DER HERR SEGNE UND BEHÜTE DICH - PSALM 3

FREITAG, 1. APRIL

PSALM 3, 1-9; 2. SAMUEL 15, 1-12

Davids Morgenlied, in dem von viel Bedrängnis die Rede ist, endet mit der Bitte: »Dein Segen komme über dein Volk!« Wir dürfen darum beten, dass ein Strom von Gottes Segen auch unser Leben erreicht und von uns weiterfließt in eine Welt voller Bedrängnisse. (Lies 2. Kor. 9, 8; Phil. 4, 19.) Wie groß ist die Not in dieser Welt! Denken wir nur an die von Kriegen und Naturkatastrophen heimgesuchten Länder - oder auch an die tiefe Zerrissenheit unserer westlichen Welt. In unserem Psalm spricht David von einer persönlichen Bedrängnis, die ihn getroffen hat: »Ach Herr, wie zahlreich sind meine Bedränger! Viele erheben sich gegen mich, viele sagen von mir: Es gibt keine Rettung für ihn bei Gott.« David war zu jener Zeit in größter Lebensgefahr - vom Thron seiner Regierung gestürzt, seiner Ehre beraubt und auf der Flucht vor seinem eigenen, geliebten Sohn Absalom (2. Sam. 17, 1. 2). Welch heftigen Schmerz muss diese Situation in seinem Herzen ausgelöst haben! Doch wenn wir David beobachten, sehen wir, dass er sich nicht von Angst und Enttäuschung gefangen nehmen lässt. Er gibt auch nicht resigniert auf. David spricht seine Not vor Gott aus. Wenn wir von den Feinden Davids lesen, werden wir an eigene Nöte erinnert, die sich gegen uns auftürmen: Spannungen am Arbeitsplatz, Krisen in Ehe und Familie, Angst vor den Reaktionen anderer, Versagen, Enttäuschungen, die quälende Sorge um liebe Menschen, das Empfinden von Mangel an Liebe zu Jesus. Wie gehen wir mit dem um, was uns bedrängt? Wir können wie David beten: »Neige deine Ohren zu mir, hilf mir eilends! Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest« (Ps. 31, 3; lies Ps. 121, 1. 2; 27, 1-3; 40, 1-4; 46, 1-8).

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SAMSTAG, 2. APRIL

PSALM 3, 1. 2; 25,15-22

Wie geht David mit der Bedrängnis um? Er betet: »Ach Herr!« Schon dieser Seufzer wirkt befreiend. David sieht seine verworrene Situation mit dem Herrn an. Er weiß ihn an seiner Seite. Er vertraut darauf, dass Gott große Dinge tun kann, die weit über alle menschlichen Möglichkeiten hinausgehen. So einfach und so gezielt darf man sich im Gebet an Gott wenden, ihm die Lage schildern, sich ihm anvertrauen und mit seinem Eingreifen rechnen. (Lies Apg. 4, 23-31; Jes. 37, 1. 14-20; Ps. 57, 1-6.) »Ach Herr, wie zahlreich sind meine Bedränger!« Nenne dem Herrn deine Bedränger mit Namen! Sind es Menschen oder die argen Gedanken aus dem eigenen Herzen? Ist es Neid oder Eifersucht, eine schwierige Beziehung, die Last der Verantwortung, die uns drückt, oder sind es Gefühle der Minderwertigkeit und Resignation? Die »Bedränger« haben es immer darauf abgesehen, uns Kraft, Mut und Zuversicht zu rauben. Sie haben es darauf abgesehen, unsere ungeteilte Hingabe an Jesus zu untergraben. Sie zielen darauf, unser freimütiges Bekenntnis zum Herrn zu erschüttern, sodass wir nicht mehr wie die Apostel Petrus und Johannes sagen: »Wir können's ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben« (Apg. 4,20). In einem Brief war zu lesen: »Ich bete darum, dass ich mit ganzer Entschlossenheit den Weg der Nachfolge gehen kann, ohne stehen zu bleiben oder zurückzuschauen und ohne irgendeiner Sache zu erlauben, mich aufzuhalten. Oft sind es sogenannte Kleinigkeiten, die sich einschleichen und mein Vorwärtsgehen mit Jesus lähmen wollen. Ich möchte es mit Paulus halten: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was vor mir liegt, und jage dem vorgesteckten Ziel nach, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.« (Lies Phil. 3, 12-14; Hebr. 12, 1. 2; Offb.3,11.)

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SONNTAG, 3. APRIL

PSALM 3, 2-5; 31, 15-25

David erinnert uns daran, dass wir als Bedrängte in der Gefahr stehen, auf Stimmen zu hören, die uns vermitteln wollen: »Für dich ist keine Hilfe bei Gott.« Befreiung von dieser oder jener Not brauchst du nicht zu erwarten. Oder: In der Schulklasse kannst du nicht damit rechnen, dass sich dein Einsatz lohnt. Oder: An deinem Arbeitsplatz brauchst du kein Wort von Jesus zu sagen, es kommt sowieso nicht an. Die Herzen sind viel zu hart und verschlossen. Gib auf! Mit solchen und ähnlichen Argumenten versucht es der Feind, unser Vertrauen auf Gott und sein Handeln zu untergraben. Wenn du für dich selbst oder im Blick auf deinen Dienst oder sonst in irgendeiner Hinsicht in Gefahr stehst, auf diese Stimme zu hören: »Es gibt keine Hilfe für ihn bei Gott«, dann werde hellwach. Es ist die Stimme des Feindes. (Lies Hiob 2, 9; 1. Petr. 5, 8. 9.) Wie verhielt David sich in seiner angegriffenen Situation? Er hielt der betrügerischen Stimme die herrliche Wahrheit entgegen: »Du aber, Herr, bist ein Schild um mich her, du bist meine Ehre und hebst mein Haupt empor.« David weiß sich in Gottes Schutz geborgen. Die zerstörenden Pfeile des Bösen können ihn nicht vernichten. Sie müssen ihr Ziel verfehlen. Es kann uns heute froh machen, dass wir wie David in allem Bedrängenden von Gottes Schutz umgeben sind. Er setzt seine ganze Ehre für uns ein. Und er tut noch viel mehr für uns: Der Herr richtet die, die bedrängt sind, in denen vieles zerbrochen ist und die niedergeschlagen am Boden liegen, wieder auf. Wir brauchen nicht mutlos liegen zu bleiben; denn wir wissen, dass Gottes Augen auf uns gerichtet sind. Seine Absicht ist es, uns zu ermutigen und unseren Blick über die bedrängenden Nöte hinweg auf ihn zu lenken. (Lies Ps. 91, 14-16; 118, 5-16.)

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MONTAG, 4. APRIL

PSALM 3, 2-5; 56, 10-12

Die Angreifer Davids sind in Aktion. Sie spielen ihren vorschnellen und lauten Trumpf aus und sagen: »Es gibt keine Hilfe für ihn bei Gott!« - Nicht nur einmal oder fünfmal werden diese Stimmen laut. David spricht wiederholt von »vielen«, die sich gegen ihn gestellt haben. »Eine große, erdrückende Übermacht von Verächtern Gottes steht gegen den einen auf, der hier seine Bedrängnis vor dem Herrn ausbreitet« (H. Lamparter). Für David zählt nicht, was die Masse sagt. Bei ihm zählt, was Gott sagt. Viel Trost und Ermutigung schenkt der Herr durch sein Wort: »Fürchte dich nicht, ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn« (1. Mose 15, 1). Die Erinnerung an Gottes Zusagen stärkt den Bedrohten zu diesem zuversichtlichen »Aber du, Herr«, mit dem David der Feindesmacht entgegentritt. (Lies Ps.18,2-4; 92,6-9; 37,39.40; 40,18.) Weil David um Gottes persönliche Gegenwart weiß, ruft er ihn vertrauensvoll um Hilfe an: »Ich rufe mit meiner Stimme zum Herrn, so erhört er mich von seinem heiligen Berge.« Der Hilferuf Davids ist kein Schrei ins Leere. Er verklingt nicht im weiten Universum - dessen ist David gewiss. Wie auch immer unsere Situation aussehen mag, wie ausweglos und hilflos wir auch sein mögen, wir dürfen Gott unsere Lage schildern und darauf vertrauen: »Er wird mir antworten.« »Ich aber rufe zu Gott, und der Herr wird mir helfen; abends, morgens und mittags will ich beten und ringen, so wird er meine Stimme hören. Er hat meine Seele erlöst und ihr Frieden verschafft « (Ps. 55, 17-20; lies Klagel. 3, 55-57). An diesem Tag dürfen wir uns die Erfahrung Davids zu eigen machen: »Ich suchte den Herrn, und er antwortete mir, und aus allen meinen Ängsten rettete er mich« (Ps. 34, 5). Rechne heute mit ihm!

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DIENSTAG, 5. APRIL

PSALM 3, 5. 6; HEBRÄER 4, 16

»Sooft ich auch zu dir um Hilfe rufe, du hörst mich in deinem Heiligtum, von deinem heiligen Berg schickst du mir Antwort.« Der Seelsorger Hermann Bezzel sagte in einer Predigt: »Betet! Durch Gebet weicht der Staub von der Seele und die Last vom Gewissen und die Angst aus dem Herzen. Der Mensch wird frei, die Fesseln fallen. Gebet ist der Zusammenschluss mit dem Erlöser!« Und Ole Hallesby notierte: »Beten ist nichts anderes, als Jesus in unsere Not hineinzulassen. Beten heißt, Jesus die Erlaubnis geben, seine Macht zur Erleichterung unserer Not einzusetzen.« Gott antwortet auf unser Beten. Es ist etwas real Erfahrbares, dass David in seinem schweren Kummer den Mut findet und den inneren Frieden, um sich niederzulegen und zu schlafen. Unbekümmert kann er sagen: »Ich liege und schlafe und erwache; denn der Herr hält mich.« Ganz ähnliche Worte spricht er in Psalm 4, 9 aus: »Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; denn allein du, Herr, hilfst mir, dass ich sicher wohne.« Von Gott gehalten und geborgen unter seiner schützenden Macht »kann mir nichts geschehen, als was er hat ersehen und was mir selig ist« (P. Fleming). Nicht jedem ist immer eine ungestörte Nachtruhe geschenkt. Aber unser Herr kümmert sich darum. Wir dürfen trotz aller Bedrängnis die tiefe Geborgenheit bei Gott auch in den Nächten erfahren. »Wenn du dich niederlegst, so wirst du nicht erschrecken« (Spr. 3, 24; lies Ps. 121, 4-8). Auch der neue Tag mit allem, was er beinhalten wird, ist unserem Gott bekannt. Der Sänger des 92. Psalms meint deshalb: »Es ist gut, dem Herrn zu danken und deinem Namen zu lobsingen, du Höchster, am Morgen zu verkündigen deine Güte und deine Treue in den Nächten« (Ps. 92, 2. 3).

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MITTWOCH, 6. APRIL

PSALM 3, 6-9; 37, 39. 40

»Ich liege und schlafe und erwache, denn der Herr hält mich.« Es kommt vor, dass man schon in aller Frühe mit einem Druck auf seiner Seele erwacht und der Tag wie ein unüberschaubarer Berg vor einem liegt. Alle gestern erfahrene Hilfe scheint vergessen. David kennt diesen Zustand. Doch er verliert sich nicht darin, sondern verarbeitet seine Kraftlosigkeit und das, was ihn so sehr bedrängt, in einem vertrauensvollen Gebet: »Sei mir gnädig, Herr, mir ist so elend. Heile mich, Herr, in mir ist keine Kraft.« Und David erlebt, dass Gott den einsamen Rufer hört und den Schwachen stärkt. »Der Herr hat mein Flehen gehört, er achtet auf mein Schreien, mein Gebet nimmt er an« (Ps. 6, 3. 10). Es ist immer wieder zum Staunen, wie der Glaube bei David aktiv wird. Er überlässt nicht dem Schmerz und der Enttäuschung das Sagen. Er lässt sich auch nicht einfach gehen angesichts der haushohen Schwierigkeiten, sondern hält am Herrn fest, weil er sich von ihm gehalten weiß. Das hat zur Folge, dass die lähmende Angst von dem, der sich Gott zuwendet, abfallen muss. (Lies Ps. 16, 8. 9; 18, 17-20.) Angst ist eine Großmacht. Weltweit zieht sie Millionen von Menschen in ihren Bann, und wie oft holt sie auch uns ein! Wie werden wir mit der Angst fertig? Beobachten wir noch einmal David. Nachdem er seine Angst vor Gott ausgesprochen hatte, konnte er sagen: »Ich fürchte mich nicht vor Zehntausenden von Kriegsvolk, die sich ringsum wider mich gelagert haben. Steh auf, Herr, rette mich, mein Gott! Denn du hast alle meine Feinde geschlagen. Bei dem Herrn findet man Hilfe.« Mit dieser Gewissheit können wir heute getrost in und durch den Tag gehen. (Lies Ps. 27, 1-3; Röm. 8, 31.)

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DONNERSTAG, 7. APRIL

PSALM 3, 8. 9; JESAJA 51,12. 13

Nicht nur David konnte bezeugen: »Du hast alle meine Feinde geschlagen.« Ähnlich erlebte es der Prophet Elisa und sein Diener, als der König von Syrien Krieg gegen Israel führte. Gott selber schützte in dieser Auseinandersetzung seine Leute. Obwohl der syrische König alles aufbot, um Elisa, den er als Erzfeind und Verräter ansah, zu finden, verbarg ihn der Herr in Dotan. Als jedoch der Diener Elisas die massive Belagerung der Stadt durch die syrischen Truppen sah, befielen ihn Angst und Schrecken. Aber »Elisa, der Mann Gottes, sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, denn derer sind mehr, die bei uns sind, als derer, die bei ihnen sind! Und Elisa betete und sprach: Herr, öffne ihm die Augen, dass er sehe! Da öffnete der Herr dem Diener die Augen, und er sah, und siehe, da war der Berg voll feuriger Rosse und Wagen um Elisa her.« Elisa rechnete mit dem Eingreifen Gottes aus der unsichtbaren Welt. Und so erlebten sie die bewahrende Kraft Gottes. (Lies 2. Kön. 6, 8-23.) Nicht weniger dramatisch war die Lage für Daniel. Ausgespielt von seinen neidischen Kollegen, erfuhr auch er den rettenden Beistand Gottes. Die Löwengrube war nicht sein Ende. Daniel konnte dem bestürzten König Darius antworten: »Mein Gott hat seinen Engel gesandt, der den Löwen den Rachen zugehalten hat, sodass sie mir kein Leid antun konnten; denn vor ihm bin ich unschuldig, und auch gegen dich, mein König, habe ich nichts Böses getan.« (Lies Dan. 6, 1-29.) Wie gehen wir mit denen um, die uns nicht wohlgesonnen sind? Breite alles vor Gott aus! Nenne ihm die Namen deiner Gegner und überlasse es Gott, in diese Lage einzugreifen. Vertraue dich ihm restlos an! Er hat Mittel und Wege, die unsere Vorstellungen weit übertreffen (Eph. 3, 20. 21).

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FREITAG, 8. APRIL

PSALM 3, 8. 9; KOLOSSER 2, 15

»Du hast alle meine Feinde geschlagen.« Gott selber hatte eingegriffen und den Sieg über die Feinde Davids errungen. Gewisser noch als David können wir wissen: Jesus hat den Sieg über den ärgsten aller Feinde davongetragen: »Dazu ist der Sohn Gottes erschienen, dass er die Werke des Teufels zerstöre« (1. Joh. 3, 8). Satan ist der eigentliche Drahtzieher des Bösen, und ihm ist jedes Mittel recht, unser Vertrauen zu Jesus zu zerstören. Unsere größten Feinde sind sehr oft unsere Gedanken, mit denen wir auf erlittenes Unrecht oder Leid oder einfach nur auf Schwierigkeiten reagieren. Wer kennt nicht dieses mächtige Heer von nachtragenden Gedanken, das heimlich eine Mauer zwischen sich und dem anderen hochzieht? Wer wüsste nicht um Gedanken voller Selbstgefälligkeit und Selbstmitleid, die ihn blind und taub machen für die Bedürfnisse des Nächsten? Gedanken haben Macht. Sie machen etwas mit uns. Sie können aufbauen oder niedermachen, helfen oder schaden. David ließ sich nicht von der Macht zerstörerischer Gedanken beherrschen (vgl. 2. Kor. 10, 3-5). Er konzentrierte sich nicht auf die feindliche Übermacht. Er dachte auch nicht: Diese Intrige werde ich Absalom und seinen Leuten nie verzeihen. David lenkte seine Gedanken auf Gott. Ihm sprach der Gekränkte sein ganzes Vertrauen aus: »Der Sieg ist des Herrn!« »Seine Herrschaft wird für immer Bestand haben« (Jes. 9, 5; lies Offb. 12, 10. 11; Röm. 16, 20). Ja, Jesus siegt, obschon das Volk des Herrn noch hart darniederliegt. Wenn Satans Pfeil ihm auch von nah und fern mit List entgegenfliegt, löscht Jesu Arm die Feuerbrände; das Feld behält der Herr am Ende. Ja, Jesus siegt! J. Chr. Blumhardt

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SAMSTAG, 9. APRIL

PSALM 3, 9; 2. SAMUEL 7, 28. 29

»Bei dem Herrn findet man Hilfe. Dein Segen komme über dein Volk!« Wer wie David mit dem Eingreifen Gottes rechnet, macht andere auf die Kraft Gottes aufmerksam, und verbreitet mitten in einer schwierigen Lage eine Atmosphäre des Friedens und der Geborgenheit, die in der Gemeinschaft mit Gott gründet. So kann David selbst für die, die ihn zu Boden drücken und verletzen, ein Segen sein und Gutes - den Segen Gottes - für sie erbitten. »Wo eine segnende Hand in unser Leben eingreift, steht dahinter die Unterschrift der Segenshand dessen, der spricht: Niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Der segnende Mensch ist der, der sich hat segnen lassen« (E. Schick). Wie geschieht das Segnen in unserem Alltag praktisch? Segen ist Kraft zum Verzeihen, Kraft zum Lieben, zum Geduldhaben. »Man schilt uns, so segnen wir!« »Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern im Gegenteil segnet, weil ihr dazu berufen seid, dass ihr Segen ererbet« (1. Kor. 4, 12; 1. Petr. 3, 9). Wenn Jesus uns auffordert: »Segnet!«, dann geht er davon aus, dass wir segnen können. Er sagt sogar: »Segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, die euch beleidigen und verfolgen« (Luk. 6, 28). Es fällt auf, dass uns das Segnen gerade in der Situation persönlichen Verletztseins ermöglicht und aufgetragen ist. Dabei erfahren wir nicht immer die Reaktion, die wir uns wünschten, ob von Mitarbeitern oder Vorgesetzten, ob in der Gemeinde oder in der Familie. Wie sehr können auch Christen einander wehtun! Aber gerade da bietet Jesus uns seine Hilfe an. Unsere Aufgabe bleibt: Wir dürfen andere segnen, weil wir den Segen Gottes empfangen haben und daraus leben. (Lies Röm. 12, 19-21; 2. Kor. 9, 6-8; Eph. 1, 3.)

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SONNTAG, 10. APRIL

MATTHÄUS 5, 44-48; 4.MOSE 12, 9-13

»Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch beleidigen.« Als Gesegnete sind wir in das Kraftfeld der Liebe Gottes hineingenommen. Wir müssen uns nicht an anderen rächen und brauchen uns auch nicht verärgert zurückzuziehen, sondern wir sind aufgefordert zu segnen. Wir können einem Gegner immer wieder Gutes wünschen, um das Gelingen seiner Arbeit beten, oder den, der uns Unrecht zufügte, im Gebet unter den Einfluss der vergebenden Jesus-Liebe stellen. Segnen ist aktives Handeln. Watchman Nee, der viele Jahre um seines Glaubens willen in Gefängnissen und Straflagern verbrachte, schrieb: »Gottes Segen schafft ungeahnte Resultate. Vergessen wir aber nicht, dass der Segensstrom durch uns aufgehalten werden kann. Ein paar negativkritische Worte, eine falsche Stellungnahme oder auch das sture Beharren auf einer eigenen Ansicht, eine unwillige Antwort, und das Strömen seines Segens hört auf. Wir wollen besonders unsere Selbstverteidigung aufgeben und mit uns selbst schonungslos ins Gericht gehen. Man kann zu seiner Rechtfertigung immer Gründe vorbringen; aber was erreichen wir damit, wenn der Segen Gottes aufgehalten wird? Selbst wenn es sich erweist, dass du im Recht bist, was nützt es, wenn der Segen fehlt und keine Menschen gerettet werden?« (Lies 1. Mose 45, 5. 14. 15; Röm. 12, 14. 17. 18.) Segnet!, das meint: Zeigt den Menschen, dass Gott sie liebt. Wie herrlich zu wissen, dass wir einen Gott haben, der mit seinem Segen unseren Mangel ausfüllen kann. »Der Herr, dein Gott, hat dich gesegnet in allen Werken deiner Hände. Er hat dein Wandern durch diese große Wüste auf sein Herz genommen. Vierzig Jahre ist dein Gott bei dir gewesen. An nichts hast du Mangel gehabt« (5. Mose 2, 7; Ps. 31, 20; 34, 10. 11).

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MONTAG, 11. APRIL

PSALM 3, 9; JESAJA 26, 12

In Psalm 29, 11 bekennt David: »Der Herr wird sein Volk segnen mit Frie- den.« Wie sehr sehnen wir uns in einer Welt voller Konflikte und Herzeleid nach Frieden - im persönlichen Leben, aber auch im Miteinander der Völker. Diesen Frieden kann allein Jesus, der »Fürst des Friedens«, schenken. Er hat die Kraft, Frieden zu schaffen. Sein Friede zeigt sich ganz unterschiedlich: o als Glaubensgewissheit der mit Gott Versöhnten (Jes. 53, 5; Röm. 5, 1. 2) o als Vergebungsbereitschaft in Konflikten und bei Verletzungen (Matth. 18, 21. 22; Röm. 12, 18; 14, 17-20; Eph. 4, 31. 32; Hebr. 12, 14) o als Zufriedenheit im Tun des Willens Gottes (Ps. 119, 165; Jes. 48, 18) o als Überwindung von Furcht und Schrecken (Ps. 138, 7; Joh. 16, 33; Apg. 27, 14.15. 20-26; Röm. 8, 35-37) o als Gelassenheit, dass man nicht so schnell aus der Fassung gerät und von den Wogen des Alltäglichen überrollt wird (Joh. 14, 27) o als Geborgenheit, wenn Schweres und Unverständliches geschieht und wir wie ein aufgewühltes Meer sind (Ps. 73, 21-26). Wir dürfen wissen, Jesus hat uns fest im Frieden Gottes verankert: »Meinen Frieden lasse ich euch« (Joh.14,27; lies Joh.20,19-21.26; Phil.4,6.7; Ps. 147, 14). Ich darf mich jederzeit und in jeder Lage an Gott wenden und ihn bitten: Segne mich mit Frieden! Lass mich bei dir zur Ruhe kommen, und leg deinen Frieden auch auf die Menschen in meinem Umfeld! Wer für andere den Frieden Gottes erbittet, wird selber dort, wo er wie David Verletzungen davongetragen hat, Heilung erfahren. Denn man kann nicht unversöhnt Bitterkeit in seinem Herzen festhalten und gleichzeitig Segen für den andern erbitten. Wenn Paulus an die Gläubigen in Philippi denkt, dann ist es ihm ein Anliegen, dass »der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, ihre Herzen und Sinne bewahre in Christus Jesus« (Phil. 4, 7; Kol. 3, 12-15; 2. Thess. 3, 16). So kann sich der Segen Gottes wie ein weiter Strom ausbreiten.DER KAMPF UM DIE WAHRHEIT - GALATER 1, 1-2, 10

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DIENSTAG, 12. APRIL

GALATER 1, 1-5

Wer sind die Galater? In der Apostelgeschichte berichtet Lukas über die Missionsreisen des Apostels Paulus. Auf seiner ersten Reise besuchte er die Orte Antiochia (in Pisidien), Ikonion, Lystra und Derbe, die im südlichen Teil der römischen Provinz Galatien lagen (Apg. 13;14). Unter Kampf und Verfolgung gründete Paulus dort die ersten Christen-Gemeinden. Zu Beginn der zweiten Missionsreise besuchte er diese Ortschaften noch einmal, um sich nach dem Ergehen der Christen zu erkundigen (Apg. 15, 36) und sie im Glauben zu stärken (16, 4. 5). Sehr wahrscheinlich wendet Paulus sich mit seinem Brief an diese Gemeinden. Das erklärt auch, warum er sich so heftig darum bemühte, die Irrtümer, die sich in die Lehre des Evangeliums eingeschlichen hatten, aufzudecken und den Galatern die Wahrheit Gottes vor Augen zu stellen. Die Galater-Christen waren die ersten Heiden, die durch die Missionstätigkeit von Paulus zum Glauben an Jesus gekommen waren. Deshalb lagen sie dem Apostel besonders am Herzen. Er wollte sie nicht Lehrern überlassen, die ihnen mit Gesetzesfrömmigkeit Lasten aufbürdeten und die die Freiheit eines Lebens unter der Gnade Gottes nicht so akzeptierten, wie Paulus es gelehrt hatte. Offenbar haben die falschen Lehrer in den Gemeinden auch die Autorität des Apostels untergraben. Dem stellt Paulus sich entgegen, indem er die Galater in Kapitel 1 und 2 Einblick in seinen Lebenslauf nehmen lässt und seine Sendung als Apostel für die Nationen ausführlich begründet. Der Kampf um die Wahrheit der biblischen Botschaft ist auch in unserer Zeit ein heißes Thema. Ist die gute Botschaft von Jesus Christus heute noch akzeptabel? Muss man sie nicht unserer Zeit anpassen? Gibt es tatsächlich nur eine gültige Wahrheit? Paulus wird in seinem Brief entfalten, dass es nur einen Weg gibt, der zu Gott führt: Jesus Christus - ohne Zusatz und ohne Abstrich. (Lies Joh.14, 6; 1. Joh. 5, 11.12.)

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MITTWOCH, 13. APRIL

GALATER 1, 1-5

»Paulus, Apostel, nicht von Menschen her.« Ursprünglich hieß er »Saul« wie der erste König Israels (1. Sam. 9, 2). Am Anfang der ersten Missionsreise finden wir den Vermerk, dass Saul bzw. Saulus auch Paulus heißt (Apg. 13, 9). Somit hatte er einen römischen Namen angenommen, schließlich besaß er auch das römische Bürgerrecht. Bemerkenswerterweise heißt Paulus »der Kleine«. Vielleicht sollte dies ein Hinweis auf seine Körpergröße sein. Wahrscheinlich wollte er aber mit seinem Namen darauf hinweisen, dass er »das Volk« nicht um »Haupteslänge« überragte wie einst sein Namensvetter. Nach seiner im wahrsten Sinn des Wortesumwerfenden Begegnung mit dem verherrlichten Herrn Jesus Christus vor Damaskus war es Paulus nicht mehr wichtig, irgendjemandem mit überragender menschlicher Weisheit zu imponieren. Das war vorbei. Im Licht der Christus-Wahrheit war er »klein« geworden, und er blieb es auch. Das Apostelamt bedeutete ihm keine Auszeichnung, auf die er hätte stolz sein müssen, sondern heilige Verpflichtung, seinen Auftrag zu erfüllen. Die Beauftragung kam »nicht vom Menschen her, auch nicht durch einen Menschen«. Paulus ist unabhängig von den anderen Aposteln - z. B. Petrus oder Johannes - direkt von Jesus in sein Amt eingesetzt worden. Hananias war nur Hilfskraft, nicht Auftraggeber. (Lies Apg. 9, 5. 6. 10-18.) Der Brief an die Galater stammt also nicht von einem stolzen Mann, auch nicht von einem jüdischen Gesetzeslehrer, der Karriere hätte machen können, sondern von einem »kleinen« Gesandten eines gekreuzigten und gestorbenen, aber von den Toten auferweckten Herrn. Kein anderer als der auferstandene Jesus hatte seinen Diener ermächtigt, die herrliche Botschaft der Rettung von Sünde und Tod zu den Völkern zu bringen, darunter auch den Gemeinden in Galatien. (Lies 1. Tim. 1, 12. 13.)

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DONNERSTAG, 14. APRIL

GALATER 1, 3; 1. KORINTHER 15, 7-10

»Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.« - Einst hatte Paulus viel Zeit und Mühe darauf verwendet, Gott zu gefallen. Peinlich genau beachtete er die Vorschriften des Judentums und konnte sich als untadelig bezeichnen. Jetzt aber baut er nicht mehr darauf, was er macht und kann, sondern was Gott an ihm getan hat. Paulus ist ein Begnadigter. Darum wünscht er auch den Galatern die Erfahrung der Gnade und des Friedens Gottes. Diese Gebetsbitte wird von den Brüdern, die bei Paulus sind, mitgetragen (V. 2). Was kann man einem Menschen Besseres erbitten als die Gnade und den Frieden Gottes? Dazu: Kolosser 2, 1-3; Epheser 1, 3-7. Bei dieser Fürbitte geht es darum, als einer, den Christus begnadigt hat, zu leben. Wer in der Gnade lebt, ist herausgenommen aus dem Gericht Gottes, das mit Bestimmtheit über die Welt kommen wird. Wer in der Gnade lebt, hat einen Anwalt. Es gibt nur Einen, der wirklich vor dem Todesurteil bewahrt: der auferstandene und verherrlichte Christus, der zur Rechten des Vaters sitzt und seine Leute vor dem Thron Gottes vertritt (lies Hebr. 9, 24; 7, 25). Begnadigte stehen in der Gunst des Vaters und haben bei ihm ihr Zuhause. »Hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, was kann mir tun der Feinde und Widersacher Rott?« (P.Gerhardt) Der »Friede von Gott« ist nicht weniger wichtig als seine Gnade. Wer mit Gott im Reinen ist, muss nicht zanken und streiten. Er muss auch nicht vergelten oder sich ängstlich sorgen, denn er ist mit dem Vater im Himmel herzlich verbunden und darf in allem mit seiner Fürsorge rechnen (siehe Phil. 4, 7). - Genügte es den Galater-Christen nicht mehr, sich ganz auf das zu verlassen, was der Herr für sie getan hat?

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FREITAG, 15. APRIL

GALATER 1, 4. 5; 1. PETRUS 2, 22-24

» . . . der sich selbst für unsere Sünden dahingegeben hat . . . « - Für Paulus geht es hier nicht um eine theologische Richtigkeit. Er zeigt vielmehr auf ein Ereignis, das wirklich geschehen ist. Haben die Galater das vergessen? Kein Geringerer als der Sohn Gottes selbst hatte sich für sie am Kreuz geopfert, um sie von der Macht der Sünde zu befreien. Als Paulus ihnen einst diese Freuden-Botschaft brachte, durften sie alle ihre Sünden unter dem Kreuz abladen. Sie werden erleichtert und dankbar aufgeatmet haben, endlich die drückende Last los zu sein. Sie hatten sich diese Möglichkeit nicht erst mit guten Taten erarbeiten und verdienen müssen. Einzig ihr festes Vertrauen auf Jesus brachte sie dahin, fortan erlöst und befreit leben zu können. Jesus hat sein Leben hingegeben, »damit er uns herausreiße aus der gegenwärtigen bösen Welt«. Gott selber wollte es so. Drastischer kann nicht ausgedrückt werden, was mit einem Menschen geschehen muss, der sich eins macht mit dem Rettungswillen Gottes: Christus hat dem Satan gewissermaßen die Menschen aus der Hand gerissen, derer der Feind sich bemächtigt hatte, um sie mit seiner Bosheit, mit List und Tücke ins Verderben zu schicken. - Auch die Galater sind »Herausgerissene« und gleichzeitig in den Machtbereich Gottes »Hineingerettete«. Nun aber hatte sich in ihrem Glauben etwas verschoben. Wenn die Rettung des Herrn durch Glauben allein sie nicht mehr überzeugte und sie nach weiteren Garantien für die Zuge- hörigkeit zum Volk Gottes Ausschau hielten, stand es nicht gut um sie. Warum legt Gott so großen Wert darauf, dass seine Erlösten sich einzig und allein gründen auf die Gnade - den Herrn Jesus Christus - den Glauben an ihn? Dazu Johannes 10, 9-11; 14, 6; Römer 1, 16. 17; 1. Mose 15, 6; Habakuk 2, 4b; zur Vertiefung: Philipper 3, 4-12.

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SAMSTAG, 16. APRIL

GALATER 1, 6-10

Dem Eingangsgruß schließt sich in den Paulusbriefen normalerweise ein Dank für die Gemeinde an, an die er schreibt (vgl. z. B. Röm. 1, 8; 1. Kor. 1, 4; Eph. 1, 15. 16; Phil. 1, 3-6). Dieser Dank fehlt im Galaterbrief - Hinweis dafür, wie schwerwiegend die »neue« Gesinnung und das »neue« Verhalten der Gemeinden ist und welchen Schaden die falschen Lehrer angerichtet haben. »Ich muss mich darüber wundern, dass ihr so schnell wieder abfallt von dem, der euch durch die Gnade des Christus berufen hat und euch einer anderen Heilsbotschaft zuwendet, während es doch gar keine andere gibt.« »Es ist in keinem anderen das Heil; auch ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden« (Apg. 4, 12). Der Name heißt Jesus Christus. Petrus bekannte ihn mutig vor dem Hohen Rat, als er sich für die Heilung des Gelähmten verantworten musste (Apg. 3, 4-9; 4, 9. 10). In dem Namen Jesus ist alle Gotteskraft zusammengefasst, die nötig ist, um einen Menschen vom ewigen Tod zu retten und ihm ewiges Leben zu geben. (Lies Kol. 1, 15-17; 2, 8-10.) Die Botschaft vom Heil ist auf diesen Namen gegründet. Es gibt kein anderes Evangelium, sagt Paulus. »Einige verwirren euch nur und wollen das Evangelium des Christus umkehren« (V. 7). Können wir heute etwas anderes sagen? In Bezug auf das Verständnis der Bibel herrscht in unserer Zeit viel Verwirrung. Deshalb ist ein klares Bekenntnis zur Gültigkeit der Bibel, zur Wahrheit des Wortes Gottes und zur Einzigartigkeit des Sohnes Gottes notwendig. Solch ein Bekennen gleicht einem Leuchtturm in der Brandung, der Suchenden Orientierung gibt und den Weg zum rettenden Ufer zeigt. Herr Jesus Christus, schenk mir heute den Mut und die Weisheit, dich mit meinem Mund zu bekennen. Und hilf mir, dieses Bekenntnis nicht durch mein Handeln durchzustreichen. (Lies Offb. 3, 8. 11; 2. Tim. 4, 2-5.)

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SONNTAG, 17. APRIL

GALATER 1, 8. 9

Es sind harte Worte, die Paulus hier formuliert. Doch dies geschieht nicht aus einem persönlichen Ärger oder aus einer Verletzung heraus. Christus persönlich hatte ihm das Evangelium geoffenbart. Genau so hatte er es den Galatern weitergegeben. Nicht seine eigene Autorität garantiert den Wahrheitsgehalt dieser guten Botschaft, sondern die Herkunft, die Quelle, aus der sie stammt. Deshalb kann Paulus es auf gar keinen Fall zulassen, dass irgendjemand - und sei es er selbst oder sogar ein Engel - dem Evangelium etwas hinzufügt oder abstreicht. Das würde nichts anderes heißen, als dass ein Mensch sich anmaßte, Gott zu widersprechen und zu korrigie- ren. Damit wäre Gott in Frage gestellt und nicht mehr glaubwürdig; denn das, was in der Bibel steht, könnte richtig sein oder auch nicht. Man hört förmlich die alte Schlange hinterlistig fragen: »Sollte Gott wirklich gesagt haben?« Der Apostel Paulus sieht die Konsequenzen, die die Verkündigung eines veränderten Evangeliums nach sich zieht. Er kann nicht anders als den, der sich nicht an das hält, was er von Christus empfangen und gelehrt hat, zu verfluchen, d.h. dem Gericht Gottes zu übergeben. In diesem Gericht führt nicht mehr die Gnade das Wort, sondern das Gesetz, das jeden zum Tode verurteilt, der es übertritt. - Was Paulus damals hat verhindern wollen, ist heute weithin zur Selbstverständlichkeit geworden. Man ist im Begriff, noch etliche Schritte weiterzugehen: »Das Zeugnis, dass Jesus Christus die absolute Wahrheit verkörpert und beansprucht, wird uns in Zukunft ins Martyrium bringen, da die Welt dieses Bekenntnis nicht mehr tolerieren wird. Sie kann Jesus wohl in ihr System einordnen, aber nicht als den, der die Wahrheit zu sein beansprucht« (K. Heimbucher). Hat unter diesen Umständen das Evangelium noch eine Chance? Gott selbst sorgt dafür, dass sein Wort nicht leer zurückkommt. Seine Botschaft kann keine Macht der Welt zum Schweigen bringen. (Lies Joh. 16, 33; 1. Thess. 3, 1-3; Apg. 14, 22.)

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MONTAG, 18. APRIL

GALATER 1, 9. 10; 1.KORINTHER 16, 22

»Wenn jemand den Herrn nicht lieb hat, der sei verflucht (dem Gericht Gottes übergeben).« - Mit dieser Aussage legt der Apostel die Wurzel der Abweichung vom wahren Evangelium bloß. Wenn wir Jesus lieb haben, gilt ihm unsere ganze Aufmerksamkeit. Alles andere ist ihm nachgeordnet. So befolgen wir das wichtigste Gebot: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft« (5. Mose 6, 5; Matth. 22, 37). »Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt« (Joh. 14, 21; lies Joh. 13, 34. 35; 1. Joh. 4, 15. 16. 19). Für Paulus war Jesus der Erste und Wichtigste im Leben. Es ist dem Apostel nicht im Traum eingefallen, das Wort des Herrn anzuzweifeln oder darüber zu diskutieren, um seiner eigenen Meinung Geltung zu verschaffen. Der Apostel musste auch nicht seinen Verstand »an der Garderobe« abgeben, um den Willen Gottes, den Jesus ihm zeigte, annehmen und tun zu können. Es ging vielmehr um die Anerkennung der göttlichen Autorität, vor der Paulus stand. Was kann aus der himmlischen Herrlichkeit anderes kommen als die Wahrheit? Allerdings: »Wer Gott naht, muss glauben, dass er ist« (Hebr. 11, 6), dass er existiert, dass er der Schöpfer der Welt ist und der Vater von Jesus, der seinen Sohn hergab, um seine Menschengeschöpfe vom ewigen Tod zu retten. Die »Überzeugungsversuche« der Gegenspieler des Paulus in den galatischen Gemeinden richteten sich letztlich gegen die Autorität von Jesus. Ihm bleiben sie die Liebe schuldig und öffnen damit fremden Einflüssen Tor und Tür. Paulus scheut sich nicht, den »Quertreibern « entgegenzutreten. Er redet Menschen nicht nach dem Mund, kämpft nicht um sein eigenes Ansehen. Als Diener seines Herrn tritt er ein für das unverfälschte Evangelium. (Lies 1. Kor. 1, 18ff.)

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DIENSTAG, 19. APRIL

GALATER 1, 11-24

Paulus ist es wichtig zu betonen, dass er im Blick auf die Verkündigung des Evangeliums kein Schüler der Jerusalemer Apostelautoritäten ist. Diese sind nicht seine eigentlichen Lehrer, sondern Jesus Christus selbst. Kein anderer als Jesus hat das Leben des Paulus so grundlegend verändert. Dabei verschweigt der Apostel nicht, was alles er als eifriger Pharisäer »geleistet« hat (V. 13. 14). Einst übertraf er seine Altersgenossen in der Ausübung der jüdischen Gesetzesreligion und eiferte »über die Maßen« für die Überlieferungen der Väter. Sie hatten unzählige Regeln aufgestellt, mit Hilfe derer die korrekte Befolgung des Gesetzes erfolgen sollte. Jesus nannte dieses Regelwerk »Menschensatzungen«. (Lies Matth. 15, 1-9; Mark. 7, 7-13.) »Über die Maßen« verfolgte Paulus die Nachfolger von Jesus, die in seinen Augen nichts anderes als Gotteslästerer waren. (Lies Apg. 8, 1-3; 9, 1-3.) Dann aber erkannte er, dass derselbe Gott, für den er so leidenschaftlich eiferte, ihn schon von Geburt an ausgewählt hatte, einmal den Nationen die gute Botschaft von Jesus zu bringen (V. 15. 16). Die Wende in seinem Leben verlief außergewöhnlich aufregend (Apg. 9, 3-18). Für Paulus bedeutete sie den Schritt aus der Knechtschaft des Gesetzes in die Freiheit des Christus. Sein Leben war nun nicht mehr mit peinlich genauer Beachtung von Bestimmungen ausgefüllt, die ihn bei Gott angenehm machen sollten. Jetzt lebte er im Glauben an den, der für ihn das ganze Gesetz erfüllt hatte. Paulus atmete durch. Keine »frommen« Klimmzüge mehr, kein vergebliches Bemühen, aus eigener Kraft die Sünde zu besiegen und die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, zu erlangen! Davon war er ein für alle Mal befreit, weil einer für ihn starb, um ihn für immer für ein Leben unter der Gnade Gottes zu erlösen. Es verwundert nicht, dass Paulus sich von jetzt an seinem Erlöser unterstellte, um ihm hingebungsvoll zu dienen.

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MITTWOCH, 20. APRIL

GALATER 1, 17-24

Als der Ruf des Herrn Jesus Christus ihn traf, beriet Paulus sich nicht mit menschlichen Ratgebern oder den Aposteln in Jerusalem, die ihn bisher nur als erbitterten Feind der Christen kannten. Der Ruf Gottes war so klar und so eindeutig, dass jede Diskussion darüber nur zur Verwirrung geführt hätte. Nach seiner Bekehrung zu Christus zog Paulus sich für drei Jahre in die Stille zurück. Lukas erwähnt diese Zeit nicht in seinem Bericht (Apg. 9, 19. 20). Es kann sein, dass Paulus ihm davon nichts erzählt hat. Auch im Galaterbrief erfahren wir nichts Genaueres. Wir dürfen aber davon ausgehen, dass der von Jesus Beschlagnahmte eine Zeit besonders intensiver Gemeinschaft mit dem Herrn erlebte, in der der Herr seinem Boten das Geheimnis des Evangeliums offenbarte. Nachdem Paulus einst in Jerusalem zu den Füßen des Gelehrten Gamaliel saß, wurde er nun von Jesus selbst unterrichtet. Nach der Zeit in Arabien kehrte Paulus erneut nach Damaskus zurück. »Und sogleich predigte er in den Synagogen Jesus, dass dieser der Sohn Gottes ist.« Das schlug ein wie eine Bombe. Ausgerechnet der, der eigentlich die Juden, die an Jesus glaubten, verhaften wollte, verkündigte nun selbst Jesus. Paulus konnte nicht schweigen. Seine Volksgenossen sollten wissen, dass Jesus wirklich ihr Messias und Retter ist. (Lies Röm. 9, 1-5.) Dann aber wurde der Boden in Damaskus zu heiß für ihn: Apostelgeschichte 9, 21-25. Nachdem Paulus drei Jahre zuvor wutentbrannt nach Damaskus aufgebrochen war, um auch dort den Glauben an Jesus auszulöschen, kehrte er nun als völlig veränderter Mann zurück. Nichts war ihm von seiner Vergangenheit geblieben. Sein Ansehen unter den Juden war einem unversöhnlichen Hass gewichen. Paulus versuchte dann, mit der Jesus-Gemeinde Kontakt aufzunehmen. Vergeblich! Wie es doch noch zu einem Treffen mit Petrus und Jakobus kam, erfahren wir in Apostelgeschichte 9, 26. 27.

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DONNERSTAG, 21. APRIL

GALATER 2, 1-10

Paulus hielt sich etliche Jahre in seiner Heimatstadt Tarsus auf. Er trat erst wieder in Erscheinung, als sich in Antiochien (Syrien) eine Gemeinde aus Juden und Heiden gebildet hatte. Gemeinsam mit Barnabas betreute er diese neue Gemeinde. Erst nach ihrer ersten Missionsreise reiste Paulus wieder nach Jerusalem. Vierzehn Jahre waren vergangen, seit er die Stadt fluchtartig hatte verlassen müssen. Nun traf er sich mit den drei führenden Aposteln (V. 9), um seine Missionsarbeit unter den Völkern zu verantworten. »Ich legte ihnen das Evangelium vor, das ich unter den Nationen predige« (V. 2; lies Apg. 10, 25-48; 11, 1-18). Warum war das so wichtig? Ursprünglich dachten die Jünger und späteren Apostel, das Evangelium sei ausschließlich eine Botschaft an das jüdische Volk, wie sich Gott schon am Sinai mit der Bekanntmachung des Gesetzes nur an Israel gewandt hatte. Zunächst war Jesus tatsächlich - bis auf wenige Ausnahmen - nur unter den Juden wirksam. Sie sollten die gute Botschaft zuerst hören. Deshalb bestand die erste Gemeinde in Jerusalem nur aus Juden. Sie gingen weiterhin in den Tempel und hielten sich weiterhin an das jüdische Gesetz. In ihren Häusern allerdings wurde das »Mahl des Herrn« gefeiert, wie Jesus es eingesetzt hatte. Man dachte gar nicht daran, auch Nichtjuden von der Hoffnung in Christus zu erzählen - bis Petrus im Gebet von Gott eine völlig neue Anweisung erhalten hatte. Da wurde ihm klar, dass die heidnischen Nationen ebenfalls in den Rettungsplan Gottes einbezogen sind (vgl. Röm. 10, 12-14). Einige der an Jesus gläubigen Juden hatten damit allerdings ihre Schwierigkeiten. Wie war es mit der Beschneidung, dem Bundeszeichen Israels? Mussten die Heiden, selbst wenn sie an Jesus glaubten, sich ihr nicht ebenfalls unterziehen? Sollten nicht auch sie die Speisegebote beachten und die jüdischen Feiertage halten?

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FREITAG, 22. APRIL

GALATER 2, 1-10

Wenn Paulus den Griechen und Römern das Evangelium predigte, konnte er keine Bibelkenntnis voraussetzen wie bei den Juden. Sie hatten keine. Götter mit verschiedenen Kulten bildeten ihren religösen Hintergrund. Darauf musste Paulus sich einstellen. Da ihm selbst klar geworden war, dass allein der Glaube an Jesus Christus vor dem ewigen Tod rettet, konnte er getrost das jüdische Gesetz außer Acht lassen. Dies allerdings erregte bei den an Jesus glaubenden Juden einiges Misstrauen. Das jüdische Gesetz war ihnen zur zweiten Natur geworden. Das wollten sie nicht einfach weglassen. Deshalb war eine Aussprache mit den verantwortlichen Aposteln in Jerusalem nötig geworden. Als Ergebnis wurde das »Evangelium des Paulus« anerkannt als eine Predigt, die für die Nichtjuden geeignet war. Ferner wurde klar unterschieden, wer unter den Juden evangelisieren und wer zu den Nationen gehen sollte (V.7-10). Gibt es nun »zwei« Evangelien? Natürlich nicht (lies Röm. 1, 16. 17; Gal. 3, 28). Es gibt nureine Heilsbotschaft, die beiden, Juden und Heiden, gleichermaßen gilt. Der Unterschied liegt allein darin, wie beide angesprochen werden (vgl. Apg. 17, 19-34; 2, 14-36). In unserem Text spricht Paulus von »falschen Brüdern«, die sich »heimlich eingeschlichen haben«, um den Jesusnachfolgern die Freiheit in Christus wieder wegzunehmen. »Denen haben wir auch nicht eine Stunde durch Unterwürfigkeit nachgegeben« (2, 4. 5). Wir begegnen hier einem Problem, das Paulus nicht nur bei den Galatern zu schaffen machte. Immer wieder versuchten jüdische Glieder der Gemeinde neben dem Evangelium auch das mosaische Gesetz als zur Rettung notwendig hinzustellen. Das aber hieße, dass ein Mensch nicht durch Glauben allein gerettet werden kann. Er müsste noch bestimmte Vorschriften beachten, um von Gott angenommen zu werden. Das jedoch ist ein verfälschtes Evangelium (lies Röm. 3, 21-24).

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SAMSTAG, 23. APRIL

GALATER 2, 3-5; JOHANNES 8, 31-36

Paulus sah durch die »falschen Brüder«, die sich in die Gemeinden von Galatien »eingeschlichen« hatten, eine doppelte Gefährdung: die Freiheit in Jesus Christus und die Wahrheit des Evangeliums. Das sind noch heute aktuelle Themen. Viele meinen, Freiheit sei gleichzusetzen mit Unabhängigkeit oder Selbstbestimmung. Doch niemand kann sich wirklich selbst bestimmen. »Ihr werdet sein wie Gott«, versprach die Schlange im Paradies. Das ist eine böse Täuschung, ein Wunschtraum vieler, der sich nie wirklich erfüllt(e). Die absolute Freiheit gibt es nicht. Jeder Mensch ist in irgendeiner Weise abhängig. Hat er sich nicht an Christus gebunden, treten andere Mächte an seine Stelle, denen er dann gehorchen muss. Das ist die Knechtschaft, vor der wir gewarnt werden. (Lies Röm. 6, 17. 18; 8, 12-15.) »Die Freiheit, die wir in Christus haben«, bedeutet für uns Freiheit von allen Bindungen, die den Menschen in menschenverachtender Weise versklaven. Jesus warnte seine Jünger eindringlich vor jeder Irrlehre und den »falschen Propheten«. (Lies Matth. 24, 3-5. 23-25.) Diese Warnung ist nicht verjährt, sondern gilt heute mehr denn je. Der Weg in dieser Welt wird enger und gefährlicher für den, der sich zu Jesus Christus, dem einzigartigen Erlöser, bekennt und in ihm den einzigen Weg sieht, der zum Vater führt. - Die Freiheit in Christus ist an die Wahrheit des Evangeliums gebunden. Wer an der Glaubwürdigkeit des biblischen Zeugnisses rüttelt, greift damit auch die Freiheit in Christus an. Sehr deutlich sieht Paulus die Gefahr, in der die Galater schweben. Er will sie davor bewahren, etwas preiszugeben, das unersetzlich ist. Wie wichtig, dass wir unser Vertrauen auf Jesus und sein wahrhaftiges Wort nicht vom Herrn weg auf anderes verlagern! Auch auf einem schweren Weg wollen wir unsere Hoffnung ganz auf die Gnade Gottes setzen. (Lies 1. Petr. 1, 13-19; Offb. 3, 11.)

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JESUS AM UFER UNSERER OHNMACHT -

MARKUS 5, 1-43

SONNTAG, 24. APRIL

MARKUS 4,35; 5,1-9; 5.MOSE 18,9-14

Nach einer herausfordernden Nacht kamen Jesus und seine Jünger »an das andere Ufer des Sees (Genezareth)«. Bisher hatte der Herr im jüdischen Galiläa gewirkt, jetzt betreten sie das Zehn-Städte-Gebiet, also Heidenland. Es fällt auf, dass die Jünger sich im Hintergrund des Berichts aufhalten. Ab Vers 2 werden sie nicht mehr erwähnt. Der Blick fällt ganz auf Jesus und die herzzerreißende Not des Geraseners. Welch ein Bild des Grauens tut sich vor uns auf: gekettet von der starken »Besatzungsmacht« Satans - zerschlagen durch brutale Selbstzerstörung - verjagt in abscheuliche Isolation! Welch ein Abgrund tut sich auf zwischen der rohen Gewalttätigkeit Satans und der kraftvollen Macht des Sohnes Gottes! Satan ist die Lüge in Person - Jesus ist die Wahrheit in Person. Satan ist der Menschenmörder - Jesus der Menschenretter. So gemein und brutal (oder so listig und falsch) der große Feind Gottes auch agiert - Jesus ist größer, Jesus ist stärker! »Denn dazu ist der Sohn Gottes erschienen, dass er die Werke des Teufels zerstöre« (1. Joh. 3, 8b; lies Hebr. 2, 14; Jak. 4, 7; 1. Petr. 5, 8-11). Umso wichtiger ist es, daran festzuhalten, o dass keiner der Geschundenen Satans zu kaputt ist, als dass Jesus nicht befreien, retten und heiligen könnte, o dass wir selber nicht mit der Sünde spielen, damit wir dem Satan keine Angriffsfläche bieten (vgl. Eph. 5, 11-15), o dass wir im seelsorgerlichen Gespräch mit okkult belasteten Menschen nicht allein bleiben, sondern geschützt sind durch das Gebet verschwiegener und vollmächtiger Glaubensgeschwister. »Werdet stark durch den Herrn und durch die mächtige Kraft seiner Stärke! Legt die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr allen Angriffen des Teufels widerstehen könnt. Denn wir kämpfen nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut, sondern gegen die bösen Mächte und Gewalten der unsichtbaren Welt« (Eph. 6, 11. 12).

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MONTAG, 25. APRIL

MARKUS 5, 6-15; JOHANNES 8, 36

Jesus ist von Anfang an der »starke Held« (Jes. 9, 5). Der Gerasener »fiel vor ihm nieder«. Aus ihm schreit der Böse; aber es ist der Schrei des Unterlegenen. Er bezeichnet Jesus zwar als »Sohn Gottes, des Allerhöchsten«, doch er kann sich des Herrn nicht bemächtigen. Die Beschwörungsformeln sind ein nutzloses Unterfangen. Denn Jesus hatte gesagt: »Fahre aus, du unreiner Geist, aus diesem Menschen!« Jesus bedarf keiner besonderen »Formeln«, »Rezepte« und »Zeremonien«. Sein vollmächtiges Wort genügt. Es hat große Kraft. - Wenn Jesus den Dämon nach seinem Namen fragt, fragt er natürlich nicht aus Unwissenheit, sondern um zu zeigen, dassihm, dem Herrn, alles ausgeliefert werden muss. Auch hier sehen wir wieder, dass Jesus schon als Sieger gekommen ist, der dem Feind die Beute entreißt. Dem Namen »Legion« steht der Jesus-Name gegenüber. In einem Glaubenslied heißt es: »Die bösen Geister weichen nur vor dieses Namens Kraft, er tilgt und löscht die tiefe Spur der bittern Kerkerhaft« (H.-E. Alexander). Jesus ist der Herr in dieser harten Konfrontation mit dem Bösen. Das wird auch daran deutlich, dass die Feindesmacht Jesus bitten muss (V. 10. 12) und der Herr die Erlaubnis erteilt (V. 13). Der neue »Aufenthaltsort« der Dämonen in den Schweinen verdeutlicht ein Doppeltes: a. Das Unreine strebt zum Unreinen. b. Ein Dämon sucht offenbar ein Wesen von Fleisch und Blut - und wenn es das niedrigste ist. Denn dem Judentum gilt das Schwein als »ein sich bewegender Abort« (Strack-Billerbeck). Doch viel wichtiger ist wieder die Tatsache, dass Jesus größer ist als der ärgste und stärkste Feind. Der Gerasener musste Tag und Nacht mit einer Feindesmacht leben, die auf der Stelle zweitausend Tiere umbrachte. Wie groß ist das Wunder der Befreiung durch Jesus! Zur Vertiefung: Lukas 10, 17-20; Apostelgeschichte 4, 12; 19, 13-20; Philipper 2, 9-11.

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DIENSTAG, 26. APRIL

MARKUS 5, 15-17; MATTHÄUS 12, 28; LUKAS 8, 1-3 Wenn Jesus sein vollmächtiges Wort spricht, wenn er Menschen aus der Gewalt Satans befreit, gibt es darauf immer eine positive Antwort (V. 18- 20) und eine negative (V. 14-17). Der Schock bei den Schweinehirten sitzt tief. Was ist denn geschehen? Heil ist geschehen, aber Heil über alle Erwartungen und alles Verstehen. Jener Grabesmensch ist für sie wie einer, der von den Toten auferstanden ist. »In menschlicher Würde sitzt er da, tobt und wälzt sich nicht mehr brüllend im Schmutz. Vorbei ist sein Aufruhr gegen alles und jeden, vorbei das grölende Elend, die rasende Wut und die winselnde Nacktheit. Der Anblick dieses Mannes sagt alles: Dieser verworfene Jesus ist die Quelle wahren Menschseins. Er bringt die neue Erde ohne Dämonen, eine Erde, auf die sich der Himmel herablässt (Offb. 20, 1-8)« (A. Pohl). Die Schweinehirten dagegen lassen sich nicht auf die große Tat Gottes ein. Der Verlust der Herde veranlasst sie nicht, Jesus aufzusuchen, sondern sie melden das »Unglück« in der Stadt und auf dem Land. Wenn das Handeln Gottes unsere Interessen schädigt, fällt die Entscheidung oft genug negativ aus (vgl. Apg. 16, 19; 19, 27). Selbst diejenigen, die neugierig bei Jesus und dem Befreiten zusammengeströmt waren (V. 15) und den Bericht der Augenzeugen gehört hatten (V. 16), waren nicht bereit, die Verbindung zu Jesus zu halten. Sie schickten ihn weg. Den Grund dafür erfahren wir nicht. Wir stoßen hier an das Geheimnis »Menschenherz« (siehe Jer. 17, 9). Man kann die Sündenbindungen bei anderen sehr deutlich sehen und blind sein für die eigenen Verstrickungen des Herzens. (Lies Luk. 18, 18-27.) Der Herr, dem die Dämonen unterworfen sind, könnte sehr wohl auch Menschenherzen bezwingen. Aber Jesus zwingt niemanden, ihm nachzufolgen. Er möchte uns »freiwillig« bei sich haben. Die Frage ist, was ist uns wirklich wichtig?

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MITTWOCH, 27. APRIL

MARKUS 5, 17-20; PSALM 118, 15

Die Menschen im Zehn-Städte-Land haben Jesus weggeschickt. Sie wollen nicht, dass »der Sohn Gottes, des Allerhöchsten« bleibend in ihr Leben tritt. Darin sind sie aufrichtig und wollen sich dennoch nicht der ganzen Wahrheit stellen: »Erst die feste Verbundenheit mit Jesus überwindet das Böse in unserem Leben endgültig« (G. Maier). Still geht der Herr zum Boot zurück (V. 18a). Welch eine Überraschung, dass es doch noch einen gibt, der entschlossen ist, bei Jesus zu bleiben und ihm zu folgen: der befreite Gerasener! Kann es eine größere Freude für Jesus und einen schöneren Dank Gott gegenüber geben? »Aber Jesus ließ es nicht zu«, dass der Mann ihn auf seinem weiteren Weg begleitete. Warum? Wir unterscheiden, dass die Zeit, in der auch Menschen aus dem Heidentum zum Jüngerkreis des Herrn gehörten, offenbar noch nicht gekommen war. Jesus hat während seines irdischen Wirkens immer wieder »Nicht-Juden« geholfen und unter ihnen echten und »großen Glauben« gefunden (Matth. 8, 5ff; Joh. 4, 39-42), während er manchen Unglauben in Israel tadelte (z. B. Matth. 23, 37ff; Luk. 24, 25; Mark. 16, 14). Aber der Schwerpunkt seiner Sendung galt zuerst Israel. Darum konnte Jesus jener kanaanäischen Mutter mehr als deutlich sagen: »Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel« (Matth. 15, 24; vgl. 10, 5. 6). Erst das Leiden und Sterben des Herrn stieß das Tor zu allen Völkern auf: Lies Jesaja 42, 1-7; 53, 11. 12; Markus 16, 15. 16. 19. 20; Epheser 2, 14-18. Unser Mann aus dem Zehn-Städte-Land wird beauftragt, seinen Mitmenschen die Größe und Barmherzigkeit Gottes, die er in seinem eigenen Leben erfahren hatte, zu bezeugen: Es lebt ein Gott, der aus dem Chaos noch eine heile Welt herausheben will, der seine Kreatur aus Knechtschaft und Tod befreit. Und diese Allmacht Gottes landet durch Jesus am Ufer unserer Ohnmacht.

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DONNERSTAG, 28. APRIL

MARKUS 5, 21-24; JESAJA 38, 17

Jesus ist wieder bei seinen Landsleuten im normalen Alltag in der Gegend um Kapernaum. Unzählbar viele Menschen umgeben ihn. Da dringt einer der Angesehensten des Ortes zu ihm vor. Er kniet im Staub der Straße vor dem Herrn und fleht um das Leben seiner todkranken Tochter. Was für uns keine Besonderheit zu sein scheint, war für den strenggläubigen Juden ein Zusammenstoß mit der Tradition. Der Tod eines Kindes galt als eine Gottesstrafe für die Eltern. Der Mann, der es nicht gewohnt war, dass ihn jemand hinterfragte, spürte den Zorn Gottes und sah seinen Stand gebrochen. Nun liegt er - vor aller Augen sichtbar - vor Jesus und trägt seinen Kummer zu Jesus. Aus der Tiefe seiner Not hatte er sich von Vorurteilen, Stolz und einer eingefleischten »frommen« Denkweise geschieden und sich für Jesus entschieden. Unser Text wertet dies als einen echten Glaubensschritt. Das zeigt besonders die Bitte des Vaters: »Komm und lege ihr die Hände auf, damit sie (so die wörtliche Übersetzung) gerettet wird und lebt« (V. 23). Gesund werden - ja - aber Gesundheit allein? Nein! Es geht nicht nur um eine körperliche Heilung, es geht um das Heil. (Lies Jes. 38, 1-5; Ps.40, 2-4; 41,5; Jer.17, 14.) Der Vater bittet um die Rettung seiner Tochter aus dem Gericht Gottes - das ist der springende Punkt. Etwas Größeres können Eltern nicht für ihre gesunden und für ihre kranken Kinder von Jesus erbitten! Etwas Schöneres gibt es nicht, als wenn ein Mensch, und dazu noch ein Prominenter, sich so vorbehaltlos dem anvertraut, der das Heil gratis gibt (siehe Offb.21,6.7; 22, 17b). Das ist die tiefste, die eigentliche Heilung, die jeder Mensch auf Gottes Erde vordringlich braucht. Jaïrus wusste und glaubte: Jesus kann heilen, und Jesus kann retten (vgl. Apg. 4, 12; Jes. 53, 5; Tit. 3, 4-7). »Und er (der Herr) ging fort mit ihm.«

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FREITAG, 29. APRIL

MARKUS 5, 24-30; 2.MOSE 15, 26

Jeder der Zuhörer um Jesus wird verstanden haben, dass der Herr sich so schnell wie möglich mit Jaïrus auf den Weg ins Sterbezimmer machte. Auch wir dürfen Jesus mitnehmen zu unseren Kranken, Alten, Behinderten und zu den Sterbenden. Lasst sie nicht allein! Seid einfach bei ihnen! Schaut sie an mit den liebenden Augen des Herrn Jesus Christus! Betet mit ihnen und für sie - still oder hörbar. Lasst euch vom Heiligen Geist leiten, ob es gilt, ein Trostwort zu sagen oder »nur« anteilnehmend zuzuhören. (Vgl. Spr. 20, 12; Jes. 50, 4; 51, 16; 2. Kor. 2, 3. 4; Jak. 5, 14-16.) Wesentlich ist, dass wir da sind. Nun sehen wir Jesus und Jaïrus auf dem Weg nach Kapernaum, gefolgt von einer großen Menschenmenge. Die Zeit drängt, der Auftrag ist groß. Da kommt eine »Störung«. So mögen Menschen es empfinden. Nicht so unser Herr. Jesus lässt sich unterbrechen, obwohl er die dringende Bitte des Jaïrus im Herzen trägt und um das todkranke Befinden des Kindes weiß. In allem lebte Jesus aus der Verbundenheit mit Gott. Er war nicht darauf fixiert, eine Arbeit nach der anderen »abzuhaken«, schon gar nicht, wenn es um Menschen und ihre Not geht! Jesus hat Zeit, und er nimmt sich Zeit - auch für diese Frau, die ihn soeben berührt hatte. Sie war eine wohlhabende Frau; denn nur Reiche konnten sich einen Arzt leisten. Nun war ihr Vermögen aufgrund ihres zwölfjährigen Leidens aufgebraucht. Sie war gänzlich am Ende - mit ihrer Kraft, mit ihrem Geld, mit ihrer Hoffnung auf Besserung, vielleicht auch am Ende mit ihrer Selbstachtung. Demütigungen aller Art hatte sie ertragen müssen. Angekommen bei Station »Mutlos«, hörte sie von Jesus. Nach Römer 10, 17 kommt der Glaube aus dem Hören (vgl. Apg. 4, 4). Und der Glaube wird aktiv: die Kranke drängt sich durch die Menschenmenge zu dem hin, der zerbrochene Menschen heilen kann. (Lies Ps. 34, 19; 147, 3. 14; Jes. 42, 3; 59, 1; 53, 4. 5; Micha 7, 7.)

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SAMSTAG, 30. APRIL

MARKUS 5, 27-34; PSALM 91, 14. 15

Nicht der Griff nach dem Gewand, das Jesus trug, half der Frau, sondern der »Griff des Glaubens« nach dem wahren Arzt. Dass die chronisch Kranke nicht abergläubisch an einem Stück Stoff von einem Heiligen hing, zeigt ihr Gedanke: »Wenn ich auch nur seine Kleider berühre, werde ich gesund« (V. 28). Nur den Saum seines Gewandes berühren - das genügt. Mag der Glaube dieser Frau in den Augen mancher als dumm aussehen, - Gott »kann auch an einen unreinen Glauben anknüpfen, wenn er nur kindlich und ganz auf ihn gerichtet ist. Und sie spürte die Heilung sofort an ihrem Leibe. Eine wahre Geißel war von ihr genommen« (G. Maier). Die Frau war »von hinten«, also unerkannt, zu Jesus hingetreten, aber sie sollte nicht unerkannt von ihm zurücktreten. Der Herr hatte sofort gemerkt, dass eine heilende Kraft von ihm ausgegangen war, und wandte sich um und sprach: »Wer hat meine Kleider berührt?« Jesus holt die Frau aus der Anonymität. Bei ihm geht es sehr persönlich zu. Er sucht das seelsorgerliche Gespräch, weil er weiß, dass die Frau jemanden braucht, dem sie ihr Herz ausschütten kann. Der Herr weiß auch, dass das schwer ist. »Die Frau fürchtete sich und zitterte.« Aber dann tut sie das einzig Richtige: Sie anerkennt Jesus als ihren Herrn und »sagte ihm die ganze Wahrheit«. Vor Gott können, müssen und dürfen wir keine dunklen Geheimnisse haben. Jesus will uns helfen, ganz ehrlich zu werden. Was immer uns bedrücken mag - ob es Sorgenlasten, Ängste oder verborgene Schlupfwinkel der Sünde sind - wir müssen daran nicht »verschmachten« (vgl. Ps. 32, 2-5. 7-11; Joh. 4, 16-19. 29), sondern dürfen zu ihm in die Beichte gehen und seinen Zuspruch hören: »Meine Tochter, mein Sohn, dein Glaube hat dich gerettet, geh hin in Frieden.«

zur Verfügung gestellt von: bibel.com der Homepage von Christen für Christen.

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