SAMSTAG, 1.AUGUST

1.THESSALONICHER 5,24; 1.SAMUEL 22,23

Wer von uns ist fähig, beständig mit Jesus zu gehen, konsequent und treu bei ihm zu bleiben auf dem Weg der Selbstlosigkeit, der Einsatzbereitschaft und des Opfermutes? Wenn wir an unserem Unvermögen und unserer Kraftlosigkeit leiden, will er uns lehren: Ich komme deiner Unfähigkeit zuvor. Ich bin schon da, um dir zu helfen, um dich zu befähigen. Bitte doch den Vater in meinem Namen, er wird dir geben, was du brauchst. So spricht Jesus zu allen, die er Freunde nennt und die er zu fruchttragenden Freunden machen möchte. „Bittet den Vater in meinem Namen!“ – Kommt, sucht die Hilfe, die ihr braucht. Wenn die Aufgabe groß ist und wir in uns selbst keine Möglichkeit sehen, so wollen wir umso dringender bitten, und das bedeutet zugleich aus dem Leben des Weinstocks nehmen. „In ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit, und in ihm seid auch ihr vollendet, zur Fülle gebracht.“ „Aus mir wird deine Frucht gefunden.“ „Wer in mir bleibt, der bringt viel Frucht.“ (Lies Ps.2,8; Jer.33,3; Matth.7,7-11; 21,22.) Gerade wenn wir verwirrt, erschrocken, voller Fragen sind, will Jesus uns wie einst den Jüngern begegnen und uns in den verborgenen Umgang mit dem Vater hineinziehen. Und dann spricht er: „Ich nenne euch nicht mehr Knechte, aber ich habe euch Freunde genannt.“ Wenn wir die Freundschaft mit ihm pflegen, werden wir seinen Auftrag ausrichten. Wir werden hingehen zu dem Nächsten und zu dem Übernächsten; wir werden stehen als Freunde des Königs, wo er selbst hinkommen will, und mitwirken, dass in vielen Menschenherzen ihm die Herrschaft gegeben wird. (Lies Luk.10,1.2; Apg.22,10-21; 28,23.24.30.31.) MEIN GOTT GAB MIR INS HERZ

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SONNTAG, 2.AUGUST

NEHEMIA 7,5; JOHANNES 15,5

„Mein Gott gab mir ins Herz!“ – ein kurzer, unscheinbarer Satz, und doch offenbart er uns das Geheimnis Nehemias. Nehemia war ein Mann, der seine Lebens-Wurzeln am Bach der Verheißungen Gottes ausstreckte. (Vgl. Ps.1,3; 1.Mose 49,22-26.) Er war trotz belastender Verantwortung, die auf ihm lag, und trotz unzähliger Anfeindungen ein Mann, der Zuversicht ausstrahlte. Nehemia ging einfach Schritt für Schritt mit seinem großen, mächtigen Gott vorwärts, und wenn etwas Neues auf ihn zukam, gab Gott ihm die rechte Entscheidung ins Herz. „Dies ist der Weg, wandle darauf“ (Jes.30,21). – So erkannte er die Gesinnung jener Männer, die ihn zum Gespräch einluden: „Komm und lass uns in einem der Dörfer im Tal von Ono miteinander zusammentreffen … Sie gedachten aber, mir Böses zu tun!“ Nehemia wusste auch, wie Gott über jenen offenen Brief dachte. „Sanballat sandte zum fünften Mal seinen Diener mit einem offenen Brief zu mir … Denn sie alle wollten uns in Furcht versetzen, indem sie sprachen: Ihre Hände werden von dem Werk ablassen, und es wird nicht ausgeführt werden!“ (Lies Neh.6,1-19.) In der Abhängigkeit von Gott wurde Nehemia klar und deutlich gezeigt, was als Nächstes getan werden sollte. Es ist eine beständige Übung, in der Abhängigkeit von Gott zu leben. Sie schenkt uns eine innere Freiheit und Gelassenheit. Denn wer ungeteilten Herzens dem Herrn dient, wer in tiefer Verbundenheit mit ihm lebt, ist einGeist mit ihm! (Lies 1.Kor. 6,17; Ps.63,9; 2.Kön.18,6.7.) Nehemia hat es erfasst: Mein Gott weiß alles, er spricht zu mir, und dann darf ich handeln. Arbeitsberge, Versuchungen, Einsamkeit, Kraftlosigkeit sollen uns nicht hindern, aus der Ehrfurcht vor Gott zu leben. Er kennt unsere Umstände und zeigt uns darin seinen Willen.

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MONTAG, 3.AUGUST

NEHEMIA 7,4.5; PSALM 123,1.2

Wir erleben im Buch Nehemia mit, wie die Stadtmauer Jerusalems gebaut wurde. Nach zweiundfünfzig Tagen ist das Werk vollendet, und der Wachdienst für die Stadt organisiert (Kap.6,15.16; 7,3). Der Statthalter Nehemia nimmt sich Zeit, sich um den inneren Zustand der Stadt zu kümmern. „Die Stadt aber war geräumig und groß, und das Volk darin spärlich und keine Häuser waren gebaut.“ Eine niederdrückende Feststellung: die hochgebaute, die geliebte Stadt ein Trümmerhaufen! Wie oft machen wir ähnliche Feststellungen, die entmutigend sind, und wir fragen uns: wie soll es weitergehen? In solch eine Stunde will Gott eintreten: „Mein Gott gab mir ins Herz.“ „Die Rechte des Herrn kann alles ändern.“ „Er ist ein Gott, der Wunder tut.“ „Bei Gott ist kein Ding unmöglich.“ „Sein Arm ist nicht zu kurz, dass er nicht helfen könnte.“ „Sein Name ist: Wunderbar, Rat, Kraft, Held.“ (Lies Jer.32,17.27; Hiob 5,8.9; 9,10; Ps.72,18.19; 136,1-4.) Das ist Gottes Antwort in eine verzweifelte Lage hinein, und diese Antwort ist genug für uns. Gott spricht und er tut es auch. Wenn er etwas anfängt, dann bringt er es auch zur Vollendung. „Siehe, ich wirke Neues. Jetzt sprosst es auf, werdet ihr es nicht erfahren?“ „Ein ewiger Gott ist der Herr, der Schöpfer der Enden der Erde; er ermüdet nicht und ermattet nicht, unergründlich ist sein Verstand. Er gibt dem Müden Kraft, und dem Unvermögenden reicht er Stärke dar in Fülle“ (Jes.43,19; 40,28.29) Er übersieht die ganzeLage, nicht nur einen Bruchteil. Alles fasst er ins Auge und wirkt Neues darin. (Lies Jer.31,20-22.31- 34; 2.Kor.5,17.)

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DIENSTAG, 4.AUGUST

NEHEMIA 7,5; JOHANNES 15,7.8

„Mein Gott gab mir ins Herz” – was war es denn, das Gott dem Nehemia ins Herz gab? „Die Edlen und die Vorsteher und das Volk sollst du versammeln, um sie nach den Geschlechtern zu verzeichnen.“ Dabei fand Nehemia das Verzeichnis, das ihm zur Hilfe wurde, um Menschen für Jerusalem zu gewinnen, die die Trümmer aufbauten und es zu einer Stadt machten, in der Gott sich wieder offenbaren konnte (Neh.11,1-24). Welch ein Vorbild, dass Nehemia trotz der vielen Bauarbeiten und trotz allem, was beständig auf ihn einstürmte, die persönliche Gemeinschaft mit seinem Gott nicht vernachlässigte. Hätte Gott ihm sonst ins Herz geben können, was jetzt geschehen musste, wenn Nehemia von anderem so erfüllt gewesen wäre, dass Gottes Wort keinen Raum gefunden hätte? (Lies Ps.63,1-9; 119,105; 27,4.) Das war das größte Gnadenwunder in Nehemias Leben: Er übte sich, in der Gegenwart Gottes zu leben, so dass die Fülle der Ereignisse, das Vielerlei des Tages seine persönliche Beziehung zu Gott nicht überrollen durften. In unserer schnelllebigen Zeit, die so viele Erschütterungen, Enttäuschungen, Belastungen und offene Fragen mit sich bringt, fühlen wir uns nicht selten überfordert und hilflos. Dazu kommen persönliche, familiäre und gemeindliche Nöte, die uns beinahe die Luft zum Atmen nehmen. Sollten wir nicht immer wieder innehalten und vor Gott stehen bleiben? Vor ihm kommen wir zur Ruhe, empfangen wir Zuversicht, Hoffnung und Mut. Dann sollten wir uns daran erinnern: Der Herr regiert. Wenn die Königsherrschaft Gottes sich in unserem Leben auswirken darf, sind wir auch fähig, die Dinge an den Platz zu stellen, an den sie gehören, und Jesus den ersten Platz zu geben. „Er soll in allem den Vorrang haben!“ (Lies Matth.6,33; Jes.30,15; 1.Sam.9,27b.)

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MITTWOCH, 5.AUGUST

NEHEMIA 7,5; RÖMER 8,14

In allem Denken, Planen und Wirken vertraute Nehemia auf seinen Gott. Bei allem gebotenen Nachdenken über die Organisation und Durchführung der Arbeit, hielt er daran fest: Gott muss mich beschenken. Er soll mich führen. „Mein Gott gab mir ins Herz!“ Das heißt, wir sollen Leitung durch den Heiligen Geist erleben. Es ist aber kein einmaliges Geschehen. Wir dürfen nicht vergessen, dass Stunden, in denen Gottes Geist überraschende Wegweisung schenkt, ein beständiges Leben in der Gemeinschaft mit Gott erfordert. In Nehemia war eine Geisteshaltung geschaffen worden, die dem Herrn und dem Glauben volle Handlungsfreiheit gab. „Glückselig der Mensch, dessen Stärke in dir ist, in deren Herzen gebahnte Wege sind. Durch das Tränental gehend, machen sie es zu einem Quellenort; ja mit Segnungen bedeckt es der Frühregen. Sie gehen von Kraft zu Kraft, sie erscheinen vor Gott in Zion“ (Ps.84,6-8). Nehemia hatte eine empfindsame Seele für das Reden Gottes. Sein Geist war offen, die Absichten und Pläne Gottes aufzunehmen. Er war vertraut mit Gottes Gedanken, er brachte alles, was auf ihn zukam, in Verbindung mit dem Walten Gottes. Der Mann des Glaubens stellt die Geschehnisse seines Alltags in das Licht der göttlichen Planung. „Ich habe mein Herz geneigt, deine Satzungen zu tun ewiglich bis ans Ende!“ „Frühe wirst du, Herr, meine Stimme hören, frühe werde ich meine Anliegen dir vorstellen und harren!“ „Wir wissen nicht, was wir tun sollen, sondern auf dich sind unsere Augen gerichtet!“ „Du hast mich erfasst bei meiner rechten Hand, durch deinen Rat wirst du mich leiten!“ „Lehre mich tun dein Wohlgefallen, denn du bist mein Gott, dein guter Geist leite mich auf ebener Bahn!“ (Lies Ps.32,8; 25,8.9; 2.Chron.20,12ff.) Wenn unser Herz so auf den Herrn gerichtet ist, dann werden wir nicht vergeblich auf die Leitung des Heiligen Geistes hoffen.

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DONNERSTAG, 6.AUGUST

NEHEMIA 7,5; HABAKUK 2,1.2

„Mein Gott gab mir ins Herz!“ Das Reden Gottes ist deutlich, die Führung Gottes ist klar. Es kommt aber bei uns vor, dass wir um unsere Probleme kreisen und kreisen und kreisen, dass wir uns festbeißen oder auch bitter werden. Vielleicht sollten wir ganz neu lernen, dennoch durch Glauben zu leben: „Herr Jesus Christus, du kennst meine Situation, du siehst, wie erfüllt meine Gedanken von meinen Schwierigkeiten sind. Aber ich entschließe mich jetzt, dir zu vertrauen. Ich lege meine Lasten auf dich. Du wirst es gut machen. Amen.“ Wenn wir Gottes Wort nicht deutlich vernehmen, liegt es in diesem Fall nicht an der Sendestelle, sondern am Empfänger. Es ist schade, wenn Gott sich so viel Mühe gibt, uns seine Botschaft zu senden, wir aber nicht bereit sind, auf ihn zu hören. Der geistliche Gewinn der Männer Gottes im Alten Bund bestand darin, dass sie daran festhielten: „Ohren hast du mir bereitet!“ und den Herrn baten: „Sende dein Licht und deine Wahrheit; sie sollen mich leiten!“ Sie erfuhren: „Er weckt mich alle Morgen; er weckt mir das Ohr, dass ich höre wie ein Schüler! Der Herr, Herr, hat mir das Ohr geöffnet, und ich, ich bin nicht ungehorsam gewesen, bin nicht zurückgewichen!“ (Ps.40,7; 43,3; Jes.50,4.5; lies Jos.5,13-15; 1.Sam.3,10; Amos 3,7). Es war für diese Männer auch nicht immer einfach, das Gehörte zu verwirklichen, aber es war ihnen klar: Dies ist der Weg Gottes! Ihn will ich gehen, ob er mir gefällt oder nicht, ob es mir gut geht oder schlecht. Selbst wenn es gilt, Opfer zu bringen, bin ich bereit, seinen Weg zu gehen. (Lies Apg.13,22b.36; Joh.12,24.)

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FREITAG, 7.AUGUST

JEREMIA 29,11-14a; PSALM 119,27

Es ist wichtig, dass wir mit dem Plan Gottes für unser Leben vertraut sind und dass wir dem Gott, der den Plan gemacht hat, vertrauen. Niemand macht es besser mit uns als er. Seine Wege sind gut und richtig. Sie führen nicht in die Irre – sie sind zielgerichtet. „Daselbst wird eine Straße sein und ein Weg, und er wird der ‚heilige Weg‘ genannt werden; ein Unreiner (gemeint ist einer, der im Götzendienst verharrt) darf ihn nicht betreten, sondern er ist für das Volk des Herrn bestimmt. Selbst Unkundige finden den Weg, sie werden dort nicht irregehen“ (nach Jes.35,8.9). Es ist eine gewaltige Täuschung, wenn wir unsere Gedanken und Pläne eigenmächtig durchsetzen und nicht den Willen Gottes tun, obwohl wir ihn kennen. Damit hat der Teufel schon Adam und Eva getäuscht, und wie bitter waren die Folgen, die sie tragen mussten! Auch Saul meinte, sein eigenwilliger Plan sei besser als die Anordnung Gottes. Von Saul heißt es, dass er das Wort des Herrn verwarf, das heißt ablehnte, abschaffte, verschmähte. Darum bezeichnet Gott seine Sünde als Wahrsagerei, als Abgötterei und Götzendienst (1.Sam.15,22.23; vgl. 1.Sam.28,15-19; Jes.30,1-3; 31,1-3). Gott ist bereit, uns sorgfältig zu lehren und uns den Weg zu zeigen, den wir gehen sollen. Er geht mit uns um, wie ein guter Vater seinem Kind begegnet. Wenn der kleine Sohn oder die kleine Tochter ins „Fragealter“ kommt, geben sich die Eltern Mühe, dem Fassungsvermögen des Kindes entsprechend zu antworten – auch wenn es manchmal nervt. – Wir dürfen mit allen Fragen zu Gott kommen. Er antwortet uns gern und mit großer Geduld. Seine Antwort geht nicht über unser Fassungsvermögen hinaus. Das Verstehen der Stimme Gottes ist nicht abhängig von besonderer Begabung oder Ausbildung. Es ist eine Sache des Herzens. (Lies 5.Mose 4,29; 2.Sam.5,18-25; Richt.6,13-18.)

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SAMSTAG, 8.AUGUST

1.MOSE 12,1-5; PHILIPPER 3,12-14

Wir finden in der Bibel viele Menschen, die die göttliche Führung erlebten. Dem Ruf Gottes entsprechend, verließ Abraham seine Heimat. Das änderte sein Leben von Grund auf und forderte eine bisher nicht gekannte Mobilität. – Fehlt es uns manchmal an der Bereitwilligkeit, das gewohnte sichere Leben zu verlassen, dort, wo Gott es von uns erwartet? Sind wir noch beweglich für Gott und sein Reich? Wie schwerfällig können Christen sein, wenn Gott in ein „neues Land“ führen möchte! Es kann sein, dass wir in einer verborgenen Ecke unseres Herzens unsere Meinung, Pläne und Traditionen festhalten, obwohl der Herr Neues wirken will. (Lies Ps.45,11.12; Luk.14,26-33; 9,62.) Abraham zog in ein anderes Land. Er vertraute sich der göttlichen Führung an. Wohl wusste er auf diesem Wege oft nicht, wie das Morgen aussah. Er musste beständig ins Ungewisse hinausgehen. Und doch – es war ein Hinausgehen auf Gottes Befehl, und darum hat er auch das Ziel erreicht. „Im Vertrauen war Abraham Gott gehorsam, als er den Ruf erhielt, in ein Land zu ziehen, das er nicht kannte, das er aber zum Erbteil empfangen sollte. Und er zog aus, ohne zu wissen, wohin der Weg ihn führte. Durch Vertrauen lebte er dann im Land der Verheißung wie in der Fremde und wohnte in Zelten mit Isaak und Jakob, die Miterben der gleichen Verheißung waren. Er wartete ja auf jene Stadt, welche ewige Grundlagen hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist“ (Hebr.11,8-10; Apg.7,2-4). Sollten wir nicht auch im Glauben alles wagen, wozu der Herr uns ruft, auch wenn wir nicht wissen, wie es nachher weitergeht? „Er führt auf rechter Straße um seines Namens willen!“ (Lies Ps.23,3.4; 5.Mose 32,3.4.)

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SONNTAG, 9.AUGUST

1.MOSE 31,3-18; JESAJA 41,10-14

Es gab Zeiten im Leben Jakobs, in denen er Gott aus der Schule lief. Dadurch handelte er sich viele Schwierigkeiten ein: das Zerwürfnis mit seinem Bruder Esau – die Flucht ins weit entfernte Haran – die Betrügereien seines Onkels – Eifersucht und Streit zwischen Lea und Rahel … Und doch ließ Gott seinen Jakob nicht fallen. Eines Tages spricht der Herr klar und unmissverständlich zu ihm, so einfach, dass es auch ein vielbeschäftigter Jakob hören konnte: „Kehre zurück in das Land deiner Väter und zu deiner Verwandtschaft, und ich will mit dir sein! … Da machte sich Jakob auf …“ Er handelt, und wir erkennen daran, dass er in all den Jahren ein Wartender geblieben ist. Nie hat er vergessen, was Gott zu ihm auf seiner Flucht versprochen hatte: „Ich will dich zurückbringen in dieses Land, denn ich werde dich nicht verlassen …“ (1.Mose 28,13-15). Jakob weiß nur zu gut, was ihm auf diesem neuen Weg des Gehorsams bevorsteht: die Verfolgung durch Laban, die Begegnung mit Esau. Aber er weiß auch, dass sein Leben nur in Ordnung kommt, wenn er jetzt der Stimme Gottes gehorcht. So erlebt Jakob, dass Gott sein Versprechen einlöst: „Ich will mit dir sein!“ Am gefährlichsten Punkt seiner Reise tritt das Heerlager Gottes zu ihm, und Gott selber ringt mit ihm, um aus Jakob einen Israel, einen Gottesstreiter, zu machen. (Lies 1.Mose 32,1.2.22 - 33,16.) Wenn es in seinem sehr bewegten Leben auch Stunden gab, in denen er klagte: „Alles kommt über mich, alles ist gegen mich“, so bekennt er doch im Rückblick: „Gott ist mein Hirte gewesen mein Leben lang bis auf diesen Tag! Er hat mich erlöst von allem Übel!“ (Lies 1.Mose 48,15; Ps.37,3-5; 34,1-10.)

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MONTAG, 10.AUGUST

2.MOSE 3,1-14; JESAJA 63,7-9

Auf dem Weg des Glaubensgehorsams ist uns die Gegenwart Gottes sicher. Er ist immer in unserer Mitte, offenbart seine Kraft und wirkt alles, was jetzt gerade nötig ist! Gott hatte Mose in seinen Rettungsplan hineingenommen. Am Berg Horeb sprach der Herr zu ihm: „Und nun gehe du hin, denn ich will dich zum Pharao senden!“ Mose erschrickt. Er hat sich so an die Einsamkeit gewöhnt. „Wer bin ich?“, fragt er. – Es gibt so viele fähige Männer dort in Ägypten unter den Israeliten, du kannst den und jenen senden, mag Mose dem Herrn vorgeschlagen haben. Aber Gott geht nicht darauf ein; er will Mose! Und der Herr kommt allen Bedenken Moses mit der einzigartigen Zusage zuvor: „Ich werde mit dir sein!“ Hat es Mose je bereut, dass er dieser Führung seines Gottes gehorchte? Es war ein schwerer Weg, aber der Gott, der sich offenbarte als der „Ich bin, der ich bin“, ging vor ihm her! (Lies 2.Mose 13,21; 14,19.20; 4.Mose 10,34-36.) Mose stützte sich später besonders darauf, dass der Herr ihm seine Begleitung zugesagt hatte. „Wenn dein Angesicht nicht mitgeht, so führe uns nicht hinauf.“ (Lies 2.Mose 33,12-14.) Der Glaubende ist nicht allein. Gott ist da und verspricht: „Ich werde mit dir sein.“ Du bist keinen einzigen Augenblick verlassen. Es gibt keine Schwierigkeit ohne meine Mitwirkung! Kein Rotes Meer ohne meinen starken Arm! Keine Meile der Wüstenreise ohne den Engel meines Angesichts! „Wirklich, ich bin gewiss: Nicht Tod noch Leben, nicht Satansengel noch finstere Geistermächte, nicht Gegenwart noch Zukunft noch irgendwelche Gewalten, weder Höhe noch Tiefe, nichts in der ganzen weiten Welt wird uns je scheiden können!“ „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende!“ (Lies Röm.8,31-39; Matth.28,20.)

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DIENSTAG, 11.AUGUST

JOSUA 1,1-9; 5.MOSE 33,3

„Und es geschah nach dem Tod Moses, des Knechtes des Herrn, da sprach der Herr zu Josua, dem Sohn Nuns, dem Diener Moses, und sagte: Mein Knecht Mose ist gestorben; und nun, mache dich auf, gehe über diesen Jordan, du und dieses ganze Volk!“ Josua hat lange Jahre seines Lebens das Vorrecht gehabt, dem Herrn an der Seite Moses zu dienen. Mit einem Mal steht Josua selbst an führender Position in der Verantwortung. An ihm liegt es, die Aufgaben anzunehmen und wahrzunehmen. Neue Schritte werden von ihm auf einem Weg gefordert, den er noch nie mit Mose gegangen ist. Aber Gott nimmt sich in dieser Stunde, in der Josua eine wichtige Stütze genommen ist, auch besonders um ihn an. Gott lässt ihn seine Führung erkennen, indem der Herr ihm den unmissverständlichen Befehl gibt: „Nun mache dich auf, gehe über diesen Jordan!“ (Lies Jos.3,9-17.) Er unterstreicht ihm noch einmal die Verheißung: „Jeden Ort, auf den eure Fußsohle treten wird, euch habe ich ihn gegeben.“ (Lies 5.Mose 11,24.) Dann wendet Gott sich mit einer ganz persönlichen Zusicherung Josua zu: „Es soll niemand vor dir bestehen alle Tage deines Lebens, so wie ich mit Mose gewesen bin, so werde ich auch mit dir sein!“ (Lies Jos.3,7; 4,14.) Und der Herr zeigt Josua auch, worauf er achten muss, um göttliche Führung zu erleben: „Dieses Buch des Gesetzes soll nicht von deinem Munde weichen, und du sollst darüber sinnen Tag und Nacht.“ – „Sei stark und mutig“, du musst durch den Jordan gehen, aber „ich werde bei dir sein“. „Wenn du durchs Wasser gehst, bin ich bei dir!“ (Lies Jes.43,2.16; 5.Mose 11,18-25; Ps.37,30.31; 119,45.)

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MITTWOCH, 12.AUGUST

RICHTER 6,11-27; 7,9-25

„Mein Gott gab mir ins Herz“, so könnte auch Gideon sagen nach jenem unerwarteten Besuch des Engels des Herrn in seiner Kelter. Gideon drosch gerade den Weizen und beschäftigte sich in seinem Herzen mit der jämmerlichen Lage seines Volkes, aber auch mit den Wundern, die der Herr an den Vätern getan hatte. Er konnte diese beiden Tatsachen nicht zusammenbringen: ein unterdrücktes Volk und die Wundermacht seines Gottes. In diese Lage hinein wird Gideon der Schritt gezeigt, den er zu tun hat: „Gehe hin in dieser deiner Kraft und rette Israel aus der Hand Midians! Habe ich dich nicht gesandt?“ „Und es geschah in selbiger Nacht, da sprach der Herr zu ihm: Reiße nieder den Altar des Baal, und die Aschera, die bei demselben ist, haue um, und baue dem Herrn, deinem Gott, einen Altar auf dem Gipfel dieser Feste“ (V.25-27). Gideon täuscht sich nicht über sich. Er weiß: Ich bin der Ärmste, der Schwächste, der Jüngste: „Bitte, mein Herr, womit soll ich Israel retten?“ Und nun hört er dieselbe Zusage, die so oft mit der Führung des Herrn verbunden ist: „Ich werde mit dir sein.“ Wage den Kampf – „gehe hin in dieser deiner Kraft!“ „Sei stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke!“ „Du brauchst nicht mehr als meine Gnade. Je schwächer du bist, desto stärker erweist sich an dir meine Kraft“ (2.Kor.12,9.10 – Gute Nachricht; lies Eph.6,10-13; Jes.60,22). Wenn wir in unserem Herzen die Not der Menschen, die den Herrn Jesus Christus noch nicht persönlich kennen, bewegen und die Retter-Macht und Liebe unseres Heiland-Gottes anschauen, dann wird er auch uns ins Herz geben, was wir tun können und tun müssen, und wir werden es erleben: Auf dem Weg des Gehorsams treten seine Zusagen in Kraft. (Lies Joh.20,21; Apg.2,4.37-41; 8,26-39.)

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DONNERSTAG, 13.AUGUST

1.KÖNIGE 17,1-16; PSALM 37,18.19

Elia war es gewohnt, unter Gottes Führung zu leben. Er schreckt nicht davor zurück, sein Leben zu wagen für die Ehre Gottes und die Rettung des Volkes. Aber nach dem kühnen Wort Ahab gegenüber weiß Elia für sich selbst keinen Ort der Sicherheit mehr. „Da geschah das Wort des Herrn zu ihm also: Bring dich in Sicherheit und geh nach Osten, und verbirg dich am Bache Krit!“ Ob Elia sich in seinem Herzen fragte: Wird dieser Bach, der doch vertrocknen muss, wenn kein Regen kommt, mir eine Lebensmöglichkeit bieten? Aber Gott spricht: Überlass mir die Versorgung; denn „aus dem Bach wirst du trinken, und ich habe den Raben geboten, dich dort zu versorgen. – Sind wir da, wo Gott uns haben will, so wird er sich unserer Bedürfnisse annehmen. Es ist ihm ebenso leicht, durch „Raben“ wie durch Menschen, die selber nichts haben, zu versorgen. Solange wir nur die Stimme Gottes vernehmen, die uns da- oder dorthin gehen heißt, sind wir sicher, dass er die Verantwortung für uns trägt. (Lies Richt.15,18.19; Jer.37,21; Matth.6,25-33.) Ein anderes Mal spricht Gott zu Elia: Komm heraus aus deiner Zurückgezogenheit. „Gehe hin, zeige dich Ahab, und ich will Regen geben auf den Erdboden“ (1.Kön.18,1). Die Zeit der Einsamkeit war abgeschlossen. Nun kam eine andere Führung Gottes auf Elia zu, und er war offen dafür. – Vielleicht spricht der Herr auch zu dir: Komm heraus, zeige dich der Welt, ich habe Aufgaben für dich! Auf dem Weg seiner Führung fließt Gottes Segen, und das Licht seines Angesichts geht vor dir her! (Lies Ps.27,1-6; vgl. 5.Mose 2,24.25.31-36.)

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FREITAG, 14.AUGUST

1.MOSE 16,6-14; PREDIGER 10,4

Auch um Hagars Herzensverwirrung kümmerte sich Gott. Sie war eine ägyptische Sklavin, die durch eine besondere Führung ein Glied des Volkes Gottes geworden war. Aber nun hatte sie neben Sara Tag für Tag Schweres zu ertragen. Die schwangere Hagar ließ die unfruchtbare Sara ihre Verachtung spüren, und Sara ihrerseits demütigte Hagar. Da lief sie davon. Sie flieht und verlässt ihren schwierigen Platz. Hagar will der Not in Abrahams Haus entgehen und Sara nicht länger zu Diensten stehen. Verständlich, zumal Sara selbst die Spannungen verschärft und auch Abraham seine Hände im Spiel hatte. Es ist nicht leicht, mit Problemen und Ungereimtheiten leben zu müssen. Was ist richtig: bleiben oder weggehen? Manchmal brauchen wir Abstand und Zeit, um mit Verletzungen angemessen umgehen zu können. Von Hagar lesen wir, dass sie, nachdem sie vor Sara geflohen war, in die Wüste kam und dort an einem Brunnen Rast machte. Wie mag es in ihrem Herzen ausgesehen haben? Gott kennt unsere Verfassung bis auf den Grund. Er nennt uns bei unserem Namen. Das ist sehr tröstlich (Jes.43,1). Und der Herr hilft, die Problematik anzuschauen und sich ihr konkret zu stellen. Das ist nicht leicht und mitunter sehr schmerzhaft, besonders, wenn es in die alten Verhältnisse zurückzugehen heißt. Aber Hagar kann in alten Verhältnissen mit einer neuen Einstellung, mit einer neuen Zuversicht leben: „Du bist ein Gott, der mich sieht!“ Sie weiß nun um die helfende Zuwendung Gottes. Sie weiß um den Segen, den er ihr zugesagt, ins Herz gesprochen hat: „Der Herr wird dir so viele Nachkommen geben, dass sie nicht zu zählen sind. Du wirst einen Sohn gebären und ihn Ismaël (Gott hat gehört) nennen; denn der Herr hat deinen Hilferuf gehört.“ (Lies Hiob 5,17; Ps.119,67.71.75; 94,11.12.17-19.)

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SAMSTAG, 15.AUGUST

RICHTER 4,4-7; 5,12; SPRÜCHE 21,31

Als die Israeliten unter der zwanzigjährigen Bedrückung durch die Kanaaniter zu dem Herrn schrien, suchte Gott das Herz Deboras zu erreichen. „Wache auf, wache auf, Debora! Wache auf, wache auf, sprich ein Lied!“ Sing vom Sieg des Herrn! Die Wirklichkeit, die Debora nur zu gut kannte, war die beständige Unterdrückung durch die Feinde. Es wurde in Israel nicht einmal gekämpft, viel weniger gesiegt. Gott aber beabsichtigte den Sieg für sein Volk. Jetzt war der Augenblick gekommen, diesen Sieg zu ergreifen. Und der geschieht nicht dadurch, dass man sich durch den Feind an die Wand drücken oder in die Knie zwingen lässt, sondern durch die Berufung auf den Herrn, dem alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben ist. Das Lob Gottes gibt Stehvermögen und Zuversicht, mit Angriffen aller Art fertig zu werden. Wir heute kommen vom Sieg unseres Herrn Jesus Christus her, der am Kreuz laut ausrief: „Es ist vollbracht!“ Jesus hat Rettung gebracht, indem er Hölle, Tod und Teufel besiegte. – Wir wollen singen vom Sieg und immer wieder laut und deutlich sagen: Jesus ist Sieger! Er hat überwunden, und auch wir können Überwinder sein. Singt vom Sieg und ermutigt zum Kampf! „Meine Stärke und mein Gesang ist der Herr, und er ist mir zur Rettung geworden. Die Stimme des Jubels und der Rettung ist in den Zelten der Gerechten; die Rechte des Herrn tut mächtige Taten, die Rechte des Herrn ist erhoben, die Rechte des Herrn behält den Sieg.“ (Lies Ps.118,1-16; 2.Kor.2,14; 2.Chron.20,14-22.) „Dies ist die Siegesmacht, die die Welt überwindet und sie bereits überwunden hat, unser Vertrauen.“ „Gott aber sei Ruhm und Preis, er schenkt uns diesen Sieg durch unseren Herrn Jesus Christus“ (1.Joh.5,4; 1.Kor.15,57).

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SONNTAG, 16.AUGUST

JEREMIA 1,3-10; 2.PETRUS 1,3.4

Der junge Jeremia wartet auf die Führung Gottes in seinem Leben. Und Gott lässt niemanden, der ihn um Klarheit bittet, vergeblich warten. „Das Wort des Herrn geschah zu mir also: Ehe ich dich im Mutterleibe bildete, habe ich dich erkannt, und ehe du aus dem Mutterschoße hervorkamst, habe ich dich geheiligt – zum Propheten an die Nationen habe ich dich bestellt.“ Das allerdings hat Jeremia nicht erwartet. Erschrocken kommt es über seine Lippen: „Ach, Herr, siehe, ich weiß nicht zu reden, denn ich bin jung!“ Aber Gott sagt: Sieh nicht auf dich! „Sage nicht, ich bin zu jung, denn zu allen, wohin ich dich senden werde, sollst du gehen, und alles, was ich dir gebieten werde, sollst du reden! Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin mit dir, um dich zu erretten!“ (Lies Jer.20,11; vgl. 5.Mose 31,6-8.) Der Herr hilft uns, dass wir nicht bei uns selber und unseren Unzulänglichkeiten stehen bleiben und uns den Blick auf ihn nicht verbauen lassen. Wir können nicht zugleich auf uns und auf ihn schauen. Jesus schenkt Gnade vorwärtszugehen und das Ziel zu erreichen. „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch auserwählt und euch an euren Platz gestellt, damit ihr hingeht und Frucht bringt.“ (Joh.15,16; lies 1.Kön.3,5-14) Er, der uns im Mutterleib gebildet hat, er hat auch den Platz für uns gewählt. Er täuscht sich nicht über uns, und seine Erwartungen sind auch nicht größer als die Gabe, die er in uns legt. „Ganz und gar sind wir Gottes Werk! Ja, in Christus Jesus sind wir neu geschaffen zum Tun all des Guten, das Gott schon zuvor bereitet hat, damit wir uns darin bewegen“ (Eph.2,10; lies 1.Petr.4,11; Matth.7,7-11).

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MONTAG, 17.AUGUST

RÖMER 8,28-30; EPHESER 1,9-11; 4,13

„Wir wissen aber, dass bei denen, die Gott lieben, alles zum Guten zusammenwirkt: Sie sind nach Gottes Willen zum Heil berufen. Er hat sie längst erkannt und ausersehen, er hat sie dazu bestimmt, dass sie dem Bild seines Sohnes gleichgestaltet werden …“ (H. Bruns). Das ist ausschlaggebend in unserem Leben, dass der Plan Gottes sich erfüllt, auch wenn der Weg dazu so anders ist, als wir es uns gedacht haben. Seine Gedanken sind ja höher als unsere Gedanken, seine Wege höher als unsere Wege. (Lies Jes.55,8.9; 1.Mose 50,20; Spr.23,26.) Die Gewissheit, unter Gottes Führung zu stehen, bringt uns zur Ruhe und lässt uns zuversichtlich vorwärtsgehen. Der Plan Gottes ist da, das Reden Gottes bedeutet Führung und kann verstanden werden, wenn wir bereit sind zu gehorchen. „Mein Gott gibt mir ins Herz“, wie der nächste Schritt aussieht. Es wird immer ein Schritt des Glaubens sein, aber jeder Schritt bringt uns auf seinem Weg vorwärts. Auch wenn mir das Weitergehen schwerfällt, darf ich wissen: Auf seinem Weg bin ich sicher. Auf seinem Weg gibt es ein erfülltes Leben trotz vieler unerfüllter Wünsche. Auf seinem Weg darf ich ein Segen sein für andere. (Lies Ps.81,14-17; Spr.8,32-35; vgl. Hiob 22,22-30.) „Wer nur den lieben Gott lässt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Not und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut. Was helfen uns die schweren Sorgen, was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, dass wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsers Gottes Gnadenwille, wie sein Allwissenheit es fügt; Gott, der uns sich hat auserwählt, der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu. Denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verlässt er nicht.“ G. Neumark ALS ER IHN SAH, HATTE ER ERBARMEN

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DIENSTAG, 18.AUGUST

LUKAS 10,25-37; APOSTELGESCHICHTE 16,30.31

„Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muss ich tun, dass ich das ewige Leben erbe?“ Wir werden hier in ein Gespräch hineingenommen, das mit einer der wichtigsten Fragen eröffnet wird. – Wir dürfen zu Jesus mit jeder Frage kommen, mit großen und mit kleinen. Und wir dürfen Antwort erwarten. Das macht froh, dass man mit jeder Frage zu Jesus kommen kann. Nichts ist zu groß und nichts zu gering, er hört und antwortet. (Vgl. Matth.12,10-13; Mark.4,10ff; 9,28.29; 13,3ff.) Es kommt also ein Schriftgelehrter zu Jesus: „Was muss ich tun, dass ich das ewige Leben erlange?“ Diese Frage wurde Jesus mehrfach gestellt. Es ist die entscheidende Frage für den Menschen. Jeder muss dahin kommen, dass er der Frage nach Ziel und Ende seiner irdischen Existenz nicht ausweicht. Was muss in mir geschehen, dass ich das ewige Leben gewinne? Jeder Mensch trägt die verborgene Sehnsucht nach der Ewigkeit in seinem Herzen. Als Geschöpf Gottes kommt er von seinem Schöpfer nicht los. (Lies Pred.3,11.) Viele sehnen sich nach einem erfüllten Leben und suchen hier und suchen dort und finden allein nicht den Weg. Darum brauchen sie Hilfe von denen, die Jesus kennen und lieben. – Vom Schriftgelehrten wird gesagt, dass er Jesus fragte, „um ihn zu versuchen“. Und Jesus geht nicht auf die zweifelhafte Absicht, sondern auf die Frage ein, er will mit diesem Schriftgelehrten über das Eigentliche sprechen. Er sieht nicht nur das Vordergründige, sondern den verborgenen Mangel, vielleicht auch das verborgene Suchen. Jesus nimmt den Mann ernst. Der Evangelist Markus berichtet uns, dass Jesus in einem ähnlichen Gespräch antwortete: „Du bist nicht fern vom Reich Gottes!“ (Lies Mark.12,28-34).

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MITTWOCH, 19.AUGUST

LUKAS 10,26-28; RÖMER 3,10-12

Wie so oft, wendet sich Jesus einem Einzelnen zu. Jeder Mensch ist ihm wichtig. Jeder soll sein Erbarmen und seine Liebe zu spüren bekommen. Für jeden hat der Herr Zeit. Auch für Menschen, die ihm misstrauisch begegnen oder gar schaden wollen. Er wirbt um ihr Vertrauen. Beim Schriftgelehrten knüpft er an dessen Frömmigkeit an, aber nicht um den Mann zu loben, sondern um den Fragenden weiterzuführen: „Was steht im Gesetz geschrieben, was liest du?“ Die Antwort kommt prompt, er weiß es ja so gut, er ist ein Schriftgelehrter: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele, mit deiner ganzen Kraft und deinem ganzen Denken – und deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ So hat er es gelesen im Gesetz, so hat er es auswendig gelernt. (Lies 5.Mose 6,5; 3.Mose 19,18.) Jesus sagt ihm: „Du hast recht geantwortet. Tue das, so wirst du leben!“ Was wäre wohl geschehen, wenn der Schriftgelehrte dem Wort von Jesus gefolgt wäre: „Tue das!“? „Wenn man das Wort von der Liebe zu Gott und der Liebe zum Nächsten nicht nur zweimal täglich hersagt, wie es damals üblich war, sondern zu Herzen nimmt, dann kann man darüber nur demütig werden und erkennen, wie weit das Vollbringen hinter dem Wollen zurückbleibt. Dies Wort, das ein ungeteiltes Herz für Gott und den Nächsten fordert, müsste einem zur Not werden, vorausgesetzt, dass man es ehrlich meint. Jesus will den Fragenden zu dem Punkt führen, wo ihm aufgehen müsste, wie erlösungsbedürftig, und das würde heißen, wie christusbedürftig, er ist“ (W. Lüthi). (Lies Lukas 5,8; 18,9-14; 19,8-10.)

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DONNERSTAG, 20.AUGUST

LUKAS 10,27; JAKOBUS 2,8

„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Vermögen und mit deinem ganzen Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst!“ Der Nächste und meine Liebe zu ihm stehen hier gleichwertig und gleichgewichtig neben der Liebe zu Gott. Das Gebot der Gottesliebe kannst du gar nicht anders erfüllen als so, dass du den Nächsten liebst. Bist du erlöst zum Leben für Gott, dann wird auch dein Verhältnis zum Nächsten in Ordnung kommen. „So jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasst seinen Bruder, der ist ein Lügner, denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, wie kann er Gott lieben, den er nicht sieht?“ (1.Joh.4,20; 3,14.17.18; 4,11.12) Wir sind nicht allein auf der Welt. Der Nächste ist da, und dieser Nächste kann uns zur Störung und Anfechtung werden. Das Herz ist voll Friede und Freude, und da steht dieser Nächste an der Tür und sagt mir ein unschönes Wort, macht mir Vorwürfe, begegnet mir mit Unterstellungen. Wenn nur dieser Mensch nicht so mit meiner Arbeit und meinem täglichen Leben verflochten wäre! Aber Jesus identifiziert sich mit unserem Nächsten. Darum ist die Liebe zu unserem Nächsten „gleich“ unserer Liebe zum Herrn. Im sichtbaren Nächsten begegnet mir der unsichtbare Herr. (Lies Matth.25,40.45; Kol.3,11.) Wir können dem Nächsten nicht aus dem Weg gehen und können nicht sagen: Ja, ich liebe Gott, aber mit diesem Nächsten will ich so wenig wie möglich zu tun haben. Da stehen wir vor der Tatsache: Jesus selbst ist der Anwalt des Nächsten. „Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben … das ist das vornehmste und größte Gebot, das andere aber ist ihm gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“ (Matth.22,34-40).

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FREITAG, 21.AUGUST

LUKAS 10,29; 2.KORINTHER 4,3.4

Auf die Antwort von Jesus geht der Gesetzeskundige nicht ein. Er ist gefragt, sein Wissen um die Nächstenliebe zu praktizieren. Der Mann reagiert betroffen. „Er wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesus: Wer ist denn mein Nächster?“ Kennen wir das auch: So lange Fragen noch offen sind, so lange braucht man nicht zu handeln. Man steht vielleicht gut da als einer, der ernsthaft nachdenkt. Man muss nicht sofort darangehen – zum Beispiel um Verzeihung zu bitten oder dem anderen entgegenzukommen, ihm zu helfen. Man kann fragen: Warum? Wozu? Warum gerade ich? Der andere hat angefangen zu streiten, soll er doch den ersten Schritt tun! Außerdem habe ich in diesem Fall wirklich recht. Man kann mit seinen Fragen vor Jesus ausweichen, wie es die Frau am Jakobsbrunnen im Seelsorge-Gespräch mit Jesus anfänglich versuchte: Ob es wohl recht sei, auf dem Berg in Samaria anzubeten, oder ob es richtiger sei, nach Jerusalem zu gehen, um zu beten – während zu Hause bereits der sechste Mann auf sie wartet. Sündenerkenntnis ist eine Chance! „Kommt, seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe. Und seht, ob er nicht der Christus ist!“ (Lies Joh.4,5-30.39-42.) Man kann ausweichen, aber dann ist uns auch nicht geholfen. Wir erinnern uns an Pilatus. In der nie wiederkehrenden Stunde, als Jesus vor ihm stand, wich er mit der Frage aus: „Was ist Wahrheit?“ (Joh.18,37.38). Kain wich aus: „Soll ich meines Bruders Hüter sein?“ Wer nicht erkennen will, was Sünde ist und dass er selbst ein Sünder ist, wird auch nicht erfassen, was das Heil und wer der Heiland ist!

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SAMSTAG, 22.AUGUST

LUKAS 10,29-33; 16,15

Der Schriftgelehrte rechtfertigt sich mit der Frage: „Und wer ist mein Nächster?“ Kann man immer wissen, wer einem der Nächste ist? Jeder kann uns doch nicht der Nächste sein? Aber Jesus theoretisiert nicht, bei ihm ist alles praktisch. „Jesus greift ins Leben. Erzählt eine Geschichte – entwirft ein Bild. (Vgl. Luk.16,19ff.) Ein Bild, das einen Vordergrund hat und einen Hintergrund, eine Nähe und eine Ferne. Denn es soll ja antworten auf die Frage nach dem Nächsten. Zum Vordergrund: im Straßengraben liegt einer, dessen Name, Stand, Alter, Herkunft jetzt nichts mit der Sache zu tun hat. Er heißt einfach ‚ein Mensch’. Er ist unter die Räuber gefallen, ausgeplündert, geschlagen, liegen gelassen. Und da liegt er nun, halbtot, nur noch ein Häuflein schwindendes Leben, über dem schon die Geier kreisen – sie warten auf seinen Tod. Und er kann auch nichts anderes mehr als warten – es sei denn, dass jemand käme und sich barmherzig über ihn beugte, dass einer käme, der seinem Sterben Einhalt gebieten würde, der ihn ins Leben zurückrisse. (Lies Hes.16,6-9.) – Und das zweite, das zum Vordergrund gehört: Einer, der über ihn gebeugt ist, die zweite Hauptperson dieses Bildes. Einer, dessen Name, Herkunft wenigstens insofern von Belang ist, als es ein Schimpfname ist, ‚einer aus Samaria’. Ein Verachteter, vor dem man das Angesicht verbirgt, um den man einen Bogen macht. Einer, dem man die Hand nicht gibt, es sei denn, man könnte sie hinterher gleich wieder waschen. Im Hintergrund: zwei wegeilende Gestalten, ein Priester und ein Levit. – Mit diesem Bild will Jesus das Gewissen seines Gegenübers erwecken“ (P. Rüesch). (Lies Apg.17,30.31; Hiob 42,5.6; 2.Sam.12,1-9.13; Ps.51,3-5.)

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SONNTAG, 23.AUGUST

LUKAS 10,29-32; SPRÜCHE 14,21

In der Einsamkeit der Straße von Jerusalem nach Jericho konnte der Verwundete kaum hoffen, dass jemand ihn finden und ihm helfen würde. Er war in seinem Zustand dem Tod preisgegeben. Aber doch – was nicht zu hoffen war, geschah: „Es traf sich, dass ein Priester dieselbe Straße zog.“ Jesus beschreibt nicht, was in dem Verwundeten vorging, wie die Hoffnung wieder erwachte, als ein Mensch in seine Nähe kam und dazu noch ein Priester. Aber wie entsetzlich, wie unfassbar: „Als der Priester ihn sah, ging er auf der anderen Seite vorüber. Ebenso kam auch ein Levit zu der Stelle: und als er ihn sah, ging er vorüber.“ Jesus erzählt dem, der ihn gefragt hatte: „Wer ist denn mein Nächster?“, diese Geschichte, damit der Fragende sich selbst erkennt. Gehört er nicht zu derselben Gruppe wie dieser Priester und dieser Levit? „Ihr Heuchler“, hat Jesus sie mehrfach angeredet: „Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler …, um das Wichtigste im Gesetz kümmert ihr euch nicht, nämlich um das Recht, die Barmherzigkeit und den Glauben!“ (Matth.23,23; lies Jes.58,4-7; Spr.19,17; 21,13; 24,11.12). Desinteressiert gehen sie an dem Unglücklichen vorüber. – Ob auch wir vorübergehen? „Hier können einem viele Versäumnisse in den Sinn kommen, ungeschriebene Briefe, unausgeführte Besuche, nicht gehaltene Versprechen. Eine unabsehbare Menge von guten Vorsätzen, die zu Wasser wurden, vielleicht gar nichts Kriminelles, nur lauter Selbstverständliches, lauter Naheliegendes, das nicht zur Ausführung kam. ‚Und er ging vorüber … er ging vorüber!’ Vorüber an dem Nächsten. Sie lagen nicht halbtot am Wegrand, sie begegneten uns in der gleichen Straße, betraten unter der gleichen Hausnummer die Tür. Gewiss, wir waren nicht ausgesprochen böse zu ihnen – aber wir gingen vorüber!“ (W. Lüthi) (Lies Ps.41,2; Apg.16,33; 28,1.2; Hebr.13,3.16.)

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MONTAG, 24.AUGUST

LUKAS 10,33-35; 1.THESSALONICHER 5,15

Noch einer kommt an die Unglücksstelle, ein Samariter. Samariter sind den Juden feindlich gesinnt, und Juden wollen nichts mit Samaritern zu tun haben (Joh.4,9). Von ihm kann der Sterbende nichts erwarten, vielleicht wartet er auch nicht mehr. Aber der Samariter geht nicht vorüber. „Als er ihn sah, hatte er Erbarmen und ging zu ihm hin, er verband ihm die Wunden, goss Öl und Wein darauf, hob ihn auf sein eigenes Tier, führte ihn in eine Herberge und pflegte ihn. Am andern Tag gab er dem Wirt zwei Denare und sprach: Verpflege ihn. Und was du mehr aufwendest, will ich dir bezahlen, wenn ich wiederkomme.“ Man kann sich überlegen: Ist es etwas Besonderes, eine Heldentat, dieses Tun des Samariters? Wenn die beiden wegeilenden, vorübergehenden Gestalten in diesem Bild nicht vorgekommen wären, würde man es für das Selbstverständlichste halten, was der Samariter tat. Er tat nichts als das Nächstliegende. Ja, er musste dazu von seinem Tier absteigen, er musste das Elend anfassen, er musste einen Tag und eine Nacht kostbare Zeit opfern, den Platz „auf seinem eigenen Tier“ dem anderen überlassen, ihn daraufheben und auch die Kosten tragen. Er stellt keine Überlegungen an. Er setzt keine Grenzen: „Was du mehr bedarfst, will ich dir bezahlen, wenn ich wiederkomme!“ (Lies Spr.11,25; Apg.20,35; 2.Kor.8,9-15; 9,6.) – Nun sind auch wir gefragt: Tun wir das Nächstliegende? Gehen wir vorüber? Wo sind wir schon vorübergegangen? Wo tun wir es beständig? Was wäre das Nächstliegende für mich heute? „Wahrlich, ich sage euch: Was ihr einem von diesen meinen geringsten Brüdern getan habt, das habt ihr mir getan!“ (Lies Matth.25,35-40; Hebr.6,10.11.)

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DIENSTAG, 25.AUGUST

LUKAS 10,29; RÖMER 13,8

„Wer ist denn mein Nächster?“ Du weißt es doch genau. Tu nicht so kompliziert, bring doch nicht immer Ausreden, mach die Augen auf! Du hast überall Gelegenheit, Barmherzigkeit und Liebe zu üben. Überall triffst du auf Not. Man muss nur nicht meinen: Auf mich kommt’s nicht an. – Doch! Du bist immer gerufen, deinen Nächsten zu lieben. (Vgl. Röm.12,13; Matth.5,41.42.) Wir wollen jedoch aus der Erzählung von Jesus nicht nur heraushören: Du sollst! Du musst! Die Geschichte vom barmherzigen Samariter ist keine Moral, sie ist eine Hilfe. Sie ist kein Schimpf, sondern ein Trost. Sie ist nicht tötendes Gesetz, sondern wirklich Leben, lebendigmachendes Evangelium. Und das kommt nun in überraschender Wendung zum Ausdruck, die Jesus der Geschichte gibt. Ein Ausleger schreibt: „Jesus stellt am Schluss eine merkwürdig querlaufende, scheinbar alles verwirrende Frage, eine Frage, die helfen will, die entscheidende Antwort zu finden, sich richtig im Bild zu platzieren. Jesus fragt und stellt mit der so formulierten Frage das Ganze auf den Kopf: ‚Welcher von diesen dreien dünkt dich, sei der Nächste dessen gewesen, der den Räubern in die Hände gefallen war?’ – So gefragt aus dem Gesichtswinkel des Überfallenen, ist die Antwort nämlich logisch, einfach und klar. Der Nächste? Ja, das ist doch der, welcher die Barmherzigkeit an ihm getan hat, der nicht weitergelaufen ist, sondern sich über ihn gebückt hat. Ein unerwartetes Ergebnis! Wo führt denn Jesus uns hin? Der Nächste, den ich lieben soll, wenn ich leben will, ist der, welcher mir Barmherzigkeit erweist, welcher sich zu mir herabbeugt, der meine Wunden verbindet, der mich ins Leben reißt und alle Kosten übernimmt!“ (Lies Matth.20,28b; 1.Tim.1,15.16; 1.Petr.1,18.19.)

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MITTWOCH, 26.AUGUST

LUKAS 10,36.37; PSALM 103,8-10

„Welcher von diesen dreien dünkt dich der Nächste gewesen zu sein dem, der unter die Räuber gefallen ist?“ Es ist atemberaubend, wie Jesus versucht, dem Frager die Augen zu öffnen. „Du Schriftgelehrter, der du nach dem Leben fragst, das könnte der Anfang des Lebens, deine Geburtsstunde werden. Du könntest jetzt das Licht der Welt erlangen, jetzt deinen Nächsten erkennen, den, der vor dir steht, den verachteten Christus, der dir dein Allernächster ist. Jetzt, du Gesetzeskundiger, könntest du ein Christuskundiger werden, könntest den zu sehen und zu lieben anfangen, der dein barmherziger Samariter ist, der bei dir Halt macht, sich zu dir niederbeugt, dich aufhebt und in die Arme nimmt, ans Herz schließt, der dich wegträgt aus dem Sterben ins Leben, aus der Verlorenheit in die Geborgenheit, aus der Angst in den Frieden, der deine sämtlichen Kosten, die deinetwegen entstehen, auf sich nimmt!“ (P. Rüesch) (Lies Hebr.2,14-16.) Jesus ist auf dem Weg nach Jerusalem, wo er bald für diesen Schriftgelehrten ein Ausgestoßener, Verlassener sein wird. Er geht diesen Todesweg, um in der Stunde der äußersten Not, im Gericht, diesem Schriftgelehrten der Nächste zu sein. „Nahe ist der, der mich rechtfertigt!“ „Gott, der da reich ist an Barmherzigkeit, hat um seiner großen Liebe willen, mit der er uns geliebt hat, auch uns, die wir tot waren in Sünden, samt Christus lebendig gemacht, denn aus Gnade seid ihr gerettet worden!“ „Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung!“ (Jes.50,8.9; Eph.2,4.5; 1.Petr.1,3; lies 1.Petr.3,18; Kol.1,12-14).

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DONNERSTAG, 27.AUGUST

PSALM 145,7.8; MICHA 7,18.19

Als Moses Verlangen, Gott zu schauen, übergroß war, offenbarte Gott sich ihm als der Barmherzige. „Gott ging vor seinem Angesicht vorüber, und er rief aus: Der Herr, der Herr, der starke Gott, barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und groß an Güte und Wahrheit, der die Güte bewahrt auf Tausende hin …“ (2.Mose 34,5.6). Diese Offenbarung der Barmherzigkeit Gottes klingt immer wieder durch die ganze Bibel. „Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Der dir alle deine Sünden vergibt und heilt alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönt mit Gnade und Barmherzigkeit.“ (Lies 5.Mose 4,31; Neh.9,17; Ps.78,38; 86,15; 116,5.) Am meisten leuchtet die Barmherzigkeit Gottes in unserer Errettung aus der Sünde auf. Sie wird offenbar in der Sendung seines Sohnes zu unserer Erlösung. Die Barmherzigkeit bietet das Heil in Jesus Christus allen an: „Der Gottlose verlasse seinen Weg und der Übeltäter seine Gedanken und bekehre sich zum Herrn, so wird er sich seiner erbarmen, und zu unserem Gott, denn bei ihm ist viel Vergebung.“ (Jes. 55,7; Joel 2,12.13; Luk.1,78.79; Joh.6,37). „O Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunde recht verbinden, da findet kein Verdammen statt, weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit, Barmherzigkeit!“ (P. F. Hiller). Erfahrene Barmherzigkeit löst Dank und Freude aus. Erfahrene Barmherzigkeit will uns in barmherzige Christen verwandeln, dass wir uns nicht in die Unverbindlichkeit zurückziehen: „Ein jeder sehe nicht nur auf das Seine, sondern auf das, was des andern ist“ (Phil.2,4). Barmherzige Christen sind willig, sich im Leben hinzugeben, ohne von vornherein Grenzen abzustecken aus Angst, sich selbst zu verlieren.

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FREITAG, 28.AUGUST

MATTHÄUS 5,7; SACHARJA 7,9

„Gehe hin und tue desgleichen!“ Ob der Schriftgelehrte Jesus verstanden hat? Ob er ihn erkannt hat als seinen barmherzigen Samariter? Ob er sich mitnehmen ließ auf den Weg der gelebten Barmherzigkeit? Lukas sagt uns nicht, wie er sich entschied, aber wir lesen auch nichts von Ablehnung wie bei dem reichen jungen Mann, der auch die Frage nach dem ewigen Leben gestellt hatte und der „traurig hinwegging“ (Matth.19,16-22). Unser Schriftgelehrter antwortet auf die Frage von Jesus: „Der war sein Nächster, der die Barmherzigkeit an ihm tat.“ Und darauf folgt der Auftrag des Herrn an ihn: „Gehe hin und tue desgleichen!“ Jeder Mensch hat einen Nächsten. Du bist nicht nur verantwortlich für dein eigenes Leben, du bist auch ein Teil des Lebenskreises anderer Menschen. Dieser Kreis mag klein oder sehr ausgedehnt sein, du kannst die Tatsache nicht aus der Welt schaffen, dass du in eine Gemeinschaft hineingeboren bist, und da ist nicht die Hauptsache, wer dein Nächster ist, sondern wem du der Nächste sein wirst. Und man kann sich diesen Nächsten nicht auswählen! (Lies 2.Kor.9,8; 1.Petr.3,8.9; Ps.37,21b.) Wer Barmherzigkeit erfahren hat, kann auch Barmherzigkeit üben. Ein Spötter sagte: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst – Unsinn! Jeder ist sich selbst der Nächste! Die Menschen lieben die, die ihnen Freundlichkeit erweisen, von denen sie etwas erwarten können.“ Jesus sagt: „Wenn ihr liebt, die euch lieben, was für Dank habt ihr davon? Vielmehr liebt eure Feinde; tut wohl und leiht, wo ihr nichts dafür erhofft … und ihr werdet Kinder des Allerhöchsten sein; denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“ (Luk.6,32-36; lies Röm.12,8b; 2.Tim.1,16-18; Jak.2,13).

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SAMSTAG, 29.AUGUST

LUKAS 10,33-35; 1.PETRUS 2,24

„Der die Barmherzigkeit an ihm tat!“ Die Wund-Versorgung und weitreichende Fürsorge des barmherzigen Samariters entspricht dem Wirken von Jesus. Wir hatten und haben vielleicht auch heute noch tiefe Verletzungen, es werden uns auch immer wieder Wunden geschlagen. Jesus verbindet und heilt, er, mein Nächster, ist besorgt um mich. In der Synagoge von Nazareth griff Jesus auf die Weissagung Jesajas zurück: „Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat. Er hat mich gesandt, den Armen frohe Botschaft zu bringen, zu heilen, die zerbrochenen Herzens sind“ (Luk.4,16-19). „Er verbindet … und seine Hand heilt.“ „Er verbindet ihre Wunden …“ „Siehe, ich verschaffe ihr Linderung und Heilung, und ich will sie heilen!“ (Lies Ps.30,2.3; 107,20; 147,3; Jer.3,22; 17,14.) Wir sollen nicht für immer verletzt und verwundet bleiben. Jesus heilt. Und wir brauchen nicht mehr an verletzten und verwundeten Menschen auf der anderen Straßenseite vorüberzugehen. Der Priester und der Levit hatten genug an ihrer Frömmigkeit. Sie meinten, nach dem Gesetz Gottes zu handeln, ließen aber außer Acht, dass die Liebe zu Gott sich in tätiger Liebe zum Nächsten äußert. Ihnen fehlte das erbarmende Herz für den Verwundeten. Wir wollen auf Jesus schauen: Er ist mein Nächster geworden, indem er Barmherzigkeit an mir erwiesen hat, obwohl sie ihn das Leben kostete. Und er bleibt mein Nächster. Ich habe immer Jesus als Allernächsten. Er neigt sich zu mir, heilt Wunden, sorgt für mich, trägt die Kosten für mich, bis ich am Ziel bin. (Lies Ps.145,18.19; Jud.24.25.) Und er legt seine Barmherzigkeit in mich, dass ich dem, der mir begegnet, Nächster sein kann. Dass ich wie der barmherzige Samariter auf der Straße von Jericho nach Jerusalem durch meinen Alltag gehe: „Als er ihn sah, hatte er Erbarmen und ging hin!“ DER KNECHT GOTTES: LICHT- UND HEILSTRÄGER (JESAJA 49,1-13)

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SONNTAG, 30.AUGUST

JESAJA 49,1-6; JOHANNES 15,16

„Ich habe dich zum Licht der Heiden gemacht, dass du seist mein Heil bis an die Enden der Erde.“ In Jesaja 49 ist vom Knecht Gottes die Rede. Dieser Name rührt an das Grundverlangen des Menschen, dem sich Gott geoffenbart hat, Knecht oder Magd des Herrn zu sein. Wie Maria sagt: „Siehe, ich bin des Herrn Magd, mir geschehe nach deinem Wort!“ Wie Paulus vor Damaskus fragt: „Wer bist du, Herr? Was soll ich tun, Herr?“ (Luk.1,38; Apg.22,8-10). Was hier in Jesaja 49 dem Knecht des Herrn gesagt wird, oder von ihm gesagt wird, dürfen wir auch als uns gesagt hören, und zwar für unser eigenes Leben wie für unseren Dienstauftrag als Christen. Wir haben Gott zum Herrn, und wir sind seine Diener – ihm zur Verfügung in seinem Wirken. (Lies Röm.6,18-22.) Wer ist eigentlich gemeint, wenn in unserem Abschnitt vom Knecht des Herrn die Rede ist? Die ersten Verse sind wie das Zeugnis eines Einzelnen: „Der Herr hat mich berufen von meiner Mutter Leib an – er hat meines Namens gedacht.“ Hier leuchtet ein wunderbares Geheimnis auf: Gott ist voruns da, er hatte uns in seinen Gedanken, ehewir geboren wurden. (Lies Eph.1,4.5; Jes.44,2; Jer.1,4.5.) „Er hat meinen Mund … gemacht.“Alles, was wir sind und haben, ist Gabe. Meinen Mund hat er gemacht, „als ein Schwert“, sagt Jesaja. David weiß, dass sein Mund Gott preisen soll. „In meinen Mund hat er gelegt ein neues Lied, ein Lob für unseren Gott!“ Die Jünger Petrus und Johannes sind sich bewusst, dass ihr Mund gemacht ist, das Wort des Lebens weiterzusagen: „Es ist unmöglich, nicht von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben“ (Apg.4,20; lies 2.Mose 4,11.12; Ps.40,4; 51,17).

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MONTAG, 31.AUGUST

JESAJA 49,1-5; PSALM 143,10

Jesaja fährt fort: „Er hat mich im Schatten seiner Hand verborgen, er hat mich zum Pfeil“, das heißt zum Werkzeug ‚gemacht‘. Wir sind unter seiner Hand geborgen und werden von seiner Hand gebraucht. Er hat bei unserer Erschaffung eine Absicht verfolgt. Er hat uns für die Aufgaben und Dienst-Aufträge erschaffen, für die er uns gebrauchen will. „Und nun spricht der Herr, der mich von Mutterleib an zu seinem Knecht bereitet hat!“ „Wir müssen unsere Seele der Tatsache offenhalten, dass Gott bei unserer Erschaffung eine bestimmte Absicht verfolgte. Wir dürfen seinen Plan nicht mit unseren eigenen Zwecken vermischen. Wenn wir erfasst haben, dass wir durch die Erlösungstat des Herrn Jesus Christus für Gottes Zwecke brauchbar geworden sind, dann werden wir verstehen, weshalb uns seine Forderungen oftmals steil, ja unerbittlich, erscheinen: Der Herr verlangt von seinen Dienern unbedingte Geradheit, weil er ihnen Gottes eigenes Wesen verliehen hat. Gib acht, dass du Gottes Plan für dein Leben nicht vergisst!“ (Nach O. Chambers) Es geht nicht zuerst um Größe und Weite unseres Wirkens, sondern um göttliche Wirkungen durch unser Leben. Dazu gehören nicht unbedingt glänzende Fähigkeiten oder besondere Chancen. Gewiss, sie sind Geschenke Gottes, und wir sollen sie nutzen. Wesentlich aber wird unsere Zuverlässigkeit und Treue sein, unsere Aufmerksamkeit und Offenheit für sein Reden, um seinen Willen zu tun. „Mein Knecht, durch den ich mich verherrliche!“ „Zu meiner Ehre geschaffen, … dass sie meinen Ruhm verkündigen!“ (Jes.43,7.21; lies 2.Tim.1,8-10; 1.Kor.4,1.2; Hebr.3,1.2.5; Ps.101,6)

zur Verfügung gestellt von: bibel.com der Homepage von Christen für Christen.

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