SAMSTAG, 1.DEZEMBER

PSALM 27, 14; 112, 1. 8

Getrost sei getrost! Welch große Bedeutung hat dieser Zuspruch schon im Alten Testament und dann aus dem Mund des Herrn Jesus Christus im Neuen Testament! Getrostheit ist eine Gemütsverfassung, die Gott, unser Vater, für seine Kinder wünscht und ihnen schenkt. Ja, er kümmert sich um unsere Verfassung. Getrost, das bedeutet: mutig, im Frieden, von Unruhe befreit, gelöst, geborgen, zuversichtlich, unbekümmert. Hängt Getrostheit auch mit getröstet zusammen? Auf jedem Weg haben wir den »Gott allen Trostes« bei uns (Röm. 15, 5; 2. Kor. 1, 3). Getrostheit ist nicht oberflächlicher Optimismus; Getrostheit ist mit der zuversichtlichen Hoffnung auf Gottes Beistand und Verheißung verbunden. Sei getrost! Die Angesprochenen sind meist Leute, die in Unruhe sind. Das sind wir doch so oft. Unruhig aus den verschiedensten Gründen. Angst, Sorge, Unsicherheit, ein schlechtes Gewissen das sind Gegenpole zur Getrostheit. Gott will unsere bedrückte Verfassung ändern, er empfindet mit, was uns bewegt. Er spricht uns an: »Du Elende, über die alle Wetter gehen, und du Trostlose!« Und er macht durch seine Verheißung getrost: »Einer jeglichen Waffe, die wider dich gebildet wird, soll es nicht gelingen... Das ist das Erbe der Knechte des Herrn und ihre Gerechtigkeit von mir, spricht der Herr.« (Lies Jes. 54, 11. 14-17.) In Psalm 42 und 43 fragen sich die Söhne Korach dreimal: »Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir?« Sie sind traurig, hin- und hergeworfen, der innere Friede scheint zu fehlen. Dann sehen sie den Ausweg aus ihrer deprimierten Ver fassung: »Harre auf Gott!« Vertrauen bringt Getrostheit: »Ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.« (Lies Ps.116,5-7; Jes. 51, 3.)

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SONNTAG, 1.ADVENT, 2.DEZEMBER

JOSUA 1, 6-9; PSALM 31, 25

Es ist in dieser Welt so wichtig, dass wir Getrostheit ausstrahlen, Mut und Zuversicht, Glauben, Hoffnung, Herzensfrieden und Freudigkeit. Wer innerlich getrost ist, kann Getrostheit ausstrahlen. Der Zuruf »sei getrost« geschieht ganz persönlich an den Einzelnen. Zu Josua sprach Gott: »Sei nur getrost und ganz unverzagt, dass du hältst und tust in allen Dingen nach dem Gesetz, das dir Mose, mein Knecht, geboten hat. Weiche nicht davon... Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und freudig seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der Herr, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst!« Wir sehen: Mut, Entschlossenheit und Tatkraft waren nicht Josuas natürliche Veranlagung. Dreimal ermutigt ihn Gott: Sei getrost. Und beim dritten Mal sagt Gott ihm das Geheimnis des Getrostseins: »...denn der Herr, dein Gott ist mit dir in allem, was du tun wirst.« Wir werden dieser Begründung, diesem »Denn« noch öfter begegnen. (Lies Jos. 10, 25; Jes. 41, 13. 14; 54, 10; Hebr. 13, 5b.6.) Getrostwerden ist kein Sich-Aufschwingen mit eigener Kraft, Getrostwerden hat seinen Grund: »Sei fröhlich und getrost; denn der Herr kann auch Gewaltiges tun!« (Joel 2, 21; vgl. 2. Mose 15, 1. 2; Dan. 3, 32. 33). Auch in unserem Leben kann Gott große Dinge tun, warum soll ich nicht mutig und freudig sein? Und wie viel Großes hat er schon getan. Von welchen Ereignissen könnten wir erzählen und damit einander Mut machen? Noch will das Alte unsre Herzen quälen, noch drückt uns böser Tage schwere Last. Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen das Heil, für das du uns geschaffen hast. Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag (D. Bonhoeffer).

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MONTAG, 3. DEZEMBER

HAGGAI 2, 4. 5; SACHARJA 10, 12

Auch zu Serubbabel und Jeschua und dem ganzen Volk zur Zeit Haggais sprach der Herr: »Seid getrost«, und er gibt wieder die Begründung dazu: »Denn ich bin mit euch!« »Aber nun, Serubbabel, sei getrost, spricht der Herr, sei getrost, Jeschua, du Hoher Priester. Sei getrost, alles Volk im Lande, spricht der Herr, und arbeitet! Denn ich bin mit euch, spricht der Herr der Heerscharen.« Wir wollen einen Augenblick dabei stehen bleiben, dass Haggai hier den Führern und dem Volk ausrichten darf: Seid getrost, arbeitet und handelt. Der Getroste hat Mut zur Arbeit, hat Mut zum Handeln. Man kann wie gelähmt sein vor Angst und Vorsicht, ganz ohne Mut, ein Werk des Herrn anzupacken. Es ist riskant, wenn man nichts mehr wagt und nichts mehr tut. (Lies Neh. 4, 1-15; Jes. 41, 6-10.) In 2. Chronik 15 wird ein Aufruf des Propheten Asarja berichtet: »Ihr aber, seid getrost und tut eure Hände nicht ab; denn euer Werk hat seinen Lohn! Da aber Asa, der König, diese Worte hörte... war er getrost, tat weg die Gräuel... und erneuerte den Altar des Herrn.« Getrostes Handeln macht andere getrost zum Handeln für Gott. (Lies 2.Chron. 15, 1. 2. 7-15.) »Wenn schwierige Umstände sich unserem Dienst entgegenstellen, kommen wir leicht in Versuchung, nichts mehr zu tun und uns ganz zurückzuziehen. Wir wissen aber, dass Gott etwas anderes von uns erwartet. Die Menschen brauchen Christus. Die Welt stirbt, weil ihr die Botschaft des Wortes Gottes fehlt. Wir sollen unseren Dienst mit Entschlossenheit tun, so dass wir Wind und Wellen trotzen und tiefe Spuren in unserer Welt zurücklassen« (H. E. Alexander).

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DIENSTAG, 4. DEZEMBER

HAGGAI 2, 4. 5; SACHARJA 4, 6. 7

»Sei getrost, denn ich bin mit euch, spricht der Herr der Heerscharen, nach dem Wort, das ich euch zusagte, als ihr aus Ägypten zogt; und mein Geist soll unter euch bleiben. Fürchtet euch nicht!« Gottes Gegenwart macht uns zuversichtlich in allen Lagen. Warum sollten wir uns vor den Raffinessen des Feindes fürchten, wenn wir mit Gottes Waffen gerüstet sind? Umgeben von heimlichen Gefahren, aber unaufhörlich in Gottes Gegenwart lebend, können wir siegen. Wenn wir ihm unser Leben unterstellen, werden wir die Erfahrung machen, dass er treu ist. (Lies 1.Kor.10,13; 2.Thess.3,3.) »Seid getrost und arbeitet«, das bedeutet: Fangt an, vor allen Dingen aber, haltet durch. Ausdauer schenkt Gott. Es gibt Menschen, die von Natur leichter etwas durchstehen können; aber mit unserer eigenen Standhaftigkeit sind wir doch bald am Ende; für die Anforderungen im Reich Gottes reicht sie nicht aus, die eigenen Kräfte versagen. Für Christen sind die Kräfte des neuen Lebens, das Christus schenkt, da: »Das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.« (Lies 2.Kor.5,17; Eph.6,10; Phil.4,13.) »Seid getrost und arbeitet! Denn ich bin mit euch.« Wir sind also nicht allein. Der uns vorangeht und uns begleitet, ist unser Retter. Durch den Heiligen Geist ist es uns gegeben, persönlich in Verbindung zu stehen mit dem Sieger über Satan, Sünde, Tod. Er hat alle Fürstentümer und Gewalten und jeden Namen, der im gegenwärtigen und zukünftigen Zeitalter genannt werden mag, überwunden. Er ist mit uns, er begleitet uns. Vor ihm muss Satan sich beugen und die Hölle beben. Daran wollen wir denken, getrost sein und arbeiten. (Lies Kol. 2, 15; 1. Joh. 3, 8b; 2, 14.)

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MITTWOCH, 5. DEZEMBER

1.KÖNIGE 2,1-3; PSALM 56,3.4.10

David gebot Salomo: »So sei getrost und sei ein Mann und diene dem Herrn, deinem Gott, dass du wandelst in seinen Wegen und hältst seine Gebote.« Joab und sein Bruder Abischai standen zusammen im Kampf gegen die angreifenden Feinde Davids: »Sei getrost und lass uns getrost handeln für unser Volk und für die Städte unseres Gottes.« Dann vertrauten sie sich dem Willen Gottes an: »Der Herr tue, was ihm wohlgefällt« (2. Sam. 10, 8-13). Getrost, weil man im Willen Gottes ist! Esra, der das Volk Gottes aus der Gefangenschaft zurückführen sollte, machte diese Erfahrung bei allem Risiko und bei allem Widerstand: »Ich ward getrost, weil die Hand des Herrn, meines Gottes, über mir war« (Esra 7,28; Neh.2,8.17-20). Unter der Hand Gottes wird man getrost. Getrost da ist die Furcht in ihre Schranken gewiesen: »Sagt den verzagten Herzen: Seid getrost und fürchtet euch nicht!, seht, da ist euer Gott. Er kommt und wird euch helfen« (Jes. 35, 4). Ein verzagter, ängstlicher Mensch ist also nicht auf sich selbst angewiesen, er muss nicht verzagt und ängstlich bleiben, er muss nicht zu den Feigen gehören, die sich zurückziehen und nichts für Gott wagen. Nein, sei getrost, du verzagtes Herz! Dir gilt der Ruf: »Siehe, dein Gott!« Gott will uns verzagte Leute ändern. In den Sprüchen lesen wir: »Der Gerechte ist getrost wie ein junger Löwe« (Spr. 28, 1). Passt dieser Vergleich auf uns? Nichts Lahmes und Schwungloses, nein, Kraft und Bewegung, für den Kampf bereit! »So sei nun stark durch die Gnade, die für dich in Christus Jesus ist!« (Lies Jes. 40, 31; Ps. 28, 7. 8; 59, 10. 11. 17. 18; 84, 6. 7.) »Wenn in dem Kampfe schwerer Leiden der Seele Mut und Kraft gebricht, so salbest du mein Haupt mit Freuden, so tröstet mich dein Angesicht. Da spür ich deines Geistes Kraft, die in der Schwachheit alles schafft« (J.G.Herrmann).

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DONNERSTAG, 6. DEZEMBER

MATTHÄUS 9,1-8; PSALM 103,1-4

Wir wollen uns damit befassen, wie Jesus Getrostheit schenkt. Er war in Kapernaum, »seiner Stadt. Und siehe, sie brachten einen Gelähmten, der lag auf einem Bett (Matte).« Markus schreibt: »Da sie ihn nicht zu ihm bringen konnten wegen der Volksmenge, deckten sie das Dach auf, machten ein Loch und ließen das Bett herunter, auf dem der Gelähmte lag. Als nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben.« Sünden das war die Last, die diesen Menschen unglücklich machte. Das Schwerste nimmt Jesus ihm ab, was ihm niemand sonst abnehmen kann. Wenn die Sünde vergeben ist, kann man getrost sein, befreit, entlastet, freudig, aktiv. (Lies Eph.1,7; Ps.32,1-5.) Jesus spricht weiter zu dem Gelähmten: »Steh auf, hebe dein Bett auf und geh heim!« Und das tat er, er ging mit dem Wort des Herrn: »Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben.« Dieses Wort gilt auch uns. Nicht nur einmal dürfen wir es hören. Sooft wir gesündigt haben, dürfen wir kommen und uns reinigen lassen. Der Apostel Johannes zeigt uns den Weg: »Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit« (1.Joh.1,9; lies Spr.28,13; Jer.3,13.14. 22. 23; Jes. 1, 16. 18). So erfahren wir täglich die getroste Gemütsverfassung. »Ich, ich tilge deine Übertretungen um meinetwillen und gedenke deiner Sünden nicht.« »Du hast mir meine Klage verwandelt in einen Reigen, du hast mir den Sack der Trauer ausgezogen und mich mit Freude umgürtet, dass ich dir lobsinge und nicht stille werde. Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit« (Jes. 43, 25; Ps. 30, 12; lies Ps. 34, 19; Micha 7, 18. 19).

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FREITAG, 7. DEZEMBER

MATTHÄUS 9, 20-22; 21, 22

»Siehe, eine Frau, die zwölf Jahre blutflüssig war, trat von hinten an Jesus heran und berührte den Saum seines Gewandes. Denn sie sprach bei sich selbst: Könnte ich nur sein Gewand berühren, so würde ich gesund.« Was geschieht? Lässt Jesus sie stehen wegen dieses kindlichen Glaubens, tadelt er sie? »Da wandte Jesus sich um und sah sie und sprach: Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen.« »Man muss dazu aus dem Alten Testament wissen, dass diese Frau die ganzen zwölf Jahre als kultisch unrein galt, dass sie während dieser ganzen Zeit weder in die Synagoge noch in den Tempel durfte. Praktisch bedeutete ihre Krankheit Schmerz, Angst, Unannehmlichkeiten und weitgehenden Ausschluss aus der menschlichen und religiösen Gemeinschaft, Einsamkeit« (G. Maier). (Siehe 3. Mose 15, 19.) Jesus wandte sich der Frau zu: »Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dich gerettet.« Was müssen diese Worte des Herrn für sie bedeutet haben! Sie darf getrost sein. Jesus sagt: »Dein Glaube hat dich gerettet.« Ihr Vertrauen auf ihn wurde nicht enttäuscht. Das ist unsere Rettung, dass wir uns an Jesus hängen. (Lies Mark. 5, 21. 36; Matth. 9, 27-30.) Er wird zu uns sprechen: Sei getrost. Glaube macht getrost: auch in der beängstigenden Situation, auch in der lang andauernden Krankheit, auch unter beständigem Druck. Der Anschluss an Jesus lässt uns seine Hilfe erfahren. Wir sind nie ohne Ausweg. Immer wieder erinnert uns Jesus daran: Sei getrost, sei unverzagt, sei freudig, mutig! »Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen« seine Offenbarung, sein Handeln. (Lies Röm. 4, 18-21.)

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SAMSTAG, 8.DEZEMBER

MATTHÄUS 14,22-27; JESAJA 43,1.2

Wir lesen von den Jüngern im Sturm auf dem Meer: »Ihr Boot kam in Not durch die Wellen, denn der Wind war ihnen entgegen.« Eine Nacht im Sturm ohne Jesus und zu allem kam eine unheimliche Erscheinung auf den wilden Wassern. »Sie erschraken und riefen: Es ist ein Gespenst! und schrien vor Furcht.« Jesus war plötzlich da, aber sie erkannten ihn nicht. Das vermeintliche Gespenst steigerte die Angst. »Aber sogleich redete Jesus mit ihnen und sprach: Seid getrost, ich bin's; fürchtet euch nicht!« Welch eine Verwandlung bringt dieses Wort in den Gemütszustand seiner Jünger. »Es handelt sich hier um eines der schönsten Trostworte der Bibel: ÅSeid getrost, ich bin's. Fürchtet euch nicht. Wie oft wird den Zagenden und Zweifelnden, den Gedemütigten und Armen im Geist diese göttliche Ermutigung zugerufen wir finden sie häufig im Alten Testament. Sie gilt auch uns, die wir die Schrecken und Verfolgungen in unserer Zeit miterleben oder kommende Leiden fürchten oder im Begriff sind, in unserem Zeugendienst für Jesus entmutigt zu werden. (Lies Apg. 18, 9. 10; 23, 11; Jer. 1, 8. 9.) Seid getrost, fürchtet euch nicht das gilt den Kranken, den Verzagten und den von übermächtigen Gegnern Bedrohten. Warum sollen sich die Jünger nicht fürchten? ÅIch bin's, sagt der Herr. Wenn Jesus als der barmherzige Heiland nahe ist, dann gibt es keinen Grund mehr, sich zu fürchten. Ich bin's! Wirklich und wahrhaftig ist der Auferstandene heute noch bei den Seinen, wenn auch mit dem neuen unsichtbaren Leib. In den dämmernden Morgenstunden auf dem See kommt mit dem Wort des Herrn eine wunderbare Klarheit. In die chaotische Sturm- und Wasserwelt kommt Ruhe. ÅSeid getrost! Ich bin's. Fürchtet euch nicht!« (G.Maier) (Lies 2. Mose 14,13; Hiob 37,21.)

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SONNTAG, 2. ADVENT, 9. DEZEMBER

MATTHÄUS 14, 22-27; PSALM 107, 24-31

»Seid getrost, ich bin's; fürchtet euch nicht!« Im furchtbaren Geschehen des Dritten Reiches und des Krieges schrieb Rudolf Alexander Schröder das Gedicht, das in jener Zeit vielen zur Hilfe wurde: »Was dir auch immer begegnet mitten im Abgrund der Welt: Es ist die Hand, die dich segnet, es ist der Arm, der dich hält. Es ist kein Grauen so mächtig, es ist kein Fürchten so bang, kein Trachten so niederträchtig: lebt Einer, der es bezwang. Mitten im Höllentoben, da keiner keinem frommt: Es ist der Vater droben, es ist sein Reich, das kommt!« Auf dem Weg nach Gethsemane spricht Jesus zu seinen Jüngern: »Ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir. Dieses habe ich mit euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden« (Joh. 16, 32. 33). Jesus hat überwunden. Das ist der tiefste Grund, warum wir getrost sein dürfen. Jesus hat Sünde, Tod und Teufel überwunden und die Angst. Paulus schreibt: »So sind wir denn allezeit getrost und wissen: Solange wir noch in diesem Leibe sind, sind wir noch nicht in unserer eigentlichen Heimat angelangt, sondern befinden uns noch in der Fremde . . . Wir tun hier unsere Schritte im Vertrauen, sind noch nicht zum Schauen gelangt.« (Lies 2. Kor. 5, 6. 7; Hebr. 11, 1. 6; Röm. 8, 33. 34.) Dennoch getrost! Jesus spricht: »Sei getrost, meine Tochter«, denn dein Vertrauen ist deine Rettung. Sei getrost in deinem Gemüt. Sei getrost in deinen Ängsten. Sei getrost in deinem Zeugnis. Sei getrost vor dem Feind. Der Psalmsänger bezeugt: »Der Herr erhörte mich und tröstete mich. Der Herr ist mit mir, mir zu helfen; und ich werde herabsehen auf meine Feinde. Es ist gut, auf den Herrn vertrauen« (Ps. 118, 5-7; lies Ps. 18, 4. 17-20; Spr. 18, 10).

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MONTAG, 10. DEZEMBER

PSALM 73,23-26; RÖMER 8,28

»Sei getrost!« Was haben wir Christen doch den anderen Menschen voraus! Menschen ohne den Vater im Himmel haben keinen wirklichen Trost; denn was sie Trost nennen, ist nur ein Pflaster außen auf eine unheilbare Wunde. Wir aber wissen, dass, was geschieht, an Gott vorbeimuss, auch das Schwere, und dass er es in Heil und Segen verwandeln kann. (Lies Jes. 38, 9-20; 2. Kor. 4, 16-18.) Aus einem Gefangenenlager sind Verse eines Häftlings überliefert: »In den Tiefen, die kein Trost erreicht, lass doch deine Treue mich erreichen. In den Nächten, da der Glaube weicht, lass nicht deine Gnade von mir weichen. Auf dem Weg, den keiner mit mir geht, wenn zum Beten die Gedanken schwinden, wenn die Finsternis mich kalt umweht, wollest du in meiner Not mich finden. Wenn ich deine Hand nicht fassen kann, nimm die meine doch in deine Hände. Nimm dich meiner Seele gnädig an, führe mich zu einem guten Ende« (J. Delbrück). Im längsten Psalm der Bibel ist der Vers aufbewahrt: »Deine Gnade soll mein Trost sein, wie du deinem Knecht zugesagt hast« (Ps. 119, 76). Was Gott verspricht, das bricht er nicht. Der Apostel Paulus verwendet für Trost und Trösten gern das Wort »Paraklet«. Der Paraklet ist ein Fürsprecher, der das Herz wieder festmacht, den man zur Hilfe herbeirufen kann. Noch eine Hilfe ist uns geschenkt: das Wort Gottes. Jeremia, der oft innerlich Leidende, bezeugt: »Dein Wort ist meines Herzens Trost; denn ich bin ja nach deinem Namen genannt.« Sobald er ein Wort Gottes empfing, hat er es in sich hineingelassen, und so wurde es ihm zur Speise, zur Freude, zum Trost. (Lies Ps.94, 19; 119, 92. 93; Röm. 15, 4.) »Gott, unser Vater, der uns geliebt und uns einen ewigen Trost gegeben hat..., der tröste eure Herzen und stärke euch in allem guten Werk und Wort« (2. Thess. 2, 16. 17; lies 2. Kor. 1, 3-7).

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BEREITET DEM HERRN DEN WEG

DIENSTAG, 11. DEZEMBER

MATTHÄUS 3, 1-3; LUKAS 1, 15-17

Die Lebens-Aufgabe Johannes des Täufers bestand darin, das Volk Israel auf die unmittelbar bevorstehende Ankunft des Messias vorzubereiten. Der Täufer wirkte in Wüstenregionen der Jordansenke. »Nach 2. Könige 2, 7 ist der Prophet Elia von diesem Ort aus zum Himmel aufgefahren. Tritt Johannes gerade hier auf, zeigt er damit an, dass er Elias Werk fortsetzt und der verheißene Elia von Maleachi 3, 1 ist. Wir blicken hier hinein in die wunderbare Erfüllung der Verheißungen Gottes, von denen keine hinfällig wird. Mit dem Ruf des Johannes zur Umkehr wird die fortlaufende Linie vom AT zum NT deutlich. ÅKehrt um heißt: sich zu Gott hinkehren und den Weg der Sünde verlassen. Die Begründung des Johannes ist neu im Vergleich zu den alttestamentlichen Propheten: ÅDenn die Gottesherrschaft ist nahe herbeigekommen. Er redet nicht von der Vertreibung der Römer, er sagt nichts über die Verwandlung der sozialen Strukturen . . . Er stellt nur eines heraus: Die Sünde muss entfernt werden! Hier, in der Schuldfrage, liegt das Zentralproblem. Dies zu hören ist heute erneut wichtig« (G. Maier). (Lies Matth. 1, 21; Luk. 19, 10; Joh. 3, 17; 1. Tim. 1, 15.) Johannes war der Wegbereiter für Jesus Christus, den Messias Gottes. Von Natur aus hat das Menschenherz keine gebahnten Wege für den Höchsten. Es ist blockiert von der unüberwindbaren Felswand der Sünde bis ein Mensch den Jesus-Weg betritt, den er unter Einsatz seines Lebens zum Vaterhaus Gottes gebahnt hat. Doch der Jesus-Nachfolger erlebt auch, dass die Felsbrocken schwieriger Lebensumstände, das Geröll des Unglaubens und das Dickicht des Ungehorsams den Nachfolge-Weg behindern. Aber wir haben einen einzigartigen Bergführer, der uns hilft, Hindernisse zu überwinden, Wege zu bahnen in unseren Lebensumständen und in unserem Herzen. »Wohl denen, in deren Herzen gebahnte Wege sind« (Ps. 84, 6; Elbf. Übers.).

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MITTWOCH, 12. DEZEMBER

PSALM 84,6; OFFENBARUNG 2,7a

Inzwischen haben wir auch in Deutschland die Zerstörungsmacht der Orkane erlebt. Autobahnen, Geleise, Rad- und Wanderwege waren blockiert. Wichtige Verkehrsstraßen werden in der Regel schnell geräumt, Hindernisse fortgeschafft. In den nächsten Tagen befassen wir uns mit verschiedenen Hindernissen im Glaubensleben und deren Überwindung.

1. Hindernisse im Herzen der Glaubenden

Jesus Christus wohnt im Herzen der Menschen, die an ihn glauben. Aber er gibt sich nicht mit einem kleinen Herzenswinkel zufrieden. Jesus ist »Herr aller Herren«, darum will er auch im Leben jedes Glaubenden der Herr sein. Unser Herz soll ihm ganz gehören. »Gib mir, mein Sohn, dein Herz und lass deinen Augen meine Wege wohlgefallen« (Spr. 23, 26; vgl. 2. Chron. 16, 9a). Wer Jesus Herr sein lässt, kann ihn bitten, wie es in einem Kindergebet heißt: »...mein Herz mach rein, soll niemand drin wohnen als Jesus allein.« Was kann dem Herrn im Wege stehn? Die Sendschreiben an die Gemeinden Kleinasiens (Offb. 2 und 3) geben darüber Auskunft. Der Herr nennt die Hindernisse glasklar beim Namen. Er deckt auf, was dem menschlichen Auge oft verborgen bleibt: Das geteilte Herz. Der auferstandene Herr ist um die Christen in Ephesus besorgt: »Ich habe gegen dich, dass du die erste Liebe verlassen hast.« (Lies Offb. 2, 1-7.) Einst war Jesus für diese Christen der einzige und über alles andere geliebte Herr, aber nun hatten andere, scheinbar wichtigere Aufgaben die erste Liebe verdrängt. Für den Herrn gehören die erste Liebe und die ersten Werke zusammen. Prüfen wir uns, ob wir uns auf dem Holzweg pausenloser Betriebsamkeit befinden, weil wir die herzliche Gemeinschaft mit Christus vernachlässigt haben! (Lies 5. Mose 6, 5; Jos. 22, 5; Matth. 22, 35-40; Joh. 14, 15. 21.)

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DONNERSTAG, 13. DEZEMBER

OFFENBARUNG 2, 12-29; PSALM 93, 5

Als weiteres Hindernis spricht der Herr den Zerfall biblischer Lehre und den damit einhergehenden moralischen Niedergang an. Das traf auf die Gemeinden in Pergamon und Thyatira zu: Jesus hält ihnen entgegen, dass sie dem Unrecht in ihrer Mitte nicht stärker entgegentreten. Obwohl vom Wort Gottes her die Richtung klar war, duldeten diese Gemeinden Gruppen und Einzelpersonen mit anderen Lehren. »Es wird eine Zeit sein, da sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern nach ihren eigenen Begierden sich selbst Lehrer auffladen werden, weil es ihnen in den Ohren kitzelt« (2. Tim. 4, 3; vgl. 1. Tim. 6, 3-5; 2. Tim. 1, 13. 14; Tit. 2, 1-8). Wir blockieren die Arbeit im Reich Gottes, wenn das Wort Gottes nicht verbindlicher Maßstab ist, an dem sich Lehre und Leben messen lassen müssen. Grenzen lassen sich leicht verwischen, und schleichend hält der Geist der Welt Einzug in die Jesus-Gemeinde. Lehre und Leben gehören zusammen wie die Innen- und Außenfläche unserer Hand. Wie viel »weichgespültes« Christsein gibt es nicht auch in den »frömmsten« Kreisen. Rasche geistliche Erbauung: Ja. Aber Bibel-Arbeit, Vertiefung in die »gesunde Lehre«: Nein, danke keine Zeit zu müde nicht so wichtig. Dabei ist die Vertiefung in die Bibel gar nicht schwer: Lesen wir unsere Bibel noch Abschnitt für Abschnitt im Zusammenhang? Dabei ist nicht die Textmenge entscheidend, sondern die Regelmäßigkeit. Könnten wir uns nicht zu zweit, zu dritt,... in kleinen Gruppen treffen und einfach nur Bibeltext pur in uns aufnehmen? Manch einer setzt auch die Bibel als Hörbuch ein. Gottes Wort ist jedenfalls kein »Selbstbedienungsbuffet«, bei dem man sich je nach Geschmack das Gewünschte aussucht und das andere liegen lässt. Als Jesus-Nachfolger sollen wir »leben von jedem Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht« (Matth. 4, 4).

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FREITAG, 14.DEZEMBER

OFFENBARUNG 3, 1-6

Welches Hindernis entdecken wir bei der Gemeinde in Sardes? »Du hast den Namen, dass du lebst, und bist tot«. Ob man Betriebsamkeit mit geistlicher Lebendigkeit verwechselte? Der erhöhte Herr sieht auf das Vordergründige und in das Verborgene. Er weiß um jeden geheimen Schaden. Wie Christen sein müssen, wissen wir nur zu gut. Darum versuchen wir oft, den Schein zu wahren und so zu tun, als ob alles in Ordnung wäre. Den Herrn aber kann man mit einer frommen Fassade nicht täuschen. Er wusste von der Gemeinde in Sardes, dass sie nicht wirklich mit ihm lebte, obwohl das Gemeindeprogramm wunderbar lief. Solch eine Selbsttäuschung ist möglich. »Und der Herr sagt: ÅDu bist tot. Das geistliche Leben ist abgestorben, auch wenn dein Name nach außen einen guten Klang hat. Diesen Tod gibt es in erschreckender Wirklichkeit in unseren Gemeinden, die Mühlen der Routine klappern weiter, aber es ist nichts dahinter. Es gibt wohl kaum etwas Gefährlicheres als diese Selbsttäuschung« (T. Sorg). Wir behindern das Wirken des Herrn, wenn wir uns mit dem begnügen, was in den Augen der Menschen zählt. Findet der Herr bei uns ein Leben aus dem Glauben und im Licht seiner heiligen Gegenwart? Die Gemeinde in Sardes musste sich sagen lassen, dass sie auf ihren großartigen Namen schaute. Es ist eine uralte Versuchung, dass Menschen Gottes sich selbst einen guten Namen machen. (Lies 1.Mose 11,3.4; 5.Mose 8,11-18; Jes. 47, 10; Jer. 9, 22. 23; Dan. 4, 27.) Im Glauben geht es genau andersherum: »ICH will dich segnen, und ICH will deinen Namen groß machen, und du sollst ein Segen sein!« (1.Mose 12,2b) In Gottes Augen sind wir unendlich wertvoll; und wir dürfen uns nach dem Namen unseres Herrn nennen: Christen (Apg. 11, 26).

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SAMSTAG, 15. DEZEMBER

OFFENBARUNG 3,14-22; PSALM 139,23.24

Den Christen in Laodizea ging es gut Grund zur Freude und Dankbarkeit. Hätte sich doch nur nicht jene verhängnisvolle Selbsteinschätzung breitgemacht: Wir haben's wir sind's wir blicken's! Was brauchen wir mehr?! Das Urteil des Herrn: Arm jämmerlich blind! Nur gut, dass der Herr die Seinen nicht im Unklaren lässt über ihren wahren Herzenszustand. »Lauwarme, abgestandene Frömmigkeit, das ist das Kennzeichen der Gemeinde in Laodizea, und dabei zeigt doch das Neue Testament auf jeder Seite, dass Jesus nicht auf christliche Durchschnittsware aus ist, sondern entschlossene Jünger sucht. Es war alles so wohltemperiert bei den Christen in Laodizea. Man wollte die Frömmigkeit nicht übertreiben, man wollte nicht auffallen, es mit niemandem verderben. Wer es aber als Christ allen recht machen will, der wird es mit dem Herrn verderben« (T. Sorg). Wie leicht können sich auch bei uns Überheblichkeit oder Schein-Demut, Selbstschmeichelei oder Unterwürfigkeit einschleichen. Der Herr könnte an derartig blockierten Herzen vorübergehen. Aber er tut es nicht. Er steht vor der Tür und klopft freundlich an: »Lass mich doch hinein. Ich möchte mit dir Gemeinschaft haben. Überlass mir deine Blockaden und übergib mir die Regie. Ich will auf dem Thron deines Herzens sitzen und deine Kraft sein, dein Licht, deine Weisheit, deine Reinheit, dein Leben, deine Freude.« (Lies 1.Kor.1,25-31; 2.Kor.8,9.) »Glücklich ist der Mensch, dessen Stärke in dir ist, in dessen Herz gebahnte Wege sind!... Sie gehen von Kraft zu Kraft. Sie erscheinen vor Gott in Zion . . . Gott, der Herr, ist Sonne und Schild. Gnade und Herrlichkeit wird der Herr geben, kein Gutes vorenthalten denen, die in Lauterkeit wandeln. Herr der Heerscharen! Glücklich ist der Mensch, der auf dich vertraut« (Ps. 84, 6. 8. 12. 13).

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SONNTAG, 3. ADVENT, 16. DEZEMBER

OFFENBARUNG 2, 8-11; 3, 7-12

Bei den Gemeinden in Smyrna und Philadelphia fällt auf, dass sie vom Herrn nicht getadelt werden. Dabei hatten die Christen so schwierige Lebensumstände und Angriffe auf ihren Glauben zu verkraften, dass sie hätten bitter werden können. Dazu lebten viele in bitterer Armut, und mit ihrer Kraft war's auch nicht weit her. Aber sie wussten Jesus im Zentrum ihres persönlichen und gemeinsamen Lebens. Sie gehorchten seinem Wort und hielten in der Leidensspur ihres Herrn geduldig aus. Sie werden über die Stolpersteine der Versuchungen mit Jesus im Gespräch geblieben sein, und wenn sie in Schlaglöcher der Sünde fielen, diese mit der vergebenden Kraft ihres Herrn überwunden haben. »Freue dich nicht über mich, meine Feindin! Denn bin ich gefallen, stehe ich wieder auf; wenn ich auch in Finsternis sitze, ist der Herr doch mein Licht« (Micha 7,8; lies 1.Joh.1,9-2,1). Wie hätten die Christen in Smyrna und Philadelphia das Herrenmahl halten und dabei Bitterkeit, Feindseligkeiten, Groll und Unversöhnlichkeit im Herzen festhalten können? (Vgl. 1. Kor. 11, 25-29; Matth. 7, 3-5; Mark. 11, 25.) Eine Krankenschwester, die ihren Dienst im Altenpflegeheim versah, erzählte: »Ich bekomme viele Lebensgeschichten zu hören. Es ist unglaublich, wie viel Schweres manche Menschen in ihrem Leben durchgemacht haben. Einige unter ihnen auch Christen sind total verbittert. Andere sind durch die gleichen Umstände gegangen und strahlen trotzdem ein tiefes Gottvertrauen aus. Ich frage mich: Kann ich schon heute etwas tun, dass ich nicht verbittere? Ich habe mir klargemacht, dass ich Bitterkeiten, wenn sie sich in mir festsetzen wollen, fortschicken kann. Ich kann die bitteren Erlebnisse, die bitteren Gedanken und Gefühle zusammenpacken und an Gott abgeben.« Jesus wird mit jeder Bitterkeit fertig, auch wenn wir Zeit brauchen zu verarbeiten und zu überwinden. Welch eine Ermutigung haben wir mit Jesaja 38, 17!

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MONTAG, 17. DEZEMBER

MATTHÄUS 3,2.3

2. Die Wegbereitung

»Mit Ernst, o Menschenkinder, das Herz in euch bestellt.« In der Landwirtschaft spricht man vom Bestellen des Feldes, d. h. es wird bearbeitet, zubereitet, damit das Saatgut vom Boden aufgenommen werden kann. Viele Arbeitsgänge sind notwendig, bis ein Acker frei von Unrat und aufgebrochen ist! Jesus selber hat unser Herz mit einem Ackerfeld verglichen (Mark.4,13ff). Wir tragen die Verantwortung, gute Erde, gutes Land zu werden. »Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast; macht seine Steige richtig, lasst alles, was er hasst; macht alle Bahnen recht, die Tal lasst sein erhöhet, macht niedrig, was hoch stehet, was krumm ist, gleich und schlicht« (V. Thilo). Johannes, der das Kommen des Herrn vorbereitet hat, nennt uns die entscheidenden Schritte, unser Herzensfeld zu bestellen: »Tut Buße!« »Bereitet den Weg des Herrn, macht gerade seine Pfade!« (Vgl. Jes. 40, 3. 4.) »Und die Herrlichkeit des Herrn wird sich offenbaren« (Jes. 40, 5a). Jesus will auch bei uns seine Herrlichkeit offenbaren. Er will, dass das Saatgut des Wortes Gottes bei uns aufgeht, wächst und reife Frucht trägt. Was aber, wenn unser Herzensboden hart geworden, mit Dornen und Disteln überwuchert und mit Steinen der Selbstsucht belegt ist? Schafft den Unrat weg! Bekennt eure Sünden, lasst sie los »und bringt der Buße würdige Früchte« (Luk. 3, 8a). Sünde muss immer wieder weggeräumt werden, wenn der Herr Raum haben soll in unserem Leben. Er will und wird uns reinigen von allen Sünden, die uns belasten. Wenn wir sie ihm bekannt haben, dürfen wir im Vertrauen die Vergebung annehmen und Reinigung erfahren. (Vgl. Hebr. 10, 19-25.) Es bereitet dem Herrn den Weg in unseren Herzen, wenn wir umdenken und umkehren. (Lies Spr. 28, 13; Jer. 3, 13: Jes. 55, 7.)

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DIENSTAG, 18. DEZEMBER

MATTHÄUS 3,1-12; JOHANNES 1,29-34

Wie bekommen wir ein williges Herz, das für den Herrn bereit ist? Es geschieht, wenn wir Jesus besser kennenlernen und er uns immer wichtiger wird. Dazu helfen uns zwei Aussagen des Täufers, dem von Gott berufenen Wegbereiter. Johannes nennt Jesus das »Lamm Gottes« und den »Sohn Gottes«. Die Kennzeichnung des Herrn als Lamm Gottes ist vor allem verwurzelt in der Prophetie vom leidenden Gottesknecht: »Als er gemartert war, litt er doch willig und tat seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird« (Jes. 53, 7). Viele Predigt-Hörer des Täufers werden auch an das Passa-Lamm gedacht haben. Damals, beim Auszug aus Ägypten, verschonte das Blut des fehlerlosen Lammes das Volk Israel vor dem Strafgericht Gottes, das der Herr über alle Erstgeburten in Ägypten verhängt hatte. Die Schlachtung des Lammes am alljährlichen Passa-Fest wurde in Israel zur unvergesslichen Erinnerung an die Befreiung aus der Knechtschaft in Ägypten und zugleich zum Ausblick auf die Erlösung durch den kommenden Messias. (Lies 2. Mose 12, 1-14.) So ist das Täuferwort gleichzeitig ein Hinweis auf die Passion von Jesus. Er selber sagte von sich: »Der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele« (Matth.20,28). »Die Erlösung ist Gottes Werk, sie ist vollständig abgeschlossen und vollendet, ihre praktische Bedeutung für den einzelnen Menschen hängt von dessen Tun und Lassen ab. Gib dich unbekümmert dem Glauben hin, dass die Erlösung vollzogen ist« (O. Chambers). Lass den Erlöser die Mitte deines Lebens sein. Sag ihm: Herr ich glaube an deine Erlösung. Du allein hast die Kraft mich von meiner Egozentrik zu lösen, von _ _ _ zu befreien. Denn ich will werden wie du: gütig, bescheiden, gehorsam. (Lies Röm. 8, 29; 2. Kor. 3, 18.)

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MITTWOCH, 19. DEZEMBER

JOHANNES 1, 32-34

Die Sünde der Welt musste »weggetragen« werden, das tat Jesus als das Lamm Gottes. Aber nur der Sohn Gottes konnte zum Lamm Gottes werden. Johannes wusste und bezeugte, dass Jesus vor seiner Menschwerdung bei Gott war. (Vgl. Joh. 1, 1-3. 15. 30; 17, 24.) Nur der Sohn Gottes kann göttliches, ewiges Leben schenken. Wir können von Jesus nicht groß genug denken, und weil wir in der Gefahr stehen, viel zu klein von ihm zu denken, wollen wir mit Paulus sagen: »Ihn möchte ich erkennen ...« »Ich habe aus vielen seelsorgerlichen Begegnungen den Eindruck, dass es hier für uns noch unglaublich viel zu entdecken gibt. Alles hängt daran, dass ich zunächst wissen darf: Christus hat mir meine Schuld ein für allemal genommen, auch jede Sünde, die ich noch tun werde, ist bereits getilgt und gesühnt worden vor den Toren Jerusalems am Kreuz auf Golgatha. Ich werde deshalb nicht verantwortungslos drauflosleben oder gar drauflossündigen, wie sollte ich den, der mich so liebt, absichtlich verletzen? Aber ich bin unendlich entlastet, weil ich keine Angst mehr haben muss wegen Sünden, Fehltritten und Fehlern, die mir noch so oft unterlaufen. (Lies Pred. 7, 20; Jak. 3, 2; Phil. 3, 12.) Gott hat in Jesus Christus eine Beziehung zu uns geknüpft, in der er absolut und ohne Einschränkung für uns ist. Christus eröffnet uns den Weg zu Gott als Vater. Durch seinen Sohn dürfen wir Gott nahen als seine Kinder. Gott zum Vater haben durch Jesus heißt, jemanden haben, zu dem wir immer kommen können, jederzeit, Tag und Nacht, mit den großen Problemen und mit dem kleinen Weh. Ihn durch Jesus als Vater haben, das heißt, geborgen sein, mit allem versorgt sein, was wir brauchen, auch heute« (H. Hempelmann). (Lies Ps. 23, 1-6; 91, 11; 121, 7; Joh. 16, 33; Apg. 18, 10.)

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DONNERSTAG, 20. DEZEMBER

PSALM 84, 6; EPHESER 3, 14-21

3. Bereitet und bereit für Jesus Christus

Wir ehren Gott, wenn wir unser Herz und Leben aufräumen und er »freie Bahn« hat. Wir selber werden an innerer Freiheit und Stärke gewinnen und für unsere Mitmenschen eine Wohltat sein. Es geht immer wieder und immer mehr darum, dass Christus unser Herz im Zentrum unserer Persönlichkeit bewohnt und wir ihm unsere Gedanken und unseren Willen unterstellen. Dann werden wir ein Stück von Gottes Herrlichkeit und Kraft erleben. Was heißt das nun für unseren Alltag, stark zu werden am inneren Menschen? Zunächst mache ich mir klar: »Herr Jesus Christus, ich brauche dich. Mit meiner Kraft komme ich nicht weit. Aber du bist stark. Ich will deine Kraft in meine Schwachheit hineinnehmen, damit deine Kraft in mir zur Entfaltung kommt.« Der Feind Gottes und unserer Seele greift uns an, um uns in der Anfechtung zu Fall zu bringen. Dann mache ich mir klar, dass Jesus Satan am Kreuz besiegt hat, und dass der Herr mir die Kraft schenkt, zum Bösen, zu schillernden Angeboten, ein klares Nein zu sprechen und zu allem, was Jesus gemäß ist, ein klares Ja. (Lies 1. Mose 3, 6; Luk. 22, 31. 32; Eph. 4, 25-28; 1. Petr. 5, 8-10; Jak. 4, 8; 1. Joh. 2, 16.) Es sind oft nur Sekunden, in denen wir uns zum Nein und zum Ja entscheiden müssen. Jesus selber hat uns das beim ersten großen Waffengang vorgelebt. ER hat Satan nicht wie Eva im Paradiesgarten sein Ohr geliehen. ER ließ sich nicht mit dem Feind auf ein Zwiegespräch ein wie es Eva tat. Jesus zückte das »Schwert des Geistes, das ist das Wort Gottes« wie Eva es nicht tat, sondern das Wort Gottes im Rahmen der Diskussion mit dem Feind ergänzte (1. Mose 2, 15. 16; 3, 2. 3).

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FREITAG, 21.DEZEMBER

EPHESER 3, 14-19

Das Ja, das wir sprechen, gilt auch im Blick auf alles Not- und Leidvolle in unserem Leben. Alles, was uns begegnet, geschieht unter den Augen des Herrn. Pastor Ernst Modersohn erzählte: »Ein Inspektor besuchte eine Taubstummen-Schule. Zuerst fragte er die Kinder: ÅWie ist denn die Welt entstanden? Da schrieb ein Junge auf: ÅAm Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Der Inspektor fragte weiter: Was wollte Jesus? Da schrieb derselbe Junge: ÅChristus ist in die Welt gekommen, Sünder selig zu machen. Da stellte der Inspektor dem Jungen eine dritte Frage: ÅWarum bist du taubstumm, während ich doch sprechen und hören kann? Da schrieb er das Jesus-Wort auf: ÅJa, Vater, denn so ist es wohlgefällig vor dir. Was für eine Antwort! Um dieses Ja zu sagen und zu leben, braucht es die Kraft Gottes, die er in bereitete Herzen gibt.« Wir beachten noch, dass Paulus betet, »dass ER euch Kraft gebe, stark zu werden am inwendigen Menschen«. Wenn ich stark gemacht werde, kann es leicht geschehen, dass ich die Stärke meinem eigenen Konto verbuche: Ich bin stark! Und schon habe ich scheinbar die Kraft Gottes nicht mehr so nötig, und meine eigene Stärke wird zum Hindernis für Gottes Wirken. Als Gestärkter aber bin und bleibe ich schwach und werde als Schwacher beständig im Glauben gestärkt einer Rebe gleich, die am Weinstock hängt und unzertrennlich mit ihm verbunden ist. Die Kraft des Weinstocks ist die Kraft der Rebe, und die Kraft der Rebe ist die Kraft des Weinstocks. Die Frucht der Rebe wächst aufgrund dieser Zirkulation. Nicht die Rebe für sich genommen bringt Frucht, sondern die Rebe im Verbund mit dem Weinstock. (Lies Joh. 15, 1-5; 2. Kor. 12, 7-10.)

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SAMSTAG, 22. DEZEMBER

EPHESER 3, 17. 18; OFFENBARUNG 3, 20

Der Apostel Paulus betete darum, »dass Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne«. Der biblische Urtext spricht davon, dass Christus unsere Herzen bewohnt, indem er das komplette Haus in Besitz nimmt, um es zu bewohnen. »Christus lebt in mir«, bezeugt Paulus von sich persönlich (Gal. 2, 20). Christus ist in meinem Inneren gegenwärtig. Er ist mir näher, als je ein Mensch mir sein könnte. Diese innere Gegenwart des Herrn ist eine Wirklich keit. »Wie viele Christenleute wollen immer fühlen, aber es kommt nicht darauf an, ob wir es fühlen, dass er in uns wohnt, sondern es kommt darauf an, dass wir im Glauben mit dieser Tatsache rechnen« bis wir am Ziel sind (E. Modersohn). Dort gelangen wir vom Glauben zum Schauen. Noch sind wir unterwegs und vertrauen darauf, dass Christus in uns Gestalt gewinne (Gal. 4, 19). »Der Mensch ist geschaffen zum Bilde Gottes. Das Bild Gottes ist durch den Losriss von Gott verdorben, verkehrt, denn Åalle haben gesündigt und die Herrlichkeit verloren, die Gott ihnen zugedacht hatte (Röm. 3, 23). Jesus Christus ist das Gegenbild Adams und das wahre Bild Gottes. In der Erlösung macht der Sohn Gottes Menschen wieder zu Söhnen. Dann aber muss und wird diese Erlösung durchdringen, bis der Mensch in der Gleichgestaltung mit Christus wieder im vollen Sinn Bild Gottes ist und so Gottes ursprünglicher Plan sich herrlich vollendet. (Lies Röm. 8, 28. 29.) Haben wir begriffen, dass dies das eigentliche Ziel Gottes mit uns ist? Sind wir gelöst von selbstsüchtigen und genusssüchtigen Zielen...? Haben wir verstanden, wie das Ziel, das Gott für uns hat, heute schon unser Leben erfüllt und regiert und dadurch das Hoffen auf Vollendung gewiss und brennend macht?« (W. de Boor)

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SONNTAG, 4.ADVENT, 23.DEZEMBER

JOHANNES 3, 30; 17, 14-24

In einem bereiteten Herzen ist Raum für das Wirken des Heiligen Geistes, »dass Christus in euch Gestalt gewinne«. Die Umgestaltung in das Jesus-Bild ereignet sich nicht mit einem Schlag. Sie ist vielmehr ein lebendiger lebenslanger Wachstums-Prozess. Wir können uns nicht vornehmen zu wachsen und es auch nicht befehlen: »Nun wachs mal schnell!« Wachstum braucht viel Geduld und Pflege. Dabei beachten wir: · Gott schließt niemals Frieden mit der Sünde, aber er schließt Frieden mit dem Sünder. Jesus »wurde wegen unserer Übertretungen durchbohrt,... Er wurde gestraft, damit wir Frieden haben« (Jes.53,5; vgl. Röm.5,1; Kol.1,20). Darauf darf ich mich immer berufen in Anfechtungen, in Versuchungen und erst recht, wenn die Sünde mich niederwarf. · Jesus hat mir in seiner Schule einen Ausbildungs-Platz gegeben. Es geht nach seinem »Bildungs-Plan«. Dabei geht der Meister individuell auf uns ein. Er allein weiß, welche Lern-Phase jetzt dran und gut für mich ist. Er geht unendlich liebevoll und geduldig mit uns um. Gottes Liebe endet nicht am Ungehorsam der Seinen. Aber er weiß, wie er uns ausbilden, prägen und die ins Kraut schießenden Triebe kupieren muss. So erzieht er uns mit Liebe und mit Strenge. Er hätte es gar nicht nötig, sich um uns zu kümmern aber er tut es. Er könnte uns den Rücken zukehren, wenn wir eigene Wege gehen aber er wartet sehnsüchtig auf unsere Rückkehr. Er könnte sich von uns trennen, wenn wir ihm die Treue gebrochen haben aber er tut es nicht; er bleibt bei uns. (Vgl. Ps. 89, 34; 2. Tim. 2, 13.) · Gott lässt mich auch im Leid, in Krankheit, Schwachheit und in unsagbaren Nöten wachsen. »Gott hat mich wachsen lassen in dem Lande meines Elends« (1. Mose 41, 52; lies 1. Mose 49, 22-25a; 1. Kor. 13, 10).

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»ICH STEH AN DEINER KRIPPEN HIER«

MONTAG, HEILIGABEND, 24. DEZEMBER

LUKAS 2,6.7

Ich steh an deiner Krippen hier, o Jesu, du mein Leben; ich komme, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin und lass dir's wohlgefallen. Der Liederdichter stellt uns gleich zu Beginn die Haupt-Person vor, um die sich alles dreht: Jesus, der als kleines Kind in einer Krippe liegt. So hatte es der Engel den Hirten verkündet: »Ihr werdet ein Kind finden, in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend« (Luk. 2, 12). In dieser armseligen Notunterkunft, abseits von Gedränge und Betriebsamkeit der Volkszählung, kam Jesus in die Welt. Er kam für jeden einzelnen Menschen. Ist uns der persönliche Ton in dieser Liedstrophe aufgefallen? Ich stehe an deiner Krippe. Es mögen sich auch andere dort befinden. Aber jetzt bin ich gefragt. Mein persönliches Bekenntnis ist wichtig: »O Jesu, du mein Leben.« Der Herr selber sagte von sich: »Ich bin das Leben« (Joh. 11, 25; vgl. 1, 4; 5, 26; 14, 6). Jahre später bekannte es der Apostel Paulus: »Christus ist mein Leben« (Phil. 1, 21). Und der Apostel Johannes bezeugte: »Wer den Sohn hat, hat das Leben« (1.Joh.5,12). Welch eine Gabe! Da ist es nur folgerichtig, diesem Herrn das zu schenken, was ich selber längst von ihm bekommen habe: Geist und Sinn, Herz, Seele und Mut. Alles sei dir übergeben und anvertraut. Was bedeutet das für mich konkret? Was enthalte ich ihm vor? Warum? Was blockiert mich? So viel ist sicher: Wir dürfen den Herrn nicht mit Äußerlichkeiten abspeisen. Er will unser Herz und unsere freiwillige Hingabe. (Vgl. Röm. 12, 1. 2.) Wenn Gott so sehr für mich ist, sollte ich es dann nicht wagen, mich ihm vorbehaltlos anzuvertrauen?

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DIENSTAG, CHRISTFEST, 25. DEZEMBER

EPHESER 1, 4. 5

Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt, erkoren. Eh ich durch deine Hand gemacht, da hast du schon bei dir bedacht, wie du mein wolltest werden. Wir tun zunächst einen Blick in die Ewigkeit und in das Herz Gottes. Die Heilige Schrift bezeugt: · Das Leben des Sohnes Gottes begann nicht mit seiner Geburt in Bethlehem. Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist waren schon immer da. Das sprengt unser Vorstellungsvermögen. Wir können es nicht fassen. · Vielleicht gab es so etwas wie eine »Beratung« innerhalb der Dreieinigkeit Gottes: Der Vater »sprach zu seinem lieben Sohn: ÅDie Zeit ist hier (uns) zu erbarmen; fahr hin, meins Herzens werte Kron, und sei das Heil dem Armen...« (Martin Luther). Der Vater sandte den Sohn. (Vgl. Gal.4,4; Joh.3, 16; Apg. 2, 23.) Der Sohn »entäußerte sich und wurde Mensch«. (Siehe Phil. 2, 6. 7.) Der Heilige Geist, die »Kraft des Höchsten, wird dich (Maria) überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren werden wird, Sohn Gottes genannt werden« (Luk. 1, 35). · Schon vor meiner Geburt hat Gott mich geliebt und gewollt. Niemand ist ein »Zufallsprodukt«, eine Laune der Natur, sondern wir sind alle ein »Wunderkind« der Liebe Gottes (Ps. 139, 13-16). Auch wenn wir es uns aufgrund schlimmer Erfahrungen nicht denken können, dass Gott uns wirklich liebt, gibt er uns sein unantastbares Wort: »Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt« (Jer.31,3). Um dieser ewigen Liebe willen hat Gott schon vor Grundlegung der Welt bedacht, »wie ich SEIN sollte werden«. Als Gottes Geschöpfe werden wir auf natürlichem Weg gezeugt und geboren. Als Gottes Kinder werden wir auf übernatürlichem Weg gezeugt und wiedergeboren. (Dazu Joh.1,12.13; 3,3-7.)

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MITTWOCH, CHRISTFEST, 26. DEZEMBER

1.MOSE 2,16.17; 3,4-6; RÖMER 5,12; 6,23

Ich lag in tiefster Todesnacht, du warest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht', wie schön sind deine Strahlen! Gibt es einen Menschen, der sich nicht nach Geborgenheit, Leben, Klarheit, Freude und Glück sehnt? Keine Jahreszeit offenbart diese Ursehnsucht im Herzen des Menschen so tief wie die Weihnachtszeit. Aber wer denkt noch an die Ursünde, um derentwillen der Sohn Gottes Mensch wurde, um derentwillen er für uns die Todesnacht des Gerichts erlitt? »Was sollen wir nun hierzu sagen? Wenn Gott für uns ist, wer gegen uns? Er, der doch seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben hat: wie wird er uns mit ihm nicht auch alles schenken?« (Röm. 8, 31. 32; vgl. Joh. 10, 10b; 1, 16; Kol. 2, 9) Der Dichter Matthias Claudius schrieb einst an seinen Freund Andres: »Erinnerst du dich noch an unsere erste Schifffahrt, als ich mitten auf dem Wasser herausfiel? Ich hatte schon alles aufgegeben, da sah ich deinen ausgestreckten Arm und hakte an. Im Grunde war es nur eine vorübergehende Hilfe; denn endgültig kannst du mich vom Tode doch nicht retten. Aber ich kann diesen Arm nicht wieder vergessen... Da ist nun ein Erretter aus aller Not, von allem Übel. Ein Erlöser vom Bösen! . . . der verkleidet in der Uniform des Elends zu den Elenden kam, um sie mit seinem Blut frei zu machen der in die Welt kam, um die Welt selig zu machen. Andres, hast du je etwas Ähnliches gehört, und fallen dir nicht die Hände am Leib nieder? Es ist so überwältigend einfach: ÅDer Heiland ist geboren!« (Lies Hiob 33,28; Ps.103,4; 56,14; Jes.38,17.)

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DONNERSTAG, 27. DEZEMBER

LUKAS 1,26-38; 2,10.13.14

Ich sehe dich mit Freuden an und kann mich nicht satt sehen; und weil ich nun nichts weiter kann, bleib ich anbetend stehen. O dass mein Sinn ein Abgrund wär und meine Seel ein weites Meer, dass ich dich möchte fassen! Eine junge Krankenschwester nahm nach Dienst-Schluss ihren Heimweg stets über die Neugeborenen-Station. Da lagen sie, die süßen Kleinen, eins schöner als das andere. Jedes eine einzigartige kleine Persönlichkeit. Wohl fünfzehn Minuten schaute die junge Frau »ihre« Neugeborenen an und konnte sich gar nicht satt sehen. Paul Gerhardt lädt uns ein, noch ein ganz anderes Kind zu betrachten: Ein Kind, das nicht »als Sünder geboren und in Sünde empfangen« wurde (Ps. 51, 7), das aber unter Sündern in einer Welt des Todes leben wollte. Hier ist ein Kind geboren, das mit einem Rettungs-Dienst ohnegleichen betraut war. Der Himmel selber überbrachte die Geburtsanzeige, als der Engel verkündete: Der Retter, ja Christus, der Herr, ist heute Nacht in Bethlehem, der Stadt Davids, geboren worden! Draußen über den Feldern Bethlehems jubeln die himmlischen Heerscharen, und drinnen in der armseligen Notunterkunft liegt der Sohn Gottes, in Windeln gewickelt und in einer Futterkrippe. Es ist nicht zu fassen, dass Gott sich so erniedrigt und klein macht. Aber der Unnahbare kommt uns nah. Der Unfassbare lässt sich »anfassen«. Da braucht man ein sehr weites Herz, dies zu verstehen um dann doch zu erkennen, dass wir's nicht verstehen. Je mehr einer darüber nachdenkt, umso weniger begreift er. Das muss so sein. Denn dort, wo der Verstand an seine Grenzen stößt, beginnt die Anbetung. Besonders deutlich wird diese Spannung im Leben der Maria. Wie findet Maria vom Unbegreiflichen, das wir in Lukas 1,26-38 lesen, zu Lob und Anbetung: Lukas 1, 46-55?

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FREITAG, 28.DEZEMBER

1.TIMOTHEUS 1,15; 2,4

Wann oft mein Herz im Leibe weint und keinen Trost kann finden, rufst du mir zu: »Ich bin dein Freund, ein Tilger deiner Sünden. Was trauerst du, o Bruder mein? Du sollst ja guter Dinge sein, ich zahle deine Schulden.« Gibt es im Umkreis der Weihnachtsgeschichte bekümmerte, todunglückliche, weinende Menschen? Wir finden erschrockene Hirten, einen ehrfurchtsvollen Josef, die demutsvolle Maria, anbetende Weisen aus weit entfernten Ländern, den lobpreisenden Simeon, die verkündigende Prophetin Hanna. Alles atmet Freude, Frieden, Liebe, Lob, Dank, Anbetung. Gewiss, es ist auch von Unglauben, Strapazen, Enttäuschungen die Rede (Luk. 1, 18-20; 2, 1-5. 7). Aber von Tränen? Wir lesen Matthäus 2, 1-8. 16-18. Eine Geschichte erfüllt von Neid, List, Heuchelei, Wut, Gewalt und Morden. Ist das anders als heute? Wir mögen schockiert sein über die Grausamkeiten in der großen weiten Welt, sind wir es auch, wenn wir einen Blick in unsere kleine Lebenswelt werfen, vor allem in unser Herz? Sind wir noch geschockt darüber, dass in uns alle bösen Möglichkeiten vorhanden sind? Und was hat das mit Weihnachten zu tun? Wenn wir hinter der Krippe schon das Kreuz durchscheinen sehen, erkennen wir, warum Gott Mensch werden musste. Nicht, dass es ein wenig menschlicher und humaner bei uns zugeht, das auch aber der eigentliche Grund liegt tiefer. Paul Gerhardt hat in den Abgrund seines Herzens geschaut und zugleich auf den Mann am Kreuz. Hier bezahlt er mit seinem Leben die Schuld der Zahlungsunfähigen. Hier tilgt er alle Schulden, die Schulden der vergangenen, der lebenden und der zukünftigen Generationen. Er tut dies freiwillig, aus purer Liebe als »Freund der Zöllner und Sünder« (Matth. 11, 19). Dann kommt der Himmel noch einmal in Bewegung. Es ist Freude »vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut« (Luk. 15, 10; vgl. 19, 10; Hes. 18, 23).

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SAMSTAG, 29. DEZEMBER

SACHARJA 9,9; MATTHÄUS 11,29; 21,5

O dass doch so ein lieber Stern soll in der Krippen liegen! Für edle Kinder großer Herrn gehören güldne Wiegen. Ach Heu und Stroh ist viel zu schlecht, Samt, Seide, Purpur wären recht, dies Kindlein drauf zu legen! Nehmt weg das Stroh, nehmt weg das Heu, ich will mir Blumen holen, dass meines Heilands Lager sei auf lieblichen Violen; mit Rosen, Nelken, Rosmarin aus schönen Gärten will ich ihn von oben her bestreuen. Das Kind in der Krippe ist »der König aller Könige«. Man müsste ihn in eine goldene Wiege legen, ihn mit Samt und Seide, mit einem purpurfarbigen Königsmantel, mit herrlichen Blumen aus großzügig angelegten Parkanlagen beschenken. Dieser König verdient das Beste vom Besten. Aber er kommt ganz anders. Wir ertragen diese Spannung kaum. Warum tut er sich das an? · Dieser König wollte klein und gering werden, arm und unscheinbar, damit auch der Ärmste und Geringste sich getraut, zu ihm zu kommen und Vertrauen zu fassen. · Der König aller Könige verzichtete bewusst auf alle irdische Herrlichkeit und Macht und nahm die niedrige Stellung eines Dieners ein, um uns Gottes große Liebe zu erschließen und uns in sein königliches Reich einzuladen. Sein Reich ist nicht von dieser Welt. Darum kämpft er mit geistlichen Waffen: dem Wort Gottes und dem Gebet. (Dazu Luk. 4, 1-13; 22, 31. 32. 39-42.) · Dieser König wollte keinen irdischen Thron besteigen, sondern den Thron unseres Herzens. Herzen werden nicht mit Gewalt erobert, sondern mit wahrhaftiger Liebe und durch Vertrauen. Jesus besiegt den »alt bösen Feind« und befreit uns aus dessen Gewalt, indem er uns liebt, indem für uns leidet und indem er uns löst von den Ketten der Sünde und des Todes. (Lies Hebr. 2, 14-18.)

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SONNTAG, 30. DEZEMBER

APOSTELGESCHICHTE 4, 12

Du fragest nicht nach Lust der Welt noch nach des Leibes Freuden; du hast dich bei uns eingestellt, an unsrer Statt zu leiden, suchst meiner Seele Herrlichkeit durch Elend und Armseligkeit; das will ich dir nicht wehren. Hat der Sohn Gottes auf der Erde keine Freude gehabt? War sein Leben nur beschwerlich und aufreibend? Wir finden ihn auf der Hochzeit in Kana, wo er Wasser in Wein verwandelte. Wir finden ihn bei Festessen wohlhabender Leute. Wir finden ihn unter den Fröhlichen beim Laubhüttenfest. Und nicht zuletzt hatte er offene Augen für die Blumen auf dem Feld und die Vögel unter dem Himmel. Freute er sich nicht an der Freundschaft mit seinen Jüngern und den drei Geschwistern in Betanien (Luk. 12, 4; Joh. 11, 33-35)? Doch es war nicht das Ziel seiner Sendung, dem Wohlstand das Wort zu reden, sich zu bereichern, irdische Schätze zu horten, sondern Armen und Reichen, Fischern und Ratsherren, Frauen und Kindern, Theologen und Glaubensanfängern zu zeigen, wie sie in den Himmel kommen. Beharrlich, selbstlos, geduldig, wahrhaftig und barmherzig setzte er seine Zeit und sein Leben dafür ein. Die Frage ist nur, ob der Mensch sich auf den Weg in die Herrlichkeit bringen lässt. Das ist die entscheidende Frage bis heute. Paul Gerhardt bekennt: »Das will ich dir nicht wehren.« Und wir? Es gibt so Vieles, das in die Defensive drängt: Eine schwere Lebensführung, Zweifel, schlechte Erfahrungen mit Menschen, die sich Christen nennen, Selbstzufriedenheit, Menschenfurcht, ein verkehrtes Gottesbild, falsche Vorstellungen vom Leben als Christ,... Aber Jesus sucht uns. Er hat Liebe und Kraft genug, dass wir unsere Abwehrstellung verlassen und uns ihm anvertrauen. (Vgl. Phil.3,4-14; 1.Tim. 1, 12-17.)

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MONTAG, 31. DEZEMBER

JOHANNES 15, 11; 17, 13; KOLOSSER 1, 27

Eins aber, hoff ich, wirst du mir, mein Heiland, nicht versagen: dass ich dich möge für und für in, bei und an mir tragen. So lass mich doch dein Kripplein sein; komm, komm und lege bei mir ein dich und all deine Freuden. Paul Gerhardt ist hier nicht von einer grundsätzlichen Ungewissheit hin- und hergerissen, so, als ob er letztlich doch noch mit einer Ablehnung des Herrn rechnen müsse. Denn Gerhardt hält daran fest: Du bist »mein Heiland«, du »wirst mir nicht . . . versagen«, dass du meinen Wunsch, dich immer »in, bei und an mir (zu) tragen«, erfüllen kannst. Aber Paul Gerhardt weiß, dass es nicht selbstverständlich ist, ein Mensch des Glaubens zu sein und zu bleiben. Ein Mensch, an dem die Jesus-Art zu sehen ist. Wie leicht kann auch ein Christ bitter werden in den Wirren des Krieges, durch den Verlust des Arbeitsplatzes, durch den Tod des Ehepartners und den Tod von vier Kindern. Was auch immer geschieht: »So lass mich doch dein Kripplein sein; komm, komm und lege bei mir ein dich und all deine Freuden.« So offen dürfen wir für den »König aller Könige« werden. (Vgl. Apg. 16, 11-15.) »Er kann auch in unserer Wohnung geboren werden. Dieser Herr ist sich nicht zu schade, in unser mühsames Leben mit seiner Güte einzutreten... In mein kleines, unwichtiges Leben will er eintreten und es mit seiner Freude zu einem Lichtpunkt für andere machen. In mir will dieser Herr wachsen und sich ausbreiten, damit die Welt dadurch einen Widerschein seiner Liebe erfährt. Er braucht kein Fernsehen dafür . . . Er braucht Sie und mich, um heute geboren zu werden« (F.Muntanjohl). (Lies Offb.3,20; Joh.17,26; 1.Joh.3,24; 4,13; Röm.5,5; 8,10. 11; 15, 13; 1. Kor. 6, 19.)

zur Verfügung gestellt von: bibel.com der Homepage von Christen für Christen.

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