Freitag,1.Dezember Johannes 15,19-21; 2.Korinther 5,18-21.
"Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen. Haben sie mein Wort befolgt, so werden sie auch das eurige befolgen. Aber das alles werden sie euch tun um meines Namens willen." Ein junger Christ sagte zu diesem Wort spontan: "Ist es nicht eine Ehre für uns, dass wir das Los unseres Herrn teilen dürfen?" Mose wählte aus freien Stücken, lieber mit dem Volk Gottes Schwierigkeiten und Schmach zu tragen, als den Genuss zu haben, den die ägyptische Welt bot (Hebr.11,24-26). Wenn Christus unser Leben ist und wir Christi Sinn haben, dann werden wir erleben, dass wir in irgendeiner Weise das Los Jesu teilen. In der westlichen Welt leben wir zwar noch in einer verhältnismäßig windstillen Zone. Meist trifft uns kein massiver Hass, sondern eher Unverständnis, Verachtung und Geringschätzung. Wie kann man so rückständig sein und sich noch an die Gebote der Bibel halten? Wie kann man noch daran glauben, dass Gott seinen Sohn für unsere Schuld am Kreuz sterben ließ und ihn auferweckte? An Kreuz und Auferstehung Jesu scheiden sich die Geister. (Lies Apg.4,8-12; 5,30-33; 1.Kor.1,18-25; 2,14.) Dass Jesus Christus der einzige Weg zu Gott ist, erscheint vielen Menschen unsinnig. Das Wort Jesu: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich", wirkt heute anstößiger denn je. Es kann aber niemand nach seiner Fasson selig werden. Jeder Mensch braucht den gekreuzigten Heiland, der als Lamm Gottes unsere Schuld getragen und weggeschafft hat. Mancher denkt: Was soll mir ein vor zweitausend Jahren am Kreuz Gestorbener helfen? Aber Jesus ist auch der Auferstandene. In ihm liegt die Fülle Gottes und die Kraft für ein verändertes Leben. (Lies Joh.3,16-18.36; 2.Kor.5,17; Kol.2,9.10.)
Samstag,2.Dezember Johannes 15,21; 16,1-4.
"Das alles werden sie euch tun um meines Namens willen." Die Jünger werden das Schicksal ihres Herrn teilen. Wie die Welt mit ihm umgegangen ist, wird sie auch mit ihnen umgehen. Aber nicht alle Ablehnung, die uns trifft, ist Leiden um Jesu willen. Nicht jedes Christen Schmach ist Schmach um Christi willen. Manchmal leiden wir auch um unserer selbst willen. Nicht jeder Anstoß, den wir als Christen geben, ist heilig. Manchmal geben wir auch Anstoß durch unsere Lieblosigkeit, unsere Eigenheiten, durch ein erstarrtes und verstaubtes Christentum. Es kann auch sein, dass man uns an kleinen Fehlern packt, aber damit Christus treffen will. Wir wollen Jesus bitten, dass er uns ganz echt und ihm ähnlich macht und uns davor bewahrt, seinem Namen und seiner Sache zu schaden. (Lies 1.Kor.9,12; 10,32.33; 2.Kor.4,2; 6,3; 8,19-21.) Wenn schon Jesus in seiner Vollkommenheit dem Hass und der Verfolgung nicht entging, wie viel weniger wir mit unserer Unzulänglichkeit. Karl Heim stellte fest: "Es ist ein schwerer Irrtum, wenn wir glauben, die Menschen würden sich in Scharen zu Gott bekehren, wenn alle Anstöße beseitigt wären, die durch die menschlichen Vertreter der Sache Gottes entstanden sind, wenn nur selbstlose Gottesboten wie der heilige Franz in völliger Armut und tätiger Liebe die Länder durchzögen. Ganz im Gegenteil. Je reiner und selbstloser die Wahrheitszeugen auftreten, umso stärker flammt der Gotteshass empor. Als Jesus helfend und heilend durchs Land zog, brachen überall die Dämonen gegen ihn los und stießen Gotteslästerungen aus. Gerade ihn, der nichts für sich selbst suchte, konnte die Welt nicht ertragen. Die satanische Gegenmacht ruhte nicht, bis sie ihn ans Kreuz geschlagen hatte. Man hasste auch seine Nachfolger mit satanischem Hass und ersann immer grausamere Qualen, um sie zu zermürben und zum Abfall zu bringen." Jesus kündigte das seinen Jüngern und uns allen im Voraus an, damit wir in Notzeiten nicht an ihm zweifeln und abfallen. (Lies 1.Petr.4,15.16.)
Sonntag,3.Dezember Johannes 15,21-27; 16,1-4.
"Wer den Sohn nicht ehrt, der ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat." Man kann nicht Jesus ablehnen und Gott bejahen. Wer von Gott redet, doch Jesus nicht einbezieht, geht am lebendigen Gott vorbei. Jesus ablehnen heißt den Vater ablehnen. Es stimmt nicht, dass es im Grunde bei allen Religionen um denselben Gott geht. Der wahre Gott hat sich in Jesus Christus geoffenbart. Deshalb sagt Jesus: "Wer mich hasst, der hasst auch meinen Vater." (Lies Joh.15,23; 1.Joh.4,9.14.15.) Gegen den lebendigen Gott, der um unserer Sünde willen seinen Sohn, sein Liebstes gab, kämpft die Welt. Von uns aus sind wir diesem Kampf nicht gewachsen. Aber der Vater sandte den Heiligen Geist als unseren Helfer. "Wenn aber der Beistand kommen wird, den ich euch vom Vater senden werde, den Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, so wird er von mir zeugen; und auch ihr werdet meine Zeugen sein." (Lies Apg.1,8; 2.Tim.1,7.) Der Heilige Geist ist heute gegenwärtig in der Gemeinde Jesu. Trotz der Macht des Feindes läuft das Evangelium, und wir hören, wie Christen weltweit in der Kraft des Geistes die rettende Botschaft verkündigen. "Wir können unmöglich verschweigen, was wir gesehen und gehört haben" - selbst erlebt haben. (Lies Apg.4,12.20; 20,23.24; 21,13.) Corrie ten Boom sprach einmal mit ihrem Vater über ihre Angst, nicht stark genug zu sein, wenn Leiden um Jesu willen sie treffen würden. Liebevoll wies er sie darauf hin: "Dein himmlischer Vater gibt dir die Kraft, Verfolgung zu ertragen, nicht jetzt, wenn dich niemand verfolgt und du diese Kraft gar nicht brauchst. Aber in dem Augenblick, wo du für Jesus leiden musst, wird er dir die nötige Kraft geben." Corrie war getröstet. Sie bezeugt: "Später, als ich leiden musste, strömte mir die Kraft zu. Nicht früher, nicht später. Gott gab sie zur rechten Zeit." (Lies Matth.10,19.20; Joh.16,33; Apg.6,10.)
Montag,4.Dezember Johannes 16,1-4; Jesaja 46,10.
"Das habe ich zu euch geredet, damit ihr nicht abfallt." Was Jesus in den Tagen seines Abschiednehmens zu den Jüngern redete, sollte sie vorbereiten auf die Zeit, in der er nicht mehr unter ihnen war. Der Gedanke daran, dass Jesus um die Zukunft weiß, kann auch uns zur Hilfe sein und unseren Glauben stärken. Wenn wir in den beängstigenden Entwicklungen unserer Zeit die Übereinstimmung sehen mit dem, was Jesus voraussagte, dann erkennen wir, dass er die Fäden der Weltgeschichte in der Hand hält. Das gibt Geborgenheit und Frieden. (Lies Jes.44,8; Matth.24,35; Joh.14,27.29; 16,33.) Jesus wird uns nicht immer vor Leiden bewahren, aber er will uns durch den Beistand seines Geistes im Leiden bewahren und zu seinen Zeugen machen. - Aus Bulgarien wurde berichtet, wie Jesus in Hass und Verfolgung stärkte: "Die Nacht war nicht so dunkel, wie es im Westen aussah. Der Westmensch sieht es weiß oder schwarz, aber dazwischen sind viele schöne Farben. Als unsere Väter im Gefängnis waren, da war auch der alte Pastor A. dort, gefoltert, hungrig, blutend in seiner Zelle. Es war so dunkel und sein Herz war voll Angst. Da sieht er in seiner Zelle eine Gestalt und dachte, es wäre ein Spitzel. Er wollte nichts mit ihm zu tun haben. Aber plötzlich vernahm er die Worte: 'Fürchte dich nicht, ich bin bei dir.' Er wendete sich um, aber es war niemand mehr da. Aber seine Zelle war voll Licht und auch sein Herz war voll Licht. Pastor A. war acht Jahre im Gefängnis, aber die Nacht war nicht mehr so dunkel." "Mitten in der Verfolgung baut Gott seine Gemeinde. Dem Feind widerstehen kann nur der, der aus der innigen Lebensgemeinschaft mit Jesus und von der Gabe der Sündenvergebung lebt" (V.Scheunemann). (Lies 1.Kor.10,13; 2.Tim.4,16-18; Hebr.10,32-39.)
EINE STÄDTETOUR DURCH DIE APOSTELGESCHICHTE - Kap.13,1-12
Dienstag,5.Dezember Apostelgeschichte 13,1-3; Johannes 20,21.
Wir erleben nun mit dem Apostel Paulus die missionarischen Aufgaben, zu denen er berufen wurde. Vor Damaskus war der Auferstandene ihm begegnet, den Dienstauftrag hatte Hananias zu übermitteln, zu dem der Herr gesprochen hatte: "Ich habe diesen Mann dazu auserwählt, allen Völkern und Königen, aber auch dem Volk Israel meinen Namen zu verkündigen" (Apg.9,15.16). Der Auftrag war klar, aber nicht der Zeitpunkt. Eine lange Vorbereitungszeit lag zwischen der Christus-Begegnung und dem Augenblick des Aufbruchs in die Mission. Nach seiner Bekehrung schloss sich Paulus der Gemeinde in Damaskus an und benutzte sofort jede Gelegenheit, um für Jesus Christus Zeugnis abzulegen. Dabei stieß er auf heftigen Widerstand. Bei einem Besuch in Jerusalem fürchteten sich die Brüder, ihn aufzunehmen. (Lies Apg.9,19-30.) Es vergingen Jahre, von denen wir wenig wissen. Paulus hielt sich eine Zeit lang in Arabien und später in seiner Heimatstadt Tarsus auf. Was muss dieser dynamische Mann in der besonderen Schule Jesu erlebt haben! Nutzte er die Zeit, die Schriften des Alten Testaments in neuer Weise zu erforschen, sein geistliches Verständnis zu vertiefen? Erkannte er in dieser Zeit, dass in Jesus sich alle alttestamentlichen Verheißungen erfüllten? (Lies Gal.1,11-24.) Gott ließ Paulus lange im Verborgenen dienen (Gal.2,1). Wir erinnern daran, wie Gott mit seinem eigenen Sohn handelte. Dreißig Jahre lebte Jesus in der Verborgenheit, und nur drei Jahre gab Gott ihm für seinen Dienst in der Öffentlichkeit. (Lies Jes.55,8.9.) Kennen wir solche Zeiten, in denen wir schwer verstehen können, dass unser Leben so anders verläuft, als wir es uns gedacht haben? Gott hat einen besonderen Plan für jeden von uns. "Herr, wie groß sind die Pläne, die du für uns gemacht hast! Herr, mein Gott, du bist einzigartig" (Ps.40,6). Gott macht keinen Fehler, und er kommt nie zu spät. Vertraue ihm in Wartezeiten!
Mittwoch,6.Dezember Apostelgeschichte 13,1-3; Römer 12,5-8.
Wir lernten die Gemeinde in Antiochia schon als eine lebendige Gemeinde kennen. Die Flüchtlinge aus Jerusalem beschränkten sich nicht nur darauf, zu den Juden über den Messias zu reden, sie verkündigten die Botschaft von Jesus Christus auch den Nichtjuden. "Die Hand des Herrn war mit ihnen, und eine große Zahl wurde gläubig und bekehrte sich zum Herrn" (Apg.8,1; 11,19-21). Nun erfahren wir, dass sie in der Gemeinde Propheten und Lehrer hatten. Die Namen der fünf Männer, die aufgezählt werden, zeigen, dass man keinen Unterschied machte, weder im Blick auf die Herkunft noch im Blick auf die Hautfarbe. Wunderbar führte der Herr damals, und er führt heute noch seine Gemeinde zusammen und beschenkt sie mit seinen Gaben. "Jedem Einzelnen ist die Gnade von oben in dem Maß verliehen, wie Christus sie ihm schenkt. Er ist es auch, der die einen als Apostel gab, andere als Propheten, andere als Verkündiger der herrlichen Heilsbotschaft, noch andere als Hirten und Lehrer für die Gottgeweihten... So soll der Leib Christi, die wahre Gemeinde, aufgebaut werden" (Eph.4,4.8-13; lies 1.Petr.4,10.11). Die Gemeinde in Antiochia gehörte einfach zusammen. Wohl hatten die einzelnen verschiedene Aufgaben, aber miteinander empfanden sie einen hohen Auftrag. Ihr Blick ging weiter zu denen, die mit dem Evangelium noch nicht erreicht waren. Wir hören von ihnen: "Sie dienten dem Herrn und fasteten." Sie hatten ihre gemeinsamen Zeiten, um auf Gottes Wort zu hören und zu beten. Ein Hauptanliegen war ihnen die Missionierung der gottfernen Menschen. "Gott will ja, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Denn es gibt nur einen Gott, und es gibt nur einen Mittler zwischen Gott und den Menschen; es ist der Mensch Christus Jesus, der sich selbst für alle zum Lösegeld hingegeben hat. Dieses Zeugnis soll zur rechten Zeit überall verkündigt werden" (1.Tim.2,4-6; lies Matth.9,36-38; 2.Kor.5,18-20; 2.Petr.3,9).
Donnerstag,7.Dezember Apostelgeschichte 13,1-3; Römer 10,15.
Antiochia wurde der neue Ausgangs- und Mittelpunkt der Mission unter den Heiden. In unserem Abschnitt fällt besonders auf, wie der Heilige Geist führt. Es war so gekommen, wie Jesus es seinen Jüngern verheißen hatte: "Ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Tröster, einen Beistand geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit: den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein" (Joh.14,16.17). Der Heilige Geist machte den Christen in Antiochia Gottes Willen klar, sodass kein Zweifel und keine Ungewissheit in ihren Gedanken aufkommen konnte. Nicht sie wählten die Männer für das missionarische Unternehmen aus, nicht sie mussten ihre Eignung prüfen, der Heilige Geist sprach: "Sondert mir Barnabas und Saulus aus zu dem Werk, zu dem ich sie berufen habe." (Lies Apg.26,17.18; Gal.1,1; vgl.Jer.1,5.) Wenn die Auswahl auch durch den Geist Gottes geschah, so war die Gemeinde dennoch mit einbezogen: "Sondert mir aus..." In Antiochia sehen wir den Heiligen Geist und die Gemeinde in voller Übereinstimmung. Die Gemeinde konnte nur vorwärtsgehen unter dem Impuls des Geistes, denn er will führen, überwachen, ermahnen. Er will die auswählen und ausrüsten, die Werkzeug werden sollen in seiner Hand. Und die Christen dort gaben Barnabas und Saulus als Boten frei, die das Evangelium der Welt bringen sollten. So kam es zu den Missionsreisen, von denen Paulus später schreiben kann: "Dank sei dem großen Gott, der uns im Dienste Christi Siege feiern lässt. Ja, er führt uns im Siegeszug durch die Welt, und überall wird Christus durch uns den Menschen bekannt wie ein köstlicher Duft neuen Lebens" (2.Kor.2,14.15; lies Apg.1,8; vgl.Jes.61,1-3).
Freitag,8.Dezember Apostelgeschichte 13,1-3; Jeremia 3,15.
"Der Heilige Geist sprach: Sondert mir aus Barnabas und Saulus zu dem Werk, zu dem ich sie berufen habe." In welcher Weise sprach wohl der Geist Gottes zu den Verantwortlichen in Antiochia? Wir würden gern in unserem Text die Antwort auf diese Frage finden. Propheten und Lehrer waren zusammen: Barnabas, Simeon, Luzius, Manaen und Saulus. Wir wissen nicht, ob einer von ihnen ein Wort vom Geist Gottes empfing, das er der Gemeinde weitergab. Ein uns bekannter Christ sagte: "Es ist die Art des Heiligen Geistes, das Werkzeug zu verbergen." In Antiochia lag den Betern vor allem daran, dass sie den Willen Gottes erkannten und dieser auch zur Ausführung kam. (Vgl. Apg.10,19.20; 11,12.15; 16,6-10.) Barnabas und Saulus sollten die Missionsreise miteinander antreten. Auch Jesus sandte seine Jünger nicht allein aus. "Jesus rief seine zwölf Jünger zu sich. Jeweils zu zweit sollten sie in seinem Auftrag durch das ganze Land ziehen" (Mark.6,7; Luk.10,1.2; vgl.4.Mose 27,18-23). Ein gemeinsamer Dienst hat große Möglichkeiten. Welch eine Hilfe ist es, wenn man nicht allein die Kämpfe und Schwierigkeiten eines Auftrags durchstehen muss und in der Gebetsgemeinschaft die Lasten miteinander tragen kann! "Einer half dem andern und sprach zu seinem Bruder: Sei mutig!" (Jes.41,6; vgl.Matth.18,19.20; Phil.2,19-22). Nachdem sie durch den Geist Gottes Klarheit bekommen hatten, fasteten und beteten sie wieder, dieses Mal für Barnabas und Saulus. Der Heilige Geist hatte berufen und sandte aus, die Christen in Antiochia standen hinter den Boten Jesu. Als sie den beiden Brüdern die Hände auflegten, identifizierten sie sich mit ihren Missionaren. So ist es bis heute: Wenn Missionare aufs Missionsfeld ausgesandt werden und der Gemeindeleiter ihnen die Hände auflegt, bekennt die Gemeinde damit: Wir gehören zusammen, euer Dienst ist auch unser Dienst. Ihr geht in unserem Namen. Wir stehen hinter euch und tragen euch mit unseren Gebeten und mit unseren Gaben.
Samstag,9.Dezember Apostelgeschichte 13,3b; Johannes 15,16.
"Und sie ließen sie ziehen." "Zwei gute, fähige Leute, die für die eigene Gemeindearbeit so wichtig waren, verließen auf Weisung des Heiligen Geistes die Gemeinde. Sie sollen die Botschaft des Evangeliums dort ausrichten, wo der Herr es will. Es entspricht noch heute dem Willen und der Strategie unseres Herrn Jesus Christus, dass bestehende Gemeinden neue Gemeinden gründen. Denn Mission ist das tragende Lebenselement der Gemeinde Jesu. Wo nicht mehr missioniert wird, verkümmert eine Gemeinde zu einem nichtssagenden 'frommen Klub' und wird unbrauchbar für das Reich Gottes. Darum ist es notwendig, dass wir missionarisch aktiv bleiben. (Lies Offb.3,1-3.) 'Und sie ließen sie ziehen!' Noch einmal: Jede Gemeinde - auch eine kleine - sollte bereit sein, gerade die besten Leute ziehen zu lassen, wenn Gott sie in eine neue Aufgabe ruft. Und zwar deshalb, weil es ja um die Rettung und das Heil der Menschen geht. Unsere Sicht im Reich Gottes darf nicht begrenzt sein, sondern soll nach dem Willen Jesu weltweit sein. Der Missionsauftrag lautet: 'Geht hin in alle Welt und sammelt mir aus allen Völkern...'" (G.Verwer). (Lies Ps.119,46; Apg.13,44-49; Röm.1,16.) - Bei vielen von uns wird die "Welt" und damit der Missionsauftrag in der nächsten Umgebung sein. Wo irgend Jesus uns zu einem Dienst ruft - zu einem Krankenbesuch, zu einem klaren Zeugnis bei Nachbarn, zu einem besonderen Einsatz, da wollen wir nicht mit Entschuldigungen kommen wie: "Ich kann nicht, ich habe keine Gaben. Ich habe keine Zeit." Wir wollen bereit sein, auch wenn wir mit Arbeit ausgelastet sind oder uns nicht geeignet dafür halten. Der Heilige Geist hat Kraft, und er wird uns ausrüsten, dass wir Menschen zum Segen sein können, damit sie durch uns die frohe Botschaft hören, von uns "missioniert" werden. (Lies 2.Tim.1,7-10; 1.Kor.9,19-22.)
Sonntag,10.Dezember Apostelgeschichte 13,4-12; Jesaja 52,7.
Barnabas und Saulus traten ihre Missionsreise an und kamen zuerst nach Seleuzia, dem ungefähr 25 Kilometer von Antiochia entfernten Hafen. Dort schifften sie sich nach Zypern ein. Zuerst verkündigten sie in Salamis das Evangelium in der Synagoge der Juden. Dann machten sie sich zu Fuß auf den Weg und durchwanderten die ganze Insel bis nach Paphos. Die Anforderungen für die beiden Missionare waren nicht gering. In Paphos trafen sie einen Juden, der Barjesus hieß. Er nannte sich zwar einen Propheten, der die Schriften kannte, gleichzeitig übte er den Beruf eines Zauberers aus. (Lies 5.Mose 18,10-14; Jes.8,19; 1.Chron.10,13.14.) So kam es zur Konfrontation mit diesem Mann, der mit den Mächten der Finsternis in Verbindung stand. "Wo immer im Namen Jesu Mission getrieben wird, ist das ein Vorstoß in den Machtbereich der Finsternis. Der Teufel wird alles daransetzen, dass Zeugen Jesu entmutigt werden" (M.Bönig). Wir wollen uns nicht von dem Widersacher aus Furcht aufhalten lassen, sondern den Kampf des Glaubens aufnehmen. Ein Wort für Jesus zu sagen, wo sein Name nichts gilt, das kostet Überwindung und Mut. Aber diese Gelegenheiten wollen wir nutzen und nicht vor Hindernissen zurückweichen, denn Jesus hat alle Mächte der Finsternis besiegt. Das garantiert uns, dass Siegeskraft für uns vorhanden ist. "Für euch alle gilt: Werdet stark durch den Glauben an Christus und im Vertrauen auf seine Macht. Greift zu den Waffen Gottes, damit ihr alle heimtückischen Anschläge des Teufels abwehren könnt." (Lies Eph.6,10-17.) Wir dürfen das Feld nicht dem Feind überlassen, vielmehr sollen wir ihm Beute abjagen. Wohl ist es eine große Herausforderung, aber unser Herr ist größer und stärker, er hat die Macht des Bösen am Kreuz gebrochen. (Lies Kol.2,14.15; 1.Joh.3,8; Röm.6,23; Joh.8,32.36.)
Montag,11.Dezember Apostelgeschichte 13,6.7; 2.Petrus 3,1-3.
Im Haus des Prokonsuls Sergius Paulus hatten Barnabas und Paulus eine entscheidende Begegnung. Dieser römische Beamte in bedeutender Position liefert bis heute den Beweis dafür, dass eine gelungene Berufskarriere nicht letzte Lebenserfüllung bringen kann. Er suchte aufrichtig nach Wahrheit. Hatte er deshalb den sogenannten "Propheten" Barjesus an seinen Hof gerufen? Aber weder die heidnischen Götterkulte noch die Weisheit der Griechen noch die Zauberkünste des falschen Propheten hatten eine Antwort auf letzte Fragen. Lukas berichtet, dass Sergius Paulus "ein verständiger, kluger Mann" war, dessen Interesse am Glauben groß und echt war. Das wurde in dem Augenblick deutlich, als er von den beiden Missionaren hörte, dass sie Zeugen des lebendigen Gottes waren. Von ihnen "wollte er das Wort Gottes hören". Wir Christen ahnen manchmal nicht, wie groß das Verlangen ist, Gottes Wort zu hören und zu verstehen, und zwar oft bei Menschen, die mit der Kirche und dem Evangelium wenig Berührung haben. (Vgl.Apg.8,37ff; 10,1ff; Joh.12,20.21.) Natürlich versucht der Widersacher Gottes alles, damit das "Wort vom Kreuz" nicht ausgesprochen wird. Er hat noch immer seine "Sprecher" wie damals einen Elymas, der die Boten Jesu einschüchtern wollte. Wir wollen um innere Wachheit und um Mut beten, sich bietende Gelegenheiten zu erkennen und zu nutzen. Die wesentlichen Fragen um Tod und Leben können ja nur von Jesus beantwortet werden. (Lies Joh.14,6; Apg.4,12.) In unserer Umgebung gibt es bestimmt Menschen, die mit verlangendem Herzen auf ein Wort Gottes warten. Dieses lebenschaffende Wort wollen wir ihnen nicht vorenthalten. Aus Liebe zu solchen Menschen schrieb Paulus an Timotheus: "Vor Gott und unserem Herrn Jesus Christus, der wiederkommen wird... bitte ich dich eindringlich: Verkündige den Menschen Gottes Wort. Setze dich dafür ein, und zwar überall und zu jeder Zeit!" (2.Tim.4,1.2.4; lies Apg.4,19.20; 5,20.21; 18,9.10).
Dienstag12.Dezember Apostelgeschichte 13,8-11; Lukas 10,19.
"Aber Elymas, wie der Name des Zauberers im Griechischen hieß, wollte mit allen Mitteln verhindern, dass der Gouverneur zum Glauben an Christus kam." Jesus hatte sehr ernste Worte für Pharisäer und Schriftgelehrte, die den Menschen den Weg zu Gott zeigen sollten, aber das Gegenteil taten: "Wehe euch, ihr Pharisäer und Schriftgelehrten! Ihr seid Heuchler! Durch euch wird anderen der Zugang ins Reich Gottes versperrt. Ihr selbst geht nicht hinein, und die hinein wollen, hindert ihr daran" (Matth.23,13; Luk.11,52). In einem Kreis von Glaubenden wurde die Frage aufgeworfen: Woran mag es liegen, dass wir anderen ein Hindernis sind, den Weg zu Jesus zu finden? Eine Antwort lautete: Wenn wir die Erlösung in unserem Leben nicht realisieren, ist unser Zeugnis nicht glaubwürdig, und wir halten andere dadurch vom Glauben ab. Eine andere Antwort hieß: Wenn wir in Berufsschwierigkeiten, bei Krankheitsfällen, in Familienangelegenheiten, wie zum Beispiel beim Verteilen des Erbes, Anlass geben zu dem Urteil: Sie sind auch nicht anders! - werden wir für Menschen, die uns beobachten, zum Hindernis, an Jesus Christus zu glauben. Wenn wir nicht wagen, bei existenziellen Herausforderungen uns als Christ zu erweisen, auch auf die Gefahr hin, allein zu sein oder Verluste zu erleiden, wird unser Zeugnis keine Wirkung haben. Paulus machte den Korinthern klar, dass er lieber auf sein Recht verzichten wolle, "damit dem Evangelium Christi nur ja kein Hindernis bereitet" werde (1.Kor.9,12). Und an anderer Stelle brachte er zum Ausdruck, dass es seine beständige Sorge sei, dass kein Mensch an Gott irre werden möge, nur weil er ihm im Wege stehe. "Verhaltet euch klug und besonnen denen gegenüber, die keine Christen sind. Denkt daran, dass euch nicht mehr viel Zeit bleibt!" (Lies Kol.4,5.6; 2.Kor.6,1-7; Phil.1,27; Eph.5,15-17.)
Mittwoch,13.Dezember Apostelgeschichte 13,9; Epheser 5,18.
"Saulus aber, der auch Paulus hieß, sah den Zauberer durchdringend an und sagte, erfüllt vom Heiligen Geist: Du Sohn der Hölle, voller Lüge und Bosheit. In dir ist nichts Gutes. Wann endlich wirst du aufhören, Gottes Wort zu verdrehen - krumm zu machen die geraden Wege Gottes?" Barnabas und Paulus, vom Heiligen Geist gerufen und ausgesandt, erlebten, dass der Heilige Geist sie nicht im Stich ließ, sondern ihnen Kraft und Vollmacht verlieh. Ohne Furcht trat Paulus Elymas entgegen und klärte die Front - Inneres wurde aufgedeckt, der Auftraggeber entlarvt. "Verharmlosung ist nicht der Weg, dem Wirken widergöttlicher Mächte zu begegnen" (H.W.Neudorfer) - welche "Religion" auch dahintersteht. Paulus empfing durch Gottes Geist die unmittelbare Ausrüstung für die gegenwärtige Kampfsituation. "Er wurde erfüllt vom Heiligen Geist." Jesus hatte seinen Jüngern versprochen: "Nicht ihr seid die Redenden, sondern der Geist eures Vaters, der in euch wohnt" (Matth.10,19.20; lies Jes.59,21a; Apg.4,7-12). Nachdem Paulus Jesus begegnet war, sagte ihm Hananias: "Jesus, der dir unterwegs erschienen ist, hat mich zu dir geschickt, damit du mit dem Heiligen Geist erfüllt wirst und wieder sehen kannst" (Apg.9,17). Im entscheidenden Augenblick, als er hilflos dem Ansturm der Finsternis gegenüberstand, wirkte der Heilige Geist vollmächtig durch ihn. Für die besondere Aufgabe wurde ihm eine besondere Ausrüstung gegeben. - Obwohl unsere Aufgaben sehr verschieden sind, darf jeder von uns um das Erfülltwerden mit dem Heiligen Geist bitten. Nur in gereinigte Gefäße kann er seine Fülle geben! Micha schrieb es auf: "Mich aber hat der Herr mit seinem Geist erfüllt. Er gibt mir die Kraft, mutig für das Recht einzutreten" (Micha 3,8; lies Sach.4,6; 5.Mose 34,9; Apg.4,31).
Donnerstag,14.Dezember Apostelgeschichte 13,9-11; 1.Korinther 2,14-16.
Paulus durchschaute die Absicht des Elymas und stellte seine Sünde ins Licht: "Du Sohn des Teufels, voll aller List und Bosheit, du Feind der Gerechtigkeit, hörst du nicht auf, krumm zu machen die geraden Wege Gottes?" Gottes Geist wirkte in dem Apostel das Unterscheidungsvermögen und gab ihm die klaren, treffenden Worte. "Die Waffen, mit denen ich kämpfe, sind die Waffen Gottes. Sie sind mächtig genug, jede Festung zu zerstören, jedes menschliche Gedankengebäude niederzureißen, einfach alles zu vernichten, was sich stolz gegen Gott und seine Wahrheit erhebt" (2.Kor.10,4.5; lies Kol.1,9; vgl.Matth.3,7-10). Paulus kämpfte gegen die Verkehrtheit des Zauberers, aber das Motiv war die göttliche Liebe. Es ging um Sergius Paulus. Um seinetwillen musste die Bosheit des Elymas aufgedeckt werden, der selber dem Wort Gottes widerstand und auch verhindern wollte, dass der Prokonsul zum Glauben an Jesus Christus kam. "Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesandt hat, um den Armen", die ohne Gott in der Welt sind, "die frohe Botschaft zu bringen". (Lies Gal.1,3-5.8.9.) "Und siehe, die Hand des Herrn kommt über dich, und du sollst blind sein und die Sonne eine Zeit lang nicht sehen." Das harte Gericht, das Paulus über den Zauberer aussprach, enthielt Worte der Gnade. "Eine Zeit lang" sollte die Blindheit dauern. Ob Paulus an die Tage seiner eigenen Blindheit dachte, die er in Damaskus erlebte? Damals öffnete Gott ihm die Augen über sein bisheriges Leben und über Gottes Gnade, die ihm in der Begegnung des Auferstandenen entgegenkam (Apg.9,8.9). Nun wünschte er, dass auch der Zauberer zur Erkenntnis der Wahrheit kam. Wer "voll Heiligen Geistes" ist, wird nie aus persönlichem Verletztsein heraus reden, sondern aus der Liebe Jesu, die auch das Heil des schlimmsten Feindes sucht. Wir wissen nicht, wie Elymas reagierte, aber es bot sich ihm hier eine einmalige Gelegenheit zur Umkehr. (Lies Jes.55,6.7; Joel 2,12.13; Hebr.2,3.4; 4,7.)
Freitag,15.Dezember Apostelgeschichte 13,12; Lukas 15,4-7.
"Beeindruckt von der Macht Gottes, begann der Gouverneur, der alles mit angesehen hatte, an den Herrn zu glauben." Aus der Niederlage des Zauberers erkannte Sergius Paulus die Wahrheit des Wortes Gottes. Wie viel wendet Gott für einen Menschen auf, der nach der Wahrheit sucht! "Es ist Freude im Himmel über einen Sünder, der Buße tut." "Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen" (1.Tim.2,4). Das war die erste Bekehrung, die Barnabas und Saulus auf ihrer ersten Missionsreise erlebten. Wir erfahren nichts mehr über den weiteren Lebensweg des Sergius Paulus, nur dass dieser gebildete, einflussreiche Mann durch das Evangelium und mehr noch durch die in ihm wirkende Gotteskraft überwältigt wurde. (Lies Joh.1,12; 2.Kor.5,17.) - Dass Jesu suchende Liebe noch viele Menschen erreichen kann, dazu will er uns in unserer Zeit gebrauchen. "Denn wie sollen die Menschen ihn anrufen, wenn sie nicht an ihn glauben? Wie sollen sie zum Glauben an ihn kommen, wenn sie nie von ihm gehört haben? Und wie können sie von ihm hören, wenn ihnen keiner Gottes Wort sagt?" Hören wir den Anruf, der in diesen Fragen an uns ergeht? "Welche Freude bedeuten die Siegesboten, die gute Nachricht bringen, die Frieden und Rettung verkündigen!" (Röm.10,13-17; Jes.52,7). "Paulus aber und die um ihn waren, fuhren von Paphos ab." Aus der Zwischenbemerkung (V.9) erfahren wir, dass Saulus, hebräisch "der Erbetene", nun den römischen Namen Paulus, "der Kleine", trug. Als Letzter hatte er in Antiochia seinen Platz eingenommen. Er wird sich nicht vorgedrängt haben. (Lies Spr.15,33; Matth.20,26.27.) Wem Gott Verantwortung übertragen will, der wird zu seiner Zeit in die für ihn bestimmte Aufgabe eingesetzt. Paulus ließ sich rufen, zubereiten und senden. Barnabas ließ Paulus den Raum - nicht viele Christen bestehen diese Probe. Sie ist jedoch von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung im Reich Gottes. (Lies Joh.3,30; Phil.1,18; vgl.Jes.6,8.)
Samstag,16.Dezember Sacharja 9,9; Apostelgeschichte 1,11.
Wir stehen in der Adventszeit. Überall erleben wir den Schmuck und die Kerzen, die diese besondere Zeit des Jahres kennzeichnen. Aber so schön die Adventsstimmung ist, so wenig kann sie genügen, wenn wir wirklich richtig im Advent leben wollen. Das Wort "Advent" kommt aus dem Lateinischen und heißt "Ankunft". Advent will uns daran erinnern, dass wir in Erwartung auf die Ankunft unseres Herrn leben, der seinen Jüngern versprach: "Ich will wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin" (Joh.14,3). Es ist deshalb wichtig, dass wir über aller festlichen Stimmung die Stimme hören, die allein uns zu Adventsmenschen, das heißt, zu wartenden Menschen macht. "Hören will ich, was Gott, der Herr, zu mir redet." "Machet Bahn, machet Bahn, räumt die Steine hinweg! Richtet ein Zeichen auf für die Völker. Siehe, der Herr lässt es hören bis an die Enden der Erde: ... Siehe, dein Heil kommt!" (Ps.85,8; Jes.62,10.11). Rechnen wir mit Jesu Wiederkommen? Erwarten wir ihn? Ist das Wissen darum eine Perspektive für uns, die unsere innere Ausrichtung, unser Wünschen, unsere Prioritäten prägt, die uns in unserem Handeln und Verhalten bestimmt? Immer wieder klingt es im Alten und im Neuen Testament an, dass der Begegnung mit unserem wiederkommenden Herrn ein Vorbereiten, Reinigen und Schmücken vorausgeht. Wenn wir jemanden erwarten, ist es uns wichtig, dass alles sauber und in Ordnung ist. Johannes schrieb im Blick auf Jesu Wiederkommen: "Jeder, der die herrliche Aussicht, die Hoffnung auf Jesu Kommen im Herzen hat, der reinigt sich in der Jetztzeit, und zwar entsprechend seiner Reinheit" (1.Joh.3,3; 2.Kor.7,1). Wir leben in der Zeit "bis Jesus kommt". Löst das Freude bei uns aus? Echtes Warten auf ihn zieht unseren Blick empor und gibt uns die rechte Haltung gegenüber den Schwierigkeiten, die uns noch auf dem Weg begegnen. (Lies 1.Petr.1,8.9.13-17; Hebr.12,14.)
Sonntag,17.Dezember Matthäus 24,42-44; 25,1-13.
"Ihr wisst, dass der Tag des Herrn kommen wird wie ein Dieb in der Nacht." Wenn wir Jesus fragen könnten, wie lange wir noch warten müssen - wenn wir ein Datum hätten von seiner Ankunft, dann wäre das Warten einfacher. Doch Jesus hat uns weder Zeit noch Stunde genannt, darum gilt immer: Wachet! (Lies Apg.1,6.7.) Das Gleichnis von den zehn Jungfrauen greift diesen Gedanken der plötzlichen Wiederkunft Jesu auf. Darauf sollten wir vorbereitet sein, so wie es die fünf klugen Jungfrauen waren. "Fünf von ihnen waren töricht, und fünf von ihnen waren klug." Wo gingen ihre Wege auseinander? Die Törichten hatten Lampen, aber sie hatten kein Öl. Die Klugen hatten Lampen und auch das nötige Öl in ihren Gefäßen. In den törichten Jungfrauen sehen wir Menschen, die zwar ihre Religionszugehörigkeit haben, vielleicht auch eine gewisse Gottesfurcht, aber es fehlt ihnen das Wesentliche: sie haben kein Öl, sie besitzen das nicht, was für ein echtes Leben mit Jesus nötig ist, nämlich den Heiligen Geist (2.Kor.1,21.22; 5,5). Es gibt viele Menschen, die in einer "Form der Frömmigkeit" leben, doch am Ende ihres Lebens wird offenbar, dass es kein wirkliches Leben mit Gott, mit Jesus Christus gewesen ist. Jesus sagte zu Nikodemus: "Wer nicht neu geboren wird, kann nicht in Gottes Reich kommen." Auf die Fragen dieses frommen Mannes unterstrich Jesus: "Eine andere Möglichkeit gibt es nicht: Wer nicht umkehrt und durch Gottes Geist neu geboren wird, kann nicht in Gottes Reich kommen." Den Christen in Rom, die den Schritt der Umkehr vollzogen hatten, schrieb Paulus: "Weil ihr nun Kinder seid, hat Gott den Geist seines Sohnes in eure Herzen gesandt, der da ruft: Abba, lieber Vater!" (Joh.3,1-8; Röm.8,15.16; Gal.4,6). Noch leben wir in der Zeit des Wartens auf Jesu Wiederkunft. Noch kann jeder zu ihm kommen und ihn bitten, sein Leben durch den Heiligen Geist neu und für sein ewiges Reich bereit zu machen. (Lies Jes.55,6.7; Joh.1,12; 1.Joh.5,11.12.)
Montag,18.Dezember Matthäus 25,5; 1.Thessalonicher 5,1-11.
Die Zeit des Wartens auf Jesu Wiederkunft ist eine gefährliche Zeit; sie zieht sich hin, sie schläfert ein. "Als sich die Ankunft des Bräutigams verzögerte, wurden sie alle müde und schliefen ein." Wir erschrecken bei dem Gedanken: alle schliefen ein. Auch die Klugen? Was kann der Grund sein, dass auch wiedergeborene Christen nicht mehr wachen und warten auf Jesu Kommen? Wie eine einschläfernde Droge können sich Eigenwille und Eigenliebe auswirken. Man hat nur noch die Erfüllung der eigenen Wünsche und des eigenen Willens im Auge. "Wenn ihr mit Christus zu einem neuen Leben auferstanden seid, dann richtet euer Leben nach ihm aus. Seht dahin, wo Christus ist. Richtet eure Gedanken auf Gottes kommendes Reich und nicht auf das, was die Welt euch zu bieten hat." (Lies Kol.3,1-10; 1.Petr.2,1.2; 1.Thess.3,12.13.) Man kann auch den Gedanken an die Wiederkunft Jesu verdrängen und sich einreden, dass er noch lange nicht kommt. "Doch eins dürft ihr dabei nicht vergessen, liebe Brüder: Gott steht über aller Zeit. Was für uns ein Tag ist, das ist für Gott wie tausend Jahre; und was für uns tausend Jahre sind, das ist für ihn wie ein Tag. Wenn manche also behaupten, Gott würde seine Zusage nicht einhalten, dann stimmt das einfach nicht. Gott kann sein Versprechen jederzeit einlösen. Aber er hat Geduld mit euch und will nicht, dass auch nur einer von euch verlorengeht. Jeder soll Gelegenheit haben, vom falschen Weg umzukehren" (2.Petr.3,4.8-11). Es gibt auch Christen, die sich in Berechnungen der Wiederkunft Jesu verlieren. Sie wollen lieber rechnen als warten und glauben. Aber Jesus sagt nicht: Versucht das Datum auszurechnen. Er sagt: "Seid bereit, denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, da ihr's nicht meint."
Dienstag,19.Dezember Römer 13,11.12; Titus 2,11-13.
"Die Nacht ist vorgerückt, der große Tag steht vor der Tür." Der Terminkalender und die Uhr regieren unser tägliches Leben - unsere Arbeitszeit und vielfach auch unsere Freizeit. Was steht in dieser Stunde und was in der nächsten auf dem Programm? Wir wollen nichts verpassen, nicht zu spät kommen. Wichtig aber vor allem ist, dass wir uns immer wieder klarmachen, was für eine Stunde auf der Weltenuhr geschlagen hat. Jesaja, der große Prophet des Alten Bundes, spricht von der geistlichen Nacht, die die Welt beherrscht: "Siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker", und er fügt hinzu: "Aber über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir" (Jes.60,2). Unsere Zeit, die neutestamentliche Heilszeit, liegt zwischen jener Nacht, von der Jesaja sprach, und dem kommenden Tag der Herrlichkeit, an dem Jesus sein Reich aufrichten wird. "Es lohnt sich, einmal darüber nachzudenken, dass Jesu Wiederkunft eine der wenigen bislang noch unerfüllten Prophezeiungen der Bibel ist. Viele andere Prophezeiungen haben sich auf bemerkenswerte und äußerst zutreffende Art und Weise erfüllt. Die Aussagen der Bibel über die Zukunft sind genauso zuverlässig" (Cl.Richard). Der Herr Jesus sprach in seiner Rede über die Endzeit von dunklen Zeichen, die vor dem großen Tagesanbruch geschehen: Verführung, Kriege und Kriegsgeschrei, Hungersnöte, Erdbeben hier und dort, Bedrängnis, Hass, Abfall und Verrat. (Lies Matth.24,1ff.) Der Schreiber des Hebräerbriefs sagt: "Nur noch eine Weile, so wird kommen, der da kommen soll, und nicht mehr auf sich warten lassen." Jeden Augenblick kann diese große Stunde für uns kommen. Sollten wir im Blick darauf unser Leben einmal überprüfen? Müssen wir in unserem Geschäfts- oder Familienleben, in unserem Verhältnis zu unseren Mitmenschen neu nach Gottes Willen fragen und vielleicht manches ändern? (Lies Kol.3,2-4; 4,5; Eph.5,15-17; 2.Petr.1,19.)
Mittwoch,20.Dezember Lukas 12,35-48; Römer 12,1.2.
"Seid Menschen gleich, die auf ihren Herrn warten!" Die Wartezeit bis Jesus kommt ist uns als Vorbereitungszeit gegeben. Das wird in den verschiedensten Abschnitten der Bibel deutlich. Der Schreiber des Hebräerbriefs weist im Blick auf unsere Begegnung mit Jesus bei seiner Wiederkunft auf ein Leben der persönlichen Heiligung hin: "Jaget nach der Heiligung, ohne welche niemand den Herrn sehen wird" (Hebr.12,14; lies 1.Kor.6,19.20; 1.Thess.4,1-3a). In einer Andacht beschäftigten wir uns mit dem Thema Heiligung. Ein Gast unseres Mutterhauses sagte dazu: "Heiligung - heute ein geradezu erschütternd einsames Wort in der christlichen Landschaft - meint ja nicht eine Form exaltierter Frömmigkeit. Heiligung meint transparent, durchsichtig sein für Jesus, von Gott beschlagnahmt sein, sich ihm zur Verfügung stellen und, was der Mensch in seiner Selbstverwirklichung nicht mehr will, über sich verfügen lassen. Es ist ein Leben des Hörens, des Horchens und Gehorchens. Wir können wohl den Stellenwert der Heiligung unseres Lebens nicht überhören, wenn wir an das Wort im 1.Thessalonicherbrief denken: 'Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch, damit euer ganzes Wesen nach Geist, Seele und Leib ohne Tadel bewahrt bleibe auf die Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus.' Ist es nicht Heuchelei, zu sagen, man sei durch das Blut Jesu Christi geheiligt und gereinigt, wenn die Zunge ungebändigt ist, die Phantasie unrein, das Herz von Geld und Geldvertrauen erfüllt? Jesus will in uns wirken, er will uns heiligen, dass wir bis zum Tag seiner Ankunft leben, wie es ihm gefällt und er an uns gesehen wird. Unsere Lebensart soll geheiligt werden." "Ihr seid erlöst, damit ihr einen guten Wandel unter den Nichtchristen führt, damit sie am Tage des Gerichts Gott die Ehre geben müssen, weil sie euer gutes Betragen beobachtet haben" (1.Thess.5,23.24; lies 1.Petr.2,9-12; Gal.5,22-25).
Donnerstag,21.Dezember Römer 13,11-14; 1.Petrus 4,7; 5,8.
"Der Tag ist nahe herbeigekommen. So lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts." Unser Christsein besteht nicht in einem einmaligen Sieg, sondern in einem siegreichen Kämpfen bis ans Ende. In unserer Zeit merken wir besonders, wie die Macht der Finsternis ihre Hände ausstreckt nach den Kindern Gottes. Wichtig ist es deshalb, zu wachen und zu beten "bis Jesus kommt"! (Lies 1.Kor.16,13; Hebr.12,28; Offb.3,11.) Bevor wir "die Waffen des Lichts anziehen" können, müssen wir zuerst den Ballast "der Werke der Finsternis" abgelegt haben. Worin diese Werke bestehen, zeigt Paulus in Römer 13 sehr konkret: üppige Gelage, Ausschweifungen und Sittenlosigkeit, Streit und Neid. Es ist erschütternd, wie heute in allen Kreisen Frauen und Männer bereit sind, ihre Ehre preiszugeben zugunsten von materiellem Besitz. Andere werden Sklaven ihrer Lust, wenn diese ihnen nur ein wenig Genuss garantiert. Was aber ist das Ergebnis? Die Lebensgeschichte vieler Menschen und Gottes Wort geben uns Antwort auf diese Frage. "Habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist... Denn wer die Welt liebt, kann nicht zugleich Gott, den Vater, lieben. Was gehört nun zum Wesen der Welt? Menschliche Leidenschaften, die Gier nach Besitz und Macht, überhaupt ein Leben voller Selbstgefälltigkeit und Hochmut... Die Welt aber mit ihren Verführungen und Verlockungen wird vergehen. Nur wer den Willen Gottes tut, wird bleiben und ewig leben" (1.Joh.2,15-17; lies Matth.24,36-42). Wie kommen wir nun zu den Waffen des Lichts? Indem wir uns dem Licht Jesu stellen und aufdecken, was finster in uns ist. "Habt keinerlei Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis. Deckt sie auf und straft sie." Im Epheserbrief lesen wir von der Waffenrüstung, die wir anziehen sollen. Als Angriffs- und Verteidigungswaffe werden uns vor allem das Wort Gottes und das Gebet gezeigt. (Lies Eph.5,8-14; 6,12-18; 2.Kor.10,3-5.)
Freitag,22.Dezember Römer 13,14; 2.Petrus 1,3.4.
Eine andere Möglichkeit, die uns für den kommenden Tag der Herrlichkeit passend macht: "Zieht den Herrn Jesus Christus an!" Der neue Mensch: "Christus in uns" - sein Wesen, seine Art, sein Geist, ist keine Utopie, kein unerreichbarer Phantasiewunsch. Das Wort Gottes sagt, dass Christen "aus Gott geboren" sind, somit wurden wir "göttlicher Art und Natur teilhaftig gemacht". (Lies 2.Kor.5,17; Eph.2,10; 1.Joh.3,9; 5,4.) Das Anziehen des neuen Menschen ist aber nicht nur ein Geschehen in der Wiedergeburt, es umschließt unser ganzes Leben als Christen. Im Epheserbrief werden wir darauf hingewiesen: "Nun werdet ihr erneuert in dem Geist eurer Denkungsart und habt den neuen Menschen angezogen, der nach Gott geschaffen ist in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit" (Eph.4,24). Den Kolossern schreibt der Apostel: "Ihr seid neue Menschen geworden!... Lasst euch von Gott erneuern. So entsprecht ihr immer mehr dem Bild, nach dem Gott euch geschaffen hat... Entscheidend ist, dass Christus in euch lebt." Durch das neue Leben, "Christus in uns", können wir verwandelt werden - in unseren Angewohnheiten, unserem Verhalten, unseren Reden und unseren Beziehungen. Aber wir müssen dafür offen sein. (Lies Kol.3,9-17.) "Gott hat uns auserwählt und vorherbestimmt, dem Bild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden." Ein Leben, ohne dieses große Ziel im Auge zu haben, ist in Gefahr, flach und weltförmig zu werden. "Wir sind Kinder des kommenden Tages der Herrlichkeit!" Christen wissen das, aber es fragt sich, ob wir nur darum wissen, oder ob wir es praktizieren. "Ihr habt Christus als euren Herrn angenommen; nun lebt auch mit ihm und tut seinen Willen... Wenn dann Christus, der unser Leben ist, erscheint und offenbar wird, dann werdet auch ihr mit ihm in wunderbarer Herrlichkeit offenbar werden." (Lies 1.Thess.5,1-11; Kol.2,6.7; 3,4.)
Samstag,23.Dezember 1.Petrus 1,13; 4,7-11.
Petrus schreibt den Christen in der Zerstreuung: "Umgürtet eure Lenden, macht euch fertig zu rüstigem Vorwärtsschreiten und seid beständig in innerer Bereitschaft. Seht alles mit nüchternem Blick - im Licht der nahen Ewigkeit - und rechnet freudig auf die wunderbare Gnade, die euch bei dem Offenbarwerden Jesu Christi entgegenkommt." Wie kommen wir dem Befehl nach, "umgürtet eure Lenden mit Wahrheit"? Es gibt den Gürtel der göttlichen Wahrheit. "So steht nun da, zum Kampf gewappnet, die göttliche Wahrheit umgürte eure Lenden." Gottes Wort ist die Wahrheit. In ihm haben wir den Maßstab, nach dem wir uns ausrichten können und nach dem einmal alles gemessen wird, wenn wir vor Jesus Christus erscheinen werden. Nun kommt es darauf an, dass das Wort uns Tag für Tag erreichen kann und dass wir es in unseren Tag hineinwirken lassen. Wenn wir die Bibel lesen, wird uns gleichsam ein Spiegel vorgehalten, durch den wir erkennen, wie Jesus uns sehen möchte, und wie er uns sieht. "Da wir im Begriff stehen, ein unerschütterliches, das heißt: ein ewig bleibendes, himmlisches Königreich zu empfangen, so lasst uns dankbar Gebrauch machen von aller dargereichten Gnade, damit wir Gott in dieser kurzen Erdenzeit wohlgefällig dienen können." (Lies Eph.6,14.15; Jak.1,22-25; 1.Kor.5,7.8; Ps.119,142.151.160.) Jesus Christus ist der Kommende - dieses Wissen verwandelt unsere Tage. Für viele Menschen ist es das Deprimierendste, dass sie keinen Sinn in ihrem Leben, ihren Leiden und Kämpfen sehen. Sie sagen: Wozu dies alles? Es lohnt sich nicht. Wir erwarten nichts mehr vom Leben. Welch ein Geschenk, wenn wir sagen können: "Wir warten darauf, dass sich unsere glückselige Hoffnung erfülle: Vor aller Welt soll ja bald die Herrlichkeit unseres großen Gottes und unseres Erretters Jesus Christus in die Erscheinung treten!" (Tit.2,13; Offb.21,3-5).
Heiliger Abend,24.Dezember Lukas 2,7-20; 2.Korinther 8,9; 9,15.
Herr, du kamst in unsre Armut, machtest uns unendlich reich.
Du, der Schöpfer aller Dinge, wurdest Menschen gleich.
Lass uns über deiner Krippe dieses Wunder sehen,
mitten in dem lauten Treiben vor dir stille stehen. (M.Birkenfeld)
Jesus brach auf aus der Welt seines Vaters, von der wir heute trotz aller Forschung so wenig wissen wie vor zweitausend Jahren die Hirten auf den Feldern Bethlehems. "Herrlich und prächtig wie Gott war er. Aber er war bereit, für eine Zeit lang auf seine Macht und den Glanz seines göttlichen Wesens zu verzichten. Alles legte er von sich ab und nahm die Gestalt eines Knechtes an, wurde den Menschen gleich" - um ihr Erlöser zu werden (Phil.2,6-8; lies Hebr.1,1-3). Für seinen Eintritt in die Welt wählte der Sohn Gottes nicht den Königshof, der seiner Stellung mehr entsprochen hätte. Nein, er wählte eine Herberge, einen Stall, eine Krippe. Nicht bei Reichen hielt er seinen Einzug - "er wurde arm, damit wir durch seine Armut reich würden". Ein Wort, das Jesus kurz vor der Vollendung seines Lebens aussprach, lässt uns das Motiv erkennen, das ihn so gegen alle Vorstellungen handeln ließ: "Des Menschen Sohn ist nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele" (Matth.20,28). In der Herberge in Bethlehem erleben wir etwas von der tiefen Erniedrigung des Gottessohnes: "Maria gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge." In die Herberge in Bethlehem brachten die Hirten aber auch den Bericht von dem offenen Himmel und die Botschaft des Engels: "Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch die große Freude für alle Menschen: Euch ist heute der Heiland geboren!" Dass Jesus als Heiland in unsere Welt kam, das ist nicht nur eine Botschaft für die Weihnachtszeit. Diese Tatsache kann uns an jedem neuen Tag mit Freude erfüllen. "Der Herr ist bei dir, ein starker Heiland!" (Lies Gal.4,4.5; Tit.2,11; Jes.43,11; Zeph.3,17.)
Weihnachten,25.Dezember Matth.2,1-20; 4.Mose 24,17.
Matthäus berichtet uns von Menschen aus dem Gebiet des Euphrat und Tigris, die sich auf Grund einer Offenbarung aufmachten, um "den neugeborenen König der Juden" zu suchen. Sie hatten seinen "Stern gesehen im Morgenland". Dieses Zeichen genügte ihnen aber nicht, sie wollten ihn selbst sehen, um ihn anzubeten und ihm zu huldigen. Als sie sich auf den Weg machten, ging der Stern immer weiter und auch sie gingen weiter. Sie überschritten religiöse Grenzen und politische Grenzen. In ihrem Suchen bewiesen sie Ausdauer. Sie überwanden die Grenzen der Müdigkeit, der Enttäuschung, nahmen sich auch nicht vor, nur bis zu einem bestimmten Punkt zu gehen. Je weiter der Stern ging, desto weiter wanderten sie, bis sie an den Königshof in Jerusalem kamen. Auch dort beendeten sie ihre Reise nicht. Ihre Frage war bis zuletzt: "Wo ist er?" So erlebten sie die Erfüllung der göttlichen Zusage: "Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen." "Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis er über dem Ort stand, wo das Kindlein war. Als sie den Stern sahen, waren sie hoch erfreut und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter." Wir wollen uns in diesen Weihnachtstagen neu in Bewegung bringen lassen hin zur Begegnung mit Jesus und von diesen Männern aus dem Morgenland lernen: "Sie fielen vor dem Kindlein nieder und beteten es an und opferten ihm ihre Gaben: Gold, Weihrauch und Myrrhe." Was können wir als Opfergabe vor Jesus niederlegen? Im Römerbrief finden wir eine Antwort: "Weiht ihm euer Leben als ein lebendiges, heiliges und ihm wohlgefälliges Opfer!" Es gibt Menschen, die aus Fanatismus das Letzte opfern. Aber das Opfer, von dem Paulus schreibt, hat nichts mit Fanatismus zu tun, sondern mit Dankbarkeit und Liebe. (Lies Ps.95,6.7a; 1.Kor.6,20; 2.Kor.8,5b; 9,7.15.)
Dienstag,26.Dezember Matthäus 2,10.11; Römer 8,32.35-39.
Von der "Christfest-Freude" in einem Bergdorf im Lisuland berichtet Isobel Kuhn: "Weihnachten war die große Zeit des Jahres für die Lisu-Christen, wenn sie sich aus allen Teilen des Landes an dem Ort versammelten, wo ihr Missionar sein Heim hatte. Was für eine Freude war es, wenn am Tag vor Weihnachten die verschiedenen Gäste ankamen... An einem Christfest wurde ich gebeten, die Botschaft zu geben. Ein Bibelabschnitt, der mich schon einige Zeit bewegte, wurde mein Thema: 'Und als sie ihre Schatzbeutel geöffnet hatten, opferten sie ihm ihre Gaben: Gold, Weihrauch und Myrrhe.' Das Gold stellt unseren Reichtum und unseren Besitz dar, den wir dem König opfern dürfen. Weihrauch ist ein Bild von unserer Anbetung. Aber die Myrrhe? Dieses bittere Zeug? Sicherlich kann es nur eine Bedeutung haben, nämlich das, was wir um seinetwillen zu leiden bereit sind. In dieser Weihnachtszeit bringen wir ihm unser Gold, und einige bringen ihm auch ein wenig Anbetung. Doch bringt ihm jemand Myrrhe? Als ich diese Frage stellte, fiel mir ein Gesicht unter den Zuhörern auf, ein mageres braunes Gesicht mit vorstehenden Augen, in denen die Tränen standen. Es war einer, der geschlagen wurde, weil er Christ geworden war - so grausam geschlagen, dass er drei Tage nicht gehen konnte. Ja, in diesem fernen Teil der Erde, in dieser unfruchtbaren Berggegend, unter diesen armen und rauhen Stammesleuten, gab es zu jener Weihnachtszeit Opfer an Myrrhe. (Lies Apg.5,41; 2.Kor.4,10.11; Phil.2,17.18.) 'Myrrhe!' Ich war vor unsrer Reise ins Lisualand selten in der Lage gewesen, Jesus diese Gabe darzubringen. Lisuland aber war für uns ein Ort körperlicher Mühsal und Härte. 'Herr, ich bringe dir meine Myrrhe.' Das war mein stiller Herzensschrei. Die Freude darüber nie vergessen, die darauf mein Herz erfüllte. Lisuland wurde zum Ort des geistlichen Überflusses für uns." (Lies 2.Kor.8,1-3; Hebr.11,25.26; Apg.9,26-30.)
Mittwoch,27.Dezember Matthäus 2,1.2.10; 2.Mose 13,21.22.
"Der Stern ging vor ihnen her." Der Stern bedeutete für die Weisen aus dem Morgenland Führung, Orientierung, Nachricht aus der himmlischen Welt. Auch wir sind nicht führungslos. Gott lässt sein Licht über uns leuchten, damit wir den Weg durch diese Welt finden - ob er durch die Wüste führt, ob durch Chaos oder Verlust. Jesaja schrieb von den Menschen seiner Zeit: "Sie sind im Dunkel der Angst und gehen im Finstern. Doch es wird nicht dunkel bleiben über denen, die in Angst sind." Wenn wir von Angst geplagt sind, wollen wir uns zu Jesus Christus weisen lassen, der helfen kann und uns zuspricht: "Fürchtet euch nicht! Fürchte dich nicht!" "Du bist als Stern uns aufgegangen, von Anfang an als Glanz genaht. Und wir, von Dunkelheit umfangen, erblicken plötzlich einen Pfad." (Lies Luk.1,78.79; Jes.42,16; 50,10.) Nachdem die Männer Jesus angebetet und ihm ihre Schätze gebracht hatten, bekamen sie erneut ihre Führung von Gott. "Und Gott befahl ihnen im Traum, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren; und sie zogen auf einem anderen Weg wieder in ihr Land." Wenn wir den Heiland gefunden haben und seine Wiederkunft erwarten, dann werden sich auch unsere Wege oftmals ändern. Jesus hat uns seine Spuren gelassen, dass wir in seiner Kraft, seiner Gesinnung und Art ihm nachfolgen und seine Zeugen sein können in unserer Zeit. (Lies Ps.25,4.5; 143,10; Gal.2,20.) Wir hören nichts von dem, was die Männer in ihrer Heimat von ihrem Erleben berichteten. Die Chronik, die im Himmel weitergeschrieben wurde, wird uns erst zugänglich sein, wenn wir mit ihnen und der unzählbaren Schar aus allen Nationen und Völkern und Sprachen vor dem Thron und vor dem Lamm niederfallen werden und rufen: "Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm sei Lob und Ehre und Preis und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit!" (Offb.7,9-12; 5,11-14).
Donnerstag,28.Dezember 2.Petrus 1,19; Johannes 8,12; 14,1-3.
Der Stern bleibt nicht als fernes Zeichen am Himmel. Nicht das Dunkel ist das Letzte, die Bibel weist uns hin auf den "Morgenstern", der den ewig hellen Tag anzeigt. "Ihr tut gut daran, auf das Wort zu achten wie auf ein Licht, das an einem dunkeln Ort scheint, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen." Der Tag, von dem Petrus spricht, ist der Tag der Ankunft Jesu, nach dem wache und wartende Kinder Gottes Ausschau halten. (Lies Offb.22,16; vgl.Hos.6,3.) Es wird eine strahlende Begegnung und Vereinigung mit Jesus sein, dann "werden wir ihn erkennen, wie wir von ihm erkannt sind". "Wir werden ihn sehen, wie er ist." "Wir werden sein Angesicht sehen, und sein Name wird auf unserer Stirn geschrieben sein. Der Herr, Gott, wird über uns leuchten" (1.Kor.13,12; 1.Joh.3,2; Offb.22,1-5). Das ist unsere Zukunft! Jetzt aber leben wir noch in der Welt, in der wir wie Sterne in der Nacht Licht verbreiten sollen, das Gott entfremdeten Menschen den Weg weist zu dem Heiland, der für alle gekommen ist. "In eurer Umgebung sollt ihr leuchten wie Himmelslichter, wie Sterne, inmitten der Welt eine lebendige Verkörperung des göttlichen Lebenswortes" (Phil.2,15.16; lies Matth.5,14-16; Kol.4,5.6; 1.Thess.1,8-10). Als Jesus sagte: "Ihr seid das Licht der Welt", fügte er hinzu: "Man zündet ja auch keine Lampe an und deckt sie dann zu. Im Gegenteil: Man stellt sie so auf, das sie allen im Haus Licht gibt" - den Kleinen, den Großen, den Schwachen, den Angenehmen und denen, die für uns schwierig sind, die uns reserviert und hochmütig begegnen. "Euer Licht soll allen Menschen leuchten. An euren Taten sollen sie euren Vater im Himmel erkennen und ihn ehren." "Das Licht des Gerechten ist wie das glänzende Morgenlicht, das immer heller leuchtet bis zum vollen Tag!"
Freitag,29.Dezember Psalm 40,6; 1.Petrus 1,18-21.
"Herr, mein Gott, du bist einzigartig! Du hast so viele Wunder getan, alles hast du sorgfältig geplant. Wollte ich das schildern und beschreiben - niemals käme ich zum Ende." Zu den Hirten auf dem Feld bei Bethlehem sprach Gott von seinem großen Plan, dem Plan "der großen Freude für alle Menschen", dem Plan der Rettung aller Menschen. "Er will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen." In Gottes Willen und in seinem Plan lebte Jesus, als er Mensch wurde, als er ohne Sünde durch sein Leben ging, in dem er nicht weniger Versuchungen ausgesetzt war als wir. (Lies 1.Tim.2,4-6; Hebr.2,14-17; 2.Petr.3,9.) In Gottes Plan war er, als er im Anblick des Kreuzes sprach: "Nicht mein, sondern dein Wille geschehe." - In seinen Plan nimmt Gott uns hinein, zu unserer Freude und um vielen Menschen - Traurigen, Resignierten, Schuldigen, Verzweifelten und Elenden - Freude zu bringen. Er will uns als seine Boten haben. Jesus sagte zum Vater: "Wie du mich in die Welt gesandt hast, so sende ich sie in die Welt." "So sind wir nun Botschafter an Christi statt und bitten: Lasst euch versöhnen mit Gott." Das ist ein Lebensinhalt, für den es sich zu leben lohnt. Auch jede Dunkelheit, jede Schwierigkeit hat ihren Sinn: "So wirkt der Tod in uns, in euch aber das Leben" (Joh.17,18; 2.Kor.5,20; 4,12; lies Jes.41,27; 52,7). Jesus sagt von seinem Leben: "Meine Speise ist, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat." Wenn wir noch so müde, vielleicht auch ausgelaugt sind, es fließt neue Kraft in unser Leben, wenn wir den Plan Gottes in den einzelnen Situationen für uns annehmen. (Lies Ps.86,10; 5.Mose 32,3.4.)
Samstag,30.Dezember Psalm 18,22-24; Hiob 23,11.12.
"Nicht mein, sondern dein Wille geschehe." Mitten im Geschehen unseres Alltags dürfen wir zu unserem himmlischen Vater sagen: Lass mich in deinem Willen, in deinem Plan sein. Das kann in sehr kleinen Dingen unseres Lebens geschehen. Im kleinen Tun, in einzelnen Schritten legt man die Richtung fest. Vater, wenn du diese unangenehme Arbeit von mir getan haben willst - hier bin ich! Wenn du diese Aufgabe heute in meinen Tag eingeordnet hast, will ich mich nicht dagegen sträuben, auch nicht länger aus Angst zurückweichen. Ich vertraue, dass dein Plan gut ist und du damit etwas erreichen willst, was ich noch nicht sehe, "denn deine Gedanken sind höher als unsere Gedanken und deine Wege höher als unsere Wege" (Jes.55,8.9). Vater, wenn du mich mit diesem Menschen zusammenstellst, der mir so fremd ist, der mir so gar nicht liegt, dann hast du das nicht getan, damit der Teufel mich zu Fall bringt und über mich lacht. Du hast einen anderen Plan. Lass es mich lernen, wie ein Weizenkorn in die Erde zu fallen, um zu sterben und dann Frucht zu bringen - viel Frucht, an der du Freude hast. (Lies Joh.15,16; Röm.8,28; Phil.1,17-21.) Vater, wenn du mir im Augenblick das Alleinsein zumutest, oder wenn du mich an einen Platz stellst, dem ich mich nicht gewachsen fühle - ich weiß, du überforderst mich nicht. Ich weiß, dass deine Kraft sich in den Schwachen mächtig erweist. Mit Paulus möchte ich sprechen lernen: "So will ich mich denn am liebsten meiner Schwachheit rühmen, damit Christi Kraft über mir wohne." Deinem Plan will ich zur Verfügung stehen und dir immer neu zutrauen, dass du noch heute Wunder tust. "Denn ich weiß: Keiner wird scheitern, der auf dich hofft!" "Ich erkenne, dass du alles kannst und kein Plan dir unausführbar ist." (Lies Hiob 42,2; Eph.3,20.21; Hebr.13,20.21.)
Sonntag,31.Dezember Psalm 40,6; Hiob 5,8.9.
"Herr, mein Gott, wie groß sind die Wunder, die du getan, und die Pläne, die du für uns gemacht hast! Nichts ist dir gleich!" Heute ist der letzte Tag eines Jahres, in das viele von uns mit Erwartung, aber auch mit gewissen Ängsten hineingegangen sind. Haben wir etwas erlebt von Gottes Plänen, von den Wundern, die er für uns getan hat? David sagte einmal im Rückblick auf eine gefahrvolle Zeit: "Wunderbar hat er seine Güte an mir erwiesen in der Angst der Bedrängnis." Ähnliche Erfährungen wird mancher von uns gemacht haben. (Lies 1.Sam.7,12.) Auch wenn wir Gottes Treue, Liebe, Fürsorge und Wunderhilfe erfahren haben, wie schnell stellt sich dann erneut die Frage: Aber, was wird im neuen Jahr auf uns zukommen? Wie geht es weiter? Niemand wird in Neues hineingeschickt ohne die Begleitung unseres Gottes, der an und für uns Wunder tut. Paulus schreibt einmal an die Korinther: "Wir hatten übermäßig zu tragen, über Vermögen, sodass wir fast am Leben verzweifelten und es bei uns selbst für beschlossen hielten, dass wir sterben müssten. Das geschah aber, damit wir unser Vertrauen nicht auf uns selbst setzen sollten, sondern auf Gott, der die Toten auferweckt, der uns auch aus solcher Todesnot errettet hat und erretten wird. Auf ihn hoffen wir, dass er uns auch in Zukunft erretten wird" (2.Kor.1,8-11; vgl.1.Sam.17,37; Ps.34,19.20; Jes.46,3.4). Im neuen Jahr werden wir täglich Gottes Handeln an und mit uns nötig haben, wenn etwas für ihn geschehen soll, wenn Menschen aus der Gewalt Satans herausgeführt werden sollen und wenn unser eigenes Leben sein Ziel erreichen soll. Wir dürfen wissen: Unser Gott ist groß und er tut Wunder! Ja, "er tut große Dinge, die unerforschlich sind, Wunder ohne Zahl"! (Lies Ps.72,18.19; Apg.15,12; Röm.15,18.19.)