MONTAG, 1.AUGUST

1.MOSE 12, 14-20; EPHESER 6, 16

Die ägyptischen Könige des Altertums wurden wie ein Gott verehrt. Als aber der wahre und lebendige Gott den Pharao mit Krankheit schlug, erkannte dieser schnell den Grund für das Unglück und wusste, dass es um Saras willen geschah. Jedenfalls musste Abraham sich von diesem heidnischen Herrscher sagen lassen, worin er versagt hatte. So verließ Abraham Ägypten als ein Beschämter und von Menschen Gedemütigter. Das Geleit, das er bis zur Landesgrenze bekam, war kein Ehrengeleit. »Abraham ist kein Glaubensheld und kein Heiliger. Die Geschichte Abrahams ist keine Heiligen-Geschichtsschreibung, auf Goldgrund gemalt. Abraham wird schuldig. Die Überwindung der Todesangst und das Vertrauen, dass Gott einen Weg weiß, was immer geschieht, sind keine Gaben, die Gott mit der Natur des Menschen zusammen wachsen lässt. Der natürliche Mensch in seiner Angst ist immer geneigt, Kompromisse einzugehen. Der Glaubende setzt sein Vertrauen allein auf Gott. Er rechnet mit Gottes Möglichkeiten, wo der Mensch keinen Ausweg mehr sieht« (Hj. Bräumer). An anderen Stellen der Bibel erfahren wir, dass Abraham wirklich so rechnete und darum zum Vater des Glaubens wurde. »Er hat da, wo nichts zu hoffen war, auf Hoffnung geglaubt, . . . er wurde nicht schwach im Glauben. . . Er zweifelte nicht an der Verheißung Gottes durch Unglauben, sondern wurde stark durch den Glauben, indem er Gott die Ehre gab und völlig überzeugt war, dass er das, was er verheißen hat, auch zu tun vermag« (Röm. 4, 18-21). Wenn wir keinen Ausweg sehen, hat Gott noch viele Möglichkeiten. Schauen wir auf unsere Ausweglosigkeiten oder auf den Herrn? »Unserem Gott muss wider alle menschliche Hoffnung und Aussicht geglaubt werden. Der Glaube beginnt erst da, wo aller Grund vorhanden scheint, ihn aufzugeben« (W. de Boor). (Lies Hebr. 11, 1. 2; Luk. 17, 5.)

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DIENSTAG, 2. AUGUST

1.MOSE 13, 1-4; PSALM 51, 1-8. 12-14

Abraham kam genau an den Ort zurück, von dem er ausgezogen war. Es bleibt auch uns nicht erspart, dass wir immer wieder an den Ort - es muss nicht ein geographischer Ort sein - zurückkehren müssen, wo wir vielleicht innerlich vom Weg des Herrn abgewichen sind. Abraham kam an den Ort, wo er zuvor dem Herrn einen Altar gebaut hatte, und er rief wieder den Namen des Herrn an. Abraham hatte eine innere und eine äußere Rückkehr vollzogen. Wo haben wir einen Weg, den Gott uns gewiesen hatte, verlassen? Wo willigten wir in eine Sünde ein oder verweigerten dem Herrn in einer bestimmten Sache unseren Gehorsam, obwohl er klar zu uns gesprochen hatte? Wann haben wir aufgehört, dem Herrn zu vertrauen? Wir dürfen zurückkehren - umkehren und umdenken. (Lies 1. Joh. 1, 9; Ps. 32, 1. 2; Luk. 15, 18.) Wir dürfen vor Gott stille stehen und stille halten, um uns neu an ihm auszurichten. »Diese Haltestelle bedeutete einen Fortschritt im inneren Leben Abrahams, und zwar durch eigene Schuld hindurch. Auch wir haben wohl solche Haltepunkte in unserem Leben, und wir brauchen sie. Zuweilen hatten wir einen Stillstand im Glaubensleben zu beklagen, dann aber haben wir auch wieder Zeiten des Durchbruchs und Neuanfanges erlebt« (O. Stockmayer). Während seines Aufenthaltes in Ägypten rief Abraham den Namen des Herrn nicht an, er hatte ja das Land der Altäre, das Land der Begegnung mit Gott, verlassen. Das Land der Begegnung mit dem Herrn ist überall da, wo der Herr uns haben will und wir bereit sind, dort zu sein, wo er ist. Dafür hat Jesus gebetet: »Vater, ich will, dass wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast« (Joh. 17, 24).

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MITTWOCH, 3. AUGUST

RICHTER 6, 25. 26; RÖMER 1, 22. 23

»Reiße nieder den Altar Baals, . . . und baue dem Herrn, deinem Gott, einen Altar!« Diesen Auftrag empfing Gideon in einer Zeit, in der das Volk Gottes nicht nach den Geboten Gottes lebte. Ehe der Altar für Gott gebaut werden konnte, musste ein anderer Altar, ein Götzen-Altar, zerstört werden. Es scheint, als habe der Befehl Gottes nichts an seiner Aktualität verloren. Haben nicht auch wir »götzendienerische« Altäre errichtet? Vielleicht geschah es nicht bewusst, und doch bauten wir daran. Menschen, Dinge, vielleicht das berufliche Weiterkommen sind allmählich so wichtig geworden, dass sie unsere ganze Zeit und Kraft beanspruchen. Ein fremder Altar kann durchaus auch eine fromme Angelegenheit sein, wenn wir eifrig und engagiert in der Gemeinde mitarbeiten. Die Gefahr besteht darin, dass unsere innere Haltung nicht mehr den lebendigen Herrn zum Mittelpunkt hat und die unverfälschte Liebe zu ihm und seinem Wort. Vielleicht sind unsere Aufgaben für ihn oder unsere eigene Person in unseren Augen unentbehrlich geworden. Gerade wenn wir dem Herrn von ganzem Herzen dienen wollen, kann sich ein Götzenaltar mit dem Namen »Dienst für den Herrn« erheben. Es ist zu schön, wenn man gebraucht wird und die Anerkennung von Menschen findet, man kann dann nicht genug für die eigene Ehre tun. Auf diese Weise gibt es die ausgebrannten Christen, die eigentlich am Ende ihrer Kraft sind und doch immer weiter neben dem Altar Gottes am eigenen Altar anbeten. Der Herr sagt: Zerbrich den Altar, an dem du bisher angebetet hast, und baue wieder den Altar der Herzens-Gemeinschaft mit mir! Ich möchte nicht zuerst deinen Dienst, sondern dich, die tiefe, herzliche Gemeinschaft mit dir. Dann bekommst du auch das richtige Verhältnis zu den Menschen und Dingen deiner Umgebung. (Lies Röm. 12, 1. 2; Joh. 21, 15-18; 1. Petr. 2, 21-25.)

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DONNERSTAG, 4. AUGUST

1.MOSE 22, 1-6; JAKOBUS 1, 13

3. Der Altar als Ort des Ganz-Opfers aus Gehorsam Wir halten noch einmal bei Abraham inne, dem Gott in einzigartiger Weise gegenübertrat. Er prüfte ihn. Wenn Satan einen Menschen versucht, will er ihn zum Unrecht verleiten. Für uns ist oft nicht erkennbar, warum Gott uns prüft. Eins aber ist sicher: Gott versucht niemanden zum Bösen, sondern er will in neuer Weise segnen, uns wachsen und reifen lassen. (Lies Jes. 55, 8. 9; Jer. 29, 11.) Abraham erlebte nicht die erste Glaubensprobe, wohl aber die härteste und dazu an der empfindlichsten Stelle. Konnte Abraham den Herrn noch verstehen, der ihm zugesagt hatte: »Ich will dich segnen und dir einen großen Namen machen, . . . und in dir sollen gesegnet sein alle Geschlechter auf Erden« (1.Mose 12, 2. 3)? Nun hieß es, den einzigen Sohn zu opfern. Durch welche Anfechtungen Abraham ging, können wir nur ahnen, weil er kein Wort sprach außer diesem »Hier bin ich, Herr«. Um Vater des auserwählten Volkes zu werden, musste sich die Echtheit seines Glaubens vor aller Welt erweisen. Seine Nachkommenschaft sollte so zahlreich wie die Sterne und unzählbar wie die Menge des Sandes werden (1.Mose 15, 5). Was aber, wenn der eine Nachkomme auf dem Altar geopfert wurde? Gottes Botschaften schienen sich zu widersprechen. Doch Gott hatte gesprochen, und Abraham gehorchte. »Es ist, als wollte Gott fragen: Abraham, wirst du dich jetzt nicht an Isaak hängen, in dem dir die Verheißung gegeben ist? Kannst du mir zurückgeben, was du von mir empfangen hast? Glaubst du, dass du auch dann noch sein wirst, wozu ich dich bestimmt habe« (O. Stockmayer)? Abrahams Entscheidung zum Gehorsam machte ihn einsam, aber nicht verzagt. Er traf alle Vorbereitungen, die nötig waren, um auszuführen, was der Herr geboten hatte. (Lies 5. Mose 8, 2; Jak. 1, 2. 3.)

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FREITAG, 5. AUGUST

1.MOSE 22, 1-19

Drei Tage und drei Nächte lang gingen Abraham und Isaak miteinander nach Morija. Ein langer, stiller und unendlich schwerer Weg! »Man könnte zittern, wenn man bedenkt, wie weit Gott gehen kann, und doch braucht man sich nicht zu fürchten. Nicht am ersten Tag seines Glaubenslebens hat Gott Abraham so geprüft. Gott versucht nie über Vermögen (1.Kor. 10, 13). Er geht auch nie zu schnell voran mit einer Seele. Und er gibt die Kraft zur Probe oder zum Opfer, zu dem er ruft. Rechne mit seiner Weisheit und seiner Liebe. Wenn wir einzig und allein auf ihn sehen, nicht auf unser armes Herz, dann gibt es einen Weg. Abraham weiß: Wenn Gott mir jetzt auch meinen Isaak nimmt, in dem er mir die Verheißung gegeben hat, so wird er mir doch sein Wort halten. Er kann ihn auch aus den Toten erwecken. Wenn du nicht verstehst, wie das, was Gott dir jetzt sagt, übereinstimmen kann mit dem, was er dir früher verheißen und gegeben hat, so wisse das eine, dein Gott wird Recht behalten. Abraham fürchtet Gott und fürchtet sich, im wichtigsten Augenblick seines Lebens seinem Gott nicht zur Verfügung zu stehen. Und wir, die wir unseren Gott kennen sollten als den, der seinen Sohn für uns dahingegeben hat, fürchten wir Gott? Das heißt, ist er und sein Wort uns über alles wichtig und maßgebend? Wenn der Herr etwas von uns verlangt, so ist's, um uns zu zeigen, was seine Gnade vermag« (O. Stockmayer). Gott wollte nicht die Opferung Isaaks, aber er wollte Abrahams bedingungslose Hingabe und den Gehorsam aufgrund seines Vertrauens. »Nun weiß ich, dass du Gott fürchtest«, sagte der Herr zur Begründung für sein Eingreifen. (Lies 5. Mose 5, 29; Matth. 7, 21.)

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SAMSTAG, 6.AUGUST

1.MOSE 22, 14-19; 2.MOSE 3, 7. 8b

Und Abraham nannte die Stätte: »Der Herr sieht.« Was verbirgt sich nicht alles in diesem Namen! Morija bedeutet: »Jahwe wird ersehen.« »Gott wird sich ersehen ein Schaf zum Brandopfer«, das hatte Abraham auf Isaaks Frage nach dem Opfertier geantwortet. Gott verschonte den geliebten Sohn Abrahams, und an Isaaks Stelle war im entscheidenden Augenblick ein Widder im Dickicht: der Stellvertreter für Isaak. Abraham erkannte an diesem Ort die liebende Allmacht Gottes, der alles überblickt, dem nichts entgeht. So wird die Namensgebung »Jahwe sieht« zum Gotteslob. - Dem Herrn ist alles untertan, ihm ist nichts unmöglich. »Abraham wusste aufs allergewisseste: was Gott verheißt, das kann er auch tun« (Röm. 4, 21). Der Altar auf Morija, der ein Altar der ganzen, ungeteilten Hingabe aus Liebe und Gehorsam wurde, wird gleichzeitig ein Altar des staunenden Dankens und Anbetens. Mit der Bereitschaft, dem Herrn alles, auch das Liebste, darzubringen, gewann Abraham eine tiefe Erkenntnis von Gott und von sich. Gott will unser Bestes - immer. Es lohnt sich, auf Gottes Forderungen einzugehen, unser Leben ganz in seine Hand zu geben. Das war Abrahams Opfer. Das kann unser Opfer sein. Während Abraham in die Entscheidung gestellt war, müssen viele Leidende sich nachträglich in Gottes Willen fügen, sie sind nicht gefragt, ob sie das Opfer bringen, sondern ob sie das Opfer bejahen, zum Beispiel, wenn sie einen geliebten Menschen verlieren durch Krankheit und Tod oder selber schwer krank werden. Können sie Gottes Willen bejahen? Sie sind gefragt, ob sie mit Hiob sprechen können: »Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen, der Name des Herrn sei gelobt« (Hiob 1, 21). »Der Herr sieht«, das kann zum Trost werden. (Lies 1. Sam. 3, 18; Mark. 14, 36; Joh. 18, 11.)

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SONNTAG, 7.AUGUST

JOHANNES 1, 29; RÖMER 8, 31. 32

4. Der Opferaltar auf Golgatha

Abraham war bereit, seinen Sohn Isaak auf dem Berg Morija zu opfern. Aber Gott wollte dieses Opfer nicht, weil es nicht genügte. Alle Tieropfer hatten nur symbolischen Wert, obwohl Gott den Opferdienst für Israel geboten hatte und die Israeliten ihn sehr ernst nahmen. Aber nach der Zerstörung des Tempels im Jahr 70 n. Chr. war das Opfern nicht mehr möglich und auch nicht mehr nötig. Schon nach dem Sündenfall im Paradies wies Gott auf den Schlangenzertreter, auf das endgültige Opfer von Golgatha hin. Nur darum konnten Tiere stellvertretend Versöhnung für Israel erwirken. Auf Golgatha geschah das Einmalige, dass der wahre und lebendige Gott seinen einzigen Sohn und damit sich selber aus Liebe zu den Menschen in den Tod gab, um Sünder vor den tödlichen Folgen der Sünde zu retten. (Lies Joh. 3, 16; 2. Kor. 5, 19. 20; 1. Kor. 15, 3b-5.) An Christus hat sich erfüllt, was in Jesaja 53 vom Gottesknecht gesagt ist. Die Strafe lag auf ihm, dem Sündlosen, um uns von den Folgen der Sünde zu befreien. Musste das sein? Gab es keinen anderen Weg? Wenn wir Menschen unser Leben am Maßstab der Zehn Gebote messen, dann müssen wir ehrlicherweise dem Urteil der Bibel Recht geben: »Da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer«, und »das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf« (Röm. 3, 23; 1. Mose 8, 21). Darum war das Opfer von Jesus notwendig. Darum fand sich auf Golgatha kein Widder im Gestrüpp, im Gegenteil: Jesus starb anstelle des Verbrechers Barabbas. Das fehlerlose Lamm, der sündlose Sohn Gottes, musste es sein, der geopfert wurde. »Gott hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht« (2. Kor. 5, 21).

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MONTAG, 8.AUGUST

LUKAS 4, 18. 19; JOHANNES 15, 13

In den Evangelien finden wir, dass das Leben und Wirken des Herrn Jesus Christus von Anfang an unter dem Vorzeichen des Kreuzes stand. »Der Menschensohn muss viel leiden und verworfen werden . . . und getötet werden und am dritten Tag auferstehen.« »Ich muss mich taufen lassen mit einer Taufe, und wie ist mir so bange, bis sie vollbracht ist« (Luk. 9, 22; 12, 50). Wenn Jesus von seinem Opferweg sprach, waren die Jünger entsetzt. Seit die Römer im Land waren, wusste man um die Schrecklichkeit der Kreuzigungsstrafe für Verbrecher. So schien es völlig ausgeschlossen, dass Jesus, der sündlose Sohn Gottes, einen derartigen Tod erleiden sollte. Aber Jesus lebte darauf zu. Dieser Tod war der Grund und das Ziel seiner Sendung: »Des Menschen Sohn ist gekommen, dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele« (Mark. 10, 45). Was Gott dem Abraham erspart hatte, das ersparte er sich selbst nicht. Er gab seinen einzigen, geliebten Sohn her als Opfer für die verlorene Menschheit. Was an Isaak im letzten Augenblick vorüberging, konnte am Sohn Gottes nicht vorübergehen. Er wurde geopfert und musste qualvoll sterben. »Es geht bei der Botschaft vom stellvertretenden Kreuzestod des Herrn und seiner Auferstehung am dritten Tag um das Herzstück des Evangeliums. Es muss für uns eine lebendige Überzeugung sein, wenn wir mit Martin Luther sprechen: Ich glaube, dass Jesus Christus . . . sei mein Herr, der mich verlorenen und verdammten Menschen erlöst hat, erworben und gewonnen von allen Sünden, vom Tod und von der Gewalt des Teufels, nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen, teuren Blut und mit sei- nem unschuldigen Leiden und Sterben, auf dass ich sein Eigen sei . . . « (Th. Sorg). - (2. Petr. 1, 18. 19; Röm. 14, 8. 9; Gal. 2, 19. 20).

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DIENSTAG, 9.AUGUST

1.MOSE 33, 18-20; 28, 10-21

5. Der Altar als bleibende Einrichtung in unserem Leben Altäre sind vor allem Orte der Begegnung mit dem lebendigen Gott. Als Jakob von zu Hause fliehen musste, hatte er nichts als einen Wanderstab, bei seiner Rückkehr war er ein reicher Mann. Das entscheidende Erlebnis am Jabbok sollte sein weiteres Leben prägen. Dort trat ihm der lebendige Gott gegenüber und segnete ihn. Mit dem neuen Namen Israel, der »Gotteskämpfer« bedeutet, wurde die so gefürchtete Begegnung mit seinem Bruder Esau zu einer Versöhnung. Danach ließ er sich in Sichem nieder und baute in jener heidnischen Gegend einen Altar mit dem Namen »Gott ist der Gott Israels«. Doch der Herr führte ihn weiter, und Jakob zog nach Bethel, wie Gott ihm gebot: »Brich auf, zieh hinauf nach Bethel und bleibe dort und baue dort einen Altar dem Gott, der dir erschienen ist auf deiner Flucht vor deinem Bruder Esau« (1. Mose 35, 1). In Bethel hatte der flüchtende Jakob seine erste persönliche Begegnung mit Gott gehabt. Bethel war der Ort der Himmelsleiter, wörtlich »das Haus Gottes«. Mit dem Altar, den Jakob baute, wurde Bethel zur Gebetsstätte. Dort hatte er ein Gelübde abgelegt. »Wird Gott mit mir sein und mich behüten auf dem Wege, den ich reise . . . und mich mit Frieden wieder heimbringen, so soll der Herr mein Gott sein.« Nun war Gott der Herr seines Lebens geworden. Wenn Gott der Herr eines Menschen ist, dann fehlen die Gebetszeiten nicht. Gott will Gemeinschaft haben mit denen, die ihn Herr sein lassen. Er sehnt sich nach der Begegnung mit uns. Sehnen wir uns auch danach? Gemeinschaft mit Gott braucht keinen gebauten Altar, auch keinen sakralen Ort oder Winkel, wir brauchen aber täglich feste Zeiten der Begegnung mit ihm. (Lies 1. Chron. 16, 11.)

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MITTWOCH, 10.AUGUST

1.MOSE 35, 1-7; PSALM 73, 28

»Wie mancher braucht keinen Gebetsort mehr, wenn er ein gemachter Mann ist, er sucht dann im Irdischen seine Befriedigung. So war es bei Jakob nicht. Er machte sich einen Platz zurecht, an dem er täglich vor seinem Gott sein konnte. Lasst uns lieber jeden anderen Platz missen als den Gebetsplatz. Die Herstellung dieses Gebetsortes war das Erste, was beim Aufschlagen der Zelte über Jakob berichtet wird. Wohl denen, bei denen ein stiller Gebetswinkel nicht die letzte, sondern die erste Sorge ist« (A. Christlieb). Nicht die christliche Religion, sondern der Umgang des Kindes mit dem Vater ist das tiefe Geheimnis und das wahre Wesen des Christseins. »Wenn Gott von einem Menschen sagt: Siehe, er betet, so ist das im Geistlichen das Gleiche, wie wenn man von einem Totgeglaubten sagt: Siehe, er atmet. Das Gebet ist gleichsam das Atmen der wiedergeborenen Seele, es ist ihr natürliches Bedürfnis, sich zu Gott zu wenden. Dieses Verlangen wird leider oft unterdrückt, und auf diese Weise wird der Umgang mit Gott vernachlässigt. So leidet das innere Leben Schaden, wenn das Gebetsleben schwach und säumig ist. Wie gut, dass unser Herr uns auch im Gebetsleben ein Beispiel hinterlassen hat. Wir wollen auf ihn blicken und auch das von ihm lernen: Voll Vertrauen wandte sich der Sohn Gottes in allen Widrigkeiten und Schmerzen an das liebende Herz seines Vaters. Hier schüttete er sein Herz aus, hier holte er sich Kraft und Weisung zu allem, was er tat; und er tat alles zur Ehre des Vaters und aus Liebe zu ihm. Der Aufblick zu Gott am Morgen heiligt den ganzen Tag« (Chr. v.Viebahn). (Lies Jak. 4, 8; Ps. 95, 2.) - Dass doch die Altäre, die wir kennen lernten, an unserem Weg nicht fehlen mögen!

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CHRISTUS IN MIR - LEBEN IN FREIHEIT

(GALATER 2, 11- 3, 14)

DONNERSTAG, 11.AUGUST

GALATER 2, 11-14. 19-21

»Ich bin mit Christus gekreuzigt. Nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir.« - Dies ist eins der biblischen »Leitworte«, oft zitiert und maßgebend für unser Leben im Glauben. Es bezeichnet die Veränderung in einem Menschen, der Jesus Christus sein Leben anvertraut hat. Was veranlasste Paulus dazu, diese Aussage zu machen? Er berichtet von einem Vorfall in der Gemeinde von Antiochien (Syrien). Neben Paulus waren auch Petrus und Barnabas anwesend. Die Gemeinschaft der Gläubigen aus den Juden mit den Gläubigen aus den Heiden war in dieser Gemeinde unbeschwert, sodass sie auch die Mahlzeiten gemeinsam einnahmen. Der Glaube hatte die feindlichen Parteien in Jesus Christus eins werden lassen (lies Eph. 2, 13-18). Wenn die jüdischen Speisevorschriften bisher eine Tischgemeinschaft mit anders Glaubenden ausschloss, so gehörte dieses Verhalten jetzt der Vergangenheit an. Das Befolgen der Gesetzesvorschriften des Alten Bundes hatte den Juden nicht die Gewissheit einer ewig gültigen Erlösung von Sünde und Tod gebracht. Allein der Glaube an Jesus Christus rechtfertigte sie vor Gott und bewirkte ihnen die Rettung und die Befreiung von der Knechtschaft unter dem Gesetz. Im Alten Bund war es notwendig und Gebot Gottes, dass sich Israel nicht mit den Völkern vermischte und mit ihnen Gemeinschaft pflegte. Denn das hätte geheißen, sich die Götter ins Haus zu holen und sich mit den ausschweifenden religiösen Kulthandlungen einzulassen. Israel aber sollte allein seinem Gott dienen und auf ihn hören. Seit aber der Sohn Gottes in die Welt kam und mit seinem Opfer und kraft seiner Auferstehung Sünde, Tod und Teufel besiegte, wird nun jeder Glaubende in Jesus Christus vor Gott gerechtfertigt. Er wird bedingungslos, d. h. ohne dafür etwas geleistet zu haben und ohne Rücksicht auf seine Volkszugehörigkeit von Gott angenommen. Dazu Römer 3, 20-24 und 4, 24. 25.

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FREITAG, 12.AUGUST

GALATER 2, 11-14; APOSTELGESCHICHTE 10, 9-15 Kephas (Petrus) geriet unversehens ins Rampenlicht, als er einen Augenblick sein mutiges Bekenntnis vor den Ältesten der Gemeinde in Jerusalem vergaß. Hatte er doch auf Gottes Geheiß hin im Haus des Heiden Kornelius das Evangelium gepredigt (Apg. 10, 25-48). Es war ihm klar geworden, dass der Herr seine Gute Botschaft nicht nur den Juden zugedacht hatte, sondern auch den Nichtjuden. Das war revolutionär, aber der von Gott gewiesene Weg. Petrus hatte einst die Scheu abgelegt und mit den »Heidenchristen« Gemeinschaft gepflegt, auch bei Tisch. Nun meldete sich Besuch in Antiochia an: Es waren gläubige Juden, die aber noch die Gesetzesvorschriften beachteten. Vor diesen bekam Petrus plötzlich Angst: Was würden sie sagen, wenn sie ihn - einen Juden - fröhlich am Tisch der »Heiden« sitzen sahen? Und was würden sie dem Jakobus (Gemeindeleiter in Jerusalem) über ihn erzählen?! Schnell weg vom Tisch der Heiden, bevor es zu spät war! Doch es war schon zu spät für eine Korrektur. Petrus saß bereits »zwischen den Stühlen«. Dann wurde es sehr peinlich für ihn. Denn Paulus zog ihn öffentlich zur Rede: Petrus, du bist ein Heuchler und hast auch noch andere mit hineingezogen, sogar meinen Freund Barnabas! Heuchler - eine Bezeichnung für einen Christen, der vorgibt etwas zu sein, was er nicht ist. Zum Schein ist er ein frommer Mensch, verleugnet aber die Wahrheit. Petrus stellte sich zum Schein wieder unter ein Gesetz, von dem Christus ihn befreit hatte. Paulus tadelte ihn streng. Simon Petrus war als Verantwortungsträger zum »Wiederholungstäter« geworden: Im entscheidenden Augenblick, als es ein mutiges Bekenntnis zu geben galt, kippte er um und versuchte, sich selbst zu retten. (Lies Matth. 26, 31-35. 69-75.) - Wie können wir auch in brenzligen Situationen standhaft bleiben? Dazu Epheser 6, 10-13; 1. Thessalonicher 5, 23. 24; 2. Thessalonicher 3, 1-3; 2. Timotheus 4, 17. 18; 1. Petrus 5, 8. 9a.

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SAMSTAG, 13.AUGUST

GALATER 2, 11-16; LUKAS 22, 31. 32

Warum trat Paulus vor versammelter Mannschaft dem Apostel Petrus so hart entgegen? Petrus demonstrierte mit seinem Verhalten, dass sich ein gläubiger Jude doch nicht mit gläubigen Heiden an einen Tisch setzen konnte. Sollte es vor Gott doch ein »Ansehen der Person« geben? Dann würden die Heidenchristen erst als vollwertige Glieder der Gemeinde anerkannt, wenn sie die jüdischen Speisevorschriften beachteten und sich beschneiden ließen. Das wiederum widerspräche der Botschaft des Paulus, dass sowohl der Jude als auch der Heide allein durch den Glauben an Christus bei Gott anerkannt wird. Auf Grund von Gesetzeswerken wird nicht einer zu Gott kommen (V. 16). Paulus sieht die zentrale Wahrheit des Evangeliums angegriffen. Sie sagt: Ihr seid begnadigte Sünder. Gottes Gnade hat euch vor seinem Zorngericht gerettet. Durch Glauben ist das geschehen. Das ist nicht eure Leistung, sondern eine Gabe Gottes. Nicht eure (angeblichen) guten Werke haben Gott bewogen, euch gnädig zu sein. Er will nicht, dass ihr euch selbst etwas zuschreibt, sondern dass ihr den Herrn rühmt und ihm dankt (vgl. Eph. 2, 8-10). Paulus sieht sich veranlasst, das wieder richtig zu stellen, was Petrus durch sein verkehrtes Vorbild ins Wanken gebracht hat. Dieser war ja hoch angesehen, trug Verantwortung, war ein Zeitzeuge und hatte Jesus persönlich gekannt. Er stand Jesus sehr nahe und hatte durch des Herrn Güte an sich selbst erfahren, was Gnade durch Vergebung heißt (siehe Joh. 21, 15-18). Nun sorgte er in der Gemeinde für große Verunsicherung und stellte den Glauben vieler in Frage. Das Einschreiten des Paulus war ein unbedingtes »Muss«, um zu verhindern, dass das verkehrte Vorbild des Petrus Nachahmer findet. - Was wir von Vorbildern - guten und schlechten - lernen können: 1. Korinther 10, 5-12; Philipper 3, 17. 18; 1. Thessalonicher 1, 6. 7; 1. Timotheus 4, 12b; 2. Timotheus 1, 13. 14; 1. Petrus 5, 2. 3.

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SONNTAG, 14.AUGUST

GALATER 2, 17-21; JOHANNES 1, 17

Jesus Christus ist nicht Diener des Alten Bundes. Im Alten Bund muss das von Gott gegebene Gesetz jeden zum Tod verurteilen, der auch nur ein einziges Gebot übertritt. Die Israeliten sind mit diesem Gesetz aufgewachsen. Dennoch sind sie alle Sünder. Es gibt keinen, der alle Gebote Gottes halten kann. Deshalb sind auch diejenigen Sünder, die das Gesetz kennen. Einzig Jesus Christus hat das ganze Gottesgebot vollständig erfüllt. Mit seinem Sündopfer am Kreuz hat er die Sünde aller Menschen auf sich genommen und gesühnt. Nun herrscht nicht mehr das Gesetz des Alten Bundes, sondern die Gnade des Neuen Bundes. Wer das mit Glauben und Vertrauen für sich gelten lässt, hat einen Schritt getan, hinter den er nicht mehr zurückkann, ohne seinen Freispruch vom Gericht, der ihm durch die Gnade Gottes gewährt worden war, zu verlieren. Er würde sich wieder unter das Gesetz stellen und müsste verurteilt werden. Vor diesem »Schritt zurück« warnt Paulus dringend die Galater, denn ihr ewiges Heil steht auf dem Spiel. Weil Petrus mit seinem Verhalten auf diesen verhängnisvollen »Rückschritt« hingewiesen hat, nimmt Paulus die Sache so bitter ernst. Manch einer mag denken: »Bagatelle! Petrus hat die Tischgemeinschaft gewechselt und für einen Augenblick seine Essgewohnheiten geändert, um die Besucher nicht vor den Kopf zu stoßen. Damit ist die Sache doch erledigt.« Für Paulus war sie nicht erledigt. Er betrachtete nicht nur die Oberfläche des Geschehens, sondern die verborgene Verunsicherung des Glaubens darunter. Das Versagen des Petrus und die Korrektur durch Paulus wollen uns lehren, falsche Weichenstellungen zu erkennen und zu meiden. Sie wollen uns helfen, unser Verhalten am Wort Gottes zu prüfen, damit wir anderen eindeutige Signale unseres Glaubens geben können. Psalm 86 darf mein persönliches Gebet sein.

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MONTAG, 15.AUGUST

GALATER 2, 18-21; LUKAS 9, 62

»Wenn ich bedenke, was der Herr getan, dann kann ich niemals mehr zurück«, singen wir in einem Lied. - Wenn einer alle Brücken hinter sich abgebrochen hat, um neu zu beginnen, wird er nicht in das alte Leben zurückkehren wollen. Als Abraham seine alte Heimat in Chaldäa zurückließ, um in ein unbekanntes Land zu ziehen, verschwendete er keinen Gedanken daran, wieder umzukehren. Bei einer Meinungsumfrage am Schilfmeer unter den eben der Sklaverei entronnenen Israeliten, ob sie wieder nach Ägypten zurückgehen wollten, hätte wohl keiner mit ja geantwortet. Und doch, als sie den Schwie- rigkeiten in der Wüste begegneten, wurden Stimmen laut, die sich nach dem Lauch und den Zwiebeln, ja nach den Fleischtöpfen in Ägypten sehnten und daran dachten, das Ziel »Kanaan« zu vergessen, um sich auf den »Rückweg« zu machen. (Lies 4. Mose 11, 4-6; 14, 2-4.) Aber wie sollte ein Freigelassener wieder in die Gefangenschaft gehen wollen? Und einer, der sein Leben Jesus anvertraut und seiner Herrschaft unterstellt hat, wie sollte er nun wieder selbst das Ruder in die Hand nehmen und es unterlassen wollen, nach dem Willen Gottes zu fragen? Und doch geschieht genau dies tausendfach unter denen, die sich einmal entschieden haben, Jesus nachzufolgen. Aber »ich mache mich selbst schuldig, wenn ich das alte System wieder aufzurichten versuche, das ich schon abgerissen habe« (V. 18). Viele wollen sich beide Wege offen halten und pendeln je nach aktuellem Bedürfnis zwischen »Weltsinn« und Christsein hin und her. Der konsequent treue Nachfolger wird schnell als engstirnig und »schmalgesichtig« abgetan, als unerlaubt einseitig und weltfremd. Paulus aber stellt klar, dass sein Weg unter dem Kreuz des Herrn Jesus Christus begonnen hat und für ihn ein Zurück niemals in Frage kommt. Dazu Philipper 3, 7. 8.

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DIENSTAG, 16.AUGUST

GALATER 2, 19-21

Wie können wir die Formulierung des Paulus verstehen: »Denn ich bin durchs Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich Gott lebe. Ich bin mit Christus gekreuzigt« (V. 19)? Der Tod trennt und befreit von allen Bindungen und Verpflichtungen. Dieser Vergleichspunkt ist zum Verständnis wichtig. Beim »geistlichen « Sterben geht es darum, von einer Bindung frei zu werden, um eine andere eingehen zu können (vgl. Röm. 7, 1-6). Paulus beschreibt mit diesem Bild einen Herrschaftswechsel: »Ich bin dem Gesetz gestorben (= davon befreit), damit ich Gott lebe (= ihm diene).« Vom Gesetz befreit zu sein heißt nicht, gesetzlos zu leben. Die Befreiung bezieht sich auf die richterliche Funktion des Gesetzes. Dieses muss in allen Punkten erfüllt werden. Dazu ist aber kein Mensch fähig. Darum ist auch ein Paulus vor Gott schuldig. Jesus aber, der Sohn Gottes, erfüllte die Weisungen Gottes vollkommen und ließ an sich selbst die Strafe für alle Übertretungen des Paulus vollziehen. Dadurch war Paulus nicht mehr dazu verpflichtet, das Gesetz lückenlos zu befolgen. Das hatte Jesus Christus an seiner Stelle bereits getan. Paulus musste auch nicht mehr das Urteil des Gesetzes über sein Leben fürchten, denn Jesus hatte die Strafe schon auf sich genommen. Nun konnte er befreit aufatmen und sagen: »Ich bin mit Christus gekreuzigt.« Denn was mit Christus geschah, geschah auch - geistlich gesehen - mit Paulus. Die Vergangenheit unter der Herrschaft des Gesetzes wurde abgelöst durch ein Leben unter der guten Jesus-Herrschaft: » . . . nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir.« Er hat jetzt in allen Dingen das Sagen. Ihm vertraue ich. Ihm glaube ich, denn er liebt mich und hat sich selbst für mich ans Kreuz ausgeliefert. Ich werde mich hüten, diese Gnade zurückzuweisen (V. 20. 21).

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MITTWOCH, 17.AUGUST

GALATER 3, 1-4; 1.KORINTHER 2, 1-5

»O unverständige Galater!« Wer hat euch so fasziniert, so eingenebelt, dass ihr in Bezug auf die Wahrheit keinen Durchblick mehr habt? Mit seinem ganzen Einsatz hatte Paulus ihnen Jesus Christus nahe gebracht, und zwar als einen, der sich auch für die Galater hingegeben hat, der sich demütigen und schlagen ließ, der sich willig ans Kreuz nageln ließ, um auch die Sünde der Galater auf sich zu nehmen und zu vergeben: Hier, auf Golgatha, ist der Ort der Sühnung, hier ist der Ort der Befreiung von Sünde und Schuld und Selbstgerechtigkeit. Seht, was die Liebe Gottes hier tut! Das ist nicht zu überbieten. Das alles ist für euch zugänglich, unentgeltlich, allein durch euer Vertrauen auf Gott. Und nun kommt ihr mit euren Werken, die ihr euch durch Gesetzesvorschriften aufzwingen lasst, und denkt, ihr könntet euch noch etwas dazuverdienen, eure Heiligkeit aufpolieren und bessere Christen sein als wir, die wir allein auf die Gnade hoffen? O ihr törichten Galater! - Paulus setzt alles daran, sie zurückzuholen, zur Einsicht zu bringen, sie an die erste Zeit ihres Glaubenslebens zu erinnern: »So Großes habt ihr vergeblich erfahren? Wenn es wirklich vergeblich ist!« - Was ist das für ein niederschmetternder Augenblick, wenn ein Mensch erkennt: Mein Einsatz, meine Mühe war umsonst, vergeblich. Er hat nichts gebracht. Vor dieser Frage steht Paulus: Sollte wirklich alles umsonst gewesen sein? Nein! Das kann nicht sein! Der Apostel gibt nicht auf, auch wenn er vielleicht von dieser Gefahr bedroht war. Er kämpft sich zur Zuversicht durch, dass es für die Galater noch Hoffnung gibt, dass sie von ihrem Holzweg umkehren und sich wiederChristus allein anvertrauen und von ihm alles erwarten. (Lies Eph. 1, 17-23; 3, 16-21.)

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DONNERSTAG, 18.AUGUST

GALATER 3, 2-5

Paulus versucht mit einigen Fragen den Galatern die Augen für die Unvereinbarkeit von Gesetz und Evangelium zu öffnen. Die Glieder dieses Gegensatzpaares haben - jedes für sich genommen - gegensätzliche Voraussetzungen. Dem Evangelium liegt die Gnade Gottes zugrunde, und seine Kraft ist der Heilige Geist. Dem Gesetz liegt der ausgesprochene Wille Gottes zugrunde und führt den Menschen zur Erkenntnis seiner Sünde (vgl. Neh. 8, 7-9; 2. Chron. 34, 19-21). Da der Mensch in seiner Sünde gefangen ist, kann er den Willen Gottes nicht erfüllen; selbst wenn er es will, er kann es nicht. Darum sollen die Forderungen des Gesetzes ihn bereitmachen, die Gnade Gottes, die an Jesus Christus gebunden ist, anzunehmen. - Das Judentum kannte viele Zusatzgebote - Jesus nennt sie Menschensatzung (Matth. 15, 8. 9) -, die eine Hilfestellung geben sollten, das Gesetz Gottes zu erfüllen. Doch das Selbstgemachte, das Eigene, geschieht zwangsläufig mit eigenem Willen, der das Gute zwar will, aber nicht die Kraft hat, das von Gott Gewollte auszuführen. - Nun zu den Fragen, die Paulus den Galatern stellt: o Hat Gott euch seinen Geist deshalb gegeben, weil ihr bestimmte Gesetzesvorschriften beachtet oder die Gute Botschaft im Glauben angenommen habt? Damit ist gesagt, dass der Heilige Geist sich nicht durch Werke wie Fasten, Spenden, Beachten von bestimmten Feiertagen oder anderen geistlichen Übungen herbeizwingen lässt. Er reagiert nicht auf menschliches Wollen, das der Sünde verhaftet ist. Er ist kein Mittel zur Belohnung für gute Taten. Er ist nur dort gegenwärtig, wo auch der Vater und der Sohn gegenwärtig ist. Diese Drei lassen sich nicht auseinander reißen. Sie wirken immer zusammen und wohnen in denen, die durch Glauben Gott ihr Innerstes geöffnet haben. Dann erst kann es heißen: »Die der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder« (Röm. 8, 14; lies Sach. 4, 6; Joh. 14, 23-26).

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FREITAG, 19.AUGUST

GALATER 3, 3-5; JOHANNES 6, 63

Mit einer weiteren Frage will Paulus den Irrtum der Galater aufdecken: o Was der Geist Gottes in euch angefangen hat, das wollt ihr jetzt aus eigener Kraft (d. h. im Fleisch) zu Ende führen? Die Galater dachten, Fortschritte gemacht zu haben. Diese aber hatten sich als Rückschritt entpuppt, weg von der Gnade und der Kraft des Geistes, hin zu Vorschriften, die mit menschlichem Eifer befolgt werden mussten und keine Verheißung hatten als die, die Jesus denen sagte, die in eigener Macht gedient hatten: »Weicht von mir! Ich kenne euch nicht.« (Lies Matth. 7, 21-23.) Vor diesem göttlichen Richterspruch will Paulus die Galater warnen: Ihr Galater, lasst euch nicht betrügen, lasst euch den Glauben an Christus nicht stehlen. Er allein rettet euch! - In einem alten Lied heißt es: »Lass mich halten, was ich habe, dass mir nichts die Krone nimmt. Es ist deines Geistes Gabe, dass mein Glaubensdocht noch glimmt. Lösche nicht dies Fünklein aus, mach ein helles Feuer draus, lass es ungestöret brennen, dich vor aller Welt bekennen« (B. Schmolck). - Mit einer dritten Frage kommt Paulus auf die Machttaten Gottes zu sprechen, die bei den Galatern geschehen sind (V. 5): o Gott gibt euch seinen Geist und lässt Wunder bei euch geschehen. Tut er das, weil ihr das Gesetz befolgt oder weil ihr Jesus Christus vertraut? Als die Galater auf die Predigt der Guten Botschaft mit Glauben antworteten, kam unter ihnen etwas in Bewegung: Sie warfen ihre Götzen weg. Die Ängste flohen vor der Freude. Feinde versöhnten sich. Die Liebe Gottes tat an den Menschen ihr Werk. Genügte das den Galatern nicht mehr? Wollten sie mehr haben? »Auch Frömmigkeit kann zur Sünde werden, wenn sie sich über das Wort Gottes erhebt« (H. Brandenburg).

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SAMSTAG, 20.AUGUST

GALATER 3, 5-8; RÖMER 4, 17-21

Wie wird Paulus nun weiter argumentieren, um den Galatern ihren Irrtum zu durchleuchten? Er nennt einen Namen, den auch die Galater kannten: Abraham, der gerecht gesprochen wurde, weil er Gott glaubte. (Lies 1. Mose 15, 1-6.) Die Galater standen in Gefahr, ihren Glauben aufzukündigen und diese Leben erhaltende Gabe zu verschleudern. Sie waren so mit dem Gesetz beschäftigt, dass sie den Wert des Glaubens gering achteten. Wenn die Galater meinten, mit der Beachtung der jüdischen Vorschriften sich die Zugehörigkeit zum Volk Gottes sichern zu können, dann sollten sie an Abraham lernen, dass ihnen diese Zugehörigkeit allein durch Glauben zugerechnet und garantiert werden konnte. In Abraham finden sich alle Völker wieder. Durch ihn sind auch sie am Segen Gottes beteiligt (V. 8). In diesem Segen ist festgelegt, dass allen Nationen die Gute Botschaft gilt: » . . . und in dir (Abraham) sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde« (1.Mose 12, 3b). Das gilt auch für die Galater. Wer also glaubt, wie Abraham es tat, gehört zu seiner Nachkommenschaft. Abraham ist der »Vater« aller Glaubenden, nicht derer, die ihr Leben lieber in eigener Kraft zubringen wollen. Er traute es Gott zu, dass er das »Nichtseiende ruft, wie wenn es da wäre«, und dass er Tote lebendig macht. Er glaubte Gott »gegen Hoffnung auf Hoffnung hin und zweifelte nicht durch Unglauben an der Verheißung Gottes«. Als er damals in der Wüstennacht den Sternenhimmel betrachtete, wurde ihm die unermessliche Größe Gottes bewusst: Wenn dieser das Weltall geschaffen hatte und erhält, wie sollten ihn die Kräfte im Stich lassen, Wunder zu tun, wie sollte ihm irgendein Ding unmöglich sein? Dazu Matthäus 9, 28. 29; 15, 28; Hebräer 11, 1-3; Römer 8, 25; 2. Korinther 4, 18; 5, 7; Johannes 20, 29.

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SONNTAG, 21.AUGUST

GALATER 3, 9-14

Paulus fährt fort, den Galatern den Unterschied zwischen einem Leben aus Glauben und einem Leben, das zu »Gesetzeswerken« verpflichtet, zu erklären: »Mit Abraham, der Gott unerschütterlich vertraute, werden alle gesegnet, die ebenso glauben wie er« (V. 9). »Wer dagegen darauf vertraut, von Gott angenommen zu werden, weil er das Gesetz erfüllt, der steht unter einem Fluch« (V.10). »Fluch hat in der Bibel den Grundsinn: Geh hinweg! (Matth.25,41; vgl. 1. Mose 3, 14. 23. 24) und bedeutet Ausstoßung aus der Gemeinschaft wie aus dem Bund Gottes. Fluch ist Lebensminderung (1. Mose 3, 11-14)« (A. Pohl). Mit dieser Kontrastmethode »Segen - Fluch« zieht Paulus alle Register, die Galater von ihrem Irrweg zu überzeugen. An der alles entscheidenden Kreuzung sind sie falsch abgebogen. Der Apostel ruft voller Sorge: »Halt! Halt! Wo wollt ihr denn hin? Das ist der falsche Weg! Kehrt um!« Dem Gesetz wohnt nicht die Kraft inne, einen Menschen - er bemühe sich wie er will - vor Gott als gerechtfertigt erscheinen zu lassen. Denn »der Gerechte wird aus (oder durch seinen) Glauben leben« (Hab. 2, 4; Röm. 1, 17). Im Vertrauen auf den allmächtigen und allwissenden Gott, der uns über alles liebt und uns einmal bei sich in der Herrlichkeit sehen will, ruht die Kraft der Gnade zu einem befreiten Leben in Christus. Denn er »hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, indem er ein Fluch für uns geworden ist, . . . damit der Segen Abrahams in Christus zu den Nationen komme«. Jesus Christus ließ sich an unserer Stelle wie ein Verbrecher verurteilen und an das Kreuz, das Fluchholz, nageln. Er musste die Gottverlassenheit ertragen und in die Finsternis des Todes eintauchen, bevor er »unsere Gerechtigkeit« werden konnte. (Lies 1.Kor. 1, 30; 6, 11; 2. Kor. 5, 21; Röm. 3, 21; 5, 19; Phil. 3, 8. 9.)

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MONTAG, 22.AUGUST

GALATER 3, 2. 13. 14; HESEKIEL 36, 26. 27 Zu Beginn des dritten Kapitels stellte Paulus die Frage, wie die Galater den Heiligen Geist empfangen hätten: durch die peinlich genaue Erfüllung von Gesetzesvorschriften oder durch den Glauben an Jesus Christus (3, 2). Am Schluss unseres Abschnitts lesen wir, dass der Heilige Geist die Verheißung Gottes ist, die nur durch Glauben empfangen wird. Er ist ein Geschenk Gottes. Er ist die Kraft, die uns befähigt, in den Geboten Gottes zu leben. (Lies Luk. 24, 49; Joh. 7, 37-39; 14, 15-17. 26; 15, 26; 16, 7. 13. 14.) Wer diesen Geist in sich hat, verzichtet auf jede Selbstbemühung, ein moralisch einwandfreies Leben zu führen. Er lässt sich stattdessen durch den Geist verändern, dass die Jesus-Art an ihm sichtbar wird. Und wie werden wir verändert? Durch Gehorsam. Wir gehorchen aber nicht einer Vorschrift, nicht »dem Buchstaben«, sondern einer Person: Jesus Christus. Dieser Gehorsam wird nicht unter dem Druck einer Leistungsforderung vollbracht, sondern freiwillig, aus Liebe und im Vertrauen, dass der, dem ich gehorche, mich nie enttäuscht. Enttäuschung ist eine niederschmetternde Macht. Wer es unternommen hat, Gottes Geboten in Eigenleistung nachzukommen, enttäuscht sich selbst. Das kann positiv sein und zu einer echten Selbsterkenntnis führen und dann zu Gott hinlenken. Er zeigt uns in seiner Gnade, dass er jemanden, der zu ihm kommt, nicht abweist, nicht im Stich lässt und nicht verlässt. Paulus will die Galater zu einer gesund machenden Enttäuschung führen: Sie sollen erkennen, dass der Gesetzesweg ein Holzweg ist und ihnen nicht das bringt, was sie erwarten. Wohl mag es ein Gefühl der Sicherheit geben, frommen Gesetzen und Ordnungen zu folgen. Es spielt sich im Bereich des Kalkulierbaren ab und fordert keinen Glauben. Man kann etwas tun und muss nicht warten und ausharren, wie es der Glaube mit sich bringt. (Lies Röm. 8, 24. 25.)

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IN JESUS IST DIE FÜLLE DES HEILS - MARKUS 6, 1-56

DIENSTAG, 23.AUGUST

MARKUS 6, 1-6; PHILIPPER 2, 7

In Kapitel 5 hatte der Evangelist Markus von großen Machttaten des Sohnes Gottes berichtet. Schauen Sie nach, worum es sich handelte! Wir haben einen wunderbaren Herrn, dem keine Not zu schwer, keine Gebundenheit zu kompliziert und mächtig ist. Ja, selbst der Tod steht dem Sohn Gottes zu Gebot. Jetzt aber hebt Markus bewusst die »Kehrseite« hervor: das Menschsein des Sohnes, seine Niedrigkeit, die armseligen Verhältnisse, aus denen er kam, und seine Bedeutungslosigkeit in Nazareth, jenem verachteten »Provinz-Nest«, in dem jeder jeden kennt (Joh. 1, 46). Hier hatte der Herr etwa dreißig Jahre lang in einer Handwerker-Familie gelebt und gearbeitet. An diesen Ort war er, nachdem er mündig geworden war, bewusst zurückgekehrt, um Gehorsam zu lernen, um sich im alltäglichen Kleinkram als einer zu bewähren, der alles im Gespräch mit seinem Vater im Himmel verarbeitete und sich in den schönen wie auch wenig angenehmen Dingen des Alltags vom Heiligen Geist leiten und stärken zu lassen. Hier im verpönten Nazareth lernte Jesus »Treue im Kleinen« (vgl. Luk. 2, 41-43. 49-51; Hebr. 4, 15; 5, 8; 2, 14. 15). Nun ist er wieder zu Hause - aber anders als früher ist er jetzt wieder da. Inzwischen ist aus dem »Zimmermann« ein Evangelist und Lehrer mit eigener Schule geworden. Jesus wollte auch den Bewohnern seines Heimatortes das Evangelium vom Reich Gottes verkündigen. Die »entfernten« und die »nahestehenden « Menschen müssen es hören: »Das Reich Gottes ist nahe! Kehrt euch ab von euren Sünden und glaubt an diese gute Botschaft« (Mark. 1, 15). Jesus ist seiner Sendung als »Freudenbote« treu gefolgt - auch in den entlegenen Winkel »Nazareth« (vgl. Jes. 52, 7). Der Herr »kam in sein Eigentum«, in seine Familie, zu seinen Verwandten und Freunden. Er schämte sich nicht, ihnen das Wort Gottes zu überbringen. Auch wenn er sich dafür nur Ärger einhandelte.

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MITTWOCH, 24. AUGUST

MARKUS 6, 1-3; LUKAS 2, 34

Zwischen Jesus und seinen Zuhörern vollzieht sich ein Bruch. Die Menschen sind von der vollmächtigen Lehre des Herrn (vgl. Mark. 1, 22) geschockt, wörtlich: »sie entsetzten sich«. Zwei Welten prallen aufeinander: das sündige Herz des Menschen und das klare Wort Gottes (vgl. Jer. 23, 39; Hebr. 4, 12). Wer angesprochen wird vom kraftvollen Wort des Herrn, trägt Verantwortung. Er ist Gott eine echte und eindeutige Antwort schuldig. Die Gottesdienstbesucher erkannten dies sehr deutlich. Sie gaben eine Antwort; aber leider eine negative. Zuerst fragen sie spitz: »Woher hat er das?« Wörtlich übersetzt: »Woher hatdieser (= der da!) das? Welche Weisheit ist diesem da gegeben?« Eine zweite Spitze lag in der Bezeichnung »Zimmermann, Sohn der Maria«. Selbst wenn Josef, wie manche Ausleger denken, schon gestorben war, wies die Benennung eines Sohnes nach der Mutter generell auf ein uneheliches Kind hin. Ein starkes Stück! (Vgl. Matth. 1, 20; Luk. 1, 30-33. 35.) Deutlich wird an jener Verleumdung aber auch, welche Gerüchte um Jesus damals allgemein kursierten. Die Nazarener hatten die Chance, Jesus kennen zu lernen, ihre Einstellung am Wort Gottes zu prüfen und zu korrigieren, z.B. an Jesaja 11, 1. 2 und 61, 1-3. Aber sie verweigerten Jesus den Glauben. »Und sie ärgerten sich an ihm« (V. 3c). Wörtlich heißt es: »Sie fielen von ihm ab.« Welch ein Kontrast zu den Jüngern, die mit Jesus gekommen waren! Mit Bedacht hat Markus festgehalten: »Und seine Jünger folgten ihm nach« (V. 1b). In seiner Schule lernen sie, dass es zwar Herrlichkeit ist, mit ihm zu gehen, aber eine Herrlichkeit, die durchs Kreuz muss. »Gedenkt an den, der so viel Widerspruch gegen sich von den Sündern erduldet hat, damit ihr nicht matt werdet und den Mut nicht sinken lasst« (Hebr. 12, 3).

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DONNERSTAG, 25.AUGUST

MARKUS 6, 4-6; JOHANNES 1, 9-14

Die Bewohner von Nazareth verachteten den »Zimmermann« Jesus. Ist uns aufgefallen, dass sich diese negativ-kritische Haltung im Gottesdienst, gewissermaßen unter der Predigt des Herrn, entwickelte? Was haben die Menschen überhaupt vom Wort Gottes erwartet? Ein englischer Ausleger gibt zu bedenken: »In einer Atmosphäre der Erwartung kann schon der kleinste Funke aus den Bemühungen des Predigenden überspringen und zünden; in einer Atmosphäre kritischen Abstandes oder skeptischer Gleichgültigkeit dagegen fallen die Worte auch da auf toten Boden, wo sie entschieden von Heiligem Geist erfüllt sind. Wir tragen Verantwortung dafür, ob das Werk des Herrn Jesus Christus behindert oder gefördert wird. Wir können ihm die Tür weit öffnen - oder aber sie ihm vor der Nase zuschlagen.« Wie reagierte Jesus auf die Verachtung in Nazareth? Wörtlich heißt es: »Nicht ungeehrt ist ein Prophet außer in seinem Vaterland und in seiner Verwandtschaft und in seinem Haus.« Jesus deutet hier den Bruch an mit »Vaterland - Verwandtschaft - Haus(familie)« und erinnert so an den Patriarchen Abraham, der dem Wort Gottes zum Aufbruch aus seinem bisherigen Lebenskreis gehorchte: 1. Mose 12, 1-3. Aber es ist ein Aufbruch unter dem unermesslichen Segen Gottes! Gott lässt aus dem schmerzvollen Bruch Neues werden für die ganze Welt. Jesus hat in seiner Verwerfung den Grundstock des Neuen schon bei sich. In »wenigen Augenblicken« wird er die Aussendung seiner Jünger als Kostprobe zukünftiger Dinge durchführen (Mark. 6, 7ff). Vorerst aber verlässt er Nazareth, um das Evangelium in die umliegenden Dörfer zu tragen. Und doch gab es auch in Nazareth ein paar Menschen, die Jesus die Tür öffneten. Welch ein Segen, wenn wir den Herrn vertrauensvoll aufsuchen und ihm - selbst in einer Atmosphäre des Zwiespalts - zutrauen, dass er uns helfen, heilen und heiligen will und kann.

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FREITAG, 26.AUGUST

MARKUS 6, 6b. 7. 12

Jesus hat sich durch die Ablehnung und die zahlreichen Misserfolge in Nazareth nicht irremachen lassen. Er bleibt der einzigartige, der große und gute Sämann (Mark. 4, 2-9). »Und er durchzog die Dörfer ringsumher und lehrte.« Der Urtext, der hier die Gegenwartsform (»lehrend«) verwendet, malt die Dauer der Tätigkeit des Herrn. Wenn er im Folgenden seine Jünger in die Missionsarbeit aussendet, dürfen und sollen sie sich getragen wissen von dem, was er für die Menschen, aber auch für sie als seine Jünger, tut. Es ist wunderbar, dass Jesus allen seinen Missionaren beständig »zuarbeitet«. Dabei werden seine Mitarbeiter durch Freude (V. 10. 13) und durch Schmerz gehen müssen (V. 11). Denn »ein Schüler ist nicht über seinem Meister« (Matth. 10, 24. 25a). Wir haben immer neu zu lernen, dass das Heilsangebot Gottes aus der Passion fließt. Gerade dann, wenn wir es schmerzlich erleiden, wie hilflos und schwach wir im Dienst unseres Herrn sind, wie wenig Menschen zum Glauben an Jesus kommen und wie viele scheinbar gleichgültig leben, als gäbe es Gott nicht, wollen wir nicht resignieren. Was kann uns helfen, dennoch getrost und unverzagt ein fröhlicher Jesus-Zeuge zu sein? o Denke zuerst und immer wieder an deinen vielfältig gedemütigten, verachteten und gekreuzigten Herrn. Danke ihm, dass er dich versteht und sein Leid dich in deinem Leid tröstend umfängt. o Säe einfach weiter im Vertrauen auf die große Kraft, die im Wort Gottes steckt. o Du bist nicht verantwortlich dafür, dass der andere auf das Wort Gottes hört, das muss er selbst tun. Du bist verantwortlich dafür, dass gut und geschickt gesät wird (1. Kor. 3, 5-7. 10). o Bete weiter. Dazu Apostelgeschichte 12, 1-12. 24 und Epheser 6, 18-20. o Gib dem Satan keinen Raum in deinem Leben. Sorge dafür, dass dein Leben, dein praktisches Verhalten, nicht die Botschaft, die du ausrichtest, durchstreicht.

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SAMSTAG, 27.AUGUST

MARKUS 6, 7-13; PSALM 118, 17

Wer in den »Kampf« zieht, um Menschen für Gott zu »erobern«, braucht eine optimale Ausrüstung. Jesus weiß, dass seine Jünger sich auf die »Luftangriffe « Satans gefasst machen müssen: Epheser 6,12. Darum schenkt der Herr seinen Leuten geistliche Vollmacht. »Seht, ich habe euch Macht gegeben, zu treten auf Schlangen und Skorpione, und Macht über alle Gewalt des Feindes; und nichts wird euch schaden« (Luk. 10, 19). Der geistlichen Ausrüstung scheint nun eine kärgliche äußere Ausstattung gegenüberzustehen. Und doch führt in Vers 8 und 9 nicht asketische Unmenschlichkeit das Wort; denn wie ein Vergleich mit Markus 10, 28-31 zeigt, sollten die Jünger das Nötige nicht entbehren. Nur soll auch nichts die Ausbreitung des Evangeliums hindern. Darum liegt die Betonung auf dem Weglassen. Der Bote des Herrn darf sich ganz auf die Fürsorge seines Vaters im Himmel verlassen. Gewiss läuft die himmlische Versorgung in der Regel über unsere irdischen Tische und Konten. Der Jesus-Jünger ist sogar darauf angewiesen. Entscheidend ist, dass die Hauptsache die Hauptsache bleibt: die Verkündigung des Evangeliums, der Ruf zur Umkehr, der vollmächtige Umgang mit Gebundenen und der liebe- wie glaubensvolle Umgang mit Kranken. Die Vollmacht der Jesusboten wird nicht zuletzt an ihrer Einfachheit, an ihrem Gottvertrauen und an ihrer Freigebigkeit erkannt. Dort, wo Gott uns irdisches Gut anvertraut, sind diese Gaben nicht zur persönlichen Bereicherung gedacht, sondern zur Förderung des Reiches Gottes. Wir sollten an unseren schönen Möbeln, Teppichen, Räumlichkeiten nichtmehr hängen als am Bau des Reiches Gottes. Geht es doch um die höchste und wichtigste Aufgabe: Menschen für Christus zu gewinnen. Wie kann ich - in meiner Familie, meiner Berufswelt, meiner Schule, meiner Wohnung - konkret dazu beitragen? (Lies Matth. 6, 25-34; 1. Thess. 2, 1-10.)

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SONNTAG, 28.AUGUST

MARKUS 6, 14. 15

Jesus wurde durch sein Wirken und die Mission seiner Jünger immer bekannter. Sein Name drang bis in Regierungskreise hinein. Herodes Antipas war eigentlich kein König wie sein Vater Herodes d. Große, sondern nur Kleinfürst (Tetrarch). Trotzdem nannte ihn das Volk »König«. Da Antipas das Teilreich Galiläa-Peräa übernommen hatte, war er auch Landesherr von Jesus. Nun befasst sich also der irdische König mit dem himmlischen König. Was findet Herodes an Jesus? Wer ist der Mann aus Nazareth eigentlich? Aus der Fülle der Ansichten (vgl. Mark. 3, 21. 22. 30; 6, 3) spiegelt unser Text die Meinung der breiten Masse wider: den zum Leben erweckten Täufer, den Propheten Elia und einen Propheten wie andere große Propheten der Vergangenheit. Die Gemeinsamkeit dieser Standpunkte liegt darin, dass die genannten Personen alle die Aufgabe hatten, auf den Messias Gottes hinzuweisen. Die Menschen sehen Jesus als einen der ganz Großen - aber nicht als Messias. Man kann bei ihm im Gottesdienst gewesen, von seiner Predigt ergriffen sein, seine Wohltaten erfahren haben - und dennoch im Eigenen stecken bleiben. Gewiss, auch die Jesus-Erkenntnis ist ein Prozess; wir erkennen stückweise. Das weiß der Herr. Aber er lässt niemanden, der ihm begegnet, im Nebel sitzen. Jesus führt zur Klarheit, sodass auch wir von Herzen bekennen können: »Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes« (Matth. 16, 16; vgl. Joh. 6, 66-69; 20, 27-29). Was immer wir von Jesus denken, ändert nichts an der Tatsache, wer Jesus ist. Lesen wir noch einige Aussagen des Herrn über sich selbst und überlegen: Welchen Zuspruch und welche Korrektur enthalten diese Jesus-Worte für mich persönlich? Johannes 6, 35; 8, 12; 10, 9-11; 11, 25. 26; 14, 6; 15, 1; Offenbarung 1, 8. 17. 18.

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MONTAG, 29.AUGUST

MARKUS 6, 16-29; SPRÜCHE 1, 7; 5, 1-6 Die familiären Verhältnisse der Herodianischen Großfamilie glichen einer einzigen Katastrophe. Herodes Antipas hatte seine erste Frau verstoßen und Herodias, seine Schwägerin und Nichte, geheiratet, die wiederum ihren eigenen Ehemann um dieser neuen Beziehung willen verlassen hatte. Dieser doppelte Ehebruch erregte in der Öffentlichkeit großen Anstoß. Zwei Ereignisse hätten als »Stopp-Zeichen« dienen und Herodes Antipas zur Besinnung bringen können: Sein Ex-Schwiegervater, der arabische König Aretas, brachte Herodes Antipas bei einer kriegerischen Auseinandersetzung eine empfindliche Niederlage bei. Die andere Begebenheit hing mit Johannes dem Täufer zusammen, der dem Landesfürsten seine Untreue gegenüber Gott und Menschen als ein schweres Vergehen vorhielt (3. Mose 18, 16; 20, 21; vgl. 1. Kor. 6, 9. 10; Hebr. 13, 4). Antipas war in seinem Gewissen getroffen (V. 16. 20). »Nichts aber ist gefährlicher als ein schlechtes Gewissen ohne Umkehr« (A. Pohl). Herodes geht seinen sündigen Weg verbissen weiter. Unvergebene Sünde zieht weitere Verschuldungen nach sich; es muss nur ein »gelegener« Zeitpunkt dazukommen (V. 21). Hier ist es eine groß angelegte Geburtstagsparty des Königs mit allen möglichen »Respektspersonen«. Sie selber aber »ertränkten« jeden Respekt vor der Würde eines Menschenlebens im Rausch einer alkoholisierten und verführerischen Tanz-Atmosphäre. Wie einst der wankelmütige König Ahab seiner rachsüchtigen Frau Isebel freie Hand zum Mord an dem gottesfürchtigen Mann Nabot ließ, so wollte jetzt König Herodes seine Zusage nicht ungültig machen (V. 26), die er vor allen Tischgenossen mit einem geschworenen Eid bekräftigt hatte. Diese verhängnisvolle Sünden- Geschichte will uns helfen, auf unser Denken, Wollen und Streben zu achten: »Behüte dein Herz mit allem Fleiß, denn daraus quillt das Leben« (Spr. 4, 23). Und dort, wo wir sündigten, wollen wir entschlossen unsere Sünde bekennen und loslassen. »Wer seine Sünde leugnet, dem wird's nicht gelingen; wer sie aber bekennt und lässt, der wird Barmherzigkeit erlangen« (Spr. 28, 13; lies Spr. 28, 14; 23, 26-33; Ps. 25, 1-7. 14. 15. 18).

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DIENSTAG, 30.AUGUST

MARKUS 6, 30-32

Die Jünger-Missionare sind zu Jesus zurückgekehrt »und verkündeten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten« (V. 30). Ein Auftrag galt erst nach abgelegtem Bericht als abgeschlossen. Es ist nur gut, wenn wir nicht von einer Aufgabe in die andere »stolpern«, sondern innehalten und eine beendete Arbeit vor Jesus bedenken und sie ihm »zurückgeben«. Im lauten Aussprechen vor ihm (und anderen Mitarbeitern) liegt nicht nur eine Konzentrationshilfe, sondern liegen auch Korrektur- und Lernmöglichkeiten: Lukas 10, 17-20 (vgl. Apg. 13, 4. 5; 14, 27). Außerdem kann uns die »Rückgabe« unserer Arbeit an den Herrn zur Dankbarkeit beflügeln: Nicht wir sind die Starken, die Macher und Könner, sondern was wir sind, sind wir durch die Gnade Gottes (vgl. 1. Kor. 15, 10). Im Blick auf die geistliche Mission der Jünger legte Jesus großen Wert darauf, dass ihr Bericht gewissenhaft und vollständig erfolgte. Schließlich ging es um einen in der Jesus-Lehre verwurzelten Dienst. (Lies Luk. 10, 16; Matth. 28, 20; Joh. 14, 26; 1. Kor. 2, 1-5. 12. 13.) Eine andere Mitarbeiter-Hilfe finden wir in Vers 31. Jesus weiß, dass seine Jünger in gewissen Abständen Ruhe und Erneuerung brauchen. Es geht nicht einfach um ein bloßes Aufhören mit einer Arbeit, auch nicht um Bewegungslosigkeit - die Jünger vollziehen ja einen Tätigkeitswechsel, sie rudern »in einem Boot an eine einsame Stätte«. Die von Jesus verordnete Ruhe meint vielmehr ein ganzheitliches Entspannen und Auftanken unter dem Segen Gottes. Dazu gehörte die Tischgemeinschaft, die Freude an Gottes Schöpfung und das Gespräch mit Jesus und miteinander. Alles sollte Vorgeschmack sein auf das große Heil in Gottes herrlicher und ewiger Welt. Darum ist das »Eingehen in die Ruhe« geradezu ein Parallelausdruck zum »Eingehen in das Reich Gottes«. Vor allem ist es die wegweisende Willensoffenbarung Gottes in seinem Wort, die »zur Ruhe bringt«. (Lies 2. Mose 33, 14; Jes. 63, 14; Jer. 6, 16; Luk. 10, 39-42; Offb. 14, 13.)

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MITTWOCH, 31.AUGUST

MARKUS 6, 32-34

War es nun aus mit der Ruhe? Die Jünger hatten noch nicht am anderen Ufer angelegt, da warteten schon wieder viele Menschen. Welch unliebsame Störung!, so mag es uns durch den Kopf schießen. Kann man denn nirgendwo seine Ruhe haben?! Hatte der Herr nicht ausdrücklich gesagt . . . ? Ja, hatte er - aber es geht Jesus jetzt nicht nur um die Ruhe der wenigen, sondern der vielen. »Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken« (Matth. 11, 28). Mit seelsorgerlichem »Tiefblick« sah der Herr den Menschen ins Herz. Er schaute ihre eigentliche Not: Sie waren wie zerstreute, hirtenlose Schafe - Menschen, die hungert und dürstet nach Gerechtigkeit und Frieden. Ihnen will der Herr sich als der wahre, der gute Hirte offenbaren. So hatten es schon die Propheten angekündigt: Jesaja 40, 11; Hesekiel 34, 11-16. 23-25a (vgl. Jer. 23, 3. 4; 31, 10). Bemerkenswert ist, wie Jesus der Hirtennot der vielen begegnet: »Und er fing an, sie vieles zu lehren.« Jesus führte sie auf die Weide des göttlichen Wortes. Das Wort Gottes zeigt uns, o dass verirrte Schafe den guten Hirten brauchen, der sie zu Gott nach Hause bringt. Geführte Schafe kennen das Ziel und haben Orientierung. Herr Jesus Christus, »ich will mich nicht mehr selber führen, du sollst als Hirte mich regieren« (K.H. v. Bogatzky). o dass hungrige Schafe den guten Hirten brauchen, der sie zum frischen Wasser führt. Gesättigte Schafe kommen zur Ruhe und haben Stärkung und Kraft zum Leben. o dass gefährdete Schafe den guten Hirten brauchen, der sie auch in einem dunklen Tal schützt. Geborgene Schafe fürchten kein Unglück. Sie wissen den guten Hirten immer bei sich. - Wir lesen Psalm 23 betend.

zur Verfügung gestellt von: bibel.com der Homepage von Christen für Christen.

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