Mittwoch,1.August Jeremia 31,3; Johannes 13,1.
"Seht, welch eine Liebe uns der Vater erzeigt hat, dass wir seine Kinder heißen sollen - und wir sind es auch." "Wie Jesus die Seinen geliebt hatte, so liebte er sie bis ans Ende." Dass wir von unserem himmlischen Vater und von Jesus geliebt sind, ist jeden Augenblick Realität. "Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dir meine Gnade bewahrt." An dem immerwährenden Jetzt der Liebe Gottes dürfen wir uns freuen: Siehe, jetzt - heute liebe ich dich! Stellen wir unsere Füße auf diese Tatsache: Jesus liebt mich zu aller Zeit mit der gleichen Liebe und Barmherzigkeit, wie er mich am Kreuz geliebt hat, als er sein Leben für mich opferte. Nicht mit wechselnder Liebe, die von meinem Verhalten abhängt, liebt er mich. Wenn ich einen Fehler gemacht habe, liebt er mich dennoch. "Welche ich lieb habe, die weise ich zurecht." Aus Liebe erzieht er uns. Jesu Liebe ist eine Dennoch-Liebe. Nach seiner Auferstehung eilte er zu den Jüngern, die ihn verleugnet und verlassen hatten. Keine Vorwürfe machte er ihnen, vielmehr sagte er ihnen Worte der Liebe und sorgte für sie: "Kindlein, habt ihr nichts zu essen?" "Er wird sich über dich freuen und dir freundlich sein, er wird dir vergeben in seiner Liebe" (Joh.21,4.5; Zef.3,17). "Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade, meine Liebe, soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der Herr, dein Erbarmer." (Lies Joh.15,9.13; 2.Thess.3,5; 5.Mose 33,3; Jes.54,10.)
Von Gott geliebt! Welch lichte Bahn wird durch dies Wort uns aufgetan.
Mit Jubel denkt das Herz daran: Wir sind geliebt!
Mit ewger Liebe so geliebt, dass sie die Herrlichkeit aufgibt
und sich mit unsrer Schuld betrübt, weil sie uns liebt.
Ja, Herr, in der Vergangenheit war ich geliebt!
In jetzger Zeit, da liebst du uns! In Ewigkeit sind wir geliebt!
Donnerstag,2.August Philipper 2,1-4; Johannes 17,20-23.
Die herzlichen Worte, die Paulus für die Philipper findet, zeigen, wie entscheidend der Lebensstil von Christen ist. Sie müssen sich von Nichtchristen unterscheiden. Wörtlich heißt es: Wandelt nur würdig des Evangeliums Christi! Mit Bitte und Aufforderung wollte der Apostel ihnen sagen: Euer verändertes Verhalten soll das sichtbare Zeichen für eure Verbindung mit Jesus Christus sein, und zwar mit dem untrüglichen Merkmal der Gemeinschaft. Kämpft einmütig für das Evangelium (Phil.1,27). Nur das Zusammenstehen befähigt zum Zeugnis und vermittelt die Kraft, feindlichen Angriffen im Namen Jesu zu widerstehen. (Lies Apg.4,23-33.) In den ersten Versen von Philipper 2 entfaltet Paulus sorgsam, wie der würdige Wandel und das einmütige Kämpfen" aussieht, wenn es nicht auf menschliche Weise, sondern "in Christus" geschieht. Und so legt er ihnen Fragen zur Selbstprüfung vor, die nichts mit dem erhobenen Zeigefinger eines Moralisten zu tun haben, wohl aber das notwendige seelsorgerliche Moment in der Gemeinde ansprechen. Helft und ermutigt ihr euch als Christen gegenseitig? Seid ihr zu liebevollem Trost bereit? Spürt man bei euch etwas von der Gemeinschaft, die der Heilige Geist schafft? Verbindet euch mitfühlende Liebe und Barmherzigkeit? Dass die Christen in Philippi ein Licht für ihre Umgebung sein wollten, um anderen den Weg zu Jesus zu weisen, das bedeutete für Paulus im Gefängnis eine große Freude. Aber, so schreibt er weiter, macht das Maß meiner Freude voll: Seid eines Sinnes und liebt einander alle mit der gleichen Liebe. Strebt einmütig dem gleichen Ziel zu! Lasst euch in keiner Weise von Rechthaberei und Eitelkeit leiten, sondern in Demut achte einer den anderen höher als sich selbst. Denkt nicht immer zuerst an euch, sondern kümmert und sorgt euch auch um die andern. Orientiert euch an Jesus Christus. Sollten nicht auch wir diese Maßstäbe für unser Miteinander beherzigen? (Lies Joh.13,34.35; 15,12.13; Röm.12,9.10; Hebr.10,24.)
Freitag,3.August Philipper 2,1; 1.Thessalonicher 5,11.
Wichtige Fragen des Gemeindelebens stellt Paulus in den Mittelpunkt. Ist bei euch Ermahnung in Christus?" Eine Übertragung mildert und erklärt die für uns hart klingende Frage: "Helft und ermutigt ihr euch als Christen gegenseitig? Ermahnung oder Ermutigung beinhaltet den Gedanken, einen anderen Menschen auf dem Weg begleiten, immer wieder Worte an ihn richten, die ihm Mut machen, den Weg trotz vieler Hindernisse und vielleicht auch innerer und äußerer Müdigkeit fortzusetzen (nach J.Crabb). "Helft ihr euch...?" Was für eine Antwort käme von uns auf diese Frage? Müssten wir eingestehen, dass wir bisher zu stark mit uns selbst beschäftigt waren, nur unseren persönlichen Vorteil, unsere berufliche Karriere oder unser familiäres Glück im Auge hatten? Übersehen wir vielleicht die Menschen neben uns, die dringend ein mutmachendes Wort oder eine tatkräftige Unterstützung in ihrer Lage gebraucht hätten? Oder fällt unsere Kritik oder eine Schuldzuweisung zu hart aus, weil wir nicht bereit sind, die Lasten anderer mit auf unser Herz und unsere Schultern zu nehmen? Der barmherzige Samariter überließ den Verwundeten, den er am Straßenrand zwischen Jerusalem und Jericho fand, nicht seinem Schicksal. Vielmehr bemühte er sich um ihn, schenkte ihm Zeit, Kraft und auch finanzielle Mittel. (Lies Luk.10,25-37; Spr.12,25; 1.Thess.3,2.3.) Was die Gemeinde Jesu heute mehr denn je braucht, das sind Mutmacher, die andere nicht liegen lassen, wenn sie "unter die Räuber geraten sind" - das kann auch bei Mitchristen der Fall sein. Macht einander Tag für Tag Mut!" Dazu sind wir alle gerufen, wie Mose Josua mit den Worten ermutigte: Sei getrost und unverzagt! ... Der Herr, der selber vor euch hergeht, der wird mit dir sein und wird die Hand nicht abtun und dich nicht verlassen. Fürchte dich nicht und erschrick nicht (Hebr. 3,13; 5.Mose 31,7.8; lies 1.Sam.14,6; 2.Chron.20,17.20-22).
Samstag,4.August Philipper 2,1; Galater 6,2.
In unseren Tagen gibt es viel tiefes Leid. Wie viele Menschen zerbrechen an ihren familiären Verhältnissen oder am Betriebsklima oder an anderem, das ihnen Tag für Tag Not macht. Es sind weniger die materiellen Nöte, die uns quälen, vielmehr die seelischen Belastungen, die auch durch eine plötzlich hereinbrechende Krankheit oder durch den Verlust eines lieben Menschen entstehen. Sind wir zu liebevollem Trost bereit? Paulus konnte wunderbar trösten, denn er hatte in Zeiten der Anfechtung und Prüfung Gottes Trost erfahren: Gelobt sei Gott, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes, der uns tröstet in aller Trübsal, auf dass wir die trösten können, die in allerlei Trübsal sind, durch den Trost, mit dem wir selbst von Gott getröstet werden (2.Kor.1,3.4; lies Ps.30,12.13). Wie trösten wir andere? Können wir zuhören, wenn jemand über seine Not oder über erlebtes Leid mit uns sprechen will? Können wir einem Niedergedrückten oder Hilflosen beistehen, sodass er sich nicht allein gelassen fühlt und merkt, da ist jemand, der für mich betet und nach Wegen der Hilfe sucht? Von Jesus lesen wir, wie er dem Leid der Witwe vor Nain begegnete, als ihr einziger Sohn gestorben war. Als Jesus die Witwe sah, war er von ihrem Leid tief bewegt, und er sprach zu ihr: Weine nicht!" (Lies Luk.7,11-15.) Manchmal müssen wir eine Hemmschwelle überwinden, um jemandem ein Wort zuzusprechen, das uns persönlich viel bedeutet. Ein solches Gotteswort, das uns selber schon getröstet hat und unseren Blick über alles irdische Leid hinaus auf die Ewigkeit richtete, ist vielleicht dieses: Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein (Offb.21,4; lies Jes.41,13; 43,2.3a; 66,13; Ps.73,23-26). Nichts schließt Menschen mehr zusammen als schweres Leid, das durch Trost tragbar wurde.
Sonntag,5.August Philipper 2,1; 2.Korinther 13,13b.
Spürt man bei euch etwas von der Gemeinschaft, die der Heilige Geist wirkt? Nicht die Gemeinschaft aus eigener Kraft, sondern die Gemeinschaft, die uns durch die Innewohnung des Heiligen Geistes von Gott geschenkt ist, ist gefragt. Jesus nennt den Heiligen Geist den "Tröster". "Der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe (Joh.14,16.17.26; 7,38.39). "Wo der Heilige Geist uns erfasst und regiert, bekommen wir bei aller Verschiedenheit, die sonst an uns zu sehen ist, eine einheitliche Gesinnung. Der Geist weckt in uns allen den Glauben an die Liebe Gottes und schenkt uns die Gewissheit darüber, dass Gott uns in seiner Liebe zu seinen Kindern machte. Durch ihn freuen wir uns an der Vergebung der Sünden. Der Heilige Geist wirkt seelsorgerlich an uns allen. Die Frucht des Geistes ist die Liebe, die uns zu den Mitmenschen bewegt" (H.Brandenburg). Paulus beschreibt diese Frucht des Geistes im Galatarbrief: Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit. Spürt man in unserer Gemeinschaft, in unserem Hauskreis oder wo immer wir uns mit anderen Christen treffen, etwas davon, dass unser Denken, Reden und Tun durch den Heiligen Geist bestimmt ist? (Lies Gal.5,22-24; Apg.2,42-47; 4,23-31.) Wenn wir für das Wirken des Geistes Gottes in unserem Leben offen sind, wird das an unserem Verhalten sichtbar sein: Nicht mehr lebe ich, Christus lebt in mir! Die Frau in Schunem, bei der Elisa gelegentlich wohnte, sagte zu ihrem Mann: Siehe doch, ich merke, dass dies ein heiliger Mann Gottes ist (2.Kön.4,9; lies 1.Mose 23,6a; 26,28.29).
Montag,6.August Philipper 2,1; Johannes 15,9-12.
Verbindet euch herzliche Liebe und Barmherzigkeit? Florence Allshorn stellte einmal die Frage: "Was heißt es, einen Menschen mit der Liebe Jesu zu lieben? Ihre Antwort lautete: Einen Menschen lieb haben heißt, ja zu ihm zu sagen und ihn zu lieben, so wie er ist. Wenn ihr mit eurer Liebe wartet, bis der andere frei von seinen Fehlern ist oder bis er sich geändert hat, dann liebt ihr nur ein Wunschbild. Er ist so, wie er jetzt und heute ist, und so will er geliebt werden. Ich liebe den anderen nur, wenn ich ihm erlaube, dass sein Sosein mir auch Not machen darf. Ich muss den Schmerz ertragen lernen, dass ich ihm voll froher Hoffnung und Erwartung begegne und dann merke, dass er mich gelegentlich schwer zu enttäuschen in der Lage ist. Noch einmal, jemanden mit der Liebe Christi lieben heißt, ihn zuerst so annehmen, wie er ist, aber dann versuchen, ihn einem Ziel entgegen zu führen, das er selbst noch nicht sieht, und eben weil ich ihn liebe alles, was in seinem Wesen gegen Gott steht, mit der Energie der Liebe anzugreifen. Jesu Liebe ist frei von eigenen Interessen. Er nimmt dich an, wie du bist, mit all dem, was unliebenswert, enttäuschend, ja schmerzvoll an dir ist. Seine Liebe liebt, sie vergibt und vergibt ohne Ende. (Lies Joh.13,1; 1.Joh.4,7-10.19.20.) Auf die Frage eines Schriftgelehrten, welches das höchste Gebot sei, antwortete Jesus: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von allen deinen Kräften. Das andre ist dies: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst (Mark.12,29-31; lies Röm.13,8-10). Wo die Liebe zu Jesus die Grundlage einer Gemeinschaft ist, kann herzliche und barmherzige Liebe wachsen.
Dienstag,7.August Philipper 2,2-5; 1.Thessalonicher 3,12.13.
Nach den prüfenden Fragen geht Paulus mit den Philippern einen Schritt weiter. Obwohl er sich am Leben der Gemeinde freute, war es sein Anliegen, dass die Gläubigen innerlich nicht stehen blieben, sondern ihr Leben mit Jesus noch vollkommener wurde. In der Nachfolge bleiben wir Lernende. "Macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und einträchtig seid... Ein jeder sei gesinnt, wie Christus Jesus auch war." Die Gesinnung Jesu soll sich in den Erlösten, die das neue Leben empfangen haben, widerspiegeln. Vielleicht empfinden wir das als Überforderung, aber Paulus äußert keinen Wunschtraum, er weiß aus eigenem Erleben: "Christus lebt in mir." Wenn es bis jetzt unsere Erfahrung war, dass wir die Gesinnung Jesu nicht leben konnten, dann sollten wir heute darüber nachdenken, dass Jesus, unser Retter, uns zu einem ganz neuen Leben befreit hat: "Christus in euch" (Kol.1,27) lautet das Geheimnis. Dass Christus in uns wohnt, das verwandelt unsere persönliche Situation völlig. Wir müssen nicht mehr so handeln, wie es unserer alten Natur entspricht, wir können uns Christus-gemäß verhalten. Das ist die Jesus-Gesinnung in mir, die andere sehen und erleben. Was Paulus schreibt, ist keine Überforderung, es ist vielmehr die Folge dessen, was Gott für uns in Christus tat. "Wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen." In seiner wunderbaren Kraft hat Gott uns alles geschenkt, was zu einem Leben im Licht nötig ist... Wir sollen der göttlichen Natur und Art teilhaftig werden, nachdem wir der Lust und Verführung der Welt entronnen sind. (Lies Eph.2,8-10; 2.Petr.1,3-8; Tit.2,11.12.14; Röm.6,4-6.) Unsere Verantwortung besteht darin, im Glauben diese Tatsache festzuhalten: Unser Leben soll transparent für Jesus sein.
Mittwoch,8.August Philipper 2,2.3; 1.Petrus 1,22.
Macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und einträchtig seid. Weder Neid noch blinder Ehrgeiz sollen euer Handeln bestimmen." Der ehemalige Bischof von Uganda, Festo Kivengere, schreibt: Meine Frau merkt genau, wenn mit mir etwas nicht stimmt. Manchmal nimmt sie mich nach einer Predigt beiseite und sagt: Heute warst du ziemlich laut und hast zuviel geredet. Lass uns darüber beten! Manchmal kann ich Gott dafür danken, und ich werde innerlich ruhig. Ein anderes Mal ärgert es mich, und ich sage mir: Bin ich nicht der Herr im Haus? Dann blase ich mich auf, bis ich ein Ballon voller Luft bin, je größer, desto besser... Ich nörgle an den Kindern herum, und die blasen sich auch auf zu Ballons... Wenn ich dann am Abend in diesem Zustand meine Bibel zur Hand nehme und sich die Familie zur Andacht zusammenfindet, sind meine Kinder borstig, und meine Frau, die Ärmste, ist mittlerweile auch ein Ballon. Ich bin natürlich der Meinung, ein bisschen pieksen mit dem Schwert des Wortes Gottes würde bei ihnen die Luft schon zum Entweichen bringen. Der Heilige Geist weiß es jedoch besser und beginnt bei mir. Wenn da erst einmal die Luft raus ist und ich um Vergebung bitte, folgt die übrige Familie bald nach, und wir können wieder normal miteinander umgehen. Gestörte Beziehungen sollten auch bei uns nicht verdrängt, sondern geordnet werden. Es hilft uns, wenn wir den Herrn in der Stille suchen, dann wird er uns den Weg zeigen, den wir gehen sollen, damit Bitterkeit, Nachtragen, Vorwürfe und Ablehnung aus unserem Herzen ausgeräumt werden. Nur so können Friede, Liebe und gegenseitige Achtung aufs Neue in unser Zusammenleben kommen. (Lies Matth.5,23.24; Eph.4,31.32; Kol.3,12-15; 1.Petr.1,22.)
Donnerstag,9.August Philipper 2,3.4; Jakobus 4,10.
Eine Gefahr, die auch vor Christen nicht Halt macht, spricht Paulus offen an: das Streben nach oben. Was in der Welt selbstverständlich ist, die eigenen Angelegenheiten voranzubringen, auch auf Kosten anderer Karriere zu machen, sollten Christen lassen: Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst. Liegt nicht in diesen Worten die Mahnung, dass wir nicht zuerst den eigenen Vorteil suchen, uns nicht von blindem Ehrgeiz bestimmen lassen? "Selbstherrliche Soloauftritte" sollen in der Gemeinde Jesu keinen Raum haben. Wer danach strebt, zerstört die Gemeinschaft. (Lies Gal.5,24-26; 6,3; Spr.17,19.) Jesus ging einen anderen Weg, den Weg der Demut. "Als Jesus wusste, dass der Vater alles in seine Hände gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott ging", da wusch er den Jüngern die Füße (Joh.13,1-5). Das mag für viele von uns sehr schwer sein, so zu leben: Ich will nicht nur an mich denken; ich will es lernen, andere höher zu achten als mich selbst. Es ist Gnade, wenn wir die schlimmsten Ausbrüche des Stolzes und des Verlangens nach Selbstverwirklichung überwinden; aber darauf bewusst zu verzichten, wie Jesus es tat, das scheint uns doch ein zu hoher Preis zu sein. "Den Demütigen gibt Gott Gnade!" Der Missionar A.Murray schrieb: "Im Umgang mit anderen ist Demut das Geheimnis des Segens und der Liebe. Der Demütige ist bereit, seinem Nächsten zu dienen, weil er von Jesus gelernt hat, ein Diener zu sein. In Demut den andern höher achten heißt, den andern wichtiger zu nehmen als sich selbst. Der Demütige ist nicht gleich beleidigt, und er hütet sich, den anderen wehe zu tun." Wandelt würdig eurer Berufung in aller Demut, Sanftmut und Geduld! (Lies Eph.4,1-3; Röm.15,1.2; 1.Kor.10,24.)
Freitag,10.August Philipper 2,5-11; 2.Korinther 8,9.
Als der Kirchenvater Augustin einmal aufgefordert wurde, die Grundprinzipien christlichen Glaubens zu benennen, sagte er: Erstens Demut, zweitens Demut, drittens Demut! In einem biblischen Wörterbuch steht unter dem Begriff Demut: "Mit Demut verbindet man meist ein unterwürfiges, fügsames Verhalten, mit dem niemand mehr etwas zu tun haben möchte. Oder aber man sieht in einer Demütigung eine Kränkung. Demut ist nicht gefragt - auch unter Christen hat sie vielfach diesen negativen Geschmack." Aber dass die Gemeinschaft unter Christen gelingt, dazu ist Demut ausschlaggebend. Wenn man das griechische Wort übersetzt, so lautet es etwa so 'das Denken, das auf das Niedrige ausgerichtet ist'. Unser natürliches Denken ist genau entgegengesetzt ausgerichtet. Wir wollen immer gern hoch hinaus. Als Satan im Paradies Eva versprach, sie könne sein wie Gott, da schlug ihr Herz sofort drei Grad schneller: Welch eine Chance! Sein wie Gott! So gewaltig, so großartig, so mächtig. Und Eva gab dieser Richtung ihres Denkens die Bahn frei. Dadurch wurde Gemeinschaft zerstört - die Gemeinschaft zwischen den Menschen und Gott, wie auch zwischen den Menschen. Es ist wie bei einem Streichholz. Hält man es nach oben, so ist seine Flamme schnell erloschen. Hält man es nach unten, so brennt es bis zuletzt. Die Gemeinde Jesu lebt davon, dass Menschen da sind, die ihre Richtung nach unten haben (J. Blunck). Paulus zeigt Jesu Demut in seiner Lebens- und Leidensgeschichte und weist darauf hin: Orientiert euch an Jesus. Obwohl er Gott in allem gleich war, bestand er nicht auf seinen Vorrechten. Nichts wollte er sein als ein schlichter Mensch und machte auch auf jedermann den Eindruck eines solchen. Er erniedrigte sich noch tiefer und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz. Haben wir uns schon gefragt, in welche Richtung wir streben? (Lies Matth.16,24.25; 1.Petr.2,21-23.)
Samstag,11.August Philipper 2,5-8; Johannes 3,16.
Christen brauchen nicht irgendein menschliches Ideal, nach dem sie sich ausrichten, sie haben Jesus, ihren auferstandenen Herrn, dessen Kraft sie befähigt, sich an ihm zu orientieren. Wie war Jesus gesinnt, wie lebte er? Den Philipperchristen schreibt Paulus die Kurzfassung des Lebenslaufs Jesu, aus dem seine Gesinnung deutlich zu erkennen ist: "Ein jeglicher sei gesinnt, wie Jesus auch war. Obwohl er in göttlicher Gestalt war, hielt er es nicht als einen Raub fest, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst.... Wenn der Apostel davon spricht, dass Jesus "in göttlicher Gestalt war, dann greift er weit hinter die Geburt in Bethlehem zurück in die Ewigkeit vor der Zeit, um uns Jesu ganze Größe, Macht und Herrlichkeit zu zeigen. Denn durch Jesus sind alle Dinge geschaffen worden, die in den Himmeln und die auf der Erde, die sichtbaren und die unsichtbaren, es seien Throne oder Herrschaften, Fürstentümer und Gewalten; alle Dinge sind durch ihn geschaffen, und er ist vor allen, und alle Dinge bestehen durch ihn. Als den genialen Schöpfer und Baumeister des gesamten Universums zeichnet Paulus Jesus im Kolosserbrief. Mit nichts und niemand ist Jesus zu vergleichen. (Lies Kol.1,15-17; vgl.Spr.8,22-30; Micha 5,1.) In der Ewigkeit vor der Zeit wurde nicht nur die Schöpfung ins Leben gerufen, ebenso ein herrlicher Plan Gottes mit uns Menschen: Bereits vor Grundlegung der Welt hat Gott uns erwählt in Jesus. In seiner Liebe wollte er uns für sich selbst haben und hat uns von Ewigkeit her bestimmt, dass wir seine Kinder sein sollen durch unseren Herrn Jesus Christus (Eph.1,3-6; 2.Tim.1,9.10; Tit.1,1.2). Sind wir uns dieser großen Liebe Gottes, der mit uns Gemeinschaft haben will, bewusst? Der Weg dahin konnte nur frei werden durch den freiwilligen Tod Jesu am Kreuz.
Sonntag,12.August Philipper 2,6-8; Galater 4,4.5.
Jesu Weg führte von der Herrlichkeit herab zu uns Menschen, um uns den Weg zum Vater zu bahnen. Dieser Weg war von Anfang an ein Weg des Opfers. Das drückt Paulus mit dem schwer verständlichen Satz aus: "Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht wie einen Raub fest, Gott gleich zu sein. Er entäußerte sich selbst; nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt. Jesus gab seine hohe Stellung zur Rechten des Vaters auf. Er wurde Mensch mit allen Schranken, die unser Menschsein umschließen. Er kannte Hunger und Durst. Er schlief ermüdet ein, litt unter furchtbaren Schmerzen und flehte um sein Leben. Im Hebräerbrief lesen wir sogar: "Er wurde in jeder Hinsicht versucht wie wir alle, blieb aber ohne Sünde" (Hebr.4,15). Jesus hielt seine Vorrechte als Gottessohn nicht krampfhaft fest. Aus Liebe verzichtete er darauf. Freiwillig wählte er den Weg des Menschseins, das ihn ans Kreuz brachte. "Er war so verachtet, dass man das Angesicht vor ihm verbarg, darum haben wir ihn für nichts geachtet... Die Strafe lag auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt!" "Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still, er betet an und er ermisst, dass Gottes Lieb unendlich ist!" (Lies Jes.53,3-5; Hebr.2,14.15; 1.Petr.3,18.) Wenn Jesus aus Liebe diesen Verzicht ausübte, wo ist meine Liebe gefragt? Bin ich zu einem Verzicht bereit, z.B. um andere für Jesus zu gewinnen? Oder löst der Gedanke an Verzicht schon das Selbstmitleid in mir aus? Wollen wir gesinnt sein wie Jesus, dann müssen wir uns entscheiden, seinen Weg zu beschreiten, und das heißt, den Weg "hinab" einzuschlagen, wie Jesus es tat. Dieser Weg ist nicht populär, aber nur so spiegelt sich Jesu Gesinnung in unserem Leben wider. (Lies 1.Petr.2,22-24; Apg.20,24; 21,13.)
Montag,13.August Philipper 2,6-8; Markus 10,45.
Jesus nahm Knechtsgestalt an. So sah der Weg Jesu in der Praxis aus. Er, der Herr über alles, was im Himmel und auf Erden ist, wurde zum Knecht! Nikolaus Herman beschreibt in seinem Weihnachtslied die gewaltige Umkehrung der Verhältnisse im Leben Jesu: Er äußert sich all seiner G'walt, wird niedrig und gering und nimmt an sich eins Knechts Gestalt, der Schöpfer aller Ding. Er wird ein Knecht und ich ein Herr; das mag ein Wechsel sein...! Geht uns dieser Wechsel, dieser Rollentausch noch zu Herzen? Nur so konnte Jesus uns das größte Geschenk machen: ein neues Leben und die Gotteskindschaft, die uns eine herrliche Zukunft eröffnet. (Lies Joh.3,16; 17,24; 1.Thess.4,17.) Aber die zukünftige Herrlichkeit erfüllt sich nicht so bald und übt uns im vertrauensvollen Warten. Die Frage nach den ersten Plätzen klärt Jesus mit den Worten: Wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener; und wer unter euch der Erste sein will, der sei euer Knecht, so wie des Menschen Sohn nicht gekommen ist, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele (Matth.20,26-28; Mark.9,33-35; 10,43.44). Nicht Karriere und Einfluss, nicht Macht und angesehene Positionen geben unserem Leben Sinn und Wert, sondern die Gesinnung Jesu, bereit zu sein zum Dienen. Vielleicht bedeutet das, berechtigte Ansprüche um eines anderen willen aufzugeben und ihm den Vortritt zu lassen. Vielleicht heißt es auch, mich nicht bedienen zu lassen, sondern anderen zu dienen, selbst wenn es nicht bemerkt wird. Normalerweise streben wir nicht danach. Jesus aber sagt: Lernt von mir! Ich bin sanftmütig und von Herzen demütig! Er will unser Lehrer sein, und wir sollen es nicht den Pharisäern gleichtun, die den ersten Platz bei Gastmählern und in der Synagoge bevorzugten, sondern daran denken: Der Größte unter euch soll euer Diener sein (Matth.23,1-11; Luk.18,14; 9,46-48).
Dienstag,14.August Philipper 2,6-8; Johannes 10,17.18.
Das Leben Jesu in Kurzfassung setzt beeindruckende Akzente: von der Gottesgleichheit vor seiner Geburt bis zu seinem Tod am Kreuz wie ein Verbrecher. Allerdings scheint uns Wesentliches, was uns beeindruckte und für jedermann sichtbar war, solange Jesus auf der Erden lebte, zu fehlen. Die Wunder blieben unerwähnt, die Jesus als Sohn Gottes auszeichneten. Es fällt auch kein Wort über die gewaltigen Reden, die er hielt. Paulus legt den Schwerpunkt auf die wenig imponierende Aussage: Er erniedrigte sich selbst. J.Blunck fragt: Warum erwähnt er nur das? Offenbar, weil es nichts Größeres von Jesus zu rühmen gibt als diese Selbsterniedrigung. Dass er Wunder tun kann, eindrückliche Predigten halten, helfen und heilen, das ist doch nicht so verwunderlich, wenn er von Gott kommt. Aber dass er der Sohn Gottes! sich so erniedrigte, das ist allerdings gegen alles, was man von Gott erwartet und was man von Menschen sonst gewohnt ist. Diese Gesinnung Jesu lebe in euch! Ist das nicht eine zu hohe Forderung? Paulus machte uns eines deutlich: Das Prinzip der Selbstverwirklichung darf nicht zur Motivation unseres Handelns werden. Als Jesus zum ersten Mal mit seinen Jüngern über sein freiwilliges Leiden und Sterben sprach, widersprach ihm Petrus: Gott bewahre dich, Herr! Das widerfahre dir nur nicht! Dass Jesus sich freiwillig so erniedrigen wollte, erschien ihm völlig widersinnig. Ein anderes Mal, als Jesus mit den Jüngern nach Jerusalem unterwegs war und kein Nachtquartier in Samaria fand, empörten sich Jakobus und Johannes und wollten die Samariter mit Feuer vom Himmel bestrafen. Doch Jesus ließ die Missachtung seiner Person zu und stellte den Jüngern eine Frage, die sie zum Nachdenken bringen sollte: Wisst ihr nicht, wes Geistes Kinder ihr seid? (Lies Matth.16,21-23; Luk.9,51-56.)
Mittwoch,15.August Philipper 2,8; Jesaja 50,4-7.
Jesus war gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Der unbedingte Gehorsam gegenüber dem Vater kennzeichnete das Leben Jesu, besonders in all den Herausforderungen auf dem Weg des Leidens. Dem Gehorchen ging immer das Horchen voraus, das intensive Hinhören auf das Reden des Vaters. Dafür nahm sich Jesus viel Zeit. (Lies Mark.1,35; Matth.14,23; Luk.6,12.) Auf der letzten und schwersten Wegstrecke band er sich völlig an den Willen des Vaters. In heißem Ringen flehte er zu Gott und bat ihn inständig, wenn es möglich wäre, ihm diese dunkle Stunde am Kreuz zu ersparen. Abba, mein Vater, alles ist dir möglich; nimm diesen Kelch von mir. Doch damit endet seine Bitte nicht, sondern er fährt fort: doch nicht wie ich will, sondern wie du willst (Mark.14,35.36; lies Joh.4,34; 12,27.28; Hebr.5,7.8). Er war gehorsam bis zum Tod am Kreuz! Der Tod am Kreuz ist die grausamste und qualvollste Todesart. In Galater 3,13.14 erklärt Paulus, dass der Kreuzestod in Israel unter einem besonderen Fluch stand. Jesus nahm diesen Fluch auf sich um unseretwillen. Er, der sündlose Gottessohn, sühnte unsere Schuld und durchlitt dabei die äußerste Gottverlassenheit für uns. Bis zum letzten Moment blieben seine Gedanken auf uns gerichtet, auf uns, die wir nicht besser sind als der Schächer, dem Jesus in seiner letzten Stunde die Tür zum ewigen Leben öffnete, weil er danach verlangte: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein! Wie schwerfällig sind wir dagegen, dem Ruf Gottes gehorsam zu sein und seinen Willen zu tun, vor allem dann, wenn seine Führung uns unverständlich oder ein Auftrag uns zu groß erscheint. Doch dem Gehorsamen gelten seine Zusagen: Ich will dich nicht verlassen und dich nicht versäumen. Fürchte dich nicht, ich bin bei dir, ich stärke dich, und ich helfe dir auch. (Vgl.Josua 1,1-8; Jes.41,8-10.)
Donnerstag,16.August Philipper 2,8-11; Hebräer 2,5-9.
Der tiefsten Erniedrigung Jesu bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz, folgt die höchste Erhöhung Jesu durch den Vater. Paulus schreibt: Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist, dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes, des Vaters. Gott hat ihm, der den letzten Platz eingenommen hat den Platz in der Krippe, den Platz am Kreuz, den Platz im Grab des Josef von Arimathäa, einen Spitzenplatz eingeräumt. Gott hat Jesus, der seinen Namen verspotten und verlästern ließ, den Namen gegeben, der über alle Namen ist (R. Elser). Unsere Namen gehören über kurz oder lang der Vergangenheit an und werden in Vergessenheit geraten. Mit dem Namen Gottes ist es ungleich anders als bei uns. Er wird alle Zeiten überdauern. Die erste Bitte des Vaterunsers lautet: "Geheiligt werde dein Name!" Und wie können die Psalmisten den Namen Gottes preisen! "Heilig und hehr ist dein Name." "Du hast deinen Namen über alles herrlich gemacht durch dein Wort." Und der Name Jesu wird über allen Namen stehen. Nicht etwa einen Titel verlieh ihm Gott, sondern mit dem Namen "Jesus" hat Gott uns beschenkt. Größe und Vollmacht, Würde und Majestät sind darin beschlossen. Niemand ist größer als er! Er, der "Allerverachtetste", wurde vom Vater mit aller Gewalt im Himmel und auf Erden betraut. Wir brauchen nicht zu erschrecken, wenn Gott uns einen schweren Weg zumutet. Jesu Weg führte im Gehorsam durch Erniedrigung zur Erhöhung. (Lies Apg.20,22-24; Eph.1,20-22; Kol.1,18.)
Freitag,17.August Philipper 2,5-11; Apostelgeschichte 4,12.
Der Name, der in alle Ewigkeit "der Name über alle Namen" ist, heißt Jesus. Unsere Seligkeit hängt von der Stellung zum Namen Jesus ab: "In keinem andern ist Heil, auch ist kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden" - als allein der Name Jesus! (Lies Matth.1,21; Joh.1,12; 3,16.) Der Name Jesus war zur Zeit der Apostel ein verachteter Name, und er ist auch heute ein vielfach verachteter und unbekannter Name. Doch von dem Bekenntnis zu seinem Namen hängt es ab, ob Jesus uns vor Gott mit seinem Namen decken kann. (Lies Röm.10,13; 1.Tim.2,5.6; 1.Joh.5,11.12.) Unter der Überschrift: Der Name, der Leben ist, lesen wir von der letzten Begegnung, die Hans und Sophie Scholl mit ihrer Mutter hatten. Gelt, Sophie, Jesus!, brachte die Mutter noch über die Lippen, ehe die von der NS-Justiz zum Tode verurteilten Geschwister abgeführt wurden. Ganz fest kam es zurück: Ja, Mutter, aber du auch! Der Name Jesus gab den beiden jungen Studenten, die gegen das Hitlerregime protestiert hatten, und ihrer Mutter im Angesicht des Todes Hoffnung, Kraft und Zuversicht. (Lies Hebr.12,1-3.) Wenn wir uns wehren und meinen, dass der Weg unmittelbar hinter Jesus her eine Überforderung sei, dann irren wir, denn allein der Name Jesus gibt unserem Leben wirklichen Sinn. So schwer jede Erniedrigung und Demütigung heute sein mag - einst werden wir teilhaben an der Erhöhung unseres Herrn. (Lies Joh.12,24-26; 17,24.) Die Ausrichtung auf Jesus ist für unser Christsein unerlässlich. "Diese Gesinnung lebe in euch, wie Christus Jesus sie hatte." Noch ist die Schar der Nachfolger Jesu weltweit klein. Aber es wird der Augenblick kommen, in dem aller Widerspruch verstummt und "im Namen Jesu sich aller Knie beugen... und alle Zungen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters".
Samstag,18.August Jesaja 40,18.25-31; Jakobus 1,17.
Wir kennen alle den Zustand der Ermüdung und Erschöpfung. Wenn uns die Kraft fehlt, kann der neue Tag zu einer Last werden, wir wissen nicht, wie wir ihn bewältigen sollen. Was brauchen wir in solch einem Erschöpfungszustand? Zunächst sicher Erholung und Schlaf. Dann aber auch und vor allem den Blick auf Gott, eine neue Schau von ihm, dass uns wieder aufgeht, wer er ist. In dem Abschnitt von Jesaja 40 offenbart Gott sich uns als der Unvergleichliche, an den nichts und niemand in der Welt heranreicht. Drei Merksätze sollen das unterstreichen:
Wem wollt ihr mich vergleichen, dem ich gleich sein soll? Unser Verstand kann Gottes Größe nicht erfassen. Jesaja erlebt ihn als den Heiligen (Jes.6,3). Er ist in sich nicht zwiespältig, einmal gut, einmal böse, sondern er ist durch und durch rein, lauter und zuverlässig. Bei dem Vater des Lichts ist keine Veränderung noch Wechsel des Lichts und der Finsternis. Mit dem Bösen hat er nichts zu schaffen, sondern er hasst es. Er ist durch und durch gut. Johannes schreibt deshalb: Gott ist Licht, und gar keine Finsternis ist in ihm. Gott ist Liebe (1.Joh.1,5; 4,8; lies Jes.6,3; Offb.4,8). Weil Gott so ist, können wir ihm unser Leben anvertrauen und uns in jeder Lage, sie mag noch so notvoll sein, auf ihn verlassen. Von Ewigkeit her hat man nie gehört, nie vernommen, hat kein Auge es gesehen, dass ein Gott tätig war für die, die auf ihn warten, außer dir allein! (Jes.64,3; lies Jes.46,3-5; 49,23; 50,10; 51,12.13; Jer.9,22.23).
Sonntag,19.August Jesaja 40,25.26; Jeremia 10,6-16.
Wer ist unser Gott? Um das zu veranschaulichen, weist Gott hin auf den Sternenhimmel, der uns etwas von seiner Größe ahnen lässt. Hebt eure Augen zur Höhe und seht: Wer hat diese erschaffen? Wer von uns wäre nicht schon in einer klaren Nacht begeistert gewesen von der Schönheit des Sternenhimmels! Wenn wir dann noch nachlesen über Milchstraßensysteme, Milliarden von Lichtjahren und die Weiten des Weltalls, dann übersteigt das unser Vorstellungsvermögen. Doch für unseren Gott sind solche Größen Kleinigkeiten. Er kennt die Zahl der Sterne in den Tiefen des Weltalls und gebietet über sie. Menschen, die meinen, ihr Schicksal stehe in den Sternen, erweisen diesem Teil der Schöpfung Gottes zu viel Ehre. Unser Lebensweg wird nicht bestimmt von den Sternen oder Sternbildern, sondern ist in der Hand dessen, der auch die Sterne geschaffen hat. Im Blick auf die Zukunft überlässt Gott uns nicht den Astrologen und Sterndeutern. Er verabscheut diese Praktiken. Denn wer solches tut, ist dem Herrn ein Gräuel. Du aber sollst dich völlig halten an den Herrn, deinen Gott (5.Mose 18,12.13; lies Hiob 31,24-28; Jes.43,10-13; 44,6.8; 47,13; Jer.8,7.9). Wer glaubt, die Sterne regierten sein Leben, trennt sich damit von dem lebendigen Gott und wendet sich den Sternen als Göttern zu. Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. Gott bietet uns an, unser Leben ausschließlich an ihn zu binden. Er, der Schöpfer des Alls, hat sich uns in seinem Sohn Jesus Christus zu erkennen gegeben. "Darin ist Gottes Liebe zu uns zutage getreten, dass Gott seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben möchten." Welch ein Vorrecht ist es, dass wir Gottes Kinder sein und ihn Vater nennen dürfen! Ihm können wir unsere Zukunft anvertrauen. (Lies 1.Joh.3,1.2; Jes.42,8.9; 45,11.12; 2.Mose 20,1-5.)
Montag,20.August Jesaja 40,27.28; Psalm 31,23.
Kein Stern in den Weiten und Tiefen des Weltalls entgeht unserem Gott, und doch sagte Gottes Volk: Mein Weg ist vor dem Herrn verborgen, und mein Recht entgeht meinem Gott. Denken wir nicht manchmal ebenso, besonders in Zeiten der Enttäuschung und Erschöpfung: Der Herr kümmert sich nicht um mich! Ich bin von ihm vergessen!? Gott setzt dieser entmutigten Haltung entgegen: Weißt du denn nicht? Hast du denn nicht gehört? Der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt. Sein Verstand ist unerschöpflich (V.28). Eigentlich müssten wir es besser wissen, wie unser Gott ist. Aber wir geraten so schnell in Anfechtung und geben dem Zweifel Raum. Deshalb vergiss nicht: Du hast einen unvergleichlichen Gott! Ihm entgeht nichts. Auch dich vergisst er nicht. Wenn er sogar an die Sperlinge denkt, wie viel mehr denkt er an uns! (Lies Matth.10,29-31; Mark.8,17-21; 5.Mose 33,27.28; Jes.49,13-16; Jer.31,16.17.) Gott muss keine Ruhepausen einlegen wie wir. Er wird nicht müde. Seine Kraft lässt nicht nach. Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht! (Ps.121,4). Gott hat einen längeren Arm und Atem als alle seine Widersacher. Gottes Sache auf Erden steht und fällt nicht mit dem Maß unserer rasch erschöpften Kraft (H.Lamparter). Sein Verstand ist unerschöpflich. So mancher Fachmann muss sagen: Tut mir Leid. Hier ist guter Rat teuer! Unser Gott ist nie ratlos. Jesus heißt Wunder-Rat. (Lies Jes.9,5.) Paul Gerhardt sang mitten in großen Nöten: Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dirs nicht. Dein Tun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht. Dein Werk kann niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst tun." (Lies Ps.37,5; 16,5-8; 138,3.8; Phil.1,6.)
Dienstag,21.August Jesaja 40,29-31; Philipper 4,13.
Junge Männer, die auf dem Höhepunkt ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit stehen, werden als Beispiel angeführt, dass auch die größte menschliche Kraft erlahmt. Knaben werden müde und matt und Jünglinge fallen. Wie schnell kann unsere Kraft schwinden! Das ist eine Erfahrung, die alle Menschen früher oder später machen. Doch Gott gibt in Jesaja 40 eine verblüffende Zusage: Er gibt dem Müden Kraft, und Stärke genug dem Unvermögenden. Allen, die sich auf ihn verlassen, verspricht er, die Kraft zu erneuern. Damit ist nicht unbedingt Muskelkraft gemeint, aber doch Kraft um durchzuhalten, Kraft, um jeden Tag mit seinen Anforderungen getrost zu bewältigen, Kraft, um auch bei Rückschlägen nicht den Mut zu verlieren, Kraft, um in der Begrenzung fröhlich weiterzumachen, Kraft, um dem Herrn in unangenehmen Verhältnissen zu dienen, ihn zu loben und ihm dankbar zu sein. Gott gibt uns nicht die Kraft zu allem, was wir tun wollen, aber zu allem, was wir nach seinem Willen tun sollen. (Lies 2.Kor.4,7-9; 12,7-10.) Wem gibt er diese Kraft? Allen, die auf ihn harren, die vertrauensvoll auf ihn warten. In Psalm 91,14 sagt Gott von einem Beter: Er klammert sich an mich an, wörtlich: er klebt an mir, er ist unzertrennlich mit mir verbunden, darum will ich ihn erretten. Sich an den starken Gott klammern kann auch der Schwächste, dessen Glaube nur so winzig ist wie ein Senfkorn. Der Mann, der wegen seines kranken Sohnes zu Jesus kam, bat: Ich glaube; Herr, hilf meinem Unglauben, das heißt: Hilf mir heraus aus meinem Unglauben. Mit dieser Bitte klammerte er sich an Jesus. So können wir uns heute vertrauensvoll an Jesus wenden. (Lies Ps.27,12-14; 28,7; Jes.25,9; 26,3.4.)
Mittwoch,22.August Jesaja 40,31; 45,24.
Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden. Mit der Energie des Adlers, die er entwickelt, wenn er aufsteigt, wird die Kraft, die Gott gibt, verglichen. Diese Kraft hebt uns empor, dass wir die Nöte gleichsam aus der Vogelschau sehen können, dass wir sie vertrauensvoll in Verbindung bringen können mit unserem unvergleichlichen Gott. Dann können wir in schwierigen Verhältnissen aushalten. Gott tröstet nicht so, dass er das Leid wegnimmt, sondern uns die Kraft gibt, es zu tragen (A. Schlatter). (Lies Ps.27,1; 103,3-5; 2.Kor.4,1.16-18; Offb.3,7.8.) Wie lässt uns Gott seine Kraft zuteil werden? Jesus sagte: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein - das gibt unserem Körper Kraft - sondern von einem jeden Wort, das aus dem Munde Gottes geht (Matth.4,4). Das Wort Gottes ist immer zugleich Tat, nicht nur Information. Es gibt wirklich Kraft, während du es liest (H. Brandenburg). Eine bessere Empfehlung für die Bibel gibt es nicht als diese. Das tägliche Lesen in der Bibel stärkt unser Vertrauen und ermutigt uns, auf den Herrn zu harren. Wir bekommen Kraft, weil wir durch sie mit dem lebendigen Gott in Verbindung kommen. Er ist die Quelle aller Kraft. Indem wir in seinem Wort lesen, gibt Gott uns zugleich mehr von seinem Geist, der ein Geist der Kraft ist. (Lies 2.Tim.1,7; Eph.1,19.20; 3,16; 6,10.) Der Geist Gottes weckt in uns die Sehnsucht nach dem Zwiegespräch mit unserem himmlischen Vater, denn er ist der "Geist des Gebets". So wird das Gebet zur Kraftquelle für uns. Auch die Gemeinschaft seiner Kinder hat uns Gott gegeben als eine Oase, in der wir Kraft schöpfen können. (Lies Matth.18,20; Apg.2,42; Joh.15,7; Röm.8,26.27; Phil.4,7.)
Donnerstag,23.August Jesaja 40,31; 1.Mose 1,26.27.
Alle, die ihre Hoffnung auf den Herrn setzen, bekommen neue Kraft. Sie sind wie Adler, denen mächtige Schwingen wachsen. Von einem jungen Adler wird berichtet: Ein Mann fing ihn und steckte ihn in seinen Hühnerhof zu den Hennen, Enten und Truthühnern. Nach einiger Zeit erhielt er den Besuch eines naturkundigen Mannes, der sagte: "Dieser Vogel dort ist kein Huhn, er ist ein Adler." Der Besitzer stimmte seinem Besucher zwar zu, ergänzte aber: "Ich habe ihn zu einem Huhn erzogen. Er ist jetzt kein Adler mehr, sondern ein Huhn." "Nein", widersprach der andere, "er ist immer noch ein Adler, denn er hat das Herz eines Adlers. Das wird ihn hinauffliegen lassen in die Lüfte." Er setzte den Vogel auf seine hochgereckte Faust. Aber der Adler sah die Hühner nach ihren Körnern picken und sprang wieder zu ihnen hinunter. Der Besitzer triumphierte: "Ich habe dir gesagt, er ist ein Huhn!" Der vogelkundige Mann brachte den Adler schließlich an einem Morgen hinaus aus der Stadt. Die Sonne ging gerade auf. Er hob den Adler hoch und sagte zu ihm: "Adler, du bist ein Adler. Du gehörst dem Himmel und nicht dieser Erde. Breite deine Schwingen aus und fliege!" Doch der Adler blickte umher, zitterte, als erfülle ihn neues Leben, aber er flog nicht. Jetzt ließ ihn der Mann direkt in die Sonne schauen. Da breitete der Adler plötzlich seine Schwingen aus, erhob sich mit einem Schrei, flog höher und höher und kehrte nie wieder zurück. Er war ein Adler, obwohl er wie ein Huhn aufgezogen und gezähmt worden war (nach J.Aggrey). Leben wir als Kinder Gottes unserer Bestimmung gemäß? Ihr seid teuer erkauft. Darum verherrlicht Gott mit eurem Leibe (1.Kor.6,20; lies Röm.12,1.2; 1.Kor.3,16; Phil.3,20.21; 1.Joh.2,15-17).
Freitag,24.August 1.Korinther 1,9; Epheser 1,15-18.
Er war ein Adler, obwohl er wie ein Huhn aufgezogen und gezähmt worden war. Sicher haben Sie in unserem gestrigen Abschnitt die Parallelen zu unserer göttlichen Bestimmung entdeckt. Dem Menschen wird - in dem Gleichnis von dem Adler - eingeredet: Du bist wie ein Huhn. Alles, was du brauchst, ist Futter. Dein Lebensinhalt ist scharren und picken im Staub der Erde. Einen anderen Sinn hat dein Leben nicht! Dabei schuf Gott uns als Gegenüber für sich (1.Mose 1,26.27; Eph.1,4.5). Er will, dass wir in der Verbindung mit ihm leben. Bei ihm, nach dessen Bild wir geschaffen sind, finden wir wahre Lebenserfüllung. "Ich bin gekommen, dass sie Leben im Überfluss haben." Deshalb lässt uns alles Scharren und Picken innerlich so leer. (Lies Ps.36,8-10; Pred.2,21-23; Jer.2,13; 17,13.14; Luk.12,19-21.) Jesus Christus ist wie jener vogelkundige Besucher, der uns zurückbringt in die Gemeinschaft mit Gott, unserer wahren Bestimmung. Er verließ dazu die himmlische Herrlichkeit. Am Kreuz zahlte er den Preis, um uns aus der Gefangenschaft Satans herauszuholen. Jesus Christus hat sein Leben für unsere Sünden hingegeben und uns davon befreit, so leben zu müssen wie diese vergängliche, vom Bösen beherrschte Welt (Gal.1,4; lies Hebr.2,14-17). Unser Leben soll nun Gott gehören. Dabei ist die Blickrichtung entscheidend: Lasst uns aufsehen auf Jesus. Nicht an Menschen, die ohne Gott leben, und nicht an ihren Maßstäben wollen wir uns orientieren, sondern an Jesus. Ich habe den Herrn allezeit vor Augen. Weil er mir zur Rechten ist, wanke ich nicht (Hebr.12,2; Ps.16,8; lies 2.Kor.3,18; Hebr.3,1). Vergessen wir unsere hohe Bestimmung nicht: Wir haben einen unvergleichlichen Gott, der uns Anteil geben will an seiner Kraft und der uns berufen und erlöst hat, in der Verbundenheit mit ihm zu leben!
Samstag,25.August Psalm 145,1-21; 1.Chronik 29,10-13.
"Gottes ewige Güte", so ist Psalm 145 in der Lutherbibel überschrieben. David beginnt sein Loblied mit den Worten: "Ich will dich erheben, mein Gott, du König, und deinen Namen preisen immer und ewig. Jeden Tag will ich dich preisen und deinen Namen loben immer und ewig." H.Lamparter schreibt in seiner Auslegung der Psalmen: "Die letzten Psalmen (Ps.146-150) sind durchweg Lobgesänge. Die Klage schweigt, das Schreien zu Gott aus der Tiefe der Not verstummt, auch die Bitte um die Errettung aus der Gewalt der Feinde, die in den Psalmen einen so großen Raum einnimmt. Lob und Anbetung sollen in diesem Gebetbuch Israels das letzte Wort haben, denn dies wird das Ende aller Gedanken und Wege Gottes mit Israel und den Völkern, mit den Einzelnen und mit seiner ganzen Schöpfung sein, dass alle Klage und Not von der Freude über den endgültigen Triumph der Herrlichkeit und Treue des Herrn verschlungen wird." (Lies Ps.146,10; 1.Kor.15,58; Offb.5,9-14; 15,3.4; 19,4-7.) Wir brauchen keine besonderen Worte, um Gott zu loben, und keine außergewöhnliche Stimmung, um ihn anzubeten. Es geht auch nicht um neue Worte und schon gar nicht um eine Stimmung, es geht allein um unsere ganze Hinwendung zu ihm, um unser Ja zu ihm und seinen Führungen, um unsere Liebe und um unseren Dank. Wenn wir zu dem Herrn aufsehen, wenn wir seine Werke anschauen und uns daran erinnern, wie gut er zu uns ist, wie barmherzig und liebevoll, dann werden wir ihn anbeten können mit altvertrauten und mit neuen Worten, so wie es David an anderer Stelle sagt: "Ich will den Herrn loben allezeit; sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein." (Lies Ps.34,1-7; 71,14-24.)
Sonntag,26.August Psalm 145,1-3; 1.Timotheus 1,17.
Man könnte Psalm 145 auch die Überschrift geben: Überwältigt von Gott, dem ewigen König. Die Kinder Korach singen in Psalm 45: "Meine Gedichte dem König!" Und hier beginnt David mit den Worten: "Ich will dich erheben. mein Gott, du König!" Wer Gott König nennt, anerkennt seine Hoheitsrechte. David ist selbst ein König, aber er liebt das Recht des "Königs aller Könige", er liebt die "herrliche Majestät". Er ordnet sich bewusst Gott unter. Abhängigkeit von Gott ist ihm Bedürfnis, kein Zwang. "Reden will ich von deiner hohen und herrlichen Pracht und deinen Wundern nachsinnen; ... dass den Menschen deine gewaltigen Taten kund werden und die herrliche Pracht deines Königtums. Dein Reich ist ein ewiges Reich und deine Herrschaft währt für und für." David freut sich über Gottes Größe, wenn sie ihm, wie auch uns, auch unerforschlich bleibt. Irdische Maße der Breite und Länge, Höhe und Tiefe reichen nicht hin. Die Taten des ewigen Königs erkennt er als wirkliche "Machttaten, Großtaten, Wundertaten". Auch die "furchtbaren Taten" führen ihn zur Anbetung Gottes. "Das Gedächtnis deiner großen Güte werden sie hervorströmen lassen und deine Gerechtigkeit jubelnd preisen." (Lies Ps.95,1-7.) Gottes Gerechtigkeit und Gottes Liebe sind in Jesus verkörpert. "Von dem Sohn sagt er: Dein Thron, o Gott, ist von Ewigkeit zu Ewigkeit, und ein Zepter der Gerechtigkeit ist das Zepter deines Reiches. Du hast Gerechtigkeit geliebt und Ungerechtigkeit gehasst; darum hat dich, o Gott, dein Gott gesalbt mit Freudenöl mehr als deine Genossen" (Hebr.1,8.9; Sach.9,9; Offb.19,11.16).
König, der von seinem Throne sich zu uns herniederneigt,
dass er bei und in uns wohne, der uns Gnad um Gnad erzeigt.
Wer kann je den Reichtum fassen, der in dir uns aufgetan?
Herr, von dem wir nimmer lassen, sieh uns dir anbetend nahn.
Du führst auf dem Weg der Wahrheit uns dem hohen Ziele zu,
da wir dich in ewger Klarheit schauen, unser König, du!
Diakonissenmutterhaus AidlingenMontag,27.August Psalm 145,14; Lukas 22,31.32.
Wenn David in diesem Psalm auch nichts von Ängsten erwähnt und keine Bitte vorbringt, so spiegeln die Aussagen, die zur Anbetung wurden, doch die durchlebten Nöte wider. "Der Herr hält alle, die da fallen, und richtet alle auf, die niedergeschlagen sind." Wie viele Erfahrungen der Bewahrung, des Aufhelfens und Getröstetwerdens hatte David aufgrund von Gottes Güte und Treue gemacht! Fällt unser Lob deshalb so kärglich aus, weil wir das Fallen in seinen Anfängen noch gar nicht bemerkt haben? Manchmal fallen wir, indem wir unseren Weg eigenwillig gehen, unser Handeln selber bestimmen, nicht nach der Liebe fragen, ungeduldig werden oder nur an unseren Vorteil denken. Deutlicher zeigt sich das Fallen, wenn wir uns von Gott ablenken lassen, ihm keine Zeit einräumen und es mit der Wahrheit nicht genau nehmen. Wir können auch in bewusste Sünde fallen. (Vgl.Jos.7,21; Spr.16,18; 22,24.25.) Wie gut, dass Gott selbst in solchen Situationen sein Ziel mit uns nicht aufgibt. Das hatte David erfahren. Als er seine Sünde erkannte und bekannte, sagte Nathan zu ihm: "So hat auch der Herr deine Sünde weggenommen." "Fällt er, so wird er nicht weggeworfen, denn der Herr stützt seine Hand." "Wenn ich sprach: Mein Fuß ist gestrauchelt, so hielt mich, Herr, deine Gnade" (2.Sam.12,12.13; lies Ps.37,24; 94,18; 78,37.38; Micha 7,7.8). Die meisten von uns werden es ebenfalls erlebt haben, dass der Herr sich unser annahm und uns im Fallen auffing. Darum haben wir viel Grund, den Herrn zu preisen. - "Ich habe für dich gebetet", sagte Jesus zu Petrus, weil er in großer Gefahr war, auf einen verkehrten Weg zu geraten. Niemand soll zweifeln, dass der Herr auch für uns betet. Jesus lebt, er ist da! Er erbarmt sich und vergibt. Sein Wort gilt noch immer: "Er hat meine Füße auf einen Felsen gestellt, meine Schritte befestigt. Und in meinen Mund hat er ein neues Lied gelegt, einen Lobgesang unserem Gott." (Lies Ps.30,1-5; 40,1-4; 66,8.9.)
Dienstag,28.August Palm 145,15.16; Römer 8,32.
"Du gibst ihnen Speise zur rechten Zeit." Aus dem Lob über die Fürsorge Gottes hören wir heraus, dass Davids Leben auch Tage des Mangels kannte. Zeiten der Flucht, der Erniedrigung, des Kampfes hatte er durchlitten, in denen ihm Wesentliches fehlte. Mangel ruft kein Hochgefühl hervor. Es ist nicht leicht, sich und anderen einzugestehen: Ich kann nicht, ich weiß nicht, ich habe nichts zum Weitergeben. Mangel drückt auf Herz und Gemüt, es macht elend und gelähmt. Andere scheinen gut dran zu sein, sie können vieles und haben alles Notwendige, während mir das Nötigste fehlt und der Hunger nach wirklichem Leben quält. Doch in den Tagen des Mangels machte David entscheidende Erfahrungen mit dem Herrn, dass er nicht fern war, sondern unmittelbar mit seiner Liebe und Hilfe eingriff. "Als dieser Elende rief, hörte der Herr... Schmeckt und seht, wie freundlich der Herr ist. Wohl dem, der auf ihn vertraut." "Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln... Er bereitet vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde." (Lies Ps.23,1-6; 36,7-9; 84,12.13; Joh.6,12.35; 10,10b.) "Du gibst ... du tust deine Hand auf ... du sättigst!" So ist unser Gott. Er ist mit uns auf dem Weg und tut seine Hand auf für uns. Paulus schreibt den Christen in Philippi: "Mein Gott wird all eurem Mangel abhelfen nach seinem Reichtum in Herrlichkeit in Christus Jesus" (Phil.4,19.20). Das Bild, das David vor sich hatte: Gottes gebende Hand, bringt ihn zum Loben und Danken. "Mögen sie den Herrn preisen wegen seiner Güte und wegen seiner Wundertaten an den Menschenkindern. Denn er hat die dürstende Seele gesättigt und die hungernde Seele mit Gutem erfüllt" (Ps.107,8.9; lies Eph.3,20.21).
Mittwoch,29.August Psalm 145,7-9.17; Jesaja 48,21.
"Gnädig und barmherzig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Der Herr ist allen gütig und erbarmt sich aller seiner Werke." Es entspricht dem Wesen Gottes, dass er mit unbeschreiblicher Liebe liebt, wo nichts Liebenswertes ist, dass er begnadigt, wo man überhaupt keine Gnade erwarten kann. Alle dürfen mit seiner Barmherzigkeit, seiner Geduld und Güte rechnen. "Kommt her zu mir alle!" "Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt..." (Matth.11,28; Jes.55,1). Was uns staunen lässt, ist die Doppelaussage: "Gerecht in allen seinen Wegen und gnädig in allen seinen Werken ist der Herr." Die größten Gegensätze vereinigt Gott in sich: Gerechtigkeit und Gnade. Was bei Menschen unmöglich ist, hat der Sohn Gottes vollbracht: "Die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden." "Gerechtigkeit und Gericht sind deines Thrones Grundfeste; Güte und Wahrheit gehen vor deinem Angesicht einher" (Joh.1,17; Ps.89,15; lies Joh.3,16; 2.Kor.5,21). Jesus kam zu uns als Menschensohn, um unüberbrückbare Gegensätze zu überwinden, damit der heilige Gott nun mit dem Sünder zusammenkommen kann. Die Abgründe unseres Wesens, die unser Miteinander hindern, macht er zu einem ebenen Weg, und Gemeinschaft entsteht. "Der Herr ist gnädig in all seinem Tun." Die Gnade wird von der Liebe bestimmt, die sich völlig frei für uns entscheidet. Unabhängig von unserem Verhalten wendet sich der Herr uns trotzdem zu, weil er uns voraussetzungslos liebt. Gnade schließt das Dennoch ein. "Wo aber die Sünde mächtig geworden ist, da ist die Gnade noch viel mächtiger geworden, damit, wie die Sünde geherrscht hat zum Tode, so auch die Gnade herrsche durch die Gerechtigkeit zum ewigen Leben durch Jesus Christus, unseren Herrn" (Röm.5,20b.21; lies Röm.3,21-26; 6,23).
Donnerstag,30.August Psalm 145,18; 5.Mose 4,7.
Gottes Gegenwart umfasst Raum und Zeit. Er ist kein ferner Gott, in Jesus ist er uns nahe gekommen, er heißt "Immanuel - Gott mit uns". Vielleicht sollten wir über diese unsichtbare Wirklichkeit wieder einmal nachdenken und uns darüber freuen. Paulus erlebte Jesu Nähe in schwerster Zeit: "Sie verließen mich alle... Der Herr aber stand mir bei und stärkte mich!" Aus dem Gefängnis schreibt er: "Freuet euch in dem Herrn allewege, und noch einmal sage ich: Freuet euch! Der Herr ist nahe!" (2.Tim.4,17; Phil.3,1; 4,4.5). Menschliche Liebe findet viele Möglichkeiten, sich bemerkbar zu machen: z.B. durch ein Geschenk oder auch durch ein Opfer, das wir für den anderen bringen. Ein Zeichen echter Liebe zeigt sich in der Gemeinschaft, die wir mit dem anderen suchen, ihn nicht allein lassen in Schwierigkeiten, im Leid, auch nicht in der Freude. Jesus hat versprochen, uns nahe zu sein, und er hält sein Wort. "Verlasst euch darauf: Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt" - bis zur Vollendung unseres Zeitalters. (Lies Matth.18,20; 28,20; Joh.14,23; Luk.24,29.) Gottes Nähe, Jesu Nähe ist denen verheißen, die zu ihm rufen. "Du warst nahe, als ich dich anrief, du hast gesprochen, fürchte dich nicht" (Klagel.3,57; Ps.50,15; Richt.15,18.19). Als Petrus rief: "Herr, ich versinke", war kein Abstand zwischen ihm und Jesus. Er konnte die Hand fassen, die sich ihm entgegenstreckte. Schon der Gedanke, dass wir rufen können und nicht ohne Echo bleiben, lässt Lasten von uns abfallen. "Ihr werdet mich anrufen und hingehen und zu mir beten, und ich werde auf euch hören. Und ihr werdet mich suchen und finden, denn ihr werdet nach mir fragen mit eurem ganzen Herzen, und ich werde mich von euch finden lassen, spricht der Herr" (Jer.29,12-14a; lies Matth.14,26-31; Jes.65,24).
Freitag,31.August Psalm 145,19; 37,4.39.
"Der Herr tut, was die Gottesfürchtigen begehren, er hört ihr Schreien und hilft ihnen." Auch "Gottesfürchtige" - Menschen, die Gott lieben und ehren - leiden Mangel, haben Erwartungen und Wünsche. Und es steht hier nicht einmal, dass Gott sie davon befreit, aber ihr Begehren muss nicht zur Begierde oder zur Gier werden. Denn Gott hat uns erschaffen, und er kennt unsere Bedürfnisse am allerbesten. Dazu ist er willens und mächtig, das Verlangen der Seinen zu stillen, ihrem Mangel abzuhelfen. Das Schreien der Kinder überhören Eltern nicht. Der Herr tut es noch weniger. Mit allen persönlichen Anliegen und Problemen unserer Umgebung dürfen wir kommen und die Nöte vor ihm ausbreiten. Nichts ist ihm zu klein und zu privat. Er liebt uns und hilft. "Wer bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan" (Matth.7,7.8; 21,22; Joh.14,13; 16,24). Das Angebot, dass der Herr der "Gottesfürchtigen Begehren hört und ihnen hilft", gilt ebenso für die großen Nöte der weltweiten Gemeinde Jesu. Wenn wir auch nicht überall helfen können, wo Hilfe nötig wäre, so können wir doch die uns bekannte Not zu ihm tragen, er kann Abhilfe schaffen. Gegen Atheismus, fehlgeleitete Sexualität, Rauschgift, Generationenprobleme, Kriege u.a. können wir als Einzelne nichts ausrichten, so scheint es uns. Aber dafür beten ist viel! Das Reden mit Gott über Nöte verändert die Verhältnisse. Wir wollen nicht schuldig werden durch Resignation, denn wir können seine Kraft, seine Heilung für Einzelne und für die vielen Menschen in der Welt erbitten. "Mache dich auf, klage in der Nacht beim Beginn der Nachtwachen, schütte dein Herz aus wie Wasser vor dem Herrn. Hebe deine Hände zu ihm empor um das Leben deiner jungen Kinder willen, die vor Hunger verschmachten an allen Straßenecken" (Klagel.2,19; vgl.5.Mose 9,18.19; 1.Sam.7,9; 12,23; Röm.15,30-33; 1.Tim.2,1.2).
zur Verfügung gestellt von: bibel.com der Homepage von Christen für Christen.