. . . DANN WIRD ALLES GANZ ANDERS

Donnerstag, 1. April

RÖMER 12, 2; LUKAS 22, 14-20

»Wenn ich erst einmal meinen Berufsabschluss habe, . . . wenn der neue Chef die Firmen-Leitung übernimmt, . . . wenn die schwierigen Nachbarn ausgezogen sind, . . . – dann wird alles ganz anders!« Hinter diesen Aussagen verbirgt sich die tiefe Sehnsucht des Menschen nach Veränderung, weil er mit den bestehenden Verhältnissen nicht zufrieden ist. Doch manche Hoffnung zerbricht ebenso schnell wie die an Silvester gefassten »guten« Vorsätze zum neuen Jahr angesichts der Erkenntnis: Nicht der äußere Umstand, sondern der Mensch in seinem Inneren muss verändert werden. Ist das Verlangen nach Veränderung nur Wunschtraum – oder kann es doch Wirklichkeit werden? Hat sich nicht schon mancher Christ entmutigt gefragt, wo in seinem Alltag das neue Leben aus Gott sichtbar wird? (Vgl. Röm. 7, 19; 6, 4; Eph. 4, 23ff.) Die Bibel sagt uns klar: Veränderung ist möglich. Sie ist an Jesus Christus gebunden: » . . . wie der, der euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel . . . Ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst seid von eurem nichtigen Wandel nach der Väter Weise, sondern mit dem teuren Blut des Herrn Jesus Christus als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes.« Lies 1. Petrus 1, 13-19! In den kommenden Tagen wollen wir uns mit drei Gedanken befassen: 1. Es kam alles ganz anders – die Ereignisse in Jerusalem 2. Warum alles ganz anders werden kann – Jesus ist auferstanden 3. Dann wird alles ganz anders – Beispiele aus dem Leben gegriffen Zum Ersten: Als die Jünger an diesem Abend, einen Tag früher als üblich, mit Jesus das jährliche Passamahl feierten, wurden sie mehrfach überrascht: Jesus übernahm die Arbeit des niedrigsten Dieners und wusch ihnen die Füße (Joh. 13, 1-15). Er veränderte die festgelegten Texte der Passahliturgie und fügte bei der Weitergabe von Brot und Wein die Worte ein: »Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; . . . mein Blut, für euch vergossen« (Kap. 22, 19. 20). Jesus dachte dabei an die Vergebung unserer Sünden (Matth. 26, 28). Johannes der Täufer hatte etwa zuvor in Bezug auf Jesus gesagt: »Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt!« (Joh. 1, 29). Es gilt bis heute: Niemand muss an der Sünde und ihrer Last zerbrechen.

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Freitag, 2. April, Karfreitag

LUKAS 22, 24 - 23, 4

An diesem Freitag kam alles ganz anders: • Für die Jünger. Nach der nächtlichen Verhaftung ihres Herrn durch die jüdische Tempelpolizei liefen sie alle weg (Kap. 22, 47-54; vgl. Matth. 26, 31. 56). Obwohl Jesus seinen Tod und seine Auferstehung mehrfach angekündigt hatte, waren sie auf dem Nullpunkt ihrer Hoffnungen angekommen (Kap. 9, 22. 44. 45; 18, 31-34; 24, 17-21). Wo hielten sich die Jünger – abgesehen von Johannes – an diesem Tag auf, als ihr Herr starb? (Vgl. Joh. 19, 26. 27.) • Für Simon Petrus. Er schätzte sich und seine Stärke falsch ein, wollte für Jesus ins Gefängnis gehen oder sogar sterben. Aber als er im Hof des Kaiphas als Jünger erkannt wurde, verleugnete er Jesus. Sein Herr, der sich im Verhör durch den Hohen Rat zur Gottessohnschaft bekannt hatte, sah ihn nur an. Dieser Blick erschütterte Petrus bis ins Innerste (Kap. 22, 33. 34. 54-62. 70). »Auch die beste Frömmigkeit, auch die begeistertste Liebe zu Jesus bewahrt uns nicht vor Sünde. Es gilt bis in den innersten, zuverlässigsten Jüngerkreis hinein: Da ist keiner, der Gutes tut« (G. Maier). • Für den Mörder Barabbas. Er hatte den sicheren Tod vor Augen und wurde überraschend freigelassen (Kap. 23, 13-25). Er gehörte wohl zu den politischen Aufrührern, die mit Gewalt gegen die Römer das Reich Gottes herbeiführen wollten. Alte Handschriften belegen, dass der Eigenname des Barabbas »Jesus« (Jeschua) lautete. Er, der »Sohn des Vaters« (= Bar Abba), durfte leben, weil an seiner Statt Jesus, der Sohn des himmlischen Vaters, am Kreuz starb, ohne ein politischer Freiheitskämpfer zu sein. (Vgl. Kap. 23, 1-5.) Es gilt: »Jesus Christus starb für mich. Jesus Christus starb für dich. Für die ganze Welt starb er am Kreuz. Er nahm unsre Schuld auf sich. Herr, ich danke dir, dass du mich liebst. Deine Gnade gilt auch mir. Danke, Herr, dass du die Schuld vergibst. Ich will leben, Herr, mit dir« (Peter Strauch).

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Samstag, 3. April

JESAJA 53, 4-7; 1. KORINTHER 11, 23-25

Das Sterben unseres Herrn Jesus Christus war aus Gottes Sicht keine Verkettung unglücklicher Umstände, sondern die gewollte Ausführung des göttlichen Plans. So musste das Volk Israel schon am Beginn seiner Geschichte lernen, dass Zorn und Gericht Gottes über allen sündigen Menschen nur durch das Blut eines unschuldigen Opfertieres abgewandt werden konnten (2. Mose 12, 3ff). Der alttestamentliche Hinweis auf das »unschuldige« Passalamm, das stellvertretend für Sünder starb und diese aus der Sklaverei des Feindes erlöste, und der Hinweis auf den Gottesknecht, der für uns litt, erfüllten sich in Jesus. (Lies Joh. 1, 29; 1. Petr. 1, 18. 19; Hebr. 9, 14; 1. Petr. 2, 21-25; Röm. 3, 23-26.) »Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld der Welt und ihrer Kinder; es geht und büßet in Geduld die Sünden aller Sünder; . . . Das Lämmlein ist der große Freund und Heiland meiner Seelen; den, den hat Gott zum Sündenfeind und Sühner wollen wählen: ›Geh hin, mein Kind, und nimm dich an der Kinder, die ich ausgetan zur Straf und Zornesruten; . . . ‹ ›Ja, Vater, ja von Herzensgrund, leg auf, ich will dir’s tragen; mein Wollen hängt an deinem Mund, mein Wirken ist dein Sagen.‹ . . . O Liebe, Liebe, du bist stark, . . . « (Paul Gerhardt, 1647). Deshalb bekam dieser besondere Freitag eine lebensverändernde Bedeutung: • Für Simon von Kyrene, den jüdischen Rückwanderer aus Nordafrika. Er wurde unfreiwillig zum Kreuzesträger für Jesus (Luk. 23, 26). Markus 15, 21 und Römer 16, 13 lassen vermuten, dass Simon und seine Familie zu »Christus- Trägern« wurden und Jesus nachfolgten. • Für einen der beiden Verbrecher am Kreuz. Im letzten Moment seines Lebens erkannte er Jesus als Herrn und Retter und bat um Vergebung seiner Schuld. Dieser Mann wurde der Erste, den Jesus mit ins Paradies brachte. (Lies Luk. 23, 32-43.) Der Beter des Psalms 95 ermahnt eindringlich: »Wenn ihr doch heute auf seine Stimme hören wolltet . . . « (V. 7b). Wer dieses »Für dich« persönlich annehmen möchte, kann es so sagen: »Herr Jesus Christus, ich brauche dich. Ich habe bisher mein Leben selbst bestimmt. Ich habe gegen dich gesündigt. Bitte vergib mir meine Schuld. Ich gebe dir jetzt mein Leben mit Leib, Seele und Geist, mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Übernimm die Herrschaft in meinem Leben und verändere mich so, wie du mich haben willst. – Ich danke dir, dass du mich angenommen hast. Amen!«

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Sonntag, 4. April, Ostern

LUKAS 24, 1-12

Es kam alles ganz anders: • Für die Frauen, die nach dem jüdischen Feiertag, dem Sabbat, am ersten Tag der Woche zum Grab ihres Herrn gingen (V. 1. 10): Aus ihrem Vorhaben, ihren toten Herrn der damaligen Sitte entsprechend einzubalsamieren, wurde nichts. Ihren letzten Dienst aus Liebe und Treue zu Jesus konnten sie nicht durchführen. Stattdessen erlebten sie mehrere Überraschungen: - Vor der Höhle des Felsengrabes war der schwere Stein weggerollt (V. 2). Solche Steine konnten bis zu 1, 5 t wiegen. - Im Grab suchten sie vergeblich nach dem toten Jesus (V. 3). An seiner Stelle begegneten ihnen am Ort des Todes zwei lebendige Boten Gottes aus dem Himmel – mit glänzenden Kleidern, die die Herrlichkeit und Reinheit Gottes widerspiegelten (V. 4). Damit begann eine ganz neue Perspektive des Sehens und Verstehens, die von Gott ausgeht. Zunächst aber reagierten die Frauen mit Erschrecken und Anbetung (V. 5a). (Vgl. Daniel 8, 17. 18; Lukas 2, 9.) - Die Botschaft der Engel wies die Frauen auf Gottes zukünftige Welt jenseits des Grabes hin: »Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden« (V. 5b. 6a). Diese Worte enthalten den Kern der ganzen Auferstehungsbotschaft: Jesus lebt, der Tod konnte ihn nicht halten. (Lies Offb. 1, 17. 18; 2. Tim. 1, 10.) »Diese Frage enthält: a. eine Anerkennung: Ihr sucht Jesus; wir helfen euch. Wenn sich ein Mensch aufmacht, seinen Erlöser zu suchen, ist sofort der ganze Himmel auf seiner Seite. b. einen Vorwurf: Ihr habt den Sohn Gottes und seine Auferstehungs- Weissagungen nicht ganz ernst genommen. c. eine Wegweisung: Der gekreuzigte Jesus ist auferstanden (V. 7). Die Geschichte mit Jesus ist nicht zu Ende. Sie fängt nun eigentlich erst an« (nach W. Busch / W. Bauder). Es lohnt sich, ein oder zwei Osterkapitel im Zusammenhang zu lesen (Matth. 28; Mark. 16; Luk. 24; Joh. 20 und 21; 1. Kor. 15).

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Montag, 5. April, Ostermontag

JOHANNES 11, 25. 26; 20, 1. 11-18

Nach dem ersten Hauptgedanken »Es kam alles ganz anders« sind wir bereits beim zweiten: »Warum alles ganz anders werden kann – Jesus ist auferstanden! « »Ich bin die Auferstehung und das Leben«, sagt Jesus von sich selber. »Die Auferstehung des Herrn Jesus Christus ist bahnbrechend als die erste, endgültige Auferstehung innerhalb der Menschheit (1. Kor. 15, 23). Aber weit mehr: Sie ist ein Weltereignis. Die Finsternismächte, die ihre äußerste Macht beim Tod von Jesus aufgeboten hatten, sind durch seine Auferstehung an der entscheidenden Stelle entmachtet. Eine völlige Umwälzung in den gesamten Weltzuständen ist damit angebahnt . . . Gott hat im Kreuz von Jesus die Vergebung der Sünden, die Erlösung, die Versöhnung und die Rechtfertigung der Menschheit vollbracht (Eph. 1, 7; Matth. 20, 28; 2. Kor. 5, 19; Röm. 5, 9. 18; 3, 24). Er hat der erlösten, versöhnten und gerecht gesprochenen Menschheit in der Auferweckung von Christus das ihr zukommende Leben verliehen . . . Die Auferweckung des Hauptes bringt auch dem Leibe und den Gliedern das Leben« (Ralf Luther). Weil Jesus lebt, ist die Veränderung des Menschen möglich. Das Leben der Maria aus Magdala belegt das. (Lies Luk. 8, 1. 2.) Welche Veränderungen, die Jesus in meinem Leben wirkte, kann ich bezeugen? Bei der Auferstehung geht es nicht um ein »Wiederaufleben der Seele« wie im spätgriechischen Denken, sondern die »Auferstehung ist erneute Schöpfung: Nicht das, was der Mensch auf Erden aus sich selbst gemacht hatte, nicht das, was in diesen Weltverhältnissen aus ihm geworden war, soll fortleben. Sondern so, wie Gott anfänglich ihn schuf, soll er wieder aufleben . . . Die Auferstehung bedeutet die völlige Verwandlung oder Neuschöpfung« (R. Luther). Paulus beschreibt das eindrücklich in 1. Korinther 15. Welch eine Hoffnung haben wir schon jetzt – nicht erst an den Gräbern unserer Lieben: Verse 54-58!

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Dienstag, 6. April

LUKAS 24, 11. 33-43

Für die Jünger war das, was die Frauen berichteten, zunächst nur Geschwätz (V. 11). Als Jesus am Abend in ihre Mitte kam und ihnen seinen Frieden zusprach, hielten sie ihn zuerst für einen Geist (V. 37). Den Jüngern fiel es schwer, sich überzeugen zu lassen: Lies die Verse 45ff! Der Verdacht, die Jünger hätten den Bericht der Auferstehung erfunden, lässt sich vom Neuen Testament her nicht belegen!* »Der Apostel Paulus setzte den Kritikern seiner Zeit keine ›innerkirchliche Diskussion‹ über die Möglichkeit oder Unmöglichkeit der Auferstehung entgegen, sondern stellt sie vor das, was im April des Jahres 30 n. Chr. geschehen ist . . . und für das er kurz vorher mehr als fünfhundert Augenzeugen aufgeboten hat, die man zu seiner Zeit noch befragen konnte« (nach W. Bauder). (Vgl. 1. Kor. 15, 3-6. 12ff. 20.) Schauen wir uns noch einmal die Begegnung zwischen Maria aus Magdala und Jesus an (siehe gestern, Joh. 20, 11-18). Maria war durch ihre Trauer um Jesus innerlich belegt, äußerlich verhinderten wohl die Tränen den Durchblick, sodass sie den auferstandenen Jesus für den Gärtner hielt (V. 15). War Maria vielleicht auch besorgt, dass die Mächte, aus denen Jesus sie befreit hatte, zurückkehren könnten? Ahnte sie: »Ohne Jesus kann ich mein Leben nicht bewältigen«? Jesus bleibt auch nach seiner Auferstehung der Heiland für traurige und verlorene Menschen. Er kümmert sich um die Nöte der Einzelnen: »Frau, warum weinst du?« Jesus weiß sehr wohl, warum sie weint. Doch seine Frage ist wie ein Klopfzeichen an eine verschlossene Tür. Und dann spricht er selbst das befreiende Wort: »Maria!« Ein einziges Wort genügte, um der trostbedürftigen Frau deutlich zu machen: Ich lebe – und du sollst auch leben. Bei Jesus geht es ganz persönlich zu: Er ruft Maria und uns bei unserem Namen: Lies Jesaja 43, 1. * Buchtipp: Josh McDowell, Die Tatsache der Auferstehung, Christliche Literatur- Verbreitung, Bielefeld.

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Mittwoch, 7. April

LUKAS 23, 50-56, JOHANNES 19, 38-42

Das Leiden und Sterben und die Auferweckung unseres Herrn Jesus Christus bilden die Kernbotschaft des christlichen Glaubens. Durch Jesus sind Rettung aus der zerstörerischen Macht der Sünde und tatsächliche Veränderung unseres Lebens kein Wunschtraum, sondern Wirklichkeit (Matth. 1, 21; 1. Joh. 1, 9). Damit sind wir bei unserem dritten Hauptgedanken »Dann wird alles ganz anders – Beispiele aus dem Leben gegriffen«. Der reiche, angesehene, fromme Ratsherr Josef von Arimathäa hatte zwei Seiten. (Vgl. Matth. 27, 57ff; Mark. 15, 42ff.) Einerseits war er ängstlich, vielleicht sogar schüchtern, ein stiller, schweigender Jesusjünger. Hatte er an der Sitzung des Hohen Rates über den Umgang mit Jesus überhaupt teilgenommen? (Vgl. Kap. 23, 50. 51 mit V. 1.) Andererseits zeigte seine Bitte an Pilatus, Jesus noch vor Sonnenuntergang und damit vor dem Passabeginn in seinem Felsengrab beerdigen zu können, seine Bereitschaft zum Wagnis. Warum ein Wagnis? Wegen der feindlichen Stimmung im Volk (Mark. 14, 1. 2); der unberechenbaren Einstellung des Pilatus und der jüdischen Führer; des Risikos, sein Leben aufs Spiel zu setzen; des toten Jesus selbst, der als Verfluchter und Verbrecher galt (5. Mose 21, 22. 23); der kultischen Verunreinigung und der dadurch unmöglichen Teilnahme am Passafest (4. Mose 19, 11; 9, 6). Gemeinsam mit Nikodemus kam Josef von der Menschenfurcht zur öffentlich bekennenden Treue zu Jesus. Im Konflikt zwischen Gefahr und Jesusliebe entschied sich Josef eindeutig und klar für Jesus. Wie konnte das geschehen? »Vielleicht war es die Macht des Kreuzes und des Gekreuzigten. Bis auf den heutigen Tag ist es so, dass das Kreuz des Christus die Menschen mutig macht und in Bewegung bringt« (W. Bauder).

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Donnerstag, 8. April

LUKAS 23, 44-47; MARKUS 15, 39. 40

Wie mag wohl der Bericht des römischen Hauptmanns nach dieser Arbeitswoche gelautet haben? Kreuzigungen durch die Römer waren »an der Tagesordnung «. Durch diese grausamste der Hinrichtungsarten wurden die Feinde, nicht die römischen Bürger selbst, bestraft. Der Hauptmann, verantwortlich für einhundert Soldaten, musste innerlich sehr stark sein. Persönliche Gefühle für die zum Tod Verurteilten waren wohl nicht angebracht. Wie ging er mit seinen Soldaten und ihrem seelischen Erleben um? Waren sie gefühlsmäßig abgestumpft (Kap. 23, 33-38)? – Jeweils vier Soldaten wurden für einen zu Bestrafenden eingesetzt. Der Hauptmann und seine zwölf Soldaten erwarteten an diesem Arbeitsalltag wohl »das Übliche«: sich wehrende Gefangene, Schreie während der Hinrichtung, Fluchen und Schimpfen der Sterbenden, das mehr als einen Tag dauern konnte. Stattdessen begann für den Hauptmann das große Staunen über einen der Gefangenen: die Fürsorge für die Frauen am Wegrand (V. 27ff), die Bitte des Herrn um Vergebung für seine Peiniger (V. 34), das Schweigen gegenüber allem Spott (V. 35ff), das Gespräch mit dem reuigen Verbrecher (V. 39ff), der Erwähnung eines Gottes und dessen Sohnes (V. 40; Mark. 15, 34; Matth. 27, 40. 43). Gott und sein Sohn? Die Römer verehrten »göttliche Kräfte«, denen sie entsprechende Namen wie Jupiter, Mars, Venus . . . gaben. Der Kaiser wurde als göttlicher Heilsbringer verehrt, der den Frieden mit den Göttern bringen sollte. Aus nächster Nähe beobachtete der Hauptmann Jesus und sein Sterben und erkannte, was die jüdischen, geistlichen Führer leugneten: »Wahrlich, dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen!« Das Hinrichtungsmittel »Kreuz« wird Wegweiser zum Glauben an den Gekreuzigten, den wahren Heilsbringer. Ob der Hauptmann wohl auch dem auferstandenen Jesus begegnet ist? (Lies Joh. 3, 16; 1. Joh. 4, 14. 15.) Unser Herr hat unzählige Mittel und Wege, Menschen zum lebendigen Glauben an ihn zu führen.

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Freitag, 9. April

MATTHÄUS 27, 55. 56. 61; 28, 1-10; MARKUS 16, 1-8

»Freuet euch, das Grab ist leer! Er ist auferstanden! Dem Tode ist die Macht genommen! Jesus ist der Herr (G. Schnitter)!« Diese Entdeckung machten auch die Frauen, die Jesus nachfolgten. Fünfmal werden sie besonders erwähnt: • Viele folgten Jesus bis zur Kreuzigung, stellten sich damit auf seine Seite und wurden Zeuginnen »von ferne« – aus dem Zwölferkreis der Jünger wird außer Johannes keiner genannt. • Einige von ihnen beobachteten sitzend die Grablegung. Eine Missionarin in Benin (Westafrika) berichtet von der Gewohnheit des »Trauersitzens« bei Todesfällen: Man sitzt ohne viele Worte bei der zu grüßenden Familie und zeigt so seine tröstende Anteilnahme. • Sie setzten nach dem Passa ihr Geld ein, um entsprechend der Sitte die Salbung vorzunehmen. – Wo war die für die Beerdigung eigentlich zuständige Familie (Mark. 3, 31. 32; 6, 3)? • Sie wurden durch die Engel (Luk. 24, 4) zu Zeugen und Botinnen der Auferstehung gemacht – vor Gericht aber besaßen sie kein Zeugenrecht. • Jesus begegnete ihnen als Auferstandener und bestätigte den Verkündigungsauftrag – die Jünger hielten ihn für Geschwätz (Luk. 24, 11). Weil Jesus lebt, wurde alles ganz anders. Dazu zwei Anmerkungen: a. Die Treue der Frauen berechtigt nicht zum geringschätzigen Denken über die treulosen Jünger. Jesus hat mit ihnen weitergemacht. (Lies Joh. 20, 19-23.) b. Der Herr macht deutlich, dass vor Gott, der die Person nicht ansieht, Mann und Frau gleichwertig sind (5. Mose 10, 17; Eph. 6, 9b). » . . . hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus« (Gal. 3, 28). Entscheidend ist, dass jeder von uns in der Gemeinschaft mit Jesus lebt, zu der er ihn berufen hat. (Lies 1. Kor. 1, 9.)

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Samstag, 10. April

JOHANNES 20, 19-29

»Der Tod war bisher für alle das Letzte, auch dann, wenn man noch die Gräber verziert. Doch unser Herr lebt, und man kann ihm begegnen, die ganze Welt wird von ihm regiert« (G. Schnitter). Dann wird alles ganz anders – wenn der Zweifler Thomas dem auferstandenen Christus begegnet: • Thomas, ein nüchterner Wirklichkeitsmensch, wollte richtig erkennen, um richtig handeln zu können: Johannes 11, 16. • Er grübelte und stellte Fragen: Johannes 14, 5. 6. Nach dem Tod seines Herrn auf Golgatha erwartete er auf seine Fragen keine Antwort mehr. • Er trennte sich von der Gemeinschaft der Jünger und war verzweifelt (Joh. 20, 24. 25). Die Botschaft und das Zeugnis der anderen Jünger brachten Thomas zu ihnen zurück. (Vgl. Hebr. 10, 23-25.) Er stellte klare Bedingungen, durch die er zur Gewissheit kommen wollte, dass Jesus tatsächlich lebte! • Durch die Begegnung mit seinem Herrn wurde aus dem ehrlichen Zweifler der gläubige Bekenner: Johannes 20, 27. 28. »Der Zweifler kann Gott keine Bedingungen stellen, sondern seine Zweifel dadurch überwinden, dass er gehorsam auf die Bedingungen Gottes eingeht« (nach F. Hauss). »Selig ist«, d. h. dessen Leben wird gelingen, der sich mit seinem Leben vertrauensvoll auf das einlässt, was Jesus sagt. Der Text lässt offen, ob Thomas Jesus berührte oder nicht. Durch die Worte seines Herrn begriff Thomas: Jesus ist »mein Herr und mein Gott!« (Lies 2. Sam. 7, 28; 1. Kön. 18, 39; Jer. 31, 18b.) Thomas’ Bekenntnis ist eine der wichtigsten Stellen des Neuen Testamentes, in der Jesus direkt, klar und eindeutig als Gott bezeichnet wird. Die Anrede »mein« zeigt: Die biblische Botschaft will uns zum persönlichen Bekenntnis zu Gott führen.

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Sonntag, 11. April

JOHANNES 21, 1-19

»Er wurde gesehn, man hat ihn gesprochen, er aß mit den Jüngern Fische und Brot. Er hat ihnen Auftrag und Vollmacht gegeben, dem Petrus half er aus seiner Not« (G. Schnitter). – Als Simon Petrus in der Nacht zum Freitag weinend den Innenhof des Hohenpriesters verlassen hatte (Luk. 22, 62), war er wegen seiner Schuld am Tiefpunkt des Lebens angekommen. Leider wissen wir nicht, was und wie der auferstandene Jesus in der ersten Begegnung mit Petrus gesprochen hat (1. Kor. 15, 3-5). Ein Hinweis auf die heilende Seelsorge des Herrn liegt darin, dass er dem Verzagten begegnete, bevor er mit den anderen Jüngern zusammenkam. »Wo Vergebung der Sünde ist, da ist Leben und Seligkeit« (Martin Luther). (Lies Ps. 32, 1-5.) – Nachdem Jesus durch den ungewöhnlichen Fischfang seine Macht offenbart hatte, fragte er Petrus dreimal: »Hast du mich lieb?« Mit Jesus zu leben, ihm nachzufolgen, ist zuerst eine Frage der Liebe, nicht der Arbeit. Der Herr möchte, dass die Liebe zu ihm alles Tun und Lassen bestimmt: »Weide meine Lämmer! « »Hüte meine Schafe!« Der heutige Sonntag heißt nach kirchlicher Tradition »Quasimodogeniti« – wie die neugeborenen Kindlein. Neugeborene werden in besonderer Weise gepflegt. Während eines Besuchs in Westafrika war eine unserer Schwestern vom Kontakt der Mütter zu ihren kleinen Kindern fasziniert: Nach der Geburt bleiben sie im bestmöglichen Kontakt zur Mutter – entweder auf dem Rücken mit aller Wärme und Geborgenheit oder an der Brust mit Nahrung und besonderer Nähe. »Beziehungs-Pflege« und innere Gesundheit hängen eng miteinander zusammen. Die Antwort des Petrus: »Herr, du weißt . . . « zeigt, dass er in der Beziehung zu seinem Herrn heil, gesund geworden war. Alles war anders geworden. Auf die Nähe zu Gott, auf die Zeit, die wir mit ihm verbringen, kommt es an.

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Montag, 12. April

APOSTELGESCHICHTE 2, 1-6. 14. 36-38; 3, 1-8. 26; 4, 1-4. 8. 12. 20

»Wir brauchen nicht leeren Worten zu glauben! So wie er gesagt hat, ist es geschehn. Nun ist er der Sieger, der Fürst allen Lebens! Wenn er ruft, werden wir auferstehn. – So wollen wir unser Leben ihm leben, ihm dienen und ihm gehorchen allein. Der Kommende wird auch das letzte Wort sagen. Er wird der Richter und Herrscher sein« (G. Schnitter). Dann wird alles ganz anders – Jesus hatte Petrus neu beauftragt: »Weide meine Lämmer, hüte meine Schafe« (Joh. 21, 15-17). Erfüllt vom Heiligen Geist, konnte Petrus kurze Zeit später zu Pfingsten der Menschenmenge gegenübertreten, ein klares Bekenntnis zu seinem Herrn ablegen und das Geschehen verständlich erklären. Er predigte von Jesus Christus und scheute sich nicht, Schuld beim Namen zu nennen und zum Sinneswandel, zur Umkehr zu Jesus, dem Auferstandenen, zu rufen. (Vgl. Apg. 3, 17-20.) Nach der Heilung des Lahmen an der Tempeltür und der sich anschließenden Verhaftung durch den Hohen Rat war Petrus mutig genug, mit den geistlichen Führern evangelistisch über Jesus zu reden: »In keinem andern ist das Heil, auch ist kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden!« Selbst in der Bedrohung (Apg. 4, 18-21) blieben Petrus und Johannes ihrem Herrn treu: »Wir können’s ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben!« – Petrus wurde zum Hirten, besonders für die zerstreuten Christen in den kleinasiatischen Provinzen, der heutigen Türkei. Darum konnte der Apostel vor allem die Verantwortungsträger der Gemeinden anleiten, selbstlose und demütige »Hirten« für andere zu sein. Hören wir in 1. Petrus 5, 1-5 bei aller Ermahnung den Ton der Liebe heraus? Es lohnt sich, beide Petrusbriefe im Zusammenhang zu lesen.

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Dienstag, 13. April

JOHANNES 3, 1-5; 1. PETRUS 1, 3

»Jesus verändert, macht mein Leben neu. Jesus verändert. Er ist gut und treu. Jesus gibt Kraft, die in der Schwachheit ruht. Jesus verändert, gibt mir neuen Mut« (L. Di Nunzio). Im November 1989 führte die sogenannte friedliche Revolution zum Zusammenbruch des Sozialismus in unserem Land. Die Folge war die von vielen Christen erbetene und von Gott geschenkte Wiedervereinigung unseres Landes. Durch eine »Revolution der Herzen« bricht die Macht der Sünde zusammen, der Mensch wird im Inneren erneuert. Die Bibel nennt das Wiedergeburt. »Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung des Herrn Jesus Christus von den Toten . . . « (1. Petr. 1, 3). Im nächtlichen Gespräch mit dem Gelehrten Nikodemus erklärte Jesus ihm, wie es zur »Wiedergeburt« kommt. Sie geschieht »von oben her«, »durch Wasser und Geist«. Gott ist dabei der Handelnde: »Und ich will ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben . . . und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun.« (Lies Hes. 36, 25-27; Gal. 5, 22-25.) Jeder darf zu Jesus kommen und ihn um ein neues Herz oder auch um Erneuerung bitten, wenn das alte Leben wieder die Oberhand gewann. Wir dürfen beten, wie es einst David nach seinem schrecklichen Versagen tat: »Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz, und erneuere in mir einen festen Geist! Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und den Geist deiner Heiligkeit nimm nicht von mir! Lass mir wiederkehren die Freude deines Heils, und stütze mich mit einem willigen Geist!« (Ps. 51, 12-14).

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Mittwoch, 14. April 2.

KORINTHER 5, 17

Dr. Dirks, ein Fachmann für Computertechnik, der im Herbst 1953 während eines Kuraufenthaltes in Bad Pyrmont Christ wurde, schreibt über seine Veränderung: »›Nachdem ich begonnen hatte, an Christus zu glauben, studierte ich vom ersten Tag an gründlich das Neue Testament. Immer plastischer und deutlicher trat mir die Person des Herrn Jesus Christus vor Augen. Welch ein Herr! So voller Entschlossenheit und opferbereiter Hingabe auf der einen und voll zarter, einfühlsamer Liebe auf der anderen Seite! Dies sind die Wesensmerkmale, die ein Leben lebenswert machen, nach denen es sich zu streben lohnt. Wenn das geschähe, würden unser Leben und unsere Welt anders aussehen. Viele unserer Probleme würden über Nacht verschwinden. Meine Einstellung gegenüber meinen Mitmenschen änderte sich total. Ich hatte es früher stets darauf angelegt, die Schwächen und Fehler anderer auszunutzen. Meisterhaft hatte ich es verstanden, meine Mitmenschen so zu beeinflussen, dass sie sich meinen Interessen fügten. Als Gott in mein Leben trat, änderte sich meine Haltung. Ich begann, meine Mitmenschen mit anderen Augen zu sehen. Ich entdeckte auf einmal die guten Seiten an ihnen und lernte, dass für das Zusammenleben untereinander nicht die Angst, sondern die Liebe die treibende Kraft sein muss. Vor meiner Bekehrung war ich ein unbeugsamer, hartherziger, gehetzter Mensch. Gott hat mich gründlich verwandelt.‹ Und wenn Gott diese Veränderung bei einem Gerhard Dirks gelungen ist, warum sollte er sie nicht bei jedem von uns bewirken können?« (B. Rimmer). In der Regel vollzieht sich Veränderung wachstümlich. Wir brauchen Geduld mit uns selbst. Auch wenn wir versagen: Jesus richtet uns wieder auf und schenkt uns die Kraft weiterzugehen. (Lies Phil. 2, 3-8; Kol. 3, 1-17.) Mit Chris tus le bendig gemac ht – Epheser 2, 1-22

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Donnerstag, 15. April

Epheser 2, 1-10; Kolosser 1, 21. 22

Im ersten Kapitel des Briefes an die Gemeinde in Ephesus haben wir vor allem die hohen geistlichen Ziele betrachtet, die Paulus für sie im Gebet vor Gott brachte. Jetzt geht es darum, darüber nachzudenken, was Gott bereits an den Seinen getan hat. Dabei berücksichtigt der Apostel die besondere Situation der Briefempfänger. Die Epheserchristen kamen nicht vom Judentum her, sondern aus den Nationen, gehörten also zu den »Heiden« (V. 11). Als solche spricht Paulus sie auch an. Wenn er nun zuerst sein Augenmerk auf das lenkt, was sie in der Vergangenheit waren, um dann hervorzuheben, was Christus bereits an ihnen gewirkt hat, können wir einen Blick in die umfassende Tiefe und Weite des göttlichen Erlösungswerkes tun. Der Apostel will damit den Jesusjüngern aller Zeiten sagen, dass nicht mehr die alten, sondern neue Tatbestände ihr Leben bestimmen. (Vgl. 2. Kor. 5, 17; Gal. 6, 15.) Wir finden im biblischen Text zunächst drei Tatbestände, die das vergangene Leben der Epheserchristen beschreiben. Ihr wart tot (V. 1). Ihr habt euer Leben nicht nach Gott ausgerichtet (V. 2). Ihr habt Gott Widerstand geleistet (V. 3). Was auf die Epheserchristen zutrifft, gilt grundsätzlich für alle Menschen, solange sie nicht durch Gottes große Gnade verändert werden. Dies drückt Paulus mit den Worten »auch ihr« und »auch wir« aus. Juden und Heiden sind von Geburt an gleichermaßen sündig. »Im Licht der Heiligkeit Gottes vergeht uns die moderne Illusion vom natürlichen, guten Menschen, der von Haus aus edel und rein sein soll« (F. Rienecker). Bei der ernüchternden Bestandsaufnahme dieser Verse geht es auch nicht um moralische Fragen, sondern um die Stellung zu Gott. Die Eingangsverse stellen klar, dass eigentlich kein Mensch von sich aus in Beziehung mit Gott leben kann. Erst wer Jesus Christus seinen Erlöser nennt, darf sich der Möglichkeit des Neuanfangs freuen. Dazu Titus 3, 3-5.

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Freitag, 16. April

Epheser 2, 1-3

Wir wollen noch einmal unser Augenmerk auf die drei Tatbestände richten, die den Menschen ohne Gott und ohne seine Gnade charakterisieren: • Ihr wart tot. (Vgl. Röm. 6, 23.) Damit ist nicht der leibliche Tod gemeint, der eintritt, wenn unser Herz zu schlagen aufhört, sondern der viel schlimmere, der geistliche Tod. Man ist tot, wenn man die rettende Liebe des Herrn Jesus Christus noch nicht für sich persönlich in Anspruch genommen hat. Paulus gibt diesem geistlichen Tod zwei Namen: Verfehlung und Sünde. Wer Gott verfehlt, lebt unter der Herrschaft der Sünde. »Wo keine Verbindung mit Gott besteht, kommt alles, was wir tun und denken, aus dem Hintergrund des Todes hervor und führt in den Tod« (P. Krusche). • Ihr habt euer Leben nicht nach Gott ausgerichtet. (Vgl. 1. Joh. 2, 15-17.) Der Mensch ist nicht so frei, wie er meint. Satan ist ein mächtiger Herrscher, »Fürst dieser Welt«, der die Menschen an die Macht des Bösen gebunden hält. »Der ›Lauf dieser Welt‹, das ist jene geisttötende Öde des Lebens ohne Gott. Da lebt man den ›Lüsten des Fleisches‹ und dem ›Willen des Fleisches‹. Und man erkennt gar nicht, dass man an der Kette dessen geschleppt wird, den Paulus den ›Mächtigen‹ nennt« (H. Brandenburg). (Vgl. Spr. 5, 22; Joh. 8, 34.) • Ihr habt Gott Widerstand geleistet. (Siehe Röm. 3, 12ff.) Wie kann man Gott überhaupt Widerstand leisten? Paulus gibt eine einfache Erklärung. Man tut es jedes Mal, wenn man Gott gegenüber ungehorsam ist, seine Gebote und Ordnungen übertritt oder verfehlt. Wir alle – Juden und Heiden – lebten nicht als Kinder Gottes, sondern als »Kinder des Ungehorsams«. Wir orientierten unser Leben nicht am Willen Gottes, sondern am »Willen des Fleisches«. Wir waren nicht Kinder der Gnade, sondern »Kinder des Zorns«. Doch es gibt eine lebendige Hoffnung: 1. Petrus 1, 3-5.

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Samstag, 17. April

Epheser 2, 4-10

Wenn wir diesen Abschnitt anschauen, merken wir sofort, dass unser Blick weg von den niederschmetternden Ereignissen unserer Vergangenheit hin auf Jesus gelenkt wird. Es ist nur ein kleines, aber bedeutsames Wort, das von diesem Blickwechsel spricht: »Aber Gott«. Wir müssten verzweifeln und scheitern, wenn es nicht dieses »Aber« gäbe. »Mit dem großen ›Aber Gott‹ ist alles gesagt und genug gesagt. Nun mag es bei uns oder im ganzen Weltall noch so traurig stehen, hier steht es fest, und zwar unbeweglich fest: ›Aber Gott‹. Wer sich durch dieses göttliche ›Aber‹ in der Menschheitskatastrophe aufhalten lässt, dem kann und wird geholfen werden. Hier enthüllt sich der Reichtum von Gottes Erbarmen in ungeahnter Majestät und Größe« (F. Rienecker). Es gibt nichts mehr, das uns zwingen könnte, mit unserem alten, eigensüchtigen Leben weiterzumachen. Gott hat einen Schlussstrich darunter gezogen. Der Tod und die Auferstehung des Sohnes Gottes haben das vernichtende Urteil »tot in Sünden« von uns abgewandt. Es ist uns darum jederzeit möglich, dieses kleine Wort der Wende in jede Angst, in jede Hilflosigkeit, in jedes Versagen und in jede Versuchung hineinzunehmen. Unser Herr kann nicht nur die Wende herbeiführen, er will es auch tun. »Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus!« (1. Kor. 15, 57; vgl. 1. Joh. 5, 4) Wenn Gott eingreift, ändert sich die Lage: Wir sind dann nicht mehr den zerstörerischen Kräften unseres eigensüchtigen Willens ausgeliefert. »Gott aber«, sagt Paulus. Auch wir dürfen diese Worte glaubensvoll aussprechen, und wir sind nicht mehr in die Not eingeschlossen, sondern erfahren etwas von seinen vielfältigen Möglichkeiten, uns zu helfen. (Lies Ps. 3, 1-4; 18, 18-20; 115, 3.)

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Sonntag, 18. April

Epheser 2, 4-6

Nachdem Paulus das hoffnungsvolle »Aber« ins Spiel gebracht hat, nennt er die Gründe, die Gott zu dieser grundlegenden Wende bewegt haben. Seine große Liebe und Barmherzigkeit haben ihn veranlasst, uns eine Zukunftsperspektive zu eröffnen, die gleichzeitig unsere Gegenwart umfasst. Es ist einzigartig, dass Gottes Liebe und Barmherzigkeit Menschen gilt, die sie nicht verdient haben, solchen, die geistlich tot sind. Aus Liebe zu uns hat Gott unser dunkles »Einst« beendet und uns herausgeführt zu einem Leben, das von seinem Sieg geprägt wird. Paulus selber lebte in diesem Siegesgeheimnis, und er erinnert auch die Briefempfänger daran, dass, wann immer sie in Not und Anfechtungen geraten, sie glaubensvoll daran festhalten dürfen, dass Gott über Bitten und Verstehen hilft. Er vermag Geduld zu geben, wo unsere längst am Ende ist. Er ist treu und lässt nicht zu, dass die Versuchung über unser Vermögen geht. Er kann unserem Mangel abhelfen. (Lies Ps. 68, 20. 21; 1. Kor. 10, 13; Phil. 4, 19.) Gottes liebende und barmherzige Zuwendung will und wird den Lebensstil der Gläubigen grundlegend verändern. Auch hier benutzt Paulus wieder ein kleines Wörtchen, das uns das Ausmaß göttlichen Handelns an uns erst recht zum Bewusstsein bringt: »mit«. Alles, was das neue Leben ausmacht, geht nur in Gemeinschaft »mit« dem Herrn zusammen. (Vgl. Joh. 15, 5; Hebr. 11, 6.) Wir sind: mit Christus lebendig gemacht, mit Christus auferweckt, mit Christus in den Himmel versetzt. Treffender kann der krasse Gegensatz zwischen dem »Einst« und »Jetzt« nicht beschrieben werden. Gott wollte uns durch Jesus aus der Gottes-Ferne befreien, indem er uns mit sich selber verbindet. Nur durch den Bund mit Jesus ist es möglich, persönliche Veränderung zu erfahren, mit Gott und dem Nächsten in Frieden zu leben und Erbe seines Reiches zu werden.

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Montag, 19. April

Epheser 2, 8-10

Die wunderbare neue Stellung, die wir zusammen mit Christus, unserem Herrn, schon jetzt und in Ewigkeit haben, beruht nicht auf unseren menschlichen Vorzügen. Paulus betont, dass sie uns »aus Gnaden . . . « und »durch Glauben« von Gott geschenkt ist. (Vgl. Apg. 15, 11; Röm. 3, 24; 1. Tim. 1, 14. 15.) Auf das, was Gott in seiner großen Liebe und Barmherzigkeit getan hat, sollen wir mit Glauben antworten, um es uns anzueignen. »Der Glaube ist die Hand des Bettlers, die die Gnadenerrettung ergreift. So wenig ein Bettler sich ein Verdienst daraus machen kann, dass er eine Gabe angenommen hat, so wenig kann ein Sünder sich ein Verdienst daraus zurechnen, dass er schließlich im Glauben zugegriffen hat. Der Glaube ist eine Tat Gottes und dennoch eine Tat des Menschen von höchster Aktivität und tiefster Passivität zugleich« (F. Rienecker). Für Paulus ist es eine logische Konsequenz, dass die neue Stellung, die wir bei Gott haben, unmittelbare Auswirkungen auf unsere »Werke«, d. h. auf unser Denken und Tun, hat. (Vgl. Röm. 12, 2.) Die guten Werke, von denen Paulus hier schreibt, sind nicht die Voraussetzung, sondern die Folge dessen, was Gott uns geschenkt hat. Martin Luther schreibt dazu: »Man darf es dem Gerechten nicht aufdrängen, dass er gute Werke tun soll, denn er tut’s ohne allen Zwang, weil er eine neue Kreatur und guter Baum ist.« Sobald wir versuchen, uns durch gute Werke in einen würdigen Zustand zu versetzen, verderben wir Gottes unverdiente Zuwendung. Er hat vielmehr durch die Erlösung des Menschen die Voraussetzung geschaffen, dass man die guten Werke überhaupt tun kann. Damit steht fest, dass der neue Mensch in Christus das auslebt, was Gott zuvor gewirkt hat. Damit wird aller Gesetzlichkeit und allem Moralisieren der Boden entzogen. (Dazu Röm. 11, 6; Jak. 2, 17. 18. 22.)

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Dienstag, 20. April

Epheser 2, 10; 5, 15

Kein Mensch hat irgendeinen Grund, die neue Lebenswirklichkeit »in Christus « und deren Auswirkungen im Alltagsleben sich selber zuzuschreiben. Das gilt sowohl für die Juden- als auch für die Heidenchristen. In Vers 10 gibt der Apostel noch einmal eine Zusammenfassung des bisher Gesagten. Wir begegnen hier einem wesentlichen Grundzug paulinischer Theologie, wie er auch in anderen Paulusbriefen zu finden ist. Zentrale Aussagen sind: Wir sind nicht durch gute Werke gerettet, sondern in Christus zu guten Werken geschaffen. Werke rechtfertigen nicht, aber der Gerechtfertigte tut Werke! – Gott hat für jedes seiner Kinder einen bestimmten Plan, vorbereitete Werke, für jedes Werk eine bestimmte Zeit und einen vorbereiteten Weg, damit wir ihm wohlgefällig leben können. (Vgl. Röm. 3, 28; 1. Kor. 1, 27-31; Tit. 2, 14.) Ajith Fernando, Direktor von »Jugend für Christus« in Sri Lanka, berichtet in seinem Buch »Aus Tränen werden Sterne« von einem blinden Chinesen namens Chang Men, an dessen Lebenszeugnis der Unterschied zwischen dem »Einst« und »Jetzt« besonders eindrücklich zu sehen war. Er tat die von Gott für ihn vorbereiteten Werke. Dadurch folgten viele Menschen dem Herrn Jesus Christus nach. Während des Boxerkriegs (um 1900) wurde er inhaftiert und zum Tod verurteilt, weil er sich geweigert hatte, den Kriegsgott der »Boxer« anzubeten. Auf dem Weg zum Hinrichtungsplatz sang er ein Lied von Gottes Liebe, und seine letzten Worte waren: »Himmlischer Vater, nimm meinen Geist auf!« Übrigens konnte Chang Men fast das ganze Neue Testament und viele Kapitel des Alten Testaments auswendig. An seinem Lebenszeugnis können wir erkennen, dass durch die neue Lebenswirklichkeit in Christus der angefochtene und hart geprüfte Glaube nicht ausgelöscht wird, sondern erstarkt. »Immer mehr mit dir verbunden sein, ganz erfüllt von dir soll mein Leben sein. Nur durch Glauben und nicht durch Verdienst, denn Gerechtigkeit ist dein Geschenk« (Graham Kendrick, Sänger und Liederdichter).

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Mittwoch, 21. April

Epheser 2, 11-22

In diesem zweiten Teil des Kapitels spricht der Apostel vom Wunder der Einheit der Jesus-Gemeinde. Sie bestand aus Juden- und Heidenchristen – ein Gegensatz, wie er größer nicht sein konnte. Paulus entfaltet das Thema »Einheit« auf dem Hintergrund zweier grundlegender Tatsachen: • Juden und Heiden sind gleichermaßen sündig vor Gott. Die Verse 1-3 haben uns das vor Augen gestellt. • Juden und Heiden sind durch Jesus Christus gleichermaßen ohne Unterschiede mit Gott versöhnt. Das wurde in den Versen 4-10 erörtert. Was den Aufbau des Textabschnitts (V. 11-22) betrifft, folgt er dem der vorhergehenden Verse. Zunächst geht es um die Gottesferne, aus der uns Gott durch seine Gnade errettet hat (V. 11. 12). Dann beschreibt Paulus die Zugehörigkeit zu Jesus Christus, dem Erlöser und Vermittler des Friedens (V. 13-18), um schließlich der Gemeinde die tiefe Verbundenheit in Jesus vor Augen zu führen (V. 19-22). Unser neuer Abschnitt beginnt mit der Aufforderung: »Erinnert euch!« »Denkt daran!« »Blickt zurück!« Rückblick halten ist also ein biblisches Anliegen. Ein Ausleger vermerkt dazu: »Es gibt nach Schrift und Erfahrung ein doppeltes Zurückblicken. Das eine ist ein Zurücksehnen, das andere ein Zurückschrecken. Jenes ist gefahrvoll, dieses heilvoll. Vor dem ersteren werden wir gewarnt, zu dem zweiten aufgefordert.« Zwei biblische Gestalten führen uns die Unterschiede einprägsam vor Augen. Lots Frau schaute entgegen der Anweisung Gottes sehnsuchtsvoll nach Sodom zurück und blieb dadurch an das alte Leben gebunden. (Lies 1. Mose 19, 22-26.) »Wer äußerlich das alte Leben verlässt, aber es innerlich mitnimmt, der liebäugelt fortwährend mit ihm und sehnt sich nach ihm zurück« (F. Rienecker). Jakob dagegen, der sehr wohl um das finstere »Einst« in seinem Leben wusste, wollte auf keinen Fall daran festhalten. Er hält dankbaren Rückblick: »Herr, ich bin viel zu gering aller Treue und Barmherzigkeit. « (Lies 1. Mose 32, 11; 5. Mose 8, 2-4.)

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Donnerstag, 22. April

Epheser 2, 11. 12

Wenn der Apostel Paulus die Heiden-Christen zur Rückbesinnung auffordert, will er ihnen zeigen, wie gottlos und trostlos ihre Vergangenheit ohne Christus war. Sie gehörten – im Unterschied zu den Juden – nicht zum Volk Gottes. Ein scharfer Gegensatz! Fünf Merkmale führt Paulus auf, die das Heidentum kennzeichnen, wobei es zunächst nicht um das körperliche Merkmal, die Beschneidung, geht: • Sie sind ohne Messias. Sie kannten zwar Jesus als Person, aber nicht als den von Gott versprochenen Heiland und Herrn. • Sie sind ohne Anteil an der Gemeinde Israel. Es geht dabei weniger um eine soziopolitische Größe als um eine geistliche. Israel, nicht die Heiden, gehört seiner Herkunft nach zum Volk Gottes. • Heiden sind ohne Zusicherung der Verheißung. Damit will Paulus ihnen sagen, dass sie die Bedeutung des Alten und Neuen Bundes erst erfassen konnten, als das Evangelium bei ihnen verkündigt wurde und sie ihre Herzen dieser Botschaft öffneten. • Sie sind ohne Hoffnung. Wenn Paulus von Hoffnung spricht, meint er die von Gott geschenkte herrliche Aussicht über den Tod hinaus. Im Gegensatz zu den Heiden hatten die Juden diese Gottes- und Messias-Hoffnung. (Vgl. Ps. 9, 11; Röm. 5, 1. 2.) • Heiden sind ohne Gott in der Welt. Bemerkenswert ist diese Aussage des Apostels, wenn man bedenkt, dass die Heiden sehr wohl Götter hatten. Aber nach biblischem Verständnis findet man Gott nicht in jeder beliebigen Religion und deren Gottheiten, sondern allein in dem lebendigen Gott, den die Bibel bezeugt. (Dazu 5. Mose 4, 34. 35; 32, 3; Ps. 86, 10; 83, 19.) Mit dieser Skizzierung des Heidentums wird deutlich, dass der Graben zwischen Heiden und Juden, hier als »Beschnittene« bezeichnet, unüberwindlich ist. Die kommenden Verse werden uns aber das Geheimnis erschließen, wie dieser Graben dennoch überbrückt werden kann.

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Freitag, 23. April

Epheser 2, 13-18

Nachdem Paulus die trennenden Unterschiede zwischen Heiden und Juden beschrieben hat, lesen wir aufs Neue von einem großen »Aber« Gottes. Damit leitet der Apostel über zur großen Veränderung, die die Heiden hinsichtlich ihrer Stellung zu Gott und den Juden durch den Herrn Jesus Christus erfahren haben. Jesus hat zusammengebracht, was bisher getrennt war. »Aufgrund dieses doppelten Gesichtspunkts wird der Bedeutung des Blutes von Christus eine Weite und Fülle gegeben, die vielfach noch nicht genügend erkannt worden ist. Das Blut des Christus hat nicht nur erlösende, Sünden tilgende und reinigende Kraft für den einzelnen Gläubigen, sondern es bedeutet zugleich die Schöpfung und Herstellung einer Einheit und Gemeinschaft zwischen Gott und Mensch einerseits und zwischen Mensch und Mensch andererseits« (F. Rienecker). Dies ist nur deshalb möglich, weil Christus selber unser Friede geworden ist. Ohne Jesus ginge das nicht. In drei Gedankengängen entfaltet der Apostel, dass Christus Frieden bringt, Einheit schafft und Feindschaft ausräumt (Verse 14a. 15. 16). Paulus lässt die Epheser-Christen nicht im Unklaren darüber, warum und wie es zu diesem, das ganze Leben verändernden Wechsel gekommen ist und bis heute immer noch kommen kann. Gott hat allen Frieden an eine Person, an seinen Sohn Jesus Christus gebunden. »Er ist unser Friede« (V. 14a). Sein Friedenswerk ist umfassend und macht aus der Jesus-Gemeinde einen Ort, an dem die Glaubenden in Frieden und versöhnt miteinander leben. (Lies Kol. 1, 19. 20; Jes. 53, 5.) Wir wollen uns der Frage nicht entziehen, wie wir miteinander umgehen – als Verfeindete oder Versöhnte, als miteinander Entzweite oder herzlich Verbundene? Ob wir nicht heute Schritte der Versöhnung gehen sollten? Das Erste wird sein, dass wir dem, der an uns schuldig wurde, aufrichtig vergeben – und auch selber um Verzeihung bitten. Dann mag ein klärendes Gespräch folgen.

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Samstag, 24. April

Epheser 2, 14-18

Die Gemeinde ist ein Schöpfungswerk Gottes und ein unwiderleglicher Beweis dafür, dass Christus wirklich Frieden gemacht hat zwischen den »Nahen« und den »Fernen«, weil er »für uns« ist. (Lies Röm. 8, 31. 32; Jes. 9, 5. 6; Luk. 2, 14; Kol. 1, 20.) Wenn hier von Juden und Heiden die Rede ist, die zusammengebracht worden sind, dann ist das auf keinen Fall pauschal anzusehen, so, als ob es sich um eine Völkerverständigung handle. Es geht vielmehr darum, dass ehemals geistlich tote Juden und geistlich tote Heiden durch Christus mit neuem Leben beschenkt und zusammengebracht worden sind. In Jesaja 54, 10 lesen wir, dass dieser Friedensbund Gottes mit seinen Menschen unauflösbar ist. Welch ein Trost! In einer Auslegung lesen wir: »Paulus beschreibt, wie und durch wen das Wunder der Einheit damals zustande kam und wie es heute noch geschieht. Denn nicht nur zwischen Juden und Heiden bestand ein Zaun, es gibt auch Zäune unter Christen. Das sollte nicht sein, wir wollen es nicht zulassen. Jesus hat einen anderen Weg für uns. Persönliche Gegensätze sollen nicht zu Zäunen und Feindschaften werden. Die Verschiedenartigkeit, die andere Herkunft und Bildung, die andere Anschauung, der Altersunterschied, der Unterschied zwischen Arm und Reich – es gibt sehr viele Gegensätze, Unterschiede, die schließlich zu einem Zaun werden können. Man meint, das müsse so bleiben, es sei unabänderlich. Das stimmt nicht!« Jesus, der den Zaun der Feindschaft zwischen Juden und Heiden eingerissen hat, kann auch den Zaun niederreißen, der heute meine Not ist. Wenn meine Not Trennung statt Gemeinschaft mit meiner Schwester oder meinem Bruder heißt, dann darf ich wissen, dass jeder Gesprächskontakt mit Gott mich auch wieder in den Gesprächskontakt und die Gemeinschaft mit meinem Nächsten führen wird. (Lies Matth. 5, 9; Röm. 12, 18; 13, 10; Gal. 3, 28.)

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Sonntag, 25. April

Epheser 2, 19-22

Wir haben gesehen, dass der große Wechsel vom heidnischen zum geistlichen Leben »in Christus« geschah (V. 13). Ein Mensch hat dieses neue unzerstörbare Verhältnis zu Gott »aufgrund der Gnade durch den Glauben an das ihm verkündigte Evangelium vom Heilswerk des Herrn Jesus Christus « (H. Stadelmann). In den Versen unseres heutigen Abschnitts beschreibt Paulus das Ergebnis der Versöhnung mit Gott und miteinander. Mit dem Wörtchen »folglich« (bzw. »so«) leitet er die Beschreibung der Gemeinde mit verschiedenen Bildern ein. Damit gibt er uns zugleich einen Rahmen für das neutestamentliche Gemeindeverständnis. Die Jesusgemeinde ist mit einer Hausgemeinschaft zu vergleichen, deren »Hausvater« Gott selber ist. Er hat uns Heimatrecht bei sich gegeben. Wir haben dadurch eine Zugehörigkeit, die über unsere Familien- und Staatszugehörigkeit hinausreicht. (Vgl. Röm. 9, 26; Gal. 4, 5. 6.) Die einzigartige Verbundenheit mit unserem himmlischen »Hausvater« erlaubt es, dass wir uns Tag und Nacht an ihn wenden können und von ihm Hilfe und Antwort erwarten dürfen. Einen besonderen Trost schenkt Gott uns dadurch, dass wir ein ewiges Zuhause bei ihm haben – Heimatrecht für immer! So sehr dies für den Einzelnen gilt, so sehr gilt es auch für die Vielen. Der Vater hat sie alle in seine Familie aufgenommen. Sie sind seine Kinder und untereinander Schwestern und Brüder. (Vgl. Matth. 12, 50.) Gott selber hat uns durch sein Wort in die Gemeinschaft der Glaubensgeschwister hineingerufen. Wir stehen nicht alleine, sondern gehören einer großen Familie an. Diese Familie besteht aus Menschen aller Nationen, Völker, Stämme und Sprachen. Mit ihnen zusammen dürfen wir Gott mit lauter Stimme loben: »Das Heil ist bei dem, der auf dem Thron sitzt, unserm Gott, und dem Lamm« (Offb. 7, 9. 10).

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Montag, 26. April

Epheser 2, 20; Sacharja 6, 12. 13

»In Vers 20 wird das Bild gewendet. War von den Lesern eben noch bildlich als von Bürgern im Gottesvolk und Mitbewohnern im Gotteshaus die Rede, wird von ihnen nun gesprochen als Teil des Hauses selbst. Jeder Einzelne wird quasi zum Stein, der seinen Platz im Gesamtbau des (geistlichen) Tempels Gottes hat« (H. Stadelmann; vgl. 3. Mose 26, 11. 12). Die Gemeinde als Ganze steht auf dem Fundament der Apostel und Propheten. Doch der Stein, der dieses Gebäude trägt und zusammenhält, ist Jesus Christus selbst. Der Eckstein ist der maßgebliche Stein eines Gebäudes und liegt in dessen Fundament. Paulus will mit diesem Bild sagen, dass Jesus allein maßgebend und richtungweisend ist. Mit dem »Eckstein« kann aber auch der Schlussstein eines Gebäudes gemeint sein, der das Ganze mit einem krönenden Abschluss stützt und zusammenhält. (Vgl. Jes. 28, 16.) Wir, die wir als lebendige Steine zum Bau des »geistlichen Tempels« ineinander- und zusammengefügt werden, sind getragen und gehalten von unserem Herrn, der Anfang und Ende der neutestamentlichen Gemeinde ist. (Vgl. Offb. 1, 8.) Nur durch ihn entsteht, besteht und entwickelt sich dieser Bau, der zusammengefügt ist aus vielen erretteten Juden und Heiden. Es ist ermutigend, sich daran zu erinnern, dass der Herr selber die einzelnen Steine zusammenfügt. Gott tut dieses Werk durch seinen Heiligen Geist. In einer Auslegung heißt es: »Wir sind und bleiben in Gottes Hand, wenn er uns in sein Haus einfügt. Er hat einen Plan, nach dem er an uns arbeitet, und sein Plan ist gut. Bald sind es grobe, bald feine, zarte Schläge, durch die der göttliche Baumeister seine lebendigen Steine zubereitet. Er gebraucht dazu Werkzeuge. Halte ihm still. Er weiß besser als du, wo noch etwas wegmuss, bis er dich endgültig einfügen kann.« (Lies 1. Petr. 2, 5.)

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Dienstag, 27. April

Epheser 2, 19-22

Das Haus Gottes ist ein immer noch im Wachstum begriffener Bau. Welch ein ermutigendes Bild! Der ganze Bau, aber auch ich als Teil dieses Bauwerks, darf wachsen. Die Entwicklung des Baus vollzieht sich als gemeinsames Wachsen seiner Einzelteile, ohne dass diese auseinanderbrechen. Denn unser Herr selber achtet sorgfältig darauf, dass alles gut ineinandergefügt bleibt. Er fügt auch beständig neue Steine ein. (Siehe Apg. 2, 41. 47; 4, 4.) Gott sorgt sowohl für die Ordnung des Baus als auch für sein Wachstum. Wenn es uns geschenkt wird, die Gemeinde aus dieser Perspektive zu sehen, werden wir zu einer großen inneren Freiheit gelangen, die uns weniger anfällig für Neid, Eifersucht, Ehrsucht . . . macht. Die Sicht vom wachsenden Haus Gottes lehrt uns auch: »Jede Gemeinde ist etwas Ganzes, eine Wohnstatt Gottes. Und keine Gemeinde ist für sich die ganze Kirche, keine schon das endgültige, fertige Gebäude« (K. Gutbrod). Gesundes Gemeindewachstum ist immer von Gottes Geist abhängig – wir können es nicht »machen«, aber wir können dafür sorgen, dass günstige Wachstumsbedingungen vorhanden sind. (Lies Apg. 2, 42. 46. 47.) Der Bau des geistlichen Tempels, von dem Paulus schreibt, hat einen Zweck. »Das gehört wohl zum Höchsten, was von der Gemeinde ausgesagt wird. Behausung bedeutet: Wohnung, Heimat, Heim – wo man zu Hause ist, sich daheim fühlt, sich gern aufhält und sich ausruht, wo man Freude und Liebe fühlt. Daheim ist den Menschen auf Erden der liebste Ort. Ein solches › Daheim‹ soll nun auch die Gemeinde sein, wo Jesus zu Hause ist, wo Jesus sich wohlfühlt und erfreut, wo er ausruht in seiner Liebe, wo er sein Herz erschließt und hineinsehen lässt in die Tiefen seines Wesens, seiner Gedanken und seiner Liebe« (F. Rienecker). Das ist unsere Bestimmung als Christen. (Lies Eph. 4, 15. 16; Kol. 1, 10.)

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Mittwoch, 28. April

Epheser 2, 1-22

Wir wollen uns, indem wir heute das ganze Kapitel noch einmal in seinem Zusammenhang lesen, in Erinnerung rufen, welch grundlegende geistliche Wahrheiten Paulus festgehalten hat. Wir haben gesehen, dass uns die ersten Verse des Kapitels schonungslos die nackte Wirklichkeit der Welt und Menschheit sowie die Sündenverderbtheit unseres eigenen Lebens vor Augen führen (V. 1-3). Nicht nur die Menschheit als Ganzes ist dem Bankrott ausgeliefert, auch wir sind es. Die ersten Verse nehmen uns somit den Glauben an den »guten Menschen«. Aber sie wecken gleichzeitig in uns den Glauben an den lebendigen Gott und an seinen Sohn Jesus Christus, der die trostlose Vergangenheit unsres Daseins in eine hoffnungsfrohe Gegenwart und Zukunft verwandelt hat. (Lies Hes. 34, 16; Luk. 19, 10.) Wenn wir Jesus in unsere Lebenskatastrophe hineinkommen lassen, dann geschieht diese Verwandlung (V. 4-10). Die göttliche Neuschöpfung am Einzelnen bildet, baut und fördert ihrerseits die Gemeinschaft der Gläubigen. So entsteht Gemeinde. Gott fängt im Kleinen an und lässt daraus etwas Wunderbares wachsen mit einer doppelten Bestimmung: 1. Die Gemeinde soll ein Tempel des lebendigen Gottes sein, wo er unter den Menschen wohnen kann. (Dazu 3. Mose 26, 11. 12.) In ihr kann er sich als ihr Gott erzeigen, und sie darf sich als sein Volk ausweisen (V. 19-22). 2. Gleichzeitig wird sie aber immer wieder auch »eine Heimat für solche, die sich fremd fühlen in einer gottentfremdeten Welt, ein Vaterhaus für Einsame, eine heilsame Gemeinschaft für solche, die nach Heiligung verlangen « (F. Rienecker). Wir stimmen dem zu, was wir in einem Bibelkommentar zum Thema »Gemeinde« lesen: »Mit ihren Wurzeln in der Ewigkeit, in Gottes Vaterherzen ruhend – treibt sie ihre Krone wieder in die Ewigkeit zu Gottes Thron zurück und verzweigt ihre Äste in alle Generationen und durch alle Jahrhunderte hindurch.« In Gottes Spuren sic her la ufen

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Donnerstag, 29. April

Psalm 17, 1-6

Mit Psalm 17 haben wir ein Gebet Davids vor uns, auf das die Aussage Martin Luthers zutrifft: »In den Psalmen siehst du allen Heiligen ins Herz.« »Heilige« sind Menschen, die mit Gott leben und ihm ganz gehören wollen. Nöte bleiben ihnen nicht erspart, sie verschweigen sie auch nicht, sondern sprechen sie offen vor Gott und auch vor Menschen aus. »Heilige« wissen, dass sie noch nicht am Ziel sind, aber unterwegs mit ihrem Herrn, dem sie folgen. Auf dem Weg mit Gott gibt es steile und ungebahnte Strecken, die gefährlich sind. Es gibt darum auch Prüfungen. Selbst feindliche Angriffe bleiben nicht erspart. Dieser Psalm Davids spricht davon. Wir kennen die näheren Umstände nicht, aber nach seiner Erwählung zum König hatte David noch eine lange, harte Wegstrecke zu gehen, bis er König wurde. Manche Schilderung in den Psalmen nimmt darauf Bezug. »Zum Gebet nahm David allezeit, in jeder Not, seine Zuflucht, wie der Steuermann im Ungestüm des Sturmes nach dem Hafen eilt« (C. H. Spurgeon). (Lies Ps. 55, 23; 1. Petr. 5, 7.) David begegnete vielen Gefahren auf dem Weg. Aber er wollte auf allen Wegstrecken, so verschieden sie auch waren, in der Gemeinschaft mit Gott leben. In seiner Spur wollte er um jeden Preis gehen, darum betete er: »Herr, senke meine Tritte ein in deine Fußstapfen, damit mein Gang nicht wankend sei« (V. 5 nach E. Schlachter). In Notzeiten erkannte David deutlich, wie gefährdet seine Glaubensgewissheit war. Kennen wir das? In guten Tagen ahnen wir nicht, wie leicht wir »außer Tritt« geraten können. Wir wollen unseren Herrn bitten, dass er uns zeigt, wie er uns sieht. (Lies Ps. 139, 23. 24; Klagel. 3, 40. 41.)

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Freitag, 30. April

Psalm 17, 5. 8-12

David sah sich umringt von feindlich gesinnten Leuten, die ihm das Leben schwer machten. Sie hatten nur ein Ziel: ihn zu Fall zu bringen. David merkte, wie sein Leben bedroht war und seine Glaubenszuversicht ins Wanken geriet. Er war sich seines Herrn nicht mehr so gewiss wie zu der Zeit, als er bezeugte: »Der Herr stellte meine Füße auf einen Fels, dass ich sicher treten kann« (Ps. 40, 3). Der Beter wurde unsicher, weil der Herr dem Reden und Handeln der Gottlosen scheinbar keine Grenzen setzte. Darum flehte David um Gottes Beistand. Ähnliche Verunsicherungen finden wir auch bei anderen Gläubigen der Bibel. Denken wir an Asaf, dem der Boden unter den Füßen entzogen schien. Im Rückblick bekannte er: »Ich wäre fast gestrauchelt mit meinen Füßen, mein Tritt wäre beinahe geglitten.« (Lies Ps. 73, 1-16.) Wir können bei Asaf zwei Ursachen seiner verworrenen Verfassung finden: Er war täglich mit einer Plage belastet, die er nicht näher beschreibt (V. 14), und er hatte gottlose Menschen in seiner Umgebung. Ist ihre Beschreibung (V. 3-12) nicht auch ein Spiegel unserer Zeit? Asaf konnte vor allem nicht verstehen, warum es den Gottlosen so gut ging und wie dies mit Gottes Gerechtigkeit zusammenpasst. – Davids Situation war eine andere. Aber auch er war tief angefochten. Er konnte ins Wanken geraten und fallen. David erkannte diese Gefahr für sich, darum ist sein Gebet ein einziger Schrei nach Gottes Handeln. Anfechtung ist Kampfsituation. Bestehendes wird angegriffen, bisher Selbstverständliches in Frage gestellt. Gewissheiten müssen neu errungen werden. Wir kennen Zeiten der Anfechtung, für die es vielerlei Gründe gibt. Wie gut, dass angefochtene Leute eingeladen sind, zu Jesus zu kommen. Seine Einladung gilt immer: »Komm her zu mir, wenn du mühselig und beladen bist, ich will dich erquicken« (Matth. 11, 28; lies Matth. 12, 20; Jes. 55, 1; Joh. 6, 37).

zur Verfügung gestellt von: bibel.com der Homepage von Christen für Christen.

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