MITTWOCH, 1. AUGUST

1. KORINTHER 13, 1-13

Ein Jesus-Nachfolger berichtet: »Die längste Zeit meines Lebens als Christ ging ich davon aus, dass meine Beziehung zu Gott von dem abhing, was ich für ihn tat. Wenn ich viel betete, fleißig in der Bibel las, viel Zeit mit geistlichen Dingen verbrachte und wenig sündigte, dann war ich einigermaßen sicher, dass Gott zufrieden mit mir war. Dabei lebte ich ständig in der Angst, ich könnte etwas falsch machen, und dann würde Gott mir seine Liebe entziehen, ich befürchtete, meine Fehler und Schwächen würden mich von der Liebe meines Herrn trennen . . . Dann wurde mir klar: Was wir uns nicht verdienen müssen, können wir nicht verlieren. Wir verdienen Gottes Liebe und Annahme nicht, sie ist ein Geschenk, und wir machen Gott durch nichts so viel Ehre, als dass wir freie und frohe Menschen sind, weil wir wissen, dass er uns liebt. Bitten Sie Gott, Ihnen diese Gewissheit zu schenken. Eine Gewissheit, die Sie nicht nur im Kopf, sondern im Herzen haben« (J. B. Smith). Am Grab seiner geliebten Frau hielt Pfarrer Johannes Busch die Grabrede selber. Seine sechs mutterlosen Kinder standen neben ihm, als er mit fester Stimme begann: »Auf diesem Friedhof habe ich vielen Tausenden die Botschaft vom Lebensfürsten gesagt. Ihr habt das Recht, heute zu fragen: Bleibst du bei deiner Botschaft?« Und dann bekannte er: »Ich bleibe bei der Botschaft von der Liebe Gottes in Christus Jesus.« Auch in Krisen, in Traurigkeit und Leid gilt: Gottes Liebe zu mir hat nicht aufgehört, und sie wird nicht aufhören; denn seine Liebe ist ewig. (Lies Röm. 5, 8; Eph. 2, 4. 5.)

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DONNERSTAG, 2. AUGUST

NAHUM 1, 7; PSALM 136, 1

Die Treue des Herrn wird an seiner immerwährenden Güte deutlich. Kein Mensch muss sich sorgen, ob Gottes Güte nicht doch einmal abbricht. Nein, sie ist ewig. Darum dürfen wir unser ganzes Leben umschlossen sehen von seiner Güte. »Wir leben von der Güte, von Gottes Freundlichkeit. Er ist in unsrer Mitte und trägt uns durch die Zeit« (U. Jankowiak). Weil Gottes Liebe nicht aufhört, endet auch seine Güte nicht. Sie ist unermesslich groß. (Vgl. Ps. 31, 20.) »Wo wir nicht messen können, können wir staunen und anbeten und von dieser Güte staunend und anbetend leben« (C. H. Spurgeon). In Psalm 23 besingt David Gottes Güte, die ihn rundum versorgt. (Lies Ps. 23, 1-6.) Wir sollen erleben: Gott, mein Hirte, hat alles für mich, was ich brauche. Er sorgt für mich, und er versorgt mich. Er erquickt meine Seele, die so oft Ermutigung und Erfrischung braucht. Er führt mich, indem er vorangeht und mir den richtigen Weg zeigt, indem er mich schützt und bewahrt. Er ist bei mir auf allen meinen Wegen, auch auf den dunklen Strecken. In angefochtenen Stunden begleiten mich seine Güte und Barmherzigkeit. Auch dann, wenn mich die Sünde niederwarf, wenn ich andere durch Ungeduld und Rechthaberei verletzte, wenn ich nicht bereit bin zu vergeben, hören seine Güte und Barmherzigkeit nicht auf. Ich will immer neu rechnen, bis ich einmal in der ewigen Herrlichkeit ganz bei ihm zu Hause sein werde. – In einem Lied singen wir: »Er half bis hier, der Herr, ihm sei die Ehre . . . ja, weiter als des Sternenzelts Gewölbe reicht seine Treue und Barmherzigkeit. Bis hierher half er, und er bleibt derselbe, ja, gestern heute und in Ewigkeit« (G. v. Viebahn II). (Lies Ps. 25,10; 36,6; 59,11; 66,20.)

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FREITAG, 3. AUGUST

PHILIPPER 1, 6; 2. TIMOTHEUS 1, 12 2.

Wir wissen, dass Gott das angefangene Werk nicht liegen lässt. Der Apostel Paulus schrieb einmal an seinen jungen Mitarbeiter Timotheus: »Ich weiß, an wen ich glaube!« Der Apostel hat sich nicht einer guten Idee, einer sorgfältig durchdachten Lehrmeinung verschrieben, sondern einer Person: Ich weiß, wem ich mein ganzes Vertrauen geschenkt habe: Jesus Christus. Mit ihm hatte Paulus eine persönliche, ja umwerfende Begegnung. Im Licht der Heiligkeit des Herrn brach sein altes Leben zusammen, und im Licht der Liebe des Herrn wurde Paulus ein neuer Mensch. Noch im hohen Alter bezeugte der Apostel: Früher war ich »ein Lästerer und Verfolger und Gewalttäter; aber mir ist Barmherzigkeit zuteil geworden,... überströmend aber war die Gnade unseres Herrn mit Glauben und Liebe, die in Christus Jesus sind. Das Wort ist gewiss und aller Annahme wert, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, Sünder zu erretten,... Aber darum ist mir Barmherzigkeit zuteil geworden, damit Jesus Christus an mir als dem ersten die ganze Langmut beweise, zum Vorbild für die, welche an ihn glauben werden zum ewigen Leben« (1. Tim. 1, 12-16). Sollte der, der sein gutes Werk angefangen und weitergeführt hat, nicht auch in der Lage sein, es zu vollenden? (Vgl. Ps. 57, 3; 138, 8.) Gott lässt sein Werk auch in unserem Leben nicht halb fertig liegen. Denn er ist mächtig genug, das Werk in mir zu vollenden. Ist unser Wissen von der Größe und Macht unseres Herrn nur ein »Kopfwissen«? Wir wollen gerade in rat- und kraftlosen Situationen damit rechnen: Die Macht meines Herrn ist unbegrenzt. Er ist allmächtig, »ihm ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden«. (Matth. 28, 18; lies Hiob 42, 2; Ps. 62, 12; Luk. 1, 37.)

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SAMSTAG, 4. AUGUST

APOSTELGESCHICHTE 4, 23-31

Das Wort Gottes berichtet uns von Menschen, die in ausweglosen Lagen zuerst ihren großen Herrn rühmten und ihn anbeteten und erst danach Gott ihre Bitten vortrugen. Als Petrus und Johannes sich vor dem Hohen Rat wegen einer »Wohltat«, die sie im Namen ihres Herrn vollbracht hatten, verantworten mussten, wurde ihnen strengstes Redeverbot erteilt (Apg. 4, 18. 19). Die Apostel jedoch erklärten, dass sie diesem Gebot nicht gehorchen werden, weil das Gebot ihres Herrn das genaue Gegenteil sagt: »Ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem . . . bis an die Enden der Erde!« »Geht hin und macht zu Jüngern alle Völker ...« (Apg. 1, 8; Matth.28, 20a). Gebot stand gegen Gebot. Auch bei einem zweiten Verhör blieben sie bei ihrer Überzeugung: »Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen« (Apg. 5, 29). Als sie nach ihrer Entlassung zur Gemeinde kamen, waren sich alle darin einig: Für uns gilt das Gebot des Herrn. Im Blick auf die junge Gemeinde war die Situation brenzlig; doch sie taten das einzig Richtige: Sie schauten auf die Größe Gottes. Im Gebet reden sie mit dem Herrn, der Himmel und Erde geschaffen hat. Sie rühmen den Herrn, der die Großmacht des Feindes besiegte, werden dabei froh über ihn. Die Beter übersehen nicht die Größe ihrer Schwierigkeiten, aber sie bitten als Ermutigte. Erstaunlicherweise beten sie nicht um äußere Bewahrung, sondern um Bekenner-Mut: »Gib uns, deinen Dienern, die Kraft, deine Botschaft mutig und offen zu verkünden!« Wenn Ängste uns bedrängen und Probleme uns über den Kopf wachsen, dann wollen wir es getrost wagen, zu Gott, dem Allerhöchsten, aufzuschauen und ihn anzubeten. Ob nicht auch unser Herz frei und froh wird und wir im Glauben weit überwinden durch den, der uns so sehr liebt? (Lies 2. Chron. 20, 1-22; Röm. 8, 35-39.)

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SONNTAG, 5. AUGUST

RÖMER 8, 28. 29

Wenn wir uns an unseren Grenzen und Fehlern stoßen, kann es hilfreich sein, darüber nachzudenken, welch gewaltiges Werk Gott schon an uns getan hat: Er hat »uns wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung«. Wir sind aus dem ewigen Tod ins ewige Leben gekommen und aus der Finsternis ins Licht. (Lies Röm. 5, 10; Joh. 3, 36; Eph. 2, 19; 5, 8; Kol. 1, 13.) Wenn schon der Anfang ein Wunder-Werk in und an uns war, wie sollte er dann das Werk der Zubereitung für die Ewigkeit nicht auch vollbringen? Manchmal erscheint uns das Wirken Gottes nicht unbedingt als ein gutes Werk. Wir verstehen nicht, warum er uns in unserer persönlichen Lebensgeschichte so und nicht anders führte. Wir dürfen ihm sagen, was wir für gut halten: Bitte, Herr, nicht diese Krankheit oder bitte eine ganze Heilung von der Krankheit, bitte nicht noch mehr Schwierigkeiten am Arbeitsplatz, in meiner Ehe und Familie, in der Gemeinde! Jesus erfüllt nicht immer unsere Bitten, weil er sein angefangenes Werk so leitet, wie ER es für gut und richtig befindet. Das ist nicht immer angenehm, und manche Nöte sind unglaublich hart und unerträglich schmerzhaft. Wenn wir uns in der Gluthitze eines Schmelzofens befinden, möchten wir keine Sekunde länger darin bleiben. – Niemand kann uns in solcher Situation besser verstehen als der Schmerzensmann am Kreuz. Wenn wir ihn betrachten und dann hinter dem Kreuz seine Auferstehung sehen und noch ein wenig weiter in den Himmel schauen, in den er einging, werden wir getröstet. Und indem wir ihn anschauen, werden wir in sein Bild verwandelt (2. Kor. 3, 18). »Darum lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist, und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens« (Hebr. 12, 1. 2). Bevor wir in der Ewigkeit wie Jesus sind, sollen wir bis dahin wie Jesus werden. (Lies Eph. 5, 6-8. 11-23; 1. Joh. 3, 2. 3.)

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MONTAG, 6. AUGUST

PSALM 90, 10-12 3.

Wir wissen, wo wir die Ewigkeit zubringen.

Das irdische Leben kann uns lang erscheinen, wenn ein Mensch ein sehr hohes Alter erreicht, und doch ist es nur ein Hauch (Hiob 7, 16; Ps. 39, 6). Unser Leben »fährt schnell dahin, als flögen wir davon«; »denn wie ein Schatten sind unsere Tage auf der Erde«. (Vgl. Hiob 8, 9; 1. Chron. 29, 15.) Obwohl dieses Leben kurz und vergänglich ist, fällt in der irdischen Lebenszeit die Entscheidung, wo der Mensch seine Ewigkeit verbringen wird; denn jeder Mensch hat eine Ewigkeit vor sich. Die Frage ist nur, an welchem Ort er sich »drüben« befindet: in der unaussprechlich schönen, ewigen Herrlichkeit bei Gott oder in der ewigen Gottesferne, an jenem Ort unvorstellbarer Trostlosigkeit und Qual? Jesus selber hat dazu eine sehr denkwürdige Geschichte erzählt: Lukas 16, 19-31. Jesus spricht nicht nur eindeutig davon, dass es einen Himmel und eine Hölle gibt. Er sagt uns auch, wie ein Mensch in den Himmel kommt: Johannes 14, 1-6; 11, 26; 3, 14-18. »Der Mensch ist das Wesen, das um seinen Tod weiß und in diesem Wissen bewusst auf seinen Tod zugeht. Dieses Todeswissen liegt wie ein Schatten über seinem ganzen Leben. Jeder Mensch muss seinen Tod allein, ganz allein, sterben. Keiner kann mit ihm gehen. Vor dieser letzten tiefen Einsamkeit hat der Mensch Angst. Aber für den glaubenden Menschen gibt es eine Gemeinschaft, die der Tod nicht zerschneidet, die Gemeinschaft mit Gott. Wer Jesus, dem Lebendigen und Auferstandenen, nachfolgt, weiß, am Ende des Weges steht Gott, dann ist das Sterben ein Hineinsterben in Gottes Hand. Die Verbindung zu Gott bricht nicht ab, sie erfährt nach dem Tod ihre Vollendung« (Hj. Bräumer). (Lies Joh. 11, 25. 26.)

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DIENSTAG, 7. AUGUST

JOHANNES 3, 36; 5, 24; 1. JOHANNES 5, 11-13

Wer sich Jesus Christus anvertraut, ist schon jetzt »vom Tod zum Leben hindurchgedrungen« (Joh. 5, 25). Anders kann und wird ein Mensch nicht in den Himmel kommen, »sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm«. Jesus spricht hier eine außerordentlich gewichtige Tatsache an, der wir uns stellen müssen: Was sagt eigentlich die Bibel über den Zorn Gottes aus? • Gottes Zorn gehört zu seiner Heiligkeit. Falschheit, Unreinheit, Sünde haben vor Gott keinen Platz. »Denn der Herr, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer« (5. Mose 4, 24). Gottes Zorn ist nicht einfach ein mächtiges Gefühl, das auch wieder verraucht, kein Strohfeuer, sondern sein beständiger Gegensatz gegen alles Böse. Von daher duldet Gottes heilige Gegenwart keinen Kompromiss mit der Sünde. Wie gut! Denn das gegen Gott Feindliche ist auch das gegen uns Feindliche, das Teuflische, das unser Leben zerstört. So »ergrimmt« Jesus, der »Heilige Gottes«, bei der Heilung von Besessenen und fährt die Dämonen und auch den Tod, diesen grausamen Feind des Menschen, zürnend an. (Siehe Mark. 1, 25; Luk. 4, 41; Joh. 11, 33; Röm. 6, 23a.) »Wer Sünde tut, der ist vom Teufel; denn der Teufel sündigt von Anfang an. Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre« (1. Joh. 3, 8). Hier liegt unsere Rettung, dem Zorn Gottes zu entrinnen: Sünder, die »von Natur Kinder des Zorns« sind (Eph. 2, 3), sollen Kinder Gottes werden. Menschen Gottes, die der heilige Gott in seine Gemeinschaft holt. So ist die Jesus-Gemeinde, die Gemeinschaft der Heiligen, heilig, wie Gott heilig ist. (Lies Joh. 17, 19; 1. Kor. 1, 30; Hebr. 10, 10.) Darum: »...wie der, der euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel. Denn es steht geschrieben (3. Mose 19, 2): ›Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig‹« (1. Petr. 1, 15. 16).

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MITTWOCH, 8.AUGUST

1.JOHANNES 4,7-19

Gottes Zorn gehört zu seiner Liebe.

Wir werden immer wieder gefragt: Wie passen der Zorn Gottes und seine Liebe zusammen? Zunächst ist zu sagen: Es wird der Tag kommen, »der Tag des Zorns« (Röm. 2, 5), an dem Gott alles Böse richten und vernichten wird. Satan, der Inhaber des Todes, wird mit allen Dämonen in den Feuersee, die ewige Qual, geworfen werden. Dann wird auch der Tod und das Totenreich entmachtet und verbannt sein. Selbst »Himmel und Erde« werden – als Stätte der Sünde und des Todes – vergehen. Was uns Menschen betrifft, gibt es einen doppelten Ausgang der Geschichte: Himmel und Hölle. (Lies Offb. 20, 10.14. 15; Matth.7,21.) Wir halten ein Zweites fest: Der Zorn Gottes ist ein Diener seiner Liebe. Gerade deshalb, weil Gott uns liebt, weil er auf gar keinen Fall will, dass irgendein Mensch an seinem heiligen Zorn verbrennt, lässt er sich zum Zorn herausfordern. Er zuckt nicht gleichgültig mit der Schulter, etwa nach dem Motto: »Was kümmert es den Mond, wenn ihn der Hund anbellt!« Nein, Gott kümmert sich um uns. »Gott hat den Blitz seines Zornes schon niedergehen lassen – auf das Kreuz des Herrn Jesus Christus. Gottes Liebe hat das tödliche Geschoss seines Zorns auf sich selbst gelenkt, auf seinen Sohn. Bei einem Steppenbrand bedeutet ein Stück bereits verbrannter Erde eine rettende Insel im Flammenmeer ringsum. So wird jeder, der bei dem Kreuz des Herrn steht (an dem Platz also, wo das Feuer bereits loderte), vor dem ›zukünftigen Zorn‹ bewahrt. Tödlich ist nur eins: die gute Nachricht, das Evangelium von der Rettung, zu hören und dann in den Wind zu schlagen. Das ist Flucht von der rettenden Insel weg. Flucht ins Feuer hinein ist Wahnsinn, ist Selbstmord! Wer Jesus ablehnt, gibt sich mutwillig dem Zorn Gottes preis. Gott aber will unser Leben, nicht unsern Untergang!« (S. Kettling). (Lies Röm. 5, 6-10.)

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DONNERSTAG, 9. AUGUST

PHILIPPER 3, 20; LUKAS 10, 20

Der Apostel Paulus jubelt: Meine Heimat ist im Himmel! Es ist gut, um eine irdische Heimat zu wissen, aber viel wichtiger ist es, eine himmlische Heimat zu haben, dort schon jetzt zu Hause zu sein und doch noch unterwegs. Pastor Johannes Busch erzählte einmal: »Ich war als Soldat monatelang auf dem Kuban-Brückenkopf (Russland). Es war eine böse Zeit. Unvergesslich der Tag, als mir gesagt wurde, dass ich in Urlaub fahren darf. Das war freilich eine beschwerliche Reise. Acht Tage lagen wir auf der Bahn, dicht gedrängt unter Gluthitze. Wir haben auf dieser Reise schrecklichen Durst gelitten, die Nächte waren eine Qual. Aber wenn mir einer gesagt hätte, ich solle aussteigen um der beschwerlichen Reise willen, dann hätte ich ihn laut ausgelacht. Ich hätte ihm fröhlich erklärt: Ich reise gern noch vier Wochen so, ich reise ja nach Hause. Der Gedanke, dass es zur Heimat ging, machte alle Strapazen, Nöte und Qualen sehr klein. Wenn die Nacht nicht vergehen wollte, dann eilten die Gedanken voraus: Ich reise nach Hause, ich reise nach Hause!« Unser Leben ist keine Fahrt ins Blaue, Fahrt ins Unbekannte, ins Nichts. Wir wissen, wohin es geht und dürfen uns freuen auf unser unzerstörbares und ewiges Zuhause. »Der Mensch ist für den Himmel geschaffen. Die Bestimmung aller Menschen ist die himmlische Ewigkeit, nicht in erster Linie ein glückliches Leben auf der Erde. Die Erde ist nicht unser wichtigstes Ziel. Was wir als Christen brauchen, ist ein neues Heimweh nach dem Himmel. Das bedeutet nicht Passivität im Diesseits, im Gegenteil, weil Christen von ihrer ewigen Heimat im Himmel wissen, können sie hier verantwortlich handeln« (S. Holthaus). (Lies Phil. 3, 7-14.)

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FREITAG, 10. AUGUST

RÖMER 1, 16; 2. KORINTHER 5, 17-20

Warum nahm Jesus, als er zum Vater in den Himmel zurückkehrte, seine Jünger nicht gleich mit? Warum holt er uns, wenn wir ihn in unser Leben aufnehmen, nicht augenblicklich in seinen Himmel? Der Herr wollte, dass sein Unternehmen, »Sünder zu suchen und zu retten«, weltweit weitergeführt wird (Luk. 19, 10; Matth. 18, 12). Dazu mussten aber die Jünger des Herrn nicht nur beauftragt, sondern auch von höchster Stelle als seine Botschafter ermächtigt werden. Diese Bevollmächtigung geschah erstmalig mit der Sendung des Heiligen Geistes. (Siehe Apg. 1, 8; 2, 1-4. 38-40.) Es gilt zu beachten, dass Jesus die Gabe des Heiligen Geistes nicht als ein Privileg der ersten Jünger oder besonders fähiger Missionare gedacht hat. Jeder, der durch den Geist Gottes ein neuer Mensch wird, ist ein Botschafter, der mit allen Vollmachten seines »Chefs« ausgerüstet ist, rechtskräftig i. A. (im Auftrag) zu handeln. Unabhängig von den Gaben, die der Heilige Geist schenkt, ist jeder Nachfolger des Herrn sein Zeuge – oder er ist kein Nach-folger. Die Gnadengaben sind unterschiedlich, aber sie wirken so zusammen, dass Jesus-Gemeinde gebaut und gefestigt wird. Wir lesen Römer 12, 3-8 und fragen: Herr, was willst du, dass ich tun soll? Jesus möchte nicht, dass wir uns verzetteln. »Wie jeder eine Gnadengabe empfangen hat, so dient damit einander als gute Verwalter der verschiedenartigen Gnade Gottes« (1. Petr. 4, 10). Es ist nicht nur kurzsichtig, sondern auch schädlich, wenn ein Mitarbeiter Gottes meint, alles wissen und tun zu müssen. Hingabe im Dienst für Gott hat nichts zu tun mit Verausgabung bis zu chronischer Erschöpfung. Ebenso schädlich ist es, seine Gabe zu vergraben oder sie anderen gegenüber rücksichtslos einzusetzen, nur sich und seinen Dienst im Blick zu haben. Wir richten unseren Blick auf Jesus: Philipper 2, 5; Johannes 13, 13-17. 34. 35.

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JESUS WILL, WAS DER VATER WILL – MARKUS 14,1-72

SAMSTAG, 11. AUGUST

MARKUS 3, 2; 11, 18; 12, 12; 14,

Mit Kapitel 14 beginnt im Markusevangelium der letzte große Abschnitt. Er befasst sich mit Auslieferung, Verwerfung, Tod und Auferstehung des Sohnes Gottes. Jesus begeht als leidender Gottesknecht die steilste Strecke seines Erdendaseins. Hier wird sich seine Echtheit als der Menschen- und Gottessohn erweisen. – In den beiden Eingangsversen von Kapitel 14 begegnen uns drei Personen(gruppen): • Die jüdischen Machthaber Die Beseitigung des angeblichen Irrlehrers war längst beschlossen. Jetzt beabsichtigen sie, Jesus »mit List zu ergreifen und zu töten«. Dabei waren sie selbst von Befürchtungen, innerer Unruhe, ja Angst, ergriffen. Nach außen demonstrierten sie ihre Amts-Stärke, aber im Herzen rumorten Rechthaberei, Ärger und Wut über Jesus und eine massive Menschenfurcht (Matth. 15, 12; Luk. 20, 1; 22, 2). Obwohl Jesus mit unaussprechlicher Geduld und Sorgfalt um ihr Vertrauen rang, wollten sie sich nicht für ihn, für seine Liebe und Wahrheit und die Entbindung von Sündenschuld öffnen. (Vgl. Matth. 23, 13. 23. 27.) So blieben sie Gefangene ihrer selbst. Dabei ist Jesus gekommen, auch ihnen zu dienen und sein Leben als Lösegeld für sie hinzugeben (Mark.10,45). Er dient, indem er das Evangelium von der Gnade Gottes ausruft. Er dient, indem er liebt, das Verlorene sucht, dem Sünder vergibt, in die Freude führt, Kranke heilsam berührt, Satan und Tod mit göttlicher Autorität in Schranken weist, Unwürdige in seinen Dienst einbezieht, sie beruft, bevollmächtigt und sendet. Welch ein Herr! »Könnt ich’s irgend besser haben als bei dir, der allezeit so viel tausend Gnadengaben für mich Armen hat bereit? Könnt ich je getroster werden als bei dir, Herr Jesu Christ, dem im Himmel und auf Erden alle Macht gegeben ist?« (Ph. Spitta) Zur Vertiefung: 1. Johannes 2, 12-20. 27.

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SONNTAG, 12. AUGUST

MARKUS 14,1.2

Während die Machthaber Jesus zu töten suchten, herrscht in der zweiten Personen-Gruppe eine ganz andere Stimmung: • Die Volksmenge Israel war ein geplagtes, unterdrücktes Volk. Daran waren nicht nur die römischen, sondern auch die jüdischen Machthaber beteiligt. Wie sehnte sich das Volk nach der verheißenen Erlösung! Und dann kam ER, auf dem der Geist des HERRN ruhte und der das Gnadenjahr des HERRN verkündigte. (Dazu Jes. 61, 1-11.) Kein Wunder, dass Tausende an Jesus hingen, ihn aufsuchten und verehrten. »Hosianna, gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn!«, so hatten sie gejubelt (Mark.11,9). Welch einen Aufruhr würden sie dann bei der Verhaftung und Verurteilung ihres Wohltäters in Gang setzen – und das besonders am Passafest, dem Fest der Erlösung. Stundenlang, voll glühender Zuversicht sangen die Juden das Hallel (Ps.113-118). Die Gemüter waren »von Erlösungsdurst und unmittelbarer Heilserwartung durchtränkt... In einer derartig aufgeheizten Stimmung zündet ein Signal zum Aufstand leicht« (P. Lapide). (Übrigens: Auch der verzweifelte Aufstand im Warschauer Getto am 18. 4. 1943 begann genau beim Anbruch des Passa.) Keinen anderen hat die Bedrängnis und Erlösungssehnsucht seines Volkes so tief berührt wie Jesus, von dem bekannt war, wie lieb er die Menschen hatte (Mark. 10, 21a; Joh. 11, 3. 35. 36). Und der Herr selber war »innerlich bewegt über sie (wörtl.: es drehten sich ihm die Eingeweide um), weil sie erschöpft und verschmachtet waren wie Schafe, die keinen Hirten haben« (Matth.9,36). Ob wir auch mit der Jesus-Liebe im Herzen hinter die »Fassade« des modernen Menschen sehen (wollen), der »so anders ist als früher«? Ob wir ihm barmherzig und demütig begegnen, ihn annehmen, wie er ist? Von Jesus können wir lernen, dass und wie auf dem Boden wahrhaftiger Liebe Vertrauen wachsen kann und damit Offenheit für SEIN Heil. (Lies Matth. 9, 10-13; Mark. 1, 40-42; Joh. 4, 4. 9. 39-42; Jak. 2, 1.)

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MONTAG, 13. AUGUST

MARKUS 10, 45; 14, 2; JOHANNES 1, 29

Die einen verachten Jesus, die anderen umjubeln ihn. Sehen wir nun die dritte Person, den Herrn selber, in dieser Zerreißprobe an: • Jesus selber Die Hohenpriester und Schriftgelehrten wollten Jesus »nicht an dem Fest« ergreifen. Sie dachten daran, ihn vor der Passa-Nacht zu fangen, bevor das Passa-Datum die Massen aufs Äußerste elektrisiert hatte und bevor im Anschluss an die Feier in den Häusern um Mitternacht der Vorhof des Tempels wieder von erregten Massen angefüllt war (Strack-Billerbeck). Es kam dann doch zur Verhaftung des Herrn in der gefährlichen Passa-Nacht – und zwar ohne den gefürchteten Aufstand des Volkes. Wir erkennen hier, dass Gott selber die Fäden in der Hand hat. Zeitpunkte, die Menschen machen, müssen noch lange nicht mit seinem »Terminkalender« übereinstimmen. Gottes Uhren laufen anders. Seine Wege und Gedanken sind höher als unsere Überlegungen und Pläne (Jes. 55, 9). Jesus wollte am Passatag sterben, nach vorheriger Feier des Mahls mit seinen Jüngern (Luk. 22, 15; 1. Kor. 5, 7). Darum starb der Herr, das wahre »Lamm Gottes«, zur Zeit der Schlachtung der Passalämmer im Tempel. Vielleicht hat Jesus auch an den von Feinden verfolgten Beter gedacht, der daran festhielt: »Meine Zeit steht in DEINEN Händen« (Ps. 31, 16a). Aus der vertrauensvollen Ergebenheit in den Willen des Vaters erwächst Jesus sein souveränes Auftreten im grausamen Prozess gegen ihn. »Er zeigt sich nicht als ohnmächtiger Spielball seiner Feinde, sondern alles geschieht betont unter seiner Regie und nach seinen Ankündigungen (14, 8. 13. 18. 20-25. 27. 30. 41)« (A. Pohl). »Nach dir, Herr, verlanget mich. Mein Gott, ich hoffe auf dich; lass mich nicht zuschanden werden, dass meine Feinde nicht frohlocken über mich. Denn keiner wird zuschanden, der auf dich harret; aber zuschanden werden die leichtfertigen Verächter« (Ps. 25, 1-3; wir lesen weiter bis Vers 21).

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DIENSTAG, 14. AUGUST

MARKUS 14, 3-7; MATTHÄUS 26, 8. 9

Jesus hielt sich häufig in Betanien auf – hier »im Hause Simons des Aus sätzigen«, der aber als geheilt gegolten haben dürfte. Während Jesus, seine Jünger und andere geladene Gäste sich schon zu Tisch begeben hatten, »kam eine Frau«, die ein kleines Vermögen bei sich trug, um es Jesus zu schenken. Jeder wusste, dass der Wert des exquisiten Salböls – vielleicht als Kapitalanlage gedacht – den Jahreslohn eines Arbeiters ausmachte. Wahrlich genug, um Tausenden von Armen zu essen zu geben! Die Gedanken der Unwilligen sind bei den Armen. Gerade in Festzeiten gedachte man besonders an sie. Und schließlich hatte der Herr selber verkündigt: » ...wenn du ein Mahl machst, lade Arme, Krüppel, Lahme, Blinde ein« (Luk. 14, 13. 14; vgl. 4, 18; 18, 22). So glaubten die Entrüsteten an ihren eigenen heiligen Zorn über die »unfromme« Frau: »Und sie fuhren sie an.« Wie leicht regen wir uns über das scheinbar ungeistliche Verhalten anderer auf. Wie rasch kritisieren und registrieren wir und sehen lediglich die eine Hälfte: die unterlassene Hilfe, die fehlende Mitarbeit, den lückenhaften Dienst. Ob uns bewusst ist, dass wir damit auf den anderen eine Last legen, ihm Mühe machen (V. 6a)? Und Jesus? Er wertet den praktischen Dienst nicht ab. Ist er doch von unschätzbarem Wert (V. 7). Aber gefragt ist nicht nur der Dienst, sondern die darin waltende Liebe. Sie ist Dreh- und Angelpunkt des Dienstes. (Lies Matth. 22, 36-40.) Nächstenliebe ersetzt nicht die Gottesliebe. Und die Gottesliebe führt zur Nächstenliebe. »Das gute Werk, das sie getan hat« (V. 6b), ist eine echte Liebestat. Es mag jemand sein letztes Hemd hergeben oder ein ganzes Haus – beim Herrn zählt die Liebe. (Vgl. Mark. 12, 42-44; Apg. 2, 45; 16, 15.)

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MITTWOCH, 15. AUGUST

MARKUS 14, 6-11

Welch krasse Gegensätze prallen hier aufeinander: Die Frau »kam« zu Jesus in sein Leiden (V. 3) – Judas aber »ging weg«, hin zu den Feinden (V. 10). Die Frau opferte viel Geld für Jesus, Judas hingegen kassierte für sich selber ein. Bei Judas hörte die Freundschaft mit Jesus beim Geld auf – bei der Frau fing sie erst richtig an. Aus Liebe zu Jesus salbte sie den Herrn, wie Könige gesalbt wurden. Vielleicht dachte sie an das große »Lied für den König«. Es galt im alten Israel nicht nur einem irdischen König bei seiner Hochzeit, sondern wurde auch im Blick auf den Messias-König gesungen: »Den König verlangt nach deiner Schönheit; denn er ist dein Herr, und du sollst ihm huldigen« (Ps. 45, 12). Die Frau, die zu Jesus kam, »hat getan, was sie konnte« (V. 8). Jesus bezeichnet die an ihm vollzogene Tat als Voraus-Salbung seines Leibes bei seinem Begräbnis. Der Herr wusste, dass diese letzte (damals übliche) Ehrerweisung bei seiner Grablegung nicht stattfinden würde, da der anbrechende Sabbat eine rasche Bestattung verlangte. Als die Frauen am Ostermorgen zur Gruft des Herrn eilten, um ihn »nachträglich« zu salben, war er schon auferstanden. (Siehe Mark. 16, 1-3. 6.) Wenn Jesus die Salbung in Betanien auf sein Begräbnis bezieht, verleiht er ihr einen tiefen Sinn: Diese Tat wird nicht »verfliegen« wie der Duft der Salbe, sondern im Zeichen der weltweiten Mission stehen. Wo auch immer in der Welt Menschen das Evangelium hören, wird das, »was sie getan hat, erzählt werden zu ihrem Gedächtnis«. Jesus nahm die Frau, »die ihn doch ehren wollte und sich jetzt angeprangert sah... in Ehren an, um sie im Triumphzug der Mission mit sich zu führen« (A.Pohl). (Lies 2.Kor.2,14-16; Apg.14,24-27; 1. Kor. 16, 9.)

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DONNERSTAG, 16. AUGUST

MARKUS 14, 12-16

Die Hohen Priester und Schriftgelehrten wollten Jesus noch vor dem Passa- Fest im Stillen verschwinden lassen (V. 2). Jesus aber wollte dieses noch mit seinen Jüngern erleben, um das Erlösungsfest Israels in seiner Weise zu erfüllen und zu erneuern. Inzwischen ist es Donnerstagvormittag. Judas beabsichtigte, dass die Auslieferung des Herrn an seine Feinde mit Rücksicht auf das Fest sehr zügig über die Bühne gehen sollte. Jesus indes beauftragte zwei seiner Jünger, die notwendigen Vorbereitungen für das Passa-Mahl zu treffen. Sie mochten sich im Freundeskreis schon den Kopf zerbrochen haben, wo sie überhaupt noch einen Raum finden würden; denn schon waren die Häuser wegen der unzähligen Fest-Pilger überbelegt. Abgesehen davon gab’s noch einiges zu tun: die Besorgung der Lebensmittel und die Zubereitung des Essens für immerhin dreizehn Männer – und die Zeit blieb schließlich auch nicht stehen. Die Jünger tun das einzig Richtige: »Wo willst du, dass wir hingehen?« In ihrer Ratlosigkeit wenden sie sich an den Herrn. Sie fragen ihn und bekunden damit ihr Vertrauen und ihre Hochachtung. (Vgl. 1. Sam. 23, 2. 4. 10-12. 15-17.) Wir befinden uns oft in unüberschaubaren Situationen. Sehen keinen Weg, aber die Schwierigkeiten und unsere Grenzen. Jesus weiß, wie es uns geht. Er sieht einen Weg und will uns darauf leiten. Gewiss, sein Plan liegt nicht immer einsehbar offen auf dem Tisch. Aber er weiß schon, was er tun will. Und wir leben unter der guten Hand Gottes. (Lies 2. Chron. 30, 12; Esra 7, 6. 28; 8, 31; Neh. 2, 18.) »Ich aber traue darauf, dass du so gnädig bist; mein Herz freut sich, dass du so gerne hilfst« (Ps. 13, 6; vgl. 18, 31; 28, 7; 31, 15; 62, 9). Psalm 13 darf auch unser persönliches Gebet werden.

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FREITAG, 17. AUGUST

PSALM 55, 14. 15; MARKUS 14, 17-26

Die Vorbereitungen des Passa-Mahls waren getroffen. Am Donnerstagabend, der 14. Nisan hatte nach jüdischer Zählung schon begonnen, versammelten sich die Zwölf mit ihrem Herrn im »Obersaal« jenes Hauses. Das offizielle Passa-Fest hatte noch nicht begonnen; die Lämmer wurden erst am Freitagnachmittag ab 14.00 Uhr geschlachtet. Demnach feiert Jesus mit seinen Jüngern ein noch nie dagewesenes Passa-Mahl. Zwar legt der Herr dieser Feier die jüdische Passa-Liturgie zugrunde, deutet aber das gebrochene Brot und den Wein des Segensbechers auf seine Lebenshingabe am Kreuz: »Wir haben ein Passa-Lamm, das ist Christus, der geopfert ist« (1. Kor. 5, 7). Wenn Jesus unser »Passa-Lamm« ist, beinhaltet dies ein Doppeltes: Während Passa auf unsere Verschonung vor dem Gottes-Gericht hinweist, spricht das fehlerlose, geschlachtete Lamm von Stellvertretung. Es stirbt anstelle derer, über die das Todesurteil verhängt ist. Vollzogen wird dieses an denen, die sich nicht bei ihrem Stellvertreter bergen. Wer aber vom Gerichtsurteil entlastet wird, weil der Stellvertreter sein Zufluchtsort ist, darf das alte Leben verlassen und ein neues beginnen. (Dazu 2. Mose 12, 1-8. 11-13; Röm. 8, 31. 32; 1. Petr. 1, 18. 19; Hebr. 9, 14.) Wenn Jesus im Zusammenhang mit dem Passa-Mahl Judas als denjenigen offenbar macht, »durch den der Sohn des Menschen überliefert wird« (V. 21), werden wir wie die Jünger damals erschrecken. Haben wir nicht schon ähnlich böse Züge in uns entdeckt? Dass ausgerechnet ein Freund aus dem Zwölferkreis Jesus »mit Füßen tritt« (Ps. 41, 10), lässt uns ahnen, wie schrecklich die Sünde ist. Wenn wir vor dem Abgrund unserer Sündentiefe erschauern, soll uns das nicht in die Verzweiflung, sondern in die offenen Arme des Gekreuzigten treiben. Judas ging von Jesus weg und blieb im Abseits. Das musste nicht sein. Jesus verspricht: »Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen« (Joh. 6, 37; lies 10, 27-30).

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SAMSTAG, 18. AUGUST

MARKUS 14, 24-31

Eben noch war der Jüngerkreis voller Gesang. Jesus hatte den Neuen Bund gestiftet und die festliche Wiedervereinigung mit ihm in Gottes ewiger Welt verheißen. Das lässt Jüngerherzen höher schlagen. Sie sind sich ihrer Treue zu Jesus gewiss. Der Herr aber sieht es anders. Er hält ihnen den Spiegel des Wortes Gottes vor: »Ihr alle werdet euch ärgern (an mir; Matth. 26, 31). Denn es steht geschrieben...« Wörtlich sagte Jesus: »Ihr werdet zu Fall kommen, ihr werdet von mir abfallen.« Begründung: Wenn der Hirte (wörtl.) erschlagen, also tot, ist, werden die Schafe sich naturgemäß zerstreuen. Schafe können ohne Hirten nicht leben. Das wissen die Jünger. Im Kopf haben sie’s, aber das Herz streikt. Heldenhaft halten sie sich für lauter Ausnahmen: »Wir doch nicht!« Der Herr aber sollte recht behalten. »Ein jeglicher sah auf seinen Weg« (Jes. 53, 6). – Wir sehen also, Petrus ist kein Sonderfall herausragender Untreue, sondern ein Musterfall, ein Beispiel, das für alle Jünger steht (vgl. V.50). Darum gilt auch allen Jüngern bis heute das Gebet des Herrn, wie’s der Evangelist Lukas überliefert: »Simon, Simon, siehe, der Satan hat begehrt, euch zu sieben wie den Weizen. Ich aber habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre« (22, 31. 32a). Wenn wir uns im Spiegel des Wortes Gottes als untauglich für die Jesus-Nachfolge erkennen, wenn wir im Kleinen wie im Großen untreu wurden, wenn unser Herz uns verurteilt und wir niedergeschlagen am Boden liegen, sag es dir laut vor: Jesus betet für mich, dass mein Vertrauen nicht erlischt. »Gott ist treu, der euch nicht versuchen lässt über eure Kraft, sondern macht, dass die Versuchung so ein Ende nimmt, dass ihr’s ertragen könnt« (1. Kor. 10, 13; lies Ps. 118, 5-9. 13-17; 1. Joh. 3, 20. 21; 2. Tim. 2, 13).

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SONNTAG, 19. AUGUST

MARKUS 14,32-36; HEBRÄER 5,7.8

Wie auf den Berg der Verklärung (Matth. 17, 1ff) nimmt Jesus in den Garten Gethsemane die drei Jünger Petrus, Jakobus und Johannes mit sich. Sie sollen Zeugen einer besonderen Veränderung an Jesus sein. Dort auf dem Berg steht er als der himmlisch Überglänzte, hier in Gethsemane ist er der ganz und gar Glanzlose. Dort kommt eine Stimme von oben: »Mein lieber Sohn«, hier schallt es aus der Tiefe: »Abba, Vater!« Beide Male geht es um die vertraute Beziehung zwischen dem Vater und dem Sohn. Auf dem Berg bestätigt der Vater dem Sohn seine Liebe, in Gethsemane bewährt der Sohn seine Liebe zum Vater. Nichts darf sie voneinander trennen. Darum ringt der Herr. Schon seine Gebetshaltung bezeugt unendliche Ergebenheit in den Willen des Vaters (V. 35). Trotzdem durfte er in Sohnesfreiheit bitten: »Nimm diesen Kelch von mir weg. Doch nicht, was ich will, sondern was du willst.« Jesus konnte seinen Willen von Gottes Willen unterscheiden, allerdings, ohne sich von ihm zu trennen. »Letztendlich war sein Ankergrund der Wille Gottes. Sein eigener Wille rang mit dem Willen Gottes, aber mit dem Ziel, dass Gottes Wille Sieger bleibe« (A. Pohl). Auch wenn das Gebetsringen des Herrn in Gethsemane etwas Einmaliges ist, können wir davon lernen: 1. Wir dürfen alles vor Gott total offen aussprechen. (Siehe 1. Sam. 1, 15; Ps. 62, 9; 142, 3.) 2. Nichts kann uns so sehr schützen wie das vertraute Gespräch mit dem Vater. (Vgl. Matth. 6, 13; Ps. 42, 6.) 3. Wir dürfen zu Gott auch schreien (Ps. 18, 7; 142, 2. 6). 4. Wir rechnen mit Gottes Möglichkeiten (Mark. 9, 23. 24). 5. Wir akzeptieren auch ein Nein Gottes (Apg. 16, 6. 7; 2. Kor. 12, 8. 9). Der freiwillige Gehorsam des Sohnes Gottes ermutigt uns, unseren Willen in den Ankergrund seines Willens einzusenken (Matth. 6, 9. 10).

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MONTAG, 20. AUGUST

MARKUS 14, 33. 34. 37-42

Jesus veränderte sich ungewohnt vor den Augen der drei Jünger: Seine Seele zitterte in äußerstem Aufruhr, über-traurig, voll Entsetzen und Angst – und doch war Jesus nicht lebensmüde. Er sah, was auf ihn zukam, darum erschauderte er. »Jetzt ist meine Seele betrübt. Und was soll ich sagen? Vater, hilf mir aus dieser Stunde? Doch darum bin ich in diese Stunde gekommen« (Joh. 12, 27). Sterbensmatt bittet der Herr seine Jünger: »Bleibt hier und wacht!« Jesus hatte seinen Jüngern bereits in Kapitel 13, 33-37 nachdrücklich und wiederholt das betende Wachen anbefohlen. Wie schwer ist es für Jünger, hierin treu zu sein! Nach seiner ersten Gebetsetappe bot sich dem Herrn ein trauriges Bild. Simon, der sich unlängst noch zum Martyrium gemeldet hatte, kann jetzt die Augen nicht offenhalten. Hier beginnt das Zufallkommen, das Jesus in Vers 27 angekündigt hatte. Wir beobachten hier eine Steigerung: Selbstüberhebung (V. 31), Schlaf (V. 37. 40), Flucht (V. 50) und Abschwörung (V. 71). »Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt!« Beten hieße, seine Ohnmacht, seinen Mangel einzugestehen und seine Zuflucht zu Gott zu nehmen, sich bei ihm zu bergen. Das wäre das Wachen, das bewahrt. Ein Ausleger merkt an: »Beten ist die Stärke der Schwachen. Diese drei bekunden durch ihren Schlaf ihre Lösung aus der Gemeinschaft mit Gott. Was sie in Vers 50 äußerlich tun werden, tun sie hier schon im Schlaf: Schlafend suchen sie das Weite . . . Der Beter darf unter der Herrschaft Gottes bleiben.« Gott selber bietet uns seine Hilfe an: Römer 8, 26. 27. 34; Hebräer 2, 18; 4, 15. 16; 7, 25; 1. Johannes 2, 1. »Sieht mein Kleinmut auch Gefahr, fürcht’ ich auch zu unterliegen, Christus reicht die Hand mir dar, Christus hilft der Ohnmacht siegen. Dass mich Gottes Held verficht, das ist meine Zuversicht« (C. B. Garve).

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DIENSTAG, 21. AUGUST

MARKUS 14, 41-43

Dreimal wiederholte Jesus seinen Gebetsgang. Dreimal fand er die Jünger schlafend vor. Vielfach spornt uns Gottes Wort an, beharrlich zu beten. (Siehe Luk. 18, 1; 21, 36; Röm. 12, 12; Eph. 6, 18.) In unserem Tagestext sollte deshalb Vers 41a als Frage, nicht als Befehl, übersetzt werden, wie es eine Übersetzung vorschlägt (»Schlaft denn fort und ruht aus!«). Jesus fordert seine Jünger nicht auf, weiterzuschlafen, sondern fragt eher tadelnd: »Ihr schlaft weiter und ruht?« Und fügt sogleich hinzu: »Es ist genug. Die Stunde ist gekommen. Siehe, der Menschensohn wird in die Hände der Sünder übergeben.« Der Sündlose in den Händen der Sünder! Der Treue in den Händen der Treulosen! Dann stehen sich Jesus und Judas gegenüber. Nur diese beiden werden namentlich genannt; denn beide haben Schlüsselfunktion: Jesus als »Sohn Gottes«, Judas als »Sohn des Verderbens«. Dort waltet Gott, hier der Satan (Mark. 15, 39; Joh. 6, 70; 17, 12). – Der Evangelist Markus schreibt bewusst, dass Judas »einer der Zwölf« ist und meint damit: Das Böse, der Aufstand, die Feindschaft gegen Gott, steckt in allen Jüngern, ja in allen Menschen. Wir kommen an Psalm 14, 3; Römer 3, 12-18 und 1. Johannes 3, 8 nicht vorbei. Wird, wer sich in den Sturmfluten der Sünde und des Todes ganz und gar verloren sieht, nicht umso heftiger nach dem Rettungsring der Gnade Gottes greifen, der ihn aus tobenden Fluten zieht? (Lies Ps. 18, 17. 20.) »Einst waren wir unverständig, ungehorsam, gingen in die Irre, dienten mancherlei Begierden und Lüsten, führten unser Leben in Bosheit und Neid, verhasst, einander hassend. Als aber die Güte und die Menschenliebe unseres Heiland- Gottes erschien, errettete er uns, nicht aus Werken, die, in Gerechtigkeit vollbracht, wir getan hätten, sondern nach seiner Barmherzigkeit durch die Waschung der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes« (Tit. 3, 3-5).

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MITTWOCH, 22. AUGUST

MATTHÄUS 26, 49. 50; MARKUS 14, 43-52

Jesus hatte noch nicht ausgesprochen, da trat Judas auf ihn zu, begleitet von den Ordnungskräften des obersten jüdischen Gerichts. Diese waren mit Schwertern und Schlagstöcken bewaffnet. Judas hingegen setzte eine völlig andere »Waffe« ein: Er spielt den arglosen Jünger. Er täuscht Demut und Liebe vor. Judas steckt im eisernen Panzer der Lüge. Hätte er doch nur nach dieser Gemeinheit seine Waffen gestreckt und über eine bereinigte Freundschaft mit Jesus nachgedacht! Doch Judas gibt den Weg für die Häscher frei – und der Herr kommt unter ihre Gewalt. Wer nur ein wenig Gerechtigkeits- Empfinden im Leib hat, muss hier aufbegehren. Kein anderer als Simon Petrus greift nach dem Schwert und schlägt zu (Joh. 18, 10; Luk. 22, 38). Erst später hat Petrus verstanden, dass Gewalt nicht mit Gewalt überwunden wird, sondern durch duldende Liebe. (Vgl. 1. Petr. 3, 8-11; 2, 12. 15. 16; Apg. 4, 1-3. 17; 12, 3-5.) Jesus selbst begegnete der Gewalt seiner Gegner mit dem »Schwert des Geistes, das ist Gottes Wort« (Eph.6,17). Dabei empfand der Herr durchaus die Erniedrigungen (V.48). Umso unfasslicher mussten seine Worte auf die Jünger wirken: »Das geschieht, damit die Schriften (also Gottes heiliger Wille) erfüllt werden!« Statt das Böse mit göttlicher Gewalt zu entwaffnen und auszumerzen, nimmt Jesus die Rolle des Verbrechers als Willen Gottes auf sich. Da bricht für die Jünger eine Welt zusammen. Sie wollten mutig und stark sein – alles für Jesus geben – aber nun können sie nicht mehr. Sie sind bei null angekommen. Das musste so sein. Denn die Rettung der Welt ist ganz allein Gottes Werk, nicht zu einem Teil Jünger-Werk. »Denn aus Gnade seid ihr errettet durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme« (Eph. 2, 8. 9).

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DONNERSTAG, 23. AUGUST

MARKUS 14, 50-56

Auch der junge Mann am Rande des Geschehens ergreift das Weite. Flucht auf der ganzen Linie. Nur Jesus flieht nicht. Sein Ja zum Willen Gottes machte den Herrn seines Weges gewiss. Darum steht er mit großer Ruhe und Souveränität in einem höchst denkwürdigen Gerichts-Prozess, bei dem von vornherein das Todesurteil über ihn feststand. Dementsprechend waren die Methoden! Äußerlich betrachtet verliefen die Verhandlungen nach damaliger Vorschrift korrekt. Hinter den Kulissen allerdings wurde geschoben und getrickst. Viele falsche Zeugen waren einbestellt worden (V. 56). Unfassbar, mit welch gewissenloser Kühnheit die »religiöse Obrigkeit« gegen den Schutz der im Gesetz Gottes verankerten Menschenrechte verstieß: »Du sollst gegen deinen Nächsten nicht als falscher Zeuge aussagen« (2. Mose 20, 16; 23, 1; lies Ps. 35, 11. 12; Spr. 6, 16-19). Längst werden wir bemerkt haben, dass das Wort Gottes auch unsere falschen Gedanken und Worte über andere als Sünde anzeigt. Schon jetzt wird deutlich, dass es nicht nur die Bosheit der Juden war, die Jesus verleumdeten und ans Messer lieferten, sondern auch wir. (Vgl. Jak. 3, 8-18.) Wir entdecken, was die Machenschaften des Hohen Rates betrifft, aber auch eine Ermutigung. Wir sollten beachten, dass eine Minderheit im Hohen Rat bei dem bösen Treiben nicht mitmachte und eine Mitwirkung am Prozess gegen Jesus ablehnte: Josef von Arimathäa und Nikodemus (Mark. 15, 43; Joh. 19, 38ff). Was für einen Mut besaßen diese Männer! In dieser hoch brisanten Situation, in der die Jünger davongelaufen waren, beugten sie sich nicht der Mehrheits-Meinung. »Glücklich der Mann, der nicht folgt dem Rat der Gottlosen, den Weg der Sünder nicht betritt und nicht im Kreis der Spötter sitzt, sondern seine Lust hat am Gesetz des Herrn und über sein Gesetz sinnt Tag und Nacht« (Ps. 1, 1. 2).

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FREITAG, 24. AUGUST

MARKUS 14, 57-61a; 15, 4. 5

Schon lange war man im Hohen Rat fest entschlossen, Jesus hinzurichten. Also brauchte man überzeugende Argumente. Worum ging es? •Tempelfrevel Er zählte ganz allgemein zu den ungeheuerlichsten Delikten. Neben der skandalösen Tempelreinigung durch Jesus stand seine Behauptung: »Ich kann den Tempel Gottes abbrechen und in drei Tagen wieder aufbauen« (Matth. 26, 61). Wie wir den Versen 57-59 entnehmen können, kursierten viele Gerüchte über das Tempel-Wort des Herrn, die jetzt zur Sprache kamen. Jesus aber lehnt hier eine Stellungnahme ab. »Er schwieg und antwortete nichts.« Und doch ist dieses Schweigen so beredt: Er war »das Lamm, das zur Schlachtung geführt wird ..., das stumm ist vor seinen Scherern; und er tat seinen Mund nicht auf« (Jes. 53, 7). Wie vermochte Jesus es, still zu bleiben? Wir finden in 1. Petrus 2, 23 die Antwort. Er übergab alles Unrecht und das Gericht, in Gottes Hände. – Darin liegt auch eine starke seelsorgerliche Hilfe für uns. Wir sind sogar von Gott dazu berufen worden, dem Beispiel unseres Herrn zu folgen (1. Petr. 2, 21). »In Stillsein und in Vertrauen ist eure Stärke« (Jes. 30, 15; lies Ps. 37, 7. 8; 62, 2. 8). Wie oft haben wir uns danebenbenommen, haben uns glühend verteidigt, suchten die Verschlingungen von Wahrheit und Lüge zu entwirren und verfingen uns umso fester im Netz der Missverständnisse, Unterstellungen und Vorwürfe – und die »Fronten« verhärteten sich. Es mag sein, dass wir uns tatsächlich im Recht befinden. Es mag sein, dass wir offensichtliches Unrecht beim Namen nennen müssen und wir dadurch in Konflikte geraten. Darum wollen wir umso sorgfältiger in wahrhaftiger Liebe miteinander umgehen: um Vergebung bitten und Vergebung gewähren, Versöhnung anbieten und Nachtragen aufgeben. (Dazu Matth.5,9-11.23.24.44.45; Luk.6,33-38; Röm. 13, 10.)

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SAMSTAG, 25. AUGUST

MARKUS 14, 58. 61-65

Wer ist dieser Jesus? Der Hohepriester fordert eine klare Antwort auf seine Fragen. • Die Messias-Frage Im Tempel-Wort, das Jesus verkündet hatte, lag sein messianischer Anspruch. Ziehen wir die Prophetie Nathans in 2. Samuel 7, 13 hinzu, war derjenige, der dem Herrn »ein Haus baut« der verheißene Davidssohn: »Der wird meinem Namen ein Haus bauen. Und ich werde den Thron seines Königtums festigen für ewig.« Ein unerhörter Anspruch des Herrn, messianischer König zu sein! (Vgl. Ps. 93, 1; 146, 10; Offb. 11, 15.) • Die Frage nach der Gottessohnschaft Die Prophetie Nathans über das »Haus David« zeigt auf den messianischen König als Sohn Gottes: »ICH will ihm Vater sein, und ER soll mir Sohn sein.« Bist du dieser Sohn, »der Sohn des Hochgelobten« (jüd. Umschreibung für Gott)? Ja. »Ich bin es!« • Der Menschensohn Wenn es zuvor heißt, Jesus ist der Sohn Gottes, spannt der Herr den Bogen in Anlehnung an Daniel 7, 13. 14 jetzt bis ans Ende der Weltgeschichte: »Ihr werdet den Sohn des Menschen sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen mit den Wolken des Himmels.« Klarer geht’s nicht. Jesus, jetzt der Leidende, wird auferstehen, zum Himmel auffahren und von dort in Macht und Herrlichkeit wiederkommen. – Kein Mensch kommt an der Frage vorbei: Wer ist dieser Jesus eigentlich? Und wer ist er für mich? Wie zeigt es sich in meinem Leben und Alltag, dass er Sohn Gottes, Lamm Gottes, König und Wiederkommender ist? Dazu einige Impulse: – – Als Sohn Gottes hat Jesus uns den Weg ins Vaterhaus frei gemacht und uns dort eine »Wohnung« eingerichtet (Joh. 1, 18; 14, 1-3. 6). – Als Lamm Gottes trug er meine Sündenschuld weg (Jes. 53, 3-5). – Als König regiert er in meinem Herzen und Leben (Jes. 33, 22; Ps. 95, 3; Matth.7,21). – Als Wiederkommender wird er das letzte Wort sprechen und alles klären (Matth. 25, 33. 34. 41; 1. Joh. 2, 28; Offb. 17, 14).

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SONNTAG, 26. AUGUST

MARKUS 14, 4-6. 13-16. 18. 19. 27. 29-31

Lassen wir zunächst die »Erlebnis-Stationen« Simons in Kapitel 14 an unserem inneren Auge vorüberziehen. • Bei der Salbung in Betanien galt es zu lernen, dass die Liebe zu Jesus in ihrem Wesen weder kalkulierbar noch messbar ist, sondern freiwillige und ganze Hingabe an den Herrn bedeutet. Auch Simon Petrus hatte viel aufgegeben, um Jesus nachzufolgen und sein Leben in den Dienst für Jesus zu investieren (Luk. 5, 11; 14, 33; 18, 28). Aus Liebe wollte er dem Herrn folgen – bis in den Tod. Worin liegt eigentlich der Unterschied zu Johannes 21, 15-19? • Der Auftrag des Herrn an Petrus, gemeinsam mit Johannes das Passafest vorzubereiten (Luk. 22, 8), hat er im Vertrauen auf das wegweisende Wort des Herrn durchgeführt. Simon liebte Jesus von ganzem Herzen. (Vgl. Joh. 13, 8. 9.) IHM wollte er auch von ganzem Herzen dienen. Darin hatte er sich bereits in einer anspruchsvollen Entscheidungssituation bewährt: Johannes 6,66-69. So sehr Petrus’ Glaubens-Bekenntnis zu Jesus als dem Christus ein Gottesgeschenk war, so sehr wollte er daran festhalten. • Mit dem letzten Passamahl verbanden sich Erschütterung und Traurigkeit im Jüngerkreis über den angekündigten Verrat des Judas. Hier mag sich die Entschlossenheit Simons, Jesus niemals die Treue zu brechen, verstärkt haben. Es galt aber noch zu lernen, dass nicht menschliche Treue der tragende Grund der Jesus-Nachfolge ist, sondern der Neue Bund (Einsetzung des Herrenmahls). • Die Erklärung des Herrn, dass sich die Prophetie Sacharjas (3, 7) jetzt erfüllen werde, hat keiner der Jünger wirklich ernst genommen – am wenigsten Petrus. Jesus musste sich geirrt haben, dass man an ihm zu Fall kommen kann. Diese unmögliche Möglichkeit weist Simon, was seine Standhaftigkeit betrifft, energisch zurück.

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MONTAG, 27. AUGUST

JESAJA 57,15; MARKUS 14,37.38.53.54

• Das Schaudern des Herrn und sein Gebetskampf bis aufs Blut mussten den Jüngern gänzlich fremd erscheinen. Jesus war todtraurig und sie todmüde. So schlafen die Jünger. Mit Jesus zu wachen und zu beten, hieße für die Jünger nicht, das Ringen des Herrn zu verstehen und zu stützen. Diesen Kampf muss allein er kämpfen. Wachen und Beten hieße aber, sich die eigene Ohnmacht einzugestehen und sich in der Gemeinschaft mit Gott zu bergen. Das wäre das Wachen, das bewahrt. »Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt!« Beten ist also die Stärke der Schwachen. Hier haben die drei Jünger, namentlich Simon Petrus, versagt. • Enttäuschungen, Unverständnis für Gottes Wege, mangelndes Vertrauen zu ihm, Müdigkeit, Traurigkeit, Erschöpfung schränken ein, beengen, lähmen . . . bis einen ein Schreckschuss aus der Fassung bringt: Einer der Freunde spielt Jesus den Gegnern in die Hände, und Petrus schlägt drein. Doch der gut gemeinte Einsatz für Jesus verfliegt mit Simons und aller Jünger Flucht. Tapfer wie Simon ist, läuft er zurück, verfolgt das Geschehen Szene für Szene. Aber Wiederkehr ist noch keine Umkehr. Verfolgen kein Nachfolgen. Darum heißt es von Simon: »Er folgte Jesus von Weitem.« Der Zusammenbruch ist gleichsam »vorprogrammiert«. Was kann uns nicht alles in Distanz zu Jesus bringen! In der Regel fängt es mit »kleinen Löchern im Strumpf« an. Vielleicht ist es an der Zeit, in der Stille vor Gott eine Überprüfung vorzunehmen und Korrektur anzunehmen. Wir haben seine Zusage: »Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben« (Ps. 34, 19; vgl. 4. Mose 16, 9; 5. Mose 30, 14; Jak. 4, 8; Hebr. 10, 22).

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DIENSTAG, 28. AUGUST

MARKUS 14, 54. 66-68; JOHANNES 18, 17. 18

Simon Petrus sitzt »unten im Hof« (Innenhof des hohenpriesterlichen Palasts) und wärmt sich zusammen mit der Dienerschaft am Feuer. Das Licht der Flammen machte seine Gesichtszüge erkennbar. Warum setzte Simon sich vollzog sich die Selbsterkenntnis des Petrus: ›So also bin ich.‹ Und zugleich dieser nicht ungefährlichen Situation aus? Offenbar hatte er gehofft, für vollzog sich der Bruch seiner Selbstsicherheit und Selbstgerechtigkeit. Wenn seinen Herrn noch etwas tun zu können. Simon tat auch etwas, jedoch nicht aber unsere Selbstgerechtigkeit zerbricht, kann Gott neu eingreifen und uns für, sondern gegen den Herrn – so wie Jesus es angekündigt hatte. Oben im heilen« (G. Maier; lies Hiob 33, 28; Ps. 51, 19; Jes. 38, 17; 44, 22; Jer. 3, 22; Saal stand der »treue und wahrhaftige Zeuge« (Offb. 3, 14), unten am Feuer Micha 7, 18. 19). der untreue und unwahrhaftige Zeuge. Sein Treubruch entwickelte sich in drei Etappen: • Die Magd stellt Petrus zur Rede Sie nimmt Simon fest in den Blick und erkennt ihn als Jesus-Jünger. Petrus entgegnet ihrer Behauptung, indem er sie für dumm erklärt: Unsinn! Was redest du da. Ich weiß nicht, was das soll. Keine Ahnung. – Der Evangelist Unser Psalm gehört zu den großen Liedern Israels und wurde meistens als Markus fasst die Bekundungen des Petrus (V. 68. 70) in einem Wort zusam-Wechselgesang im Gottesdienst gesungen. In der Regel übernahm dabei die men, das viele Bibelausgaben mit »leugnen, verleugnen« übersetzen. Die Gemeinde den immer wiederkehrenden Vers: »Gottes Gnade hört niemals Grundbedeutung des griechischen Begriffs meint aber »eine Absage erteilen, auf« – andere übersetzen: Gottes Huld, Gottes Güte, Gottes Liebe währt ewig. abstreiten, abschwören, ein Treueverhältnis lösen«. Jetzt werden der tiefe Nicht weniger als sechsundzwanzig Mal erklingt diese unbegreifliche Tat- Ernst und die Würde, die sich mit der Jesus-Nachfolge und einer Liebessache. Darum fordert der Beter zu Beginn und am Schluss des Psalms auf, Beziehung zu ihm verbinden, deutlich. Schon im Alten Bund galt das dem Herrn zu danken. Dazwischen zeichnet er mit kräftigen Strichen einen Verhältnis zwischen Gott und seinem Volk als »Ehe-Bund«, der gebrochen Grundriss vom unübertrefflichen Handeln Gottes, besonders in der Geschichte werden kann. (Vgl. Hos. 2, 18; 5, 3 6, 7; Jes. 54, 4-6.) Doch der Herr kann und seines Volkes: Hier erklingen große Themen: Gottes unübertroffene Machtwill heilen: Freuen, ja freuen will ich mich in dem Herrn! Jubeln soll meine Seele in meinem Gott! Denn er hat mich bekleidet mit Kleidern des Heils, den fülle – seine Weisheit in der Schöpfung – die Befreiung seines Volkes aus Ägypten – Gottes Führung während der Wüstenwanderung – die siegreiche Mantel der Gerechtigkeit mir umgetan, wie der Bräutigam sich nach Priester art mit dem Kopfschmuck und wie die Braut sich mit ihrem Geschmeide schmückt (Jes. 61, 10; vgl. Ps. 108, 5; 138, 2; Jer. 31, 3; Klagl. 3, 22. 23).

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MITTWOCH, 29. AUGUST

JESAJA 59, 12. 13; MARKUS 14, 68-72

Simon hatte sich ein paar Schritte vom Lichtkreis des Feuers entfernt. Mochte Bitten getrost einmal schweigen. Auch wir dürfen uns hier einreihen. Führen er den Hahnenschrei wahrgenommen haben oder nicht, die Dienerin ließ nicht locker: Erfahrungen mit Gott zu Lob und Anbetung? Psalm 103, 1-13 kann dabei ein hilfreicher Leitfaden für uns sein. Es ist eine gute Übung für unsere Gebets• Die Magd spricht mit den Dabeistehenden zeit, wenn wir zuerst mit Dank, Lob und Anbetung beginnen und dem Herrn Sie wollte sich nicht gern für dumm verkaufen lassen. Also hakt sie unbeirrt dann unsere Bitten vortragen. Dabei können wir uns stets vor Augen halten: nach, indem sie sich an die Männer in ihrer und Simons Nähe wendet: »Dieser Gott kann unendlich viel mehr tun, als wir von ihm erbitten oder uns auch nur ist einer von ihnen.« Doch Simon streitet erneut ab, ein Jesus-Jünger zu sein. vorstellen können. So groß ist seine Kraft, die in uns wirkt (Eph. 3, 20). Der Petrus ist zum Wiederholungstäter geworden. Herr will uns auch heute ermutigen, in und trotz aller Bedrängnis ihm unser • Die Dabeistehenden stellen Petrus zur Rede Vertrauen zu schenken. Wie viele Stimmen mochten da laut geworden sein? Zwei, drei, vier,...? Und mit jeder mochte ein Warnsignal in Simons Herzen erklungen sein: »Tu’s nicht! Wirf deine Last auf IHN. Halte IHM die Treue.« Petrus hatte etwa eine Stunde Zeit (Luk. 22, 59), seine Entscheidung zu überdenken. Aber er verbeißt sich so sehr in sein eigenes »Treue-Ideal«, dass er sein Vertrauen zu Jesus wegwirft. Er beginnt mit einer Selbstverfluchung: »Verflucht will ich sein, wenn ich nicht die Wahrheit sage« (vgl. 2. Sam. 3, 9). Dann folgt ein Schwur. Dabei ruft er Gott zum Zeugen an. Simon redet von (wörtl.) »diesem Menschen«. Das ist ein verächtlicher Ausdruck, ähnlich dem neudeutschen »dieser Typ da!« – Als in diesem Augenblick der Hahn zum zweiten Mal krähte, holte den Jünger das Wort seines Herrn ein, und Petrus begann zu weinen. »Es war ein bitterliches Weinen (vgl. Matth. 26, 75; Luk. 22, 62). Aber in diesem bitteren Weinen vollzog sich die Selbsterkenntnis des Petrus: ›So also bin ich.‹ Und zugleich vollzog sich der Bruch seiner Selbstsicherheit und Selbstgerechtigkeit. Wenn aber unsere Selbstgerechtigkeit zerbricht, kann Gott neu eingreifen und uns heilen« (G. Maier; lies Hiob 33, 28; Ps. 51, 19; Jes. 38, 17; 44, 22; Jer. 3, 22; Micha 7, 18. 19).

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DONNERSTAG, 30. AUGUST

GOTTES GNADE HÖRT NIEMALS AUF – PSALM 136

PSALM 107, 1-3; 136, 1-26

Unser Psalm gehört zu den großen Liedern Israels und wurde meistens als Wechselgesang im Gottesdienst gesungen. In der Regel übernahm dabei die Gemeinde den immer wiederkehrenden Vers: »Gottes Gnade hört niemals auf« – andere übersetzen: Gottes Huld, Gottes Güte, Gottes Liebe währt ewig. Nicht weniger als sechsundzwanzig Mal erklingt diese unbegreifliche Tatsache. Darum fordert der Beter zu Beginn und am Schluss des Psalms auf, dem Herrn zu danken. Dazwischen zeichnet er mit kräftigen Strichen einen Grundriss vom unübertrefflichen Handeln Gottes, besonders in der Geschichte seines Volkes: Hier erklingen große Themen: Gottes unübertroffene Machtfülle – seine Weisheit in der Schöpfung – die Befreiung seines Volkes aus Ägypten – Gottes Führung während der Wüstenwanderung – die siegreiche Eroberung des Landes Israel und dessen Bestimmung als Erbe – die befreiende Hilfe des Herrn in großer Bedrängnis und Gottes königliches Versorgen der gesamten Schöpfung. Wer wollte da nicht mit einstimmen in das jubelnde Bekenntnis der Festgemeinde, die nicht müde wird, die Güte Gottes zu preisen, ja ihn selber staunend und dankbar anzubeten. Da können Wünsche und Bitten getrost einmal schweigen. Auch wir dürfen uns hier einreihen. Führen Erfahrungen mit Gott zu Lob und Anbetung? Psalm 103, 1-13 kann dabei ein hilfreicher Leitfaden für uns sein. Es ist eine gute Übung für unsere Gebetszeit, wenn wir zuerst mit Dank, Lob und Anbetung beginnen und dem Herrn dann unsere Bitten vortragen. Dabei können wir uns stets vor Augen halten: Gott kann unendlich viel mehr tun, als wir von ihm erbitten oder uns auch nur vorstellen können. So groß ist seine Kraft, die in uns wirkt (Eph. 3, 20). Der Herr will uns auch heute ermutigen, in und trotz aller Bedrängnis ihm unser Vertrauen zu schenken.

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FREITAG, 31. AUGUST

PSALM 136, 1-3; 1. CHRONIK 29, 10b-13

»Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, denn seine Güte währet ewiglich.« Gleich mit seinen ersten Worten ruft der Psalmist uns zum Danken auf. Diesen Aufruf wiederholt er im zweiten und dritten Vers. Dabei zeichnet er ein immer intensiveres Bild von der Größe seines Gottes. Zunächst stellt er ihn als HERRN (Jahwe) vor, dann als den Gott über alle Götter und schließlich als den Herrn über alle Herren. Damit richtet er unseren Blick auf den allmächtigen, alles überragenden Gott. Der Beter richtet unsere Gedanken auf die unbeschreibliche und unvorstellbare Erhabenheit Gottes, die uns aus unserem oftmals so engherzigen und kleinlichen Denken herausführen und unseren Blick weiten möchte. Das tut der Herr oft, indem er uns mit seiner Güte undFreundlichkeit entgegenkommt. Christen wissen noch ganz anders diese herzliche Liebe des Herrn zu besingen als die alttestamentlichen Beter: »Als erschien die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, unseres Heilandes, machte er uns selig. Er rettete uns durch das Bad der Wiedergeburt und die neu schaffende Kraft des heiligen Geistes« (Tit. 3, 4). Er stellte seine Liebe und Güte unter Beweis, als Jesus am Kreuz von Golgatha unsere Rettung vollbrachte. »Am Kreuz seines Sohnes hat der zürnende Gott sein Nein zu unserer Sünde gesprochen. Als der gnädige Gott hat er am Ostermorgen diesem Nein sein Ja hinzugefügt. Das Ja zu einem Leben in der Kraft des Auferstandenen« (Th. Sorg). Heute will er seine Auferstehungskraft mitten in meiner Ratlosigkeit, in meiner Kraftlosigkeit und auch in meiner angeschlagenen Gesundheit entfalten. Lasst uns in den Turbulenzen des Tages immer wieder, gerade dann, wenn es uns schwer wird, ein kleines Gebet still aussprechen: Herr, ich sehne mich nach dir. Ich schaue auf zu dir und vertraue dir. Auf dich hoffe ich. Lass mich jetzt nicht fallen. Denn du bist groß in meinem Kleinmut. Zeige mir, welchen Weg ich einschlagen soll. Und lass mich erkennen, was du von mir willst! (Lies 1. Kor. 15, 57; 2. Kor. 2, 14; 1. Joh. 5, 4.)

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