, Angst und Anfeindungen. Wenn wir uns wie in einem Netz gefangen vorkommen und keinen Ausweg sehen, dann gilt Gottes Versprechen, dass er an der Freundschaft mit uns festhält. (Lies Ps. 50, 15; Hebr. 13, 5b. 6.) Vielleicht hat unsere Not auch ein ganz anderes Gesicht - Schwierigkeiten in der Familie, belastete Beziehungen in unserem Umfeld, eine harte Diagnose mit einer schlechten Prognose, berufliche oder finanzielle Probleme, - was immer es ist, wir wollen uns daran erinnern, dass der allmächtige Gott uns seine Freundschaft versprochen hat. Paul Gerhardt schreibt aus einer von Leid und Schmerz geprägten Erfahrung heraus in einem seiner Lieder: Hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, was kann mir tun der Feinde und Widersacher Rott? Nun weiß und glaub ich feste, ich rühmµs auch ohne Scheu, dass Gott, der Höchst und Beste, mein Freund und Vater sei und dass in allen Fällen er mir zur Rechten steh und dämpfe Sturm und Wellen und was mir bringet Weh. JESUS CHRISTUS UND SEINE STREITSÜCHTIGEN GEGNER

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Markus 2, 1-17

Dienstag, 17.Februar

Markus 2, 1-3, 6.

Den zweiten Teil seines Evangeliums (2, 1-3, 6) hat Markus unter ein besonderes Thema gestellt: Jesus im Kritikfeld seiner Gegner. Natürlich war der Herr von Beginn seiner öffentlichen Wirksamkeit an in der Schusslinie des Feindes (Mark.1,13.23ff.34.39) und während seiner gesamten Dienstzeit auf der Erde unentwegt herausgefordert zu einem Lebenskampf ohnegleichen. Aber der Evangelist Markus thematisiert schon vom zweiten Kapitel an das eigentliche Ziel der Sendung des Sohnes Gottes: seinen Tod am Kreuz. Es beginnt mit einem stummen Widerstand der Gegner (2, 6. 7) und endet mit dem aktiven Todesbeschluss über Jesus (3, 6). Dazwischen liegen »Streitgespräche« zwischen den Vertretern jüdischer Frömmigkeit und Jesus. Die Streitpunkte lassen sich mit vier Stichwörtern markieren: »Sünde« (2, 1-12), »Sünder« (2, 13-17), »Fasten« (2,18-22) und »Sabbat« (2,23-28; 3, 1-6). Markus lässt die Leser seines Evangeliums wissen, dass die Pointe der Jesus- Geschichte und der Dreh- und Angelpunkt der Weltgeschichte das Kreuz von Golgatha ist. »Nur am Fuß des Kreuzes sehen wir uns selbst, die Welt und Gott im rechten Licht« (H. Taylor). Hier bekommen wir Frieden mit Gott (Kol. 2, 14. 15) - vollständige Vergebung für alle unsere Sünden (Luk. 23, 34) - Entlassung aus der Gefangenschaft des Teufels und des Todes (Hebr. 2,14) - Befreiung aus der harten Verkettung von Lügen- und Suchtverhalten (1. Petr. 4, 1-3; 2, 24) - echte Lebensfreude - Halt und Trost im Leiden (1. Petr. 4, 12-14) - ein geborgenes und glückliches Zuhause (Luk. 23, 43) - die zuverlässige Anleitung und Ausrüstung für ein Leben, das Gott gefällt (Hebr. 10, 14). Wundert es da noch, dass der Apostel Paulus dieses Kreuz über alles andere lobt: »Es sei aber fern von mir, mich zu rühmen als allein des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch den mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt« (Gal. 6, 14; vgl. 1.Kor. 1, 23; 2, 2).

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Mittwoch, 18.Februar

Markus 2, 1. 2.

ERSTER STREITPUNKT: SÜNDENVERGEBUNG FÜR DEN GELÄHMTEN (2, 1-12) Nach seinem ersten Wirken in Kapernaum (Mark. 1, 21ff) und einer Zeit in der Einsamkeit (1, 45) ist Jesus jetzt wieder zu Hause »in seiner Stadt« (vgl. Matth. 9, 1 mit 4, 13). Kaum ist er da, kommt auch schon Besuch. Und bald reicht der Platz nicht mehr, nicht einmal der Platz vor der Haustür; eine ähnliche Situation wie schon einmal (Mark.1,33). Die Menschen hatten Sehnsucht nach Jesus. Sie wollten unbedingt bei ihm sein, hatten sie doch ungezählte Sorgen, handfesten Kummer und schlimme Krankheitsnot zu tragen. Mit allem, was sie drückte, mussten sie zu ihm in die Sprechstunde. Es gab ja auch vieles, das seinerzeit »liegen geblieben« war (Mark.1,37-39). Auch jetzt macht der göttliche Arzt sich wieder an die Arbeit. Doch anders als in 1, 34 heißt es nun: »Und er sagte ihnen das Wort.« Es ist eine besondere Sprechstunde, wenn »das Wort« Gottes zu uns spricht. Denn ohne sein Wort verdampft unser Leben in der Hitze des Alltags. Ohne sein Wort fehlt uns die Orientierung im Dschungel der Verzweiflung und Angst. Ohne sein Wort vertrocknet unser Lebensmut in der Einöde der Ratlosigkeit. Das wussten schon die Beter des Alten Testaments: »Fanden sich Worte von dir, dann habe ich sie gegessen, und deine Worte waren mir zur Wonne und zur Freude meines Herzens«, bekannte der Prophet Jeremia (15, 16). Die Sprechstunde beim göttlichen Arzt ist eine Existenzfrage. Das wird besonders deutlich in Psalm 119. Markieren wir einmal in unserer Bibel, welche Lebenshilfen wir durch das Wort Gottes bekommen, wenn wir uns in die Sprechstunde unseres Herrn begeben. Für Jesus selber hatte die Sprechstunde mit dem Vater im Himmel - das Gebet und die Vertiefung ins Wort Gottes - absolute Priorität: Markus 1,35; Lukas 2,49; Matthäus 4,4; 14,23; Lukas 5,16; Johannes 4, 34.

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Donnerstag, 19.Februar

Markus 2, 3-5; Jakobus 2, 17.

Was ist das Schlimmste an dieser knapp geschilderten Szene? Die furchtbare Krankheit des Mannes? Er liegt gelähmt auf dem Rücken - bewegungsunfähig, hilflos, ausgeliefert, rund um die Uhr und von Kopf bis Fuß angewiesen auf Pflege und Fürsorge. Wie tot lag er auf seiner Matte! Sie ist Kennzeichen seiner Armut; denn Kranke mussten, wenn sie ihrem Broterwerb nicht mehr nachgehen konnten, ihren Besitz Stück für Stück verkaufen, bis sie nur noch von Almosen lebten. Da ist manch einer in seiner Persönlichkeit verkümmert. Von diesem Mann geht - nach Textbestand - keinerlei Regung und Initiative aus! Erst in Vers 12 kommt Bewegung in ihn. Das Schlimmste wäre, wenn dieser Mann nicht zu Jesus käme. Die anderen sind längst da. Aber der Erstarrte kann gar nicht. Er braucht die Augen, die Hände und Füße der anderen, sonst kommt er nicht zu Jesus. Welch ein Segen sind diese vier, die das nicht nur verstanden, sondern auch verwirklichten. Und wie sie das machten! Über die Außentreppe an der Rückwand des Hauses gelangten sie aufs Flachdach, deckten es an der Stelle ab, wo sich Jesus befand und ließen den Kranken hinunterschweben. Deckendurchbrüche in Notfällen waren im Altertum bekannt. Aber hier wurde vor allem »der Glaube, der durch die Liebe tätig ist«, bekannt (Gal. 5, 6). Den nimmt Jesus wahr. Der Herr verliert kein kritisches Wort über diese unerhörte »bauliche Veränderung«. Er beklagt sich weder über die Alltagsgeräusche noch über den Staub »von oben«. Er sieht aber auf das, was wirklich wichtig ist: auf den Glauben, der durch die Liebe tätig wird - mutig, einfallsreich, einmütig, hingebungsvoll, opferbereit. Wir wollen uns heute ernstlich fragen: Brennen wir im Zubringer-Dienst zu Jesus, oder blockieren wir? Wie bleiben wir »brennend im Geist« (Röm.12,11)? Dazu: Lukas 24,32; 1.Thessalonicher 5,19; Epheser 4,30.

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Freitag, 20. Februar

Markus 2, 5; Psalm 3, 9; 46, 2.

Die vier Träger wussten um die hundertprozentige Schwachheit des Gelähmten und um die hundertprozentige Kraft des Herrn Jesus Christus. Und sie hatten den Mut, die menschliche Schwachheit mit der göttlichen Kraft in Verbindung zu bringen. Das ist Glaube. Glaube, der wie ein Fürbitte-Gebet zum Ausdruck bringt: »Herr, du bist stark. Du weißt, was hier zu tun ist. Du kannst helfen.« Dieser Glaube - und sei er noch so wortlos, winzig oder wackelig - läuft nicht ins Leere, sondern berührt und bewegt das Herz und den Arm Gottes. Braucht Gott unser Vertrauen, um handeln zu können? Als Allmächtiger und Allwissender braucht er es nicht, aber als unser Freund sehnt er sich nach unserem Vertrauen: 2.Mose 33,11; 1.Mose 18,17; Jesaja 41,8; Hosea 2,21.22; Jakobus 2, 23. Nichts ist Gott so wichtig wie unser Vertrauen. Das wird auch in Kapernaum deutlich. Jesus reagiert auf den Glauben der vier Männer mit einer Gottestat, die nicht weniger überrascht als deren bahnbrechende »Dachbesteigung«: »Kind, deine Sünden werden dir hier und jetzt vergeben«, so die wörtliche Übersetzung. Die Anrede »Kind« darf weder als seelisches Betätscheln noch als Altersangabe noch als seelsorgerlich-amtliche Formel verstanden werden. Wenn Jesus gelegentlich seine Jünger als »Kinder« anspricht (Mark. 10, 24) oder in 5, 34 eine erwachsene Frau als »Tochter«, hebt der Herr durch diese Anrede »eine Trennung auf und bezieht sie in sein Haus, in die Familie Gottes ein. Auch den Gelähmten überwölbt plötzlich Schutz und Gemeinschaft« (A. Pohl). Das göttlich Große in diesem Augenblick liegt darin, dass Jesus in der Vollmacht Gottes den eigentlichen wunden Punkt des Menschen - »deine Sünden« - anspricht und ihn wegschafft. Dabei geht es hier nicht um ein bisschen »Privatglück« eines zutiefst »Unglücklichen«, sondern hier ereignet sich Endzeithandeln Gottes: Hebräer 1, 1-3.

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Samstag, 21.Februar

Markus 2, 5; Micha 7, 8.

Dass der Herr dem Kranken die Vergebung seiner Sünden zuspricht, war für jüdische Augen und Ohren nichts Befremdliches. Denn Krankheit galt als Strafe von Gott für begangene Sünden. Man glaubte, wer krank sei, dem zürne Gott besonders. Jesus lehnte solches Denken ausdrücklich ab (Joh.9,3; Luk.13,2.3). Nur in einem einzigen uns bekannten Fall (unser Text) warf er die Schuldfrage vor und in einem anderen Fall nach der Heilung auf (Joh.5,14). »So muss in dieser Sache größte seelsorgerliche Verantwortung walten. Wie brutal, gerade Schwache und Leidende immer als die Schlechten anzuprangern - eine typische Ideologie der Gesunden! Gewiss ist Leid durch viele Fäden mit Schuld verknüpft, aber muss es immer die Schuld des Kranken selbst sein? Ist Krankheit wirklich nur etwas Privates und nicht vielmehr ein Ruf an alle, nachzudenken über Verhalten und Verhältnisse, die so viele Menschen körperlich und seelisch krank werden lassen? Dabei geht es gewiss nicht darum, die Schuldanteile im Einzelfall genau vorzurechnen« (A. Pohl). Wenn Jesus uns in Krankheitszeiten Schuld(zusammenhänge) aufdeckt, geht es um sein seelsorgerliches Wirken an uns. Diesen Dienst, der, über das Persönliche hinausgehend, in jeder geistlich gesundenGemeinde ernst genommen wird (Jak. 5, 14-16), sollten wir dankbar annehmen. Es ist überhaupt das Größte, das Jesus in einemMenschenleben erreicht,wenn er uns im Lauf unseres Lebens tiefer von uns selbst, von unserem eingefleischten Ego mit seinen sündhaften Ver- flechtungen befreien darf, damit sein Wesen bei und an uns immer mehr zum Vorschein kommt. Da fließt manche Träne. Aber eines Tages werden wir erkennen: »Siehe, zum Heil wurde mir bitteres Leid: Du, du hast liebevoll meine Seele von der Grube der Vernichtung zurückgehalten, denn alle meine Sünden hast du hinter deinen Rücken geworfen« (Jes.38,17; vgl. 1.Kor.11,32; Hebr.12,11).

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Sonntag, 22.Februar

Markus 2, 6. 7.

Erst jetzt erfahren wir, dass auch Schriftgelehrte anwesend sind - Menschen, die sich dem lebenslangen Studium der Thora hingegeben hatten. In einer langen und leidvollen Geschichte hatten sie und die Partei der Pharisäer die jüdische Nation durch eine Frömmigkeit zu prägen gesucht, die ausschließlich an die Synagoge gebunden war. Diese bildete das Zentrum des religiösen und bürgerlichen Lebens. Alles lag in der Hand der Schriftgelehrten: Erziehung, Justiz, Gottesdienst, Theologie, Wirtschaft und Privatleben. Ihr Macht- und Kontrollsystem funktionierte perfekt. Da sitzen sie nun in Achtung gebietender Würde, hören, sehen und schweigen. Aber in den Köpfen arbeitet es mächtig: »Was redet dieser so? Er lästert! Wer kann Sünden vergeben außer dem einen Gott?« Als Gotteslästerer galt, wer irgendwie - auch ohne Fluchworte - die Majestät und Einzigkeit Gottes, wie sie in 5.Mose 6, 4-9 formuliert ist, antastete. Jesus aber hatte sich nach ihrem Gesetzesverständnis nicht unter die Thora, sondern neben Gott gestellt. Außerdem sahen sie es als Anmaßung, von einer völligen Sündenvergebung »hier und jetzt« zu sprechen. Jüdische Frömmigkeit hatte diese in die Zukunft gelegt, dann, wenn Gott Gericht hält. - Wir merken, hier bahnt sich ein Widerstand gegen Jesus an, der aus dem Gesetz und der Auslegung des Gesetzes kommt, der aber im Licht des Heilsplans Gottes eine gefährliche Vermischung von Bibel, Tradition und menschlichem Eifer darstellt. Es ist ein Widerstand, der in das Zentrum des Glaubens greift: Wer ist dieser Jesus? Etwa Gott? Was kann dieser Jesus? Etwa jetzt schon die volle Vergebung der Sünden zusagen? Heute lohnt sich die Überlegung: Was haben wir an Jesus? Wer ist er für uns, für mich persönlich? »Christus ist mein Leben« (Phil. 1, 21; Joh. 10, 25. 26; 2. Tim. 2, 10) - meine Gerechtigkeit, meine Freude, mein Trost, meine Hoffnung, meine Weisheit. Jesus, mein Heiland, Bruder und Freund, mein Hohepriester, mein König, mein Gott und mein Herr.

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Montag, 23. Februar

Markus 2, 8; Psalm 139, 1-4; Jesaja 11, 2. Jesus erkannte durch den Heiligen Geist, »dass sie so bei sich selbst dachten«. In der Kraft des Geistes Gottes durchschaut er den Menschen - bis auf seinen schlammigen Grund. Der Herr stöbert die feindseligen Gedanken auf und zieht sie ans Licht. »Was denkt ihr dieses in euren Herzen?!« Jesus rüttelt an ihrer Gedanken-Festung, hinter der ja nicht nur die Feindseligkeit gegen ihn selbst lauerte, sondern auch gegen den Gelähmten, dem das herrliche Befreiungswort des Herrn galt. Mit der Jesusfeindlichkeit verbindet sich oft eine erschreckende Form von Menschenfeindlichkeit. »Wer seinem Nächsten Verachtung zeigt, sündigt; aber wohl dem, der sich über die Elenden erbarmt« (Spr. 14, 21; vgl. Röm. 14,10; 1. Joh.4,20.21)! Wie geht Jesus mit solch unheimlicher Feindseligkeit, die er soeben ans Licht brachte, um? Er fragt: Was ist leichter - Sündenvergebung oder Heilung? Da die Schriftgelehrten dachten, dass Jesus mit dem Zuspruch der Sündenvergebung nur große Worte gemacht, in Wirklichkeit aber Gott gelästert habe, könne ein derartiger Betrüger auch keine Heilung vollbringen. Diesem hintersinnigen Denken setzt Jesus entgegen: »Damit ihr aber wisst, dass der Menschensohn Vollmacht hat, Sünden zu vergeben auf Erden - sprach er zu dem Gelähmten: Ich sage dir, steh auf, nimm dein Bett und geh heim! « Jesus lässt auf sein vollmächtiges Vergebungswort sein vollmächtiges Heilungswort folgen, nicht, um es seinen Gegnern jetzt aber zu zeigen. Nein, Jesus will - in aller Deutlichkeit und Liebe - auch die Gegner gewinnen. Er liebt sie alle - und er will sie alle. »Gott will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung, . . . « (1.Tim.2,4.5; vgl. Hes.18,23; 2.Petr.3,9).

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Dienstag, 24.Februar

Markus 2,10-12; Römer 4, 6-8.

Jesus hat für jeden das richtige Wort. Die Schriftgelehrten müssen sich sagen lassen, wie falsch und schlimm ihr Denken über Jesus ist. Einen Gotteslästerer hatten sie im Herzen bereits unter das gesetzlich vorgesehene Todesurteil gestellt (3.Mose 24,16)! Und Jesus? Er verteidigt sich nicht selbst und er macht nichts aus sich selbst, sondern offenbart, wer er ist: der endzeitliche Menschensohn, »der gekommen ist, dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele« (Mark.10,45). Der Herr wusste, wie viel Heils-Ungewissheit gerade in Herz und Leben derer steckte, die so überaus gewissenhaft Gott gefallen wollten, dabei aber ein Gott gefälliges Leben von ihren Leistungen abhängig machten und so ihr Seelenheil aufs Spiel setzten. Dazu Lukas 18, 9-14 und Matthäus 21,31. Der Gelähmte hörte die wunderbare Zusage des Herrn: »Deine Sünden sind dir vergeben.« Es war genau das richtige Wort für ihn. Wer diese Vergewisserung von höchster Stelle erfährt, darf sich freuen, freuen, freuen. »Wohl dem, dem die Schuld vergeben ist und dem der Herr die Sünde nicht anrechnet« (Ps. 32, 1. 2). Wenn Jesus darüber hinaus zum Vergebungswort das Heilungswort spricht, kommt auch dieses Wort aus seiner göttlichen Weisheit. Auch ohne Heilung gilt seine Vergebung. Aber die Heilung ist hier ein Zeichen, das die Sündenvergebung unterstreicht, dann aber vor allem ein Hinweis darauf, dass jetzt mit dem Wirken des Herrn Jesus Christus das »Gnadenjahr des Herrn« angebrochen ist. Jesus, der mit dem Heiligen Geist Gesalbte, ist gekommen, »zu schaffen den Trauernden zu Zion, dass ihnen Schmuck statt Asche, Freudenöl statt Trauerkleid, Lobgesang statt eines betrübten Geistes gegeben werden, dass sie genannt werden »Bäume der Gerechtigkeit«, »Pflanzung des HERRN«, ihm zum Preise« (Jes.61, 1-3).

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Mittwoch, 25.Februar

Markus 2, 11. 12.

Jesus hat das Sagen. »Steh auf, nimm deine Matte, geh in dein Haus!« Und sogleich steht der Mann auf. Warum? Weil Jesus es gesagt hatte, darum. Das Wort von Jesus hat Auferstehungskraft. Es schafft die Sünde und den Tod weg und bringt Leben in müde, schlaffe und zu Tode erschöpfte Körper. Der Gelähmte löste sich von seiner Matte. Sie wird auffällig oft hervorgehoben (V. 4. 9. 11. 12). Bisher hielt sie ihn gefesselt - als Wahrzeichen seines Leides. Jetzt wird sie aufgehoben, wie man eine Knechtschaft aufhebt und zum Triumph als federleichte Beute vor aller Augen hinweggeschafft. Nun trägt der Geheilte sie als das Wahrzeichen seiner Befreiung nach Hause. Die Menschen »entsetzten sich« (1, 27; 5, 42; 6, 51). »Ist denn etwas Entsetzliches geschehen? Ja, aber etwas entsetzlich Gutes: endzeitliche Sündenvergebung und Heilwerden des ganzen Menschen. Bei Jesus gibt es so unerwartet Gutes, dass man zittert wie Espenlaub: Wie kann Gott nur so mächtig freundlich zu mir sein und mich so gründlich lieben!« (A.Pohl). »Und sie priesen Gott und sprachen: Wir haben so etwas noch nie gesehen.« Das wird gesagt, nachdem der Geheilte seine Matte genommen und hinausgegangen war. Unter dem Lobpreis Israels läuft er nach Hause. Hier kann sich die Anbetung Gottes Bahn brechen, weil er selbst unter den Seinen ist: »Mein Gott, du bist heilig, der du wohnst unter den Lobgesängen Israels« (Ps.22, 4). Welch ein Geschenk: Der heilige Gott ist der gnädige, der gütige und barmherzige Gott, der jetzt in Jesus anwesend ist, um zu suchen und zu retten, was verloren ist. Die Güte Gottes, die der eine erfahren hat, macht sie alle zuversichtlich. Der Freudenbote von 1, 14. 15 ist jetzt mit all den Heilszeichen Gottes da und will zu allen Menschen kommen.

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Donnerstag, 26.Februar

Markus 2,13.14.

ZWEITER STREITPUNKT: JESUS - FREUND DER ZÖLLNER (2, 13-17) Wieder hält Jesus sich am See Genezareth auf (Mark. 1, 16), wieder ist er von vielen Menschen umgeben, und wieder hören sie ihm aufmerksam zu. Treffpunkt für die Lehrtätigkeit des Herrn ist diesmal nicht die Synagoge (wie in 1, 21), sondern der Strand. Hintergrund dafür könnten die Anfeindungen der jüdischen Oberen gewesen sein. Irgendwann unterwegs ereignete sich dann die Geschichte mit Levi. Im Vorübergehen sah Jesus ihn, wie er da am Zoll sitzt, kontrolliert und abkassiert. Zeitgenössische Geschichtsquellen belegen: Die Stimmung an den Zollstellen war geprägt von Misstrauen, lautstarken Streitigkeiten, Lügen und Hass. Zöllner galten grundsätzlich und von vornherein als Halsabschneider, Diebe, Erpresser und Betrüger. Sie durften bei Gerichtsverhandlungen weder als Zeugen auftreten noch Ehrenämter bekleiden. Ihre Familie war ebenso geächtet wie sie selbst. Diesen »miesen Typen« also »sah« Jesus (vgl. Auslegung zu 1, 16 am 31. 07. 03). Der Herr sah, wie er dasaß, tief in seinem Gewerbe verwurzelt, durch und durch Zöllner, der von jedem Vorübergehenden wusste, dass er ihm die Hölle wünschte. Doch in den Augen des ewigen Herrn ist dieser Levi wertvoll, weil er Gottes geliebtes Geschöpf ist, das auf der Wunschliste Gottes steht. Diesen Levi will Jesus vom Zoll wegholen, weil er ihm den Himmel wünscht. Welch freundliches Sehen, welch seelsorgerlichen Blick finden wir bei Jesus! Zum Sehen tritt sein Vollmachtsruf: »Folge mir nach!« Heute will ich mich fragen: Wie sehe ich die »Zöllner und Sünder« unserer modernen Industrienation an? Lebt in meinem Herzen die Jesus-Liebe? Wie könnte die Liebe Gottes sich konkret zeigen? (Lies Luk.10,25-37; 7,36-50; 15, 2-7.)

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Freitag, 27. Februar

Markus 2,14. 15.

Wenn Jesus einen Menschen in seine Nachfolge beruft, wird der Mensch in seinem Willen, in seiner Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, angesprochen. Levi, mag er sonst ein harter, gewissenloser Mann gewesen sein, spürte aber doch Jesus die vorbehaltlose und herzliche Liebe ab, und er hörte auf Jesus und gehorchte mit ganzem Willen. Levi traf die wichtigste Entscheidung für sein Leben: Er will nicht unentschieden im Alten weitermachen (vgl. Mark.10,17ff); nein, Levi will mit Jesus leben. Das ist Grund zu Freude und Festfeier. Jesus und seine Jünger sind Gäste im Haus des Levi. »Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist« (Ps.34, 9)! Das gemeinsame Essen ist Ausdruck einer neuen Zusammengehörigkeit. Wenn wir bedenken, dass mindestens vier der Jünger Fischer waren und auch sie manch hart erarbeiteten Ertrag ihrer Nachtarbeit zu verzollen hatten, mögen sie nicht nur freundliche Gedanken über die gnadenlosen Zöllner gehegt haben. Aber die Gnade des Herrn Jesus Christus machte aus gnadenlosen Leuten und deren Geschädigten eine Gemeinschaft, in der froh und dankbar bekannt wird: Jesus nimmt die Sünder an! Das ist die Grundmelodie für das Zusammenleben derer, die Jesus nachfolgen wollen: Weil Jesus uns angenommen hat, dürfen auch wir es lernen, einander anzunehmen. Das ist nicht immer leicht. Aber die neue Gemeinschaft, die Jesus stiftet, ist das hochwertigste und teuerste Gut, das Christen haben. Denn sie sind der Familie Gottes einverleibt worden. Der heilige Gott ist unser Vater, und Jesus, der Sohn des Vaters, ist unser Bruder geworden. In dieser Familie geht man anders miteinander um als am betrügerischen Zoll der Welt! »Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen - und wir sind es auch« (1. Joh. 3, 1; vgl. Joh. 1, 12; Gal. 4,6; Röm. 8,16.17; Offb.21, 7).

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Samstag,28.Februar

Markus 2,15.16; Lukas 5,29; Jesaja 1,18; 44,22. Was sich im Haus des Levi ereignete, war ebenso grundlegend für das Reich Gottes wie das Geschehen im Zuhause von Jesus. Ging es dort (Mark. 2, 1ff) um den Sohn Gottes und den einzelnen Sünder, so geht es hier um die Vielen und die Zukunft der Gemeinde. Dem großen Festmahl im Haus des Levi lässt sich ein ausgesprochen missionarischer Aspekt abgewinnen. Levi war ein anderer geworden. Das kann und will er nicht verschweigen. Viele aus seinem Kollegenkreis und der »Sünder-Szene« waren gekommen. »Da setzten sich viele Zöllner und Sünder zu Tisch mit Jesus und seinen Jüngern; denn es waren viele, die ihm nachfolgten.« Was später die Apostel bezeugen, ist der Sache nach hier schon vorhanden: »Wir könnenµs ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben« (Apg. 4,20). »Jesus nimmt die Sünder an. Saget doch dies Trostwort allen, welche von der rechten Bahn auf verkehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. - Kommet alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder! Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Kinder. Glaubetµs doch und denket dran: Jesus nimmt die Sünder an. - Ich Betrübter komme hier und bekenne meine Sünden; lass, mein Heiland, mich bei dir Gnade zur Vergebung finden, dass dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. - Ich bin ganz getrosten Muts: ob die Sünden blutrot wären, müssen sie kraft deines Bluts dennoch sich in schneeweiß kehren, da ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an. - Jesus nimmt die Sünder an; mich hat er auch angenommen und den Himmel aufgetan, dass ich selig zu ihm kommen und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an« (E. Neumeister, 1718; EG 353). Psalm 51, 3-15 darf ich ganz persönlich beten.

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Sonntag, 29.Februar

Markus 2, 16. 17; Matthäus 11, 19.

Sie sind immer und überall da - die Kläger und Kritiker. Wussten sie nicht, dass im Wort Gottes geschrieben stand: »Bei Gott ist viel Vergebung. Er ist reich an Vergebung« (Jes.55, 7b)? Doch, sie wussten es. Vergebung ja, aber erst am Ende eines langen Marsches harter Gesetzeserfüllungen. Dann, aber auch nur dann, wende Gott sich einem Sünder zu. Bis dahin hatte man sich vom Sünder zu trennen - um des Sünders willen. So machte man ihm klar, dass Gott sich nicht spotten lässt. Außerdem hatten die Schriftgelehrten längst bemerkt, dass dieser Jesus ihr Dogma »Vergebung durch Leistung« rundum ablehnte. Sie bemerkten, dass er sich oft und intensiv der Sünder annahm, ja, dass es zu seinem Lebensprogramm und zu seiner Schule zu gehören schien, dass Jesus fest und zielbewusst eine Linie verfolgte. »Vielleicht wandten sich die Schriftgelehrten deshalb an seine Jünger, weil sie nur noch sie für beeindruckbar hielten und einen Keil zwischen Jünger und Meister treiben wollten. Sie werden jetzt genötigt, Urteil zu sprechen und Farbe zu bekennen«, schreibt ein Ausleger. Wie gut, dass Jesus diesen »hinterhältigen Angriff« mitbekommt und den Grundgedanken seiner messianischen Mission darlegt. Dabei wählt er bewusst das Bildwort vom Arzt, der ausschließlich für die Kranken und Leidenden da ist. Ein Dreifaches wird deutlich: 1. Der Arzt ist ähnlich wie der Hirte ein alter Symbolberuf für den messianischen Heilbringer. (Vgl. Hes. 34, 16; 2.Mose 15, 26; Jer. 8, 22; Luk. 4, 23.) Der göttliche Arzt ist jetzt da und wirkt: Jesus, der Messias Gottes. - Es lohnt sich, das bekannte und grundlegende Apostelwort in Römer 3, 21-24 sorgfältig, Wort für Wort und im Aufblick zu dem, der uns so sehr liebt, zu Herzen und ins Leben zu nehmen.

zur Verfügung gestellt von: bibel.com der Homepage von Christen für Christen.

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