Donnerstag,1.Februar Apostelgeschichte 13,42.43; 1.Korinther 2,1-5.
Wie kam es, dass die Botschaft des Apostels viele Menschen der Stadt Antiochia so tief bewegte? Seine Botschaft beschäftigte sich nicht mit materiellen Dingen, er diskutierte nicht über Tagesfragen, er ließ sich auch auf keine politischen Auseinandersetzungen ein. Er wandte sich den zentralen Fragen des Lebens zu: Gott, Leben, Sünde! Sicher war Paulus nicht blind für die Mentalität seiner Zuhörer. Er war auch nicht uninteressiert an den geistigen Auseinandersetzungen seiner Zeit. Er verachtete die Notwendigkeiten des praktischen Lebens nicht: Nahrung, Kleidung, Wohnung. Aber er hielt sich damit nicht auf, er ging weiter zu den wichtigsten Lebensfragen. Wenn er von Gott sprach, von einem Leben, das die Zeit überdauert, von der Sünde, von der Möglichkeit einer echten Vergebung, berührte er Tatsachen, die die Menschen im Tiefsten ansprachen, die sie aber auch in Unruhe versetzten und zu Entscheidungen und Scheidungen führten. (Lies Apg.17,22-34; 24,24.25.) Wenn wir uns den Menschen zuwenden und ihnen unser Zeugnis geben, erleben wir nicht selten diese Überraschung: die Menschen fragen wirklich nach Gott. Gelingt es uns, allein mit jemandem zu sprechen - an der Tankstelle, im Zug, am Arbeitsplatz, im Krankenzimmer -, dann kommt man oft erstaunlicherweise schnell auf die tiefsten Fragen. Und die Menschen sind sogar dankbar, wenn man sie darauf anspricht. Unter der Oberfläche ist bei vielen ein Fragen nach dem Woher und Wohin des Menschen, die Frage nach Gott. (Vgl.Apg.8,29ff; 16,13.14; 17,17.) Wir wollen ihnen die Antwort nicht schuldig bleiben. Durch Jesus Christus allein bekommt das Leben einen echten Sinn und ein ewiges Ziel. Hier ist die Kraft, mit Sorgen fertig zu werden, die Angst vor dem Leben und vor dem Tod zu überwinden.
Freitag,2.Februar Apostelgeschichte 13,40-43; 1.Thessalonicher 2,13.
Am Ende seiner Predigt stellte Paulus seine Zuhörer eindringlich vor die Entscheidung: "Darum seht nun zu, was ihr mit dem, was ihr wisst und gehört habt, tut." Alle hatten gehört, offensichtlich waren manche im Innersten getroffen. Es waren solche da, die prüfen und überdenken wollten, ehe sie eine Entscheidung trafen. Sie erbaten sich Zeit bis zum nächsten Sabbat. Schon das war ein Sieg Jesu und seines Wortes, dass in einzelnen Zuhörern ein Verlangen wach wurde, mehr zu hören. Sie merkten: Hier ist Wahrheit, Licht , Hilfe und Trost. Gott kommt uns entgegen in dem, wonach wir suchen. Es geschah aber noch mehr: Es gab auch solche, die mit Paulus und Barnabas ein Gespräch suchten. Sie wollten ihre Fragen aussprechen. Paulus und Barnabas waren dazu bereit. Wir wissen nichts vom Inhalt dieser seelsorgerlichen Gespräche, nur dass Paulus am Schluss "ermahnte, dass sie bleiben sollten in der Gnade Gottes" (V.43). Schon an anderen Orten hatte er eine ähnliche "Ermahnung" ausgesprochen: "Mit festem Herzen bei dem Herrn zu bleiben." Aus dem Zuspruch "Bleiben" entnehmen wir, dass Juden und Nichtjuden zum Glauben an den Herrn Jesus gekommen waren. Das Geschenk der Gnade hatte sie vor Gott gerecht gemacht. Nun lag es an ihnen, treu zu bleiben, das Empfangene nicht wieder zu verlieren. Was es heißt, in der Gnade Gottes zu bleiben, dafür finden wir Hinweise im Alten und im Neuen Testament. In der Gnade Gottes bleiben heißt:
Sich von Gott immer neu beschenken lassen - 2.Kor.4,15.
Im Licht seines Angesichts bleiben - 4.Mose 6,25.
Gottes Vergebung immer wieder suchen und annehmen - Ps.103,3.4.
Sich nicht mehr fürchten müssen - Luk.1,30.
In den Frieden Gottes hineingenommen sein - Röm.1,7.
Volle Genüge - Lebenserfüllung haben - 2.Kor.12,9.
Die Gnade, die wir durch Jesus haben, lässt aufatmen. Jesus ist der Zuständige für jede Lebenslage, und bei ihm ist die Quelle aller Gnade und aller Hilfe. (Lies Ps.36,8-10.)
Samstag,3.Februar Apostelgeschichte 13,42-45; Jesaja 55,10.11.
Es blieb aber nicht nur bei den Einzelgesprächen. Die Predigt des Paulus war zum Stadtgespräch geworden. Das zeigte sich am folgenden Sabbat. Fast die ganze Stadt war auf den Beinen. Alle wollten sie das Wort Gottes hören. Der geistliche Aufbruch geschah durch das Wort! Hier liegt der rote Faden offen, der sich durch die ganze Apostelgeschichte zieht: das Wort wurde verkündigt, es wurde gehört, es wurde bereitwillig angenommen. Das Wort Gottes ist es, das in die Entscheidung stellt für Zeit und Ewigkeit. (Lies Apg.4,4; 17,11; vgl.Joh.4,39-42; 12,48; Röm.10,9.10; Hebr.4,2.12.) Das Wort Gottes führt aber auch zur Entscheidung in den alltäglichen Dingen unseres Lebens. Fragen wir uns: Was bestimmt die Entscheidungen, die wir zu treffen haben? Leitet uns das Recht, das wir beanspruchen, oder die Gnade, die uns aus dem Wort angeboten und als Geschenk gegeben wird? Hier liegen die verborgenen Wurzeln unseres Handelns, die vor Gott offen liegen. Um recht zu entscheiden und recht zu handeln, brauchen wir seine Gnade. "Gott ist mächtig, jede Gnade gegen euch überströmen zu lassen!" (2.Kor.9,8). Das Wort von der Gnade Gottes wollte fast die ganze Stadt Antiochia hören. Wir merken etwas von der Bewegung, die die Menschen erfasst hatte. Durch die Predigt des Paulus war es ihnen leicht gemacht, die Rettung durch Jesus Christus kennen zu lernen und zu ergreifen. Nutzten sie die Stunde? Viele öffneten sich der Botschaft, aber nicht alle. Die meisten blieben bei dem stehen, was sie vor Augen hatten, nämlich "bei der großen Menge". Dieser Anblick machte sie blind für Gottes Gnadenangebot, aber offen für den Neid, der sich in ihrem Herzen zeigte.
Sonntag,4.Februar Apostelgeschichte 13,44.45; Matthäus 23,13.
Als sich am folgenden Sabbat "fast die ganze Stadt" zur Predigt des Paulus versammelte, "wurden die Juden voll Neid und widersprachen dem, was von Paulus gesagt wurde". Sie fragten nicht nach der Zuverlässigkeit der Botschaft, sondern ärgerten sich, dass Paulus einen größeren Zulauf hatte, als sie das bei ihren Sabbatversammlungen erlebten. Sie fürchteten die Konkurrenz. Es ging ihnen nicht um die Wahrheit, sondern um ihren eigenen Einfluss. Sie suchten sich selber und nicht die Ehre Gottes und die Rettung der Menschen. Statt sich der Botschaft zu öffnen und sich einzureihen in das Wirken Gottes, gaben sie dem Neid Raum. Ihre Entscheidung fiel nicht dadurch, dass sie sich an die Prophetie und die Verheißungen erinnerten - der Neid war die Triebfeder. Aber eine Entscheidung, die durch Neid getroffen wird, ist immer falsch und äußerst gefährlich. Wer dem Neid Raum lässt, beweist damit, dass für ihn nicht die Sache Jesu an erster Stelle steht, sondern die eigene Anerkennung, die eigene Ehre. (Vgl.Phil.1,15-18.) "Habt ihr Neid und Streitsucht in eurem Herzen, so rühmt euch dessen nicht auch noch und lügt nicht gegen die offenbare Wahrheit. Solche Weisheit kommt wahrlich nicht von oben, nein, sie ist irdisch und fleischlich, ganz dem natürlichen Menschen entsprechend, ja, sie ist teuflisch. Denn wo Neid und Streitsucht herrschen, da ist Zerrüttung und Unordnung, und jede schlechte Tat ist hier zu finden." (Lies Jak.3,13-18; 4,1; 1.Kor.3,3; 2.Kor.12,20; Gal.5,19-21.) "Neid ist wie Eiter in den Gebeinen." Wie Eiter den ganzen Körper in Gefahr bringt, so auch der Neid. Er muss heraus aus dem Herzen, wenn Gott segnen soll. Wie werden wir frei vom Neid? Durch das Kreuz von Golgatha! Jesus hat die Erlösung vollbracht, die auch eine Lösung von unserem eigenen Ich bedeutet. (Lies Gal.2,20; 5,26.)
Montag,5.Februar Apostelgeschichte 13,44-52; 2.Timotheus 4,5.
Wie reagierten Paulus und Barnabas auf die offensichtliche Gegnerschaft der führenden Juden? Ihr Neid konnte Paulus und Barnabas nicht von ihrem Auftrag abhalten. Die beiden Pioniermissionare hatten auch ihre Entscheidung getroffen, nämlich in der Gnade, die Gott ihnen geschenkt hatte, zu bleiben und sich von dem Widerspruch ihrer Feinde nicht beirren zu lassen. Paulus schreibt einmal den Korinthern: "Wir können nichts gegen die Wahrheit ausrichten, sondern nur für die Wahrheit eintreten" (2.Kor.13,8). Diesem Grundsatz blieb er auch hier treu. Er sagte ein offenes Wort: "Euch musste zuerst das Wort Gottes gesagt werden; da ihr es aber von euch stoßt und haltet euch selbst nicht für würdig des ewigen Lebens, siehe, so wenden wir uns zu den Heiden." Paulus hat nie aufgehört, sein Volk, "seine Brüder", zu lieben (Röm.9,1-5; 10,1-3; 11,13.14). Seine Liebe hat ihn aber nicht blind gemacht für die Fehler seines Volkes. Wenn Israel den Messias von sich stieß, lag es in ihrer eigenen Entscheidung. Wenn er sich jetzt von ihnen abwandte, so war es keine Reaktion auf das augenblickliche Angegriffenwerden, er sah eine offene Tür zu den Nichtjuden und wusste sich seiner Berufung zu ihnen gewiss. (Lies Apg.9,15.16.) - "Als das die Heiden hörten, wurden sie froh." Die Freude der Heiden wurde zum Motor, dass das Wort sich in der ganzen Gegend ausbreitete. Philipper 4,4 wurde in die Tat umgesetzt und hatte eine große Ansteckungskraft. - Doch auch Hass wirkt ansteckend. Paulus und Barnabas bekamen das bis zur Ausweisung zu spüren. "Sie stifteten eine Verfolgung an... und vertrieben sie aus ihrem Gebiet." An Heimkehr dachten die beiden Apostel jedoch nicht. Sie zogen in östlicher Richtung weiter auf dem Weg ihres Auftrags und der Nachfolge des Siegers. (Vgl.Luk.9,5.6.)
Dienstag,6.Februar 1.Mose 18,9-14; Hiob 42,2.
"Menschlich unmöglich!", so denken wir manchmal angesichts eines unlösbaren Problems, wie es Gottes Verheißung für Sara war. Wir können ihre Reaktion verstehen, denn auch im Leben der Glaubenden gibt es manches, das menschlich gesehen unmöglich ist. "Sollte dem Herrn eine Sache zu wunderbar sein?" lautete die Antwort Gottes, in der er sich als der wundertuende Schöpfer-Gott offenbarte (1.Mose 21,1-7). - Das Kommen Jesu in unsere Welt ist die Antwort Gottes auf unsere Ausweglosigkeiten. Darum verbinden wir in den folgenden Tagen unser Thema über "Menschliche Unmöglichkeiten und Gottes Möglichkeiten" mit einigen Aussagen des Liedes: Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude. (Lies Ps.62,12; 115,3.) - Eine erste Unmöglichkeit: Die Schuldfrage unseres Lebens können wir nicht selbst lösen. Im Leben des Königs David erkennen wir die zerstörende Macht der Sünde in besonderem Maße. Nicht nur einmal wurde er schuldig, vielmehr zog eine Sünde die andere nach sich. Zunächst bemühte sich David, damit allein fertig zu werden. Ich wollte es verschweigen, sagte er. Aber die Schuld wurde zur schweren Last bis hin zum körperlichen Verfall. Psalm 32 beschreibt seinen Zustand in der Zeit des Verschweigens: "Ich wurde so schwach und elend, dass ich nur noch stöhnen konnte. Tag und Nacht bedrückte mich dein Zorn; Herr, meine Lebenskraft vertrocknete wie Wasser in der Sommerhitze. David war es unmöglich, mit der Schuld seines Lebens zurechtzukommen. So ergeht es uns allen. Niemand kann sich selber freisprechen, und ohne Freispruch kann man seines Lebens nicht wirklich froh werden. Das gilt für Gotteskinder, die schuldig geworden sind, genauso wie für Menschen, die Gott noch fern sind und unter der Last ihrer Lebensschuld leiden. (Lies Psalm 38,5; Apg.2,37.) Gottes unbegreifbare Liebe und sein Erbarmen lässt uns nicht zur Ruhe kommen, bis wir unsere Sünden bekennen. Dann ist er treu und gerecht und vergibt die Sünde. (Lies 1.Joh.1,7-9; Micha 7,18.19.)
Mittwoch,7.Februar Matthäus 19,23-26; Psalm 32,1.2.5.11.
Was Menschen unmöglich ist, das ermöglicht Gott: "denn bei Gott ist kein Ding unmöglich." Die Schuldfrage kann im Leben eines jeden Menschen gelöst werden. Das hätte der reiche junge Mann auch erleben können, dessen Herz leider am Besitz hängen blieb. Von David lesen wir, dass er, nachdem er seine Sünde bereut und bekannt hatte, von seiner drückenden Last befreit wurde. Schon im Alten Testament war Befreiung möglich, weil Gott auf den Befreier blickte, auf seinen eigenen Sohn, "das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt trägt" (Joh.1,29; vgl.3.Mose 4,27-31; Röm.3,25.26). "Ich habe gesündigt." Mit diesen Worten stellte sich David zu seiner Schuld, als Nathan zu ihm kam und ihn offen auf seine Verfehlung ansprach. David tat Buße, darum wurde ihm vergeben. (Lies 2.Sam.12,1-13; Psalm 51,1-7.) "Buße tun heißt umkehren in die offenen Arme Gottes" (M.Luther). Die Arme Gottes sind weit offen für alle Sünder, weil die am Kreuz von Golgatha ausgestreckten Arme und angenagelten Hände des Gottessohnes uns einladen, zum Vater umzukehren, ihm alle Nöte, alles Versagen und alle Schuld zu bekennen und die Vergebung der Sünde zu empfangen. Der Freispruch aus dem Mund des höchsten Richters gilt für alle, die zu Jesus, dem Gekreuzigten und danach Auferstandenen, kommen. (Lies Jes.1,18; Röm.4,25; Eph.1,7.) Das ist der Grund zur Freude für alle, die Vergebung ihrer Sünde empfangen haben und sie täglich empfangen können. "Wahr ist das Wort und von unaussprechlicher Wichtigkeit: Christus Jesus ist in die Welt gekommen, um Sünder zu retten" (1.Tim.1,15). J.L.K.Allendorf (1693-1773) besang in seinem Lied das Wunder der Vergebung mit den Worten:
Jesus ist kommen, nun springen die Bande, Stricke des Todes, die reißen entzwei.
Unser Durchbrecher ist nunmehr vorhanden; er, der Sohn Gottes, der machet recht frei,
bringet zu Ehren aus Sünde und Schande; Jesus ist kommen, nun springen die Bande.
Donnerstag,8.Februar 1.Petrus 5,8.9; Hiob 1,6-11.
Eine zweite Unmöglichkeit: Vor den Angriffen des Feindes können wir nicht bestehen; denn Satan ist der Feind Gottes und der Menschen, voller List und Heimtücke, voller Unberechenbarkeiten. Das Buch Hiob berichtet von seinen Angriffen gegen Hiob, von dem Gott sagte: "Ich kenne keinen zweiten auf der Erde, der so rechtschaffen und aufrichtig ist wie er, der mich achtet und sich nichts zuschulden kommen lässt" (Hiob 1,8). Satans Ziel ist Zerstörung, selbst dann, wenn er sich freundlich und fromm stellt. Oft benutzt er Menschen als seine Handlanger. Als Hiob alles verloren hatte, seine Kinder, seinen Besitz und seine Gesundheit, gab ihm seine eigene Frau den satanischen Rat: "Sage Gott ab und stirb." Das hieß doch: Gib auf, Hiob, es hat ja keinen Sinn, so bejammernswert weiterzuleben. Die Rede aus Freundesmund klingt so vernünftig, manchmal einleuchtender als das, was das Wort Gottes in bestimmten Lebenssituationen sagt. Was nützte dem auf Gott ausgerichteten Hiob seine Frömmigkeit? Hatte sie ihn nicht dahin gebracht, dass er auf der Erde saß, in großem Elend, arm, krank und allein, seiner Kinder beraubt? War das nicht eher zum Aufgeben als zum Weitermachen? In solchen Nöten kommen wir aus eigener Kraft nicht zurecht, weil der Feind auch die Zweifel an Gottes Güte nährt. In dem Reformationslied bestätigt es Martin Luther: "Mit unsrer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren..." (Lies Hiob 2,8-13.) Auch Jesus wurde versucht. Satan wollte ihn zum Aufgeben bringen. Das Erlösungswerk Jesu sollte unbedingt verhindert werden. Nur in der engen Verbindung mit dem Vater konnte er dem Versucher widerstehen. Bei Jesus fand der Feind keinerlei Anknüpfungspunkte (Joh.14,30), wie er sie bei uns immer wieder findet und sie als Brückenkopf nutzt, um uns anzugreifen. Während seiner Erdenzeit war Jesus zwar Mensch wie wir, doch ohne Sünde. (Lies Matth.4,1-11; Hebr.4,15.)
Freitag,9.Februar 1.Johannes 3,8; 2,14; 5,4.
Was bei den Menschen unmöglich ist, das hat Gott möglich gemacht: Wir können den Angriffen des Feindes widerstehen. Der Feind muss nicht mehr das letzte Wort in den Auseinandersetzungen und Versuchungssituationen behalten. Auch bei Hiob hatte er nicht das letzte Wort, obwohl Hiob ein Mensch war wie wir. Wie begegnete Hiob der Versuchung aufzugeben? Er vertraute seinem Gott, er klammerte sich an ihn, auch als er ihn nicht mehr verstehen konnte. Mit dem Vertrauensblick auf ihn konnte er die Aufforderung seiner Frau, deren Sicht der Dinge nur irdisch und vordergründig war, als töricht erkennen. Hiobs Antwort zeigt die andere Perspektive, die er hatte, die ihm den Horizont weitete: "Haben wir Gutes empfangen von Gott und sollten das Böse nicht auch annehmen?" So hielt Hiob am Vertrauen fest, dem Dennoch-Vertrauen gegen allen Schein. Er rechnete damit, dass Gott auch aus "Bösem" noch Gutes wirken kann. Vor solchem Festhalten am Weg des Herrn muss der Feind weichen, der nur in einer Atmosphäre des Misstrauens bestehen kann. (Lies Hiob 2,10; Ps.73,23-28; 125,1.2.) Aus den folgenden Kapiteln des Hiob-Buches erfahren wir, dass Hiob durch seine Freunde viel Anfechtung erlitt, aber trotz aller Missverständnisse sich nicht von seinem Gott lossagte. Wir können von Hiob lernen: die nahe Verbindung mit dem Herrn und der Blick auf ihn sind die einzigen Möglichkeiten, Anfechtungen und Versuchungen zu überstehen. Jesus Christus ist Sieger, und der Feind ist ein besiegter Feind, selbst wenn er sich mächtig aufspielt. Jesus ist Sieger, und in der Verbindung mit ihm haben wir teil an seinem Sieg. (Lies 1.Kor.15,54-57; 2.Kor.2,14.)
Jesus ist kommen, der starke Erlöser, bricht dem gewappneten Starken ins Haus,
sprenget des Feindes befestigte Schlösser, führt die Gefangenen siegend heraus.
Fühlst du den Stärkeren, Satan, du Böser? Jesus ist kommen, der starke Erlöser.
Samstag,10.Februar Sprüche 21,2; Lukas 15,11-16.
Eine dritte Unmöglichkeit: Wir können nicht allein den richtigen Weg durch dieses Leben finden und gehen. Dazu erzählt Jesus uns ein Gleichnis von einem jungen Mann, der meinte, seinen Weg sicher zu wissen. Er wollte nicht immer unter den Augen des Vaters leben. Er wollte in freier Selbstbestimmung das Leben genießen. Der selbst gewählte und so selbstsicher begonnene Weg stellte sich als Irrweg heraus, als er zuletzt bei den Schweinen landete, und dort fast verhungerte, weil ihm selbst das Schweinefutter versagt blieb. Auch innerlich war er total ausgebrannt. Und während er unter Hunger und Not litt, wurde in seinem Herzen eine große Sehnsucht wach: Könnte ich doch bei meinem Vater sein! Eigene Wege enden oft in Not und Elend. Besonders schmerzlich erleben es diejenigen, die bewusst dem himmlischen Vater den Rücken kehren, um ihr Leben unter eigener Regie zu führen. Bei manchen kann es zwar nach außen gut gehen, sie sind erfolgreich, machen Karriere. Aber wie sieht es im Inneren aus? In Stunden des Alleinseins? Gott hat die Sehnsucht nach der Ewigkeit in unser Herz gelegt (Pred.3,11), darum ist das Leben in der Gottesferne ohne eigentliche Sinnerfüllung. Wenn ein Mensch dies erst nach dem Tod erkennen muss, dann ist es zu spät. (Vgl.Luk.16,19-26; Hebr.9,27.) Wem aber rechtzeitig der Ernst der Ewigkeit bewusst wird, der kann den gleichen Weg beschreiten, zu dem der junge Mann im Gleichnis sich entschloss: Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen. Er hatte einen heilsamen Entschluss gefasst. In dem Satz steckt ein Wort, das uns sagt, warum es ein heilsamer Entschluss war. Es ist das Wort 'Vater'. Der verlorene Sohn wollte sich ja nicht einem harten Herrn unterwerfen, er wollte dahin gehen, wo Leib und Seele zu Hause waren, wo ein Vaterherz voller Liebe war, dorthin, wo er hingehörte (W.Busch). (Lies Luk.15,17-24; 18,13; Joel 2,12.13.)
Sonntag,11.Februar Johannes 10,27-30; Psalm 23, 1-6.
Was bei den Menschen unmöglich ist, das hat Gott möglich gemacht, denn bei ihm ist kein Ding unmöglich. Er hat die Möglichkeit geschaffen, dass wir sicher und getrost unseren Weg durch dieses Leben gehen können. Der Sohn aus dem Gleichnis kehrte aus dem selbstverschuldeten Chaos zu seinem Vater zurück und wurde wie ein lang erwarteter Ehrengast aufgenommen. Welch eine Einladung für alle Menschen, von falschen Wegen der Gottesferne in das Vaterhaus heimzukehren! Dazu ist Jesus gekommen, um zum Vater heimzurufen. Denn Gott hat durch Christus Frieden mit der Welt gemacht, indem er den Menschen ihre Sünden nicht länger anrechnet, sondern vergibt. (Lies 2.Kor.5,17-21.) Gottes große Liebe umfasst unser ganzes Leben. Er hat nicht nur daran gedacht, dass wir am Ende unseres Lebens zu ihm nach Hause kommen, er hat schon für den Weg durch dieses Leben gesorgt. Alles will er uns schenken, um ans Ziel zu kommen. Er gab uns in dem Herrn Jesus den guten Hirten, der uns führt und versorgt, der von sich selber sagen kann: Ich bin der Weg. Mit diesem Führer unterwegs zu sein, ist die herrliche Freiheit der Kinder Gottes. (Lies Joh.14,6; 2.Petr.1,3.) Die Weggemeinchaft mit Jesus ist so kostbar, dass sie mit keiner anderen Gemeinschaft zu vergleichen ist. Wer mit ihm zusammen durch das Leben geht, darf es wissen und erleben: Mir wird nichts mangeln. (Vgl.Joh.8,36; Matth.28,20b; Ps.32,8.)
Jesus ist kommen, der König der Ehren; Himmel und Erde, rühmt seine Gewalt!
Dieser Beherrscher kann Herzen bekehren; öffnet ihm Tore und Türen fein bald.!.
Denkt doch, er will euch die Krone gewähren. Jesus ist kommen, der König der Ehren.
Montag,12.Februar Philipper 4,1-3; 2.Korinther 13,11.
Eine vierte Unmöglichkeit: Wir können nicht aus eigener Kraft miteinander zurechtkommen. Evodia und Syntyche waren zwei wertvolle Mitarbeiterinnen in der Gemeinde in Philippi. Sie hatten mit Paulus zusammen für das Evangelium gekämpft, doch plötzlich bekamen sie Schwierigkeiten miteinander. Obwohl sie zu Jesus gehörten, waren sie zerstritten. Wenn wir ehrlich über unser Miteinander nachdenken, können wir uns über diese beiden Frauen nicht erheben, müssen vielmehr bestätigen: Das gibt es! Das gibt es auch bei mir, dass ich mit manchen, die auch Jesus nachfolgen, nicht zurechtkomme, weil sie so anders sind und manches anders sehen und beurteilen und auch dementsprechend anders handeln. Es kommt häufig vor, dass wir zum Herrn sagen müssen: Herr, ich schaffe es nicht, für diesen Menschen habe ich die Liebe nicht, die ich für ihn haben sollte. (Lies Eph.4,3; Joh.13,35; Joh.15,12.) Liebe, hast du es geboten, dass man Liebe üben soll.... (N.L.Graf v.Zinzendorf). Florence Allshorn, die als Missionarin in Uganda lebte, lässt uns in ihrem Buch "Ein Mensch wagt zu lieben" an ihren Erfahrungen teilhaben: Eine seltsam dunkle Regung windet sich unzweifelhaft am Grund unserer Seele, wenn wir als Missionsleute an unsere Beziehungen untereinander denken. Wenn der ganze Bereich menschlicher Beziehungen unter uns weiter in dem verschwommenen und unfruchtbaren Zustand bleibt, in dem er sich zur Zeit befindet, dann können wir das Evangelium weitergeben, so viel wir wollen, es wird beinahe vergeblich sein. Was allen und allem not tut, ist ein Durchflutetwerden mit Liebe... Meine Mitarbeiterin ist in mancher Hinsicht so wertvoll, sie hielt durch, aber nun sind ihre Nerven, völlig aufgebraucht und sie leidet unter schrecklichen Ausbrüchen ihres Temperaments; manchmal spricht sie zwei Tage lang kein Wort, und ich bin dann sehr empfindlich und ärgerlich. Wir könnten es schön miteinander haben. Ist es nicht ein Jammer, dass wir das nicht fertigbringen? (Lies Ps.34,15; Röm.12,9.10; Eph.5,1.2; Kol.3,13.14.)
Dienstag,13.Februar Römer 15,5-7; 1.Johannes 4,19.
Bei Gott ist kein Ding unmöglich. Das betrifft immer wieder unser Miteinander, denn aus eigener Kraft können wir einander nicht annehmen oder gar vorbehaltlos lieben. Doch Gott fordert von uns nichts, was er nicht vorher gibt. (Lies Röm.5,5.) Wenn er die gegenseitige Annahme gebietet, so geht die Zusage voraus: Ihr seid von Christus angenommen. Angenommene können andere annehmen, von Gott Geliebte können wiederum lieben. Achten wir vielleicht unser Angenommensein von Jesus zu gering, lassen wir uns zu wenig von ihm lieben? Erhaltet euch im Bewusstsein der Liebe Gottes (Jud.21; lies 1.Joh.4,7.10-12; Joh.13,34.35). Das Gebot, das unser Miteinander betrifft, ist keine Überforderung, wohl aber eine Herausforderung, uns mehr lieben zu lassen, mehr auf den Herrn zu schauen, mehr die Größe seiner Vergebung zu bedenken, um lieben und vergeben zu können. Jesus beschenkt und dann fordert er auf, die Gaben einzusetzen zu seiner Verherrlichung. - Noch einmal Florence Allshorn: Eines Tages ging es einfach nicht mehr. Ich saß auf der Veranda, allein, bitterlich schluchzend. Alles war unbeschreiblich trostlos. Ich überhörte die leisen Schritte der afrikanischen Schulleiterin. Sie setzte sich zu mir, lange Zeit schweigend, um endlich langsam Folgendes zu sagen: Ich lebe nun schon 15 Jahre auf dieser Missionsstation. Eine nach der anderen von euch sah ich kommen und gehen. Jede sagte dasselbe, nämlich, dass ihr gekommen seid, uns den Heiland, den Retter aller Welt zu bringen, aber bis heute sah ich noch nicht, dass er die Situation hier gerettet hätte. Diese Worte brachten mich mit einem Schlag zu mir selbst. Das war ja mein Problem. Ich kannte den Herrn genügend, um zu wissen, dass er seine Nachfolger auch die Feinde lieben heißt. Und nun betete ich, dass solche Liebe mich erfüllen möchte. Langsam begann ein Neues. Ein ganzes Jahr betete Florence täglich das 13.Kapitel des ersten Korintherbriefes durch, das Hohelied der Liebe. (Lies 1.Kor.13,1-13.)
Mittwoch,14.Februar Johannes 11,25.26; Römer 6,23.
Eine fünfte Unmöglichkeit: Wir können aus eigener Kraft nicht dem Sterben und der Endgültigkeit des Todes ins Auge sehen. Daran ändert sich auch für Gotteskinder nichts, das Sterben müssen bleibt. Darum erschrecken auch sie über diese Endgültigkeit des Todes. (Lies Ps.90,3-6.12.) Doch durch das Kommen Jesu in unsere Welt und durch das Werk der Erlösung, das er vollbracht hat, hat sich Entscheidendes geändert. Jesus hat dem Tod die Macht genommen und das Leben und Unsterblichkeit ans Licht gebracht. (Lies 1.Kor.15,19-23.26.) Wer an ihn glaubt und die vollbrachte Erlösung für sich angenommen hat, der darf wissen, dass der Tod nicht das Letzte ist. Er beendet zwar unser irdisches Leben, aber danach kommt das Eigentliche, das ewige Leben. Das Schönste kommt noch, so formulierte es Corrie ten Boom. Sie hielt sich an Jesu Zusage: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt, und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben. (Lies Joh.5,24; 1.Joh.2,25; 3,1.2.) Um uns ewiges Leben geben zu können, musste Jesus sterben. Um unserer Sünde willen ist er in den Tod gegeben worden, und damit wir gerechtgesprochen werden können, ist er auferweckt worden (Röm.4,25). Als er am Ostermorgen von den Toten auferstanden ist, war er der Sieger über Hölle, Tod und Teufel. Jesus lebt! Nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnot wird er meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! (Chr.F.Gellert). (Lies Kol.2,l4.15.) Christen dürfen ihr Sterben als Tor betrachten, das durchschritten wird. Durch das Tor gelangen wir von der einen auf die andere Seite, nach dem Todestor wartet Herrlichkeit auf uns. In dieser Gewissheit können wir der harten Realität des Todes entgegensehen und uns freuen. Was Menschen unmöglich war, das hat Gott vollbracht! (Lies Jes.35,10; 2.Kor.5,1-9; Phil.3,20.21.)
Donnerstag,15.Februar Römer 7,14-21; Galater 5,16-21.
Eine sechste Unmöglichkeit: Wir können bei aller Anstrengung nicht gut sein, denn wir sind nicht gut. Paulus hat sehr offen als persönlich Betroffener darüber geschrieben. Die Judenchristen, zu denen er gehörte, bewegte die Frage, wie weit die jüdischen Vorschriften des Gesetzes für sie noch gültig waren. In diesem Zusammenhang schreibt er von der Unmöglichkeit, das Gesetz zu erfüllen. Mit ihm müssen auch wir bekennen: Obwohl wir vom Gesetz her wissen, was gut ist, tun wir das Gute doch nicht. Das Gesetz sagt uns auch, was böse ist, und wir wollen das Böse nicht tun und tun es doch. Paulus kann angesichts dieses unheimlichen Zwiespalts in seinem Leben nur sagen: Ich elender Mensch! Wer wird mich jemals aus dieser Gefangenschaft, diesem Todesleibe, erretten? - Ein indischer Christ, der sich mit aller Gewalt den Sieg zu erkämpfen suchte, klagte, dass er nicht verstehe, warum er so schwach sei. Der Haken bei dir ist, sagte ihm W.Nee, dass du zwar zu schwach bist, um Gottes Willen zu erfüllen, dass du aber nicht schwach genug bist, es gar nicht zu versuchen. An diesen Punkt müssen wir kommen. Solange wir selbst handeln wollen, kann Gott nicht für uns handeln. Gott muss warten, bis wir am Ende unserer Möglichkeiten, am Nullpunkt angekommen sind; denn wenn wir etwas in eigener Kraft erringen wollen, weisen wir ihn zurück. Was er in Jesus Christus für uns getan hat, umfasst weit mehr für uns, als wir denken. Am Kreuz wurde unsere drückende Schuld abgerechnet. Am Kreuz wurden der Teufel und seine Mächte besiegt. Am Kreuz wurde dem Tod die Macht genommen! Am Kreuz wurde aber auch mein Ich mitgekreuzigt. In Jesus hat er alles für mich getan. Sein Triumph ist auch mein Sieg, reisst mich heraus aus allem Krieg!" (Lies Röm.7,24.25; 8,1.2; Gal.5,1; Kol.2,14.15.)
Freitag,16.Februar Römer 7,25; 1.Korinther 15,54b-57.
"Bei Gott ist kein Ding unmöglich." Paulus musste nicht am Nullpunkt seines Lebens stehenbleiben. Der Ausruf: "Ich elender Mensch! Wer wird mich befreien?" war nicht das Letzte. Er hat die Erfahrung gemacht, dass durch den Tod und die Auferstehung Jesu das befreiende Werk geschehen war: "Ich danke meinem wunderbaren Gott: Er hat es getan durch Jesus Christus, unseren Herrn!" "Gott sei Ruhm und Preis: Er schenkt uns den Sieg über die Sünde durch unseren Herrn Jesus Christus." Wer das mit Paulus sagen kann, muss nicht mehr unter dem Zwang der Sünde leben. Jesus, der uns in seinem Opfertod mit sich einsgemacht hat, hat uns auch in sein Auferstehungsleben mit hineingenommen. (Lies Gal.2,19.20; 6,14.) Diese Erfahrung, die Paulus in Römer 7 beschreibt, haben nach ihm viele andere gemacht. J.Penn-Lewis gibt davon Zeugnis: "Das Licht, das Gott mir gab, ist nie mehr verdunkelt oder in Frage gestellt worden. Der Herr hat mir einfach diese wunderbare Wahrheit geoffenbart, die imstande ist, mich ins Weite zu führen. Wenn ich in irgendeiner Schwierigkeit bin oder einer Unmöglichkeit gegenüberstehe, so wende ich mich an Gott und bitte ihn, er möge sein Wort bestätigen, dass ich für immer mit Christus gekreuzigt und durch ihn zu einem ganz neuen Leben auferstanden bin. So kann ich mich ihm überlassen, dass er durch mich wirkt und meinem herrschenden Mangel begegnet. (Lies 2.Petr.1,3.4.) Je mehr ich täglich einverstanden bin, dem Sohn Gottes in seinem Sterben gleichgestaltet zu werden, umso mehr erfahre ich, dass der Geist Gottes an mir arbeitet. Immer klarer wird mir der wunderbare Plan Gottes: Sind wir mit Christus gekreuzigt, so nimmt der auferstandene Herr Besitz von uns. Während er uns tiefer in seine Todesgemeinschaft hineinführt, offenbart er an uns seine Auferstehungskraft und schafft in uns, was wohlgefällig ist vor ihm." (Lies 2.Tim.2,11.12a; Joh.12,24.)
Samstag,17.Februar Johannes 10,7.9; 14,2.3.
Eine siebte Unmöglichkeit: Wir können die Tür in Gottes Herrlichkeit nicht von uns aus öffnen, denn seit Adam und Eva aus dem Paradies gewiesen wurden, bleibt der unmittelbare Zugang zu Gott verschlossen. Wie viele Menschen suchten in den vergangenen Jahrtausenden, sich mit ihrer eigenen Gerechtigkeit und mit großen Anstrengungen den Zugang zum Himmel zu verschaffen, "aber alle haben gesündigt und können so, wie sie sind, die Herrlichkeit Gottes niemals erreichen und erlangen" (Röm.3,23). Auch Menschen, die sich Christen nennen, können unter der Ungewissheit leiden, ob sich die Tür des Himmels für sie öffnen wird oder nicht, wenn ihr irdisches Leben zu Ende ist. Wenn wir nach Golgatha schauen, dann sehen wir Jesus am Kreuz und rechts und links neben ihm zwei Verbrecher. Einer ist voll Spott und Verachtung für Jesus, der andere erkennt in diesen schrecklichen Stunden, dass Jesus unschuldig leidet. Neben dem Gekreuzigten wurde ihm plötzlich klar, dass er zu dem Ort, an den Jesus ging, keinen Zugang hatte, sein bisher ohne Gott gelebtes Leben würde nach dem Tod Folgen haben. Gleichzeitig erwachte in ihm auch die Hoffnung, dass sich ihm noch eine Möglichkeit zur Umkehr bot: "Herr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst." Wenn wir diese Haltung einnehmen, wird jedem von uns Jesu Zusage gelten: "Heute wirst du mit mir im Paradies sein." (Lies Joel 2,12.13; Apg.4,12; Tit.3,3-8.) Der englische Prediger C.H.Spurgeon ließ einen Freund zu sich rufen und sagte: "Bruder, ich glaube, dass ich sterbe. Was würden mir alle die theologischen Systeme jetzt nützen, da es ans Sterben geht. Meine Theologie ist ungemein einfach geworden, sie lässt sich in vier kleine Worte zusammenfassen. Das mag vielleicht nicht genügen zum Predigen, aber es genügt, um darauf zu sterben: Jesus starb für mich! Das ist genug, Bruder." (Lies Röm.8,31-39.)
Sonntag,18.Februar Epheser 1,7; Römer 8,32.
Was Gott uns durch das Geschenk seines Sohnes ermöglicht hat, wollen wir noch einmal im Zusammenhang betrachten und uns daran freuen. 1. Gott hat es durch Jesus möglich gemacht, dass Schuld vergeben werden kann, sie muss nicht mehr trennend zwischen Gott und uns stehen. Der Schuldbrief, der mit seinen Forderungen gegen uns ist, ist zerrissen" (Kol.2,13-15). 2. Gott hat es durch Jesus Christus möglich gemacht, dass wir den Angriffen des Feindes widerstehen können. "Gott sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus" (1.Kor.15,57). 3. Gott hat uns in seinem Sohn den guten Hirten gegeben, der uns alle Tage unseres Lebens führt bis hin zum Ziel. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir. (Lies Joh.10,27-30.) 4. Gott hat es möglich gemacht, dass wir einander annehmen können, wie er uns in Jesus angenommen hat. Darum nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob (Röm.15,7). 5. Durch Jesus haben wir das ewige Leben. Darum hat der Tod bei Gotteskindern nicht das letzte Wort. Er ist nur Durchgang zum Leben. Wir werden bei dem Herrn sein allezeit (1.Thess.4,17b). 6. Wir müssen nicht mehr unter der Herrschaft der Sünde leben; Gott hat die Knechtschaft aufgehoben, als er seinen Sohn unter das Gesetz stellte. Darum haltet euch dafür, dass ihr der Sünde gestorben seid und lebt Gott in Christus Jesus (Röm.6,11; lies Gal.4,4-6). 7. Gott gab seinen Sohn und öffnete den Himmel für uns, darum sind wir jetzt schon Himmelsbürger. Unser Bürgerrecht ist im Himmel. (Lies Phil.3,20.21.) - Gott hat unsere menschlichen Unmöglichkeiten zu seinen Möglichkeiten gemacht. Sein wunderbares Handeln erschöpft sich nicht in den wichtigsten Fragen unseres Lebens. Er will sich auch in unserem Alltag erweisen als der, dem nichts unmöglich ist. Wohl werden wir immer wieder vor Unmöglichkeiten stehen - aber: Gott kann! (Lies Hiob 42,2; Ps.115,3; Matth.28,18.)
Ist ein Ding unmöglich? Gott erhört Gebet! Ist kein Ausweg möglich? Gott kann, und es geht.
Gott kann, Gott kann! Nichts ist ihm zu wunderbar. Gott kann, Gott kann! O vertrau ihm ganz! H.E.Alexander
Montag,19.Februar Esra 1,1-4; Epheser 2,19-22.
Bei der Beschäftigung mit dem Leben Esras im letzten Bibellesezettel fielen zwei Aussagen besonders auf und wurden uns zur hilfreichen Botschaft. Ein kurzer Rückblick, ehe wir uns mit dem dritten Punkt befassen: 1. Gott kann für die Ausführung seines Planes Menschen erwecken, an die wir nie gedacht hätten: "Gott erweckte den Geist des Kyrus, des Königs von Persien..." 2. "Gottes gute Hand" war über allen, die auf dem Weg nach Jerusalem waren. "Herr, mein Gott, du bist einzigartig! Du hast so viele Wunder getan, alles hast du sorgfältig geplant" (Ps.40,6). Gott hat einen Plan - und er hat für jeden von uns seinen Plan. Weil wir das wissen, dürfen wir ihm inmitten aller bedrängenden Probleme sagen: Lass mich jetzt deinen Plan mit mir wissen. "Weise mir, Herr, deinen Weg, dass ich wandle in deiner Wahrheit", dass ich einmünde in deinen Plan mit mir. (Lies Jes.50,4.5; 5.Mose 32,3.4.) - Ein dritter Punkt, der in der Zeit Esras im Mittelpunkt stand: Esra gehörte zu den Bauleuten Gottes. Der Auftrag der Rückkehrer war es, das Haus Gottes zu bauen und die Mauer um Jerusalem wieder aufzurichten. Es war ein Aufbau aus Trümmern. (Lies Jes.44,26.) Mit dem Befehl des persischen Königs waren die Gefangenen frei. Es war nun ihre Verantwortung, diesem Befehl zu gehorchen. "Da machten sich auf die Familienhäupter von Juda und Benjamin und die Priester und Leviten, alle, deren Geist Gott erweckte, um das Haus des Herrn in Jerusalem zu bauen." (Lies Ps.119,60.) In Kapitel 2 werden die Namen aller genannt, die nach Jerusalem aufbrachen. So wertvoll, so wichtig waren sie Gott, er kannte sie mit Namen. Für alle Zeiten gilt: "Der Herr kennt die Seinen!" "Ich kenne deine Werke und deine Mühe... Siehe, ich habe eine geöffnete Tür vor dir gegeben, die niemand schließen kann." (Lies Nah.1,7; 2.Tim.2,19a; Offb.2,19; 3,8.)
Dienstag,20.Februar Esra 1,5; 1.Petrus 2,5.
Über die Mauern Jerusalems hinaus hat Gott heute seine Bauleute. Sein Reich soll gebaut werden unter allen Völkern. Als die Jünger an Pfingsten mit dem Heiligen Geist erfüllt wurden, waren sie ausgerüstet zum Bau am Reich Gottes in der ganzen Welt. "Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist, und ihr werdet meine Zeugen sein ... bis an das Ende der Erde" (Apg.1,8; lies 1.Kor.9,19-22). Als Christen sollen und dürfen wir seine Bauleute sein. Lassen wir uns zu aktiver Mitarbeit herausfordern? Johannes Busch schrieb von dem "unermesslichen Segen der Mitarbeit im Reich Gottes: Wir haben einen reichen Herrn, der lässt sich nichts schenken. Er beschenkt uns. Wir meinen, ihm zu dienen; dabei ist es so, dass er gerade darin uns dient. Wir mühen uns um Menschen und haben selbst den größten Segen dabei. Mitarbeiter Jesu zu sein ist eine große Sache. Es lohnt sich. Mach mit". "Wir wolln uns gerne wagen, in unsern Tagen der Ruhe abzusagen, die's Tun vergisst. Wir wolln nach Arbeit fragen, wo welche ist, nicht an dem Amt verzagen, uns fröhlich plagen und unsre Steine tragen aufs Baugerüst" (N.L.Graf von Zinzendorf). (Lies Röm.12,1; 1,15.) Zum Mitbauen am Reich Gottes gehört, dass wir bereit sind, aus manchem, in dem wir uns bisher festgelegt haben, aufzubrechen. Entschlüsse und Vorsätze verlieren ihren Wert, wenn sie nicht in die Tat umgesetzt werden. Selbst Gebet kann den Aufbruch nicht ersetzen. Gott beantwortete das Gebet Moses am Roten Meer, indem er zu ihm sprach: "Was schreist du zu mir? Sage den Kindern Israel, dass sie ziehen." Bei dem Apostel Paulus sehen wir, dass Mitarbeiter am Bau des Reiches Gottes sein das Risiko einschließt. Aber auch wenn große Opfer damit verbunden waren, er war bereit. (Lies Apg.20,17-24; 21,13; Röm.1,14.15; 2.Tim.4,5.)
Mittwoch,21.Februar Esra 1,4-11; 2,68.69.
Bauen kostet, Bauen ist teuer. Woher sollten die in Persien lebenden Israeliten die notwendigen Mittel haben zum Aufbruch und zum Bauen? Der König gab nicht nur den Befehl aufzubrechen, er hatte auch einen Befehl an die Leute der Orte, in denen die zum Aufbruch bereiten Israeliten lebten. "Alle Untertanen meines Reiches sollen den Judäern, die bei ihnen leben, Silber und Gold, Vieh und alles, was sie sonst noch brauchen, mitgeben, zusätzlich zu den freiwilligen Gaben für das Haus Gottes zu Jerusalem." Und sie taten es! Sogar der König selbst beteiligte sich an diesem freiwilligen Geben. (Lies Esra 7,15-24; 2.Chron.35,7-9; 1.Tim.6,17-19.) In Jerusalem erhielten die Rückkehrer noch einmal reiche Gaben: "Als sie beim Tempelgelände in Jerusalem ankamen, stifteten einige Sippenoberhäupter freiwillige Gaben, damit das Haus des Herrn wieder an seinem früheren Platz errichtet werden konnte. Jeder gab, so viel er konnte." Es fällt auf, dass immer wieder die Freiwilligkeit betont wird. Daraus erkennen wir, dass die Menschen zum Geben bereit waren. Sie wollten sich am Bau seines Hauses beteiligen. Wohl war da ein Befehl, aber sie entsprachen ihm freiwillig. "Freiwilliges Geben" macht eine Gabe kostbar. "Gern will ich ein Opfer bringen - mit Freuden und ohne Zwang" (Ps.54,8). Gott will keine Gaben, die wir aus einem gewissen Zwang heraus geben. Er ist viel zu erhaben. Er braucht unsere Gaben nicht - er, der das Weltall erschaffen hat - dem alles zur Verfügung steht. Er ist in keiner Weise abhängig von unseren Gaben, er könnte sein Werk ganz ohne uns tun. Wenn wir mit unseren Gaben mithelfen dürfen am Bau seines Reiches, am Unterhalt derer, die hinausgezogen sind in seinem Namen, dann ist das ein Vorrecht und eine Ehre für uns. (Lies 2.Kor.8,1-5; 9,7; vgl.2.Mose 35,29; 36,3; 5.Mose 16,10.)
Donnerstag,22.Februar Esra 3,1-7; Offenbarung 1,5b.6.
"Sie bauten den Altar des Gottes Israels, um Brandopfer darauf zu opfern, wie es geschrieben steht im Gesetz Moses, des Mannes Gottes." Als Erstes wurde in Jerusalem der Altar gebaut. Die Zurückkehrenden brauchten das Opfer! "Am Morgen und am Abend... Tag für Tag." Der Altar weist auf Golgatha, auf das Opfer Jesu. Golgatha muss seinen Platz in unserem Leben haben und in unser Leben ausstrahlen. "Der Sohn Gottes hat mich geliebt und sich selbst für mich dahingegeben. .. Er hat Frieden gemacht durch das Blut seines Kreuzes." (Lies Röm.3,23-25; Kol.1,20; Hebr.9,12-14.) "Jesus ist einmal in der Vollendung der Zeiten geoffenbart worden, um durch sein Opfer die Sünde aufzuheben" und um uns Zugang zu Gott zu bereiten. "Da wir nun, ihr Brüder, kraft des Blutes Jesu Freimütigkeit haben zum Eingang in das Heiligtum, welchen er uns geweiht hat als neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang hindurch ... so lasset uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen in voller Glaubensgewissheit" (Hebr.10,19-22). Doch auch in unserem persönlichen Leben soll der Altar nicht fehlen, auf dem die Hingabe unseres Lebens und das Lobopfer dargebracht werden. "Weiht euch Gott aus Dankbarkeit für seine großen Erbarmungen. Weiht ihm euren Leib als ein lebendiges, heiliges und ihm wohlgefälliges Opfer." (Lies 1.Kor.6,19.20; Hebr.13,15.) Im ersten Jahr der Rückkehr wurde der Altar gebaut; im zweiten Jahr begann der Bau des Tempels. Schon bei der Grundlegung des Tempels waren die Israeliten voller Freude. "Sie stimmten den Lobgesang an und dankten dem Herrn... Das Volk jauchzte laut, sodass man den Schall weithin hören konnte." (Lies Esra 3,8-13.) Es ist Freude mitzuerleben, wenn das Haus Gottes gebaut wird, wenn ein Stein um den anderen eingefügt wird!
Freitag,23.Februar Haggai 1,5-11; Matthäus 6,33.
Die aus der Gefangenschaft zurückgekehrten Juden hatten auch ihre eigenen Bauobjekte. In Jerusalem brauchten sie Wohnungen, die Stadt lag in Trümmern. So kam der Augenblick, wo den Bauleuten die eigenen Bedürfnisse mehr im Vordergrund standen, während der Bau des Hauses Gottes vernachlässigt wurde. Wir erfahren davon durch den Propheten Haggai, der im Auftrag Gottes an die Verantwortlichen Serubbabel und Jeschua auszurichten hatte: "Dieses Volk behauptet, die Zeit ist noch nicht gekommen, den Tempel des Herrn wieder aufzubauen. Aber warum ist es für euch selbst an der Zeit, in Häusern mit getäfelten Wänden zu wohnen, während mein Haus noch in Trümmern liegt? Denkt doch einmal darüber nach, wie es euch geht: Ihr sät viel und erntet wenig... Warum das? So spricht der Herr der Heerscharen: Um meines Hauses willen, das wüst liegt, während jeder von euch seinem Haus zuläuft. Darum hat der Himmel über euch seinen Tau zurückgehalten und die Erde ihren Ertrag." (Vgl. 2.Chron.24,4.5; Phil.2,21; Ps.139,23.24; Hiob 36,11.12.) Über solch eine Mahnung Gottes zur Selbstprüfung sollte keiner von uns achtlos hinweggehen. Gleicht die Gemeinde Jesu heute nicht in manchem einem Tempel, der in Trümmern liegt? Fragen wir, woran das liegt? Liegt es daran, dass Jesus nicht mehr der Erste ist? Nimmt anderes seinen Platz ein? Liegt es daran, dass wir nicht mehr fragen: Herr, was ist dir das Wichtigste? Wenn wir anderem mehr Raum geben, mit anderem mehr zu erreichen meinen als mit dem, was Jesus uns in seinem Wort zu sagen hat, hemmen und hindern wir den Bau des Reiches Gottes. (Lies Hiob 11,13-17.) Der Fürst dieser Welt will nicht, dass Gottes Haus gebaut wird. Aber wo das Heiligtum vernachlässigt wird, da fehlt das Wichtigste, da fehlt der Segen Gottes. Auf Gottes ernstes Mahnen durch Haggai hörten die Israeliten. Haggai durfte ihnen neu zusprechen: "Ich bin mit euch, fürchtet euch nicht." (Lies Hag.2,4.5; vgl.2.Chron.31,10; Spr.15,31.)
Samstag,24.Februar Nehemia 2,17.18; 3,1-32.
Nach dem Bau des Tempels musste die Mauer um Jerusalem gebaut werden. Das war der letzte Bauabschnitt; unter Nehemia wurde er ausgeführt. Er ermutigte die Bewohner der Stadt: "Kommt, lasst uns die Mauer bauen!" Warum brauchte Jerusalem eine Mauer? Sie brauchten Schutz gegen die Feinde, die ringsum lebten, und sie war auch nötig zur Absonderung als Gottes Volk. - Bei diesem Mauerbau wird eindrucksvoll die Baugemeinschaft beschrieben. Die verschiedensten Menschen arbeiteten an der Mauer, einer neben dem anderen, ohne Lücke! "Der Hohepriester Eljaschib... baute das Schaftor auf. Die Männer von Jericho besserten das anschließende Teilstück aus." Männer von Gideon und von Mizpa bauten mit. Da war ein Goldschmied, ein Apotheker, ein Oberster mit seinen Töchtern usw. Jeder arbeitete an dem Platz, der ihm zugewiesen wurde. Als besonderes Merkmal können wir über diesen Bau schreiben: "Neben ihnen bauten... neben ihnen bauten... neben ihnen bauten!" Diese Baugemeinschaft war notwendig; ein Einzelner oder etwa nur eine Gruppe von Bauhandwerkern hätte dieses umfangreiche Werk nicht fertig bringen können. Eine so gemischte Baugemeinschaft kann auch zum Problem werden, hier aber war sie fruchtbar. Einige allerdings waren zu stolz, um mitzutun und schlossen sich aus. "Die Vornehmen unter ihnen beugten ihren Nacken nicht unter den Dienst des Herrn." (Lies 1.Kor.15,58; Kol.4,17.) Im Neuen Testament finden wir Hinweise für eine gute Baugemeinschaft im Reich Gottes. Es ist wichtig, dass wir sehen: Nicht nur Einzelne haben die Verantwortung, dass die Gemeinde gebaut wird, alle sind zum Dienst gerufen. - Liebe ist wichtig beim gemeinsamen Bauen! "Erkenntnis bläht auf; die Liebe aber erbaut" (l.Kor.8,1). Jesus selbst will in uns diese Liebe wirken, die wir von Natur nicht haben. -Manchmal ist es notwendig, um des Bauens willen auf etwas zu verzichten: "Alles ist erlaubt, aber nicht alles ist nützlich. Alles ist erlaubt, aber nicht alles erbaut" (l.Kor.10,23).
Sonntag,25.Februar Epheser 4,15.16; 1.Korinther 12,4-6.
Noch einige weitere Hinweise, die zu einer guten Baugemeinschaft nötig sind. "Lasst uns dem nachjagen, was zum Frieden und zur Erbauung dient." Man muss versuchen, sich in den andern einzufühlen - seine Wünsche zu erkennen. "Es soll ein jeder von uns seinem Nächsten gefallen zum Guten, zur Erbauung." In einer anderen Übersetzung: "Jeder von uns soll sich so verhalten, dass sein persönliches Vorbild den Nächsten zum Guten ermutigt und ihn im Glauben stärkt" (Röm.14,19; 15,2). - In einer Baugemeinschaft tragen wir Verantwortung füreinander. "Deshalb ermahnt einander und erbauet einer den andern" (l.Thess.5,11; Hebr.3,13; 10,24). - Unser persönlicher Anschluss an die Quelle muss in Ordnung sein, nicht blockiert oder abgeschaltet, sonst kann nichts auf andere überfließen. "Strebt danach, dass ihr überströmend seid zur Erbauung" (l.Kor.4,12; 1.Joh.1,7). Paulus schreibt den Korinthern, dass jeder seinen Beitrag leisten muss: "Wie ist es nun, ihr Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, so hat jeder von euch etwas zu bieten: Der eine hat einen Psalm, der andere hat Belehrendes zu sagen ... Wichtig ist, dass alles zum Aufbau der Gemeinde geschieht" (1.Kor.14,26; 2.Kor.12,19). - Auf das gute, positive Wort kommt es in einer Baugemeinschaft an. "Redet nicht schlecht voneinander. Was ihr sagt, soll für jeden gut und hilfreich sein - förderlich zum inneren Aufbau - eine Wohltat für alle" (Eph.4,29). - Sind wir an unserem Platz eine intakte Baugemeinschaft? "Unmerklich kann es geschehen, dass aus dem Nebeneinander ein Auseinander und oft genug ein Gegeneinander und Durcheinander wird!" (W. Lüthi). Nach allem, was wir im Wort Gottes gefunden haben, können wir Bauleute Gottes sein, einer neben dem andern, wie zu Nehemias Zeit. "Gott ist mächtig, euch zu erbauen und euch das Erbe zu geben mit allen, die geheiligt sind" (Apg.20,32).
Montag,26.Februar Esra 4,1-24; Nehemia 6,3.9.
Wer bauen will, muss mit Schwierigkeiten und Verzögerungen rechnen. Das gilt ganz besonders für das Bauen am Reich Gottes. "Gottes Sache und der Dienst seiner Gemeinde werden nie unwidersprochen bleiben. Bauen am Reich Gottes ist immer mit Kampf verbunden. Der Teufel wartet nur auf ein Opfer, das er zu Fall bringen kann. Seine Methoden sind sehr unterschiedlich, manchmal erleben wir ihn als 'brüllenden Löwen', manchmal kann er sich auch wie ein 'Engel des Lichts' geben, der uns helfen will. 'Als die Widersacher Judas und Benjamins hörten, dass die Kinder der Gefangenschaft dem Herrn, dem Gott Israels, den Tempel bauten, kamen sie zu Serubbabel und zu den Familienhäuptern und sprachen: Wir wollen mit euch bauen, denn wir wollen euren Gott suchen gleichwie ihr.' Eine sehr heikle, schwierige Situation! Das Angebot klang bestechend. Wäre es nicht gut, sich helfen zu lassen, sich mit den angrenzenden Nachbarn gut zu stellen? Serubbabel und die Männer um ihn waren wach und erkannten die Falle, die der Feind ihnen stellen wollte. Sie konnten dem Zusammenarbeiten mit den Heiden nicht zustimmen und wagten, nein zu sagen. 'Wir haben doch alle den gleichen Gott', so sprechen auch heute Menschen, die den Anspruch erheben, in ihrer religiösen Meinung anerkannt zu werden, ohne dem ewigen Gott Ehre zu geben. In den Sprüchen lesen wir: 'Ein arglistiger Mensch will andere täuschen und verstellt sich mit schönen Worten. Darum traue ihm nicht. Auch wenn seine Stimme noch so freundlich klingt.' (Lies Spr.26,24.25; Apg.8,18-21.) Wir wollen 'allein bauen' - das wird der Gemeinde je und je als Hochmut und Engherzigkeit ausgelegt. Aber es bleibt bei dem Wort des Apostels Paulus: 'Zieht nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen!'" (H.Brandenburg). (Lies 2.Kor.6,14-7,1; 1.Joh.2,17.)
Dienstag,27.Februar Esra 4,4.5.24; Galater 5,7.
Der erste Versuch der Widersacher war abgewehrt, da folgte ein zweiter, der einen gewissen Erfolg hatte. "Da machte das Volk des Landes die Juden mutlos, sodass sie nicht weiterzubauen wagten. Es gelang den Samaritern sogar, einige Berater des persischen Königs Kyrus zu bestechen und so den Bau des Tempels bis zur Regierungszeit von König Darius zu verhindern." Angst erschreckte und lähmte die Bauenden. Nach außen war es der Hass der Feinde Israels, durch den das Werk in Jerusalem aufgehalten wurde, wir aber wissen, dass in den Reihen der Rückkehrer Trägheit und Selbstsucht sich breitgemacht hatte (Hag.1,5ff). Das war wohl mit ein Grund, dass Gott es zuließ, dass "das Volk des Landes" die Israeliten ängstigen konnte und dass der Bau stoppte. "Wachet und betet, dass ihr nicht in Anfechtung fallt! Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach." Wenn uns die Mitarbeit im Reich Gottes zur Nebensache oder zur Last wird, ermüden wir schnell und werden verzagt. Haben wir aber unseren großen Auftraggeber und das Ziel vor Augen, dann werden wir erfahren, dass er uns immer neu mit Mut und Kraft erfüllt. Im Hebräerbrief werden wir aufgefordert: "Werdet in eurem Glauben nicht träge und gleichgültig, sondern folgt dem Beispiel der Christen, die durch Vertrauen zum Herrn standhaft geblieben sind" (Hebr.6,11.12; 12,1-3). Paulus schreibt im ersten Korintherbrief von seinem Einsatz beim Bau des Königreiches Gottes: "Wir geben nicht auf. Freilich gehen die Strapazen nicht spurlos an uns vorüber. Wenn auch meine körperlichen Kräfte nachlassen, wird doch das Leben, das Gott mir schenkt, von Tag zu Tag erneuert." Wer vertraut, wird erleben, dass es bei der Mitarbeit am Bau des Reiches Gottes nicht nur Widersacher gibt, sondern auch reiche Erfahrungen der Durchhilfe Gottes. (Lies Hebr.3,6.14; 5.Mose 33,25b-27.)
Mittwoch,28.Februar Esra 4,6-23; 1.Korinther 16,9.13.
Dreimal wird uns von Anklageschriften an persische Könige berichtet - ein neuer Weg der Widersacher, um den Bau zu verhindern. Der Brief des Kanzlers Rehum und seiner Genossen ist im Wortlaut angeführt und ebenso die Antwort des Königs. "Als nun der Brief vorgelesen wurde, brachen sie sofort nach Jerusalem auf und hinderten die Juden mit Waffengewalt am Weiterbau." Aber dieser gewaltsame Baustopp erreichte nichts Endgültiges. Wenn der Widerstand beim Bau des Reiches Gottes so massiv ist, dass wir scheinbar die Unterlegenen sind, ja, wenn sogar einmal ein Stillstand eingetreten ist, dann dürfen wir uns an das Wort Jesu halten: "Mein Vater ist größer als alles" - als alle Gegner und Bedränger - "und niemand kann aus meines Vaters Hand reißen" - kann das Werk Gottes für immer aufhalten! (Lies Jes.50,7-10; Ps.138,7.8.) Als Gemeinde Jesu haben wir nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Gewalten, die verborgene Wirklichkeiten sind. Solange wir am Hause des Herrn, das aus lebendigen Steinen, aus erlösten Menschen besteht, mitbauen, wird Widerstand da sein. Und doch wollen wir festhalten: "In ihm wohl zusammengefügt wächst dieser Bau empor zu einem heiligen Tempel in dem Herrn" (Eph.2,20-22). Die wirksamste Waffe gegen den Widersacher ist das Gebet. "Beten ist die wichtigste Arbeit in Gottes Reich. Jünger Jesu würden den Satan stürzen sehen, wenn sie die ihnen gegebene Macht ausübten. 'Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?' ... Wir können am Sieg Jesu teilhaben, nicht nur für uns persönlich, sondern auch für unsere Nächsten und für solche, die noch fern von Jesus Christus sind" (O.Sanders: Wirksames Gebet). (Lies Luk.10,19; Apg.12,1-11; Kol.2,1-3; 4,12.)
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