Dienstag,1.August Apostelgeschichte 12,24; 2.Korinther 4,7-13.

"Das Wort Gottes wuchs und breitete sich aus!" "Das Wort Gottes kann auch dann wachsen, wenn wir nicht nur nichts sehen, sondern meinen, es müsste das Gegenteil eintreten. Es wächst am Widerstand und am Widerspruch. Es mag erstaunen, dass die Mitteilung vom Wachstum des Wortes ausgerechnet am Ende eines Kapitels steht, in dem erzählt wird, dass einer der führenden Männer der Gemeinde getötet, der andere verhaftet wurde und nun fliehen musste. Dadurch wird klar, dass es sich beim Wachstum des Wortes um ein Wunder handelt" (W.Lüthi). (Lies Apg.6,7; 9,31; 13,45-49; 19,20.) Gott schenkt auch heute, dass sein Wort sich ausbreitet und die Gemeinde Jesu wächst, trotz Widerstand und Verfolgung. Leider begegnen uns immer wieder Menschen, die denken, auf dem Glaubensweg sollte es ohne Hindernisse, ohne Ungerechtigkeiten, ohne Leiden vorwärts gehen. Diesem Irrtum wollen wir uns nicht öffnen. Es geht nicht ohne Leiden zur Herrlichkeit. Und wir dürfen dem Leiden nicht ausweichen. Über Elisabeth von Thüringen fielen uns einige Sätze in die Hand. "Sie ließ sich nicht im Geringsten beirren, sie schritt auf dem eingeschlagenen Weg tapfer weiter, ein Weg, der ihr unsägliches Leiden brachte. Das Leiden gehört zur Heiligkeit, es lässt sich nicht davon trennen" - wir ergänzen: Leiden gehört dazu, wenn unser Leben für Gott fruchtbar werden soll. "Jedes Menschenleben, das dem Leiden ausweicht, sinkt ohnehin in die Mittelmäßigkeit." Zu kleinen und größeren Leiden um Jesu willen bereit zu sein, ist die Basis dafür, dass Gottes Wort sich ausbreiten kann, wie wir es hier in unserem mit Spannung und Leiden erfüllten Kapitel feststellen. "Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. Sie gehen hin und weinen und streuen ihren Samen und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben" (Ps.126,5.6; lies 2.Tim.2,7-10; 4,5.16.17; Joh.12,24).

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Mittwoch,2.August Apostelgeschichte 12,23.24; Offenbarung 3,9.

Lukas zeigte uns in einem neuen Licht, wie Gott regiert. Noch immer geschieht es, dass Gott eine Tür schließt und die andere öffnet. Die geschlossene Gefängnistür bedeutete für Jakobus eine offene Tür in den Himmel. "Komm hier herauf!" - während sich für Petrus die Tür zum Zeugnis neu öffnete. "Siehe, ich habe eine geöffnete Tür vor dir gegeben, die niemand zu schließen vermag." (Lies 2.Kor.5,1ff; 1.Kor.16,8.9.) Noch immer ist das Gebet die Hilfsquelle für die Glaubenden. Kein Beschluss untereinander, kein noch so genau besprochenes Programm kann uns helfen, wenn wir gebetslos leben. "Ihr habt nicht, weil ihr nicht bittet!" "Was irgend ihr bitten werdet in meinem Namen, das werde ich tun, auf dass der Vater verherrlicht werde in dem Sohn" (Jak.4,2b; vgl.Jer.33,3). Noch immer ist Gottes Wort, das Evangelium von Jesus Christus, dem Retter aus Sünde und Schuld, aktuell und macht lebendig. Es ist "Gottes Kraft zum Heil jedem, der daran glaubt" (Röm.1,16). Deshalb wollen wir, solange die Türen offen sind, das Wort Gottes weitergeben, wo immer wir Gelegenheit haben. Paulus schrieb an Timotheus aus seiner Gefangenschaft in Rom: "Verkündige den Menschen Gottes Wort. Setze dich dafür ein... Gib die Frohe Botschaft unerschrocken weiter" (2.Tim.4,2.5). K.Scheffbuch rät uns, wenn wir die Gute Nachricht weitergeben wollen, "Blockaden zu überwinden". Er schreibt unter anderem: "Es ist gut, wenn wir Initiative zeigen und Gelegenheiten nutzen, nicht warten, bis wir in Stimmung sind und uns stark fühlen. Viel öfter, als wir denken, haben die Menschen in unserer Umgebung Fragen. Die Gute Nachricht ist gefragt... 'Herr, zeig uns, wie wir unseren Beruf, unsere Beziehungen und Kontakte als Chancen nützen können' (K.Humphrey). Der Missionsmann John Stott betont, es sei notwendig, die Botschaft so darzustellen, dass erkannt wird: Jesus Christus bietet alles das, was mir sonst niemand bieten kann." (Lies 2.Kor.5,14.15; Röm.15,20.21.)

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JESUS-NACHFOLGE

Donnerstag,3.August Matthäus 9,9; Johannes 10,27.

"Folge mir!" Dieser kleine Satz mit einer großen Wirkung hat manches Leben verändert. Wie wäre wohl die Lebensgeschichte des Matthäus verlaufen, wenn Jesus ihn nicht gerufen hätte? Zwei Worte aus Jesu Mund führten zu der entscheidenden Weichenstellung: Weg vom Zoll - hin zu Jesus! "Als Jesus von Kapernaum wegging, sah er einen Menschen am Zoll sitzen, der hieß Matthäus; und er sprach zu ihm: Folge mir! Und er stand auf und folgte ihm." So kurz und bündig beschreibt er selbst die Begegnung mit Jesus, die nicht nur eine Überraschung war, sondern weitreichende Folgen hatte. Sein Leben veränderte sich völlig in der Jesus-Nachfolge. Wenn Jesus uns zu sich ruft, dann können wir nicht die Gleichen bleiben. Er will in unserem Leben sein veränderndes Werk tun. (Vgl.Luk.19,1-8.) - Jesus-Nachfolge! Das bedeutet eine intensive Zweier-Beziehung. Da ist der Eine unser Meister, unser Lehrer, der vorangeht und dem wir nachfolgen, aber nicht aus Zwang, sondern aus Liebe. Darum kann die Frage der Nachfolge nicht "an sich" behandelt werden. Wenn ich mich von Jesus geliebt weiß, dann kann ich nachfolgen - selbst wenn es schwer oder entsagungsreich wird -, weil ich dem Herrn, meinem guten Hirten vertraue. (Lies Ps.84,6-8.12.13; 119,54-56.) Zeitweise folgten große Volksmengen Jesus nach. Er redete zu ihnen, und sie sahen seine Taten. Aber ihre Bereitschaft reichte nur für die sonnigen Tage der Nachfolge. Viele verließen ihn wieder, als seine Worte ihnen zu hart klangen. Sie fanden nicht den Weg vom Hören zum Tun. Doch seine Jünger blieben bei ihm, auch dann, als die Schar der Nachfolger immer kleiner wurde. "Jesus fragte die Zwölf: Wollt ihr auch weggehen? Da antwortete ihm Simon Petrus: Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkannt: Du bist der Heilige Gottes." (Lies Joh.6,60-69; Apg.4,18-20; 2.Tim.4,7.8; vgl.Dan.3,13-18.)

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Freitag,4.August 1.Mose 5,22-24; 6,9; Josua 3,3.4.

Schon im Alten Testament erkennen wir, dass das Leben in der Gemeinschaft mit Gott das Zusammengehen, das Nachfolgen meint. Dazu war der Mensch ursprünglich bestimmt (1.Mose 1,27; 3,1-10.23.24). Nach dem Sündenfall lesen wir zuerst von Henoch: "Er wandelte mit Gott." Dann von Noah: "Ein gerechter Mann, untadelig unter seinen Zeitgenossen, mit Gott wandelte Noah." Die Menschwerdung Jesu ermöglicht uns diese Beziehung wieder. Darum ist unsere Jesus-Nachfolge immer ein Leben mit Jesus, das heißt, dass wir mit ihm unseren Weg gehen und mit ihm das Tagesprogramm bewältigen. Mit ihm bleiben wir in Bewegung, mit ihm können wir auch Hindernisse überwinden. Er geht voraus und ebnet uns den Weg. "Meine Schafe folgen mir." So selbstverständlich klingt Jesu Wort. (Lies Joh.10,1-4.27; Micha 2,13.) Auf wunderbare Weise erlebten es die Israeliten. "Sobald ihr die Lade des Herrn, eures Gottes, seht" - das Zeichen seiner Gegenwart - "und die Priester aus dem Stamm Levi sie tragen, dann sollt ihr von eurem Ort aufbrechen und nachfolgen." (Lies 2.Mose 13,20.21; 40,36-38.) In der Jesus-Nachfolge werden wir fortwährend, bewusst oder unbewusst, vor die Wahl gestellt im Blick auf das, von dem wir uns trennen müssen, und dem, dem wir folgen wollen. Bemerkenswert war die Freude des Apostel Paulus, die bis ans Ende seines Lebens zu spüren war. Trotz Gefängnis und widriger Umstände schreibt er den Christen in Philippi: "Ich halte noch immer alles für wertlos, wenn ich den unendlichen Reichtum bedenke, der darin besteht, Christus Jesus zu erkennen." Aus Liebe zu Jesus konnte er auf dem Weg der Nachfolge, der mit Entbehrungen und Kämpfen, mit Leiden und Verfolgungen verbunden war, durchhalten. Selbst wenn er Rückschau hielt, lebte bis zuletzt das tiefe Verlangen in ihm, "dass ich Christus gewinne und in ihm erfunden werde". Diesen Gewinn wollte er mit anderen teilen. (Lies Phil.1,21-26.)

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Samstag,5.August Johannes 17,24; 12,26.

Jesus richtete die Bitte an den Vater: "Vater, ich will, dass die, die du mir gegeben hast, auch bei mir seien, wo ich bin, auf dass sie meine Herrlichkeit schauen." Ist Jesus-Nachfolge nicht wunderbar, weil die Verheißung, die Herrlichkeit Jesu zu schauen, keine leeren Worte sind? Dazu kommt seine Zusage, dass wir jetzt schon immer da sein können, wo er ist, dem unsere Liebe gehört. Welch ein Glück wird uns damit zuteil, obwohl mit unseren Augen noch nicht schaubar, aber für unser Innerstes doch erfahrbar. (Lies Matth.18,20; 28,20; Mark.3,13.14; 2.Tim.4,16.17; vgl.2.Mose 33,12-17.) Für Nachfolger Jesu gibt es außerdem Fußspuren in Gottes Wort. Sie helfen uns, die Richtung zu finden auf nicht markierten Wegen. Fußspuren lassen uns schneller vorwärtskommen. Hiob kann in einer sehr dunklen Stunde im Rückblick auf seinen Weg doch sagen: "An seinem Schritt hat mein Fuß festgehalten, seinen Weg habe ich beobachtet und bin nicht abgebogen" (Hiob 23,11.12). Schon David bat Gott: "Senke meine Tritte in deine Spuren, dass mein Gang nicht wankend sei. Von dem Gebot seiner Lippen bin ich nicht abgewichen, ich habe die Worte seines Mundes verwahrt, mehr als meinen eigenen Vorsatz." Für die Praxis der Nachfolge kann das bedeuten: Wenn Gottes Spur nicht zu einem Ort führt, der "Richten über andere" heißt, dann kann auch ich meine Schritte nicht dorthin lenken. (Lies Ps.17,5; 37,30.31; 38,13-18.22.23; Spr.10,11.19.) Bleiben wir in Jesu Spur, dann lernen wir lieben, wie er geliebt hat, lernen wir sehen, wie er sah, wir lernen sogar Vorurteile überwinden. "Christus hat euch ein Beispiel gegeben, dem ihr nachfolgen sollt: Er hat keine Sünde getan; keine Lüge, kein betrügerisches Wort ist je über seine Lippen gekommen. Wenn man ihn beschimpfte oder misshandelte, hat er es ohne Widerspruch ertragen; denn er übergab seine Sache in die Hände dessen, der gerecht richtet" (1.Petr.2,21-23; lies 1.Joh.3,16-18; Eph.5,1.2).

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Sonntag,6.August Matthäus 16,23.24; 10,38.

Jesus-Nachfolge führt zum Kreuz. Jesus spricht: "Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme das Kreuz auf und folge mir nach. Wer irgend sein Leben retten will, der wird es verlieren, wer aber irgend sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden." In der Nachfolge bestimmt Jesus und wählt den Weg für uns. Nicht immer erkennen wir diese Tatsache als Vorzug. Jesus spricht nicht umsonst von Selbstverleugnung. Der Verzicht auf unsere Meinung, auf Selbstbestimmung scheint uns, als verlange Jesus von uns das Drangeben der eigenen Person, unserer Individualität. Wie weit kann das gehen? Paulus schreibt: "Nicht mehr lebe ich, Christus lebt in mir" (Gal.2,19.20; lies 2.Kor.4,10-12; Phil.1,21). Was ist mit dieser Aussage gemeint? Jesus löscht unsere Persönlichkeit nicht aus, im Gegenteil: er will uns vielmehr zur Vollendung führen entsprechend seinem Plan. Unter keiner anderen Führung kommt unsere Persönlichkeit völliger zur Entfaltung wie unter seiner Hand. Er hat uns geschaffen und kennt uns durch und durch und hat ein großes Ziel mit uns. Seine Gedanken sind höher als unsere Gedanken, ebenso seine Wege. Für uns erscheinen Schwierigkeiten, Nöte als Kreuzeswege, die wir gern verlassen würden, doch der Herr hat das Ziel vor Augen. Das erreichen wir nur, wenn wir ihm Schritt für Schritt nachfolgen. Was der Herr seinen Jüngern versprach, ermutigt auch uns, auf dem Kreuzesweg zu bleiben. "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auch ihr werdet in der Wiedergeburt, wenn des Menschen Sohn sitzen wird auf seinem Thron der Herrlichkeit, auf zwölf Thronen sitzen" (Matth.19,27-29). "Ihr habt den neuen Menschen angezogen, der erneuert und zu voller Erkenntnis geführt wird entsprechend dem Bilde dessen, der ihn erschaffen hat." "Wie der Himmlische, so die Himmlischen" (Kol.3,10; 1.Kor.15,57; lies Röm.8,29.30; 1.Joh.3,2.3).

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Montag,7.August 5.Mose 31,3.6.8; Psalm 78,52.53.

"Ich will dich unterweisen und dich lehren den Weg, den du gehen sollst. Mein Auge auf dich richtend, will ich dir raten." Jesus-Nachfolger haben es gut: Das Vaterauge wacht über ihnen, sie werden beraten und erfahren Leitung auf unbekannten Wegstrecken. "Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann." So sang Paul Gerhardt im Vertrauen auf Jesu Führung in seinem Lied "Befiehl du deine Wege". Sein Lebensweg war nicht leicht. Trotzdem ist Nachfolge kein Risikoweg, weil uns Weisung zugesagt ist. "Wenn ihr zur Rechten oder zur Linken abbiegt, so werden deine Ohren ein Wort hinter dir her hören: Dies ist der Weg, darauf wandle" (Jes.30,21). Jesus-Nachfolger stehen gewissermaßen in Funkverbindung mit ihrem Herrn im Himmel. "Wer ist nun der Mann, der den Herrn fürchtet? Er wird ihm den Weg weisen, den er wählen soll." (Lies Ps.25,9.12; 48,15; Jes.45,2.3; 42,16; 2.Mose 15,13.) Als Nachfolger ist uns nicht verheißen, dass wir ein leichtes, bequemes und durch allseitige Anerkennung gesichertes Leben haben werden. Die Bibel gebraucht manche Bilder, um Leiden zu beschreiben. Unser Lebensweg kann durch tiefe Wasser und durch Feuer führen. Es gilt Dürre und Wüstenstrecken zu überstehen. Aber die Zusagen des Herrn versichern uns seine Gegenwart. Im einsamen und dunklen Tal, im Angesicht unserer Feinde ist der Hirte mit Stab und Stecken unser Schutz und mit überreicher Versorgung unser Erhalter. (Lies Ps.23,1-6; 1.Mose 28,15; 5.Mose 32,10-12; Spr.2,8b.) Jung-Stilling sagte zusammenfassend über sein Ergehen als Nachfolger Jesu: "Wie immer, nie ohne Leiden, bald schwerer, bald leichter, aber auch nie ohne Freuden, bald mehr, bald weniger herzerhebend."

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Dienstag,8.August; Johannes 15,18-20; 1.Thessalonicher 2,13.14.

In der Jesus-Nachfolge ist das Schicksal des Jüngers an das des Meisters gebunden: "Der Knecht ist nicht über seinem Herrn. Haben sie mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen." Verachtung, Spott, Leiden treffen den Nachfolger, wie sie Jesus getroffen haben. In vielen Ländern der Welt werden heute Jesus-Nachfolger aus ihren Familien ausgestoßen oder von ihrer Umgebung bedroht. Bei uns in Europa kann man belächelt und für rückständig erklärt werden. Jesus wusste das, deshalb bereitet er uns darauf vor. "Wenn euch die Welt hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat. Wäret ihr von der Welt, so würde die Welt das Ihre lieben. Weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt." Später schreibt der Jünger Petrus aus eigener Erfahrung: "Geliebte, lasst es euch nicht befremden, wenn Feuersgluten des Leidens euch umdrohen. Damit trifft euch nichts Befremdliches. Im Gegenteil: Soweit dies der Fall ist, freut euch, denn dadurch bekommt ihr Anteil an den Leiden Christi... Gerade im Leiden ruht ja der Geist Gottes, der Geist der Herrlichkeit und der Macht auf euch." (Lies 1.Petr.4,12-16; Röm.8,17.18.35-39; Ps.31,6.14-17.20-25.) "Der Jünger ist nicht über seinem Meister!" Wer sein Kreuz nicht auf sich nehmen will, wer sein Leben nicht wie er, der Meister, zum Leiden hingeben will, der verliert die Gemeinschaft mit Jesus, der ist kein rechter Nachfolger. Nachfolge ist Leidensgemeinschaft. Jesus stand unter dem "Muss" des Leidens. Das trifft auch auf seine Nachfolger zu. Aber auch die Freude der Verbundenheit mit ihm dürfen wir teilen. "Ihr werdet gehasst sein von jedermann um meines Namens willen. Aber kein Haar von eurem Haupt soll verlorengehen. Seid standhaft, und ihr werdet euer Leben gewinnen" (Luk.6,22.23; lies Joh.17,14-19; Jes.66,5).

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Mittwoch,9.August Johannes 21,14-23; Galater 5,25.26.

Wahre Jesus-Nachfolge erlaubt keinen Seitenblick. Petrus hatte den Auftrag von Jesus empfangen: "Weide meine Schafe! Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und gingst, wo du hin wolltest; wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und führen, wo du nicht hin willst. Das sagte er aber, um anzuzeigen, mit welchem Tod er Gott preisen würde. Und als er das gesagt hatte, spricht er zu ihm: Folge mir nach!" Wie erleichtert muss Petrus über die völlige Zurechtbringung nach der Verleugnung gewesen sein. Meldete sich dann neben der Freude über den erneuten Auftrag doch eine gewisse Unruhe in seinem Innersten oder die Neugier, als sich Petrus umwandte und auf Johannes aufmerksam wurde? "Als er diesen sah, fragte er Jesus: Herr, was wird aber mit diesem? - Wenn ich will", entgegnete ihm Jesus, "dass er bleibt, bis ich komme, was geht das dich an? Folge du mir nach!" - Der Seitenblick auf den anderen ist gefährlich, weil wir dabei von unserem Weg abkommen können. (Lies Röm.12,1-10; 1.Kor.7,23.24; 12,18-20; Phil.2,1-4.) Asaf, dem Sänger und Musikmeister, erging es ähnlich, aber er erkannte, wohin ihn das Vergleichen brachte. "Ich aber - wenig fehlte, so wären meine Füße abgewichen, um nichts wären ausgeglitten meine Schritte. Denn ich beneidete die Übermütigen, als ich die Wohlfahrt der Gesetzlosen sah." Asaf bekannte sein Versagen und kehrte in die unmittelbare Nähe Gottes zurück: "Doch ich bin stets bei dir; du hast mich erfasst bei meiner rechten Hand, durch deinen Rat wirst du mich leiten." (Lies Ps.73.) Auch Petrus lernte seine Lektion. Er wurde vom Vergleichen geheilt. Nach Pfingsten finden wir ihn in echter Zusammenarbeit mit Johannes. (Lies Apg.3,1; 4,13; Gal.2,9; Ps.133.)

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Donnerstag,10.August Psalm 40,9; Jesaja 51,2.

Der Ruf in die Jesus-Nachfolge trifft immer den Einzelnen. "Ich habe dich bei deinem Namen gerufen!" "Schaut Abraham an ... denn als einen Einzelnen berief ich ihn, um ihn zu segnen und zu mehren." Jesus-Nachfolge kann mit schmerzhaften Entscheidungen, sogar mit Trennungen verbunden sein. Als Überschrift über Matthäus 10,34-38 steht in der Lutherbibel: "Entzweiungen um Jesu willen." Jesus zeigt den Jüngern: Wenn jemand mit mir gehen will, so muss ich für ihn wichtiger sein als alles andere in seinem Leben. Wer nicht bereit ist, darauf einzugehen, "der ist mein nicht wert". Wenn wir in den Evangelien den Weg Jesu bis zum Kreuz aufmerksam verfolgen, erkennen wir: sein Weg wurde immer einsamer. So kann es auch Jesus-Nachfolgern ergehen. Selbst unsere Nächsten können uns manchmal nicht verstehen, schütteln den Kopf über uns. Zweimal sagte der Herr seinen Jüngern: "Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert, ... und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach, der ist mein nicht wert." (Vgl.1.Kön.19,19-21; Luk.18,28-30.) Was uns die Jesus-Nachfolge wert ist, müssen wir persönlich und ganz allein entscheiden. Nicht selten fordert die Jesus-Nachfolge von uns ein Heraustreten aus Gewohntem und Gewohnheiten, ein Lassen oder Zurücklassen, sonst können wir nicht auf dem schmalen Weg hinter ihm hergehen (Matth.7,14). "Wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden." Eine Missionarin erzählt: "Mein Ruf, für Jesus Christus im Ausland zu arbeiten, war klar. Aber gerade daran zerbrach eine Freundschaft nach der anderen. Schließlich folgte ich Jesu Ruf allein... Heute arbeite ich mit einer physischen, geistigen und geistlichen Kapazität, von der ich zu Beginn meiner Arbeit als Missionarin keine Ahnung hatte, dass sie mir je zur Verfügung stehen könnte. So zeigt sich mir Jesus als der, der mich von mir selbst zu sich hin erlöst hat." (Lies Ps.16,2.5.6.11; 2.Kor.9,8.)

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Freitag,11.August Markus 14,53.54.66-72; 1.Korinther 10,12.

Ist Jesus-Nachfolge aus der Ferne möglich? Von Petrus heißt es in der Nacht, als Jesus verraten wurde: "Er folgte ihm von ferne." Eben noch hatte er kühn behauptet: "Wenn auch alle sich an dir ärgern werden, doch nicht ich... Wenn ich mit dir sterben müsste, werde ich dich nicht verleugnen" (V. 29-31). Jesus hatte ihm gewehrt, als er das Schwert gebrauchen wollte, und das abgeschlagene Ohr des Malchus geheilt (Luk.22,47-51). Dann aber ließ Petrus seinen Herrn allein und folgte ihm nur von ferne. Wir wissen, wie es ihm auf diesem eigenmächtigen Weg erging. Unversehens wurde aus dem Nachfolger ein Zuschauer. Er saß bei den Dienern des Hohenpriesters, er wärmte sich am fremden Feuer. Petrus wagte es nicht mehr, sich zu Jesus zu bekennen, vor einer Magd verleugnete er ihn: "Ich weiß nicht, was du sagst... Er leugnete abermals... Er fing an, sich zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht, von dem ihr redet." "Es gibt viele Christen, Männer und Frauen, die für die Sache Jesu nicht zu gebrauchen sind. Sie gehören zu Jesus Christus, aber sie versuchen ihr eigenes Leben zu retten. Sie sind ständig dabei, sich selbst zu schützen. Sie ziehen sich zurück, versuchen sich zu rechtfertigen und zu erklären, warum sie dieses und jenes nicht tun können. Wir müssen bereit sein, unser Leben herzugeben für das Leben, das Jesus in und durch uns führen will. Wir müssen unseren eigenen Willen ihm zuliebe aufgeben. Das heißt Jesus zu lieben, ihm wirklich nachzufolgen" (L.Palau). (Lies Apg.20,24; 21,12.13.) - Nachfolge in der Distanz ist keine Nachfolge, sie endet im Kompromiss, in der Unverbindlichkeit, in der äußeren Form. Ein solches Leben ist gefährdet; es hat keine Kraft zum Zeugnis und erfährt auch nichts von der Freude und dem Reichtum, der uns in Jesus verheißen ist. (Lies Joh.1,16; 7,37.38; 10,10; Eph.3,17-21.)

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Samstag,12.August 4.Mose 13,25-33; 14,5-10.24; Jeremia 17,7.8.

Es gibt auch die völlige Nachfolge. Die lernen wir bei Kaleb kennen. Gott selbst beurteilte sein Verhalten mit den Worten: "Meinen Knecht Kaleb, weil ein anderer Geist in ihm ist und er mir völlig nachgefolgt ist, will ich in das Land bringen." Auf dieses Wort stützte sich Kaleb, als Josua das Land verteilte. "Vierzig Jahre war ich alt, als Mose, der Knecht des Herrn, mich von Kades-Barnea aussandte, um das Land auszukundschaften; und ich brachte ihm Antwort, wie es mir ums Herz war. Aber meine Brüder, die mit mir hinaufgezogen waren, machten das Herz des Volkes verzagt, ich aber bin dem Herrn, meinem Gott, völlig nachgefolgt." (Lies Jos.14,6-11; Ps.84,6-8; 86,11.) Eine völlige und treue Nachfolge ist Gott kostbar. Worin besteht sie? Kaleb ging im Gehorsam, er sah das verheißene Land im Vertrauen auf Gottes Zusage. Auch er sah die Riesen, aber für ihn war Gott größer als alle Riesen. "Ein Größerer ist mit uns!" Kaleb ließ sich nicht von den zehn anderen Kundschaftern beeinflussen und zwingen, in ihr negatives Urteil einzustimmen. Mit Josua zusammen hatte er den Mut, einem verzagten und verdrossenen Volk entgegenzutreten, um sie zu der von Gott gewollten Aufgabe mitzureißen. "Wenn der Herr uns gnädig ist, so wird er uns in dies Land bringen und es uns geben, ein Land, darin Milch und Honig fließt. Fallt nur nicht ab vom Herrn und fürchtet euch vor dem Volk dieses Landes nicht. Es ist ihr Schutz von ihnen gewichen, der Herr aber ist mit uns. Fürchtet euch nicht vor ihnen!" Ihr Glaube und ihr Mut, ihr Gehorsam und ihre Treue ließen sie so sprechen, obwohl sie das ganze Volk gegen sich hatten. Und ihr Vertrauen wurde nicht enttäuscht, dennder Herr stellt sich zu denen, die ihm völlig nachfolgen! "Da erschien die Herrlichkeit des Herrn über der Stiftshütte allen Israeliten." (Lies Hebr.3,14; Ps.27,1-3.13.14; 46,2-12.)

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Sonntag,13.August Lukas 9,57-62; Psalm 45,11.12.

Zur Jesus-Nachfolge passt das "Ja - aber" nicht. "Als sie auf dem Wege waren, sprach einer zu Jesus: Herr, erlaube mir, dass ich zuvor hingehe und meinen Vater begrabe... Und ein anderer sprach: Herr, ich will dir nachfolgen; aber erlaube mir zuvor, dass ich Abschied nehme von denen, die in meinem Hause sind." Die Haltung mancher Christen ist diesen Aussagen ähnlich: Herr, ich will dir nachfolgen, ich will deinen Willen tun, aber zuvor... - oder: aber nur wenn... Dann folgt je nach Veranlagung, Situation und Vorstellung eine Bedingung nach der andern. Aber Nachfolge duldet keinen Aufschub und keine Halbheit. "Ja - aber"-Christen sind gespaltene Persönlichkeiten. Sie wollen und wollen auch wieder nicht. Sie sind unglücklich und friedelos. Sie geben Jesus Recht und nehmen sein Wort trotzdem nicht ernst. Der Kirchenvater Augustin schrieb in seinen Lebensbekenntnissen in großer Aufrichtigkeit: "Flehentlich bat ich: Erlöse mich doch! Aber leise fügte mein Herz hinzu: Aber nicht gleich! Lieber erst morgen oder in den nächsten Tagen." So sind wir. Das "Ja - aber..." liegt uns näher als ein bedingungsloses Ja. Jesu Antwort war eindeutig: "Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt zum Reich Gottes." Geschickt zur Jesus-Nachfolge und zur Mitarbeit in der Gemeinde Jesu sind wir, wenn unsere Aufmerksamkeit und Liebe, unser Vertrauen und unsere Dankbarkeit ganz auf Jesus gerichtet sind. "Ich eile und säume nicht, deine Gebote zu halten" - sie auszuführen. Wie reich macht es unser Leben, wenn wir ihm ohne "Ja - aber" zur Verfügung stehen! (Lies Mark.5,18-20; Phil.3,13b.14; 1.Kor.9,24-27.)

Herr, habe acht auf mich und reiß mich kräftiglich von allen Dingen,

denn ein gefesselt Herz kann sich ja himmelwärts durchaus nicht schwingen.

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Montag,14.August Matthäus 9,36-38; 10,1; 28,19.20.

Jesus will seinen Nachfolgern seine Schau von der verlorenen und rettungsbedürftigen Welt vermitteln. "Als er die Volksmengen sah, wurde er innerlich bewegt über sie, weil sie erschöpft und verschmachtet waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Dann spricht er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist zwar groß, aber der Arbeiter sind wenige; darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in die Ernte sende." Seine Jünger verstanden Jesu Auftrag und ließen sich in die Arbeit rufen. Ohne ihre Bereitschaft, ihr Leben dranzugeben, wäre das Evangelium nicht bis zu uns gekommen. (Lies Apg.4,12.20; 8,26-35; Kol.4,5.6.) Verstehen wir Jesu Auftrag, das Evangelium unserer Generation zu bringen? Es genügt nicht, dass wir selbst gerettet sind. Die Botschaft muss weitergetragen werden. Als Jesus-Nachfolger sind wir gerufen, "Botschafter an Christi Statt" zu sein. Wir sind es, die mit unseren Nächsten über Jesus sprechen sollen, die unseren Freunden und Kollegen gegenüber nicht schweigen sollen. (Lies 2.Kor.5,18-21.) Paulus schreibt den Menschen in Rom: "Ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben." Es ist das einzige Mal, dass Paulus überhaupt die Möglichkeit in Betracht zieht, sich des Evangeliums zu schämen. Musste auch er eine Hemmschwelle überwinden, wenn er zu den Menschen, die in der damaligen Welt stolz auf ihre Bildung waren, von der Liebe Jesu sprach? Die Welt demonstriert ihre Macht und Überlegenheit und sucht die Nachfolger Jesu dahin zu bringen, sich des Evangeliums zu schämen. Paulus lässt sich jedoch nicht beeindrucken oder irritieren. Sein Angebot übertrifft alle weltlichen Angebote. Freimütig spricht er mit den Menschen von der rettenden, freimachenden Kraft Jesu. Der Triumph des Siegers liegt im Ton seiner Worte: "Ich schäme mich nicht!" Jesus-Nachfolger haben die beste Botschaft. Tragen wir sie mutig hinein in die verlorene Welt! (Lies 1.Petr.3,15; 2.Tim.1,7.8a; Röm.1,16.)

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WAS JESUS SEINEN GEMEINDEN ZU SAGEN HAT

Dienstag,15August Offenbarung 3,14-22; Hebräer 12,28.

Der Brief an die Gemeinde in Laodizea

Das letzte Sendschreiben geht an die Gemeinde in Laodizea, die Hauptstadt Phrygiens. Im ersten Jahrhundert wurde diese Stadt durch ein Erdbeben zerstört. Sie erlebte jedoch einen schnellen Aufbau und einen damit verbundenen wirtschaftlichen Aufschwung. Dort gab es Banken, eine medizinische Akademie, in der auch Salben hergestellt wurden, und vor allem eine große Woll- und Textilindustrie. In seinem Brief nimmt Jesus Bezug auf das Wirtschaftsleben der reichen Stadt. Dabei spricht er seine Gemeinde auf den richtigen Gebrauch von Geld, Medizin und Kleidung an. Vermutlich wurde die Gemeinde durch Epaphras gegründet. Paulus selbst hat die Stadt wohl nie besucht. Aber aus dem Kolosserbrief erfahren wir, dass er nicht ohne Sorgen an Laodizea denken konnte. Die Gemeinde war für ihn so etwas wie eine Problemgemeinde. (Lies Kol.2,1-3; 4,12-15a.) - Auffallend ist: In dieser Stadt werden keine Falschlehrer erwähnt, kein Wort von Verführung und auch nichts von Verfolgung. Den Christen in Laodizea, so könnte man denken, ging es gut. Aber - in dieser Stadt, in der man alles hatte, hatten sich die Christen dem Stil des Stadtlebens angepasst. Was Paulus im Römerbrief schreibt: "Stellt euch nicht der Welt gleich... ", hatte für die Christen in Laodizea wohl wenig Bedeutung. Eine dem Trend der Zeit angepasste Gemeinde trägt folgendes Merkmal: "Die Liebe wird in vielen erkalten" (Matth.24,12; lies Joh.17,14-17; 1.Joh.2,15-17). Der Herr muss die Gemeinde ermahnen und warnen. Das Sendschreiben gleicht einem Ultimatum, einer letzten Möglichkeit zur Umkehr. "Ich rate dir... So sei nun eifrig und tue Buße! Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an." Jesus zeigt den Weg zur Umkehr und zum Neuanfang, aber er drängt sich nicht auf. (Lies Spr.28,13.14; vgl.Jer.3,12-15; Joel 2,12.13.)

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Mittwoch,16.August Offfenbarung 3,14; 2.Korinther 1,20.

Die Gemeinde und ihr Herr

Wie stellt sich der Herr Jesus der Gemeinde in Laodizea vor? "Das sagt, der Amen heißt, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes." In Jesus sagte Gott "Amen", denn in ihm hat er alles eingelöst, was er versprochen hatte. Zu Josef sagte der Engel, als er ihm die Geburt Jesu ankündigte: "Das ist aber alles geschehen, damit erfüllt würde, was Gott durch den Propheten gesagt hat..." (Matth.1,22.23; 4,13-16; 12,17-21 u.v.a). Der Herrr stellt sich der Gemeinde auch vor als "der treue und wahrhaftige Zeuge". "Jesus ist der absolut Zuverlässige, auf den man sich in jeder Lage, in jedem Fall verlassen kann. Was er sagt, ist durch und durch wahr, daran gibt es nichts zu rütteln. Bei ihm gilt das Ja wirklich als Ja und das Nein als Nein" (Th.Sorg). (Lies Ps.33,1-4; Hebr.6,18.) Diesem treuen und wahrhaftigen Herrn können wir trauen. In seiner Treue hält er daran fest, uns gnädig zu sein - auch wenn er uns zeigen muss, was ihm nicht gefällt. Er verändert sich nicht. "Wer kann der Treu vergessen, die du an uns getan, der Gaben unermessen, die wir von dir empfahn? Ging keins auf keinem Pfade der kurzen Erdenfahrt, dem du nicht deine Gnade tagtäglich offenbart" (R.A.Schröder). (Lies Klagel.3,21-23; 2.Tim.2,13.) Im Gegensatz zu Jesus, dem Treuen und Wahrhaftigen, bestand das Problem der Christen in Laodizea darin, dass alles nur Schein, das heißt unecht, war. Deshalb konnte das ernste Wort von dem, der von Anfang an war und der auch der Letzte sein wird, nicht ausbleiben. Jesus ist nicht irgendjemand, den wir auf die Seite schieben können, wie wir jemand auf die Seite schieben, nur weil er uns unangenehm ist. Gott selbst hat ihn legitimiert: "Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Den sollt ihr hören!" (Matth.17,5; lies Ps.81,9.10; Spr.8,4-7).

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Donnerstag,17.August Offenbarung 3,15-17; Jeremia 17,10.

Die Gefahr der falschen Selbsteinschätzung

"Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch warm bist." Jesus Christus ist der unbestechliche Richter aller, die zur Gemeinde gehören. Von seinem Urteil hängt auch bei uns alles ab. Er durchschaut, was wir tun und was in unserem Herzen vorgeht. "Du, Gott, prüfst die Herzen!" "Herr, du erforschest mich und kennest mich... Es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, Herr, nicht schon weißt" (Ps.7,10; 139,1ff). Die Gefahr der falschen Selbsteinschätzung war das Problem der Christen in Laodizea. Sie sagten: Wir sind reich - erfolgreich, wir haben es zu etwas gebracht. Sie fühlten sich auch reich im Blick auf ihren geistlichen Zustand. Was hatten sie nicht schon alles gehört, in Glaubenssachen waren sie bewandert. Wir haben alles, wir brauchen nichts, so dachten sie. Aber man kann sich gewaltig über seinen geistlichen Reichtum täuschen. Wieviel falsche Selbsteinschätzung gibt es in unserem persönlichen Leben. Wieviel falsche Selbsteinschätzung in der Gemeinde Jesu. Wir schauen uns selbst an und sind zufrieden. Wir haben doch alles - den rechten Glauben, die rechte Form des Gottesdienstes, die rechte christliche Moral, die rechte geistliche Erkenntnis. (Lies Röm.12,3; Gal.6,3; Ps.101,5b; Jes.5,21.) H.Frey sagt, dass "die Kern- und Urschuld vieler Christen heute ihre Selbstsicherheit ist". Man hat es nicht mehr nötig zu sagen: Herr, ich brauch dich allezeit, ich brauch dich zu jeder Stunde, ich brauch dich in jedem Augenblick. Ohne dich kann ich nichts tun. Die Christen in Laodizea waren sicher geworden. Jesu Urteil aber gründete sich nicht auf Berichte oder Vermutungen, sondern auf die klar vor ihm liegenden Tatsachen. "Ich kenne deine Werke." Aus ihrem Tun erwies sich ihr lauer und gleichgültiger Zustand. "Seid Täter des Wortes und nicht Hörer allein; sonst betrügt ihr euch selbst" (Jak.1,22; lies Tit.1,16a; Hes.33,31.32; Mark.7,6).

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Freitag,18.August Offenbarung 3,15.16; 2,4.5.

"Weil du aber lau bist..." Th.Sorg sagte bei einer Bibelarbeit zu diesem Text: "Lauwarme, abgestandene Frömmigkeit, das ist das Kennzeichen der Gemeinde in Laodizea. Und dabei zeigt doch das Neue Testament auf jeder Seite, dass Jesus nicht auf christliche Durchschnittsware aus ist, sondern entschlossene Jünger sucht. Das war die Gefahr der Christen in Laodizea, dass bei ihnen alles so wohltemperiert gewesen ist. Da gab es keine schroffen Verleugner. Da kamen wohl keine schweren sittlichen Ausschreitungen vor. Da gab es keine offenkundigen Irrlehrer (Offb.2,14.15.20; 3,1.2). Das alles war nicht da. Man hatte sich vielmehr angepasst an die Umgebung des Wohlstandes und hatte sich als Christengemeinde so eingerichtet, dass man sich nicht mehr abhob von der heidnischen Umgebung. Es gab dort in Laodizea dieses unentschiedene 'sowohl als auch' - Christentum. Man wollte die Frömmigkeit nicht übertreiben, man wollte nicht auffallen, es mit niemandem verderben. Wer es aber als Christ allen recht machen will, der wird es auf jeden Fall mit dem Herrn der Gemeinde verderben. (Lies Matth.4,8-10; Luk.16,13; Eph.6,7; vgl.1.Sam.7,3; 2.Chron.15,15.) - Wenn ich das so nachspreche: 'dass du weder kalt noch warm bist', dann frage ich mich, ob das, was Jesus hier als tödliche Gefahr für Laodizea sieht, nicht auch unsere besondere Gefahr ist. Bei uns scheint nach außen vieles noch in Ordnung zu sein. In unserer Christenheit wird noch getauft, konfirmiert, kirchliche Trauungen finden noch statt, auch kirchliche Beerdigungen. Menschen kommen noch zum Gottesdienst. Aber welche Einflüsse gehen von uns als Christen aus in unsere Umgebung, in unser Volk, in diese Welt? Welche Einflüsse zum Halten der göttlichen Gebote? Setzen wir noch Maßstäbe? Können junge Menschen sich noch an uns im Blick auf verbindliche Nachfolge orientieren? Oder sehen sie bei uns auch nur den Trend zur Anpassung, das Streben nach Komfort, nach immer mehr Freizeit?" (Lies Eph.5,8-10; Matth.5,13-16; Joh.12,35.36.)

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Samstag,19.August Offenbarung 3,15-17; 2.Timotheus 3,1-5.

Der Herr Jesus täuscht sich nicht über unseren Herzenszustand. Er lässt sich nicht mit frommen Worten abspeisen noch mit einer äußeren Form der Frömmigkeit. Er will das ungeteilte Herz. "Des Herrn Augen durchlaufen die ganze Erde, um sich mächtig zu erweisen an denen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist." Ein geteiltes Herz bringt ein laues Christentum hervor, und das ist dem Herrn zuwider. - Woran kann es liegen, dass wir lau werden? Wenn Jesus nicht mehr der eine Brennpunkt in unserem Leben ist, um den es uns geht, dann drehen wir uns um unsere eigene Achse, und es wird eine laue Sache. Wenn wir den Gebetsumgang mit ihm vernachlässigen, wenn wir das Gespräch mit ihm nicht mehr pflegen, wenn wir aus seiner Nähe so ganz allmählich abdriften, dann werden wir lau. Vielleicht haben wir uns erst vor kurzem vorgenommen, ich will wieder treu sein in meiner Stillen Zeit, und nun stimmt es schon wieder nicht mehr. Wenn wir aber ein geteiltes Herz haben, das nicht nur Jesus will, sondern auch noch alles, was die Welt bietet, dann kühlen wir schnell ab. Oder wenn wir die Sünde nicht loslassen wollen, dann werden wir lau. Alle Lüge, aller Hochmut, alle Gleichgültigkeit, alles Geteiltsein nimmt uns die Freude an Jesus, unsere Liebe zu ihm wird abkühlen. Ein abgestumpftes Gewissen macht lau. "Stehe auf aus den Toten, dann wird Christus dir leuchten!" (Lies 5.Mose 1,6-8; Jes.52,1.2; 57,14.) Jeremia klagt einmal über das Elend des Volkes Gottes: "Wie ist das Gold so ganz dunkel und das feine Gold so hässlich geworden, und wie liegen die Edelsteine an allen Straßenecken zerstreut! Die edlen Kinder Zions, dem Golde gleichgeachtet, wie sind sie nun den irdenen Töpfen gleich, die ein Töpfer macht!" (Klagel.4,1.2; lies Jes.48,17.18; Spr.2,1-7).

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Sonntag,20.August Offenbarung 3,17; Galater 4,9.

"Du sprichst: Ich bin reich und habe genug und brauche nichts! und weißt nicht, dass du elend und jämmerlich bist, arm, blind und bloß." Noch einmal spricht der Herr von der Verblendung der Christengemeinde in Laodizea. Sie hielten sich für bedeutend und reich, und doch war das, was sie geistlich zu besitzen meinten, nur Form und Schein. Was den Herrn aber am tiefsten schmerzt: Laodizea weiß es nicht. Es war bei ihnen, wie wir in den Sprüchen lesen: "Einer gibt vor, reich zu sein - ist aber bettelarm." (Vgl.Hos.7,8-16.) Man verwechselt so leicht Wissen und Erkenntnis geistlicher Wahrheiten mit einem liebenden Herzen. Paulus schreibt den Korinthern: "Erkenntnis bläht auf; aber die Liebe erbaut" - man kann auch sagen: Erkenntnis allein führt zu Hochmut; unerlässlich aber ist die Liebe, sie erbaut die Gemeinde. Die Pharisäer meinten, alles zu wissen und alles zu haben, um Gott zu gefallen. Jesus aber sagte diesen "frommen" Leuten: "Wehe euch Gesetzesgelehrten!" "Sei nicht hochmütig, sondern fürchte dich!" (Lies Luk.18,9-14.) "Ihr seid elend, jämmerlich, arm, blind und bloß." Ihr mögt manches besitzen, aber ihr habt keine bleibenden Werte. Darum seid ihr bettelarm, wenn es um die wahren Güter des Lebens geht,ihr habt nichts, was in der Ewigkeit Bestand hat. (Lies 1.Kor.3,11-15.) Der Herr Jesus begann die Bergpredigt mit den Worten: "Glückselig die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Reich der Himmel." Wenn wir in der Gemeinschaft mit Jesus leben, auf seine Stimme hören und ihm gehorchen, wird er uns immer wieder daran erinnern, dass wir in uns nichts Gutes haben, dass er uns aber beständig beschenken will mit allem, "was wir zu einem Leben im Licht und zu wahrer Gottseligkeit nötig haben". Nur so können wir uns auf den Augenblick freuen, wenn wir bei Jesus ankommen werden. (Lies 2.Petr.1,3-11.)

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Montag,21.August Offenbarung 3,16.17; Jakobus 1,22.

"Weil du aber lau bist." Das Wort "lau" hat zwei Wurzeln. Die eine Wurzel heißt: prunken, schwelgen, weich, warm. Die zweite Wurzel heißt: glimmen, so wie ein glimmender Docht, der am Verlöschen ist, kaum noch zu sehen ist. Nach außen läuft noch etwas, aber innen glimmt es nur noch. Ein christlicher Schein ist noch vorhanden, aber innen ist alles fast tot. In den Zustand der Lauheit geraten wir, wenn wir zwar sagen: Ich will mich ändern, aber der Vorsatz hält dann gerade die Zeit während des Gottesdienstes. Wenn aber das Verlangen nach Umkehr nur eine Augenblickssache ist, wenn es nicht in die Tiefe geht und zur Tat wird, dann ist das gefährlich. Fehlt der Impuls der wahren Liebe zu Jesus, wird das Feuer trotz guter Vorsätze schnell verlöschen. H.Bezzel sagte: "O dies laue unverbindliche Christentum, dieser Glaube mit Vorbehalten, steht der Erweckung mehr im Weg als die Gegnerschaft der atheistischen Welt! ... Die saft- und kraftlose Mittelmäßigkeit, die Unverbindlichkeit, die alles und nichts besagt, wie sie sich immer mehr einbürgert, gleicht den Jungfrauen mit den erloschenen Lampen." (Lies Matth.25,1-13; Micha 6,8.) Was macht nun der Herr Jesus mit einer solchen Gemeinde? Die Gemeinde in Laodizea ist in größter Gefahr, aber sie steht zugleich unter dem Angebot einer großen Hoffnung. "Ich rate dir", sagt der erhöhte Herr. Er hat seine Diagnose gestellt, nun zeigt er den Weg zur Hilfe. Er hat aufgedeckt, nicht weil er bloßstellen will, sondern weil er heilen will. "Ihre Wege habe ich gesehen, aber ich will sie heilen." Was Jesus in der Synagoge in Nazareth sagte, gilt heute noch. Er ist gekommen, "Armen die frohe Botschaft zu bringen, den Gefangenen die Freiheit zu verkündigen, den Blinden zu sagen, dass sie sehen werden, und den Zerschlagenen, dass sie frei sein sollen" (Ps.12,6b; Luk.4,18; Jes.57,14.15.19).

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Dienstag,22.August Offenbarung 3,18-22; Sprüche 1,5; 19,20.

Die göttliche Pädagogik

Nachdem Jesus der Gemeinde in Laodizea ihre Fehler aufgedeckt hatte, sehen wir nun Schritte der göttlichen Pädagogik. "Ich rate dir!" Jesus gibt einen Rat, er bemüht sich seelsorgerlich liebevoll um seine Gemeinde. Sein Rat ist situationsbezogen. Vom Kaufen und Verkaufen verstand man etwas in der reichen Handelsstadt Laodizea. Der erste Rat: "Kaufe Gold bei mir." Ihr Christen, ihr gebt euer Geld an der falschen Stelle aus, ihr investiert eure Zeit und eure Kraft da, wo es nichts für die Ewigkeit bringt. Kaufe bei mir - kaufe umsonst! lesen wir bei dem Propheten Jesaja. (Lies Jes.55,1-3.6.7; Spr.8,32.33.) Wer seine Armut erkennt und zugibt, den stößt Jesus nicht von sich, der wird beschenkt mit dem, was über das irdische Dasein hinausgeht. "Gold, das im Feuer geläutert ist, damit du reich werdest." Was Laodizea im Augenblick besaß, war nichts Echtes; es hätte die Feuerprobe niemals bestanden. Echtes Gold, durch den Geist Gottes gewirktes Leben, Leben "in Christus" brauchten sie. Nur durch den Glauben und das Bleiben "in ihm" wird dieses Gold in unserem Leben sichtbar werden. "Lebendiger Glaube, bewährt auch im Feuer der Anfechtung, ist das wahre Gold. Darauf zielt der Herr mit allen Anfechtungen ab. 'Dass euer Glaube rechtschaffen und viel köstlicher erfunden werde als das vergängliche Gold, das durchs Feuer bewährt wird.' Das ergibt den echten inneren Reichtum" (Fr.Grünzweig). (Lies 1.Petr.1,6.7; Jak.1,2-4; Hebr.10,35.36; Mal.3,3.) Petrus schreibt dazu: "Und ob ihr auch leidet..., so seid ihr doch selig." Es ist so, dass oft im Leiden Verwandlungen in uns geschehen, die auf keine andere Weise erreicht würden, und dass wir dadurch in eine viel tiefere Verbundenheit mit unserem Herrn und Heiland kommen. Verkehrte Selbsteinschätzung, Halbheit und Hochmut werden weggeschmolzen, echtes Leben mit Jesus und für ihn leuchtet hervor.

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Mittwoch,23.August Offenbarung 3,18; Jesaja 1,18.

Der zweite Rat: "Kaufe bei mir weiße Kleider, damit du sie anziehst und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde." In Laodizea waren zu der Zeit, als Johannes die Botschaft Jesu aufschrieb, schwarze Kleider Mode. Weiße Kleider entsprachen nicht der Mode. Aber weiße Kleider bekamen Menschen, die von einer Gerichtsstrafe freigesprochen waren. Wenn Jesus uns weiße Kleider anbietet, dann sagt er: Ich will dich freisprechen, ich will dir deine Schuld vergeben, die du dir durch deine falsche Selbsteinschätzung aufgeladen hast. Ich will dich heil machen, so dass du dich in einem ganz neuen Leben bewegen kannst. (Lies Jes.61,10; Sach.3,3.4; Luk.15, 21-24.) Kaufe weiße Kleider - damit wird uns gesagt: Bekennt alle Halbherzigkeit, bekennt eure Sünde und lasst euch vergeben! "Wasche mich rein von meiner Sünde, und reinige mich von meiner Missetat... wasche mich, dass ich schneeweiß werde" (Ps.51,4.9). Weiße Kleider sind die Kleider des Siegers: "Wer überwindet, der soll mit weißen Kleidern angetan werden" (Offb.3,5; 19,8). Der dritte Rat: "Kaufe dir Augensalbe, deine Augen zu salben, dass du sehen mögest." In Jesu Gemeinschaft, unter dem Einfluss seines Wortes und seines Geistes bekommen wir "erleuchtete Augen des Herzens", damit wir erkennen: So bin ich, aber so groß ist die Erlösung! "Gott ist wunderbar reich an Barmherzigkeit. In seiner großen Liebe hat er uns, die wir tot waren in Sünden, mit Christus lebendig gemacht!" (Lies Eph.2,1-10.) "Er gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid, wie reich die Herrlichkeit seines Erbes für die Heiligen ist" (Eph.1,18). Augen, die mit der göttlichen Augensalbe behandelt sind, "sehen nicht - zuerst - auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich, das vergeht; was aber unsichtbar ist, das ist ewig!" (2.Kor.4,18).

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Donnerstag,24.August Offenbarung 3,19; Hebräer 12,5-11.

"Kaufe Gold, weiße Kleider, Augensalbe" - das ist der Rat, den Jesus den lauen Christen in Laodizea gibt. Nun zeigt er eine andere Weise seiner göttlichen Pädagogik. Jesus zeigt, was er mit denen tut, die er "lieb hat", und die er aus ihrer Selbstgerechtigkeit, Lauheit, Blindheit und Jämmerlichkeit herausbringen möchte. "Welche ich lieb habe" - welche ich wie einen Freund lieb habe, "die weise ich zurecht und züchtige ich". Unter guten Freunden ist es ja so, dass sie einander sagen: Du, das war falsch, das kannst du nicht so machen, so geht das nicht. Jesus tut uns einen Freundesdienst, wenn er uns in seine Erziehung nimmt. Das geht uns nicht so leicht ein. Aber er tut es, nicht um uns zu zerschlagen, sondern um uns aufzuwecken, um uns ganz neu zu sich zu ziehen. Der Hintergrund seiner Erziehungsmaßnahmen ist Liebe. (Lies Ps.94,12-14; Spr.3,11.12; Jer.31,3.18-20.) Wenn wir das doch immer verstehen wollten! Es ist Jesu Liebe, wenn mir Sünde aufgedeckt wird - vielleicht sogar durch einen Menschen. Seine Liebe ist nicht diese Art von Gutmütigkeit und Nachsicht, die sagt: Lassen wir ihn machen, lassen wir ihn laufen. Nein, Jesu Liebe hat ein Ziel, sie ist heimsuchende Liebe. "So verwirf denn nicht die Züchtigung des Allmächtigen." Wir wollen uns nicht bemitleiden, wollen nicht klagen und murren, wenn er uns in seine Zucht nimmt. Seine Züchtigung, seine Erziehung schließt ja nicht aus seiner Gemeinschaft aus, bedeutet nicht Verstoßung. Im Gegenteil, es ist immer Zuwendung von Gnade und Liebe. (Lies Hiob 5,17.18; Ps.103,8-13; 119,67.75.) Manchmal muss Jesus uns schwere Wege führen, damit wir erkennen: Ich bin unecht, ich bin lau geworden, bei mir brennt nichts mehr. Aber selbst Laodizea-Christen sollen wissen: Der Herr liebt mich, er will mich zurückhalten von einem schmerzlichen Ausgang meines Lebens.

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Freitag,25.August Offenbarung 3,19; 2.Chronik 7,14.

Jesus gibt der Gemeinde in Laodizea den entscheidenden Hinweis, er ruft sie zur Buße. "Sie sollten die Distanz, auf die sie ihrem Herrn gegenüber gegangen sind, überwinden und sich zu ihm auf den Weg machen, um ihm neu nah zu sein" (Fr.Grünzweig). "So sei nun eifrig und tue Buße." Wofür eifern wir nicht alles! Wir eifern um Anerkennung, eifern um Macht, eifern um die Liebe eines Menschen. Hier wird uns gezeigt, wo Eifer angebracht ist. Wenn wir erkannt haben, dass unser Leben mit Jesus lau geworden ist, dass durch unser Verhalten eine trennende Wand aufgerichtet wurde, dann ist das die Rettung: Tue Buße, kehre um! Bekenne Jesus Christus, was in deinem Glaubensleben nicht in Ordnung ist. Tue alle "Christlichkeit" ohne Jesus weg, tue alle Frömmigkeit, die nicht ihn zum Zentrum hat, hinaus aus deinem Leben. Trenne dich von der Selbstsicherheit und bleibe nicht in einem halbherzigen, angepassten Christentum hängen. "Kehre um!" (Lies Hiob 22,22-27; Hos.10,12.) Es ist nie zu spät , dass wir ihm sagen: Ja, Herr, ich bin lau geworden, dein Urteil über mich stimmt; ich bin arm, ich bin blind, ich befinde mich in einem jämmerlichen Zustand. Nun komme ich zu dir und bitte dich um Vergebung und um ein neues Wirken deines Heiligen Geistes in meinem Herzen und Leben. Mach du mein Leben brennend für dich! (Lies Spr.13,9.) Jesu Ruf zur Buße ist nie in erster Linie eine Drohung vor dem Gericht. Wenn Jesus zur Buße ruft, bedeutet das Einsicht und Abkehr von Verkehrtem, zugleich aber auch neue Hinwendung zu ihm. Buße tun schließt Vergebung in sich, Reinigung, Raum für Neues. Er wird uns neu füllen mit seiner Liebe, seinem Frieden, seiner Freude. Er will uns bewahren vor der Welt um uns her, sodass wir mit ganzem Herzen ihm nachfolgen. (Lies Klagel.3,31-33; 5,21; Micha 7,7.9.18.19.)

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Samstag,26.August Offenbarung 3,20; Psalm 145,1-3.6-8.

"Siehe!" Dieser Anruf Gottes ist ein biblisches Achtungszeichen. Was jetzt kommt, ist noch einmal von höchster Bedeutung. "Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an." Die Gemeinde in Laodizea war vermutlich durch eine Missionspredigt des Epaphras gesammelt worden. Damals hatten sie die Botschaft gehört: "Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben" (Joh.1,12). Sie hatten Jesus aufgenommen, aber sie setzten ihn auch wieder auf die Seite, sodass er seinen Platz nicht mehr in der Gemeinde hatte, sondern vor der Tür stand. Jesus sagt aber nicht, wie wir es leicht tun: Mit denen bin ich fertig, ich will nichts mehr mit ihnen zu tun haben. Jesus zieht sich nicht beleidigt zurück. Er, der allerhöchste Herr, steht noch vor der Tür und zeigt damit: Wen ich lieb habe, bei dem will ich sein, dem will ich helfen. (Lies Jes.54,7.8; 63,7-9.) Jesus hat den Schlüssel zu jedem Menschenherzen, trotzdem bricht er nicht gewaltsam in unser Leben ein, er überlässt es uns, ihm zu öffnen. "Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen." Es geht um das Hören seiner Stimme. Wie schwer fällt uns das wirkliche Hören, wenn wir allein in der Bibel lesen oder wenn wir gemeinsam auf sein Wort hören. Vieles geht uns durch unseren Kopf - Dinge, die hinter uns liegen, oder Ereignisse, die auf uns zukommen könnten. Wer aber Jesu Stimme hört und ihn in seine Gedanken und sein Leben einlässt, zu dem sagt er: "Ich werde zu ihm kommen." Jesus möchte Gemeinschaft mit uns haben, eine Gemeinschaft, die über den Tod hinausreicht und in seinem ewigen Reich fortgesetzt wird. Es bleibt uns nur der Dank, dass er uns mit solcher Treue nachgeht. (Lies Jes.12,1-6; Hebr.13,15.)

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Sonntag,27.August Offenbarung 3,21.22; Johannes 16,33.

Wir kommen an die letzte Verheißung, die für Überwinder gilt. "Wer überwindet" - wer kämpft, der siegt -, "dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, so wie ich überwunden habe und mich gesetzt mit meinem Vater auf seinen Thron." Sein eigenes Vorbild stellt Jesus uns vor Augen. Sein Weg auf Erden war ein Weg des Kampfes. Er hat seinem Vater wie kein anderer vertraut und gehorcht. Damit erwies er sich Schritt für Schritt als Überwinder: sein Kreuzesleiden und sein Kreuzessieg, seine Auferstehung und seine Himmelfahrt bilden die Krönung seines Überwinderlebens. "Siegreich zum Himmel aufgefahren, thront er nun zur rechten Hand Gottes, und Engel, Gewaltige und Mächtige sind ihm untertan." (Lies Hebr.2,7-10; 12,1-3; Phil.2,8-11.) "Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen." Das ist der große Plan Gottes für seine Kinder. Aber schon im Paradies begann der Kampf, als Satan, die alte Schlange, Misstrauen in die Herzen der ersten Menschen säte: Ihr seid von Gott abhängig. Wenn ihr euch von dem Gebot löst und von der Frucht nehmt, dann werdet ihr sein wie Gott und könnt euer Leben nach eurer Erkenntnis führen. Adam erlag der Versuchung und Gottes Plan schien durchkreuzt (1.Mose 3,1-13). Wie gut, dass Gott nicht besiegt werden kann! Mit Jesus, dem "zweiten Adam", wurde sein ursprünglicher Plan wieder hergestellt. Jesus überwand und besiegte den Satan. "Dazu ist der Sohn Gottes erschienen, dass er die Werke des Teufels zerstöre" (1.Joh.3,8). Jesus würde nie von uns verlangen zu überwinden, wie er überwunden hat, wenn das nicht auch dem schwächsten Glaubenden möglich wäre. Jesus würde auch nicht zum Sieg aufrufen, wenn nicht seine Gnade den Sieg ermöglichen würde. Das ist ein großer Trost, dass der auferstandene Herr diese Botschaft der lauen Gemeinde in Laodizea sagt: Wenn wir umkehren, uns wieder neu mit ihm zusammenfinden, macht er uns sich gleich. (Lies Röm.5,6-10.17; 1.Joh.3,2.3.)

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Montag,28.August Offenbarung 3,21.22; Johannes 17,24.

In der letzten Überwinderverheißung ist uns nicht weniger gesagt, als dass Jesus uns bis in Ewigkeit in derselben Gemeinschaft haben möchte, wie er sie mit seinem Vater hat: "Dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, so wie ich mich gesetzt habe mit meinem Vater auf seinen Thron." Der Thron, das Reich der Herrlichkeit wartet auf die Überwinder. Wenn wir ihm hier auf Erden nahe bleiben und uns immer wieder neu zu ihm führen lassen durch seine Treue, seine Zucht, seine Liebe, dann bleiben wir auch am Ziel ihm nahe. "Ist es nicht eine herrliche Aussicht, in Ewigkeit Throngemeinschaft mit Jesus zu haben? Die Vollendung endet im Staunen ewiger Anbetung" (H.Kemner). "Danach sah ich, und siehe, eine große Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen; die standen vor dem Thron und vor dem Lamm, angetan mit weißen Kleidern und mit Palmzweigen in ihren Händen, und riefen mit großer Stimme: Das Heil ist bei dem, der auf dem Thron sitzt, unserm Gott, und dem Lamm." (Lies Offb.7,9.10; Joh.12,26; 14,3; Röm.8,17.18; 2.Kor.5,1-8.) Siebenmal enden die Sendschreiben mit den Worten: "Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt." Die einzelnen Briefe gingen an konkrete Gemeinden. Aber der geschriebene Inhalt gilt auch uns persönlich. Keines der Sendschreiben spricht wohl so direkt in unsere Situation hinein wie das letzte. Gottes Liebe sucht uns. Gerade in unserer Zeit, da sich vieles erfüllt, was in seinem Wort gesagt ist, wollen wir bitten, dass die Hoffnung auf die Vollendung uns immer mehr erfasst. Wir wollen danken für das Wort, das so deutlich, so lockend und mit einer so großen Verheißung jedem von uns zugesprochen wird. (Lies Röm.15,4; 2.Tim.3,16.17; 2.Petr.1,19; Ps.119,103-105.109.111.112.)

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DER PHILIPPPERBRIEF - Kapitel 1,1-11

Dienstag,29.August Philipper 1,1-11; Psalm 32,8.

Ehe wir den Philipperbrief betrachten, wollen wir kurz zurückblenden, wie es zur Gemeindegründung in Philippi kam. Gott selber führte Paulus mit seinem Missionsteam nach Europa. Dabei wurden ihre eigenen Pläne zur Verbreitung des Evangeliums immer wieder durchkreuzt. Hören und Warten auf Gottes Weisung, dann aber im Gehorsam handeln, das war die Lektion, die Gott ihnen zumutete. Erst der Ruf in jener Nacht in Troas: "Komm herüber nach Mazedonien und hilf uns!", machte sie ihres Weges gewiss. So schnell wie möglich suchten sie Philippi zu erreichen (Apg.16,1-12). Auch wir müssen manchmal auf Gottes Führung warten. Wie gern hätten wir eine schnelle Antwort, wenn wir fragend vor ihm stehen, welchen Weg wir gehen oder wie wir uns entscheiden sollen. In solch einer Situation betete David: "Weise mir, Herr, deinen Weg, dass ich wandle in deiner Wahrheit; erhalte mein Herz bei dem einen, dass ich deinen Namen fürchte" (Ps.86,11; lies Ps.25,4; Jes.30,21; 42,16). In Philippi angekommen, fand Paulus keine Synagoge, nur ein paar Frauen versammelten sich draußen am Fluss. Eine Frau namens Lydia war unter den Zuhörerinnen, "der tat der Herr das Herz auf". Sie blieb nicht die Einzige. Eine Wahrsagerin wurde frei von dämonischen Bindungen. Sieg und Freude auf der einen Seite und massiver Widerstand vonseiten ihrer Herren, deren Einnahmequelle plötzlich versiegt war. Deshalb wurden Paulus und Silas ins Gefängnis geworfen. Selbst mit dieser zunächst unverständlichen und schweren Führung hatte Gott eine Absicht: die Rettung des Kerkermeisters und aller, die zu ihm gehörten. Gerhard Tersteegen sagte einmal: "Gottes Wege sind überall anzubeten, aber nicht überall zu verstehen. Ich bin des Vaters Kind, nicht sein Geheimrat." (Lies Jes.55,8.9; Jer.29,11.) So entstand also die Gemeinde in Philippi, an die Paulus seinen Brief schrieb.

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Mittwoch,30.August Philipper 1,1.2; Johannes 15,16.

Paulus und Timotheus schrieben gemeinsam den Brief an die Christen in Philippi. Nicht Paulus steht im Mittelpunkt, auch nicht die hohe Offenbarung, die er erfuhr. Entsprechend seinem Namen wollte er der "Kleine" sein. So nennt er in einem Atemzug zusammen mit sich selbst seinen treuen Mitstreiter Timotheus und fügt gleichsam als Titel ihrer Dienstauffassung "Sklaven Christi Jesu" hinzu. Damit wird gleich am Anfang des Briefes deutlich, dass es nur um eines geht: Herr ist Jesus Christus, seine Sache allein ist wichtig! Durch das Lebenszeugnis dieser zwei Männer, die Gott gerufen und für seinen Dienst beschlagnahmt hatte, wurde das bekräftigt. (Lies Jesaja 6,8; Amos 7,15; Mark.1,16.17.) In Rom gab es in der Antike viele Sklaven, die sich nach Freiheit sehnten. Paulus und Timotheus nahmen dieses Joch freiwillig gern auf sich, weil ihr Glaube nicht in irgendeiner Weltanschauung bestand, sondern in ihrer persönlichen Beziehung zu Jesus Christus wurzelte, in der Lebensgemeinschaft mit ihm, der sein Leben am Kreuz von Golgatha für sie geopfert hatte und nach seiner Auferstehung als der große Hohepriester die Seinen vor Gott vertritt. (Lies Matth.11,29; Hebr.2,16-18; 7,25.) Sklaven Jesu Christi, Knechte des lebendigen Gottes? Ist solch ein an Gott gebundenes Leben in unseren Tagen überhaupt möglich, ist es nicht überholt? Verfügen wir nicht lieber selbst über unser Leben, unsere Zeit, unser Tun und Lassen? Wenn uns die wahre Dimension der Erlösung, die uns durch Jesus Christus geschenkt ist, aufgeht, dann wird es uns nicht schwer fallen, ein Leben zu führen, das sich ihm aus Dank und Liebe hingibt. "Christus ist deshalb für alle gestorben, damit alle, die durch seinen Tod das Leben geschenkt bekamen, nicht länger für sich selbst leben. Ihr Leben soll jetzt Christus gehören - ihm zur Verfügung stehen -, der für sie gestorben und auferstanden ist" (2.Kor.5,14.15; lies Röm.12,1.2).

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Donnerstag,31.August Philipper 1,1.2.21; Römer 14,8.9.

Paulus und Timotheus nannten sich "Knechte, Sklaven Jesu Christi". Sie wussten sich ganz in seinen Dienst genommen. Auch Frances Ridley Havergal (1836-1879) gehörte zu den Christen, über deren Leben man schreiben kann: Allezeit dem Herrn zur Verfügung! Im Februar 1874 besuchte sie eine bekannte Familie in London. Der Vater war der Kirche fern. Jahrelang betete Frances für ihn. Eines Tages saß er in der hintersten Ecke im Gottesdienst. Im Laufe der Zeit rückte er immer weiter nach vorn. Gott wirkte an seinem Herzen, und schließlich wurde er Christ und in die Gemeinde aufgenommen. Als Frances nun nach London kam, empfing er sie mit freundlichen Worten: "Willkommen! Ich hoffe, Sie werden uns allen in der Familie zum Segen werden!" Frances nahm das sehr ernst. Sie ging in ihr Zimmer und bat Gott, er möge seinen Segen auf ihren Besuch legen. Für jedes einzelne Familienglied betete sie inständig. Gott erhörte ihr Gebet. Alle Familienglieder, die noch nicht gläubig waren, fanden in wenigen Tagen zum lebendigen Glauben an Jesus Christus. (Lies Joh.14,13.14; 1.Joh.5,14.15.) Fr.R.Havergal war eine begabte Frau. Schon mit sieben Jahren begann sie zu dichten. Nach ihrer Bekehrung mit fünfzehn Jahren entschloss sie sich, nur noch für Jesus zu dichten. Sie schrieb einmal: "Ich bete darum, dass Gott mir bei jeder Zeile nicht nur die Gedanken und die Kraft des Ausdrucks, sondern auch jedes einzelne Wort schenken möge." So geschah es auch in der letzten Nacht ihres Besuches bei den Freunden. Sie verbrachte die schlaflosen Stunden mit Danken und Loben über dem, was der Herr getan hatte. In dieser Zeit gab Jesus ihr die Worte zu dem Lied: "Nimm mein Leben, Jesu, dir übergeb ich’s für und für..." Das Lied endet mit den Worten: "Nimm mich selbst und lass mich sein ewig, einzig, völlig dein!" (Lies 1.Kor.6,19.20; 2.Tim.2,20.21; 1.Petr.2,5.9-11.)

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