Donnerstag,1.August Philipper 3,7.8; 1,21.
Paulus beschreibt die alles überragende Erkenntnis von Jesus Christus: Ja, ich erachte es noch alles für Schaden gegenüber der überschwänglichen Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn. Keine Philosophie, keine wissenschaftliche Erkenntnis, keine noch so klugen Gedankengänge kommen dem gleich, was uns in Jesus Christus geschenkt ist. Jesus in seiner Einzigartigkeit erkennen führt zu einer Freude, die alles übertrifft. H.Lamparter stellt die Frage: Was ist denn so herrlich an Jesus Christus? Und er gibt die Antwort: Zum einen, dass er Gott gehorcht und den Vater verherrlicht hat wie kein anderer zuvor und danach. Jesus hat die Liebe in die Welt getragen. Seine Liebe ist so groß, dass sie den ganzen Jammer dieser Welt umfasst. Zum andern dies, dass er für unsere Rettung einen Preis bezahlt hat, an dem gemessen alle anderen Werte, deren ein Mensch sich rühmen kann, lauter Lappalien sind. Nicht mit vergänglichem Silber oder Gold, sondern mit seinem kostbaren Blut hat er uns aus der Macht Satans losgekauft und zu seinem Eigentum gemacht. (Lies 1.Petr.1,18-20; Hebr.9,12-14; Offb.1,5b.6.) Begreift ihr nicht, will Paulus sagen, dass ich seit jenem Tag, an dem der erste Lichtstrahl seiner Herrlichkeit mein Herz berührte, nur noch ein Ziel, ein einziges Verlangen habe: Dass ich Christus gewinne und in ihm erfunden werde? Es genügt mir nicht, von ihm zu wissen; ich will ihn gewinnen! (Lies 2.Kor.4,6; Kol.2,3.8-10; Eph.3,8.14-19.) William L.Thompson beschreibt die Freude der Gemeinschaft, die er seit seiner Bekehrung mit Jesus hatte, in einem seiner Lieder so: Jesus ist alles, alles mir und soll es einzig sein, und ihm will ich aufs Neue mich mit Leib und Seele weihn. Er soll es sein, der mich regiert, ihm will ich folgen, wie er führt. Der mich regiert, gnädig mich führt, ist mein Freund.
Freitag,2.August Philipper 3,7.8; Johannes 6,68.69.
Immer wieder betont Paulus die überragende Bedeutung, die Jesus Christus für sein Leben hat. Seinen Worten spürt man die Freude und das Glück ab, das er in Jesus fand. Seit ich Christus kenne, ist für mich alles Verlust, was ich früher als großen Gewinn betrachtet habe. Das ist mir klargeworden: Gegenüber dem unvergleichlichen Gewinn, dass Jesus Christus mein Herr ist, hat alles andere seinen Wert verloren. Ja, alles andere erachte ich für Dreck, wenn ich nur Christus habe und in ihm erfunden werde. Diese Worte schreibt Paulus nicht unmittelbar nach seiner Umkehr zu Jesus, nicht aus der anfänglichen Begeisterung seiner Nachfolge heraus. Nein, sie sind viele Jahre später in der Gefangenschaft in Rom geschrieben. Dazwischen lagen die Jahre des Dienstes mit vielen Mühen, auch des inneren Verbundenseins mit Jesus, seinem auferstandenen Herrn. Deshalb kann er vollmächtig bezeugen: Jesus Christus hat alle meine Erwartungen und Vorstellungen übertroffen und mich in keiner Weise getäuscht. Unzählige Mühen und Entbehrungen, Kämpfe, Leiden und Verfolgungen, so wie der Herr es ihm angekündigt hatte, verloren an Bedeutung gegenüber der überschwänglichen Größe der Erkenntnis von Christus Jesus. Neben ihm verblassten auch die hohen Gedanken der griechischen Bildung. Obwohl die Gemeinschaft mit Jesus ihn reich beschenkt hatte, lebte doch das große Verlangen in seinem Herzen weiter: Ich möchte ihn immer besser kennenlernen, möchte ihn anschauen in seiner Größe, seine Macht und Herrlichkeit tiefer erfassen und die rettende Botschaft von ihm weitersagen. Brennt auch unser Herz wie das des Paulus, dass noch viele Menschen Jesus Christus als ihren persönlichen Herrn und Heiland kennen lernen? Bei Jesus findet jeder Mensch, was sein Leben wertvoll macht für Zeit und Ewigkeit. (Lies Röm.1,16; 2.Kor.8,9; 9,8; Eph.1,15-21; Kol.1,9-14.)
Samstag,3.August Philipper 3,4-8; Hebräer 11,24-26.
Warum legte Paulus so viel Wert darauf, Christus zu gewinnen, dass er die bisherigen Vorzüge für Dreck erachtete? Das neue Herz prägte sein Leben und Denken, sodass er sagen konnte: Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn. Mit allen Fasern seines Herzens strebte er danach, Jesus ähnlicher zu werden: Ich muss ihn immer besser kennen lernen und die Kraft seiner Auferstehung. Das geht nicht, wenn man auf Distanz lebt. Nur im täglichen Umgang, im Hören auf sein Wort und im persönlichen Gespräch mit Jesus, d.h. im Gebet, kann das geschehen. (Lies Jes.50,4.5; Luk.10,39; Ps.73,28.) Wer Christus gewinnen will, der sucht seine Nähe, um von ihm zu lernen, sozusagen von Angesicht zu Angesicht: Wir alle schauen mit offenem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn an. Und so werden wir in sein Bild umgewandelt von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, das wirkt der Herr, das wirkt sein Geist (2.Kor.3,18). Noch sehen wir Jesus nicht in seinem vollkommenen himmlischen Glanz. Wir sehen jedoch etwas von seiner Herrlichkeit in den Evangelien, in seinem Reden und Tun. Wie Moses Angesicht Gottes Herrlichkeit widerspiegelte (2.Mose 34,29), so sollen auch wir, wenn wir in der Gemeinschaft mit Jesus leben, seine Herrlichkeit widerspiegeln. Das wirkt der Geist Gottes an uns. (Lies Röm.8,29.30; 1.Kor.15,49; Joh.17,17.19.) A.Pötzsch hat seine Erfahrung mit Jesus in der Liedstrophe ausgedrückt - könnte sie auch unsere Antwort sein?
Christ, du hast mein Herz gewonnen und mit Freud erfüllt.
Licht ob allen Sonnen, Bronn ob allen Bronnen, du hast allen Durst gestillt.
Sonntag,4.August Philipper 3,8.9; Johannes 15,4.5.
Mir ist es nur um das Eine zu tun, Christus zu gewinnen und in ihm erfunden zu werden! Diese Aussage in ihm erfunden zu werden gibt es nur an dieser einen Stelle im Neuen Testament. Für Paulus war Christus der Lebensraum, in dem er gefunden werden wollte. Findet man uns in Jesus Christus, wenn man uns sucht? 1. In Jesus will Gott uns finden. Wenn seine Augen uns suchen, muss er uns in Jesus finden, gekleidet in seine Gerechtigkeit. Wenn Gott uns in Jesus findet, kann er uns gnädig ansehen. Wir sind begnadigt in dem Geliebten. In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung unserer Sünden nach dem Reichtum seiner Gnade (Eph.1,3.6.7; Jes.61,10; vgl.Matth.22,11.12). 2. In Jesus sollten uns auch die Menschen finden, denen wir täglich begegnen. Werden sie heute an uns Spuren seiner Liebe und Barmherzigkeit, seiner Freundlichkeit und Zuwendung finden? In Christus Jesus sind wir geschaffen zum Tun all des Guten, das Gott zuvor bereitet hat, damit wir uns in ihm bewegen. Kommt einander in herzlicher Bruderliebe entgegen! Gebt einander ein gutes Vorbild in gegenseitiger Wertschätzung (Eph.2,10; Röm.12,10; lies 2.Kor.2,17; 13,4.5; 1.Joh.2,6). 3. In Jesus sollte uns vor allem der Teufel finden, wenn er uns versuchen und angreifen möchte, denn in Jesus sind wir seinen listigen Angriffen nicht schutzlos ausgeliefert. Markus Hauser berichtet, wie er sich den Angriffen des Feindes widersetzte: Immer wenn der Teufel kam, läutete ich die Gebetsglocke und rief wie der Psalmist: Herr, hilf mir, ich bin dein! Da wurde es dem Teufel leid, mich immer in die offenen Arme meines Heilandes zu treiben.
O Herr Jesus, sieh, ich hülle mich in dich hinein, denn da bin ich gut geborgen, kann ich sicher sein.
Kommt Versuchung, Satan, Sünde, kann ich stille sein, kann mich bergen hinter Jesus, hinter ihm allein.
R.AmsteinMontag,5.August Philipper 3,9; 2.Korinther 5,21.
Paulus kommt noch einmal auf das Thema von der Gerechtigkeit zu sprechen, wenn er sagt: Ich besitze keine eigene Gerechtigkeit mehr, wie sie aus dem Gesetz abgeleitet ist. Meine Gerechtigkeit habe ich durch das Vertrauen auf Jesus Christus, meinen Erlöser und Herrn erhalten. Es ist die von Gott geschenkte Gerechtigkeit, die man durch den Glauben an den Herrn Jesus erhält. Diese Gerechtigkeit ist Gottes juristische Feststellung über uns. Sie ist abhängig von dem, was Christus getan hat, und nicht von unseren guten Taten (S.Ferguson). Die von Christus erworbene Gerechtigkeit ist vollkommen. Wir können und brauchen ihr nichts hinzuzufügen. Ohne Abstriche gilt sie für jeden, der Jesus Christus als persönlichen Herrn und Heiland in sein Leben aufgenommen hat. Viele Menschen wissen nicht, wie sie mit ihrer Schuld und ihrem Versagen fertig werden können. Doch wer mit seiner Sündenlast zu Jesus kommt, sie vor ihm ausspricht und im Glauben um Vergebung bittet, der ist gerecht gemacht durch sein am Kreuz für uns vergossenes Blut. Wer wagt es, Gottes Auserwählte zu verklagen? Gott ist hier, der da gerecht spricht! Wer will sie verdammen? Christus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt worden ist. Er sitzt zur Rechten Gottes und tritt fürbittend für uns ein (Röm.8,33.34; lies Röm.4,25; 5,1; Hebr.7,25; 1.Joh.2,1.2). Gott fand einen Weg zur Sühnung für unsere Sünden, er fand einen Weg zu unserer Entlastung und Versöhnung. Es ist die von Gott geschenkte Gerechtigkeit, die nicht nur die Ungerechtigkeit der Vergangenheit völlig auslöscht, sondern die uns auch als Gerechtgemachte befähigt, Gott zur Verfügung zu stehen. Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber ... So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott! (Lies 2.Kor.5,17-20; Luk.10,16.)
Dienstag,6.August Philipper 3,10.11; Römer 8,18.
Jesus möchte ich erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden und so seinem Tode gleichgestaltet werden, damit ich gelange zur Auferstehung aus den Toten. Hat dieser Entschluss des Paulus etwas mit der Freude zu tun, mit der er am Anfang des Kapitels die Gemeinde in Philippi ermutigte? Dass es Freude ist, Jesus kennen zu lernen und seine wunderbare Kraft zu erfahren, mit der er selbst aus den Toten auferweckt worden ist, steht außer Frage. Aber Paulus weiß, dass damit auch die Gemeinschaft seiner Leiden und die Gleichgestaltung mit seinem Tod verbunden ist. Das Wort, das Jesus selbst sagte, vom Verlieren des Lebens, verwirklichte sich im Leben des Apostels in vielfacher Weise. Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht. Wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren. Wer aber bereit ist, sein Leben vorbehaltlos für Gott einzusetzen, wird es für alle Ewigkeit behalten (Joh.12,24.25; Matth.16,24.25). In den Briefen an die Gemeinde in Korinth zeigt Paulus, wie sein Weg durch immer neue Gefahren, Misshandlungen, Verhaftungen und Entbehrungen seine Bevollmächtigung als Apostel nicht aufhob, sondern immer neu bestätigte. (Lies 2.Kor.12,9.10.) Paulus rühmt sich am liebsten seiner Schwachheit, nicht seiner wunderbaren Erlebnisse. Er rühmt sich allein des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch welchen ihm die Welt gekreuzigt ist und er der Welt. (Lies Gal.6,14.) Diese Gleichgestaltung mit dem Tod Jesu ist ihm nicht ein Unglück, dem er möglichst ausweichen möchte, sondern das Ziel seines Lebens (W.de Boor). Wir wollen uns fragen, sind wir zu diesem Weg um Jesu willen bereit? Seine Auferstehungskraft ist uns zur Verfügung, um uns zu stärken, zu bewahren und hindurchzubringen. (Lies 2.Kor.4,7-12; 6,4-10; 12,15.)
Mittwoch,7.August Philipper 3,10.11; 2.Timotheus 2,8-12a.
Ich möchte ihn erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden. Auffallend ist die Reihenfolge, die Paulus hier aufstellt: Zuerst spricht er von der Kraft der Auferstehung. Diese Kraft erreicht Jesus-Nachfolger, wenn sie Gottes Wort lesen oder hören. Darum schreibt er an die Christen in Rom: Ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben. - Die Auferstehungskraft des Herrn Jesus ist uns ebenso für unsere tägliche Nachfolge verheißen: Ihr sollt erfahren, wie unermesslich groß die Kraft ist, mit der Gott in uns, den Glaubenden, wirkt. Es ist dieselbe Kraft, mit der er Christus von den Toten auferweckte und ihm den Ehrenplatz zu seiner Rechten gab (Eph.1,19-21; lies 1.Kor.2,3-5; Eph.3,16.17; 2.Tim.1,7). - Paulus spricht ganz bewusst auch von Leiden. Wenn wir mit Jesus leben, in Christus sind, wird er uns helfen, die Leiden, die die Nachfolge mit sich bringt, anzunehmen und zu tragen. Wie können Leiden für uns, die wir nicht öffentlich verfolgt werden, aussehen? Es kann der Spott über Jesus sein - am Arbeitsplatz oder in der Schule. Vielleicht ist es die anhaltende Ablehnung unseres Zeugnisses bei Menschen, die wir für Jesus gewinnen wollen. Durch die eigene Familie oder Ehe kann ein schmerzhafter Riss gehen, wenn es um Jesus und die Nachfolge geht. - In solchen Leiden sind wir nicht allein gelassen. Jesus ist im Leiden bei uns! Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit. Petrus schreibt: Gerade im Leiden ruht ja der Geist Gottes, der Geist der Herrlichkeit und der Macht auf euch (Jes.41,10; lies 1.Petr.4,12-14.19; Ps.84,6-9). Wir gehen der Zeit entgegen, in der sich Jesu Zusage erfüllen wird: Eure Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden (Joh.16,20b).
WIE WIRD ES IM HIMMEL SEIN? - Offenbarung 21,1-8
Donnerstag,8.August Offenbarung 21,1-8; 1.Johannes 2,15-17.
Das letzte Buch der Bibel ist das Buch der Hoffnung. Das heißt nicht, dass hier alles rosarot gefärbt wäre. Im Gegenteil! Mit großem Ernst und in erschütternden Bildern zeigt die Offenbarung uns, dass der Kampf zwischen Recht und Unrecht, zwischen Lüge und Wahrheit, zwischen Licht und Finsternis, zwischen Gott und Satan auf dieser Erde bis zum bittern Ende durchgekämpft wird. Aber das Grauen und die Gerichte sind in Gottes Geschichte nie das Letzte. In den beiden letzten Kapiteln bricht Gottes Licht umso herrlicher durch alle Gerichtswolken. - Johannes versucht mit menschlichen Worten zu beschreiben, wie der Himmel ist. Schon in Kapitel 20,11 berichtet er, dass er einen großen weißen Thron sah, und vor dem Angesicht dessen, der darauf saß, flohen die Erde und der Himmel, und es wurde keine Stätte für sie gefunden. Nun lesen wir: Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde. Nichts von dem, was uns auf dieser Erde wertvoll ist, können wir hinüberretten, denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen. Mit ihnen wird alles vergehen, was jetzt unsere Zeit und unseren Horizont ausfüllt. Paulus war es wichtig, das der Gemeinde in Korinth bewusst zu machen: Die Zeit ist beschränkt. So mögen nun in der verbleibenden Frist die, die da kaufen, sein, als besäßen sie es nicht. Verliert euch nicht an diese Welt. Denn sie wird mit allem, was wir haben, vergehen (1.Kor.7,29-31). Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für unser Leben? Jesus rät uns dringend: Denkt nicht immer nur an das, was ihr zum täglichen Leben braucht! Im Gegenteil! Setzt alles dafür ein, die Nahrung zu bekommen, die euch das ewige Leben bringt (Joh.6,27; lies Matth.6,19-21.24.33; Kol.3,1-4; 1.Petr.1,24.25).
Freitag,9.August Offenbarung 21,1; Jesaja 51,6; 65,17.
Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde, denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Nicht nur die Erde, die durch die Sünde verdorben ist, auch das ganze Weltall wird vergehen. Das ist für uns unvorstellbar. Aber Gott repariert die alte Erde nicht, er wird eine völlig neue Welt erschaffen, in der die Sünde keinen Raum mehr hat, in der Liebe und Gerechtigkeit regieren werden. Darauf gehen wir zu. Gott beginnt seine Neuschöpfung schon jetzt in uns. Weil sie ihren Grund in der Erlösung und Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus hat, fügt Petrus seinem Ausblick auf die neue Erde hinzu: Befleißigt euch, dass ihr vor ihm unbefleckt und tadellos und in Frieden bewahrt werdet. (Lies 2.Petr.3,13-18.) - Vielleicht wundern wir uns, dass das Meer extra erwähnt wird. Wenn die Erde nicht mehr ist, ist doch auch das Meer verschwunden. Das Meer ist in der Bibel ein Bild der Unruhe und Unbeständigkeit. Jesaja spricht davon, dass die Gesetzlosen wie das aufgewühlte Meer sind... Keinen Frieden gibt es für die Gottlosen (Jes.57,20.21). In der Sprache der Propheten ist das Meer auch ein Bild für das unruhig wogende Völkermeer, aus dem die Tiere aufsteigen, die Tyrannen mit ihren Kriegen und Katastrophen. Keiner ihrer Friedensschlüsse brachte Frieden auf Erden. (Vgl. Offb.13,1.2; Dan.7,2.3.) Das Meer ist nicht mehr! Das bedeutet, dass es kein Chaos, keine Katastrophen mehr geben wird. Das Chaos gehört auf die Seite Satans. Er ist der Durcheinanderwerfer, der Freude daran hat, Hass und Streit, Krieg und Chaos zu stiften. Dann aber wird seinem Wirken ein Ende gesetzt sein. (Lies Offb.20,10; Röm.16,20; 1.Joh.3,8.) Gott ist ein Gott der Ordnung und des Friedens. Seiner Herrschaft wollen wir uns Tag für Tag vertrauend unterstellen. (Lies 1.Kor.14,33; Joh.14,27; Röm.15,33.)
Samstag,10.August Offenbarung 21,2; Epheser 2,19-22.
In den beiden letzten Kapiteln der Bibel erfahren wir, wie es im Himmel ist. Da kommt uns etwas von Gottes Heiligkeit entgegen. Wir aber leben noch in der von Gott abgefallenen und unheiligen Welt. Gott weiß, dass der Himmel für uns gar nicht so einfach zu erfassen ist. Deshalb gebraucht er Bilder, um uns einen Eindruck vom Himmel zu vermitteln. Er reißt den Vorhang entzwei, den seine ewige Gotteswelt von unserer vergänglichen Existenz trennt. Johannes sieht ein wunderbares Bild: Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann (H.Brandenburg). Wir sind überrascht: Hier ist von der Braut des Lammes die Rede, also von einer Person. Stattdessen wird eine außergewöhnliche Stadt oder ein Bauwerk geschildert. Doch im Bild dieser Stadt und ihren Baumaterialien stellt Gott das Wesen seiner Brautgemeinde dar (Offb.21,9-27). Schon im Alten Bund gab Gott seinem Volk ein Gleichnis und Abbild vom Himmel, zunächst in der Stiftshütte, dann im Tempel. Gott hatte versprochen, durch sie unter seinem Volk zu wohnen und ihm nahe zu sein. (Lies 2.Mose 25,8.9; Hebr.8,5.) Im Neuen Bund gibt es keinen von Menschen erbauten Tempel mehr als Wohnstätte Gottes. Jeder Christ, den Jesus von seiner Schuld gereinigt hat, ist jetzt berufen, ein Tempel Gottes zu sein. Paulus schreibt in seinen Briefen davon. Wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des in euch wohnenden Heiligen Geistes ist, den ihr von Gott empfangen habt? (1.Kor.6,19). Gott möchte nicht ohne uns sein. Durch seinen Heiligen Geist hat er uns zu seiner Wohnung erwählt. (Lies Joh.14,20.23; 17,23.26; Gal.2,20; Kol.1,27.) Als lebendige Steine haben wir teil am himmlischen Jerusalem. Welch wunderbares Vorrecht! (Lies 1.Petr.2,5; Offb.3,12.)
Sonntag,11.August Offenbarung 21,2; 1.Timotheus 1,15.
Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. Hier wird uns gesagt, dass die Braut des Lammes, das neue Jerusalem vom Himmel, von Gott kommt. Der Anfang der heiligen Stadt war jedoch auf Erden. Alles begann damit, dass der Sohn Gottes jeden einzelnen Stein, der eingebaut wurde, im Steinbruch der Welt suchte. Seine Hand holte ihn heraus aus dem Schmutz: Er zog mich aus der Grube des Verderbens, aus dem schmutzigen Schlamm (Ps.40,3; lies Jer.31,3; Matth.18,11; Luk.5,27-32; 19,1-10). Nicht wir haben uns emporgearbeitet, sondern der Sohn Gottes ist zu uns herabgekommen und hat uns zu sich emporgehoben, er hat uns versetzt in die Stadt des lebendigen Gottes, in die Gemeinde der Erstgeborenen, deren Namen in den Himmeln angeschrieben sind (Hebr.12,22.23). Für einen Israeliten war es ein Vorrecht, im Buch der Stadt Jerusalem, der Stadt Gottes, eingetragen zu sein. Wie viel mehr aber bedeutet es, eingeschrieben zu sein im himmlischen Jerusalem. Freut euch, dass eure Namen im Himmel eingeschrieben sind. Unser Bürgerrecht ist im Himmel (Luk.10,20; Phil.3,20). Wir sind heimatberechtigt dort. Deshalb kommt die Braut von oben, auch wenn sie ursprünglich aus dem Steinbruch dieser Welt stammt. - Immer noch wird am himmlischen Jerusalem gebaut. Jesus sucht bis heute Steine, um sie einzubauen. Egal, wie verdreckt sie sind, er wäscht sie ab und reinigt sie, sodass sie in seine heilige Stadt passen. (Lies 1.Kor.6,9-11.) Wer sich wie ein verlorener und verschmutzter Stein vorkommt, kann Jesus bitten: Herr, nimm mein Leben in deine Hand, reinige mich, schenke mir deinen Heiligen Geist und gib mir einen Platz in deiner himmlischen Stadt. Jesus wird dieses Gebet erhören. (Lies Ps.34,19; Jes.57,15.)
Montag,12.August Offenbarung 21,3; 2.Mose 29,45.46.
Und ich hörte eine laute Stimme vom Thron her sagen: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein. Der Riss, der im Paradies begann, zieht sich durch die ganze Menschheitsgeschichte, und wir leiden bis heute darunter. Im Himmel wird es diese Trennung zwischen Gott und seinen erlösten Menschen nicht mehr geben. Dann wird er sichtbar und für immer bei den Seinen wohnen. Kein Schatten, kein Zweifel, keine Anfechtung, keine Versuchung und keine Sünde wird sich mehr zwischen ihn und uns schieben und uns von ihm trennen. Die Ewigkeit wird auch von keiner Nacht unterbrochen sein, sie wird ewig währender Tag sein. Da erfüllt sich die Verheißung vom Sohn der Jungfrau, der in seiner Person der Immanuel, der Gott mit uns ist (Jes.7,14). Das wird die Wiedervereinigung aller Wiedervereinigungen sein, wenn Gott unverhüllt und für ewig bei uns sein wird. Jesus zu schauen, wird unaussprechliche Freude bedeuten. Ihr habt ihn nicht gesehen, und doch habt ihr ihn lieb; ihr glaubt jetzt an ihn, ohne ihn zu sehen, und ihr werdet euch über ihn freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, wenn ihr das Endziel eures Glaubens davontragt, der Seelen Seligkeit (1.Petr.1,8.9). Christen, die zur Brautgemeinde gehören, haben ein Kennzeichen: Sie lieben Jesus. Denken wir einmal darüber nach, wie groß Jesus ist. Ihm ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden, und wir sind von ihm geliebt. Auf eine solche Liebe können wir nicht anders als mit Gegenliebe antworten. Lasst uns ihn lieben, denn er hat uns zuerst geliebt! Herzlich lieb habe ich dich, Herr! (1.Joh.4,19; Ps.18,2; lies Ps.16,2; 73,25; Offb.1,5b.6).
Dienstag,13.August Offenbarung 21,4.5; 7,13-17.
Wir hören, was es im Himmel nicht mehr geben wird: Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein. Wie ein liebender Vater sein Kind tröstet, das einen Schmerz oder Kummer hatte, so werden wir ewig bei Gott getröstet werden über alles, was von der Erde her hinter uns liegt: Dann werden wir sein wie die Träumenden! Dann wird unser Mund voll Lachens und unsere Zunge voll Rühmens sein. Dann werden wir sagen: Der Herr hat Großes an uns getan (Ps.126,1-3; vgl.Jes.25,8.9; 35,10; Luk.6,21). Durch die Sünde ist Leid und Jammer in die Welt gekommen. Die Welt ist ein Tränental, ein Tal des Todesschattens geworden (Ps.84,7; 23,4). Wenn es einmal keinen Tod mehr geben wird, werden auch Krankheit, Krieg, Terror und Angst der Vergangenheit angehören. Die Folgen der Sünde sind dann für immer vergangen. Den Tod verschlingt er auf ewig; und der Herr, Herr, wird die Tränen abwischen von jedem Angesicht, und die Schmach seines Volkes wird er hinwegtun von der ganzen Erde; denn der Herr hat es versprochen (Jes.65,17-19). Das klingt für uns, die wir noch auf Erden leben, unbeschreiblich herrlich. Doch so wird es sich erfüllen, denn was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und keinem Menschen in den Sinn gekommen ist, das hat Gott denen bereitet, die ihn lieben (1.Kor.2,9; lies Joh.17,22-24). Paulus berichtet, dass Gott ihm einen Blick in den Himmel gewährte. Wir erwarten von ihm eine Schilderung, aber er antwortet nur: Ich hörte unaussprechliche Worte, welche keinem Menschen zu sagen vergönnt ist (2.Kor.12,4). Obwohl er in seinem Leben durch viele Leiden um Jesu willen ging, konnte er sagen: Ich bin überzeugt, dass die Leiden der jetzigen Zeit nicht in Betracht kommen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll (Röm.8,18; lies 2.Kor.4,16-18; 11,23-33).
Mittwoch,14.August Offenbarung 21,5.6; 1,17.18.
Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Die Zukunft wird von Gott, der auf dem Thron sitzt, bestimmt. Der lebendige Gott regiert unsere Welt, nicht der Zufall. Kein Regierungsputsch kann ihm die Herrschaft entreißen. Er kann auch nicht abgewählt werden. Sein Thron steht fest. Dein Thron bleibt immer und ewig. Du, o Herr, bleibst ewiglich, dein Thron besteht für und für (Klagel.5,19). Alles, was wir erleben, ist vorübergehend, findet schnell seinen Abschluss, oft ein jähes Ende. Aber alles, was mit Jesus zusammenhängt, bleibt! In seinen starken Händen ist auch unser Leben. Mitten in unserem Alltag und in den Turbulenzen unserer Zeit hilft uns der Blick auf den Thron Gottes, von dem alles Geschehen ausgeht, das in der Offenbarung angekündigt wird. (Lies Ps.2,2-4; 33,13.14.) Bisher redeten nur Menschen und Engel in der Offenbarung. Nun spricht Gott zum ersten Mal und kündigt an: Siehe, ich mache alles neu. Auf Golgatha wurde die Erlösung vollbracht. Hier in den letzten Kapiteln der Bibel hören wir von ihren umfassenden Auswirkungen. Gott wird das, was war, nicht einfach wiederherstellen, sondern Neues erschaffen. Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss! Uns erscheint die Ankündigung Gottes unvorstellbar, zu schön, um wahr zu sein. Deshalb bestätigt Gott es noch einmal. Und er sprach zu mir: Es ist geschehen! Trotz aller satanischen Widerstände wird Gott seine Pläne mit seinem Volk Israel und mit seiner Gemeinde zum Ziel führen, auch wenn sich eine ganze Welt dagegenstellt. Er ist bereit, seine Macht heute zu unserer Hilfe und Rettung einzusetzen. Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir. Sei nicht ängstlich, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch (Jes.41,10; lies Offb.1,8; 2,8; 22,13; Jes.44,6; 48,12.13).
Donnerstag,15.August Offenbarung 21,6; Jesaja 43,10b.11.
Ich bin das A und das O. Gott gebraucht hier den ersten und den letzten Buchstaben des griechischen Alphabets, um zu sagen: Ich bin der Erste und der Letzte, der Anfänger und der Vollender. Bei der Schöpfung war Gott der Erste, der sprach: Es werde Licht! Und als er seine Schöpfung vollendet hatte, sah er, dass sie sehr gut war (1.Mose 1,3.31). Doch aus der Herrlichkeit der Gottesschöpfung wurde durch die Auflehnung des Menschen gegen Gottes Gebot jenes Tal der Tränen, der Unzufriedenheit, der Rebellion gegen Gott und seinen Sohn Jesus Christus. Gott hat das letzte Wort! Er hat in unserem Leben bei der Wiedergeburt einen Neuanfang gemacht. Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. Er übersieht unser Leben bis ans Ende. Der das gute Werk in euch begonnen hat, der wird es auch vollenden (Phil.1,6). - Das Wissen, dass Angst, Leiden, Trübsal, Terror und Gefahr nur Durchgang sind, soll uns ermutigen auf unserem Weg. Wir gehen auf Gottes herrliches Ziel zu. Die neue Schöpfung wird erfüllen, was die alte nicht brachte: den vollen Gottesfrieden, die heilige Freude, die dankbare Liebe, die ungetrübte Gemeinschaft aller erlösten Menschen mit ihrem Gott. - A und O, Anfang und Ende berühren und fassen sich. Und in diesen Ring sind wir als Glaubende mit eingeschlossen (H.Brandenburg). Denn unsere Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit, uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, ist ewig (2.Kor.4,17.18; lies 2.Petr.3,13-15.18).
Du wirst dein herrlich Werk vollenden, der du der Welten Heil und Richter bist.
Du wirst der Menschheit Jammer wenden, so dunkel jetzt dein Weg, o Heilger, ist.
Drum hört der Glaub nie auf, zu dir zu flehn; du tust doch über Bitten und Verstehn.
K.H.von BogatzkyFreitag,16.August Offenbarung 21,8; Römer 1,18.
Trotz all des Wunderbaren, von dem wir gelesen haben, wird es einen doppelten Ausgang der Geschichte Gottes mit den Menschen geben. Wer wird nicht bei denen sein, denen Gott die Tränen abwischen wird? Die Aufzählung derer, die in der ewigen Verdammnis enden, erschreckt uns. Genannt werden die Feigen und Ungläubigen, die Frevler und Mörder und Unzüchtigen und Götzendiener und Lügner. Nicht alle, die hier erwähnt werden, sind von vornherein ausgesperrt vom Heil, sondern nur die, die während ihres Lebens die Chance, zu Jesus Christus umzukehren, nicht nutzten. Jesus ist gekommen, um Sünder zu retten. (Lies Joh.3,16-18.36; 6,47; Apg.16,29-31.) Draußen sind also die, die in ihrem bösen Tun verharrten trotz der Warnung Gottes. Obwohl sie von Jesus hörten, vielleicht durch einen Menschen während einer Krankheitszeit oder einer anderen Not, machen sie weiter, als wäre nichts geschehen. Wer die Zeit der Gnade (2.Kor.6,2) nicht nützt, wird für immer von Gott getrennt bleiben. Verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut? Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße - zur Umkehr - leitet? Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, verstockt euer Herz nicht! (Röm.2,4; Hebr.3,7.8a; lies 1.Tim.2,4-6). Der neue Himmel und die neue Erde ist für die Überwinder. Sie haben sich vom Blendwerk Satans und seinen Drohungen nicht verführen und einschüchtern lassen. Jesus hat sie mit seinem Blut erkauft und ihnen das weiße Kleid der Sündenvergebung geschenkt und ihre Namen ins Lebensbuch des Lammes geschrieben. Jedem Einzelnen gelten die Zusagen: Ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein. Ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen (Joh.10,28-30; lies 1.Joh.5,12.13; Röm.8,35-39).
Samstag,17.August Matthäus 14,13-21; Epheser 3,20.21.
Die Speisung der Fünftausend ist für viele eine bekannte Geschichte. Wenn wir sie jedoch aufmerksam lesen, können wir Wesentliches entdecken für Notsituationen, in die wir unweigerlich immer wieder kommen. Alle vier Evangelien berichten von einem Wunder, das Jesus tat. Eigentlich hatte er den Tag, der vor ihm und den Jüngern lag, anders geplant. Im dicht besiedelten Gebiet Galiläas war es schwer, sich für eine Zeit von den Menschen in die Stille zurückzuziehen. Jesus aber brauchte das Alleinsein mit dem Vater, denn er hatte vom Tod Johannes des Täufers gehört, das hatte ihn zutiefst erschüttert (V.1-12). Ehe er sich wieder den Menschen zuwandte, suchte er deshalb eine einsame Gegend, in der er still werden und auf den Vater hören wollte (V.13.23). Auch für uns ist das Alleinsein, das Stillewerden vor unserem himmlischen Herrn immer wieder wichtig. Eva von Tiele-Winckler schreibt darüber: Der Mangel an Stille zur inneren Sammlung und zum Hören auf Jesu Stimme ist vielfach der Grund geistlicher Kraftlosigkeit und verhindert inneres Wachstum. Es ist eine alte Erfahrung, dass der Feind alles daran setzt, um unsere Stille Stunde zu verhindern, weil er weiß, was sie für ein gesundes Glaubensleben bedeutet und wie viel Segens- und Überwinderkräfte darin verborgen liegen. Wie können wir in unserer hektischen Zeit still werden vor dem Herrn Jesus? Welche praktischen Hilfen gibt es? 1. Man darf darum bitten, dass Jesus uns äußerlich und innerlich zur Ruhe bringt. 2. Durch das Sinnen über das Wort Gottes kommen wir zur Stille. 3. Die Bibel betend zu lesen, ist eine Hilfe. Das sammelt und hält unsere Gedanken bei Jesus. 4. Wichtig ist, dem Gehörten zu gehorchen, um immer wieder neu hören zu können. David betete: Lass das Sinnen meines Herzens wohlgefällig vor dir sein, Herr, mein Fels und mein Erlöser (Ps.19,15; lies Hebr.1,1; 2,1; Ps.5,4; 43,3.4; 119,97; Jes.50,4).
Sonntag,18.August Markus 6,30-34; Hesekiel 34,11.16.
Wir erleben den Tag, an dem vieles für Jesus und seine Jünger anders lief als sie geplant hatten. Man sah sie wegfahren, und viele merkten es und liefen aus allen Städten zu Fuß dorthin zusammen und kamen ihnen zuvor. Und Jesus stieg aus und sah die große Menge, und sie jammerten ihn, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er fing eine lange Predigt an. Von Lukas erfahren wir: Jesus sprach zu ihnen vom Reich Gottes und machte gesund, die der Heilung bedurften (Luk.9,11). Jesus war immer offen für die Menschen, er war immer bereit für sie. Die Jünger wollten ihn zwar manchmal abschirmen, aber Jesus ließ es nicht zu, er ließ jeden zu sich kommen, selbst Kinder: Sie brachten kleine Kinder zu ihm, damit er sie anrühren sollte. Als das die Jünger sahen, fuhren sie sie hart an. Aber Jesus rief die Jünger zu sich und sprach: Lasst die Kinder zu mir kommen und wehrt ihnen nicht (Luk.18,15.16; Matth.20,29-34). War Jesus nicht in die einsame Gegend gefahren, um Ruhe zu finden? Und nun standen viele Menschen am Ufer, die warteten, bis das Schiff ankam. Wir hätten uns vielleicht geärgert: Niemand nimmt Rücksicht darauf, dass man auch einmal allein sein muss. Man kommt nie zur Ruhe. Doch Jesus hatte Erbarmen mit den Menschen, denn er sah, dass sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Vor allem bewegte ihn die geistliche Not der Vielen, und deshalb nahm er sich Zeit, ihnen Gottes Botschaft zu sagen. (Lies Matth.9,35-38; Luk.10,30-37.) - Als Jesus die große Menge sah! Haben wir auch diesen Blick unseres Herrn Jesus für die Volksmenge um uns her, dass es uns ans Herz greift, wenn wir die Menschen sehen, die noch ohne ihn leben? Nur Jesus kann ihnen helfen. Nichts und niemand sonst auf Erden kann sie retten. (Lies Apg.4,18-20; Röm.1,16; 2.Kor.5,14.15.19.20.)
Montag,19.August Markus 6,35-37a; Jesaja 61,1.2.
Jesus schickte die vielen Menschen nicht weg, er redete lange mit ihnen. Was er ihnen wohl alles sagte? Sprach er mit ihnen vom Vater und von der Umkehr zu ihm? Von der Vergebung der Sünden? Von der Rettung aus der Gottesferne? Seine Worte sind uns nicht aufbewahrt. Aber wir kennen das Herzensanliegen von Jesus: Ich bin gekommen, zu suchen und selig zu machen, die verloren sind. (Lies Luk.15,1ff; Joh.3,1-16; 8,12.) - Als es Abend wurde, war es für die Jünger klar, dass sie etwas unternehmen mussten. Sie gingen zu Jesus und machten ihn darauf aufmerksam, dass die Menschen hungrig waren. Sie wussten auch eine Lösung für das Problem: Das einzig Richtige war, die Menschen wegzuschicken. Sie befanden sich in einer einsamen Gegend. Weit und breit war keine Ortschaft, sie konnten nichts einkaufen. Jesus aber reagierte ganz anders. Auf den scheinbar guten Vorschlag sagte er: Gebt ihr ihnen zu essen! So hatten sie es sich nicht gedacht. - Das kleine Wort ihr ist betont. Jesus sagt: Jetzt seid ihr an der Reihe. Gebt ihr ihnen die notwendige Hilfe (G.Maier). Ist das eine Botschaft an uns? Möchte Jesus unseren Blick für die Hungrigen um uns öffnen? Neben den Menschen, die heute in vielen Ländern dieser Erde hungern, die uns täglich vor Augen stehen und für die wir unser Herz und unsere Hände öffnen wollen, gibt es viele Menschen, die innerlich hungern nach Leben. Dazu sagte Jesus: Ich bin das Brot des Lebens. Gebt ihr als Gottes Kinder, wo ihr diesen Hungrigen begegnet, das Lebensbrot weiter. Sagt ihr ihnen von Jesus. Er ist der Einzige, der den Lebenshunger wirklich stillen kann, der dem Leben Sinn und Inhalt, Hoffnung und Perspektive geben kann! Jesus allein stillt die tiefste Sehnsucht des Herzens. Gebt ihr ihnen zu essen! (Lies Apg.3,11-26; 4,5-12.20; 5,28-31.)
Dienstag,20.August Lukas 9,12.13; Matthäus 14,16.
Wir wissen nicht, was die Jünger dachten, als Jesus zu ihnen sagte: Gebt ihr ihnen zu essen! Konnte er das von ihnen erwarten, wo er doch ihre Lage kannte und wusste, dass sie nichts hatten? Wir haben nichts... Sollen wir denn hingehen und für zweihundert Silbergroschen Brot kaufen? Und schließlich sprachen sie von etwas, was eigentlich gar nicht erwähnenswert schien: Wir haben nichts als nur fünf Brote und zwei Fische. Damit gaben die Jünger offen ihre Hilflosigkeit zu. Sie konnten nur dazu raten: Schicke das Volk fort. Darauf ging Jesus nicht ein: Es ist nicht nötig, dass sie fortgehen; gebt ihr ihnen zu essen! Die Jünger hatten schon mehrfach Wunder erlebt, die Jesus gewirkt hatte, aber in dieser neuen Situation des Mangels dachten sie nicht daran. (Vgl.Matth.8,1-15.23-27; 9,1ff.27-30a.) Gleichen wir ihnen nicht oft? Wir merken wohl, dass wir geben sollten, aber wir sagen: Was habe ich? Ich bin selbst leer, müde, überfordert. Und so gehen die Bedürftigen, die erwartungsvoll zu uns kommen, leer aus. Wenn wir anderen in ihrer Not nicht helfen können, dann ist das ein Zeichen, dass wir das Herz und die Wundermacht unseres Herrn noch viel zu wenig kennen. Hoffet auf Gott allezeit, schüttet euer Herz ihm aus, bringt getrost die Not zu ihm - auch die, dass ihr nichts habt - er macht ein Wunder draus! Auf Jeremias Einwand ich kann nicht reden, sagte ihm Gott: Du brauchst nicht aus dir selbst zu reden, siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund. Gott kann machen, dass alle Gnade unter euch reichlich sei, damit ihr in allen Dingen allezeit volle Genüge habt und noch reich seid zu jedem guten Werk. Tue deinen Mund weit auf, lass mich ihn füllen! (Lies Jer.1,4-9; Matth.7,7; 10,20; Jer.33,3.)
Mittwoch,21.August Johannes 6,5-9; Sprüche 3,5.6.
Von Johannes erfahren wir, dass Jesus, schon als er die Volksmenge kommen sah, zu Philippus sprach: Wo kaufen wir Brot, damit diese zu essen haben? Das sagte er aber, um ihn zu prüfen, denn er wusste wohl, was er tun wollte. Ist dieses Gespräch Jesu mit dem Jünger Philippus nicht erstaunlich? Er bezieht ihn in die Verantwortung mit ein. Lassen wir uns von Jesus in die Verantwortung rufen? Jesus will nicht ohne uns, sondern durch uns seine Hilfe schenken. (Lies Luk.6,38; 1.Joh.3,16.17.) Bestand Philippus den Test? Zunächst sah er nur auf die Umstände und rechnete ziemlich genau aus, wie viel Geld notwendig wäre: Für zweihundert Silbergroschen Brot, das wäre nicht genug, dass jeder auch nur ein wenig bekäme. Das Rechnen brachte den Philippus nicht weiter. Er rechnete ohne die Macht des Herrn. (Vgl.4.Mose 14,21-23; 2.Kön.4,42-44.) Wie hätte nach allem bisherigen Erleben mit Jesus die Antwort des Phillipus auf die Frage von Jesus lauten können? Was hätten wir gesagt? Dem Propheten Hesekiel stellte Gott einmal die Frage. Menschensohn, können diese Gebeine lebendig werden? Was für ein Problem, was für eine Frage! Wie sollte er darauf antworten? Er konnte nicht ja oder nein sagen, er konnte sich mit dieser Frage nur seinem Gott anvertrauen. O Herr, Herr, du weißt es! (Hes.37,1ff). Bewegen uns unlösbare Probleme, bedrängende Fragen, die Gegenwart oder die Zukunft betreffend? Herr, du weißt es! - Hedwig von Redern weist uns aus eigener Erfahrung darauf hin: Er, der um all mein Elend weiß, der weiß auch Rat, tritt in den Riss. Dass nichts vor ihm unmöglich ist, das weiß ich auch und bins gewiss! In aller Ratlosigkeit, die uns befällt und wo wir schwanken und zweifeln - Jesus weiß den nächsten Schritt! (Lies Ps.32,8; 48,15.)
Donnerstag,22.August Johannes 6,5-10; Sprüche 17,3.
Jesus sprach zu Philippus: Wo kaufen wir Brot, damit diese zu essen haben? Das sagte er aber nur, um ihn zu prüfen; denn er wusste wohl, was er tun wollte. Warum prüfte Jesus gerade Philippus? Hatte er eine Einzelunterweisung durch Jesus besonders nötig? War er ein Mann der Fragen und Überlegungen, dem das Rechnen mit den Gegebenheiten nahe lag und der es deshalb an diesem Punkt besonders nötig hatte, dass Jesus ihm zu einer anderen Sicht half? Wir wissen es nicht. Der Bibeltext sagt nicht, warum Jesus Philippus mit dieser Frage prüfte. Erstaunlich ist, dass Jesus neben fünftausend Menschen seinen Jünger ganz persönlich im Auge hatte und wusste, wo er ihm helfend entgegenkommen musste. Das soll auch uns trösten: Jesus hat trotz der großen Menge immer ein Auge für die Einzelnen! Wenn noch so viele da sind, erkennt er zweifelsfrei, wer seine Hilfe braucht. (Lies Mark.1,40-45; Joh.5,1-9.) In das Versorgungsproblem hinein brachte Andreas, der Bruder des Petrus, einen kleinen Jungen mit seinen fünf Gerstenbroten und zwei Fischen. Eine lächerlich kleine Menge schien ihm das. Darum sagte er: Was ist das unter so viele? Auch er sah keine Lösung, auch er war ohne Hoffnung. Da sprach Jesus zu ihnen: Bringt sie mir her! (Matth.14,18). Das taten sie und legten das wenige in Jesu Hand. Was wir in seine Hand geben, das mag in unseren Händen und Augen klein und gering sein, aber Jesus kann es verwandeln. Sollten wir ausgerechnet zu denen gehören, die keine Hilfe erfahren? Jesus hat stets aus wenigem viel, sehr viel gemacht. Amy Carmichael schrieb: Es ist mir immer wieder groß, mitzuerleben, welch ein überraschender und eingreifender Herr unser Herr Jesus ist während eines ganz gewöhnlichen Tages... Es liegt ein Trost für mich darin, dass er die kleinen Fische und die wenigen Brote nahm und sie so vermehrte, dass alle satt wurden. (Lies 2.Kor.9,8.)
Freitag,23.August Johannes 6,6; Jakobus 1,2-4.12.
Wo können wir für alle diese Leute Brot kaufen? Die Frage, die Jesus an seinen Jünger stellte, gab Philippus die Gelegenheit, zu erkennen, was in seinem Herzen war. War er ebenso interessiert an dem Volk, von Liebe und Mitleid erfüllt wie Jesus? Hatte er aus den erlebten Wundern gelernt, dass Jesus fähig und bereit ist, jeder Not mit entsprechender Hilfe zu begegnen - nicht kleinlich, sondern reichlich? Seine Frage kam nicht aus der Verlegenheit heraus. Johannes schreibt später: Jesus wusste wohl, was er tun wollte. Woher kannte Johannes den wahren Grund? Vermutlich hat Jesus mit den Jüngern darüber gesprochen, um ihnen den Sinn seines Tests oder seiner Unterrichtslektion zu erklären. Philippus und die anderen Jünger sollten lernen, in Schwierigkeiten und Unmöglichkeiten zuerst bei Jesus Hilfe zu suchen. (Lies Ps.28,6.7; 30,11.12; 72,12.13; 118,7.8.) Der Glaube des Andreas, der mit den Broten und Fischen kam, war nicht besser als der Glaube des Philippus (Luk.9,12.13). Sie alle konnten rechnen. Aber sie bezogen Jesu Macht und Möglichkeit nicht mit ein, als sie vor der Herausforderung standen. Wenn Jesus sie aufforderte: Gebt ihr ihnen zu essen, dann hatte er eine Möglichkeit für sie. Leider dachten die Jünger nicht daran, dass Jesus ein Wunder tun würde. Was ihnen Sorgen bereitete und sie beunruhigte, das bot Jesus die Gelegenheit, seine Liebe und Fürsorge für alle Menschen zu zeigen. Er wusste, wie er die Menschen versorgen wollte! (Lies Phil.4,6; Hebr.10,35; 13,6; 1.Petr.5,7.) - Später werden Philippus und Andreas noch einmal zusammen von Johannes erwähnt. Als die Griechen nach Jerusalem kamen und Jesus kennen lernen wollten, kam Philippus zu Andreas mit dem Anliegen, und sie sagten es Jesus weiter. Sie waren sofort eins: diese Sache muss zu Jesus (Joh.12,20-22; lies Matth.18,19).
Samstag,24.August Johannes 6,9-11; 1.Korinther 1,28.29.
Über den Jungen mit den Broten und Fischen wird uns nur berichtet, dass Jesus das, was er von ihm bekam, wunderbar vermehrte. Dieser Junge gab alles bereitwillig an Jesus weiter. Wir lesen nicht, dass er sich überlegte, ob er es abgeben wollte oder nicht. Es war ihm wohl klar, dass Jesus darüber verfügen durfte. Und weil er sein weniges gab, wurden Tausende satt! - Als die Jünger zu Jesus von den fünf Broten und zwei Fischen sprachen, befahl er ihnen kurz und bündig: Bringt sie mir her! (Matth.14,18). Wie oft suchen wir menschliche Lösungen, wir sprechen lange darüber, wir diskutieren und sorgen uns. Hören wir nicht Jesu Aufforderung: Bringt sie mir? Was wir haben, sollen wir Jesus bringen, wenn es auch verschwindend wenig ist. Und was wir nicht haben, dürfen wir ihm auch sagen. Wir haben nichts außer..., sagen die Jünger. Jesus sagt nicht, das wenige hat keinen Wert, er weiß, wie er das wenige vermehren kann. (Lies Ps.55,23; Matth.6,25-34.) Zur Zeit Elisas lebte eine Witwe in Israel, die ihren Verpflichtungen nicht nachkommen konnte. Als sie den Propheten traf, brach die ganze Not aus ihr heraus. Aus Elisas Frage: Sage mir: Was hast du im Haus? musste sie antworten: Nichts als einen Ölkrug. Elisa fordert sie auf, von ihren Nachbarinnen leere Gefäße zu erbitten. Und das Wunder geschah, dass alle Gefäße voll wurden und sie ihre Schulden bezahlen konnte. (Lies 2.Kön.4,1-7.) Am Nichts knüpft Jesus an. Das Kleinste in der Hand des Herrn wird gewaltiger als das Größte, das nur in Menschenhand liegt und am Ende ohne Gott nichts ausrichtet (G.Maier). Ich würde mich an Gott wenden und meine Sache vor ihn bringen, der große Dinge tut, die nicht zu erforschen sind, und Wunder, die nicht zu zählen sind (Hiob 5,8.9; lies Ps.34,5-10).
Sonntag,25.August 1.Könige 17,9-16; 2.Korinther 8,1-5.9.
Eine Witwe, zu der der Prophet Elia kam, nachdem der Bach, an dem er sich bisher vor Ahab verborgen hielt, vertrocknet war und es im ganzen Land nicht regnete, antwortete auf seine Bitte nach Brot: Ich habe nichts Gebackenes, nur ein wenig Mehl im Topf und nur ein wenig Öl im Krug. Und siehe, ich habe ein Scheit oder zwei aufgelesen und gehe heim und will mir und meinem Sohn zurichten, dass wir essen - und sterben. Elia wagt es, sie zu bitten: Mache zuerst mir etwas Gebackenes davon und bringe es mir heraus. Er tat es, weil er von Gott eine eindeutige Weisung hatte. Ich habe dort einer Witwe geboten, dich zu versorgen. Und tatsächlich war diese Frau bereit, ihr Letztes für Elia zuzubereiten. Sie dachte nicht an sich und ihren Sohn, den sie über alles liebte, sie gehorchte Gott und versorgte zuerst Elia. Sie glaubte der Zusage Gottes: Das Mehl im Krug soll nicht ausgehen und das Öl im Krug nicht abnehmen bis auf den Tag, an dem der Herr regnen lassen wird auf Erden. (Lies Luk.6,38; Spr.3,9.10; 11,25; vgl.Matth.19,21.22.) Wenn wir uns zurückhalten lassen im Gedanken an das wenige, das wir besitzen, und das Viele, das uns fehlt, kann Gott seine Macht nicht entfalten. Er weiß, was er tun will in unserem Leben. Damit wir seine Wunder erleben können, müssen wir befreit werden von unseren verkehrten Ansichten und von unserem Mangel an Vertrauen, wodurch wir ihm die Hände binden. Solange wir uns in unsere eigenen Überlegungen einspinnen, kann er nichts tun und uns weder führen noch unsere Unmöglichkeiten verwandeln (H.E.Alexander). Jesus knüpft an dem an, was wir zu ihm bringen. Bringen wir ihm vertrauensvoll unser Nichts! Bringen wir ihm das wenige, das wir haben! Legen wir alles in seine Hände, denn er weiß, was er tun will! (Lies 1.Chron.29,17; Jak.2,5.)
Montag,26.August Markus 6,41-44; Psalm 121,1.2.
Der Herr Jesus sprach die Jünger nicht auf ihren Mangel an Glauben an, er gab ihnen einen Auftrag. Er gebot ihnen, dass sie sich lagerten... Und sie setzten sich in Gruppen. Es wird deutlich, dass die Jünger Jesus vertrauten und den Auftrag ausführten, ohne weitere Bedenken zu äußern. Und Jesus sah zum Himmel auf! Nichts tat er ohne den Vater. Dieses Aufsehen zum Vater wollen wir üben. Die Verbindung zu dem Allerhöchsten brauchen wir, der uns auch der Allernächste sein will. Gott kann, nichts ist ihm zu wunderbar!, so lautet der Refrain eines Liedes. In Ratlosigkeit und Hilflosigkeit kommt es auf unsere Blickrichtung an. Wir können zum Vater nach oben schauen, denn der spricht: Kind, du bist allezeit bei mir und alles, was mein ist, ist auch dein. Oder schauen wir nach unten auf unser Nichts, auf die Not? (Lies Mark.7,32-35; Joh.11,41.42; 17,1; Ps.34,6.7; 57,3.) Nur wenn wir Jesus in diesem Stück nachfolgen, er sah auf zum Himmel, können wir dem Hunger unserer Tage abhelfen. Unser spärlicher Vorrat würde niemals ausreichen für die großen Mengen. Aber wenn wir zum Himmel aufschauen, damit wir von dort gesegnet werden, dann werden wir austeilen können, bis alle befriedigt sind (F.B.Meyer). Jesus dankte! Er hatte nur wenig in der Hand, fünf Brote und zwei Fische, und doch dankte er. Das Danken für das wenige, das man hat, wird auch für uns zu einem Weg, den Segen des Herrn zu empfangen. Unsere Sorgen sollen wir betend vor Gott bringen mit Danksagung! Danken zeigt, dass wir kindlich vertrauend zu dem kommen, der alles vermag. (Lies Phil.4,5.6; Ps.50,14.15.23.) Schließlich gab Jesus den Jüngern die Brote und die Fische, dass sie sie austeilten. Großzügig versorgte er die Tausenden, die zu ihm gekommen waren. Sie aßen alle und wurden satt. (Lies Ps.34,9.10; 104,24.27.28.)
Dienstag,27.August Markus 6,30-44; 1.Korinther 1,4-7.
Angefangen hatte der Tag mit der Erschütterung über den Tod Johannes des Täufers und dem Entschluss von Jesus, sich zurückzuziehen in eine einsame Gegend. Dann kam es zur Begegnung mit dem Volk, als Jesus mit den Jüngern am anderen Ufer des Sees aus dem Boot stieg. Er hatte Mitleid mit ihnen; sie waren wie Schafe ohne ihren Hirten. Als der gute Hirte nahm er sich ihrer an, heilte ihre Krankheiten und führte sie auf eine gute Weide. Lange sprach er mit ihnen. Am Abend ließ er sie nicht fort, weil sie hungrig und müde waren. Sie erlebten, was David in Psalm 23 sagt: Du bereitest mir einen Tisch ... Du schenkst mir voll ein. (Lies Ps.23,1-6.) Alle wurden satt, und sie hoben auf, was übrig blieb - zwölf Körbe voll! Ungefähr fünftausend Männer - die Frauen und Kinder nicht mitgezählt - waren es, die gegessen hatten. Sie werden satt von den reichen Gütern deines Hauses, du tränkst sie mit Wonne wie mit einem Strom (Ps.36,9). Was wir nicht haben und auch nicht aus uns hervorbringen können, um das nimmt sich Jesus an. Er wird mit unseren menschlichen Grenzen fertig. Aus seiner Fülle will er jedem geben, der ihm vertraut. Mein Gott wird all eurem Mangel abhelfen nach seinem Reichtum in Herrlichkeit in Christus Jesus. Das ist eine Verheißung, die ins Unermessliche reicht, und sie ist erfahrbar. Wo bei uns nichts da ist und wir nur Unmöglichkeiten sehen, da will Jesus unserem Mangel abhelfen. Er ist nicht kleinlich denen gegenüber, die ihm vertrauen, er will sie nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit versorgen. Mein Volk soll meiner Gaben die Fülle haben. (Lies Luk.22,35; 2.Kor.9,8.)
Er kann alles! Wenn am Ende Menschenweisheit, doch die Hände betend sich zu ihm erheben, darf man Herrliches erleben.
Er kann alles! Ich will danken für die Treue ohne Wanken, dass er fernerhin will sorgen für das Heute, für das Morgen.
H.BauschertMittwoch,28.August 5.Mose 31,1-8; Psalm 31,25.
Letzte Worte haben große Bedeutung, so auch Moses Worte zu Josua. Vierzig Jahre hatte Josua an Moses Seite gelebt. Während der Wüstenwanderung war er an den Schwierigkeiten innerlich gereift, denn Gott konnte ihn in hohem Maß mit Kraft und Weisheit ausrüsten (4.Mose 27,15-23; 5.Mose 34,9). Nun war der Augenblick gekommen, dass das Volk Israel vor dem Land stand, das Gott ihm verheißen hatte. Im Glauben musste es eingenommen werden. Im Auftrag Gottes rief Mose den Israeliten zu: Seid getrost und unverzagt - seid tapfer und stark, fürchtet euch nicht und lasst euch nicht vor ihnen grauen; denn der Herr, dein Gott, geht selbst mit dir. (Lies 5.Mose 2,24; 3,18.21.22.) Seinem Nachfolger Josua sprach er als letzte Worte persönliche Ermutigungen zu.
Sei tapfer und stark; denn du wirst mit diesem Volk in das Land kommen... Du wirst es als Erbe unter sie austeilen. Der Herr aber, der selbst vor dir hergeht, wird mit dir sein und wird die Hand nicht von dir abziehen, noch dich verlassen. Fürchte dich nicht und erschrick nicht. (Vgl.Jos.10,7-10; 2.Chron.32,1-8.) Wenn wir diese Worte heute für uns ganz persönlich nehmen, dann wollen wir uns bewusst machen: Auch wir stehen im Kampf, denn Satan führt Krieg gegen Gott und sein Volk. Der Krieg gilt den Heiligen. Er kann sie nicht ertragen, deshalb scheut er keine Mittel, ihnen ihre Kraft zu rauben, ihr Vorwärtsgehen mit Jesus aufzuhalten. Und wenn sie sich Menschen zuwenden, die Jesus noch nicht kennen, versucht er alles, um ihnen die Augen zu verblenden und ihr Herz zu verhärten. (Vgl.Ps.83,3-5.) Der Sieg kommt von dem Herrn! Jesus sprach als Sieger zu seinen Jüngern: Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen. Seht, ich gebe euch Macht ... über alle Gewalt des Feindes (Luk.10,18.19; Kol.2,15; vgl.Ps.18,40; 27,1-3).
Donnerstag,29.August 1.Johannes 5,4b.5; Psalm 44,2-9.
Seid tapfer und stark! Satan hat seine Methoden, die sich wiederholen, doch wir müssen sie durchschauen: Sehr oft versucht er, unseren Blick auf uns selbst oder auf die vor uns liegende Schwierigkeit zu richten, damit wir mutlos und verzagt werden. Eine andere seiner Methoden ist, die zu entzweien, die im Kampf gegen ihn angetreten sind. Man nimmt wegen Kleinigkeiten Anstoß aneinander und wird so fast unbemerkt zum Gegner des Kampfgefährten. Der Satan soll doch keinen Vorteil über uns gewinnen; nur zu gut kennen wir seine tückischen Absichten (2.Kor.2,11; 11,3.14; 1.Joh.2,10.11). Ein anderes Mal versucht er uns damit, uns in alte Gewohnheiten oder Leidenschaften zu verwickeln. Die alte Sünde soll wieder in das gereinigte Haus einziehen - die Sünde der Unwahrheit, der Geldgier oder des Redens hinter dem Rücken. Wenn wir merken, dass wir bedroht sind, dürfen wir bitten: Streite, Herr, mit denen, die wider mich streiten; kämpfe mit denen, die mich bekämpfen! Ich verlasse mich nicht auf meinen Bogen, und mein Schwert kann mir nicht helfen; sondern du hilfst uns von unsern Feinden und machst zuschanden, die uns hassen (Ps.35,1; 44,5-9). Sei stark und tapfer! Jesus versteht unsere Angst, in der wir uns dem Feind gegenüber befinden, denn er war Mensch, er fühlt mit uns und hat Erbarmen. Aber die Angst darf uns nicht bestimmen. In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden (Joh.16,33; lies 2.Kor.10,3-5; Eph.6,10-12). Ein Lied verdeutlicht unsere Situation: Hart ist der Kampf, doch ihr Streiter fasst Mut, weicht nicht zurück an entscheidenden Tagen! Gott führt euch sicher, der Ausgang wird gut, folgt ohne Furcht und ohne zu verzagen (H.E.Alexander).
Freitag,30.August 5.Mose 31,6-8; Psalm 28,6-8.
Warum konnte Gott sein Volk und Josua auffordern: Seid tapfer und stark!? Die Antwort liegt in der unmittelbaren Fortsetzung des Wortes: Denn der Herr, dein Gott, wird selbst mit dir ziehen und wird die Hand nicht abtun und dich nicht verlassen! ... Denn du wirst dieses Volk in das Land bringen... Der Herr, der selber vor euch hergeht, der wird mit dir sein und wird die Hand nicht von dir abtun und dich nicht verlassen. Fürchte dich nicht und erschrick nicht! Gott geht mit, er geht selbst voran, er schickt keinen allein in den Kampf. (Lies Jos.1,5-9; Jes.41,10; 50,7.) Die Spannung, die hier angesprochen ist, besteht in der Menschenunmöglichkeit der Aufgabe, besonders für Josua. Er soll das Volk nach vierzigjährigem Aufenthalt in der Wüste über den Jordan in das Land der Kanaaniter führen. Die Aufgabe scheint für ihn in dreifacher Weise unmöglich zu sein. Unmöglich wegen der Uneinnehmbarkeit der festen Kanaaniterstädte, unmöglich wegen des vielfachen Versagens seines Volkes in Schwierigkeiten, und schließlich unmöglich, wenn er auf sich selbst blickte. Aber trotz der dreifachen Unmöglichkeit der Befehl: Sei stark und tapfer! Josua bekommt gleichzeitig die Zusage der unfehlbaren Hilfe Gottes. Er darf von der Unmöglichkeit seiner Aufgabe wegschauen auf Gottes unbegrenzte Möglichkeiten. Gott selber will ihn und sein Volk führen (W.Lüthi). War nicht Josua und mit ihm das ganze Volk Israel ein beneidenswertes Volk - trotz allem, was vor ihnen lag? Gott versprach ihnen seine Gegenwart. Es war kein leeres Wort, das er zu ihnen sagte, denn was er zusagt, das hält er gewiss! Sind wir Christen heute nicht ebenso beneidenswert, die wir einen immer gegenwärtigen Herrn haben? Seine rechtzeitige Hilfe hat er uns zugesagt. (Lies Matth.28,20; Hebr.4,16; Jer.32,27; 2.Sam.22,30.40.41.)
Samstag,31.August 5.Mose 31,6-8; Micha 3,8.
Es ist viel von Tapferkeit, Mut, Unerschrockenheit und Unverzagtheit in der Bibel zu lesen. Gideon zum Beispiel wird von dem Engel beim heimlichen Dreschen seines Weizens angesprochen: Der Herr ist mit dir, du tapferer Held. Obwohl Gideon gar keine Tapferkeit in sich spürte, war doch die Bereitschaft in ihm, Gott zu vertrauen, sein Wort in sich aufzunehmen und ihm zu gehorchen. Auch er bekam den Rückhalt, den jeder Mutige braucht: Gehe hin in dieser deiner Kraft und rette Israel aus der Hand der Midianiter. Siehe, ich habe dich gesandt ... Und der Herr sprach zu ihm: Ich werde mit dir sein! (Lies Richt.6,11ff.) Von den Leuten um David, die eigentlich aus bedrückter, bekümmerter Verfassung zu ihm kamen, lesen wir: Sie halfen David wider die streifenden Rotten. Sie waren alle tapfere Helden, und sie wurden Oberste im Heer ... Es kamen Tag für Tag einige zu David, um ihm zu helfen, bis es ein großes Heerlager wurde, wie ein Heerlager Gottes (1.Chron.12,22.23). Gott möchte solche tapferen Helden aus uns machen. Unter der Führung unseres Herrn Jesus kann man Tapferkeit lernen, selbst wenn man von Natur aus zu den Ängstlichen gehört. In ihm haben wir freien Mut gewonnen, und der Zutritt in die Gegenwart Gottes steht uns nun allezeit offen ... So bitte ich, dass ihr nicht mutlos werdet (Eph.3,12.13; lies Eph.1,19; 2.Tim.1,7; 1.Joh.4,18). Einer der Knechte Sauls sagte schon von dem jungen David: Siehe, ich habe einen Sohn Isais gesehen, er ist ein tapferer Held, ein Kriegsmann... und der Herr ist mit ihm (1.Sam.16,18). Welche Möglichkeit ist uns gegeben: Tapfer sein ... der Herr ist mit uns! Sei stark in der Gnade, die für dich in Christus Jesus ist! (Lies Ps.86,1-5.17.)
zur Verfügung gestellt von: bibel.com der Homepage von Christen für Christen.