DIENSTAG, 1.AUGUST

1. SAMUEL 25, 18-31

Der Hirte Nabals setzte alle Hoffnung auf Abigajil. Sie war in seinen Augen die Einzige, die noch retten konnte, was zu retten war. Sie durfte keine Zeit mehr verlieren. Denn David befand sich schon im Anmarsch. Mit dem Mut der Verzweiflung sammelte sie alle Speisen, derer sie habhaft werden konnte. Sie sollten ersetzen, was Nabal den Männern Davids verweigert hatte. - David indessen pflegte seinen Zorn auf Nabal und plante Unheil (V. 22). Wollte er es Saul gleichmachen und keine Rücksicht auf Unschuldige nehmen? Sah er sich im Recht, seinem Zorn freien Lauf lassen zu dürfen? (Lies Jak. 1, 19. 20; 2, 13; Spr. 29, 22.) Zur Rache wild entschlossen, eilte David zum Anwesen Nabals. Auf einmal ging es nicht mehr weiter. Abigajil war ihnen entgegengetreten. Sie fing aber nicht etwa an, um Schonung zu bitten und zu betteln. Bevor sie nur ein Wort sagte, beugte sie sich vor David, so tief es nur ging. »Auf mich allein, mein Herr, falle die Schuld. Lass doch deine Magd reden . . . « Sie bezeichnet sich als eine, die keine Rechte hat, die hilflos und auf einen höheren Schutz angewiesen ist. Das ist ihre Größe, ihre Macht, derer sie sich nun bedient, um einen zornigen, zu jeder Untat bereiten Mann zu beruhigen. In dieser Niedrigkeit liegt die Kraft zur Überwindung des Bösen. Das gelingt Abigajil in einmaliger Weise. Sie ist für David eine »Botin Gottes«, wenn sie ihm sagt: »Der Herr hat dich davor bewahrt, in Blutschuld zu geraten und dir mit eigener Hand zu helfen« (V. 26). Sie kannte David und wusste, dass er König werden würde. War es dann nicht seiner unwürdig, geradezu schädlich für ihn, unschuldiges Blut vergossen zu haben, wie es bei Saul gegenüber den Priestern geschehen war (V. 31)? (Lies Ps. 37, 7. 8; Spr. 20, 22; Luk. 9, 54. 55.)

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MITTWOCH, 2.AUGUST

1. SAMUEL 2, 9; 25, 32-42

Bis jetzt war David nicht zu Wort gekommen. Abigajil nutzte den Vorteil der Überraschung, um all das zu sagen, was David bei seiner Ehre packte und daran erinnerte, dass er ein Berufener Gottes war und kein blindwütiger Tyrann. Fast wäre er gestolpert und gefallen. Beinahe hätte er seine Macht missbraucht. Der Herr selbst musste das verhindern, und er tat es auf eine Weise, die David ansprach und ihn zur Besinnung brachte. »Gepriesen sei der Herr, der dich an diesem Tag mir entgegengesandt hat. Und gepriesen sei deine Klugheit, und gepriesen seist du, dass du mich heute davon zurückgehalten hast, . . . mir mit meiner eigenen Hand zu helfen.« - »Der Fromme erweist seinen Glauben darin, dass er sich etwas sagen lässt« (M. Holland). (Vgl. Hebr. 13, 22a.) Ist es wirklich so verwerflich, sich »mit eigener Hand zu helfen«? David stand im Begriff, die Hand Gottes loszulassen, um sich mit eigener Hand Recht zu verschaffen. Das kann nicht gut sein. Mag zwar die persönliche Rachsucht für einige Augenblicke gestillt werden, aber wie viele neue Verletzungen entstehen dadurch!? Schon im Gesetz des Mose hatte Gott gesagt: »Mir allein steht es zu, Rache zu nehmen und Vergeltung zu üben« (5.Mose 32, 35). Die Ehrfurcht vor Gott machte Abigajil weise und stark. So konnte sie David helfen, an der Hand Gottes zu bleiben. (Lies Hiob 28, 28; Ps. 111, 10; Spr. 1, 7; 9, 10.) - Für uns heute ist es nicht unbedingt leichter, den Vergeltungsdrang zu überwinden. Und doch sind wir besser dran. Wir kennen Jesus, der durch den Heiligen Geist in uns lebt. Der Geist der Wahrheit wird niemals Unrecht und Böses, das uns widerfuhr, schönreden. Aber er macht uns Jesus und die Jesus-Art groß (1. Petr. 2, 21-25). An Römer 12, 19-21 werden wir ein Leben lang lernen.

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DAS SAGT JESUS ZU EHE UND KINDER-GLAUBEN, BESITZ UND MACHT - MARKUS 10, 1-52

DONNERSTAG, 3.AUGUST

MARKUS 9, 33; 10, 1-22. 35-45

Von Kapernaum aus zog Jesus mit seinen Jüngern »in das Gebiet von Judäa und jenseits des Jordans«. Sie hielten sich also in Judäa und Peräa auf, wo Jesus, »wie er es gewohnt war«, seine Lehrtätigkeit von neuem aufnahm. Die Verkündigung des Wortes Gottes ist das Herzstück seiner Tätigkeit geblieben. Bevor er in Jerusalem einziehen wird (11, 1), um sein Leben zur Erlösung der Menschen hinzugeben (10, 45), spricht der Herr über vier Themen-Bereiche, die für das Gelingen von wahrer Gemeinschaft grundlegende Bedeutung haben. Es geht um Ehe und um Kinder-Glauben (V. 2-12: Ehe; V. 13-16: Kinder), um Besitz und Macht (V. 17-31: Reichtum; V. 35-45: Machtposition). Das »Bindeglied« zwischen den Themenbereichen bildet die dritte Leidensankündigung des Herrn (V. 32-34). Für unser Miteinander, für das Gelingen oder Scheitern von Gemeinschaft, ist es wichtig, unsere Fragen um Ehe und Kinder-Glauben, Geld und Ehre im Licht des Kreuzes und der Auferstehung unseres Herrn zu sehen und zu leben. Was für die Errettung eines Menschen aus der Hölle gilt, betrifft auch seine einzelnen Lebensbereiche: »Jesus Christus und sonst niemand kann die Rettung bringen. Auf der ganzen Welt hat Gott keinen anderen Namen bekannt gemacht, durch den wir gerettet werden könnten« (Apg. 4, 12; vgl. Apg. 10, 38. 43; Matth. 1, 21. 23). Darum wollen wir uns vom Retter selbst sagen lassen, was er zum Thema Ehe, Kinder-Glauben, Besitz und Macht zu sagen hat. Mischen wir uns nun unter die »Volksmengen bei ihm«. Wir treffen manch einen mit einem verletzten und zerbrochenen Herzen. Die Beziehungs- und erst recht die Eheprobleme waren schon damals vielschichtig und schwer. Den Menschen seinerzeit und heute gilt die Einladung des Herrn: »Kommt alle her zu mir, die ihr müde seid und schwere Lasten tragt; ich will euch Ruhe schenken« (Matth. 11, 28).

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FREITAG, 4.AUGUST

5.MOSE 24, 1-4; MARKUS 10, 2-5

Nicht nur verletzte Menschen, gescheiterte Existenzen, Menschen mit ihren Sorgen und Nöten sind zu Jesus gekommen, sondern auch solche, die ihre Fragen bei Jesus anbrachten. In Markus 10 werden gleich zwei wichtige Lebensfragen angesprochen. Wir lesen die Verse 2 und 17 und überlegen: Mit welcher Herzenshaltung haben die Fragenden Jesus ihr Anliegen vorgetragen? Von den Pharisäern heißt es ausdrücklich, dass sie Jesus mit ihrer Frage eine Falle stellen wollten. Immer wieder hatten sie versucht, gegen Jesus zu ermitteln. (Vgl. Mark. 2, 24; 3, 2. 6. 22; 7, 1. 5; 8, 11.) Der Herr antwortete auf die Frage »Darf ein Mann sich von seiner Frau scheiden lassen?« mit einer Gegenfrage: »Was hat euch Mose geboten?« Damit war gesagt: o Jesus beruft sich bewusst auf das Gesetz und argumentiert mit und nicht gegen Mose. Die Pharisäer hatten insgeheim die Antwort erwartet, dass Jesus gegen die Ehescheidung ist. Dann aber hätten sie einen Grund zur Anklage gehabt: Jetzt haben wir den Beweis, dass du gegen die Anordnung Moses redest. o Jesus fragt ausdrücklich nach dem, was Mose geboten hat. Was hat er denn geboten? Etwa: Lasst euch scheiden? Weit gefehlt! Im Gesetz Moses wird der Scheidebrief zur Not in Kauf genommen, um einer bestimmten Situation zu begegnen. Er gehört aber nicht zur Grundordnung Gottes. Die Pharisäer dachten: Wir dürfen uns scheiden lassen; denn Mose hat's geschrieben. Jesus aber hält ihnen den Spiegel vor und sagt: Die Regelung Moses hängt mit eurem harten Herzen zusammen. - In welchem Stand auch immer wir leben, auf unser Herz kommt's an. Es soll ein Gott hingegebenes und ein liebendes Herz sein. Was bedeuten Psalm 51, 12; Sprüche 4, 23; Hesekiel 36, 26; Lukas 10, 25-28 und Hebräer 3, 7-14 für mein praktisches Leben und Verhalten?

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SAMSTAG, 5.AUGUST

MARKUS 10, 5-9; MALEACHI 2, 13-16

Jesus weist seine Gegner darauf hin, dass der Scheidebrief nicht zur Grundausstattung der Schöpfung gehört, sondern eine später hinzugetretene Not- Regelung darstellt, weil Menschen harte Herzen haben. In einem zweiten Gesprächsabschnitt (V. 6-9) erinnert Jesus seine Zuhörer daran, wie Gott sich die Ehe »von Anfang der Schöpfung an« gedacht hat: o Zur Ehe gehören ein Mann und eine Frau (1.Mose 1, 27). Als Gott die Menschen schuf, »schuf er sie als Mann und Frau«. Die Zweigeschlechtlichkeit, nicht die Gleichgeschlechtlichkeit, ist die schöpfungsgemäße, das heißt Gott gewollte Gestalt der Ehegemeinschaft. Alle außerehelichen oder gar gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften werden damit von Gott als nicht schöpfungsgemäß verworfen (Röm. 1, 21-26; 1.Kor. 6, 9-11). o Gott hat jede Ehe zusammengefügt. Wieder greift Jesus auf die Schöpfungsgeschichte zurück: die erste Ehe wurde im Garten Eden geschlossen. In der Schöpfungsgeschichte wird erzählt, dass Gott bei dieser paradiesischen Hochzeit zwischen Adam und Eva als »Brautführer « auftrat. Gott führte Eva zu Adam. Er fügte beide zusammen. Was damals alsSchöpfungsordnung Gottes eingesetzt wurde, wiederholt sich seitdem fortwährend: Das bedeutet, dass immer dann, wenn zwei Menschen sich finden und miteinander eine Ehe eingehen, diese vor Gott gültig ist. Er sieht sie als festen, lebenslänglichen Bund zwischen zwei Menschen an. Da die Ehe eine allgemeine Schöpfungsordnung ist, gilt: Mit der Eheschließung sind die beiden vor Gott zusammengefügt - unabhängig davon, ob sie in ihrer Partnerwahl nach dem Willen Gottes gefragt haben oder nicht. »Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.« Welch eine hohe Wertschätzung der Ehe! Wie denken und reden wir darüber? Wie können wir hilfreich füreinander sein, damit Gottes Wille auch in unserer Zeit geschieht? Dazu Epheser 5, 8-15. 21.

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SONNTAG, 6.AUGUST

MARKUS 10, 7-9

Jesus spricht hier vom »Einmaleins der Ehe«: Eins und eins ergibt eins. Diese enge Verbundenheit ist unter allen anderen Beziehungen zwischen Menschen einzigartig: o Die Ehe ist eine exklusive Gemeinschaft. Neben dem wirklichen Loslassen des Elternhauses, verbunden mit einer gesunden Eigenständigkeit der Ehepartner, ist im Bibeltext auch davon die Rede, dass beide einander »anhangen« werden, so wie etwa ein Körperteil am anderen »hängt«. »Wenn eine Ehe getrennt, auseinander gerissen, geschieden wird, ist das so, wie wenn Sie ein Stück von Ihrem Körper abschneiden. Sie werden dann noch weiterleben können. Aber Sie werden mit Behinderungen leben müssen. Etwas von Ihnen wurde amputiert« (M.Wanner). o Die Ehe ist ein Modell für die Beziehung zwischen Gott und Mensch. Besonders der alttestamentliche Prophet Hosea vergleicht die Beziehung zwischen Gott und Israel mit einer ehelichen Beziehung. Der Herr liebt sein Volk wie ein liebevoller Ehemann. Gott hat mit seinem Volk auch einen Bund geschlossen, er hat sich mit seinem Volk »verheiratet« und will ihm für immer die Treue halten. (Lies Hos. 2, 16-19. 21. 22; Jes. 62, 4. 5.) - Und Paulus vergleicht die Beziehung zwischen Christus und seiner Gemeinde mit der Ehe. Er schreibt: »Der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch Christus das Haupt der Gemeinde ist, die er als seinen Leib erlöst hat. Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch Christus die Gemeinde geliebt hat und hat sich selbst für sie dahingegeben, um sie zu heiligen« (Eph. 5, 23. 25. 26a). Es ist kaum auszudenken, was hier gesagt ist. Durch die Art und Weise, wie wir die Beziehung zu unserem Ehepartner leben, soll deutlich werden, wie das ist, wenn Jesus seine Gemeinde liebt. - »Lieben wie Jesus« - welch ein Programm! Hier ist jeder, der Christus nachfolgt, beschenkt und beauftragt: Lukas 10, 27-37; 1. Korinther 13, 4-7.

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MONTAG, 7.AUGUST

MATTHÄUS 19, 9; MARKUS 10, 10-12

Im dritten Gesprächsabschnitt sind die Jünger mit ihrem Herrn allein. Sie waren überrascht, ja, wie Matthäus 19, 10 nahe legt, erschrocken über die Gewichtung einer lebenslänglichen Ehe-Bindung. Außerdem waren sie in der pharisäischen Tradition aufgewachsen. Diese hatte das Scheidungsrecht zugunsten eines raschen Partnerwechsels außerordentlich gelockert, und die Jünger hätten deshalb eine Scheidung für möglich halten können. Nun mussten sie ein Doppeltes lernen: Einmal, dass Jesus eine Scheidungspraxis zum Zweck des Frauenwechsels als glatten Ehebruch entlarvte (Mark. 10, 11). Zum anderen sollten die Jünger verstehen, dass das konsequente Nein des Herrn zur Ehescheidung aus seiner Liebe zum Menschen und aus seinem Willen, den Sünder vom Bösen zu erlösen, kommt. Der Herr hat aber nicht nur den Willen, sondern auch die Kraft, von Schuld und Sünde zu befreien und ein zerbrochenes Leben zu heilen und zu heiligen. (Lies Kol. 1, 14; Röm. 12, 1. 2; 1.Kor. 1, 30; Eph. 1, 18-20.) »Statt Scheidung gilt Heilung, gilt Neuverkündigung und Neuergreifen von Christus, gilt Vergebung und Totenauferstehung, Geduld und Heiligung. Eine Ehe, die diesen Weg betritt und unablässig geht, löst eine Lawine des Segens aus bis ins tausendste Glied (2.Mose 20, 5. 6)« (A. Pohl). Zwei, die draußen im Meer schwimmen und zu ertrinken drohen, weil sie nicht mehr können, werden sich am Ende noch krampfhaft aneinander festhalten. Doch das wird ihnen nichts nützen. Sie werden sich gegenseitig in den Tod ziehen. Wenn aber auf einmal ein Fels käme, an dem sich beide festhalten können, wäre ihnen geholfen. Jesus Christus ist dieser Fels in der Brandung. An welchen Beziehungsnöten wir auch tragen mögen, wir müssen nicht an ihnen zugrunde gehen. Wir sollen hilfreiche Erfahrungen machen mit Psalm 66, 12 - mit aufrichtiger Buße (Ps. 130, 4; Dan. 9, 9. 10. 15-19a; Luk. 3, 8-14; Offb. 3, 15-21) - mit seelsorgerlich kompetenter Beratung (vgl. 2. Sam. 12, 1ff; Joh. 4, 16-19. 28-30).

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DIENSTAG, 8.AUGUST

MATTHÄUS 19, 13; MARKUS 10, 13-16

Jesus und die Kinder. Welche biblischen Geschichten kennen Sie, in denen ein Kind zu einem wichtigen Hinweis auf den lebendigen Gott wird? Offensichtlich ist es in unserem Textabschnitt einigen Vätern und Müttern (vielleicht auch älteren Geschwistern einer Familie) wichtig, dass Kinder in Kontakt mit Jesus kommen, »damit er sie anrühre«, das heißt: »ihnen die Hände auflege und bete«. So war es in der jüdischen Kindersegnung üblich. Doch statt des erwarteten Anrührens durch Jesus gibt es ein heftiges Anfahren durch die Jünger. Irgendwie störten Kinder den Gesichtskreis, die »frommen« Wünsche und Erwartungen der Jünger. Sie fieberten nach Größe und dem Reich Gottes im ganz großen Stil. »Vielleicht fühlten sie sich schon als die Minister des kommenden messianischen Reiches. Man kann die Parallele zum Gehabe des Gehasi in 2. Könige 4, 27 nicht übersehen. Aber spielen wir uns nicht ähnlich auf?« (G. Maier) (Vgl. Mark. 9, 33-37; 10, 35-37.) Doch dann folgt dem Schock für die Angeherrschten ein Schock für die Jünger: Jesus aber »wurde unwillig«. Er konnte es nicht ertragen, dass seine Jünger sich anmaßten, darüber zu bestimmen, wer Zugang zu ihm erhält und wer nicht. Der Zugang zu Jesus muss für alle Menschen offen bleiben! (Siehe Joh. 3, 16; Röm. 8, 32; 1. Tim. 2, 1. 3. 4.) Darum befiehlt der Herr: »Lasst die Kinder zu mir kommen, hindert sie nicht! Denn das Reich Gottes gehört Menschen wie ihnen.« Hier wird nicht auf später vertröstet, wenn du groß bist, wenn du die Bibel besser verstehst, wenn du . . . Jesus jedenfalls liebt Kinder, und er will sie bei sich haben. Wie wichtig ist es für uns, dass wir in unseren Häusern und Gemeinden ein vom Evangelium geprägtes kinderfreundliches Klima schaffen, das es unseren Kindern leicht macht, zu Jesus zu kommen.

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MITTWOCH, 9.AUGUST

MARKUS 10, 15

Sollte jemand unter den Jüngern nach der Korrektur des Meisters (V. 14) gedacht haben: Auch Kindern gehört die Gottesherrschaft, muss er sich von Jesus sagen lassen, nur Kindern gehört das Reich Gottes. Mit göttlicher Vollmacht (»wahrlich, ich sage euch«) verkündigt der Herr: »Wer das Reich Gottes nicht empfängt (wörtl.: auf- oder annimmt) wie ein Kind, wird dort nicht (wörtl.: keinesfalls, niemals) hineinkommen.« Damit ist Grundlegendes gesagt: o Das Reich Gottes wird empfangen, nicht verdient. Dazu Römer 3, 20. 28; Epheser 2, 8. 9; Titus 3, 5; 2. Timotheus 1, 9. Mit dem Kommen des Sohnes Gottes in unsere Welt gilt sein Wort: Das Reich Gottes »ist mitten unter euch« (Luk. 17, 21). So ist das Reich Gottes und der Empfang des Reiches an Jesus Christus gebunden. Vom ihm bezeugt der Evangelist Johannes: »Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben« (1, 12. 13). o Das Reich Gottes wird mit kindlichem Glauben empfangen. (Vgl. Röm. 1, 17; 3, 22; Gal. 2, 16; 3, 8. 24.) Wenn Jesus »ein Kind« zum Vorbild nimmt, liegt der Vergleichspunkt allein in der Tatsache, dass kleine Kinder ihr Leben noch nicht selbst in die Hand nehmen und meistern können. »Sie stehen absolut am Anfang . . . So besagt hier der Ausruf des Herrn: Lasst euch hinter alles zurückversetzen, was ihr schon erworben habt und geworden seid. Geht hinter eure Weisheit zurück und fangt vor Gott wirklich mit dem Anfang an, wie ein eben geborener Säugling (1. Petr. 2, 2). Nicht durch Aufstockung des Vorhandenen, sondern durch Neugeburt geht man in das Reich Gottes ein (Joh. 3, 3). Das ist also die geistliche Vollkommenheit des Kindes: Gott nötig haben in allem, bis auf den Grund. Darin standhalten und sich das Abba schenken lassen - das ist es« (A. Pohl).

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DONNERSTAG, 10.AUGUST

LUKAS 18, 18; MARKUS 10, 17-20

Jesus befand sich auf dem Weg »hinauf nach Jerusalem« (10, 32). Da trat ein Oberster auf ihn zu. Alles an ihm bezeugte Bekehrungsbereitschaft: der ehrfurchtsvolle Kniefall, die respektvolle Anrede und die über Leben und Tod entscheidende Frage: »Was soll ich tun, um das ewige Leben zu bekommen?« Der Mann hatte in seinem Leben schon sehr viel getan, um Gott zu gefallen. Und doch empfand er einen Mangel. Er spürte, dass ihm alle ernsthaften Anstrengungen, die Gebote Gottes zu erfüllen, keine Gewissheit darüber schenk- ten, ob er das ewige Leben bei Gott bekommen würde. Wie begegnet Jesus dem beunruhigten Mann? o Jesus hebt ihn mit einem kräftigen Ruck über die Geste menschlich gut gemeinter Komplimente und Ehrenbezeugungen hinaus und stellt ihn vor das Angesicht des einen Gottes. Damit will der Herr den Blick konsequent auf das erste Gebot, das uneingeschränkte Herr-Sein Gottes, richten. o Jesus bringt seinen Gesprächspartner nüchtern auf den Boden der Schrift zurück. Er verweist den Mann nicht, wie bei den Schriftgelehrten üblich, auf besondere Leistungen, sondern auf die »zweite Tafel« der Zehn Gebote. Zusammengefasst hieße das: Liebe deinen Nächsten. Dabei ist an die Nächstenliebe als Kehrseite der Gottesliebe gedacht. »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Verstand und deinen Nächsten wie dich selbst« (Luk. 10, 27; vgl. 3. Mose 19, 18; 5. Mose 6, 5; 1. Joh. 4, 21). o Jesus respektiert den Menschen, wie er ist. Der Herr nahm die Auskunft des Mannes, er habe ohne Raub, Mord, Ehebruch, Diebstahl oder Meineid gelebt, schlicht als wahr hin. Es gab je und je gerechte Reiche, die auch von ihren Mitmenschen geliebt wurden (Hiob 29, 11-16; 31, 31. 32; Luk. 7, 4. 5).

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FREITAG, 11.AUGUST

PSALM 62, 11b; MARKUS 10, 21

Wie begegnet Jesus dem beunruhigten Mann? o Der Herr sieht ihn voller Liebe an. Nach dem biblischen Urtext geht es hier um die suchende Liebe Gottes, die ihr Gegenüber »wählt und festhält, die den Geringeren emporhebt und über andere hinaushebt« (E. Stauffer). Ein Ausleger bringt diese freie und vorbehaltlose Liebe des Herrn auf den Punkt: »Grundloses Erwählen ergreift jetzt das Wort, nicht etwa Belohnung für Tugendhaftigkeit. « »Nicht hat euch der Herr angenommen und euch erwählt, weil ihr größer wäret als alle Völker - denn du bist das kleinste unter allen Völkern -, sondern weil er euch geliebt hat . . . « (5.Mose 7,7.8; vgl. Jes.43,4; Jer.31,3). o Jesus bringt den entscheidenden Mangel zur Sprache: »Eines fehlt dir.« Der Mann mochte aufhorchen: »Nur noch eins, etwas, das er bisher doch noch nicht zur ganzen Zufriedenheit Gottes getan hatte?« Jesus aber kam es weder auf mehr Leistung noch auf eine größere Genauigkeit an. Das eine, das dem Obersten fehlte, war der Eine, wie es der Herr schon in Vers 18 angesprochen hatte. Der reiche Gerechte lebte noch in einer entscheidenden Reserve Gott gegenüber. Bei allem Guten, um das er zweifellos bemüht war, fehlte die Erfüllung des ersten Gebots, fehlte die persönliche Herzens-Hingabe an Gott. So blieb der Mann letztlich sein eigener Herr. »Das gibt es: Lauter Unterwürfigkeit bei eigenen Wegen! Gott gleicht dann dem Verkehrspolizisten, dessen Winke man eilfertig befolgt, damit er einen nur ja fahren lässt. Im Übrigen kümmert einen der Verkehrspolizist herzlich wenig, und man selbst gehört sich selbst« (A.Pohl). »Gib mir, mein Sohn, dein Herz, und deine Augen lass an meinen Wegen Gefallen haben« (Spr. 23, 26; lies 5.Mose 10, 12; 1. Chron. 29, 9. 17-19; 2. Thess. 3, 5).

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SAMSTAG, 12.AUGUST

MATTHÄUS 13, 44-46; MARKUS 10, 21. 22 Wie begegnet der Herr dem Obersten? o Jesus zieht die praktische Schlussfolgerung. »Geh hin, was du hast - verkaufe es, und gib (den Erlös) den Armen. Und du wirst einen Schatz im Himmel haben. Und komm, folge mir nach.« Die steile Forderung, die Jesus hier ausspricht, zielt, wie auch die erwählende Liebe Gottes, auf das Herz des Mannes, auf seine persönliche Beziehung zu Gott als seinem Herrn. Wer Gott, seine vorbehaltlose und grenzenlose Liebe, sein Erwählen aus purer Liebe als größten Schatz erkannt und angenommen hat, der kann wie jener Mensch im Gleichnis handeln. Aus lauter Freude über den herrlichen Schatz »geht er hin und verkauft alles, was er hat«. »Angesichts des großen Schatzes fiel ihm sein Zeug gewissermaßen aus den Händen . . . Als ein von seinem Besitz Befreiter wäre dieser Mann nun auch frei gewesen, seine Freiheit fröhlich zu praktizieren . . . Auch wird deutlich, dass Entäußerung des Besitzes nicht Tugendgewinn ist, sondern im Dienst der Nächstenliebe steht. Vor lauter Geliebtwerden sollte er Liebe weitergeben« (A. Pohl).

Wie begegnete der Oberste Jesus?

Der Suchende hatte sich an die richtige Adresse gewandt. Ein heller und warmer Strahl von Liebe und Güte, von Herrlichkeit und Leben hatte ihn bei Jesus erreicht, doch er war (noch) nicht bereit, Gott über alle Dinge zu lieben und Jesus nachzufolgen. Darum ging er traurig weg. »Er hatte nämlich viele Besitztümer.« Jetzt tritt zutage: »Das, woran du dein Herz hängst, das ist dein Gott« (M. Luther). - »So fürchtet nun den Herrn und dient ihm in Aufrichtigkeit und Treue! Und tut die fremden Götter weg, die unter euch sind, und neigt euer Herz zum Herrn« (Jos. 24, 14. 23; vgl. Phil. 3, 4-12).

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SONNTAG, 13.AUGUST

MARKUS 10, 22-27; HEBRÄER 13, 5

Wir kennen das Sprichwort: »Geld regiert die Welt.« Regiert es auch unsere kleine Lebenswelt? Die Welt unserer Gedanken und Träume? Unsere Reaktion, wenn es darum geht, irdische Güter loszulassen, kann zeigen, welche Einstellung wir dazu haben. Dazu muss man gar nicht (besonders) vermögend sein. Aber Jesus hebt am Beispiel des Begüterten hervor: »Wie schwer werden die Reichen in das Reich Gottes kommen!« Warum? In Markus 4, 19 gibt Jesus einen wichtigen Hinweis. Die Gefahr, mit Hab und Gut an Gott vorbeizuleben, sich auf sich selbst und die eigene Tüchtigkeit zu verlassen, sich selbstherrlich oder selbstzufrieden zu bereichern und den Nächsten gering zu achten, ist sehr groß (Luk. 16, 19ff; 1. Tim. 6, 9. 10. 17). »Silber und Gold« können weder die innere Leere ausfüllen und weder die inwendige Sehnsucht nach Glück stillen noch uns von unserer Schuld erlösen. »Denn ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst seid von eurem nichtigen Wandel nach der Väter Weise, sondern mit dem teuren Blut des Christus als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes« (1. Petr. 1, 18. 19; vgl. Luk. 12, 16-21). Anders gesagt: Aufgrund menschlicher Bemühungen und mit menschlich noch so beeindruckenden Mitteln bekommen wir niemals Anteil am Reich Gottes. Deshalb fasst Jesus unsere Lage vor Gott in das krasseste Bild vom Kamel vor der Öse einer Nähnadel. Doch das Menschenunmögliche ist bei Gott möglich. »Denn alle Dinge sind möglich bei Gott.« Gottes Allmacht lädt uns zu grenzenlosem Vertrauen ein: Römer 4,16-25. Wenn ich an die Grenze meiner Möglichkeiten komme, wenn ich unter meinen Unmöglichkeiten leide, ruft mein Herr mir zu: Du musst nicht etwas können, aber du musst zu mir kommen. Vertrau mir doch! Dann wird alles gut.

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MONTAG, 14.AUGUST

MARKUS 10, 28-31

Die Jünger-Belehrung über die fesselnde Macht irdischer Reichtümer hatte die Jünger tief getroffen und verunsichert. Unter ihnen, wie übrigens auch unter den anderen Jüngern und Jüngerinnen des Herrn, gab es nicht nur Arme (Matth. 8, 14; Mark. 1, 20; Luk. 5, 3; 8, 3). Aber ihnen allen ist eins gemeinsam, das Petrus als Sprecher der Jünger hervorhebt: »Siehe, wir verließen alles und sind dir nachgefolgt« - bei uns ist das Menschen Unmögliche geschehen: Als deine Jünger gehören wir in die Königsherrschaft Gottes. Aber, was soll aus uns werden? Wir haben alles für ein Leben mit dir aufgegeben! Wir haben den Beruf, das Haus, die Frau, die Kinder, die heimatlichen Grundstücke, Vater und Mutter verlassen. Jesus sieht die Verunsicherung im Herzen seiner Jünger und beantwortet diese mit einer ganz großen Verheißung. Zunächst bestärkt der Herr: Es ist wahr, dass die Nachfolge ein Verlassen, Verzichten und Aufgeben verlangt - allerdings nicht aus eigenem Antrieb. Vielmehr erfolgt der Verzicht aus dem liebenden Ruf des Herrn (»um meinetwillen«) und aus der sachlichen Notwendigkeit der Mission (»um des Evangeliums willen«). Doch dann versichert Jesus seinen Nachfolgern, dass Gott sie »in dieser Zeit« - »mitten unter Verfolgungen« - großzügig, ja überreich beschenken wird. (Vgl. Ps. 23, 1. 5; Luk. 22, 35.) Dabei ist es durchaus eine hohe Ehre, dass Gott die »fröhlichen Geber« in sein Tun einbezieht. Dazu 1. Korinther 9, 6-11. Weit über alle Gaben hinausgehend, schenkt Gott in der zukünftigen Welt das ewige Leben. Gerade im Blick auf das Ende sollte ein Jesus-Jünger beherzigen: den endgültigen Maßstab hat allein Gott. »Viele Erste werden Letzte und Letzte Erste sein.« Das Wort will Warnung sein für Selbstsichere, die Gott so leicht ihr Leben in der Nachfolge vorrechnen. Es will aber auch Trost sein für die Gebeugten und Zu-kurz-Gekommenen.

Anfang

DIENSTAG, 15.AUGUST

MARKUS 10, 32-34

Vom Ostjordanland (10, 1a) ging es jetzt in die letzte Etappe - unwiderruflich hinauf nach Jerusalem und hinein ins Zentrum der Bedrohung (vgl. Mark. 3, 22; 7,1). Auffällig und bedeutsam, dass es heißt »und Jesus ging ihnen voran«. Das Vorangehen war für einen Rabbi selbstverständlich. Die ausdrückliche Erwähnung an dieser Stelle signalisiert: o Jesus sträubte sich nicht gegen das bevorstehende Leiden. Vielleicht hat er sich erinnert an das Wort des Propheten: »Der Herr, Herr, hat mir das Ohr geöffnet, und ich, ich bin nicht widerspenstig gewesen, bin nicht zurückgewichen« (Jes. 50, 5). o Jesus wollte einen Durchbruch erzielen. Das Ziel seiner Sendung bestand ja gerade darin, den Weg zum Vater freizu- machen. »Er wird als ein Durchbrecher vor ihnen heraufziehen; sie werden durchbrechen und durchs Tor hinausziehen, und ihr König wird vor ihnen hergehen und der Herr an ihrer Spitze« (Micha 2, 13). o Jesus legte eine Spur der Treue. »Den Weg der Treue habe ich erwählt« - wie oft mochte er diesen Entschluss im Gebet gefasst haben (Ps. 119, 30). Der Herr wusste um den Schrecken und die große Angst im Herzen derer, die ihm jetzt auf seinem Weg nach Jerusalem nachfolgten. Indem er ihnen wie ein Hirte seiner Herde voranging, machte er deutlich: Gott will es so haben. »Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe . . . Der Vater liebt mich, weil ich bereit bin, mein Leben zu opfern, um es aufs Neue zu erhalten« (Joh. 10, 11. 16. 17). Welch ein Trost, dass Jesus den Weg hinauf nach Jerusalem durchgehalten und siegreich vollendet hat! Das haben die Jünger später verstanden und gelernt: Die Jesus-Nachfolge ist Bindung an den leidenden und siegreichen Christus. Mit Psalm 23, 3. 4 und 1. Petrus 2, 21-25; 4, 12-14 dürfen auch wir einander ermutigen.

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MITTWOCH, 16.AUGUST

MARKUS 10, 35-40

Wie berührt Sie die Bitte der beiden Brüder Jakobus und Johannes? Zunächst beachten wir, dass Jesus ihnen den Beinamen »Donnersöhne« gab (Mark. 3, 17). Ihr energisches Durchsetzungsvermögen begegnet uns auch in Markus 9, 38 und Lukas 9, 54. Offensichtlich meldeten sie jetzt ihren Anspruch auf einen ganz besonderen Platz im messianischen Reich an. »Sie tun das mit strategischer Vorausplanung. Dazu gehört nicht nur der Einsatz der Mutter (Matth. 20, 20ff), sondern auch das Bestreben, Jesus von vornherein festzunageln: Lehrer, wir wollen, dass du für uns tust, worum wir dich bitten (V. 35). Wenn wir so beten würden, könnte uns Gott nicht mehr korrigieren und auch nicht mehr dadurch wohl tun, dass er unsere Bitten ablehnt« (G. Maier). - Was können wir für die Jesus-Nachfolge aus der Bitte der »Donnersöhne« lernen? o Starkes, beharrliches Vertrauen zu Jesus. Trotz Leidensankündigungen, trotz heftiger Konfrontationen ihres Meisters mit der religiösen Führerschaft, trotz bröckelnder Treue innerhalb der größeren Jüngerschar (Joh. 6, 66) halten Jakobus und Johannes an Jesus als ihrem König fest. Ihm wollen sie ganz nahe sein und bleiben. Dazu Hebräer 10, 35-39. o Einordnung unseres Willens unter Gott. Es ist gut, wenn wir wissen, was wir wollen. Doch wie leicht können wir uns inunsere Vorstellungen und Wünsche verhaken! Ein Jesus-Jünger wird sich darum immer wieder am Vorbild des Herrn ausrichten. Jesus selbst orientierte sein ganzes Leben Schritt für Schritt am Willen des Vaters: »Ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat« (Joh. 5, 30). (Vgl. Ps. 40, 9; Joh. 4, 34; 8, 28. 29; 12, 49. 50; Hebr. 10, 7.) Wo stehe ich in Gefahr, meinen Willen, meine Ansichten und Absichten durchzuboxen? Stattdessen verspricht Jesus denen, die sich Gott unterstellen: »Was ihr bitten werdet in meinem Namen, das werde ich tun, damit der Vater verherrlicht werde im Sohn« (Joh. 14, 13).

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DONNERSTAG, 17.AUGUST

MARKUS 10, 37-40

Die Bitte der Zebedäus-Söhne verdient besondere Beachtung im Zusammenhang mit der Passion des Herrn. Während es von ihm heißt »sie werden ihn verspotten und anspeien, ihn geißeln und töten« (V. 34), verhandeln Jakobus und Johannes die Frage nach Rang und Namen, Größe und Macht. Jesus setzt dagegen: Es ist wohl wahr, »dass ihr esst und trinkt an meinem Tisch in meinem Reich und auf Thronen sitzt, die zwölf Stämme Israels zu richten« (Luk. 22, 30), aber im Reich Gottes wird wahre Größe am Maßstab des Kreuzes gemessen. »Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder mit der Taufe getauft werden, mit der ich getauft werde?« Mit dem doppelten Bildwort (Kelch und Taufe) spricht der Herr ein und dieselbe Sache an: Er wird den Kelch des Gerichtszornes Gottes austrinken und sein Leben in den Gerichtswellen des Todes verlieren. (Vgl. Jes. 51, 17; Jer. 49, 12; Mark. 14, 36; Ps. 88, 8; Jona 2, 4). Dabei wird er die schrecklichste Schrecklichkeit erleben: die Trennung von Gott. Davor schreckt der Herr zurück. (Lies Luk. 22, 41-44.) Und diesen Weg in unerhörte Dunkelheit hält Jesus den Jüngern vor Augen. Er bestätigt ihre Treue, indem er ihnen zusichert, dass sie in einem gewissen Sinn Teilhaber an seinen Leiden sein werden. Aber ihrem Ehrgeiz zieht der Herr eine klare Grenze (V. 40). »Beugt euch also in Demut unter die mächtige Hand Gottes, damit er euch erhöht, wenn die Zeit gekommen ist. Werft alle eure Sorge auf ihn, denn er kümmert sich um euch . . . Der Gott aller Gnade aber, der euch in der Gemeinschaft mit Christus Jesus zu seiner ewigen Herrlichkeit berufen hat, wird euch, die ihr kurze Zeit leiden müsst, wiederaufrichten, stärken, kräftigen und auf festen Grund stellen« (1. Petr. 5, 6. 7. 10).

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FREITAG, 18.AUGUST

JOHANNES 13, 34; MARKUS 10, 41-45

Im Jüngerkreis war wieder der alte Streit aufgebrochen (vgl. Mark. 9, 33. 34). Demonstrativ ruft der Herr sie zu sich: Ihr wisst, wie die Herrschaftsstrukturen der Welt funktionieren. Die Ausübung der Macht wird zum eigenen Vorteil ausgenutzt und auf Kosten der Beherrschten missbraucht. Der Herr wird herrisch, die Gewalt gewalttätig, das Amt anmaßend. - In der Jesus-Gemeinde dagegen gilt der Grundsatz »So aber nicht!« Wie dann? Das Entscheidende an der Antwort des Herrn ist, dass er nicht Größe und Strukturen an sich entwertet, etwa nach dem Motto: Ihr seid nichts, ihr habt nichts, ihr könnt nichts, sondern, dass er selbst Größe anbietet. Aber dieses ER SELBST ist unentbehrlich, ja not-wendig. Losgelöst von ihm führte seine Anordnung in einen krankhaften Krampf. Unterwürfigkeit und Augendienerei oder Willkür und Unterdrückung wären Tür und Tor geöffnet. Wo aber Jesus Christus, ER SELBST, der frohe Mittelpunkt einer Jünger- Gemeinschaft ist, kann echte Jesus-Größe wachsen. Worin besteht sie? Was ist ihr Kennzeichen? Die Jesus-Größe ist nichts anderes als die Jesus-Liebe, die sich im hingebungsvollen Dienen mitteilt. Dabei gibt Jesus eine zweifache Dienst-Ausrichtung vor: In Vers 43 geht es um den Dienst innerhalb der christlichen Gemeinschaft (»bei euch - euer Diener«). Die Jesus-Art, von der es heißt: »Ich aber bin in eurer Mitte wie der Dienende«, soll auch die Jünger- Gemeinde prägen (Luk. 22, 27; vgl. Joh. 13, 1-17). In Vers 44 hebt Jesus hervor: »Und wer bei euch Erster sein will, wird aller Sklave sein.« Die Jesus-Liebe wächst über die eigenen Reihen hinaus zu allen Menschen hin. Jahre später hat der Geist Gottes diesen Grundsatz auch dem Apostel Paulus nahe gebracht: »Denn obwohl ich allen gegenüber frei bin, habe ich mich allen zum Sklaven gemacht, damit ich so viele wie möglich gewinne« (1. Kor. 9, 19).

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SAMSTAG, 19.AUGUST

MARKUS 10, 45; PHILIPPER 2, 5-8

Firmen, Organisationen und Institutionen messen Größe am persönlichen Erfolg. Jesus lehrte seine Jünger, dass wahre Größe darauf beruht, anderen zu dienen, wie auch er den Menschen gedient hat. Er, der Menschensohn, wahrlich ein »Großer« (V. 42. 43) und ein »Erster« (V. 44), kam nicht, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen. Er unterliegt nicht dem Gesetz der Eigensucht wie die Größen dieser Welt. »Ihm geht es nicht um das Fell seiner Schafe, sondern bis zum Verlust seines eigenen Lebens um ihr Leben. So wird Daniel 7, 13. 14 durch Jesaja 53 vertieft« (A. Pohl). - Den Einsatz seines eigenen Lebens »bis zum Tod am Kreuz« bezeichnet der Herr als Bezahlung für zahlungsunfähige Menschen und damit als Befreiung von Schuld. Wenn die Jünger dachten, die Macht von Jesus würde sie von der bedrückenden Herrschaft Roms befreien, sagte Jesus ihnen, dass sein Tod sie von der bösen Macht der Sünde befreit. So ist die Erlösung durch Jesus Christus Grundlage und Leitbild für den Dienst der Jünger-Gemeinschaft. »Christus gab sein Leben für uns hin; daran haben wir erkannt, was Liebe ist. Auch wir müssen deshalb unser Leben für unsere Brüder einsetzen.« Das schrieb Jahre nach jenem peinlichen Streit der einstige »Donnersohn« Johannes, der sich von der dienenden Liebe seines Herrn prägen und umgestalten ließ. Wir lesen 1. Johannes 3, 16-24. Wir dürfen mit Worten von Otto Riethmüller beten: »Gib deiner Liebe Lichtgedanken mit Vollmacht uns in Herz und Mund; mach, woran Leib und Seele kranken, durch deine Wunderhand gesund. Schließ auf, Herr, über Kampf und Sorgen das Friedenstor der Ewigkeit. In deiner Burg sind wir geborgen, durch dich gestärkt, zum Dienst bereit.« Amen.

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SONNTAG, 20.AUGUST

PSALM 146, 8; MARKUS 10, 46-52

Nach dem biblischen Unterricht zum Thema »Dienende Liebe« kommt die Praxis. Wo sind die Jünger des Herrn jetzt zu finden? Hoffentlich gehören sie nicht zu denen, die den blinden, um Barmherzigkeit schreienden Bettler anfauchen und bedrohen. Vielleicht gehen sie Jesus still zur Hand, als der Herr stehen blieb und sagte: »Ruft ihn!« (V. 49). Es wäre zu wünschen, dass hinter der allgemeinen Aussage »sie rufen den Blinden« sich Namen verbergen wie etwa Jakobus und Johannes. Denn was »sie« dann sagen, ist so ermutigend, so tröstlich, dass es einem Jesus-Jünger gut steht, wenn er verkündet: »Sei guten Muts! Steh auf, er ruft dich!« Entscheidend ist, dass dieser »Zubringer-Dienst« wahrgenommen wird. Wir wollen uns der Frage nicht entziehen: Blockiere ich den Weg zu Jesus mit meinem Benehmen, oder begleite ich den anderen zum Herrn? Wenige Wochen nach der Begegnung mit Bartimäus sehen wir den Jünger Johannes gemeinsam mit Simon Petrus im »Zubringer-Dienst« beschäftigt: Apostelgeschichte 3, 3-8. 12-16. So wichtig die dienende Liebe ist, so notwendig ist der persönliche Glaube des Suchenden an Jesus Christus. Was können wir vom Glauben des Bartimäus lernen? o Sein Glaube ist ein hörender Glaube. Sehen konnte der Mann nicht, aber hören. Er hatte viel von Jesus gehört und glaubte, dass Jesus als Nachkomme Davids der »starke Gott und Friedefürst« ist (Jes. 9, 5). o Sein Glaube ist ein beharrlicher Glaube. Er lässt sich nicht entmutigen, sondern behält das Ziel, die Barmherzigkeit Gottes, im Auge. Zur weiteren Vertiefung: Matthäus 15, 21-27. o Sein Glaube ist gehorsamer Glaube. Er lässt »alte Sicherheiten« liegen, geht auf Jesus zu, gibt ihm Zugang zu seiner Not und vertraut auf die rettende Macht des Herrn. »Seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu« (Klagel. 3, 22. 23).

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DER HERR REGIERT - PSALM 33

MONTAG, 21.AUGUST

PSALM 33, 1-22; 32, 1-5

In Psalm 32, 1-5 spricht David vom Segen der Sündenvergebung. In Psalm 33, 1 ruft er nun alle auf, die auf diese Weise vor Gott gerecht gemacht wurden, sich über Gott zu freuen. Diese Freude sollen sie nicht nur für sich selbst im Herzen behalten, sondern sie mit anderen teilen, indem sie Loblieder singen und dazu musizieren. Sie sollen es als ihre schönste Aufgabe und als ein besonderes Vorrecht ansehen, Gott zu loben, ihm zu danken, ihn anzubeten und ihm ein »neues Lied« zu singen. Die Gründe für solches Lob über Gott entfaltet der Psalmist in den nachfolgenden Versen: Verse 4. 5: Gott ist wahrhaftig und gnädig. Verse 6. 7: Gott hat die Welt erschaffen und wird sie auch erhalten. Verse 8-11: Gott regiert in seiner Weisheit. Vers 12: Gott neigt sich zu denen, die nach ihm fragen, und erwählt sie zu seinem Eigentum. Verse 13-17: Gott wacht über allem Geschehen auf dieser Erde. Kein noch so modern ausgerüstetes Heer, kein noch so imposant auftretender Machthaber kann ohne die Zulassung Gottes etwas ausrichten. Verse 18. 19: Gottes Augen sind besonders auf diejenigen gerichtet, die sich ihm anvertrauen. Wecken diese wunderbaren Tatsachen in uns eine neue Dankbarkeit und Freude? Ein »neues Lied«, das Lied der Anbetung über unseren großen Gott, der heute noch derselbe ist wie zur Zeit Davids? Psalm 33 will uns hineinführen in die Anbetung und uns schon einen Vorgeschmack davon geben, wie es einmal sein wird, wenn wir mit »einer großen Schar, die niemand zählen kann, aus allen Stämmen und Nationen und Sprachen« vor dem Thron Gottes anbeten werden. Fangen wir doch heute schon damit an! (Lies Offb. 5, 7-14; 7, 9-12; 15, 2-4.)

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DIENSTAG, 22.AUGUST

PSALM 33, 1-22

Für Martin Luther muss dieser Psalm eine besondere Bedeutung gehabt haben. Er schrieb dazu: »Der 33. Psalm ist ein Dankpsalm, der insgemein Gott dankt für die Wohltat, dass er seinen Gläubigen hilft in allerlei Not und sie nicht stecken lässt. Denn er kann helfen, weil er alles geschaffen hat und noch alles schafft mit einem Wort, er, dem nichts unmöglich ist. Dazu ist er gütig und treu, dass er helfen will, wie er verheißen hat: Ich will dein Gott sein, das ist, ich will dein Trost, Hilfe, Heil, Leben und alles Gute sein wider alles, das dir böse sein will; denn das heißt Gott sein. Besonders aber dankt und rühmt der Gläubige die gewaltige Wohltat Gottes, dass er aller Welt, auch der Könige und Fürsten Herzen, Gedanken, Vornehmen, Zürnen und Toben lenkt, nicht wie sie wollen, sondern wie er will. Er macht auch alle ihre Anschläge am Ende zunichte, dass sie nicht ausführen können, was sie gerne wollten. Was sie vorhaben wider die Gerechten, das kehrt er stracks um und macht sie zu Schanden. Das ist eine sonderliche (bemerkenswerte) Freude und ein starker Trost seiner Heiligen wider das hochmütige und unmäßige Dräuen (Drohen), Trotzen und Pochen der wütenden Tyrannen, die da meinen, sie wollen wohl mit ihrem Dräuen alle Heiligen Gottes auffressen und Gott selbst vom Himmel stürzen. Aber ehe sie es zur Hälfte bringen, so liegen sie im Kot.« Wer oder was auch immer uns heute bedrängen und erdrücken mag, wir dürfen unseren Blick auf den Herrn richten. Er ist größer, und er ist stärker. Unser Gott verändert sich nicht. (Lies Jes. 41, 4; 44, 6; Hebr. 13, 8; Offb. 1, 8.)

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MITTWOCH, 23.AUGUST

PSALM 33, 1-4; 40, 2-4

Der Dichter des 33.Psalms fordert uns in den ersten Versen sechsmal zum Lob Gottes auf: Freuet euch des Herrn, ihr Gerechten! Preiset ihn, ihr Frommen! Danket dem Herrn! Lobsinget ihm! Singet ihm ein neues Lied! Spielt schön mit fröhlichem Schall! Ein »neues Lied« kann anstimmen, wer dem Herrn auf neue Weise begegnet ist. (Lies Ps. 144, 9. 10; 149, 1-4; Jes. 42, 10-12.) Manchmal kommt solch ein Loblied auch aus der Tiefe einer Not. Leid und Not sind für Gott kein Hindernis, uns auch in einem Tränental mit seinem Trost zu berühren und uns mit seiner Hilfe zu beschenken. Welche Erfahrungen haben wir mit Hiob 35, 10 und Apostelgeschichte 16, 25 gemacht? Der Kirchenvater Augustin riet einmal: »Wer ein neues Lied singen will, der konzentriere sich immer wieder auf die ewigen Dinge.« Auch der Psalmdichter möchte unseren Blick auf das Bleibende richten: »Denn desHerrn Wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das hält er gewiss.« Auf das von Gott gegebene Wort können wir in jeder Situation bauen. Es ist unbedingt zuverlässig. Dafür bürgt er mit seinem Namen. »Was er zusagt, das hält er gewiss.« Das biblische Losungswort für das Jahr 2006 ist solch eine Zusage, an die wir uns heute erinnern können. Gott verspricht: »ICH will dich nicht verlassen, noch von dir weichen« (Jos. 1, 5b). Diese Verheißung galt nicht nur Josua für seine neue und anspruchsvolle Aufgabe als Nachfolger von Mose. Gottes Zusage gilt auch uns ganz persönlich. Im hebräischen Sprachgebrauch enthält diese Zusage eine dreifache Verneinung. Jede schließt entschieden die Möglichkeit aus, dass der Herr jemals eines seiner Kinder so allein lassen wird, dass es sich mit Recht von seinem Gott verlassen fühlen könnte. (Lies 1.Kön. 8, 20. 23. 24. 56; Jos. 21, 45; 23, 14.)

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DONNERSTAG, 24.AUGUST

PSALM 33, 4; 2. SAMUEL 7, 2

»Des Herrn Wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das hält er gewiss.« Gottes Wort ist die verlässlichste Zusage, die uns je gemacht werden kann. Es ist die Kraftquelle für unser Leben. Es ist Hoffnungswort, wenn unser Lebensweg ins Dunkel führt. Es ist Trostwort, das uns aufrichtet, das den Schmerz lindert und Geborgenheit schenkt. Jesus versprach seinen Jüngern: »Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen; ich komme zu euch« (Joh. 14, 18). Es ist ein Wort, das ewig besteht: »Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen« (Mark. 13, 31). Gottes Wort vermittelt in bedrängender Situation Mut und Kraft: »Gottes Wege sind vollkommen, die Worte des Herrn sind unzweifelhaft wahr. Er ist ein Schild allen, die ihm vertrauen « (Ps. 18, 31). Gottes Wort sättigt und macht den froh, der Hunger nach einem erfüllten Leben hat: »Dein Wort ward meine Speise, sooft ich's empfing, und dein Wort ist meines Herzens Freude und Trost; denn ich bin ja nach deinem Namen genannt, Herr, Gott Zebaoth« (Jer. 15, 16). Gottes Wort hat reinigende und bewahrende Kraft: »Ich behalte dein Wort in meinem Herzen, damit ich nicht wider dich sündige« (Ps. 119, 11). Der Schreiber des 119. Psalms weiß: »Dein Wort macht mich klug« (V. 104). Es lohnt sich also, wenn wir uns mit dem Wort Gottes beschäftigen; denn es ist ein echtes »Lebensmittel « für unser Dasein. In der stillen Begegnung mit dem Wort Gottes legt sich etwas von der Herrlichkeit Gottes auf unser Leben, die im Kontakt mit anderen Menschen spürbar und sichtbar wird. Wirklich helfen können wir darum nur mit dem, was der Herr uns durch sein Wort schenkt. (Lies Phil. 2, 14-16; Kol. 3, 16; Eph. 6, 17.)

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FREITAG, 25.AUGUST

PSALM 33, 4-9; 148, 5

Der Psalmist spricht nicht nur von der Wahrheit und der Zuverlässigkeit des Wortes Gottes. Er zeigt auch, dass dieses Wort eine schöpferische Kraft ohnegleichen in sich selbst birgt. Schon auf der ersten Seite der Bibel lesen wir, dass Gott die Welt durch sein Wort ins Leben rief. »Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht« (1.Mose 1, 3). Der Schöpfer spricht nur ein Wort, und das genügt! Das zeigt die grenzenlose Macht, die ihm zur Verfügung steht. Mögen viele sich auf Schöpfungstheorien verlassen, wer Gott persönlich kennen gelernt hat, weiß, dass die grandiosen, exakt berechenbaren Abläufe im Weltall oder im menschlichen Organismus nicht durch Zufall entstehen konnten, und sich auch nicht im Laufe von Jahr-Millionen entwickelt haben. Sein Wort ist es, das den ganzen Kosmos erschaffen hat, ihn trägt und zusammenhält (vgl. Hebr. 1, 2). »Das Wort Gottes regiert alles; es lenkt den Gang der Sterne, das Fallen eines Steines, den Weg des Lichts, das Fließen des Wassers, das Werden und Wachsen des Lebens. Was wäre vernünftiger, als sich um die Erkenntnis dieses Wortes zu mühen und dann diesem Wort zu vertrauen?« (B. Peters) Die Jünger erlebten, wie es immer das Wort des Herrn war, das Situationen und Menschen veränderte. Als sie im Sturm unterzugehen drohten und in Angst und Schrecken kamen, »stand Jesus auf und bedrohte den Wind und sprach zu dem Meer: Schweig und verstumme! Und der Wind legte sich, und es entstand eine große Stille« (Mark. 4, 39). Der Hauptmann von Kapernaum bangte um das Leben seines Knechtes. Er kam mit der Bitte zu Jesus: »Sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund . . . Und als die Boten wieder nach Hause kamen, fanden sie den Knecht gesund.« (Lies Luk. 7, 1-10; Joh. 11, 40-45.)

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SAMSTAG, 26.AUGUST

PSALM 33, 6. 7; JESAJA 40, 25-28

»Ein Hauch seines Mundes genügt, um das unzählbare Sternenheer ins Dasein zu rufen.« Der Psalmist benützt hier wohl den stärksten Ausdruck, der ihm zur Verfügung stand, um der Größe und Allmacht der überlegenen Souveränität Gottes Ausdruck zu verleihen. Dabei steht der Begriff »Heer« nicht nur für die grandiose Sternenwelt, sondern auch für die ganze Schar der himmlischen Wesen, für die Engel, die »himmlischen Heerscharen«. (Lies 1.Kön. 22, 19; Luk. 2, 13.) Und Gott selber trägt den Namen »Herr der Heerscharen, Herr Zebaoth «. Es wird der Tag kommen, an dem die gesamte Schöpfung ihn loben und anbeten wird. (Lies Ps. 148, 1-14; Offb. 5, 13.) Dann wendet der Psalmist seinen Blick weg vom gewaltigen Firmament auf das Wasser der Weltmeere und sagt: »Er hält die Wasser des Meeres zusammen wie in einem Schlauch und sammelt in Kammern die Fluten.« Vielleicht erinnerte der Psalmsänger sich an jenen Tag, als das Volk Israel auf seiner Wüstenwanderung vor dem Roten Meer stand. Durch das Eingreifen Gottes teilten sich die Fluten vor den bedrängten und verfolgten Israeliten, und sie konnten trockenen Fußes ans andere Ufer gelangen (2.Mose 14, 13ff). - Diese kühnen Bilder, die der Psalmist in den Versen 6 und 7 wählt, zeigen die mühelose Überlegenheit, mit der Gott, der Allmächtige, die Himmelswelt und die Wasserfluten auf der Erde, ja das ganze Geschehen auf dieser Welt, in seiner starken Hand hat. Und dieser große und unvergleichliche Gott neigt sich zu uns herab und kümmert sich um uns ganz persönlich. So viel sind wir ihm wert. Darum ist es nur recht und gut, ihn anzubeten und in Ehrfurcht vor ihm zu leben. Welche Hilfen dazu finden wir in Psalm 92, 2-6. 13-16 und Epheser 1, 3-14?

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SONNTAG, 27.AUGUST

PSALM 33, 8; 34, 8. 10.12

Nachdem der Dichter des 33. Psalms uns Gott in seiner unübertroffenen Größe, Macht und Herrlichkeit vorgestellt hat, ruft er dazu auf, in tiefer Ehrfurcht vor diesem Gott zu leben: »Alle Welt fürchte den Herrn, und vor ihm scheue sich alles, was auf dem Erdboden wohnt.« Für den Psalm-Beter ist die Ehrfurcht vor Gott ein wichtiges Thema, das er für sich persönlich, ebenso für die zukünftigen Menschen-Generationen, im Auge behalten will. Er weiß, wirklich weise ist nur der, der in der Ehrfurcht vor Gott lebt. »Der Weisheit Anfang ist die Furcht des Herrn, und den Heiligen erkennen, das ist Verstand« (Spr. 9, 10). In der rechten Beziehung zum Herrn zu leben, ist also der Drehund Angelpunkt allen wahren Glücks. Klug ist demnach der, der nicht zulässt, dass diese Beziehung zu Gott gestört ist. Die praktische Seite der Ehrfurcht vor Gott beschreibt Salomo so: »Wer Ehrfurcht vor Gott hat, der hasst das Böse, er verachtet Stolz und Hochmut.« Und weiter weist er darauf hin, dass der, »der den Herrn fürchtet, eine sichere Festung hat, und auch seine Kinder werden beschirmt. Die Furcht des Herrn ist die Quelle des Lebens« (Spr. 8, 13; 14, 26. 27). Die Haltung der Ehrfurcht vor dem Herrn beeinflusst auch unsere Beziehungen zueinander. Von den Gemeinden in Judäa und Galiläa und Samarien wird gesagt, dass sie Frieden hatten, sich aufbauten und in der Furcht des Herrn lebten und viele Menschen für Gott gewonnen wurden (Apg. 9, 31). An die Gemeinde in Ephesus schreibt Paulus in der »christlichen Haustafel «: »Ordnet euch aus Achtung vor dem Herrn bereitwillig einander unter« (Eph. 5, 21). Welche praktischen Hilfen finden wir dazu in Philemon 4-21?

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MONTAG, 28.AUGUST

PSALM 33, 10. 11; 2, 1-4

Wie in der Schöpfung alles nach Gottes Willen geworden ist, so liegt auch der Verlauf der Weltgeschichte und die Geschichte meines kleinen Lebens in Gottes guter Hand. Welch ein Trost in einer Zeit der Unsicherheit, der Ängste und Bedrohungen! Keiner weiß, was morgen auf ihn zukommt, aber »der Herr ist hoch über alle Völker; seine Herrlichkeit reicht, so weit der Himmel ist. Wer ist wie der Herr, unser Gott, im Himmel und auf Erden? Der oben thront in der Höhe, der herniederschaut in die Tiefe, der den Geringen aufrichtet aus dem Staube und erhöht den Armen aus dem Schmutz, dass er ihn setze neben die Fürsten« (Ps. 113, 3-8). Menschen planen Unheil, aber »der Herr vereitelt den Rat der Nationen«. Gott »wehrt den Gedanken der Völker«, aber sein Handeln kann niemand verhindern. Zu dieser Einsicht kam auch Nebukadnezar, der stolze und selbstsichere Herrscher von Babel. Er ließ ein überdimensionales goldenes Standbild errichten, vor dem jeder im Land niederfallen sollte, um es anzubeten. Drei gottesfürchtige Männer widersetzten sich der Anordnung und zogen dadurch die Todesstrafe im Feuerofen auf sich. Aber der Herr wachte über ihrem Leben, »sodass das Feuer ihnen nichts anhaben konnte und ihre Haare nicht versengt und ihre Mäntel nicht versehrt waren; ja, man konnte keinen Brandgeruch an ihnen riechen« (Dan. 3, 27). Als Gottes Hand schwer auf Nebukadnezar lag, erkannte er, wer der lebendige Gott ist. Wir lesen Daniel 4, 31-34. Dieser allmächtige Herr hält auch unser Leben in seiner Hand! Die Hand Gottes bewahrt uns nicht immer vor Not und Leid. Wir können sehr vom Kummer gebeugt sein und in seiner Hand umfallen. Aber wir können nicht aus seiner Hand herausfallen. Dazu Johannes 10, 27-30 und 11, 25. 26.

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DIENSTAG, 29.AUGUST

PSALM 33, 12

»Glückselig das Volk, dessen Gott der Herr ist, das Volk, das er zum Erbe erwählt hat!« Zum fünften Mal findet sich an dieser Stelle in den Psalmen eine Seligpreisung. »Glücklich ist der zu nennen, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen.« »Glücklich ist der Mensch, der dir vertraut.« »Glücklich der, dem die Übertretung vergeben ist. Glücklich der, dem der Herr die Schuld nicht zurechnet.« »Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten« - (Ps. 1, 1. 2; 2, 12; 32, 1. 2; vgl. Ps. 84, 5. 6. 13; 89, 16. 17). Jede dieser Seligpreisungen drückt das Glück derer aus, die den lebendigen Gott als ihren persönlichen Herrn kennen. Sein Rat bedeutet für sie Leben und Geborgenheit, Vergebung und Zuversicht. Dabei geht es nicht nur um die ewige Seligkeit, sondern auch um ein gesegnetes und erfülltes Leben in dieser Zeit. Als Mose die Stämme Israels vor seinem Tod segnete, sprach er zu ihnen: »Gesegnet bist du, Israel! Wer ist wie du: ein Volk, das der Herr gerettet hat? Er ist dein Schild, der dich schützt, und dein Schwert, das dir zum Sieg verhilft! Deine Feinde werden dir ihre Ergebenheit heucheln, du aber wirst über sie triumphieren!« (5.Mose 33, 29, Neues-Leben-Bibelübersetzung). Das große Glück derer, die zum Herrn gehören, besteht auch darin, dass der Herr sie zu seinen Erben erwählt hat. Welch ein einzigartiges Privileg! »Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten Erbe, das aufbewahrt wird im Himmel für euch« (1. Petr. 1, 3. 4). Welch ein unbeschreiblicher Reichtum kommt durch die Gemeinschaft mit Jesus in unser Leben! (Lies Joh. 1, 16-18; Eph. 1, 18. 19; 2, 4-10; 3, 16; Kol. 1, 12-14. 27; 2, 8-10.)

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MITTWOCH, 30.AUGUST

PSALM 33, 13-15; JEREMIA 32, 17-19

In Psalm 14, 2. 3 heißt es: »Der Herr schaut vom Himmel auf die Menschenkinder, dass er sehe, ob jemand klug sei und nach Gott frage. Aber sie sind alle abgewichen und allesamt verdorben; da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer.« Warum fährt der Beter des 33. Psalms nicht in ähnlicher Weise fort? Der Grund liegt darin, dass da ein Volk ist, dessen Gott der HERR ist. Er hat es zu seinem Erbe erwählt. Als seine Erwählten »in Christus« wissen wir, dass Gott mit Wohlgefallen auf uns schaut. Jesus selbst hat in der Zeit seines Erdenlebens diesen liebevollen Blick Gottes für die Menschen gehabt. Jener reiche Mann kam mit tiefschürfenden Fragen zu Jesus. Er war auf der Suche nach dem, was im Leben wirklich zählt. »Jesus sah ihn an und gewann ihn lieb.« Der Mann aber wandte sich traurig von Jesus ab. Was mag aus ihm geworden sein? (Lies Mark. 10, 21. 22.) Wie betroffen muss Petrus in jener Stunde gewesen sein, als er heftig bestritt, Jesus zu kennen, dem er seinen aufopfernden Beistand zugesagt hatte (Luk. 22, 33)! Aber nun, als der Hahn in den frühen Morgenstunden krähte, hatte Petrus schmählich versagt. »Und der Herr wandte sich um und blickte Petrus an; und Petrus gedachte an das Wort des Herrn, wie er zu ihm sagte: Bevor ein Hahn heute kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und Petrus ging hinaus und weinte bitterlich« (Luk. 22, 61. 62). Halten wir's fest: Zwischen kläglichem Versagen und tiefer Traurigkeit liegt der ernste, aber doch liebevolle Blick des Herrn. Jesus wird das Gespräch mit seinem Jünger nicht endgültig abbrechen. In seiner Liebe wird der Herr einen Weg zum Herzen des Simon finden. In Johannes 21, 2-17 wird er beschrieben.

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DONNERSTAG, 31.AUGUST

2.CHRONIK 16, 9a; PSALM 33, 16-19

Wenn der Psalmbeter in diesen Versen zwei Mächte einander gegenüberstellt, beabsichtigt er damit, dass wir eine Wahl treffen, welcher Macht und welchem Machthaber wir Einfluss auf unser Leben gewähren wollen. Der Psalmist beschreibt auf der einen Seite den machtvollen König, die unschlagbaren Kämpfer, die sich als tatkräftige Helden präsentieren, und Pferde, die in jener Zeit für eine überlegene Kampfkraft standen. Doch sie alle haben ein gemeinsames Kennzeichen: Sie können nicht wirklich helfen. Der Prophet Jesaja warnt mit seinen Weherufen eindringlich davor, sich auf gottlose Machthaber oder Machtmittel zu verlassen: Jesaja 30, 1-3. 16; 31, 1-3. Auch König Salomo weist in die gleiche Richtung, wenn er sagt: »Verlass dich auf den Herrn von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand, sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen« (Spr. 3, 5. 6). Diesen in ihrem Einfluss und in ihrem Können ohnmächtigen Mächtigen stellt der Psalmbeter auf der anderen Seite den allmächtigen Gott gegenüber: »Siehe, des Herrn Auge achtet auf alle, die ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen, dass er sie errette vom Tode und sie am Leben erhalte in Hungersnot.« Wer sich dem lebendigen Gott anvertraut, muss sich nicht auf morsche Stützen verlassen. Der darf damit rechnen, dass der Herr gewiss zu seiner Zusage steht: »Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt« (Matth. 28, 20). Das kann uns getrost machen, sodass wir mit Philipp Spitta sprechen können: »Und meines Glaubens Unterpfand ist, was er selbst verheißen: dass nichts mich seiner starken Hand soll je und je entreißen. Was er verspricht, das bricht er nicht; er bleibet meine Zuversicht. Ich will ihn ewig preisen."

zur Verfügung gestellt von: bibel.com der Homepage von Christen für Christen.

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